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Die Allokation
1. Einleitung
1.1 Das Allokationsproblem
Wir haben es mit einem Allokationsproblem zu tun, da die
Produktionsfaktoren knapp sind, demgegenüber aber unbeschränkte
Bedürfnisse entgegenstehen.
⇒
Es müssen also Entscheidungen getroffen werden.
1.2 Allokationsmechanismen
verschiedene Möglichkeiten sind
vorhanden:
- behördliche Zuteilung von oben
- Auslosung / Zufall
- Faustrecht / Anarchie
- Markt
In Bezug auf die Gesamtwirtschaft wird zwischen Plan-
und Marktwirtschaft unterschieden.
1.3 Begriff “Mikroökonomie”
Es handelt sich um eine Analyse des Marktes im
Detail.
Wir betrachten einen Haushalt, einen Konsumenten in
Bezug auf das Nachfrageverhalten.
Wir betrachten ein Unternehmen in Bezug auf das
Angebotsverhalten.
Wir betrachten einen Markt, auf dem sich Anbieter und
Nachfrager begegnen.
2. Das Phänomen des Marktes
Der klassische Markt ist ein räumliches
Zusammentreffen von Anbietern und Nachfragern..
Der Markt ist ein Zusammentreffen von Anbietern und
Nachfragern über einen bestimmten Zeitraum.
Es gibt nicht nur Gütermärkte
(Finanzmärkte).
Man spricht auch vom Markt der
Produktionsfaktoren.
- Arbeitsmarkt Preis ist der Lohn.
- Kapitalmarkt Preis ist der Zins.
- Bodenmarkt
Wenn die Marktkräfte spielen legen Anbieter und
Nachfrager einen Preis fest. Man spricht also auch vom
Preismechanismus.
3. Das Modell der vollkommenen Konkurrenz
3.1 Weshalb ein Modell?
Ein Modell ist eine Abstraktion der
Realität.
3.2 Die Modellannahmen
Um die Marktmechanismen analysieren zu können,
treffen wir 7 Annahmen, damit wir sehen können, dass der Preis
tatsächlich durch den Markt zustande kommt:
- Es hat unzählig viele Anbieter und Nachfrager. Der
einzelne Marktteilnehmer ist also unbedeutend klein und hat keinen Einfluss auf
die Preisgestaltung.
- Es gibt keinerlei Preisabsprachen.
- Es gibt keinerlei Vorzüge für einzelne
Marktteilnehmer – alle sind gleichbedeutend klein.
- Jeder Marktteilnehmer verhält sich als “homo
oeconomicus”. Alle Marktteilnehmer verhalten sich rational und sind auf
Gewinn- und/oder Nutzenmaximierung aus.
- Es besteht eine vollkommene Markttransparenz. Jeder kennt
jeden Markt und die Preise.
- Güter sind homogen. Ein Markt
⇒ ein
Preis!
- Anpassungen an Veränderungen erfolgen sofort und
ohne jegliche Verzögerungen!
4. Die Nachfragekurve
Es geht darum, den Konsumenten zu erfassen und zu
beschreiben.
Auch hier gehen wir davon aus, dass sich der “homo
oeconomicus” stets rein rational verhält. Er wägt also stets ab
und will einen maximalen Nutzen. Allerdings haben wir es hier mit einem recht
ärmlichen Menschenbild zu tun. Wir minimieren den Menschen und sehen hier
auch, dass das Modell Grenzen hat.
⇒
Die Grundverhaltensweise gilt aber für die meisten Menschen und Fälle.
Das Grundverhalten des Menschen orientiert sich am
Maximumprinzip.
Um das Ganze erklären zu können, brauchen wir
das Konzept des Nutzens. Der Nutzen ist eine subjektiv wahrnehmbare
Grösse und widerspiegelt persönliche Neigungen und Interessen. Nutzen
ist nicht messbar und nicht “absolut”. Jeder Mensch oder Haushalt
wägt Nutzen aber ab und macht automatisch eine Hierarchie der
Nutzen.
