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Theorie der Politikverflechtung (Scharpf)
Theorie der
Politikverflechtung (Scharpf)
Normativ-analytische
Ebene
Hier gibt es eine horizontal und vertikal
stark differenzierte Entscheidungsstruktur, wobei aber zunehmend die einzelnen
Zuständigkeitsbereiche voneinander ahhängen und
sich
bedingen. Daraus ergeben sich
Dezentralisierungsprobleme:
- Niveauprobleme
-
Niveaufixierungsprobleme
- Verteilungsprobleme
- Interaktionsprobleme
Ziel ist es, diese Probleme durch geeignete
Steuerungsinstrumente (positive und negative Sanktionsmittel) zu vermeiden oder
zu lösen.
Empirisch- verhaltenswissenschaftliche
Ebene
Hier wird von Politikverflechtungen
ausgegangen, die aus unterschiedlichen Verflechtungsstrukturen bestehen
(horizontale und hierarchische Verflechtungen, bilaterale und multilaterales
Verbundsystem). Unter welchen Voraussetzungen ist es wahrscheinlich oder
unwahrscheinlich, die geforderte Steuerleistung erbringen zu
können.
Politikverflechtung
DEF.: Bereich der Gemeinschaftsaufgaben des
Bundes und der Länder ”Bündelung der Erfahrungen, die mit einem
gewaltengeteilten Bundesstaat mit vielgestaltiger Selbstvewaltung,
pluralistischer Interessensdifferenzierung und polit. Meinungsvielfalt gemacht
wurden, wenn es galt Gesellschaftsforderungen zu befriedigen, Probleme zu
lösen oder einen Konsens herzustellen. Speziell in Deutschland gibt es
durch die vielfaltigen Verflechtungen einnen Kooperativen
Förderalismus
Bedeutung der
Politikverflechtung
Der Förderalismus beinhaltet sowohl die
Zusammenarbeit als auch die Trennung bei der Aufgabenwahrnehmung zwischen Bund
und Länder. Diese Aufgabenteilung ist im GG verankert. In bestimmten
Bereichen werden diese Aufgaben aufgeschlüsselt und in die jeweiligen
Zuständigkeitsbereiche von Bund und Länder
weitergeleitet.
Vorteil: Länderinteressen werden
berücksichtigt
Nachteil: Länder werden
überflüssig wegen Unitarisierung d.h. Kompetenzverlust, da sie keine
Zuständigkeit mehr für Landesaufgaben haben. und keine klaren
Verantwortungsbereiche von Bund und Länder. Weiteres Vordringen der
Ministerialbürokratie.
Administrative
Verflechtung
Formelle
Verflechtung:
Bundes- und Landesverwaltung sind am engsten
in der Mischverwaltung verflochten
Durch Erlaß von Verwaltungsvorshriften
und Fachaufsicht greift die Bundesregierung in die Landesverwaltungen ein. Auch
wird das Personal nach den Richtlinien der Bundesregierung
ausgebildet
--> Eigenständigkeit der
Landesbehörde ist in diesem Bereich reduziert.
Informelle
Kooperation
Es finden informelle Treffen der
Ministerpräsidenten und Ressortminister einzelner Bundesländer, als
auch leitender Beamter des Bundeskanzleramtes und deren Staatskanzleien statt.
Bei der Entscheidungsfindung polit. Lösungen ist dieser Aspekt besonders
wichtig.
Treffen der
Behördenchefs
Treffen der Leiter der Staats- und
Senatskanzleien zum Zwecke des Erfahrungsausstausches im
Gesetzesvollzug
Bund-Länder-Gremien
Dienen v.a. der Koordination in allen
Zuständigkeitsbereichen.
Die parteipolitische
Verflechtung
Die politischen Parteien agieren auf allen
politischen Ebenen und überlagern somit die vertikale
Gewaltenteilung
- Parteiorganisation und -
programm
- Treffen der Regierungschefs und der
Ressortminister
- Tagungen der
Fraktionsvorsitzenden
- Kooperation der
Parteifunktionäre
Kooperation im Regierungs- und
Parlamentsbereich
Ministerpräsidentenkonferenz d.h.
wichtige Institution der Selbstkoordination der Länder. Es werden wichtige
gemeinsame Konzeptionen für die Länderpolitik gegenüber der
Bundespoltik erarbeitet.
Ressortministerkonferenz d.h. formelle
Koordinationspolitik zwischen den Länder, die das jeweilige Ressort
betreffen. Erfahrungsaustausch bei Gesetzesvorhaben, Volzug der Gesetze,
Vorbereitung von Gesetzesinitiativen. Vereinbarungen sind zwar nicht
rechtsbindend, werden aber so angenommen.
--> Unitarisierung: Dies geht zu Lasten der
förderativen Eigenständigkeit und Vielfältigkeit des
Länderparlamentarismus.
