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| Böll, Heinrich: Es wird etwas geschehen
Böll, Heinrich: Es wird etwas geschehen
Definition
Text: eine dauerhaft
fixierte schriftliche sprachliche
Mitteilung. Jeder Text
bedarf zum Verstehen
einer Betrachtung, der
Textbetrachtung
Textwiedergabe: beschränkt sich
auf den Inhalt des Textes
Textbeschreibung: hat im wesentlichen
die Form des Textes zum Gegenstand
Texterörterung: untersucht das
Verhältnis des Textes zum Leser und kennt
eine historische und eine
gegenwartsbezogene Position
Textanalyse: faßt die
bisherigen Formen der Textbetrachtung zusammen
und führt zur
Interpretation
Zusammengefaßt könnte man
sagen: Text ist der Oberbegriff für jede sprachliche schriftliche
Mitteilung; Textanalyse ist der Oberbegriff für die
Textbetrachtungen
Hausaufgabe:
1) Personen: Ich-Erzähler (Angestellter
in der Firma); Alfred Wunsiedels
(Chef der Firma);
Broschek (Stellvertreter des
Chefs)
2) Thematik: Ein Mann nimmt aus
Geldgründen eine Stelle in einer Firma an.
Dort passiert die ganze Zeit
über nichts besonderes,
aber der Chef fordert das Schicksal
heraus und wartet förmlich
darauf, daß etwas
passiert. Er scheint an nichts anderes mehr
denken zu können und sogar
die Mitarbeiter müssen
jeden Morgen mit dem Motto " Es wird
etwas geschehen " den Chef
begrüßen. Durch seine
festgefahrenen Gedanken achtet er auf
nichts anderes mehr, und
so
kommt es, daß er stolpert
und auf der Stelle Tot ist.
3) Absicht: Der Autor möchte, daß
die Leute ihr Leben nicht vollends
verplanen, sondern daß sie
es ein
wenig auf sie zu kommen lassen
sollen. Sie sollen dem
Schicksal weder großartig
im Wege stehen, noch sollen sie es
herausfordern.
4) Gliederung:
a)Einleitung
b)Der Mann wirbt um die Stelle,
erfüllt alle Aufgaben und
erhält die
Stelle.
c)Der Eindruck der Firma auf
den Mann
d)Beschreibung von drei
Mitarbeitern, die ihr Leben lang
nur schuften und das auch
noch aus voller Überzeugung
machen.
e)Der Mann vergißt sein
vorgeschriebenes Motto zu sagen und
ehe er sich versieht, regt
der Chef sich so sehr auf, daß
er zu Boden stürzt und
sofort tot ist.
f)Auf der Beerdigung des Toten
wird dem Mann eine Stelle
als beruflicher Trauergast
angeboten, die er dann annimmt.
g)Der Mann fühlt sich sehr
wohl in dem neuen Beruf, der ihm
endlich das abverlangt, was
seinen Fähigkeiten entspricht.
Denken (Nachdenken) und
nichts tun
h)Pers. genauer: Mann: Denkt
viel nach, arbeitet nicht
gerne, nur wenn es nötig
ist.
Mitarbeiter: Fixiert auf die
Anweisung des Chefs der
morgigen
Moral
Chef: Absolut an dem "Es wird
etwas geschehen"
festgefahren
6) Zeitart:
Zeitraffung
7) Höhepunkt: Der Chef
stirbt
8) Wendepunkt: Dem Mann wird eine neue Stelle
angeboten
9) Autor: Heinrich
Böll
10) Titel: Es wird etwas geschehen (Eine
handlungsstarke
Geschichte)
11) Textsorte:
Kurzgeschichte
Analyse des Textes ausgehend von der
Überschrift
“Es wird etwas
geschehen”
Der Text wird in der Ich-Form erzält. Der
Mann, um den es hier geht, ist von Natur aus dazu bestimmt nachzudenken, nicht
über mathematische Probleme oder ähnliches, sondern über
alltägliche Geschehnisse. Außerdem ist er sehr faul und arbeitet
deswegen nur wenn sein Geld knapp wird.
Ein Anblick wie eine Fabrik beunruhigt ihn
schon. Er hat einfach Angst in einer Arbeit gefangen zu sein. Er ist allem und
jedem gegenüber sehr mißtrauig. Er sieht in einer Arbeit etwas
Hinterlistiges, etwas verborgenes, das nur darauf wartet, ihn zu erwischen und
in eine Falle zu locken. Als er den Prüfungsbogen ausfüllt, kommt ihm
sei ständiges denken zu Gunsten, denn daher kann er auf diese
alltäglichen Fragen sehr einschmeichelnd und präzise antworten. Somit
gelingt es ihm von der Firma angenommen zu werden.
Er fühlt sich bei der Arbeit
zunächst nicht ausgelastet, daher denkt er wieder nach. Dann fällt ihm
etwas ein, das ihm die Arbeit ausgefüllter erscheinen
läßt.
Dabei geht es darum, daß in dieser Firma
ein bestimmtes Motto gilt, und zwar ist jeder verpflichtet, dem Chef auf den
täglichen Ausruf. “Es muß etwas geschehen”, mit einem
“ Es wird etwas geschehen” zu antworten.
Der Chef ist absolut in diesem Gedanken der
Zukunft verfahren, und sein Mitarbeiter müssen dem folgen.
Doch der Mann, der die Geschichte
erzählt, ist von einem ganz anderem Kalieber, denn er denkt viel nach,
wartet aber nicht so gespannt auf das, was einmal passieren wird. Der Chef hat
sein Leben bis ins Detail geplant so weit es eben möglich ist, denn das
Schicksal kann er nicht vorplanen, und das ist es, was ihn beunruhigt. Durch die
ständige Bestätigung der Mitarbeiter, daß etwas geschehen wird,
fühlt er sich schon besser, weil er sich einbildet, so wäre er in der
Lage, das unbekannte Schicksal zu planen.
Doch er plant es nicht, sondern er fordert es
heraus, denn er kann an nichts anderes mehr denken, als an das. was geschehen
wird, was geschehen muß. Durch die Festgefahrenheit seiner Gedanken achtet
er nicht mehr auf die alltäglichen Dinge des Lebens, ganz im Gegenteil zu
dem Erzähler, der eigentlich zu viel an die alltäglichen Dinge denkt.
Beide sind zu sehr auf ihre Gedanken fixiert, aber der Erzähler stirbt
wenigstens nicht wie der Chef, weil er aus den Gedanken heraus nicht darauf
achtete wo er hinging und sofort den Tot fand. Ganz im Gegenteil der Mann
blüht nach diesem Geschehen des Schicksals, wo sein Chef ja immer drauf
gewartet hatte, in einem neuen, wie für ihn gemachten Beruf auf. Ihm wird
auf der Beerdigung des Chefs eine Stelle als Berufstrauergast angeboten, der
genau richtig ist für den Mann, da er dabei nicht arbeiten muß und in
aller Ruhe denken kann und letztlich dafür auch noch bezahlt wird. Dieser
Mann hat sein Leben gefunden, während sein ehemaliger Chef den Tot gefunden
hat.
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