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Das antike Theater - Kurzreferat
Jana Bernigeroth,
Das antike Theater -
Kurzreferat
Begriffserklärung
Der Begriff Theater ist von dem griechischen
Wort théatron abgeleitet und bezeichnete ursprünglich den Raum
für die Zuschauer. Später verwendete man das Wort Theater als
Gesamtbegriff für Zuschauerraum und Bühne sowie für alle
darstellenden Künste. Heute versteht man unter Theater eine bestimmte
Kunstform. In diesem Sinne ist Theater die unmittelbare, lebendige Darstellung
eines Geschehens vor Zuschauern mit Hilfe der theatralischen Künste:
Pantomime, Mimik, Gestik, Sprache, Musik, und Tanz, unterstützt durch
Bühnenausstattung und Kostüm. Während Musik und Gesang mit dem
Gehör, die Malerei mit dem Sehvermögen aufgenommen werden, wirkt das
Theater auf alle Sinne des Menschen.
Die Entstehung des antiken
Theaters
Das antike Theater kann auf eine lange
Vorgeschichte verweisen, die bis in die Urgesellschaft zurückreicht.
Generell liegen die Wurzeln der Theaterkunst
in der Fähigkeit des Menschen zur Nachahmung der Wirklichkeit. Daher ist
die Entstehung der Theaterkunst und die Theaterkunst selbst eng mit dem
gesellschaftlichen Alltag der Menschen verbunden. In der Urgesellschaft
vollführten beispielsweise die Jäger Waffentänze, um die Jagd auf
ein gefährliches Wild darzustellen oder die Fischer ahmten mit Gesten und
Lauten das Plätschern des Wassers nach. Mit diesen Handlungen
reproduzierten sie nicht nur ihre alltägliche Lebensweise. Es schien ihnen,
als könnte man auf diese Weise auf jene unsichtbaren, nur in der Phantasie
denkbaren, geheimnisvollen Kräfte Einfluß nehmen, von denen
unmittelbar der Erfolg bei der Jagd, ein reicher Fischfang, eine gute Ernte und
ein großer Viehzuwachs oder der Sieg über den benachbarten Stamm
abhingen. Daraus gingen die Ritualspiele hervor.
Die Tänze und Lieder, die mimischen
Bewegungen und Schreie in den Ritualspielen machten natürlich noch keine
Theaterkunst aus, aber in ihnen ist schon der Haupt- und Grundgedanke des
Theaters enthalten:
Das Theater ist eine sehr komplexe Kunstform.
Über Gesang, Mimik, Gestik und Sprache wirkt es auf alle Sinne des Menschen
ein.
Auch im Siedlungsgebiet der Griechen gab es
solche Ritualspiele.
In der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends v.
Chr. prägte Ackerbau und Viehzucht den Alltag der Menschen in Griechenland.
Die griechische Kultur war deshalb vor allem die Kultur eines ackerbauenden
Volkes. Diese spezifische Lebensweise schlug sich auch in den ältesten
religiösen Vorstellungen der Griechen und den damit verbundenen Ritualen
nieder. Es entstanden sogenannte "Ackerbaukulte". Das waren nachahmende
Handlungen religiösen bzw. rituellen Inhaltes. Die größte
Bedeutung hatte dabei der Dionysoskult - die Verehrung des Fruchtbarkeitsgottes
Dionysos.
In einer mehr als tausendjährigen
Geschichte bildete sich aus Ritualspielen und verschiedenen Kulthandlungen zur
Ehren der Götter das antike Theater heraus. In diesem langen
Herausbildungsprozeß des Theaters kommt es immer mehr zur Trennung des
Theaters von seinem ursprünglich kultisch-religiösem Inhalt. Das
Theater entwickelte sich allmählich zu einer eigenen Kunstgattung.
Wissenschaftler bezeichnen diesen Entwicklungsprozeß als
"Säkularisierung des antiken Theaters".
Die wesentlichen Merkmale des
antiken griechischen Theaters
Das klassische antike griechische Theater ist
durch eine Reihe von Wesensmerkmalen geprägt.
An erster Stelle ist es ein
Festspieltheater. Dieses Merkmal läßt den kultisch-religiösen
Ursprung des antiken Theaters erkennen. Trotz der Säkularisierung des
griechischen Theaters sind die Spieltermine und Aufführungsorte nach wie
vor an die großen Götter- und Staatsfeste gebunden.
Zweitens ist das griechische Theater
ein Massentheater.
