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| Die Rolle der Frau
Die Rolle der Frau
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Autoren: Mariola Drzisla & Christian
Seitz
Jahrgangsstufe: 12 / Schule: BBS Darmstadt / Kurs: g
bei Herrn Sahm
Fach: Geschichte / Thema: Die Rolle der Frau
im Zeitalter der Französischen Revolution
Note: ?
P.S: Über eine kleine Rückantwort
(Kommentar, Verwendungszweck, “ich habe Dein Referat
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http://home.t-online.de/home/Seitz.Langen
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(Ein Geschichtsreferat von Mariola Drzisla
& Christian Seitz)
© 1996 / wiederhergestellt: 1998
INHALTSVERZEICHNIS
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S.2
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Die Rolle der Frau in der Familie
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S.2
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Die Rolle der Frau im Beruf
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S.3
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Die Rolle der Frau im Bildungswesen
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S.3
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Die Rolle der Frau in der Politik
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S.4
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Die Abschaffung der erworbenen Rechte
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S.4
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Quellenangaben
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Die Rolle der Frau in der Familie
Die Rolle der Frau wurde ganz traditionell gesehen. Die Lebensbestimmung
der Frau sah man im Haus und als Mutter. Sie sollte Söhne großziehen
und diese der Republik opfern. Man ging grundsätzlich davon aus, daß
die Natur die Frau für Aufgaben innerhalb der Familie geschaffen habe, und
sie sich deshalb nicht in die Politik einmischen dürfe. Die männlichen
Führungsschichten waren prinzipiell nicht bereit, den Frauen auch
außerhalb der Familie eine bedeutende Rolle zuzugestehen.
Die Familie aber spielte zu Zeiten der Revolution eine bedeutende Rolle.
Die Ehe war eine Institution, die als Pflicht des Staatsbürgers
gegenüber seinem Vaterland galt. Dabei war die Liebe als Heiratsgrund
zweitrangig, man ging eine Ehe z.B. aus wirtschaftlichen Erwägungen,
Geschäftsbeziehungen der Familien oder wegen der politischen Stellung
ein.
Die Rolle der Frau im Beruf
Kleinbauern und -pächter, Tagelöhner und Handwerker, kurz die,
die man zu den Armen zählte, waren auf die Arbeit aller Familienmitglieder
angewiesen. Wer genügend Land besaß, konnte die ganze Familie
ernähren. Da dies aber häufig nicht der Fall war, war die Frauen- und
Kinderarbeit in diesen Schichten eine unerläßliche Quelle des
Familieneinkommens, obwohl das geringe Niveau der gesellschaftlichen
Arbeitsteilung Frauenarbeit nicht begünstigte. Während ledige Frauen
häufig als Hausangestellte gegen Kost und Logis arbeiteten, verrichteten
verheiratete Frauen Heimarbeit. Tätigkeiten im Textil- und
Bekleidungsgewerbe galten als typisch weiblich, weil die Frauen für
niedrigere Löhne als die Männer arbeiteten.
In den Städten bestand ein hoher Anteil der Arbeitskräfte im
Handel und Versorgungsbereich aus Frauen. Sie waren als Marktfrauen,
Einkäuferinnen, Zwischenhändlerinnen und Verkäuferinnen
tätig und arbeiteten meist gleichwertig mit den Männern zusammen.
Ehefrauen von Handwerksmeistern verwalteten die Betriebskasse, führten die
Bücher, regelten den Ein- und Verkauf und betreuten die Gesellen. Oftmals
führten die Witwen die Geschäfte ihrer verstorbenen Männer
erfolgreich fort.
Auf dem Land mußten die Frauen neben der Arbeit im Haus und
Küche noch schwere Arbeit in Feld und Stall leisten.
Viele Frauen zogen als Händler durch die Straßen und stellten
eine von den Ladeninhabern gar nicht gern gesehene Konkurrenz dar: “Die
Straßen werden von unzähligen, ständig weiterziehenden oder
einem festen Standplatz besitzenden Händlern verstopft, die weder Steuern
bezahlen noch einen Gewerbeschein vorweisen können und ihre Ware oft direkt
vor der Ladentür der zugelassenen Einzelhändler verkaufen”. Es
gab viele Wäscherinnen, die manchmal aber nicht ihrem Beruf nachgehen
können, da es an Seife fehlte. Dagegen und auch gegen die Preise der Seife
bildete sich ein heftiger Protest.
Mit der Abschaffung der Zünfte im Jahre 1791 fielen die Schranken, die
Frauen von den handwerklichen Tätigkeit abgehalten hatten. Dennoch blieben
viele Berufe Männern vorbehalten. Tätigkeiten, die schwere
körperliche Arbeit voraussetzten, standen auch Frauen offen, wie z.B. in
der Papier- und Glasherstellung.
Während der Revolution verschlechterten sich die Lebensbedingungen
infolge enormer Preissteigerungen. Armut und Elend nahmen zu. Deshalb nahm die
Zahl der Familienmütter zu, die mit ihren Kindern betteln gingen, in vielen
Städten weitete sich die Prostitution aus. Manche Frauen versuchten auch,
Arbeit zu finden, indem sie sich als Männer verkleideten.
Von Cathérine Vignot, die den Beinamen “die
Köhlerin” trägt, ist bekannt, daß sie mit 15 zur Vollwaise
wurde und sich ihren Lebensunterhalt mit dem Abladen von Kohle verdiente, wozu
sie aus Gründen der Zweckdienlichkeit Männerkleidung anlegte. Der Fall
der “Köhlerin” unterstreicht aber auch, wie oben schon
erwähnt wurde, das Frauen als Lastenträger arbeiteten.
