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| Sollen wir die Atomkraftwerke abschalten?
Sollen wir die Atomkraftwerke abschalten?
Sollen wir die Atomkraftwerke
abschalten?
In unserer Zeit benutzt jeder in der
zivilisierten Welt tagtäglich den Strom aus der Steckdose, ob nun im
Haushalt oder in seiner Freizeit, zum Staubsaugen oder zum Musikhören. Um
diese Energie erzeugen zu können betreiben wir heute unter anderem ca. 20
Atomkraftwerke in Deutschland mit unterschiedlich vielen Reaktorblöcken.
Die sich zur Zeit im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke erzeugen ungefähr
ein Drittel der hier benötigten elektrischen Energie.
Wie immer wieder von der Atomlobby dargestellt
soll sie eine saubere, zukunftsweisende und billige Energiequelle sein. Schaut
man aber etwas genauer auf die Finanzierung und ebenso auf die Verwertung oder
Beseitigung des Mülls, so stellt man folgendes fest:
Sie wird, um sie für die Verbraucher
bezahlbar zu machen, mit 80% aus Steuergeldern subventioniert, d.h. der
Verbraucher, ob Industrie oder privat Haushalt, bezahlt nur 20% der
tatsächlichen Kosten.
Wie bei jeder anderen konventionellen Art der
Energieerzeugung so entsteht auch bei der Spaltung von Uran Abfall. Die
eingesetzten Brennstäbe müssen nach ihrem verbrauch ausgewechselt und
entsorgt werden. Dies kann auf zweierlei Weise geschehen. Zum einen werden die
lange gekühlten Brennstäben auseinander geschnitten und in Fässer
verpackt in sogenannte Zwischenlager gebracht. Die andere Möglichkeit
besteht darin, die Brennstäbe chemisch in ihre Bestandteile aufzulösen
und sozusagen wieder Aufzubereiten und in sogenannten “Schnellen
Brüter” wiederzu verwenden.
Sieht man sich nun das Problem der Entsorgung
der radioaktiven Abfälle an, für welche in keinem Land dieser Welt ein
Endlager besteht, so kann man aus diesem Grund zu der Meinung kommen, daß
wir aufhören müßten weiterhin Abfälle zu produzieren,
für welche wir keine “Müllkippe” haben.
Weiter sind die Eigenschaften dieses Mülls
so, daß wir uns Menschen ein großes Problem für die
nächsten paar Jahrtausende aufhalsen. Die Halbwertzeit, also die Zeit in
welcher sich die Strahlung von z.B. Plutonium halbiert, ist 20 mal so lange, wie
die letzte Eiszeit in Europa her ist, also 200.000 Jahre. Wer von uns Menschen
ist in der Lage für diesen Zeitraum die Verantwortung zu übernehmen?
Keiner, denn es wird zu dieser Zeit keiner von uns mehr auf dieser Erde leben.
Abgesehen davon wissen wir gar nicht was in dieser Zeit Erdbiographisch
geschehen wird und dadurch ist dieses Risiko nicht im geringsten
abzuschätzen.
Selbst wenn wir ein “Endlager”
hätten, könnten wir diese Frage, dieses Risiko nicht
abschätzen.
Die meisten dieser AKWs wurden in den 60er und
70er Jahren gebaut und haben in naher Zukunft ihre geplante Laufzeit erreicht,
d.h. es ist nicht nur der Müll, den wir entsorgen müssen; sondern es
sind ebenso die kontaminierten, d.h. die radioaktiv verseuchten Bauteile der
AKWs. Sehen wir uns z.B. den Abbruch des Atomkraftwerks Nierdeaichbach an, so
wird einem sehr schnell deutlich mit welchen Schwierigkeiten und mit welcher
Hilflosigkeit wir diesem Problem gegenüberstehen. Der Reaktor wurde zuerst
als Modell nachgebaut, um an diesem Geräte und Roboter zu entwickeln und zu
erproben, welche die Demontage ausführen sollten. Ein Abriß in der
herkömmlichen Art und Weise ist nicht möglich gewesen, da die
Strahlung des Stahls und des Betons die Arbeiter zu sehr gefährdet
hätte. Dieser Abriß, des nur 18,3 Tage voll in Betrieb gewesenen AKWs
ist mit dem Verpacken des Bauschrottes in Container “abgeschlossen”
gewesen. Doch wohin mit diesem?
Wie jeder von uns weiß, hat es vor
inzwischen 11 Jahren den ersten Super-GAU Welt in Tschernobyl /Ukraine gegeben.
Seit diesem Unfall, der theoretisch höchsten einmal in 10.000 Jahren
vorkommen soll, gibt es eine große Unsicherheit bezüglich der
Atomkraft. Noch immer haben sowohl wir Europäer, als auch ganz besonders
die Menschen in Weißrußland und der Ukraine unter den Folgen, z.B.
dem Krebs oder der Leukämie, zu leiden.
Natürlich ist der Reaktor von Tschernobyl,
wie noch mehrere andere, ein sowjetischer Typ, doch sagt dies nur bedingt etwas
über die Sicherheit aus. Einige Jahre zuvor hat es einen großen
Unfall in Harriesburg/ USA gegeben. Auch in unseren Reaktoren kommt es immer
wieder zu Unfällen oder Störfällen (Biblis,
Phillipsburg).
Kommt man aber trotz all dieser Tatsachen zu
dem Schluß oder der Meinung man könne dies Verantworten, so ist die
Atomkraft eine zwar teure und risikoreiche aber immerhin eine
Alternative.
Sieht man sich aber in der Verantwortung
für zukünftige Generationen, so ist das Abschalten der Atomkraftwerke
der dringendste Schritt in unserer Zeit. Diese Unterlassung wird um so
unverständlicher, wenn man weiß, daß laut mehreren
wissenschaftlichen Studien ein Sofort-Ausstieg finanziell, wirtschaftlich und
gesellschaftlich möglich ist.
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