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Die Atombombe
9. Klasse Physik/ GS Jahnschule
(Hamburg)
Jan Philipp Amos
(jan.philipp.amos@hamburg.netsurf.de)
Atomare Energie wird in der Rüstung
genutzt. Unter Atomwaffen versteht man Raketen, Bomben, Minen oder Torpedos,
deren Sprengladungen aus Kernstoff bestehen. Es zwischen zwei verschiedenen
Arten der Atombomben unterschieden, auf die ich beide nacheinender Eingehen
will.
1. Die Atombombe
(Spaltbombe)
Bei der Atombombe wird die Explosionsenergie
durch die Verbrennung von Plutonium, welches in der Natur nicht vorkommt und
künstlich aus Uran 238 hergestellt wird und U-233 (künstliches
hergestelltes Uran-Isotop) und U-235, natürliches Isotop von Uran, welches
das letzte natürliche Element ist, ausgelöst. Das natürliche Uran
besteht aus drei Isotopen, U-234, U-235 und U-238. Der Anteil von U-234 ist
verschwindend gering, er beträgt nur 0,006% und spielt bei Spaltbomben
keine Rolle. U-235 ist mit 0,7% beteiligt, der Rest fällt auf U-238,
welches für die Bombe auch nicht nötig ist. Um die drei oben genannten
Atomkraftstoffe zum brennen zu bringen, benötigt man kein "Streichholz".
Sie entzünden sich selbst, wenn sie ein bestimmtes Mindestgewicht haben.
Bei U-235 beträgt diese "kritische Masse etwa 50 kg. Der Vorgang der
Selbstzündung und der Explosion wird als "Spaltprozess" bezeichnet. Zur
Spaltung und Selbstzündung kommt es durch die zufällige Zersetzung
eines Uranatoms, wobei Neutronen abgegeben werden, die mit thermischer
Geschwindigkeit andere Uranatome spalten. Ist die Masse des Urans jedoch zu
gering, so "fliegen" zu viele Neutronen aus der Masse heraus und spalten kein
Atom, es kommt also zu keiner Kettenraktion. In der Natur kommt es deswegen zu
keiner spontanen Verbrennung und Explosion von Uran, da es nur sehr stark
verdünnt vorkommt und für seine Nutzung als Atomkraftstoff erst mit
einem langwierigen und kostspieligen Arbeitsgang abgetrennt werden kann. Die
Explosion der Atombombe kann genau gesteuert werden. Das funktioniert
folgendermaßen: 9/10 des für die Explosion nötigen
Mindestgewichts werden durch ein Uhrwerk gesteuert im Bruchteil einer Sekunde
mit der Restmasse vereinigt. Es kommt sofort zur Explosion. Wird 1 kg Uran
vollständig gespalten, so kommt es zu einer Explosion, die der von 10.000 t
TNT gleichkommt.
2. Die Wasserstoffbombe
(Sinterbombe)
Das Prinzip der Wasserstoffbombe,
normalerweise H-Bombe genannt, beruht auf der Verschmelzung von vier
Wasserstoffatomen zu einem Heliumatom. Dabei werden riesige Energiemengen
freigesetzt, die die A-Bombe bei weitem übertreffen. Jedoch kann man keinen
"normalen" Wasserstoff zum Helium-Sintern verwenden, sondern muß schweres
Wasser (Deuterium, Atomkern Deutron) verwenden, das aus "leichtem Wasser"
gewonnen werden kann, rein aber nicht in der Natur vorkommt. Zum verschmelzen
von 4 Deuterium-Atomen zu einem Helium-Atom braucht man eine Temperatur von
50.000.000° C. Denn entgegen der A-Bombe braucht man für die H-Bombe
ein "Streichholz". Und dieses Streichholz ist die Atombombe. Da in ihrem inneren
Temperaturen von über 50.000.000° C entstehen, wird das Deuterium in
die A-Bombe eingebettet und auf die Atom-Explosion erfolgt eine 1000-mal
stärkere H-Bomben Explosion.
Seit 1942 arbeiteten tausende von
Wissenschaftlern in Amerika fieberhaft an einer Atombombe, welche gegen
Deutschland verwendet werden sollte. Die Operation hieß "Manhattan
Project" und kostete 2 Billionen Dollar. Doch Deutschland kapitulierte
früher als die Bombe fertig war. So wurde sie gegen Japan eingesetzt, da
diese noch nicht zur bedingungslosen Kapitulation bereit
waren.
Die Bombe sollte auf einer Stadt abgeworfen
werden, die noch nicht bombadiert worden war. So konnte man den "Test" besser
bewerten. Am 16. Juli 19845 wurde die erste Testbombe in der Wüste von New
Mexico gezündet. Die Wissenschaftler waren von der gewaltigen
Zerstörungskraft der Atombombe überrascht.
Viele der Wissenschaftler, darunter auch
Albert Einstein, warnten Truman vor dem Einsatz einer Atombombe. Sie wiesen auf
die Folgen der radioaktiven Strahlung und auf ein zu befürchtendes Ost-West
rüsten hin. Trotz aller Warnungen befahl Truman am 25.Juli 1945 die
Atombombe einzusetzen.
Zwischen Atombomben und üblichen
Sprengköpfen gibt es zwei wesentliche Unterschiede. Die Atombombe
übertrumpft ihren "Vorgänger" mit der enormen Zerstörungskraft
und der Radioaktiven Strahlung. In Hamburg starben im 2. Weltkrieg 3-6 % der
Bevölkerung, und das bei tausenden Bombenabwürfen. In Nagasaki starben
auf einen Schlag 40 % der Bevölkerung durch eine einzige
Bombe.
