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Internationale Zusammenarbeit im Währungs- und Wir
Werner Bailer
<werner.bailer@usa.net
Internationaler Währungsfonds
(IWF)
Der 1945 gegründete und 178 Mitglieder umfassende IWF, dem
Österreich 1948 beitrat, ist das Kernstück des internationalen
Währungssystems. Seine Ziele sind:
- Ausweitung des Welthandels (durch stabile
Wechselkursbedingungen, Abbau von Devisenverkehrsbeschränkungen)
- Vermehrung des Wohlstands
- Früherkennung von Fehlentwicklungen durch
Prüfung der Wirtschaftspolitik der Mitglieder
- Unterstützung beim Umstieg von der Plan-
zur Marktwirtschaft für ehem. Ostblockländer
Überdies ist die Weltbank mit der Verwaltung des Systems der
Sonderziehungsrechte (SZR) beschäftigt, das geschaffen wurde, um das
internationale Währungssystem weniger von US-Dollar und Gold abhängig
zu machen. Die SZR sind an einen Währungskorb
gebunden [1] und dienen als Zahlungseinheit des
IWF.
Internationale Bank für Wiederaufbau
und Entwicklung (IBRD, Weltbank)
Gegründet 1945, verfolgt die Weltbank das Ziel der wirtschaftlichen
Entwicklung weniger ent-wickelter Mitgliedsstaaten und der Beseitigung von
Strukturproblemen (z.B. hohe Verschuldung, Umstieg von Plan- auf
Marktwirtschaft). Dies geschieht durch finanzielle und technische Hilfe,
insbesondere durch Investitionen in Infrastruktur, Industrie und
Land-wirtschaft. Zur Durchführung solcher Projekte umfaßt die
Weltbank folgende Organisationen:
IDA: Internationale Entwicklungsorganisation: vergibt
günstige Kredite
IFC: Internationale Finanzkorporation: Beteiligung an Firmen,
Förderung von Investitionen
MIGA: Multilaterale Investitionsgarantieagentur:
Direktinvestitionen in Entwicklungsländern
Regionale
Entwicklungsbanken
Die Afrikanische, Interamerikanische und Asiatische
Entwicklungsbank haben als Er-gänzung zur Weltbank durch Finanzhilfe
und beratende Tätigkeit zu Wirtschaftswachstum und struktureller Anpassung
ihrer weniger entwickelten Mitglieder beizutragen und die wirt-schaftliche
Integration in einer Region zu fördern. Die 1991 gegründete
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) soll
ost- und mitteleuropäischen Staaten beim Übergang zur Marktwirtschaft
helfen.
Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen
(GATT)
1948 als Ergänzung zu IWF und IBRD in Kraft getreten. Ziele:
- größtmögliche Freiheit
für den Welthandel
- gleiche Zutrittsbedingungen zum Weltmarkt u.
gleiche Handelsvorteile für alle Mitglieder
- Kontrolle der Handelspolitik aller
GATT-Staaten durch regelmäßige
Länderprüfungen
Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
Die OECD wurde 1960 gegründet, umfaßt 24 Mitglieder (westliche
Industriestaaten) und ist ein Eckpfeiler der internationalen wirtschaftlichen
Abstimmung, erstellt Wirtschaftspro-gnosen und versucht, Wirtschaftsstrategien
auszuarbeiten. Die Ziele sind:
- ausgewogene Entwicklung der
Weltwirtschaft
- Zusammenarbeit mit Schwellenländern und
nicht der OECD angehörenden Ländern
(z.B. asiatischen,
lateinamerikanischen und ehem. Ostblockländern)
Bank für internationalen
Zahlungsausgleich (BIZ)
fördert die Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken durch
- Informationsaustausch bei der Wirtschafts- u.