Diese Eigenschaft geht ebenfalls auf die
kultisch-religiöse Geschichte zurück. Die griechischen Festtage waren
heilig. Der Besuch der Theateraufführungen war politisches Recht und
religiös-moralische Pflicht des Bürgers. An den Großen Dionysien
(den größten Festen zu Ehren Dionysos) z.B. strömten z.B.14.000
bis 17.000 Zuschauer in das Theater am Fuße der Akropolis in Athen.
Ähnliche Zahlen lassen sich für viele griechische Theater errechnen.
Daneben gab es allerdings auch kleinere Theater.
Das Freilichttheater bildet das dritte
Wesensmerkmal des antiken Theaters.
Freilichttheater heißt, daß die
Aufführungen unter freiem Himmel stattfanden.
Das Kernstück des griechischen Theaters
ist die Orchestra, der kreisrunde Tanzplatz des Chores. Das antike Theater ist
aus Chortänzen entstanden und wird von der Orchestra nachdrücklich
geprägt, deshalb ist die Orchestra der älteste Bestandteil. Sie wird
durch das Theatron, dem Zuschauerraum annähernd zur Hälfte
umschlossen. Das Theatron zieht sich stufenförmig bis zur Orchestra
hinunter und ist durch Quer- und Längsgänge in Sektoren, den
sogenannten Kerkides, eingeteilt. Die Quergänge werden als Diazomata
bezeichnet. Die Zuschauerplätze waren nur Vertiefungen in den Stufen des
Theatrons,auf denen man sitzen konnte.
Im antiken Theater gab es natürlich auch
einen Ehrenplatz - das Prohedrion.
Zuerst befand sich dieser Ehrensitz
unmittelbar an der Orchestra. Später verlegte man ihn in den mittleren
Rang.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die
Skene. Das ist das Theatergebäude hinter der Orchestra, das als
Umkleideraum für die Schauspieler und als Requisitenkammer diente. Die
Skene wurde als rückwärts begrenzender Gebäudekomplex
architektonisch ausgestaltet. Vor der Skene befindet sich ein niedriger Anbau
auf Pfeilern - das Proskenion. Dieser Anbau ist mit der Skene durch das Logeion
verbunden. Das Logeion ist die Rampe, die das Proskenion nach oben hin
abschließt. Später war es der Platz , auf dem die gesamte
Haupthandlung ablief. Vorher agierten die Schauspieler auf der Orchestra.
Auf der linken und rechten Seite der Skene
führt ein seitlicher Zugang zur Orchestra. Diese Zugänge nennt man
Parados.
Viertens wird das griechische Theater
als ein Theater der Konvention bezeichnet.
Das kommt zum Ausdruck in Form von festen
Bauformen der griechischen Tragödie und Komödie und reicht über
konventionelle Handlungs- und Spielelemente bis hin zu geregelter
Schauspielerzahl und obligatorischem Chor, zu Maske und
Einheitsbühne.
Die Entstehung von Tragödie und
Komödie
Das Wort Tragödie ist eine Ableitung vom
griechischen Ausdruck "tragodia". Das heißt im Deutschen "Gesang um den
Bock als Preis oder Opfer". Das Wort Komödie dagegen stammt vom
griechischen Begriff "komodia" ab und bezeichnet den "Gesang bei einem
fröhlichen Umzug".
Das Drama war ursprünglich eine rituelle
Darbietung von rhythmischen Tänzen, die von Chorliedern und Musik begleitet
wurde. Tragödie und Komödie haben den gleichen Ursprung, der in den
kultisch-religiösen Handlungen zur Ehrung des Fruchtbarkeitsgottes Dionysos
lag.
Für Dionysos wurden 4 große
kultische Feste veranstaltet, die seit Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. in
Verbindung mit Theateraufführungen stattfanden. Diese 4 großen
kultischen Feste waren die Kleinen Dionysien, die Lenäen, die Anthesterien
und die Großen Dionysien. Die bedeutendsten kultischen Festlichkeiten von
den genannten waren die Feste, die in den Städten Griechenlands
veranstaltet wurden. Man bezeichnete sie als die "Großen Dionysien". Sie
dauerten mehrere Tage. In Athen beispielsweise war der Festplatz dieser
Großen Dionysien das Hanggelände südlich der Akropolis. Noch
heute ist dort das Dionysostheater zu besichtigen, das im 4. Jahrhundert v. Chr.
fertiggestellt worden ist.
Wie verliefen diese
Festlichkeiten?
