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Hauptmann, Gerhard: Die Ratten
Gerhard
Hauptmann
DIE
RATTEN
ein Referat von Jörg
Schmallenbach
022946081-0001@t-online.de
(Jörg Schmallenbach)
Inhalt des Referates :
Seite 2-3 : Thesenpapiere zum
Austeilen
- Biographie des Autors
- Inhaltsangabe
- Thematische Aspekte (siehe Seite 5- 7)
- Zitate
Seite 4 : Skizzen zum besseren
Verständnis
- Das Verhältnis zwischen den Personen
- Die Struktur des
Dramas
Seite 5-7 : Thematische Aspekte
(Stichwörter)
- Die Personen (Charakterisierung)
- Gerechtigkeit / Der Streit um das
Kind
- Das Drama
- Naturrealismus (in Bezug auf dieses
Drama)
Gerhard
Hauptmann
DIE
RATTEN
- Biographie des
Autors
Gerhard Hauptmann (1862-1946) war ein deutscher
Dramatiker, Erzähler und Dichter. Er galt als Hauptvertreter des
Naturalismus in der deutschen Literatur. Er erhielt 1912 den Nobelpreis für
Literatur.
Hauptmann wurde in Obersalzbrunn (heute Szczawno Zdroj,
Polen) geboren. Nach einem kurzen Bildhauerstudium in Breslau (heute Wroclaw,
Polen) und Jena wandte er sich dem Schreiben zu. Er wurde entscheidend von den
realistischen Werken des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen beeinflußt.
Nach Erfolgen in unterschiedlichen literarischen Genres, so wie auch mit der
naturalistisch-psychologischen Novelle Bahnwärter Thiel (1888),
erlangte er vor allem als Dramatiker Berühmtheit. Sein erstes Stück
Vor Sonnenaufgang (1889) gilt als grundlegendes Werk des Naturalismus.
Gezeigt wird der moralische Verfall mehrerer Bauernfamilien, die plötzlich
zu Wohlstand gelangt sind, als auf ihrem Land Kohlevorkommen entdeckt wurden. In
Die Weber (1892), seinem bedeutendsten Drama, thematisiert er das
Schicksal einer Gruppe schlesischer Weber zu Zeiten der Weberaufstände,
wobei er eine ganze soziale Schicht zu Protagonisten des Stückes macht, um
so die sozialen und politischen Dimensionen des Konflikts zu
verdeutlichen.
II. Inhaltsangabe
Der Schauplatz des Dramas ist eine verkommene
Mietskaserne und dessen Dachboden, auf dem der Theaterdirektor Hasenreuther
seinen gesamten Kostümfundus untergebracht hat. In der ehemaligen
Kavalleriekaserne wohnen auch die anderen Personen des Stücks : Das
schwangere Dienstmädchen Pauline Piperkarcka, Henriette John, die
Reinemachefrau Hassen- reuthers und ihr Mann Paul, der am Anfang des Dramas in
dem entfernten Altona arbeitet.
Da Piperkarcka von ihrem Liebhaber ausgenutzt und
verlassen wurde und ein Kind erwartet, will sie Selbstmord begehen. Da aber Frau
Johns Kind früh gestorben ist, und sie und ihr Mann sich sehnlichst ein
Kind wünschen, kauft sie das Kind von ihrem Ersparnissen (123 DM) Pauline
ab und trägt dieses auf dem Standesamt als ihr eigenes ein. Nach einiger
Zeit will aber Pauline ihr Kind wiederhaben, um ihren treulosen Bräutigam
dazu zu bringen, dass er sie heiratet. Sie meldet das Kind ebenfalls beim
Standesamt an und bezeichnet Frau John dabei als Pflegemutter. Diese wird von
Panik ergriffen, als sich ein Vertreter der Führsorge um das Kind
kümmern möchte. Schließlich verläßt sie mit dem
Säugling, den sie inzwischen als ihr eigenes ansieht, das Haus. Es kommt zu
einer Verwechslung, als Pauline ihr Kind abholen möchte, da sich das Kind
der Nachbarin Knobbe in Johns Wohnung befindet. Schließlich entbrennt ein
Streit zwischen Frau Knobbe und Pauline, die glaubt, es handle sich um ihr Kind.