Institutionelle
Verflechtung
Die verfassungsrechtlich verflochtenen
Gemeinschaftsaufgaben von Bund und Länder haben Institutionen
hervorgebracht, durch welche die Politikverflechtung noch intensiviert
wird.
Vertretung der Länder beim
Bund
Der Bevollmächtigte des Landes beim Bund
ist gleichzeitig Landesminister für
Bundesangelegenheiten.
Ständige Konferenz der
Kultusminister
Sie tagt im Abstand von ca. 6 Wochen und
verfügt über ein ständiges Sekretariat und kann ständige,
wie auch ad-hoc Ausschüße einrichten. Sie fällt unter den
Zuständigkeitsbereich der Länder. 4 Ausschüße leisten die
Hauptarbeit für die Kultusministerkonferenz:
- Schulausschuß
- Auschuß für Kunst und
Erwachsenenbildung
- Ausschuß für
Auslandsschulwesen.
ZDF
Es entstand durch einen Staatsvertrag der
Länder, nachdem das BVerf. Rundfunkanstalten klar dem Aufgabenbereich der
Länder zugeordnet hat.
Planungsverflechtung
Kooperation und Koordination in der staatl.
Planung von Bund und Länder betreffende Aufgabenbereiche, in denen die
Länder die primäre Kompetenz haben, jedoch eine gemeinsame Basis
erforderlich ist.
Bund-Länder- Komission für
Bildungsplanung und Forschungsförderung
--> langfristiger Bildungsgesamtplan +
budget (enthält Aufwendungen für
Forschungsforderungen)
Die Empfehlungen der Komission werden den
Regierungschefs zum Beschluß vorgelegt. Ein Beschluß kann mit 13
Regierungschefs zustande kommen und bindet nur diejenige (allerdings auch nur
politisch und nicht rechtlich), die Leitlinien werden von den Ländern meist
stärker angenommen als Gesetze.
Der
Wissenschaftsrat
-> Gesamtplan für die Förderung
der Wisenschaften in Abstimmung mit den Plänen von Bund und
Länder.
Es sollen Schwerpunkte gesetzt und
Empfehlungen für die Verwendung der Haushaltsmittel getroffen werden. Er
setzt sich aus 54 Mitgliedern zusammen:
6 Bundesregierung
7 Landesregierung
16 Vertreter von Universitäten und
Wissenschaftsorganisationen
6 Industrie und öffentliches
Leben
Für die Beschlüsse des
Wissenschaftsrates erarbeiten die wissenschaftliche Kommission und die
Verwaltungskomission die entsprechenden Vorlagen unter wissenschaftlichen,
fachlichen und verwaltungsmäßig- finanziellen
Aspekten.
Der
Finanzplanungsrat
- Empfehlungen für eine Koordination der
Finanzplanungen des Bundes, Länder und Gemeinden
Es soll eine einheitliche Finanzplanung und
ein Überblick über den Gesamthaushaltsplan aufgestellt werden.
Außerdem sind Grundlagen für finanzpolit. Schwerpunkte und
gesamtstaatl. Konjunktur- und Strukturpolitik
auszuarbeiten.
Bildung erfolgt durch die
Bundesregierung:
- Bundesfinanzminister
- Bundeswirtschaftsminister
- Finanzminister der
Länder
- 4 Vertreter der Gemeindeverbände, die
vom Bundesrat auf Vorschlag der kommunalen Spitzenverbände bestimmt
werden.
Der Konjunkturrat
- Beratung zu konjunkturpolit. Maßnahmen
zur Erfüllung der
Stabilitatsgesetze
- Erörterung der Möglichkeiten zur
Deckung des Kreditbedarfs
- Anhörungsorgan, wenn Kreditbegrenzungen
durchgeführt werden.
Bildung erfolgt durch die
Bundesregierung:
- Bundesfinanzminister
- Bundeswirtschaftsminister
- 1 Vertreter jedes
Landes
- 4 Vertreter der Gemeinden, die von den
kommunalen Verbänden bestimmt werden.
Finanzausgleich
Korrekturmöglichkeit für die
unterschiedliche Finanzkraft der einzelnen Bundesländer durch den Bund bzw.
der Länder untereinander.
- Horizontale Finanzausgleich: aus Mittel der
Länder (Dies ist der Normalfall.)
- Bundesergänzungszuweisungen: fakulative
Leistungen des Zentralstaates unter Beachtung des förderativen
Gleichbehandlungsgebotes gegenüber aller Länder.
- Ausgleichsleistungen: an Länder oder
Gemeinden bei
unzumutbaren Sonderbelastungen des
Bundes.
Positive Folgen der
Politikverflechtung
- angeglichene
Lebensstandard
- Einheitlichkeit des
Schulwesen
Negative Folgen der
Politikverflechtung
- Kompetenzverlust der
Länder
- Gefahr der finanziellen Abhängigkeit
der Länder
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