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Goethe, Johann Wolfgang von: Faust - Der Tragödie
Interpretation des “Prolog im
Himmel” aus Faust 1
Der Prolog im Himmel stellt neben dem Vorspiel auf dem
Theater und der Zueignung die Exposition von Faust 1 dar. Diese hat die Funktion
die Hauptpersonen und den Hauptkonflikt vorzustellen.
Mit der Bewährung des Menschen eröffnet der Prolog
im Himmel das Werk und ist zugleich das Vorgespräch auf das große
Drama. Insgesamt 5 Personen sprechen in diesem Teil: zum einen die 3 Erzengel
und der Herr und zum anderen Mephistopheles. Mit dem Herr ist nicht der
allmächtige Gott gemeint ,sondern die schöpferische und gute Kraft
,deshalb benutzt der Dichter diesen Herrn als Re-quisit für sein
Schauspiel.
Als Fürsprecher des Menschen tritt
selbstverständlich der Herr ein ,während Mephistopheles ,als Vertreter
des Bösen ,natürlich als Gegner auftritt.
Der Herr hält viel auf den Mensch und baut auf das gute
in ihm (Bsp.: “Ein guter Mensch in seinem dunklem Drange Ist sich des
rechten Weges wohl bewußt.”).
Mit dem Satz: “Des Menschen Tätigkeit kann
allzuleicht erschlaffen.” weißt er auf die Schwächen des
Menschen und dessen nicht immer positiven Eigen-schaften (Bsp.: “Es irrt
der Mensch ,so lang er strebt.” )hin.
Mephistopheles ist natürlich vom sinnlosen Dasein des
Menschen und dessen Armseligkeit überzeugt (Bsp.: “Die Menschen
dauern mich in ihren Jammertagen, Ich mag sogar die armen selbst nicht
plagen.”). Zur Unterstreichung seiner Meinung schlägt er dem Herrn
eine Wette vor. Dadurch soll ,in Gestalt von dem Menschen Doktor Faust ,die
wahre Gestalt des Menschen dargestellt werden.
Nun soll bewiesen werden ob “ein guter Mensch in
seinem dunklen Drange” sich des rechten Weges bedient oder ob er “in
die niedere absinkt und Staub frißt...”.
Mit dieser Wette beginnt das Drama um Doktor
Faust.
Textauszüge aus Faust der Tragödie erster Teil
,Reclam-Verlag
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