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Adenauer, Konrad (1876-1967)
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Konrad Adenauer
Konrad Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Sein
Vater arbeitet beim Kölner Oberlandesgericht und eine Mutter Helene machte
den Haushalt. Bei 3 Geschwistern ging es sehr sparsam bei der Familie Adenauer
zu und alle Kinder wurden streng Katholisch erzogen. Adenauer machte sein Abitur
in Köln und ein Stipendium eröffnete ihm den Weg zur Universität
von Freiburg, wo er Jura studierte. Nun kam katholische Rheinländer in ein
Anwaltsbüro eines Justizrates in Köln. Am 28. Januar 1901
heiratet Adenauer Emma Weyer, die aus einer reichen Familie stammt. Konrad wird
von dem Anwalt zum ersten Beigeordneten der Stadt Köln vorgeschlagen und
Adenauer gewinnt auch die Wahl. Seine Frau Emma schenkt Adenauer 3 Kinder, die
sie Konrad, Max und Maria tauften. Nach einem langen leiden stirbt seine Frau
aber an einer Krankheit. Ein Jahr später, am 18. Oktober 1917
gelingt es Adenauer Oberbürgermeister von Köln zu werden. Dies war
genau 3 Tage bevor sein Vater starb. Zusätzlich wurde Adenauer noch zum
Präsident des preußischen Staatsrat gewählt. Er setzte sich vor
allem für die Herauslösung des Rheinlandes aus dem preußischen
Staatsverband sowie für eine selbständige westdeutsche Republik
innerhalb des deutschen Reiches. Während des 1. Weltkrieges war er
vorwiegend damit beschäftigt, die Leute mit dem nötigsten zu
versorgen. Durch Errichtung von Messen, ließ er Köln zum Mittelpunkt
des Westens werden. Im Herbst 1919 heiratet er Gussie Zinsser und die
Kinderzahl stieg auf 7 Kinder an. Konrad war gegen Hitlers Politik und weigerte
sich Hitler einen Empfang in Köln zu bieten, als Hitler Köln besuchen
wollten. Dies hatte aber schwere Folgen, denn er wurde deshalb als Gegner des
Nationalsozialismus 1933 von allen seinen Ämtern enthoben. Von nun
an mußte er sich in einem Benediktinerkloster in der Eifel verstecken und
wurde ab und zu inhaftiert, aber schon wieder nach ein paar Tagen freigelassen.
Nun suchte er mit seiner Familie an vielen Orten Unterschlupf und legte sich
dann um 1936 in Rhöndorf ein Häuschen zu, indem er mit seiner
Familie lebte. Um seine Familie zu ernähren züchtete er viel
Gemüse, denn er war ein leidenschaftlicher Gärtner. Am 20. Juli
1944 sollte er in das Konzentrationslager kommen, aber es gelang ihm zu
fliehen. Nach der Kapitulation der Deutschen wurde Adenauer von den Amerikanern
als Oberbürgermeister von Köln eingesetzt, da er auf ihrer
weißen Liste stand. Als er wieder in dem Trümmerfeld Köln
eintrifft ist er schon beinahe 70 Jahre alt. Aber Adenauer neigt nicht zum
Überschwang; die Not war auch zu groß. Von den 750000 Menschen die in
Köln gelebt hatten, befanden sich auf dem linken Rheinufer nur noch 32000.
