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Atome
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 - Atome
1.1 Atome
1.2 Quarks
1.3 Isotope
Kapitel 2 - Radioaktivität
2.1 Strahlungsarten
2.2 Der radioaktive Zerfall am Beispiel des
Urans
2.3 Ionen
Kapitel 3 - Kernspaltung
3.1 Entdeckung
3.2 Die Kernspaltung am Beispiel des Uran
3.3 Kettenreaktion
3.4 Anreicherung
Kapitel 4 - Kernfusion
4.1 Kernfusion
Kapitel 5 - Kernwaffen
5.1 Atombombe
5.2 Wasserstoffbombe
5.3 Cobaltbombe
5.3 Neutronenbombe
Anlagen
Abb. 1 - Das Atommodell
Abb. 2 - Uran ( U-238 )
Abb. 3 - Strahlung
Abb. 4 - Abschirmung
Abb. 5 - Zerfall von Uran
Abb. 6 - Halbwertszeit
Abb. 7 - Kernspaltung
Abb. 8 - Kettenreaktion
Abb. 9 - Kernfusion
Abb. 10 - Schema einer A-bombe
Abb. 11 - Zerstörungskraft eine A-Bombe
Quellen
Kapitel 1 - Atome
1.1 Atome
Abb. 1
aus dem gr. von atomos - unteilbar;
unteilbarer Urstoff.
Der Philosoph Demokrit nahm schon vor 2000
Jahren an, daß alle
Materie aus kleinsten, nicht mehr teilbaren
Teilchen bestehe.
1803 wurde diese Atomtheorie vom
Engländer John Dalton erweitert.
Er entdeckte, daß es Stoffe gibt, die
nur aus einer Atomsorte
bestehen. Man nennt sie chem. Elemente ( z.B.
Gold, Sauerstoff und
Eisen ). Die Atome haben unterschiedliche
Massen.
Heute findet man häufig folgende
Definition des Atombegriffs:
" Ein Atom ist der kleinste Baustein eines
chem. Grundstoffes oder
Elements, der ohne Verlust der typischen
Eigenschaften dieses Elements
nicht mehr geteilt werden kann.
"
Um ein Beispiel zu nennen wie groß Atome
sind:
a) Alle 5 Milliarden Menschen die z.Zt. auf
der Erde leben,
würden, wenn ein Mensch so groß
wie ein Atom wäre, eine etwa 50
cm lange Kette bilden.
oder
b) Wenn der Atomkern die Größe
einer Kirsche hätte, dann wäre ein
ganzes Atom so groß wie der
Kölner Dom.
1913 entwickelte der dänische Physiker
Nils Bohr ein neues
Atommodell, das auch heute noch der
Wirklichkeit sehr nahe kommt.
Danach ist ein Atom ähnlich aufgebaut wie
ein Sonnensystem, d.h.
um den massereichen Atomkern kreisen in
großem Abstand die
Elektronen.
Das heutige Atombild:
Ein Atom besteht aus einem Atomkern und einer
Atomhülle. Dabei ist
der Kern positv und die Hülle negativ
geladen. Dabei trägt der
Atomkern fast die gesamte Masse des Atoms. Er
ist aufgebaut aus
Protonen und Neutronen, die jeweils fast 2000
mal schwerer sind
als die Elektronen, aus der die Atomhülle
besteht.
Das Proton hat die positive elektrische
Ladung, die den gleichen
Wert besitzt wie die negative des Elektrons.
Das Neutron jedoch
ist elektrisch neutral.
Den Wert der elektrischen Ladung des Protons
oder Elektrons nennt
man Elementarladung.
Protonen und Neutronen werden oft
zusammenfassend als Nukleonen
bezeichnet und bestehen ihrerseits aus noch
kleineren Teilchen,
den Quarks.
1.2 Quarks
Lange Zeit glaubte man, daß die
Nukleonen "Elementarteilchen",
ähnlich wie das Elektronen nicht mehr
teilbar seien und auch keine
innere Struktur hätten. Sie sind jedoch
aus noch kleineren
Teilchen, den sogenannten "Quarks" aufgebaut.
Sie kommen in der
Natur nie als freie unabhängige Teilchen
vor.
Heute kennt man sechs verschiedene
Quarks.
Die zwei, für die normale, stabile
Materie wichtigen sind:
das u-Quark ( von eng. "up" ) und das
d-Quark ( von eng. "down").