Mit Beginn des Krieges 1792 änderte sich die Arbeitsmarktsituation
für Frauen, denn sie mußten nun die Männer, die an der Front
kämpften, ersetzen und die Kriegsproduktion aufrechterhalten.
In den armen Schichten nahmen die Frauen innerhalb der Familie eine
soziale Vormachtstellung ein, weil sie sowohl einen Beitrag zum
Familieneinkommen beisteuerten, wie auch die Versorgung der Familie
gewährleisteten. Starb eine Familienmutter, so bedeutete das, daß die
Armutsgrenze überschritten wurde. Besonders in Hungerzeiten war die Familie
auf die Ausdauer und den Erfindungsreichtum der Frau angewiesen, denn sie
unternahm alle Schritte, um Lebensmittel zu organisieren. So waren die
Brotaufstände, auch während der Revolution, in erster Linie
Frauensache.
Die Rolle der Frau im Bildungswesen
An der Wende zur Neuzeit hatte es eine Debatte über die
Ebenbürtigkeit der Frau gegeben, die von Christine des Pizan (1365-1430)
entfacht worden war. Sie war die Tochter eines Arztes und Astrologen aus
Venedig. Als ihr Vater an den Königshof berufen wurde, erhielt Christine
dort eine wissenschaftliche Ausbildung. Sie war von der Ebenbürtigkeit der
Frau überzeugt: “Wenn es üblich wäre, die kleinen
Mädchen eine Schule besuchen und sie im Anschluß daran, genau wie
ihre Söhne, die Wissenschaften erlernen zu lassen, (würden sie) die
letzten Feinheiten aller Künste und Wissenschaften ebenso mühelos
begreifen wie jene.” Wissenschaftlich und künstlerisch gebildete
Frauen blieben die große Ausnahme.
Auch Montesquieu sah den Grund der Ungleichheit in der Erziehung:
“Die Fähigkeiten der Frau wären die gleichen, wenn ihre
Erziehung die gleiche wäre.” Forderungen nach Frauenbildung wurden
von den Frauen selbst erhoben, doch die Forderungen nach “gleicher
Erziehung” ernteten fast nur Spott. Von Lateinschulen und
Universitäten blieben die Frauen bis Ende des 18. Jahrhunderts
ausgeschlossen. Jegliche Bildung beruhte auf privater Erziehung bzw.
Selbststudium, der ersten Etappe der Revolution.
Die Rolle der Frau in der Politik
Haben Frauen also keine Rolle im öffentlichen Bereich gespielt?
Zumindest konnten sie zu keinem Zeitpunkt das Wahlrecht ausüben. Alle
politischen Gruppen der Revolutionszeit wandten sich vehement gegen politische
Aktivität von Frauen. Doch die Frauen waren mit der ihnen zugeteilten Rolle
nicht einverstanden und wurden politisch aktiv. So bildeten sich Frauenclubs, in
denen man über Tagespolitik debattierte. Allein der Entschluß, ohne
Mitwirkung von Männern eine selbständige Versammlung zu veranstalten,
ist ein erster Hinweis für eine feministische Bewegung.
Später wurde den Frauen erlaubt an politischen Versammlungen der
Männer teilzunehmen, ohne sich jedoch einzumischen. Die gebildeten Frauen,
d.h. diejenigen, die lesen und schreiben konnten, gaben eigene Zeitungen heraus
und trugen ihre Forderungen vor dem Parlament vor. Es entstanden zwei Gruppen:
Die eine Gruppe war hauptsächlich an der Verbesserung ihrer sozialen Lage
interessiert, eine Minderheit kämpfte für die Zivilrechte und
politische Gleichberechtigung der Frau.
In Zeiten der Hungersnöte waren Aufstände Frauensache gewesen,
so erhielt die Einmischung der Frauen während der Revolution eine
politisch-revolutionäre Note. Der Marsch der Pariserinnen nach Versailles
am 5. Oktober 1789 zum Beispiel erfüllte nicht nur das Ziel, von Ludwig
XVI. Brot zu fordern. Durch ihren Protest zwangen sie den König
gleichzeitig, die Menschenrechtserklärung zu unterschreiben.
Im Jahre 1789 erhob zum ersten Mal eine Frau die Stimme in den
Beschwerdeschriften.
Mit Beginn des Krieges im April 1792 forderten einige Frauen das Recht,
sich zu bewaffnen und weibliche Nationalgarden bilden zu dürfen. Doch die
Versammlung lehnte eine direkte Teilnahme der Frau am Krieg ab. Deswegen
verkleideten sie sich als Männer und kämpften in der Armee.
Die Abschaffung der erworbenen Rechte
Im Oktober des Jahres 1793 verbot man alle Frauenclubs.
Als Robespierre im Frühjahr 1794 seine Opposition vernichtete, wurde
auch die Teilnahme von Frauen an Zusammenkünften der Volksgemeinschaft
verboten. Die Frau sollte ihre Bedeutung wieder ausschließlich im
familiären Zusammenhang erlangen.
Nach 1804 erhielten die Männer wieder die Verfügungsgewalt
über ihre Frauen. Bestehen blieben die Gesetze zum Schutz der Familie und
die Erinnerung an die kollektive Erfahrung der Frauen in den großen Tagen
der Französischen Revolution...
Quellenangaben:
Klett: Geschichte und Geschehen, I Oberstufe Ausgabe A
Ploetz: Alltagsleben während der Französischen Revolution
(Jean-Paul Bertaud)
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