Die Großen Dionysien begannen mit einer
Opferprozession zum Heiligtum des Fruchtbarkeitsgottes Dionysos. Danach folgten
Staatsakte. Zum Beispiel wurden verdienstvolle Bürger Athens
ausgezeichnet.
Am nächsten Tag wurde der Wettbewerb im
sogenannten "Dithyrambos" ausgetragen. Der "Dithyrambos" war ein Chorlied, das
wiederum dem Fruchtbarkeitsgott gewidmet war. Höhepunkt der Feierlichkeiten
war schließlich die Aufführung von Tragödien verschiedener
Dramatiker. Das vollzog sich über etwa 3 Tage. Seit 486 v. Chr. kamen
nunmehr auch Komödien hinzu. Die Darbietung der Tragödie und
Komödie wiesen den Charakter eines Dichterwettstreits auf. Die Griechen
nannten diesen Wettstreit. Im Mittelpunkt dieses "Agon" stand der dramatische
Text. Die Umsetzung auf der Bühne trat dabei in den Hintergrund.
Alljährlich wurde ein Sieger des Dichterwettbewerbs ermittelt. Das hatte
zur Folge, daß ein Stück immer nur einmal aufgeführt wurde.
Preisträger und auch führende Dramatiker waren Aischylos, Sophokles
und Euripides.
Erst später kam es neben den
Dichterwettstreiten zu Schauspielerwettbewerben. Dadurch setzte sich ab 4.
Jahrhundert v. Chr. die Praxis durch, die Dramen nicht nur ein einziges Mal,
sondern wiederholt aufzuführen.
In der Enstehungsgeschichte des griechischen
Dramas spielte der Dithyrambos, das Chorlied, eine Schlüsselrolle.
Der Dithyrambos stellte ursprünglich ein
Sololied dar, was sich später zu einem Wechselgesang zwischen
Vorsänger und Chor entwickelte. Dieser Entwicklungsschritt wurde vom
Dichter Arion von Lesbos um 800 v. Chr. vollzogen. Daher gilt Arion von Lesbos
als Schöpfer des Chorliedes. Im Aufbau der Dithyramben, das heißt
Sologesang auf der einen und Chorgesang auf der anderen Seite, war schon das
wichtigste konstruktive Element des Dramas angelegt, gemeint ist die Dialogform
bzw. die szenische Handlung.
Man kann also zusammenfassend feststellen,
daß die beiden Grundformen des dramatischen Genres - Tragödie und
Komödie - unmittelbar aus dem Chorlied, insbesondere aus der Dialogform
zwischen Vorsänger und Chor hervorgegangen sind.
Die Organisation der
Theateraufführungen
Wie schon zum Ausdruck gekommen ist, wurden
die Aufführungen von Tragödien und Komödien in Form von
Dichterwettbewerben organisiert. Später fanden auch Schauspielerwettbewerbe
statt. Für die Durchführung solcher Veranstaltungen waren die obersten
Beamten der Stadt verantwortlich. Die zuständigen Beamten hatten die
Aufgabe, die Dichter zu wählen, die zum Wettstreit zugelassen wurden und
jedem Dichter einen "Choregen" zur Verfügung zustellen.
Ein ist ein Bürger, der damit betraut
wurde für die Ausstattung des Chores finanziell aufzukommen. Desweiteren
sorgte er für die Verpflegung und Bezahlung der "Choreuten", das waren die
Chormitglieder. Die Funktion des Choregen bezeichnete man als Choregie. Sie war
Pflicht des Bürgers. Der Chorege trug den wesentlichen Teil der
Inszenierungskosten. Nur Schauspieler und Bühnenausstattung wurden aus der
Staatskasse bezahlt. Der finanzielle Aufwand hatte maßgeblichen Anteil am
Erfolg des Dichters. Seit Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. übernahm jedoch
ein jährlich gewählter Wettkampfleiter die Organisation der Dionysien.
Die dafür erforderlichen Mittel wurden aus der Staatskasse
finanziert.
Die Inszenierung selbst lag in den
Händen des Autors. Seine Aufgabe bestand darin, die Regie zu führen,
die Musik zu komponieren, die Chortänze zu arrangieren und einzustudieren.
Außerdem trat er auch selbst als Schauspieler auf. Doch in Folge der
wachsenden Spezialisierung und Professionalisierung des Theaters, Ende des 5.