Drei Quarks bilden jeweils ein
Nukleon.
Die jeweiligen elektrischen
Ladungen:
u-Quark = + 2/3
d-Quark = -
1/3
Elektron = - 1
Aufbau der Nukleonen:
Protonen = 2 u-Quarks + 1 d-Quark ( 2/3 +
2/3 - 1/3 = +1 )
Neutronen = 2 d-Quarks + 1 u-Quark ( - 1/3 -
1/3 + 2/3 = 0 )
Die Menschen, die Erde, das ganze
Milchstraßensystem sind
praktisch aus
drei Grundbausteinen
aufgebaut:
u-Quarks, d-Quarks und
Elektronen.
Beispiel:
Ein 30-kg schweres Kind besteht
aus:
2.8 * 10^28 u-Quarks, 2,6 * 10^28 d-Quarks
und 10^28 Elektronen,
wobei 10^28 eine 1 mit 28 Nullen
ist.
Die Quarks bilden Nukleonen, diese
schließen sich zu Atomkernen
zusammen.
Kerne und Elektronen vereinigen sich zu
Atomen, diese fügen sich
zu kleinen oder riesigen Molekülen wie
Wasser oder Eiweiß
zusammen. Milliarden von Molekülen bilden
unsere Körperzellen, von
denen ein Mensch viele Billionen
besitzt.
1.3 Isotope
Abb. 2
Die Atome eines Elements haben alle die
gleiche Anzahl von
Protonen und Elektronen, können sich
trotzdem aber voneinander
unterscheiden. Sie haben dann im Kern
unterschiedliche
Neutronenzahlen. Allgemein bezeichnet man
Atome mit gleicher
Protonenzahl aber unterschiedlicher
Neutronenzahl als Isotope
eines bestimmten
Elements.
Uran kommt in der Natur z.B. mit 234, 235 und
238 Nukleonen vor.
Urankerne besitzen alle 92 Protonen. Die 3
Uranisotope haben daher
142 ( 234 - 92 ), 143 und 146 Neutronen in
ihren Atomkernen. Man
bezeichnet sie als U-234, U-235 und
U-238.
Die Gesamtzahl der Nukleonen eines Isotops
wird als Massenzahl,
die Zahl der Protonen als Ordnungszahl oder
Kernladungszahl
bezeichnet. U-235 hat also die Massenzahl 235
und die Ordnungszahl
92.
Gleichnamige Ladungen stoßen sich
bekanntlich ab, ungleiche ziehen
sich an. So halten die positiven Atomkerne die
negativen
Elektronen fest und zwingen sie auf ihre
Kreisbahnen. Da die
meisten Atomkerne aus mehreren
Protonen
bestehen, müßten sie daher
eigentlich zerplatzen.
Wie ist es z.B. möglich, daß beim
Kohlenstoffkern 6 positive
Protonen auf engstem Raum zusammenbleiben? Das
liegt daran, daß
zwischen den Nukleonen eine noch viel
größere Kraft, die sog.
Kernkraft wirkt, allerdings nur, wenn die
Nukleonen einen sehr
kleinen Abstand voneinander
haben.
Kapitel 2 -
Radioaktivität
2.1 Strahlungsarten
Abb. 3
Nicht alle chem. Elemente sind stabil. Alle
Elemente mit einer
höheren Ordnungszahl als 80 und einige
Isotope zerfallen, wobei
die Atomkerne einen Teil ihrer Masse in Form
von Strahlung
abgeben. Man unterscheidet 3 Arten von
Strahlung:
1. Alpha - Strahlung
Sie besteht aus Heliumkernen, die aus 2
Neutronen und 2 Protonen
bestehen. Daher ist die Strahlung
positiv.
2. Beta - Strahlung
Sie besteht aus Elektronen und ist daher
negativ. Diese Elektronen
entstehten dadurch, daß sich Neutronen
umwandeln.
3. Gamma - Strahlung
Sie besteht aus energiereichen masselosen
Strahlungsteilchen bzw.
Quanten ( Energiepakete ), wie z.B. auch beim
Licht.
Entdeckt wurde die Radioaktivität 1896
vom franz. Physiker Henri
Becquerel und wurde vom Ehepaar Pierre und
Marie Curie genauer
untersucht.
B. wollte herausfinden, ob bestimmte Steine,
die vorher mit Licht
bestrahlt wurden, beim Nachleuchten
außer sichtbarem Licht auch
unsichtbare Röntgenstrahlen aussenden.