Der Umgang mit Statistiken
Wenn man versucht, genauere Informationen
über die Tote und Vermißten oder über die Krankheiten und ihre
Verbreitung herauszufinden, so stößt man immer auf
wiedersprüchliche Zahlen.
Die Amerikaner sprachen von 64.602 Toten in
Hiroshima, die Japaner
von 122.338. Die genaue Zahl ist bis heute
nicht bekannt. Es wird allerdings von folgenden Zahlen
ausgegangen:
- Hiroshima ---> 160.000
Tote
- Nagasaki ---> 70.000
Tote
- Zusammen ---> 230.000
Tote
Man debatierte über die Zahl der Toten,
übersah dabei aber die Folgen der Strahlung und wieviele Opfer es noch
geben würde.
Drei wichtige Wirkungen der
Atombombe
Hitzestrahlung
In den ersten drei Sekunden nach der
Detonation entstand im Explosionszentrum eine Hitze von 300.000° C und auf
der Erdoberfläche eine Hitze von 7000° C. Es herrschte eine Temperatur
wie auf der Sonnenoberfläche. 10 Sekunden lang hielt sich ein Feuerball von
280 m Durchmesser über der Stadt. Alles brannte und es entstand ein 6 Tage
anhaltender Feuersturm.
Wäre die Atombombe über dem
Hamburger Rathaus abgeworfen worden, wäre alles zwischen dem Berlinder Tor
und Schlump zu Asche verglüht. Alle Menschen zwischen Wandsbek und St.
Pauli wären sofort tot. Selbst die Köleidung der Menschen, die sich 4
km von der Explosion entfernt aufhielten, wäre verbrannt und
eine
Klimaveränderung wäre in einem
Radius von 200 km aufgetreten.
Druckwelle
In Hiroshima entstand nach der Detonation eine
Druckwelle, die sich mit Ultraschallgeschwindigkeit ausbreitete. Der Luftdruck
betrug 35 t / Kubikmeter und auf der Erde 6,7 t /
Kubikmeter.
Die Druckwelle brachte entfernte Häuser
zum Einsturz, zerstörte Brücken, drückte Bäume um riß
Türen und Fenster aus ihren Rahmen und ließ Menschen einfach durch
die Luft fliegen. Viele wurden durch Glassplitter und herumfliegende
Trümmer getötet oder verletzt. Hunderte wurden blind oder
taub.
Radioaktive Strahlung
Während der Explosion betrug die
Strahlung am Boden die höchsten je gemessenen Werte, nämlich 700 rad.
Rad ist eine Internationale Dosiseinheit für alle Arten Ionisierender
Strahlung. Die normale Rad-Zahl liegt bei 0,1. Bei 700 rad sterben 100 % der
bestrahlten Personen, bei 400 rad 50 %, aber auch bei 70 rad können
tödliche Erkrankungen vorkommen.
Da die Radioaktivität als Strahlung
freigesetzt wiird, richtet sie keine Sachschäden an. Um so verheerender
wirkten sich die Strahlen auf Natur und Menschen aus.
Weil radioaktive Strahlung auch
Betonwände durchdringt, waren die Menschen, die sich in Betongebäuden
oder in Bunkern aufhielten ebenfalls der Strahlung
ausgsetzt.
Ungefähr eine habe Stunde nach der
Explosion setzte der "Schwarze Regen" ein. Es regnete ca. 90 Minuten Asche und
radioaktiver Fallout auf die umliegenden Gebiete.
Strahlenfolgen
Durch die Strahlung werden schnell wachsende
Zellen geschädigt. Besonders betroffen sind die Zellen der blutbildenden
Organe (Knochenmark und Lymphknoten), des Magen-Darm-Trakts, der
Geschlechtsorgane und der Haut.
Als Folge der Zerstörung dieser Zellen
treten folgende Symptome auf:
--> Blutarmut (Daraus folgen innere und
äußere Blutungen)
--> Durchfall
--> Übelkeit
--> Fehl- &
Frühgeburten
--> Haut- und andere
Krebsarten
--> Haarausfall
Krankheiten
Leukämie
Schon früh wurde ein vermehrtes Auftreten
von Leukämiefällen bei Atomopfern festgestellt.
Leukämie ist eine nicht heilbare
Erkrankung von Lymphdrüsen und Knochenmark, die die Abnahme der roten und
die vermehrung der weißen Blutkörperchen bewirkt. Es kommt zu
Blutarmut, der Erkrankte leidet an Schwäche, Müdigkeit und Schmerzen
durch Blutungen und Schwellungen.
Seit 1960 erkrankten verstärkt Menschen
an Leukämie, die auch nur geringe Mengen Strahlung abbekommen
haben.
Augenkrankheiten
Viele Menschen waren durch den Lichtblitz der
Explodierenden Atombombe erblindet und ihre Augen verbrannt. Es gab über
600 Blinde und ca. 1000 Opfer mit Augenschäden.
Frauenkrankheiten
Bei jeder zweiten überlebenden Frau blieb
die Regel in den ersten Monaten aus, bei einigen sogar Jahrelang. Bei fast allen
Mädchen verzögerte sich der Beginn der Periode um 1 Jahr, Frauen
wurden Zeugungsunfähig und verloren die Erlebnisfähigkeit. Es gab
hunderte von Früh- und Fehlgeburten.
Männerkrankheiten
Viele Männer wurden unfruchtbar, die Zahl
der Samenzellen ging weit zurück und die Erlebnisfähigkeit der
Männer war gestört.
Schäden bei
Neugeborenen
Viele der Kinder wurden behindert geboren, die
meisten Kinder waren schwach und kleiner als gewöhnlich, die
Kleinkindersterberate stieg stark an.
Krebse
Am häufigsten trat die Leukämie auf,
danach folgte Lungenkrebs, Magenkkrebs und Knochenkrebs.
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