Währungspolitik
- Entwicklung gemeinsamer
Bankenaufsichtsstandards
- Stützungsaktionen für in
Zahlungsschwierigkeiten geratene Länder
Europäische Freihandelsassoziation
(EFTA)
Das Ziel des 1960 unterzeichneten Gründungsvertrages, nämlich der
freie Handel mit industriell-gewerblichen Gütern zwischen den Mitgliedern,
wurde 1966 erreicht.
Ziele der
EU
seit Anfang 1993 verwirklicht:
- freier Waren- und Dienstl.-, Kapital- u. Personenverkehr
- Recht auf Freiheit der Niederlassung und Erwerbstätigkeit
zukünftige Ziele der Wirtschafts- u. Währungsunion
(WWU):
- Schaffung eines rechtlich einheitlichen Marktes
- einheitliche Wirtschaftspolitik und gemeinsame Währung
- wirtschaftl. Stabilität zur Sicherung hoher
Beschäftigung
zukünftige Ziele der politischen Union:
- gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
- Ausbau der Rechte des europäischen Parlaments.
Europäische Union (EU)
(Europäische Gemeinschaften,
EG)
Kernstück: 1958 gegründete Wirt-schaftsgemeinschaft, 15
Mitglieder.
1991: Vertag von Maastricht über die Umwandlung der EG
in die EU, die Gründung einer politischen Union sowie eines nach innen und
außen einheitlichen Wirtschafts-raumes (siehe EWR).
Österreich beantragte 1989 die EG-Mitgliedschaft; die
Beitrittsverhandlungen begannen 1993; nach der Volksabstimmung 1994 wurde
Österreich am 1.1.1995 Mitglied der EU.
Europäischer Wirtschaftsraum
(EWR)
Am 1.1.1994 in Kraft getreten, bestehend aus den Staaten der EU und EFTA
(mit Ausnahme der Schweiz). Um das Ziel eines einheitlichen Marktes zu
verwirklichen, wurden die EU-Bestimmungen für den Waren-, Dienstleistungs-,
Kapital- und Personenverkehr größtenteils übernommen, wobei es
vor allem Ausnahmen für landwirtschaftliche Produkte gibt.
Europäisches Währungssystem
(EWS)
Dem 1979 gegründeten EWS gehören alle EU-Staaten außer
Griechenland, Großbritannien und Italien an. Das System basiert auf dem
sog. Wechselkurs- u. Interventionsmechanismus, wodurch stabile Wechselkurse
(Leitkurse) zwischen den Mitgliedsländern geschaffen werden sollen. Die
Leitkurse dürfen sich in einer Schwankungsbreite von
±2,25% (Spanien und Portugal:
±6%; seit 1993:
± 15%) bewegen, werden diese Grenzen
überschritten, sind alle Mitglieder zur Intervention verpflichtet, d.h. sie
müssen schwache Währungen kaufen und starke verkaufen. Die Mitglieder
erhalten ECU [2]-Guthaben, indem sie 20% ihrer
Gold- u. Dollarreserven beim EWI [3] hinterlegen.
Der Kurs des ECU wird aus einem Währungskorb der früheren 12
EU-Staaten berechnet; seit Inkrafttreten des Unionsvertrages werden keine neuen
Währungen mehr aufgenommen, d.h. auch der Schilling nicht. 1997 soll das
EWS im ESZB [4] aufgehen und damit eine gemeinsame
Währung für jene Staaten, die die im Maastrichtvertag festgelegten
Konvergenzkriterien erfüllen, geschaffen werden, die nicht ECU
sondern nach Beschluß des EU-Gipfels 1995 in Madrid EURO
heißen soll.
[1] Der Kurs der SZR wird aus US-Dollar,
D-Mark, Frz. Franc, Brit. Pfund u. jap. Yen berechnet.
[2] European
Currency Unit (Europäische
Währungseinheit)
[3] Europäisches
Währungs institut
[4] Europäisches
System d. Zentral banken
(Europäische Zentralbank + Notenbanken der Mitglieder)
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