Dieses sind extremkurzwellige
und energiereiche elektromagnetische Strahlen,
welche
elektrische und magnetische Energie mittels
einer Welle
transportieren. Die Röntgenstrahlen
durchdringen viele Stoffe
(z.B. Haut, Muskeln, Papier, usw. ) und
belichten Photoplatten.
Dabei arbeitete Becquerel mit uranhaltigem
Gestein. Dieses legte
er in einer Dunkelkammer auf eine unbelichtete
Photoplatte, ohne
daß er wußte, daß das
Gestein Strahlen aussendete. Nach der
Entwicklung der Photoplatte stellte er fest,
daß sie durch
unbekannte Strahlung belichtet worden war. So
wurde zufällig die
radioaktive Strahlung
entdeckt.
Radioaktive Strahlung kann man heute mit dem
Geigerzähler
nachweisen.
Zur Abschirmung dieser Strahlen nimmt man
Stoffe, wie BleiAbb. 4
oder Beton.
2.2 Der radioaktive Zerfall am Beispiel des
Urans Abb
. 5
Uran wandelt sich in mehreren Schritten in
Blei um. Dabei werden
Uranatomkerne mit je 238 Kernbausteinen ( 92 P
, 146 N )
schließlich zu Bleiatomkernen mit nur
noch 206 Kernbausteinen ( 82
P, 124 N ) umgewandelt.
In diesem Umwandlungsprozess zerfällt das
Uran in Thorium,
Protactinium und Polonium und noch 10 andere
Elemente. Ein Teil
der radioaktiven Strahlung besteht aus
Kernbausteinen. Daher ist
die radioaktive Strahlung
mit
Elementumwandlungen verbunden. Beim Zerfall
eines radioaktiven
Elements entsteht ein neues
Element.
Die Anzahl der Kernzerfälle pro Sekunde
heißt Aktivität des
Körpers, gemessen in der Einheit ein
Becquerel ( 1 Bq ). Eine
Aktivität beträgt dann 1 Bq, wenn
ein Kernzerfall pro Sekunde
stattfindet.
Abb. 6
Der Zeitraum, in dem ein Element zur
Hälfte seiner Masse zerfallen
ist, nennt man Halbwertszeit. Bei einem
Stück Uran-238 dauert die
Halbwertszeit etwa 4,5 Milliarden Jahre, bei
Polonium 138 Tage und
bei Frankium 21 Minuten.
2.3 Ionen
Wenn radioaktive Strahlung z.B. auf ein Atom
trifft, das nach
außen hin elektrisch neutral ist, so
kann ein Elektron aus dem
Atom herausgelöst werden. Das Atom ist
dann positiv geladen. Diese
Restatome, die unterschiedlich viele positive
und negative
Ladungen besitzen, nennt man Ionen. Durch
radioaktive Strahlung
können also neutrale Atome zu Ionen
umgewandelt werden ( ionisiert
werden ).
Kapitel 3 -
Kernspaltung
3.1 Entdeckung
Im Jahr 1938 beschossen die beiden deutschen
Wissenschaftler Otto
Hahn und Fritz Straßmann Uranatomkerne
mit Neutronen. Sie stellten
bei diesem Versuch fest, daß einige
dieser Urankerne in zwei etwa
gleich große Stücke gespalten
wurden. Die Neutronen können also
größere Atomkerne spalten. Protonen
und Elektronen sind dafür
ungeeignet, da Protonen von den Protonen des
Atomkerns abgestoßen
oder abgelenkt werden und Elektronen zu wenig
Masse haben. Langsam
fliegende Neutronen dringen in der Regel viel
häufiger in
Atomkerne ein als schnelle. Dabei bedeutet
langsam immer noch
7920 Km/h. Das liegt daran, daß sich
langsame Neutronen länger in
Kernnähe aufhalten und mehr Zeit haben,
mit ihm zu reagieren.
Neutronen können nicht nur Atomkerne
spalten, sondern auch
umwandeln, indem sie in den Kern eingebaut
werden.
3.2 Die Kernspaltung am Beispiel des Urans
Abb. 7
Das natürliche Uran besteht aus U-234,
U-235 und U-238. Von 1000
Uranatomen haben 993 U-238-Kerne und 7
U-235-Kerne. Der U-234-
Anteil ist dabei
unwichtig.
