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Der Euro
Seite 1
Der
EURO Stand:
Mitte´97
In der Europäischen Union gibt
es unter anderem den unbegrenzten, freien Handel mit Waren, Dienstleistungen und
Kapital. Bald wird es zur Vervollständigung dieses Binnenmarktes auch eine
einheitliche Währung geben, den EURO. 1991, in Maastricht, entschlossen
sich die Mitgliedsstaaten, nach einem 4 Jahrzehnte dauernden
Einigungsprozeß, ihre Währungshoheit an Europa abzugeben. Weil die
einzelnen Staaten sehr unterschiedliche wirtschaftliche Verhältnisse haben,
konnte man den Euro nicht sofort für die nationalen Währungen
einsetzen. Im Maastrichter Vertrag , der am 1.1.1993 in Kraft trat, legten sich
die Staaten auf ein
3-stufiges Verfahren
fest.
In der 1.Stufe, die
1993 endete, war festgelegt, daß die europäischen Finanzminister und
Zentralbanken intensiver als bisher zusammenarbeiten.
In der 2.Stufe, die
1993 anfing und am 31.12.1997 enden wird, werden die Voraussetzungen geschaffen,
damit der Euro so stabil wird wie die D-Mark.
Wegbereiter ist das
EWI,Europäische Währungsinstitut.
Das EWI wacht darüber, daß
der Wert des Euro auf solider Basis steht. Der wichtigste Auftrag des EWI
heißt: Beobachten, ob die Staaten, denen durch den Euro bessere Chancen
auf dem Weltmarkt angeboten werden, am Stichtag Ende 1997 die
Konvergenzkriterien
erfüllen. Nur das ist die
sichere Eintrittskarte zum Euro. Der Euro als gemeinsame Währung kann nur
funktionieren, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mitgliedsstaaten
sich weitestgehend angeglichen haben. Das kann man messen mit den
Konvergenzkriterien
(konvergenz= gegenseitige
Annäherung;Übereinstimmung)
In Maastricht hat man sich auf 5
Konvergenzkriterien
geeinigt.
Das 1.Kriterium ist die
Preisstabilität.
Wenn die Preise unkontrolliert nach
oben gehen, sackt umgekehrt der Wert des Geldes nach unten ab. Eine solche
Inflationen trifft vorallem die Sparer und kleinen Leute, aber auch die
Wirtschaft insgesamt.
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Daher gilt seit Maastricht, wer beim
Euro mitmachen will, dessen Land darf höchstens eine
1,5%
höhere Preissteigerungsrate haben als die drei preisstabilsten Länder
der Gemeinschaft.
Das 2.Kriterium ist das
Budgetdefizit.
Der Staat darf sich jährlich
höchstens um
3%
des Bruttoinlandproduktes neu verschulden.
Das 3.Kriterium ist die
Staatsverschuldung. Die Gesamtverschuldung des Staates darf maximal
60%
des Bruttoinlandproduktes betragen.
Das 4.Kriterium sind
die Zinssätze.
Die langfristigen Zinssätze(ab 5
Jahre) dürfen den Zinssatz der drei preisstabilsten Länder um nicht
mehr als 2% übersteigen.
Das 5.Kriterium ist die
Wechselstabilität.
Der Wechselkurs muß
gegenüber den anderen EU-Ländern
2 Jahre lang stabil
bleiben.
Wenn diese Konvergenzkriterien bis
zum 31.12.1997 erfüllt sind, dann kommt die 3.Stufe des
Maastricher Vertrages.
Die 3.Stufe fängt
1998 an und endet 30.6.2002. Sie beinhaltet den Zeitplan zur Einführung des
Euro bei den Mitgliedsländern.
Der Zeitplan zur
Einführung des Euro
Im Frühjahr 1998
wird die Entscheidung des
Europäischen Rates über die
Teilnehmerländer
getroffen. Das EWI wird zur
Europäischen Zentralbank
in Frankfurt am
Main.
