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Der Islam
Der
ISLAM
I) Allgemeines:
Der Islam ist eine der fünf großen
Weltreligionen. Derzeit bekennen sich ca. 600 Millionen Menschen zum Islam.
Er ist heute die einzige der großen Weltreligionen,
deren Anhänger sich ständig vermehren. Er reicht von Asien bis Afrika
und von Europa bis Amerika. Heute liegen alle islamischen Staaten in der dritten
Welt, es sind alles Entwicklungsländer.
Der Islam, der keine Unterschiede der Rassen und der
Volkszugehörigkeit kennt, zieht viele Menschen an, die sich in Frieden und
Freundschaft der Welt öffnen wollen.
II) Der islamische Glaube:
Der Islam ist der Glaube, den Gott durch seinen letzten
Gesandten MOHAMMED (Friede sei mit ihm!) der Menschheit offenbarte. Er
äußert sich in vollständiger Ergebung in Gott, die gleich ist
wie die Schließung des Friedens mit Gott, mit den Menschen und sich
selbst.
Grundgedanke MOHAMMEDS war es, eine weltumfassende Religion
zu schaffen. Seiner Meinung nach ist der Grundfehler des Judentums die Ablehnung
von JESUS CHRISTUS, Grundfehler des Christentums ist die DREIEINIGKEIT GOTTES
und die VERGÖTTLICHUNG von JESUS. Die ursprüngliche Religion Abrahams
ist vom Judentum und Christentum entstellt worden.
Nach Mose und Jesus hat nun er, MOHAMMED, der Gesegnete,
den durch einen Engel erhaltenen Auftrag, die wahre Lehre Gottes zu
verkünden.
Allah ist Gott, außer Allah ist kein Gott, MOHAMMED
ist sein Prophet. Dies ist der Inhalt ihres Glaubensbekenntnisses.
Die Worte Allahs stehen im KORAN, er ist die heilige Schrift
der Moslems. Um 610 n.Chr. offenbarte Gott MOHAMMED durch den Erzengel Gabriel
die ersten Verse des KORAN. Während dieser Zeit sprach er immer wieder mit
Allah und MOHAMMED schrieb die Offenbarungen nieder.
622 n. Chr. verkündete er seine Lehre. Von diesem
Zeitpunkt an beginnt die islamische Zeitrechnung.
Die letztgültige Fassung des KORAN wurde 15 Jahre nach
seinem Tod vom Kalifen OSMAN festgesetzt, die auch heute noch immer gilt.
Die Lehre des KORANS heißt Islam. Dieses Wort ist
arabisch und bedeutet soviel wie Ergebung, Friede oder Rettung. Jeder
Angehörige des Islams (Muslime=die Frommen) und mit Taten Zeugnis
dafür ablegen, daß es nur einen Gott gibt. Für den
gläubigen Moslem ist der Koran das Buch, an dem es keinen Zweifel gibt.
Zusätzlich zum Koran existiert noch die SUNNA (=Brauch
des Propheten). Die SUNNA besteht aus Überlieferungen, eine Sammlung von
Texten, um die heiligen Gesetze des Korans besser zu verstehen. In diesem stehen
auch Ratschläge für alle Lebenslagen.
Für viele Christen ist die Welt des Islams befremdlich
und beängstigend. Gegenüber keiner anderen Religion gibt es so viele
Vorurteile.
Juden und Christen und Muslime wohnen seit jeher eng
zusammen. Ihre verschiedenen Glaubensausprägungen sind miteinander
verwandt. Alle Religionen behaupten von sich aus, die ausschließliche und
einzige Wahrheit zu besitzen (=ABSOLUTHEITSANSPRUCH)
Für den Islam sind alle Religionen Vorläufer der
eigenen Glaubensüberzeugung. Die Muslime verstehen sich als
Nachkommenschaft von Adam, folglich sei der Islam das erste und älteste
Bekenntnis der Menschheit. Sie glauben, daß eigentlich alle Menschen als
Muslime geboren werden, erst die Eltern machen den jeweiligen zum Anhänger
einer anderen Religion.
