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Der Roman (17. - 20. Jahrhundert)
Der Roman
(17. - 20. Jahrhundert )
Referat von Florian Hirsch ( 12 – Juni - 1998 )
Upload by : Florian Hirsch
Seddin@aol.com
Allgemein :
Der Roman ist eine Erzählkunst in Prosa, er hebt sich gegenüber
anderen Prosaformen wie Novelle und Kurzgeschichte durch den größeren
Umfang vor allem aber durch die Vielschichtigkeit der Form und des Inhalts ab.
Der Roman beschreibt keine Einzelereignisse, sondern Zusammenhänge, meist
breite Ausschnitte aus dem Leben einer oder mehrerer Personen. Die Hauptfunktion
des Romans sind einerseits Unterhaltung im weitesten Sinne, andererseits eine
Lehre, eine Analyse eines Menschen, einer Weltsituation, eine Schilderung mit
sozialer, bzw. psychologischer Akzentuierung (K. Minger “Theorie des
Romans” 1970).
Das Wort “Roman” bezieht sich auf eine in Frankreich seit dem
12. Jahrhundert geläufige Bezeichnung “romanz” für
volkstümliche Schriften in Vers oder Prosa.
Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts setzte der Roman seine Anerkennung durch
zunächst als Medium zur Unterhaltung und Belehrung,
später auch als Kunstform.
Wegen der unterschiedlichen oft gegensätzlichen Zielsetzungen und
Formen die zum Beispiel von einer aufeinanderfolge schlicht ausgestalteter
Episoden im älteren Roman bis zu komplizierten Strukturen im
experimentierfreudigen modernen Roman reichen, gibt es jedoch eine klare und
eindeutige Definition.
Man kann den Roman nach verschiedenen Gesichtspunkten gliedern und
kategorisch einteilen
- nach Stoffen und dargestelltem
Personal
• Abenteuerroman,
Ritterroman, Räuberroman, Schelmenroman
- nach Themen und behandelten
Problemen
• Liebesroman,
Eheroman, Tendenzroman, Zeitroman, Staatsroman
- nach dem Erzählverfahren (Ich/Er – Roman)
nach der
Erzählsituation (auktorialer / personaler Roman)
nach der erzählerischen Grundgestaltung und Zielsetzung
(religiöser / empfindsamer Roman)
- nach dem Adressanten (Schlüsselroman,
Frauenroman)
5) nach Anspruch und Verfahrensweise
• Trivialroman, Unterhaltungsroman,
Problemroman, Experimentalroman
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Geschichte :
Roman des 17. Jahrhunderts :
Das 17. Jahrhundert brachte erste Höhepunkte des Romanschaffens: Neben
dem auf überlieferten Elementen aufbauenden Schäferroman, gab es
außerdem noch den in Frankreich entwickelten heroisch - galanten Roman. In
Deutschland wurde diese Art des Romans von Zehsen und Lohenstein aufgegriffen
und weitergeführt. Der Schelmenroman war somit eine echte
Neuschöpfung. Zentrales Werk dieser ersten Phase des neueren Romans ist der
Abenteuerroman z.B. “El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha”
(in deutsch 1965 unter dem Titel “ Der sinnreiche Junker von Don Quijote
von la Mancha”). Überragendes Werk in der deutschen Literatur dieser
Zeit ist “Der Abentheurliche Simplicissmus Teutsch” (1669) von J.J.
Chr. Grimmelshausen.
Roman des 18. Jahrhunderts :
Beim Übergang in das 18. Jahrhundert kristallisiert sich der Roman
immer mehr zur wichtigsten literarischen Ausdrucksform des Bürgertums. Das
Schema des höfischen heroischen Romans wurde auf bürgerliche
Lebensläufe übertragen, entweder mit aufklärerisch –
didaktischer Zielsetzung oder philosophisch bzw. psychologisch vertieft. Ein
Beispiel dieser Gattung erschien von A. F. Prevost d’Exiles
“Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut”, 1731 in
deutsch “Geschichte der Manon Lescaut und des Ritters
Desgrieux”.