Wir gehen von den folgenden 2 Annahmen
aus:
- Der einzelne Konsument kann die verschiedenen Nutzgrade
rangieren.
- Relativ zu einem anderen Gut, kann der Nutzen eines Gutes
gemessen werden.
4.1 Grenznutzen und Gesamtnutzen
Der Gesamtnutzen: Ich habe 10 Paar
Hosen. Alles, was ich letzten Winter fürs
Skifahren ausgegeben habe. Alles, was ich für
Trinken
ausgebe. ⇒ Den
Nutzen, den ich aus einem Gut herausnehme. (Nutzen meiner 10 Paar Schuhe
zusammen)
Der Grenznutzen “Grenz” heisst in der VWL
immer das “Zusätzliche”. Ich habe 5 Paar Schuhe und kaufe ein
sechstes Paar, so ist der Nutzen des 6. Paares der
Grenznutzen. ⇒ Nutzen,
den ich aus einem zusätzlichen Gut herausnehme. (Nutzen des 11. Paars
Schuhe)
4.2 Die Gossen’schen Gesetze
Hans Heinrich Gossen war ein Statistiker und Ökonom
des 19. Jahrhunderts.
Das 1. Gossen’sche Gesetz
Das Gesetz des abnehmenden
Grenznutzens: Der Grenznutzen eines Gutes nimmt
mit zunehmender Menge ab.
Ich habe Hunger und esse ein
Brötchen ⇒ Der
Hunger nimmt ab.
Ich esse ein weiteres
Brötchen ⇒ Der
Hunger nimmt im Vgl. zu Brötchen 1
weniger ab.
Beim 20. Brötchen muss ich kotzen – der
Grenznutzen wird also negativ!”
Ich habe keine Schuhe, kaufe ein
Paar. ⇒ Habe enormen
Nutzen davon.
Ich kaufe ein zweites Paar
Schuhe. ⇒ Nutzen des
2. Paare ist geringer.
Das 2. Gossen’sche Gesetz
Güter erhalten ihren Preis dadurch, indem sie auf
andere Güter bezug nehmen. Man spricht also auch von relativen Preisen. Der
homo oeconomicus will seinen Nutzen und somit auch den Grenznutzen stets
maximieren. Das Nutzenmaximum ist dann erreicht, wenn der Grenznutzen pro
Geldeinheit in allen Verwendungsrichtungen gleich gross ist.
Das Gesetz vom Ausgleich der Grenznutzen
GN1 P1 GN = Grenznutzen
----- = ----
GN2 P2 P = Preis
Beispiel:
Gut 1 = Käse Preis 1 = 3.--
Gut 2 = Brot; Preis 2 = 1.—
Völlig willkürlich gehen wir nun davon aus,
dass GN1/GN2 = 2 ist.
Die Haushalte müssen also ihre Einkommen zwischen
Käse und Brot aufteilen.
In diesem Falle hier ist Käse 3 x so teuer wie
Brot, bringt aber nur den 2-fachen Nutzen, der Haushalt kauft also eine Einheit
Käse weniger.
Da der Haushalt nun weniger Käse konsumiert, steigt
GN für Käse, der GN des Brotes sinkt dagegen.
Steigt der Preis für Käse, wird Brot relativ
billiger.
Also: Das Verhältnis des Grenznutzens zum
Preis muss bei jedem Gut optimal sein. Wenn ein Gut 3-fachen Nutzen bringt, darf
es auch höchstens das 3-fache kosten.
4.3 Ableitung der Nachfragekurve
Die Gestalt der Nachfragekurve ergibt sich aus den
beiden Gossen’schen Gesetzen:
1. Gesetz führt zur negativen
Neigung
2. Gesetz führt zu den konkreten Punkten auf der
Kurve
Jeder Punkt auf der Kurve stellt ein Nutzenmaximum
dar.
Die Nachfragekurve drückt aus, wie sich die
Nachfrager verhalten, wenn sich ein Preis ändert.