Die “FÜNF SÄULEN DES ISLAMS”
sind die Grundlage für das Leben der Muslims. Die folgenden fünf
Pflichten werden vom KORAN vorgeschrieben:
1) Das Glaubensbekenntnis: (SHAHADA)
“Es gibt keinen Gott, außer dem einen Gott und
MOHAMMED ist sein Prophet”. Dieses Glaubensbekenntnis wird bei allen
möglichen Gelegenheiten gebetet.
2) Das tägliche Gebet:
Das “SALAT” ist ein Ritualgebet und wird
fünfmal am Tag gebetet: am Morgen, zu Mittag, am Nachmittag, bei
Sonnenuntergang und am Abend.
Gebetet wird immer in Richtung MEKKA. Beim Beten sind auch
bestimmte Körperhaltungen wichtig, es wird eine genaue Abfolge von Stehen,
Verneigungen und auf dem Boden knien eingehalten. Insgesamt ergeben sich 34
Kniebeugen und 68 Verneigungen. Bei jedem Gebet ist der Ablauf derselbe.
Am sechsten Tag jeder Woche, am Freitag, gehen die Moslems
in die Moschee, um zu beten. Dieser Freitag ist unserem Sonntag gleichzusetzen.
Dieses Freitagsgebet heißt VERSAMMLUNGSGEBET. Die Männer beten immer
getrennt von den Frauen.
Die Menschen werden durch den MUEZZIN (Moschee-Vorsteher)
vom Minarett der Moschee aus zum Gebet gerufen. Vor dem Gebet erfolgt immer eine
rituelle Waschung.
Trotz des Feiertages ist es den Menschen nicht verboten, an
diesem Tag zu arbeiten.
3) Die Armensteuer: (ZAKAT=Almosen)
Die Sorge für die Armen ist für alle Muslime eine
Verpflichtung, sie dürfen die Armen nicht vergessen. Die ZAKAT ist eine Art
Steuer auf die Ersparnisse, die nicht der Staat einhebt, sondern die der Moslem
selbst verteilt. Viele geben sogar ein Zehntel ihres Einkommens dafür
her.
4) Fasten im Monat RAMADAN:
Nachdem die KAABA in Mekka durch Brand zerstört wurde,
hatte Mohammed geholfen, sie wieder aufzubauen. Danach betete er sehr viel, am
liebsten in der Wüste. Dort lebte er karg und teilte das wenige mit
Nomaden. Dort erschien ihm einmal der Engel Gabriel, der ihm verkündete,
daß er der Bote Allahs werden sollte.
Der Fastenmonat RAMADAN wurde in Erinnerung an diese
Engelserscheinung eingeführt.
Er ist der neunte Monat, nach unserer Zeitrechnung Ende
Februar bis Ende März. Vom Morgen bis zum Sonnenuntergang darf nicht
gegessen und getrunken werden. Erst nach Sonnenuntergang wird dann wieder - oft
sehr festlich- gegessen und getrunken.
Jugendliche (bis 12) und Schwangere sind vom Fasten befreit.
5) Die Wallfahrt nach MEKKA:
Wenigstens einmal im Leben soll ein Muslim, wenn es im
möglich ist, die Wallfahrt zum größten Heiligtum des Islam, der
KAABA in MEKKA, machen. Dies schreibt der Koran vor. Frauen dürfen die
Pilgerfahrt nur dann unternehmen, wenn ihr Mann es ihr erlaubt.
Die KAABA (übersetzt WÜRFEL) ist ein schwarzer
Meteorit, der schon lange vor Mohammed als heilig verehrt
wurde.
Um die KAABA werden von den Pilgern große Kreise
gezogen. Manchmal sind bis zu einer halben Million Pilger dort. Jeder
möchte den heiligen Stein, der Allahs Gegenwart bezeugt, berühren.
III) Die Anhänger des
Islams:
Es gibt zwei große Gruppen:
1) Die SUNNITEN:
Zum sunnitischen Islam bekennt sich ein Großteil der
Muslime. Von den 600 Mio. Moslems sind etwa 540 Mio. Sunniten.