Neue Gehalte und Formen entstanden mit den Robinsonaden im Anschluß
an D. Defoe, dem empfindsamen Roman (S. Richardson) dem komisch realistischen
Roman(H. Fielding) und dem humoristischen Roman (L. Sterne).
Der deutsche Roman folgte zuerst dem englischen Vorbild nach mit
Robinsonaden und dem empfindsamen Roman, fand aber dann bald eigene Wege,
besonders im Bildungsroman der schon mit Goethes “Wilhelm Meisters
Lehrjahre” (1795/96) seinen ersten Höhepunkt erreichen konnte. Er
wurde fortgeführt in den Romanen der Romantiker z.B. von L. Tieck
, “Franz Sternbalds Wanderungen” (1798).
Ebenfalls eine Neuschöpfung war seit der europäischen Romantik
der historische Roman. Begründer war W. Scott mit seinem Romanen
“Waverley” (1814) ; “Ivanhoe” 1820. In Deutschland
prägte A. von Arnim die neue Form (“Die
Kronenwächter”,1817).
Roman des 19. Jahrhunderts :
Im stärker kristallisierte sich im bürgerlichen Realismus des 19.
Jahrhunderts der kritische Gesellschaftsroman heraus, Beispiel Th. Fontane
“Frau Jenny Treibel”(1892). Um die Mitte des 19. Jahrhunderts
dominierte der Entwicklungsroman (G.Freytag, “Soll und Haben”).
Wichtige Impulse gingen von den russischen Romanen aus vor allem von
psychologischen Romanen. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts mündete
das Romanschaffen in den sozialkritischen Experimentalroman, der wesentlich
durch E. Zola “Germinal” (1885) beeinflußt wurde. Deutsche
Sonderformen waren der Zeitroman des Jugen Deutschland und der Dorfroman, den im
20. Jahrhundert der Heimat- und Bauernroman fortsetzte (H. Löns,
G.Frenssen). Er stand im ausdrücklichen Gegensatz zum Großstadtroman
(A. Döblin, “Berlin Alexanderplatz” (1929)).
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Roman des 20. Jahrhunderts :
Der Roman des 20. Jahrhunderts wird im wesentlichen von formalen
Experimenten geprägt. Die unterschiedlichsten Darstellungsmittel,
Stilelemente und Sprachelemente werden verwendet. Neue Erzählweisen wie
“Stream of consciousness” (innerer monolog),
“Simultantechnik” , Sprachspiele sowie oft auch zykalische
Großformen werden verwendet. Die gesamte Entwicklung wurde
maßgeblich von J. Joyce bestimmt der in seinem Roman “Ulysses”
(1927) den Zeitablauf von 24 Stunden im Unterbewußtsein eines Menschen
erleben läßt. Den modernen Roman prägten weiterhin die
Franzosen, bedeutende Vertreter des modernen deutschen Romans vor 1945 waren Th.
Mann “Der Zauberberg” 1924 sowie “Doktor Faustus” 1947.
Weitere Vertreter waren F. Kafka, A. Döblin, R. Musil und H.Broch. Für
den deutschen Roman waren zunächst weniger formale Experimente als
inhaltliche Aspekte maßgeblich.
Die Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit bestimmte weiterhin die
Thematik, z.B. durch H. Böll “Wo warst du, Adam?” (1951).
Später erweiterte sich die Thematik zur Gesellschaftskritik durch H.
Böll “Ansichten eines Clowns” (1963).
In der DDR dominierte auch das Romanschaffen das Konzept des
sozialistischen Realismus. Bedeutende Romanschriftsteller sind unter anderem A.
Seghers. sowie H. Kant mit “die Aula” (1965); “Das
Impressum” (1969). Ch.Wolf “Der geteilte Himmel”
(1963).
Neue Wege versucht seit der Jahrhundertmitte in Frankreich der
“Nouveau roman”.
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