5. Die Angebotskurve
Wenn wir vom gewinnmaximierenden Verhalten sprechen, so
reden wir eigentlich von der Differenz zwischen Erlös und
Kosten.
5.1 Die Kostenfunktion
5.1.1 Gesamtkosten
Am unteren und oberen Ende der Kurve sind die
Gesamtkosten nicht optimiert, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte der
Kurve.
5.1.2 Grenzkosten
Es handelt sich hier um die Kosten, die bei der
Produktion einer weiteren Einheit entstehen.
Bis zum Wendepunkt nehmen die Grenzkosten zu, nach dem
Wendepunkt nehmen sie ab. Am Wendepunkt ist die Kurve am
flachsten.
5.1.3 Durchschnittskosten
Die Durchschnittskosten ergeben sich
aus:
Kosten / Anzahl produzierte Einheiten.
Die Durchschnittskosten sind im Minimum, wo die
Verbindung Nullpunkt – Kurventangente liegt. Anschliessend nehmen die
Durchschnittskosten wieder zu.
In diesem Minimum schneiden sich auch die
Durchschnittskostenkurve und die Grenzkostenkurve.
5.2 Das Gewinnmaximum
Gewinn = Erlös –
Kosten
Erlös ist eine Gerade, da er vom Markt
gegeben ist.
Das Gewinnmaximum ist dort, wo Gesamtkosten minimal sind
(Origo – Kurventangente - Verbindung).
Wenn die Tangente parallel zur E – Kurve
ist, so haben wir die Gewinnmaximierungsbedingung.
⇒
P = GK ⇒
Gewinnmaximierung
Merke: Die Angebotskurve ergibt sich aus der
Grenzkostenkurve, welche aussagt, wieviel ich bei Preis X anbiete, wenn ich mich
gewinnmaximierend verhalte!
6. Die Preisbildung
6.1 Der Gleichgewichtspreis
Merke: Jeder Punkt auf der Angebotskurve ist ein
Gewinnmaximum Jeder Punkt auf der Nachfragekurve
ist ein Nutzenmaximum.
Der Schnittpunkt auf der Grafik entspricht dem
Gleichgewichtspreis. Hier entspricht das Angebot der nachgefragten Menge.
Der Markt ist also im Gleichgewicht. Der Preis wird sich auf einem freien Markt
automatisch auf den Gleichgewichtspreis hinbegeben, dies nennt man den
Marktmechanismus.
6.2 Der Marktmechanismus
Der Markt als Allokationsinstrument ist effizient. Jetzt
lässt sich dies verdeutlichen. Wenn in jedem Markt das Gewinnmaximum dem
Nutzenmaximum entspricht, so ist die Allokation geglückt. Der Markt ist
also die optimale Lösung des Allokationsproblems. Im Gleichgewicht wird
nicht nur der Markt geräumt, hier sind auch Anbieter und Nachfrager
vollends befriedigt.
Wir müssen uns klar sein, wie sich die Kurven bei
Veränderungen bewegen werden:
N ist abhängig von EINKOMMEN, PREIS und
ERWARTUNGEN.
Wenn sich der Preis ändert, wandern
wir auf der Kurve.
Wenn sich N aus anderen Gründen
ändert, verschiebt sich die Kurve.
7. Eingriffe in den Marktmechanisums
7.1 Mindestpreise
Dieser Eingriff macht nur Sinn, wenn der Mindestpreis
über dem Gleicggewichtspreis zu liegen kommt.
Beispiele: Milchpreis oder
Mindestlöhne.
Bei der Festlegung eines Mindestpreises kommt es
unweigerlich zu einem Überschussangebot. Der Staat wird dieses
übernehmen und verwerten. Nun will die Schweiz diesen Überschuss
exportieren, aber: das Ausland hat dieselben Probleme und muss zu Spottpreisen
exportieren. Den Bund kostet dies über 1 Mrd.. Der Bürger bezahlt
zweimal zuviel: Als Konsument und als Steuerzahler.