Sie ist jene Richtung des Islams, die auch die traditionelle
Entwicklung des Islams in ihrer Glaubensüberzeugung berücksichtigen.
Sie halten sich streng an den KORAN und an die SUNNA. Die Sunniten sind
gespalten in ein pro-westliches Lager (um SAUDI-ARABIEN), ein neutrales
(LIBANON, JORDANIEN) und ein prokommunisti-sches Lager (SYRIEN, LIBYEN u.
PALÄSTINENSER).
2) Die SCHIITEN (Absplitterung):
Sie sind die zweite große Gruppe. Sie sind
Parteigänger ALIs, ein Vetter von Mohammed. Sie glauben, daß ALI
Träger des göttlichen Lichts ist, seine Nachkommen sind die IMANE, die
als einzige MOHAMMEDS Nachfolge antreten dürfen.
Diese sind die Führer der SCHIITEN. Er vereinigt in
sich weltliche und religiöse Macht und gilt als unfehlbar und ohne
Sünde. Er ist Führer, Vorbeter und Vorbild.
Die SCHIITEN erkennen weder die von den ersten Kalifen
erlaubte Niederschrift des KORANS noch die SUNNA an.
Die SCHIITEN sind sehr streng in der Befolgung der
Reinlichkeitsvorschriften. Weiters sind sie gegen die Mischehe, ein Schiit darf
keine Jüdin oder Christin heiraten.
Seit dem 16. Jhdt. ist die schiitische Religion die
Staatsreligion des Irans.
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Einige Besonderheiten des Islams:
a) Heirat, Ehe, Scheidung:
Im Islam gilt die Heirat nach dem Vorbild Mohammeds als eine
Pflicht. Die Partner sind meistens vorbestimmt (vereinbart von den Familien).
“HEIRATET WEGEN DER FRÖMMIGKEIT”.
Ein Moslem kann auch eine Jüdin oder eine Christin
heiraten. Sie muß nur an den alleinigen Gott glauben.
Umgekehrt kann eine Moslemin nur einen Moslem
heiraten.
Jeder Moslem darf vier Frauen haben, wenn alle genug und
gleichviel zum Leben haben.
Der Koran erlaubt die Scheidung, unter den erlaubten Dingen
ist sie Allah aber am meisten zuwider.
Der Mann kann sich immer scheiden lassen. Die Frau nur, wenn
sie bei der Eheschließung dieses Recht verlangt hat. Will sie sich
scheiden lassen, auch wenn sie das Recht nicht verlangt hat, kann sie dieses bei
Gericht einklagen.
Natürlich kann auch eine einvernehmliche Scheidung
vorgenommen werden.
b) Die Beschneidung:
Wie im Judentum, werden auch im Islam die Knaben
beschnitten.
Die Beschneidung ist ein Zeichen des ewigen Bundes zwischen
Gott und Abraham.
Dies geschieht meist vor dem siebten Lebensjahr und ist mit
einem Fest verbunden.
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Schwere innere Auseinandersetzungen erschüttern heute
den Islam, religiöse und politische. Er wirkt heute gespalten. Die in den
arabischen Ländern liegenden Ölvorkommen geben den mohammedanischen
Staaten viel Selbstbewußtsein (z.B. Ölkrise). Andererseits wirkt sich
dieser Machtfaktor verstärkend auf die inneren Spannungen auf,
innerislamische Führungsstreitigkeiten sind die Folge.
Zugleich versucht der Islam, die moderne Wissenschaft in
sich aufzunehmen und sie weiterzuentwickeln, denn das Streben nach Wissen war
immer ein Gebot des Islams, dem die Welt große wissenschaftliche
Leistungen verdankt.
Der Islam versteht sich als Schmelztiegel für alle
göttlichen Wahrheiten, aus dem jeder schöpfen kann, was er
braucht.
Die Moslems bleiben Anhänger ihrer Religion und treten
sehr selten zu anderen Religionen über. Der Moslem versteht sich als
Weltbürger, der überall zu Hause ist.
Auch ein Moslem, der seinen Glauben nicht streng befolgt,
fühlt sich dem Islam zugehörig.
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