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Solschenizyn, Alexander: Ein Tag des Iwan Denissow
Klaus
Schurg
Note:____
Klasse 10b
Hausaufgabe aus dem Deutschen
am 5.2.96
zu Alexander Solschenizyn : Ein Tag
des Iwan Denissowitsch
2. Iwan Denissowitsch Schuchow - ein gefangener
Arbeiter oder ein schuftender Häftling?
Welche Bedeutung hat die handwerkliche Leistung
für sein Leben?
Gliederung:
1. Arbeit - Ein Begriff im Wandel
2. Die Bedeutung einer Beschäftigung in einem
sowjetischen Strafgefangenenlager
2.1. Nachdenken
2.2. Aufgabe
2.3. Erfolgserlebnis
2.4. Anerkennung
2.5. Arbeit als Medizin
3. Arbeit - ein Segen im Lager
Ausführung:
In der heutigen Zeit sehen die meisten Menschen Arbeit
als notwendiges Übel an. In einem sowjetischen Strafgefangenenlager aber
war Arbeit zu haben ein Segen, denn mit einer Beschäftigung konnte man die
täglichen Schikanen besser ertragen.
Allerdings kann man Arbeit in einem Arbeitslager nicht
mit heutiger Arbeit im Büro vergleichen. Beschäftigung in einem Lager
bedeutete schlechte Verpflegung und Knochenarbeit bis an die Grenze der
menschlichen Belastungsfähigkeit. Fast immer wurden die Häftlinge zu
Bautätigkeiten herangezogen, meist ohne große Sicherheitsvorkehrungen
auf der Baustelle zu treffen ( vgl. S. 44 Z. 11 - 14 ).
Schuchow hat, wenn er arbeitet keine Zeit zum
Nachdenken. Dies zeigt sich darin, daß die Zeit beim Arbeiten sehr schnell
vergeht. Der Mittag war schneller da als Iwan Denissowitsch es erwartet hatte
(vgl. S 48 Z.17-23). Dieser Aspekt wird auch dadurch verstärkt, daß
die Errichtung der Mauer als Akkordarbeit ohne nennenswerte Pause geschildert
wird.
Wichtig ist auch, daß man als Häftling
dadurch eine Aufgabe hat. Wie man an Iwan Denissowitsch sehr gut sehen kann
nimmt er sich vor, seine Mauer so gut wie möglich zu errichten. “Er
sah unter dem Eis schon die fertige Wand vor sich,.. Jetzt war sie Schuchow
schon so vertraut als hätte er sie selbst gemauert.” ( S. 69 Z.6 -
11), Schuchow versucht seine Arbeit so gut wie möglich zu machen. “
Aber Schuchow macht keinen Schnitzer” ( S.70 Z. 27). Der Häftling
hat, indem er die Mauer fertigstellen muß (will), eine Aufgabe die er zu
erledigen hat, eine Sache für die es sich lohnt auch den folgenden Tag zu
überleben.
Zusätzlich zu seiner Aufgabe hat der Häftling
mit seiner Arbeit auch Erfolgserlebnisse. Er sieht, daß auch er noch etwas
leisten kann, daß er etwas besser machen kann als andere. “ Einmal
führte er Schuchow vor wie man Ziegelsteine mauert, da lachte Schuchow sich
halbtot. Wer einmal mit eigenen Händen ein Haus gebaut hat, der ist ein
Ingenieur!” ( S. 73 Z. 20 - 22 ). An der Mauer an der Iwan arbeitet, hat
schon jemand vor ihm angefangen sie hochzuziehen, allerdings ist Schuchow der
Meinung diese Aufgabe besser bewältigen zu können, als sein
Vorgänger. “Vorher hatte hier ein Maurer gearbeitet, der entweder
nichts vom Handwerk verstand oder gepfuscht hatte” ( S. 69 Z. 8f ). Des
weiteren weiß Schuchow ,daß sie viel arbeiten, was unter den
gegebenen Umständen nicht einfach ist. Er kann mit sich zufrieden sein.
“Aber sie haben heute viel geschafft - mehr kann man nicht
verlangen” ( S. 76 Z. 41f ). Er verliert sein Selbstbewußtsein nicht
ganz. Der Häftling hat etwas, woran er sich klammern kann, etwas, das ihm
Kraft gibt.
Was ihm und seinem Selbstbewußtsein sicherlich
auch sehr gut tut ist, daß er sich wenn er arbeitet ein wenig auf die
Stufe des Brigadiers stellt. Der Brigadier ruft ab und zu nach Mörtel und
Schuchow ebenso. Wenn Schuchow die Anderen zur Arbeit antreibt, wird er für
die anderen auch so etwas wie ein Brigadier (vgl. S. 72 Z. 3 - 6). “
Schuchow redet ihn sonst immer mit Andrej Prokofjewitsch an, aber durch die
Arbeit steht er jetzt mit dem Brigadier auf einer Stufe” (S. 79 Z. 36-38
). Schuchow kann sich durch seine zeitweilige Position sogar erlauben ein wenig
frech zu sein, aber wichtiger ist, daß Iwan seinen Humor noch nicht
verloren hat (vgl. S. 79 Z. 39 - 42 ) , was darauf hindeutet, daß er noch
"Spaß am Leben" hat.
Ein angenehmer Nebeneffekt der Arbeit besteht sowohl
darin, daß die Kälte nicht mehr spürbar wird (vgl. 71 Z.33 ) und
auch, daß das Unwohlsein, das Zeichen einer sich ankündigender
Krankheit ist, daß es ihn “fröstelte” oder “alle
Glieder” ( S. 5 Z. 38) schmerzen, wieder verschwand “Und war nicht
krank geworden, hatte sich wieder aufgerappelt.” (S. 127 Z. 20f ). Der
Grund für die Genesung liegt wohl daran, daß durch die große
Anstrengung während der Arbeit die körpereigenen Abwehrkräfte
stärker arbeiten und der Mensch weniger anfällig für Krankheiten
ist.
Die handwerkliche Leistung hat die Bedeutung für
sein Leben im Lager, daß sie ihm die Möglichkeit gibt, einen kleinen
Bereich zu haben, in dem er sich auskennt, in den ihm niemand reinreden kann.
Sie hilft ihm die schwere Zeit zu überstehen. Durch seine frühere
Tätigkeit als Bauer konnte er sich früh an harte körperliche
Arbeit gewöhnen. Die Arbeit ist nicht nur eine psychische, sondern auch
eine physische Überlebenshilfe. Wenn Schuchow im Lager keine Arbeit
hätte, wären seine Überlebenschancen noch geringer, als sie
ohnehin schon sind.
Indem Schuchow, auch unter unmenschlichen Bedingungen
des Zwangs, sich die Arbeit selbst zu seiner Aufgabe macht, die Wand, die er
mauert, als sein Werk betrachtet, schafft er sich selbst einen kleinen Raum der
Freiheit. Während des mauerns entgeht Schuchow der ständigen Kontrolle
der Aufseher, er kann weitgehend selbstständig seine Aufgabe erledige n.
Iwan Denissowitsch Schuchow ist ein gefangener Arbeiter der versucht das Beste
aus seiner Situation zu machen.
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