Logisch ist, dass die Bauern versuchen, möglichst
viel zu produzieren, da sie eh einen Abnehmer finden. Womit klar wird, dass die
Bauern noch belohnt werden, wenn sie zuviel produzieren. Arbeit und
überdüngter Boden werden völlig falsch alloziert. Die Bauern
erhalten völlig falsche Anreize.
Den Entscheid zu fällen, haben aber nicht die
Ökonomen, sondern die Gesellschaft. Sie muss sagen, ob sie sich den Erhalt
der Landwirtschaft soviel kosten lassen will. Die Ökonomen können nur
Vorschläge machen. Ein solcher wäre, dass man Direktzahlungen vergibt,
zzgl. Zum Milch- und Fleischerlös der Bauern.
Ein anderes Beispiel wäre die Einführung eines
Mindestlohnes. Diese führen zu Arbeitslosigkeit. Wie z.B. in Frankreich
(Mindestlöhne für Jugendliche) oder in den USA unter Präsident
Carter.
Mindestlöhne führen dazu, dass ein Teil der
Arbeitnehmer zwar profitiert, ein anderer Teil allerdings verliert den Job. Auch
hier könnte man durch Direktzahlungen (Sozialausgleichszahlungen) eine
marktkonforme Lösung herbeiführen.
7.2 Höchstpreise
Es kommt zu einem Nachfrageüberschuss und somit zu
einem Schwarzmarkt.
Der Schwarzmarkt allerdings orientiert sich an den
Gesetzen des freien Marktes. Der Schwarzmarktpreis liegt stets über
demjenigen des staatlich festgelegten Preises (Risikoprämie für die
Schwarzhändler).
Als Beispiel kann man die Maximalmieten für
Altbauwohnungen nehmen. Der Vermieter kann den Mietpreis nur dann erhöhen,
wenn er höhere Kosten nachweisen kann. Dies führt dazu, dass es zu
einem “Angebot unter der Hand” kommen wird und somit auch zu einer
Art Korruption. Ziel dieser Gesetzesregelung war es, Leuten mit tieferen
Einkommen, günstigen Wohnraum zu ermöglichen, da die Wohnungen aber
unter der Hand weggehen, erscheinen diese billigen Wohnungen gar nicht auf dem
Markt. Die Familien haben also gar nichts von dieser Gesetzesregelung. Die
übrigen Mieten steigen weiterhin.
⇒
Fehlallokation.
Wenn man das Ganze dem freien Markt überlassen
hätte, wären die Mieten zwar höher, wären aber auf dem
freien Markt noch erhältlich.
Ein weiteres Beispiel ist die politische Aussage:
“Die Hypothekarzinsen sind zu hoch”. Die Hypothekarzinsen sind dem
Preisüberwachungsgesetz unterstellt (PüG). Wenn der Hypothekarzins
sich nur bis zu einem festgelegten Höchstniveau bewegen könnte,
gäben die Banken, bei teuren Refinanzierungssätzen gar kein Geld mehr
raus, da sie ja ihre Kosten kaum noch decken kann. Es kommt zu einer Verknappung
des Wohnraums und somit zu einer weiteren Verteuerung desselben. Das Gegenteil
würde erreicht.
Sinn machen Höchstpreise zum Beispiel in
Entwicklungsländern, wenn Grundnahrungsmittel vom Staat einen
Höchstpreis erhalten. Hier erreichen Höchstpreise einen echten
sozialen Zweck.
Wenn man wirklich marktkonform sozial vorgehen will,
sollte man dies mit marktkonformen Methoden angehen, z.B. durch Anpassung der
Steuergesetzgebung.
8. Verschiebungen von Angebots- und Nachfragekurve
8.1 Einkommensänderungen
Einkommen steigen
⇒ Nachfragekurve
verschiebt sich nach rechts.
Die Anbieter werden sich den neuen Umständen
anpassen ⇒ Preis
steigt.
8.2 Bedürfniswandel
Als Beispiele können Rollerblades oder Snowboards
genommen werden. Die Nachfrage steigt an und somit auch die
Preise.