Auf dem rechten Rheinufer wurde noch geschossen. Von 59000 Gebäuden waren
über die Hälfte völlig zerstört, nur 300 sind unversehrt
geblieben. Adenauers Arbeitstag ging da oft über 16 Stunfen. Er
entschloß sich rund um Köln einen Grüngürtel anzulegen,
indem man Gemüse und Kartoffeln anpflanzte. Nun stoppte er den Wohnungsbau
und lies erst die Rheinbrücken wieder aufbauen mit seiner Meinung: Erst
Verkehr, dann Transport von Baumaterial. Nach ein paar Jahren erkannte man das
Adenauer recht hatte und die Amerikaner waren begeistert. Aber die britischen
Besatzungsbehörden waren da anderer Ansicht und haben Adenauer nach wenigen
Monaten wieder von seinem Amt enthoben, weil Adenauer auch England kritisierte
und seinen Grüngürtel nicht abholzen wollte. Seine Frau stirbt aber
zur gleichen Zeit an den späten Folgen des Krieges. Unter seinen Zielen
waren: “Bewahrung des Freiheit, Sicherung des Friedens, die Einigung
Europas und die Wiedervereinigung des Volkes”, traf Adenauer in ganz
Westdeutschland und später auch ganz Deutschland mit Gleichgesinnten
zusammen und wurde wegen seiner großen Überzeugungskraft 1946
bei einem Treffen der CDU-Vertreter zum Vorsitzenden in der britischen Zone
gewählt. Adenauer muß die CDU nun populär machen, da er den
Vorsitz der CDU der britischen Zone erhalten hatte und die SPD schon länger
bekannt war und deren Oberhaupt Kurt Schumacher (starb 1952) sehr beliebt
war und zu dem härtesten Gegner von Konrad Adenauer wurde. Adenauer
schaffte es auch die CDU populär zu machen, denn er Verstand es mit seinen
Reden die Menschenmengen in seinen Bann zu ziehen. Er reist von Ort zu Ort um
seine Reden zu halten und hielt sie sogar manchmal vom Auto aus. Konrad Adenauer
liebte Zwischenrufe der Leute, weil er da seine ganze Schlagfertigkeit
ausüben konnte. Es sah so aus das die Sowjetunion sich ganz Deutschland
einverleiben wollte. Das bewog die 3 Westmächte im Juni 48 den Deutschen zu
erlauben, sich auf einer freien, demokratischen und föderativen Verfassung
zusammenzuschließen. Aus den 11 Ländern der 3 Westdeutschen Zonen
trafen die Vertreter der Parteien der CDU/CSU, SPD, FDP und 6 kleinere Parteien
zusammen und bildeten unter dem Präsidenten K. Adenauer den
Parlamentarischen Rat. Nun war es auf einmal da, das Grundgesetz und hiermit
auch die Geburt der Bundesrepublik Deutschland. Diese Leute können stolz
auf sich sein, denn es hat sich bis heute gehalten. Die Sowjets gaben jetzt
ruhe. Nach der Währungsreform und dem vom Parlamentarischen Rat
erarbeiteten Grundgesetz das am 8. 5 genehmigt und am 23.05.1949
veröffentlicht wurde, gewann die CDU am ihre erste Bundestagswahl am
14.08.1949. Die Bundes-CDU bildete unter dem Vorsitz Konrad Adenauer
eine Koalition mit der FDP und der deutschen Partei (DP). Theodor Heuss wurde
zum 1. Bundespräsident gewählt. Am 15. September wird Konrad
Adenauer nun schließlich mit einer Stimme Mehrheit zum 1.
Bundespräsident gewählt und 1 Tag später wurde Konrad Adenauer
zusätzlich noch zum Außenminister von Deutschland.
Außenminister blieb er nur von 1950-55 und Bundeskanzler von
1949-63. Wirtschaftsminister wurde Ludwig Erhard. Franz Josef
Strauß wurde Bundesverteidigungsminister aber wurde durch dir
Spiegelaffäre 1962 wieder des Amtes enthoben. Gemäß des
Grundgesetzes hat der Bundeskanzler eine höhere Stellung als der
Bundespräsident. Bonn wurde zur Bundeshauptstadt gemacht. Adenauer schaffte
es Außenpolitisch, dass die BRD fest in Westeuropa eingegliedert wird und
in das westliche Bündnissystem (Pakt, Vertrag), um vor allem die volle
Unabhängigkeit des neuen Staates zu bekommen und gleichzeitig die
Sowjetunion, mit Adenauers “Politik der Stärke”, zur Herausgabe
der DDR bringen. Zur diesem Erlangen der Unabhängigkeit ging Adenauer zur
Staatsreise nach Frankreich, um das Deutsch - Französische Verhältnis
zu stärken. Er schaffte es auch und fand in Außenminister De Guille
einen Freund, mit dem er auch dann den sogenannten Schumannplan unterzeichnete.
