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Grillparzer, Franz (1791-1872)
Franz
Grillparzer
I) Der Autor
(1791-1872):
Franz Grillparzer wurde am 15. Jänner 1791 als Sohn
eines nicht sehr wohlhabenden im Leben gescheiterten Rechtsanwaltes geboren.
Seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte der Dichter in Wien, besuchte hier das
Anna-gymnasium und begann 1807 an der Wiener Universität Jura zu studieren.
Durch den frühen Tod seines Vaters brach er sein Universitätsstudium
ab, um den Unterhalt der Familie zu verdienen. In dieser Zeit begeistert sich
Grillparzer für Goethes und Shakespeares große Werke. In die Jahre
1817-1821 fällt die erste Periode reger öffentlicher dramatischer
Tätigkeit. Er lernt Josef Schreyvogel (Dramaturg des Burgtheaters) kennen.
Unter Einfluß Schreyvogels sind einige Werke mit großem Erfolg
aufgeführt worden. Einem Gönner verdankt er seine Berufung in die
kaiserliche Hofkammer, wie auch seine Ernennung zum Hoftheaterdichter.
1818 erkrankte Grillparzer an einem nervösen
Nervenfieber und litt unter schweren seelischen Depressionen. Heilung bringen
Kuraufenthalte.
Bald aber trifft ihn ein neuer Schlag: Die Mutter nimmt sich
1819 das Leben. Vereinsamt und mutlos sehnt sich der Dichter nach dem Tod. Eine
Reise nach Italien läßt seine Depressionen wieder verschwinden. In
die Jahre 1821- 1826 fällt Grillparzers 2. Periode öffentlicher
dramatischer Tätigkeit und gleichzeitig deren Höhepunkt. Er lernt
Kathi Fröhlich von Moritz kennen und verlobt sich schließlich mit
ihr. Doch beide sind zu eigenwillige und ausgeprägte Persönlichkeiten,
um einander wirklich ergänzen zu können. Sie bleibt Grillparzers
"ewige Braut" und wird nach dem Tod des Dichters Erbin und Verwalterin seines
Nachlasses.
1827-1838 vollzieht sich Grillparzers dritte und letzte
Periode öffentlicher dramatischer Tätigkeit.
Seinen Lebensabend verbringt Grillparzer in tiefster
Zurückgezogenheit. Erst jetzt wird er mit Ehrungen und Auszeichnungen
überhäuft: Er wird Mitglied der kaiserlichen Akademie der
Wissenschaften, Ehrendoktor in Leipzig und Mitglied des Herrenhauses. Am 21.
Jänner 1872 stirbt er und erhält ein großartiges
Staatsbegräbnis.
II) Seine Werke:
In seinen sprachlich meisterhaft gearbeitetem Drama "DIE
AHNFRAU" wird die eingeschränkte Handlungsfreiheit des Menschen
dargestellt.
Die Tragödie "SAPPHO" behandelt den Konflikt von Kunst
und Leben. Seine historischen politischen Stücke entstanden in Grillparzers
mittleren Periode.
Mit "KÖNIG OTTOKARS GLÜCK UND ENDE" wandte sich
Grillparzer dem Politischen und Geschichtlichen zu.
Poetisch am vollendetsten ist G. dramatische Dichtung "DES
MEERES UND DER LIEBE WELLEN". Sinn und Recht des Staates ist das Thema von "EIN
BRUDERZWIST IN HABSBURG" und "LIBUSSA".
Das erzählende Werk beschränkt sich auf zwei
Novellen: “DAS KLOSTER BEI SENDOMIR" und die autobiographische
Erzählung "DER ARME SPIELMANN".
Als Lyriker veröffentlichte Grillparzer "VESTA" und 17
Gedichte "TRISTIA EX PONTO".
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