Die Nachfragekurve verschiebt sich nach
rechts.
(Es werden aber weniger Skis nachgefragt, also
verschiebt sich die Skinachfrage nach links – nimmt also
ab.
8.3 Substitutionsgüter
Es handelt sich um Güter, die dasselbe
Bedürfnis stille: Teigwaren/Reis; Margarine/Butter;
Kaffe/Tee.
Was geschieht nun auf dem Margarinemarkt, wenn der
Butterpreis reduziert wird?
⇒
Die Nachfrage nach Margarine wird zurückgehen, da Butter erschwinglicher
geworden ist.
Wenn sich ein Preis eines Gutes verändert,
ändert sich der Preis des Substitutionsgutes in dieselbe
Richtung.
8.4 Komplementärgüter
Es handelt sich hier um Güter, die sich
ergänzen: Computer/Software; Auto/Benzin;
Schuhe/Schuhcrème.
Was geschieht auf dem Automarkt, wenn der Benzinpreis
auf 5.—ansteigt?
Die Nachfragekurve nach Autos wird
zurückgehen.
⇒
Wenn sich der Preis eines Komplementärgutes verändert, verändert
sich der Preis des Komplementärgutes in die entgegengesetzte
Richtung.
8.5 Preiserwartungen
Die Öffentlichkeit rechnet damit, dass der
Benzinpreis steigen wird. Was geschieht auf dem Benzinmarkt?
Der Preis wird steigen, da es vorübergehend zu
“Hamsterkäufen” kommen wird. Die Prohezeiung wird sich also
bewahrheiten. (self-fullfillig prophicees). Ein Beispiel ist die momentane
Börsensituation.
8.6 Ernteschwankungen
Vorausgeschickt werden muss, dass sich das Angebot nicht
verändern kann, da eine Ernte stets eine feste Menge Tomaten hervorbringen
wird. Die Angebotsmenge ist also unveränderlich. Die gesamt Angebotskurve
wird sich also verschieben.
8.7 Rohstoffe
Früher gab es ein Erdöl-Lieferanten-Kartell.
Diesen Fall behandeln wir hier nicht.
Wenn es zu einer Verknappung von Erdöl kommt, wird
der Preis steigen und die Menge nimmt ab.
Rohstoffe, die auf Erdöl basieren (Plastik) wird
somit auch knapper und die Anbieter können und wollen weniger anbieten
(Grenzkosten steigen, da Rohmaterial teurer wird).
Wenn sich der Erdölpreis verändert, hat dies
Auswirkungen auf praktisch jedes Gut. Wenn der Erdöl steigt, kommt es zu
einer Inflation, da das ganze Preisniveau steigt. Die Gesamte Volkswirtschaft
wird schrumpfen.
8.8 Technischer Fortschritt
Was geschieht bei Produktivitätssteigerungen, also
technischem Fortschritt?
Die Angebotskurve wird sich nach rechts verschieben, die
Grenzkosten sinken durch den Produktivitätsfortschritt. Die Unternehmung
wird sicherlich mehr auf den Markt werfen, die Preise sinken. Beispiele: PC,
Taschenrechner
8.9 Lohnkosten
Wir betrachten das Ganze aus der Sicht des Anbieters,
der höhere Lohnkosten hat und somit auch mit grösseren Grenzkosten
leben muss. Die Angebotskurve wird sich nach links verschieben: Der Preis
steigt.
Es kann aber der Fall eintreten, dass die
Lohn-Mehrkosten durch gewisse Produktivitätssteigerungen aufgefangen
werden, so werden die Einkommen steigen und die Nachfrage sich nach rechts
verschieben.
Wenn die Leute mehr verdienen und die Preise steigen,
wird sich dieser Preisanstiegseffekt kumulieren und wird in einer
inflationären Spirale münden.
8.10 Indirekte Steuern
Wenn indirekte Steuern erhöht bzw. neulanciert
werden, verschiebt sich die Angebotskurve nach rechts.