Während sich die beiden Frauen streiten, stirbt das Kind.
Unterdessen hat Henriette John ihren düster
gesinnten Bruder Bruno losgeschickt, um Piperkarcka einzuschüchtern. Dieser
erschlägt aber aus Versehen Piperkarcka und flüchtet nach einem kurzem
Wiedersehen mit seiner Schwester. Als Paul John freudestrahlend heimkehrt, kommt
es zunächst zu Mißverständnissen : Er glaubt, dass es sich bei
dem toten Kind von Frau Knobbe um das von Pauline handelt, und dass Bruno und
Pauline ein Verhältnis hatten, da er die beiden zuvor zusammen in der Stadt
gesehen hatte. Schließlich erfährt er aber die gesamte Wahrheit. Das
Kind soll nun in einem Heim aufwachsen, worauf sich Frau John aus dem Fenster
stürtzt.
Parallel zu dieser Handlung wird die Geschichte von
Hassenreuther erzählt, der es schafft, vom Verwalter des Kostümfundus
zum Theatordirektor aufzusteigen. Seine Tochter Walburga hat ein Verhältnis
mit dem ehemaligen Theologiestudenten und jetzigen Schüler Hassenreuthers
Spitta. Obwohl sich beide Väter zunächst gegen eine Beziehung
aussprechen, wird das Verhältnis am Ende des Dramas von Hassenreuther
gebilligt.
III. Thematische
Aspekte
- Die Personen
- Die Beziehungen der Personen
untereinander
- Frau John : Die
unerfüllte Mutterschaft
- Die
Gerechtigkeit
Der Autor vertritt eine
sehr negative Vorstellung von Gerechtigkeit. Alle Unschuldigen, die sich noch
niemals wehren können, ereilt ein schlechtes Schicksal. Außerdem
verkörpert Paul John eine falsch angewandte Form von Gerechtigkeit. Das
bedeutet, entweder fehlt die Gerechtigkeit gänzlich, oder sie wird falsch
angewandt.
- Das Drama
- Die Struktur des
Dramas
- Der
Naturalismus
Der Naturalismus als
Zeitstil hatte nur kurze Zeit bestand, in Deutschland etwa von 1880 bis zur
Mitte der 90er. Herausragendes Merkmal dieses Stiles war es, die Wirklichkeit so
darzustellen, wie sie auch war, unter Berücksichtung der neusten
naturwissenschaftlichen Erkenntnisse.
- Zitate
- Selma, das Nachbarskind, ist bei Frau John, da sie
wegen ihres jüngeren Bruders nachts nicht schlafen kann, und ihre Mutter
schon seit zwei Tagen das Haus verlassen hat. Frau John schickt sie aber heraus.
Diese Aktion rechtfertigt sie vor ihrem Mann
:
´Det vastehste nich. Det
sich Albertchen womeechlich mit schlimme Oojen un Krämpfe von een andret
anstecken dut.´
- Am Ende des Dramas kommt es zu einer Debatte, an der
auch Frau John beteiligt ist und wo John die gesamte Wahrheit erfährt.