Der Schumannplan (von Robert Schumann) war ein Plan für ein gemeinsamer
Markt für Kohle und Stahl. Dies war ein sehr großer Schritt für
Deutschland und die Medien überschlugen sich bei diesem Ereignis. Diese Tat
gilt auch unter anderem zu einer der berühmtesten Taten von Konrad
Adenauer. Dieser Plan brachte den wirtschaftlichen Aufstieg von Europa und somit
die feste Eingliederung von Deutschland in Westeuropa. Nun gab es wieder ein
großes Ereignis, denn im Bonner Palais Schaumburg am 26.05.1952
wurde der Deutschlandvertrag unterzeichnet. Dieser beinhaltet das die
Besetzungstruppen der anderen Länder abgebaut werden müssen und das
die Demontageaktionen der Siegermächte auf ein Minimum reduziert werden
mußte. Im Oktober 1953 wird Konrad Adenauer trotz einer starken
SPD-Opposition wiedergewählt. Kurz darauf wurde in London heiß
debattiert, ob Deutschland wieder bewaffnet werden sollte (heißeste
Debatten aller Zeiten SPD werbte mit noch ein Weltkrieg und so), um in die NATO
(Nordatlantik-Pakt) und in die WEU (Westeuropäischen Staatengemeinschaft)
aufgenommen zu werden. Die Entscheidung war gefallen und Deutschland wurde
wieder bewaffnet und in die NATO und in die WEU aufgenommen. Die Londoner
Debatten wurden in der Londoner Akte niedergelegt und diese wurde mit vielen
Abkommen und Verlautungen in den sogenannten Pariser Verträge am
23.10.1954 unterschrieben. (Die Pariser Verträge sind die Aufnahme
in NATO und WEU) . Zuvor kam Deutschland noch 1950/51 in die Montanunion
und in den Europarat. Hinzu kam noch 1957 den Beitritt zur EWG und
Euratom.
Somit hatte die BRD jetzt die volle Unabhängigkeit
(Souveränität) erreicht. Nachdem Konrad Adenauer in der Amerikanischen
Zeitschrift “TIME” zum Mann des Jahres gewählt wurde, reiste er
zusammen mit anderen Parlamentsgenossen nach Rußland. Hier gab es eine
Sitzung mit einer deutschen und einer russischen Seite. Die Russen zeigten sehr
oft die Kalte Schulter, wie auch bei der Bitte von Deutschland, die 10.000
Kriegsgefangene freizulassen. Die Verhandlungen kamen nicht voran, deshalb
planten die Deutschen am Abschlußabend ihrer Staatsreise einen kleinen
Wodka- und Weinabend. An diesem Abend waren die Russen eher
Verhandlungsfähig und billigten die Freilassung der 10.000
Kriegsgefangenen. In den nächsten 3 Wochen fanden über 10.000
Kriegsgefangene wieder ihre Heimat. Im Oktober 1957 wurde Konrad Adenauer
zum 3. Mal nacheinander Bundeskanzler. Nachdem Konrad Adenauer schon mal
1953 in die USA flog, um Außenminister Dullas zu treffen, mit dem
er immer einer Meinung war und zwar, das man der Sowjetunion und ihrem
Kommunismus nur mit einer Politik der Stärke entgegnen kann. Dullas half
ihm auch das Deutschland in die NATO (größte
Verteidigungsorganisation der westlichen Welt) kommt. Die USA hat sich nach dem
2. Weltkrieg als Freund erwiesen, denn sie halfen mit ihren Essensspenden am
meisten. Deshalb beschloß Adenauer nun am 12. April 1961 wieder in
die USA zu Präsident Kennedy nach Washington zu fliegen. Die beiden
verstanden sich nicht so gut. Ist auch nicht verwunderlich, denn ein
86-Jähriger hat schon eine andere Meinung als ein gerade 44-Jähriger
lockerer Präsident. Im Januar 1963 geschah das von der Sicht Konrad
Adenauers bedeutenste Werk, nämlich der Deutsch-französische Vertrag.