Was geschieht genau?
Die Angebotskurve wird sich nach rechts verlagern, da
die Grenzkosten steigen. Der Produzent wird allerdings nicht die gesamte
Preiserhöhung an den Kunden weiterbelasten, sondern wird einen Teil selber
berappen, um die Nachfrage nicht allzu stark zu belasten. Wenn er voll
überwälzen würd, befände sich der Produzent in keinem
Gewinnmaximum, was sicherlich nicht seine Absicht sein kann. Je nach Gestalt der
Nachfragekurve wird der Produzent mehr oder weniger überwälzen. Je
steiler dest überwälz.
9. Elastizität
Es ist lediglich ein mathematisches Konzept, ist aber
wertvoll für die Dskussion volkswirtschaftlicher Probleme.
Die Elastizität sagt aus, wie stark die eine
Variable auf eine andere Variable reagiert. Wenn sie stark reagiert spricht man
von elastischem Verhalten (flache Kurven).
Wenn sie schwach reagiert spricht man von unelastischem
Verhalten (steile Kurven)
9.1 Nachfrageelastizität
Wie stark/schwach reagiert sie Nachfrage auf
Preisänderungen?
N ist elastisch
⇒ e grösser
1
N ist
unelastisch ⇒ e
kleiner 1 (Suchtgüter, Benzin, Strom nicht
substituierbar, indirekte Steuern erheben!!!)
- E = 1 deutet auf
proportionales Verhalten hin.
E ist immer negativ, da N-Kurve negativ geneigt ist.
Beim Resultat der Formel ist nur der Betrag zu
berücksichtigen.
9.3 Angebotselastizität
Spielt eine geringere Rolle.
Die Steilheit hängt von den Grenzkosten ab
⇒ Elastizität
ist also eine reine Kostenfrage.
E ist positiv, da A-Kurve positiv ist.
9.4 Kreuzpreiselastizität
Das ist eigentlich überhaupt nicht
relevant.
Es bezieht sich auf Substitutions- und
Komplementärgüter. Man fragt sich hier, wie stark die Nachfrage eines
Gutes auf die Nachfrage des anderen Gutes reagiert. Für die VWL sind diese
Fragen irrelevant.
9.5 Einkommenselastizität
Bezieht sich auf 8.1. Wenn das Einkommen um 10 % steigt,
um wieviel steigt dann die Nachfrage für Gut X, oder die gesamte Nachfrage
eines Haushaltes?
10. Monopol
10.1 Hintergründe
Man unterscheidet Angebots- und Nachfragemonopole.
Normalerweise redet man nur von den Angebotsmonopolen, also von einem Anbieter,
der zahlreichen Nachfragern gegenübersteht.
- Staatsmonopole (SBB, Post,
Strom, Wasser, Autobahn)
- Natürliche
Monopole (Thearmalquellen einer Region, Matterhorn, Gold)
- Herstellmonopole (Patentierte
Güter)
- Verdrängungswettbewerb
kann zu Monopolen führen
- Hohe Entwicklungskosten
können zu Monopolen führen (Raumfahrt, Kraftwerke)
- Kartelle verhalten sich so,
als ob sie ein Anbieter wären.
10.2 Preisbildung im Monopol
Da es keine Konkurrenz gibt, kann nicht der
Marktmechanismus den Preis bestimmen. Es gibt auch keine Angebotskurve, da die
Menge ja durch den Monopolisten festgelegt wird.
Zur Preisbestimmung muss der Monopolist die Nachfrage im
Auge behalten, da er so in Erfahrung bringen kann, wie er zum Gewinnmaximum
kommen kann; es muss also festgestellt werden, bei welcher Preis/Mengen –
Kombination ein Gewinnmaximum erzielt werden kann. Es kommt prinzipiell jeder
Punkt auf der Nachfragekurve in Frage.
Gewinnmaximum = Grenzerlös =
Grenzkosten
Wir sehen, dass der Monopolpreis höher liegt als
der Marktpreis.
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