Langsame Neutronen spalten nur die
U-235-Kerne. Dabei ensteht
zunächst ein Zwischenkern U-236, der
jedoch instabil ist und in
mehrere Bruchstücke zerplatzt, z.B. in
einen Barium-144-Kern,
einen Krypton-90-Kern und zwei neue Neutronen.
Nach genauerer
Untersuchung stellte man fest, daß diese
entstandenen Bruchstücke
weniger Masse haben, als der beschossene Kern
und das Geschoß.
Es ist also Masse verlorengegangen, die in
einen gewaltigen
Energiebetrag, die Kernenergie, umgewandelt
wird.
Dies geschieht nach Einsteins Formel:
E = m * cý
Was ist also geschehen ?
Wie schon gesagt, wird ein Atomkern von sog.
Kernkräften
zusammengehalten, die verhindern, daß
die positive Protonen im
Kern sich abstoßen. Sie wirken
allerdings nur, wenn sich die
Kernbausteine ganz nahe beieinander
befinden.
Im Atomkern ist auch die Kernenergie
gespeichert. Wenn nun nach
Eindringen des Neutrons der Kern in zwei Teile
zerbricht, wirken
nur noch die abstoßenden Kräfte
zwischen den beiden
Kernbruchstücken. Sie entfernen sich
deshalb mit
hoher Geschwindigkeit voneinander. Daraus
folgert man, daß die
Kernenergie in Bewegungsenergie der
Bruchstücke umgewandelt wird.
Die Kernbruchstücke, stoßen an
Nachbaratome, die in starke
Schwingungen versetzt werden
und
sich aneinander reiben. Die Bewegungsenergie
wird dabei in
Wärmeenergie
umgewandelt.
Die neuentstehenden mittelschweren Atomkerne
sind in der Regel
selbst radioaktiv und senden gefährliche
Strahlungen aus.
Um U-238-Kerne zu spalten, braucht man sehr
schnelle Neutronen.
In einem Kilogramm Uran-235 steckt soviel
Energie wie in 93
Waggons Kohle oder 67 Kesselwagen mit
Heizöl. Mit dieser
Energiemenge ( 23 Mio. kW/h ) könnten
alle Bewohner
Westdeutschlands ihre Wohnungen eine Stunde
lang beleuchten.
3.3 Kettenreaktion
Abb. 8
Beschießt man ein Stück U-235 mit
einem Neutron, spaltet dieses
irgendwo einen ersten Kern, der wiederum zwei
Neutronen ausstößt.
Diese spalten weitere Kerne, welche wiederum 4
- 5 Neutronen
freisetzen. Wenn 4 dieser Geschosse auf
Nachbaratome treffen und
diese zertrümmern, so
bilden
sich 8 - 12 neue Neutronen. Diese spalten,
abgesehen von einer
gewissen Verlustrate, wieder Kerne, wobei
jedesmal ein gewaltiger
Energiebetrag freigesetzt wird. Dieser Vorgang
setzt sich weiter
fort, und in
Sekundenbruchteilen wächst die Zahl der
gespaltenen Kerne und
damit die Energiegewinnung lawinenartig an.
Diesen Vorgang nennt
man Kettenreaktion.
3.4 Anreicherung
U-235 Kerne werden durch langsame Neutronen
gespalten. Um U-238
Kerne zu spalten, benötigt man hingegen
sehr schnelle Neutronen.
Langsame dringen zwar auch in den Kern ein,
werden jedoch in ihn
eingebaut, so daß sich U-239 bildet.
Dieses wandelt sich über eine
Zwischenstufe in Plutonium-239 um, das
seinerseits gut durch langsame
Neutronen gespalten werden
kann.
Man kann diesen Umweg aber wie folgt
umgehen:
Das natürliche Uran besteht zu 99,3% aus
U-238, was bedeutet, daß
sich keine Kettenreaktion ereignen kann, wenn
es mit langsamen
Neutronen beschossen wird. Die 2 - 3
Neutronen, welche bei einer
Spaltung eines
U-235-Kerns
entstehen, sind meistens zu schnell, um einen
der wenigen U-235-
Kerne zu spalten, andererseits sind sie zu
langsam, um das U-238
zu zertrümmern. Sie werden, wie gesagt,
nur eingefangen. Eine
einmal ausgelöste Kernspaltung kann also
ohne weiteres keine
Kettenreaktion erzeugen.
Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diese zu
erreichen.