Am 1. Jan.1999 ist
Eintritt in die Währungsunion. An diesem Stichtag werden auch die
Wechselkurse nationale Währung > Euro festgelegt. Der Wechselkurs liegt
heute bei 100 DM zu 193 Euro. Ab diesem Tag rechnen erst nur die Banken
untereinander mit dem Euro ab. Als Bürger kann man noch nicht mit dem Euro
bezahlen, man kann ihn aber im Sparbuch neben der DM eintragen
lassen.
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Am 1.1.2002 ist die
Einführung des Bargeldes. Die Stückelung wird 5,10,20,50,100,500
Euro-Geldscheine und 1,2,5,10,20,50 Cents und 1 und 2 Euromünzen sein.
Ab dem 1.7.2002 ist das
nationale Geld kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Man kann aber die DM zu
jedem späteren Termin, zum 1999 festgelegten Wechselkurs, in Euro
Umtauschen.
Anmerkungen:
1. Es wird hin und wieder
davon geredet, daß die EWU verschoben werden sollte!
Eine Verschiebung bringt die Gefahr,
1) daß die Stabilitätsbemühungen der Mitgliedstaaten
spürbar erlahmen, 2) daß der Konvergenzprozess zum Stillstand
kommt und 3) daß in einem Jahr keine besseren Bedingungen
vorhanden sind als heute.
Wenn die EWU 1999 nicht startet ist
die Gefahr groß, daß Währungsunion scheitert und die DM unter
einen ungeheuren Aufwertungsdruck gerät, der Hunderte von industriellen
Arbeitsplätzen kosten kann.
2. Man fragt sich ferner,
können die EU-Länder nach dem Eintritt in die EWU wieder in den alten
Schulden-Schlendrian zurückfallen!
Das könnte nicht passieren, weil
die Länder mit dem Start der Währungsunion ihre geldpolitische
Souveränität an die Zentralbank abgeben. Das
bedeutet:
Sie können fortan kein Geld mehr
drucken und keine Zentralbankkredite mehr in Anspruch nehmen. Wer jetzt Geld-
als Euros -braucht, muß Kredite auf dem normalen
Kapitalmarkt aufnehmen. Dann
gilt: Ein Staat der seine Kredite nicht bedienen kann, gefährdet seine
Zahlungsfähigkeit. Solche Staaten (USA) werden z.B. ihre Beamten in den
unbezahlten Urlaub schicken müssen, um Geld zu sparen. Außerdem wird
der Staat mit Strafen belegt.
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Die deutschen Bürger, die
fürchten, ihre harte Mark in der EWU zu verlieren, argumentieren durchaus
aus einer berechtigten Position. Aber sie müssen sich auch sagen
lassen, daß die Härte
dieser Mark schon heute nicht allein in der Hand der Deutschen Bundesbank
liegt.
Sie hängt auch von der Offenheit
ausländischer Märkte für deutsche Exporte ab, die allein
30%
der deutschen
Bruttosozialprodukts
ausmachen, und mehr als zwei Drittel aller deutschen Exporte gehen wiederum in
europäische Länder. Mit anderen Worten: Die Härte der DM war
stets auch ein Gewinn der der wirtschaftlichen Integration Europas zu verdanken
war.
BEIFÜGUNG
1:
Für die Deutschen wird es eng.
Vor einem Jahr sah es so aus, als könnten die Deutschen alle Kriterien
erfüllen. Doch Deutschland liegt mit
3,9%
Haushaltsdefizit über der Maastrichter Richtlinie.
Auch die Staatsverschuldung ist mit
61,5%
höher als die erlaubten
60%.
Die EWU kann allerdings 1999 nur schwerlich ohne die Deutschen zustande kommen.
Kein EU-Land -außer Luxemburg- erfüllt zur Zeit aller
Teilnahmekriterien. Chancen auf die Teilnahme haben aber auch die
Länder, die sich deutlich auf die Richtwerte für niedrige Inflation
und solide Staatsfinanzen hinbewegen - neben dem Erfolg zählt also auch das
Bemühen.
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