Dieser Vertrag soll für eine enges Verhältnis für D und F stehen.
K. Adenauer reißte deswegen nach Frankreich. Die Besiegelung des Vertrages
wurde durch ein Bruderkuß gemacht und Adenauer sagte darüber, dass es
ein weltgeschichtliches Ereignis war. Am 13. August 1963 wurde die
Berliner Mauer als eine Sparmaßnahme des Warschauer Paktes erbaut. (Nacht
von 12. Auf 13. August 1963 zog man die Mauer und
Stacheldrahtzeune hoch)Die Mauer sollte die hohe Flüchtlingsrat aus Berlin
stoppen. DDR richtete sich nach dem Osten und die BDR stand frei. Amerika
schickte daraufhin 2 Abgeordnete zur Beruhigung von den West-Berlinern dies
alles nannte man die Berlin Krise von 1958-1962. Adenauer gewinnt im
Oktober 1961 seine 4. Wahl zum Bundeskanzler. Der 23. Juli 1963
ist ein weltbekanntes Datum, denn an diesem Tag traf der bekannteste und
jüngste Präsident der vereinten Staaten am Köln-Bonner Flughafen
ein wegen der Berliner Mauer (Symbol des kalten Krieges). Hier bei dieser Rede
von President Kennedy in Berlin gab es den allzubekanntesten Satz von Kennedy:
“Ich bin ein Berliner”. Dieser Dreitägige Staatsbesuch von JFK
war ein sehr großes Ereignis für Deutschland, denn es war eine
Festigung des Deutsch-Amerikanischen-Verhältnisses. Er kam um die deutsche
Öffentlichkeit für die USA zurückzugewinnen, was ihm auch im
großen Maße gelang. Wo Kennedy und Adenauer auch waren. Ob es
Köln oder Bonn war, die beiden wurden immer von Millionen von Leuten
empfangen. Sie hatten über 40 Jahre Altersunterschied, jedoch war Adenauer
noch von genauso viel Initiative wie Kennedy, wenn nicht sogar mehr. Am 10.
Oktober 1963 erklärt Adenauer seinen Rücktritt und wird 5
Tage später nach 14 Jahren Amtszeit als ein Held gefeiert und
verabschiedet wurde. Adenauer läßt die Politik aber nie richtig los,
wie man in seinen Memoiren nachlesen kann, die 2 Jahre später in 4
Bänden erschienen. Ein Jahr später nach seinem Rücktritt
wählt die CDU Adenauer wieder zu ihrem Vorsitzenden. Aber der fast
90-Jährige gibt das Amt nach 2 Jahren wieder ab. Mit nun 91
Jahren macht er noch private Besuche ins Ausland wie z. B. zu seinem Freund
De Guille. Aber nach 2 Monaten erkrankt Adenauer und stirbt am 19.
April 1967 um 13.21 Uhr. Am Tag seiner Beerdigung wurde sein Sarg von
über 200000 Leuten umdrängt, die ihm unbedingt die letzte Ehre
erweisen wollten. Der Bischof führte die Messe und in Frankreich wurde
parallel ein Gottesdienst für Adenauer geführt und er wurde von den
Franzosen als Freund verabschiedet. Auch viele bekannte Staatsmänner aus
aller Welt kamen um ihm die letzte Ehre zu erweisen und ein paar trostspendende
Wörter zu finden für den Mann der die Nachkriegszeit, die Demokratie
und ein ganzes Jahrhundert geprägt hat.
- Kabinett 15.09.49 CDU/CSU, FDP, DP
- Kabinett 20.10.53 CDU/CSU, FDP, DP, GB/BHE Umbildung 16.10.56
ohne GB/BHE
- Kabinett 28.10.57 CDU/CSU, FDP, DP
- Kabinett 14.11.61 CDU/CSU, FDP
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