1. Man erhöht den U-235 Gehalt ( z.B.:
von 0,7% auf ca. 3% ), um
mehr
spaltbares Material zu erhalten; dies
nennt man dann
Anreicherung.
2. Die bei der Spaltung entstehenden Neutronen
müssen verlangsamt
werden.
Das auf 3% angereicherte Uran allein
nützt noch nicht viel, da
die beim
Spaltprozeß entstehenden Neutronen
zu schnell sind. Deshalb
benutzt
man Stoffe, die Neutronen abbremsen
können. Diese heißen
Moderatoren.
Hierzu eignen sich z.B. Kohlenstoff,
Wasser und Berillium.
Kapitel 4 - Kernfusion
4.1 Kernfusion
Abb. 9
Die Energie der Sonne stammt aus
Kernverschmelzungen, oder auch
Kernfusionen genannt. Die Sonne setzt
ungeheure Energien frei. Es
handelt sich dabei nicht um Kernspaltungen,
weil dazu Elemente mit
hohen Massenzahlen nötig sind. Die Sonne
besteht größtenteils aber
aus Elementen mit sehr kleinen Massenzahlen,
vor allem ausWasserstoff
und Helium.
Auch bei normalen Verbrennungen finden
Verschmelzungen statt.
Verbrennt z.B. Kohle, verschmelzen die
Atomhüllen von Kohlenstoff
und Sauerstoff, es entsteht Kohlenstoffdioxid.
Bei der Kernfusion
verschmelzen nicht die Atomhüllen,
sondern die Atomkerne.
Wie bei der normalen Verbrennung ist auch
für Kernfusionen eine
Art Aktivierungsenergie nötig. Zwei
Atomkerne verschmelzen nämlich
erst dann, wenn sie durch hohe Temperatur und
Druckverhältnisse
dicht aneinander
geraten. Denn es müssen erst die starken
abstoßenden Kräfte
( Coulombsche Abstoßungskräfte )
der Atomkerne überwunden werden, da
diese beide positiv geladen
sind.
Zur kontrollierten Verschmelzung kommen
eigentlich nur die
beiden Wasserstoffisotope Deuterium und
Tritium in Frage. Diese
Stoffe müssen auf ca. 100 Mio. øC
erhitzt werden. Erst dann
reichen die Bewegungsenergien der Kerne zur
šberwindung der
Abstoßungskräfte
aus.
Verschmelzen Deuterium- und Tritiumkerne
miteinander, so entsteht
jeweils ein Heliumkern und ein Neutron. Die
beiden neugebildeten
Teilchen haben insgesamt weniger Masse als die
beiden
Ausgangskerne. Der Verlust wird dabei in einen
gewaltigen
Energiebetrag
umgewandelt.
Bei der Bildung von einem Kilogramm Helium
durch Kernfusionen wird
zehnmal soviel Energie frei wie bei der
vollständigen Kernspaltung
von einem Kilogramm Uran. Allgemein sagt man
Kernfusion ist der
Aufbau eines schwereren Atomkerns aus zwei
leichteren.
Die Fixsterne, wie auch unsere Sonne beziehen
ihre Energie durch
diesen Prozeß. Der Mensch hat sich diese
Energiequelle bis jetzt
erst in der Wasserstoffbombe zunutze gemacht.
Sogenannte
Fusionsreaktoren können mit den heutigen
technischen Mitteln nicht
verwirklicht werden.
Die erste Wasserstoffbombe wurde von den USA
im Jahre 1954
gezündet.
Kapitel 5 - Kernwaffen
5.1 Atombombe Abb.
10
Während in Atomkraftwerken
Kettenreaktionen völlig kontrolliert
ablaufen, findet bei einer Atombombenexplosion
eine
unkontrollierte Kettenreaktion statt. Diese
läuft innerhalb von
Sekundenbruchteilen ( 1/1 Mio. Sekunde ) ab.
Dadurch werden
explosionsartig große Mengen an
Wärmeenergie frei ( 14 Mio. øC ,
23 kWh pro Kg U-235 ). Neben diesen ungeheuren
Energien werden
auch tödliche radioaktive Spaltprodukte
freigesetzt.
In der Atombombe kann es nur dann zur
Kettenreaktion kommen,
wenngenügend freie Neutronen auf
genügend spaltbare Kerne treffen.