Darauf sagt er :
´Ick bin nu
een Mann, wo mit een Frau verkuppelt is, wo een Bruder hat, wo hinterher sind,
mit rejierungsräte und mordkommission, weil er draußen, nich weit von
de Spree, unter een Fliederstrauch eene hat
umjebracht.´
3) ´Horchen Se, wie det knackt, wie Putz
hinter de Tapete runterjeschoddert kommt ! Allens is hier morsch ! Allens faulet
Holz ! Allens unterminiert, von Unjeziefer, von Ratten und Mäuse zerfressen
! (...) Allens schwankt ! Allens kann jeden Oochenblick bis in Keller
durchbrechen.´
Die Personen
verheiratet
Bekanntschaft
Reinemachefrau
Hass
Tochter
Verachtung
Geschwister
Schüler
Vater
Liebe
Die Struktur des
Dramas
Aufstieg Hassenreuters
Hassenreuther-Handlung
Kommentarebene
wechselseitige Durchdringung
III
II
IV
John-Handlung
I
V
Handlungsebene
Abstieg : Tod
Frau Johns
Thematische Aspekte
Die Personen
Frau John :
- handelt stark und elementar
: weis, was sie will
- arbeitet hart, um sozial
Aufzusteigen
- schlau und rechnerisch, da
sie Geld gegen hohe Zinsen verleiht
- ihr Handeln wird
geprägt durch Mutterinstinkt
- durch Tod erstes Kind wird
monomanisch : ist nur auf ein Ziel ausgerichtet: Kind ; dafür
fragwürdige Mittel (Geld) und setzt skrupellos
(Einschüchterung)
- Grund : emotional sieht sie
nur Sinnerfüllung ihres Daseins mit Kind; gehört zur Abrundung
(klein)bürgerlichen Familie einfach dazu
- aber auch durch
Einsamkeit
- hat auch Angst, Mann zu
verlieren (vollkommen allein)
- Kampf um Kind könnte
nicht verbissener und kompromißloser, als leibliches Kind
- schließlich steigert
sie sich in Rolle, dass in ihrer Vorstellung : angenommenes Kind = verstorbenes;
> nannte Kind wie erstes (Adelbertchen) / meint Haare seinen
gleich
- hat aber Spiel nicht mehr in
der Hand und wird selbst zum Gejagten
- sogar Mann richtet sich
gegen sie
Hassenreuther : - großbürglichen
Bildungshintergrund, dessen er sich bewußt ist und
einsetzt
- oft prahsenhafte
Sprache
- Kaiser- und Reichstreu
(Wilhelm II) , bezeichnet Reichsfeinde als Ratten
- betreibt Kunst =
Geschäft
Spitta : - junger Mann, idealistisch und
kämpferisch mit neuen Ansichten über Kunst u. Leben
- => Naturalismus
- stößt sich an
Verlogenheit des Christentums
- aber kein leuchtendes
Gegenbild : da wirkt unreif und überspannt
Bruno : - verwahrloster Großstadtjugendlicher
ophne Beruf
- unheimliche Gestallt und
Auftreten : tierhaft,schleichend und lauerns
- => RATTE !
- von Schwester
abbhängig
Paul John : - tüchtiger,strebsamer
Handwerker
- auf Weg zur
Bürgerlichkeit
- Ordentlcih u.
Rechtschaffend, daher Bruno : Feind
- flüchtet zu entfernten
Arbeitsplatz, da ihm Millieu nicht gefällt
Pastor Spitta : -traditionelle Frömmigkeit,
unflexibel
Gerechtigkeit / Der Streit um das Kind
- verbunden mit Streit : Frage
nach Gerechtigkeit; welche Mutter wäre besser geeignet : leibliche oder die
gefühlsmäßig nahestehende
- Motiv schon im A. Testament
: gleiche Situation; nachdem König Salomon gedroht hat, Kind mit Schwert 2
Teile, identifiziert er richtige Mutter, weil diese Kind lieber andere als das
es stirbt
- Hauptmann kehrt Motiv um;
läßt Kind - wenn auch Kind von Nachbarin Knobbe - an
Unterernährung sterben; trifft damit Person, die am wenigsten dafür
kann
- bei dem Streit um das
uneheliche Kind von Pauline hat am Ende das Kind auch die schwerste Last: es hat
jetzt keine Mutter mehr und muß alleine im Waisenhaus
aufwachsen
- Henriette John : gibt keine
Gerechtigkeit : “Jerechtigkeit is noch nich ma oben in Himmel”;
- Verlauf gibt recht : keine
Gerechtigkeit für sie noch Kinder
- Gerechtigkeit für Paul
John = strafende Gerechtigkeit; sieht Bruno als Ungeheuer an, das am besten
angebunden werden muß; Auch seiner Frau gegenüber handelt er n.
