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| Moliére (eig.: Jean-Baptiste Poquelin): Der eingeb
Moliére (eig.: Jean-Baptiste Poquelin): Der eingeb
“DER EINGEBILDETE
KRANKE”:
"Der eingebildete Kranke" ist ein Lustspiel in 3 Akten und
spielt in Paris des 17. Jahrhunderts.
Argan, der "eingebildete Kranke" ist beständig mit sich
und seinen vermeintlichen Krankheiten beschäftigt. Seine Tochter Angelique
soll deshalb auch nur einen Arzt heiraten, damit er immer ärztliche Hilfe
um sich hat.
Der Sohn des Dr. Diafoirus, der eben seine erste
medizinische Prüfung bestanden hat, ist als Schwiegersohn auserkoren.
Angelique vermag freilich diesem, der nur in gedrechselten akademischen
Redensarten spricht, keinerlei Interesse abzugewinnen. Ihr Herz gehört
Cléanthe. Zur Feindin hat sie ihre Stiefmutter Belinde, Argans zweite
Frau, die durch faustdicke Schmeichleien alles tut, um sich Argans Liebe zu
erhalten und von ihm als alleinige Erbin eingesetzt zu werden. Zum Freund hat
sie Beralden, Argans Bruder, der sich ehrlich bemüht, den Bruder von seinem
Krankheitswahn abzubringen und auch dem jungen Liebespaar zu seinem Glück
zu verhelfen. Die geschickteste Drahtzieherin zum guten Ende hin ist aber
Toinette, das spitzbübische Dienstmädchen im Hause. Sie treibt nicht
nur als Arzt verkleidet ihren Schabernack mit dem eingebildeten Kranken, sie
ergreift auch offen Angeliques Partei, und sie entlarvt schließlich
Belinde, indem sie Argan veranlaßt, sich tot zu stellen, um den wahren
Charakter der heimtückischen Frau kennenzulernen. Mit dem gleichen Rezept
versöhnt sie Vater und Tochter. Denn während sich Belinde bei Argans
vermeintlichem Tode habgierig und brutal benimmt, enthüllt sich Angeliques
ehrlicher Schmerz und Kummer um den Verlust des Vaters. Argan ist nun bereit,
der Ehe mit Cléanthe zuzustimmen, allerdings unter der Bedingung,
daß dieser Medizin studiert und Arzt wird, wozu er sich natürlich
bereit findet. Noch besser aber wäre es, so meint Beralde, wenn Argan
selbst zum Arzt würde. Mit einer schnell arrangierten Doktorpromotion
schließt die Komödie.
Moliére gibt mit diesem seinem letzten Werk noch
einmal eine glänzende Charakterstudie und geißelt mit ihr eine
menschlich-allzumenschliche Schwäche, nämlich sich allzuleicht und
allzusehr der Sorge um das eigene Wohlbefinden hinzugeben. Gleichzeitig bedeutet
das Stück eine scharfe Satire auf die Medizin und auf das Ärztewesen,
von dem der Dichter nicht allzuviel gehalten zu haben scheint.
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