Zwei Bedingungen müssen hierfür
erfüllt werden:
1. Die Bombe muß reines U-235 enthalten,
da sich nur diese Kerne
spalten lassen. Natururan eignet sich
hiefür nicht, da es ja nur aus
0,7 % U-235 besteht. Das passive U-238 wird in
Isotopentrennungsanlagen
herausgefiltert.
2. Eine ausreichend große Masse Uran
muß vorhanden sein, denn
sonst verlassen die meisten Neutronen das Uran
durch seine
Oberfläche, ohne daß eine
Kettenreaktion ausgelößt wird. Diese notwendige
Mindestmasse, nennt man auch kritische Masse.
Die kritische Masse beträgt
bei U-235 23 Kilogramm. Man kann diese Masse
auch noch herabsetzten, indem
man das Uran mit einem sogenannten
Neutronenreflektor umhüllt, der die
austretenden Neutronen in das Uran
zurücklenkt.
Man kann außer U-235 auch noch
Plutonium-239 verwenden. Hierbei
beträgt die kritische Masse sogar nur 5,6
Kilogramm. Es kommt in
der Natur nur sehr selten vor, wird aber in
den Reaktoren von
Kernkraftwerken ständig
erzeugt.
Abb. 11
Die bei der Explosion verlorengegangene Masse
ist vergleichsweise
gering. Bei der Hiroshima-Bombe ( 6.8.1945 )
tötete ein Gramm
Materie, das in Energie umgewandelt wurde, ca.
200 000 Menschen.
5.2 Wasserstoffbombe
Bei Wasserstoffbomben bzw. thermonuklearen
Sprengkörpern entsteht
die Energie durch Kernfusion der H-Isotope
Deuterium und Tritium
oder Lithium-6. Zur Einleitung einer solchen
Reaktion sind hohe
Temperaturen von einigen
MillionenøC nötig. Deswegen
benutzt man eine Atombombe als Zünder.
5.3 Cobaltbombe
Umgibt man eine Wasserstoffbombe mit einem
Cobaltmantel, so wird
das natürliche Cobaltisotop Co-59 durch
Neutroneneinfang in das
radioaktive Co-60 umgewandelt, dessen starke
Gammastrahlung eine
Halbwertzeit von 5,272 Jahren ( 5 Jahre und
99,28 Tage ) hat. Als
radioaktiver Niederschlag würde es eine
verheerende Wirkung auf
alles Leben
ausüben.
5.4 Neutronenbombe
Im Grunde genommen ist die Neutronenbombe eine
sehr kleine
Wasserstoffbombe. Allerdings entsteht bei
ihrer Detonation nur
wenig Hitze und eine schwache Druckwelle, so
daß fast keine
Beschädigungen an Gebäuden und
Waffen auftreten. Dafür kommt es
aber, zu einer sehr starken
Neutronenstrahlung, die bei der
Kernfusion entsteht. Sie wirkt vor allem gegen
Lebewesen.
Die Gefährlichkeit der Neutronenbombe
beruht in erster Linie auf
der biologischen Strahlenwirkung, der bei der
Deuterium-Tritium-
Fusionsreaktion freigesetzten schnellen
Neutronen, die fast alle
Materialien durchdringen. Die von Neutronen
getroffenen
organischen Moleküle können ihre
biologischen Funktionen nicht
mehr ausführen, was zur Zerstörung
der Zellen und schließlich zu
Krankheit und Tod
führt.
Der radioaktive Niederschlag hingegen ist so
gering, daß man das
Zielgebiet bereits nach 24 Stunden wieder
betreten kann.
Anlagen: Abb. 1 - Das
Atommodell
Abb. 2 - Uran ( U-238
)
Abb. 3 -
Strahlung
Abb. 4 -
Abschirmung
Abb. 5 - Zerfall von
Uran
Abb. 6 -
Halbwertszeit
Abb. 7 -
Kernspaltung
Abb. 8 -
Kettenreaktion
Abb. 9 -
Kernfusion
Abb. 10 - Schema einer
A-bombe
Abb. 11 - Zerstörungskraft eine
A-Bombe
Quellen: 1. Brockhaus - Naturwissenschaften
und Technik
2. Was ist Was - Band 3 -
Atomenergie
3. Was ist Was - Band 79 - Moderne
Physik
4. Cornelsen - Physik für die
Sek. Stufe 1 AH
5. Schülerduden - Die
Physik
6. Fischer Kolleg - Das Abiturwissen
PHYSIK
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