seiner Überzeugung gerecht; tut ihr willentlich kein Unrecht, versteht sie
nicht; erkennt zu spät was erreicht
- pessimistisch Ansicht des
Autors : Gerechtigkeit gibt es nicht oder nur
falsche
Das Drama
Die Handlungen
- zwei Handlungsstränge,
die Parallel geführt werden; nur stellenweise berühren
- Hauptstrang : John -
Tragödie, also das scheiternde Bemühen um ein Kind und die Entfremdung
der Eheleute
- daneben :
Hassenreuther-Handlung
- besteht aus relative lose
zusammenhängenden Komplex von einzelnen Motiven
- Geliebte H.,
Auseinandersetzung mit Tochter u. Spitta der Schauspielunterricht
- John- Handlung : strenger
geführt. Ihre Einzelteile bauen aufeinander auf und sind kausal aufeinander
bezogen.
- Handlungsstrang hat
Spannungsmomente und entspricht erstaunlicherweise eher traditionellen
Tragödienaufbau als eine natur- realistische Zustandsbeschreibung: (5
Akte)
- 1. Akt: Exposition (Frau
Johns Unterredung mit Pauline)
- 2. Akt: Steigerung und
eregendes Moment (pauline will ihr Kind wieder )
- 3. Akt: Höhepunkt
(Streit der Mütter)
- 4. Akt: Fallende Handlung
(Frau Johns Rückkehr,Brunos Mordgeständniss)
- 5. Akt: Katastrophe (John
enthüllt Wahrheit, Selbstmord Mutter Johns)
- analytisch angelegt :
Enthüllungshandlung, bei der schließlich die Unterschiebung des
fremden Kindes zu Tage kommt
- nur Leser von vornherein
informiert; kann schlußfolgern, was zwischen 1. Und 2. Akt passiert ist :
Entbindung von Paulines Kind
- Handlungen berühren
sich an einigen Punkten, ohne sich gegenseitig zu beieinflussen
- Verhältnis :
Hassenreuther-Handlung : Kommentar, J-H: eigentliche Handlung
- Hassenreuther eine Art Chor
des antiken Dramas
Naturalismus
- Naturalismus als Zeitstil in
Deutschland : 1880 bis Mitte 90er
- Hauptmann : einer der
letzten Nachzügler mit diesem Werk, wobei er sicherlich kein Zeugnis des
reinen Natural. Ist
- Merkmal des Realismus :
Wirklichkeit so darzustellen, wie sie sich ereignet hat
- Stil eine Art
Verschärfung u. Fortsetzung des Realismus, jedoch ohne dessen Tendenz zur
Verklärung und zur Deutung der Wirklichkeit durch Dichter
- also objektive naturgetreue
und wissenschaftliche Abbildung
- Art Revolution, da er sich
gegen die Subjektivität und Individualität des Dichters
stellte
- Thematische Orientierung :
Gegenwart
- Die Autoren beobachten
vorallem soziale Zustände, die die Auswirkungen der industriellen
Revolution zeigten
- so richtete Blick :
Großstadt, Außenseiter, Landbevölkerung,
Fabrikarbeiter
- damit : Lebensumstände
der unteren Schichten im Mittelpunkt mit all Nöten u. Sorgen
- Nähe Kunst = Natur
nachzubilden
- naturalistische Drama
<> klassische Drama : Vorrang von Personen und Milieubeschreibung geg. Der
Handlung
- außerdem Sprache :
Distanzierung von der Versform, Einführung der realen Sprache : Dialekt
- die dabei vermittelte Gestik
manchmal wichtiger als Inhalt
- sehr langen Regieanweisungen
lassen sich in d. Buch darauf zurückführen
- Hauptmann will
Lebensprozeß darstellen
- Dabei überzeugt :
erechnete Handlung gibt es nicht, nur natürliche
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