Jahrhunderts v. Chr., beschränkten sich die Autoren auf ihre Funktion als
Stückeschreiber. Sie überließen die szenische Umsetzung ihrer
Texte den Theaterpraktikern. Dazu zählten vor allem die Schauspieler. Zu
der Zeit als die Dichter auch auf der Bühne zu sehen waren, hatten sie die
Möglichkeit die weiteren Schauspieler selbst zu wählen. Aber nach der
Einführung der Schauspielerwettbewerbe teilte man den Dichtern die
sogenannten "Protagonisten" durch Los zu. Ein Protagonist war damals der
Schauspieler, dem die Hauptrolle zu Teil wurde. Durch den Beginn der
Schauspielerwettstreite wurde die schnelle Entwicklung und Professionalisierung
der Schauspielkunst dokumentiert und verstärkt.
Im antiken Theater waren alle Rollen durch
Männer besetzt, auch die Frauenrollen wurden von Männern gespielt.
Während der gesamten Aufführung trugen die Schauspieler Masken. Der
Gebrauch von Masken reicht tief in primitives Brauchtum und religiöse
Vorstellungen zurück, bietet aber auch wichtige praktische Vorteile. Die
Maske ermöglichte es den Schauspielern in kürzester Zeit ein
Rollentausch. Sie erleichterte die Darstellung von Frauenrollen durch
Männer. Auf der Maske war nur das wesentlichste abgebildet, da in einem
Riesentheater der individuelle Gesichtsausdruck und die Mimik bedeutungslos
waren.
Wie die Maske diente auch das Kostüm
ursprünglich der kultischen Vermummung und Verwandlung. Später jedoch
hatte es vor allem eine ästhetische und bühnentechnische Funktion. In
der Tragödie trugen die Helden ein weites, buntgemustertes Prachtgewand mit
langen Ärmeln, das bis zu den Füßen reichte. Es verlieh dem
tragischen Helden Glanz und Würde. Mit Hilfe von Farben, Schmuck, Details
und Requisiten ermöglichte dieses Kostüm die jeweils notwendige
Differenzierung der Personen nach natürlichen, geographischen und
gesellschaftlichen Unterschieden. Vor der Einführung dieses
Schauspielergewands wurde wahrscheinlich eine reich differenzierte
Alltagskleidung getragen. Das Standardkostüm der Komödie unterschied
sich grundlegend von dem der Tragödie. Bei der Darstellung einer
männlichen Person war das Kostüm ein enganliegendes, fleischfarbendes
Trikot. Es sollte die Haut symbolisieren.
Dieses Trikot war an Bauch und
Gesäß grotesk ausgestopft.
Das Schauspielergewand für eine
Frauenrolle bestand aus einem knöchellangen, gelben Gewand, einem Mantel,
dazu ein Stirnband mit Haarnetz und ein paar engen Schuhen. Es war in der selben
grotesken Weise ausgestopft wie das Kostüm für eine
Männerrolle.
Die Bedeutung des antiken
Theaters
Die Entwicklungszeit des antiken Theaters war
durch den Konflikt zwischen den Herrschaftsformen Aristokratie und Demokratie
geprägt. Dies machte sich auch in der Kunst bemerkbar. Die Kunst
mußte sich mit den traditionellen Werten und dem Fortschritt
auseinandersetzen.
Im antiken Theater wurde die Politik indirekt
angesprochen. Damit sollte die Isolation der Politik von der Gesellschaft
verhindert werden.
Das griechische Theater half zu erkennen, was
moralisch richtig oder falsch war. Man wurde mit der eigenen Lebenssituation
konfrontiert und es schuf Distanz und Ausgleich zum eigenen Leben. Das antike
Theater machte den Bürgern die grundsätzlichen Probleme ihres Lebens
bewußt. Es sollte aber auch zur Unterhaltung der Menschen
dienen.
Literaturverzeichnis
Kallistow, D.P., Antikes Theater, Koehler & Amelang, Leipzig
1974,
Schwab, L./ Weber, R., Theaterlexikon - Kompaktwissen für Schüler
und junge Erwachsene, Cornelson-Verlag, Frankfurt/M. 1991,
Trilse, Ch., Hammer, K., Kabel, R., Theaterlexikon, Henschelverlag, Berlin
1978
http://www.referate.heim.at
- Das antike Theater
von Bastian Gogolin (bastian.gogolin@cww.de)
- Das antike Theater
von Olaf Ueberschär (Olaf.Ueberschaer@t-online.de)
Bewertung:
Für das Referat erhielt ich von meiner Lehrerin
(Klasse 11) die Note 1.
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