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Vulkanismus in Süditalien: Vesuv, Ätna und Strombo
Vulkanismus in Süditalien: Vesuv,
Ätna und Stromboli
Vulkanismus Unter Vulkanismus versteht man alle geologischen Vorgänge,
die mit dem Austritt fester, flüssiger oder gasförmiger Stoffe aus dem
Erdinneren an die Erdoberfläche in Zusammenhang stehen. Diese Definition
bezieht sich jedoch nur auf warme bis heiße Stoffe, da nicht jede normal
Quelle unter Vulkanismus gefaßt werden kann. Die Förderung dieser
Stoffe geht von schmelzflüssigen Magma ansammlungen, den sogenannten
Vulkanherden (Hot Spot), aus, die in unterschiedlicher Tiefe (2 bis 50 km)
gelegen sein kön nen. Durch Abkühlung, Druckentlastung u.a.
Vorgänge kommt es hier zur Entbindung der unter hohem Druck im Magma
gelösten Gase. Die Gase dringen dann zur Oberfläche vor und
können dabei Magma mitreißen. Die Austrittsstellen sind als röh
renförmige Schlote oder als lange Spalten ausgebildet. Die Schlote sind an
der Öffnung oft zu Kratern erweitert.
Entstehung Die Erdkruste, die oberste Schicht der Erde, besteht aus
Platten, die wie Eisschollen auf den darunterliegenden Schichten schwimmen. Die
Magma gelangt durch diese sogenannten tektonischen Plattenverschiebungen in
höhere Schichten des Erdmantels. Dort wo Erdplatten in der Größe
von Kontinenten auseinanderdriften kommt neues Erdmaterial in der Form von Magma
an die Oberfläche.
Typen Tätigkeit Man unterscheidet grundsätzlich, je nach
Ausbruchstätigkeit, zwischen zwei Arten: Die explosiven Vulkane entstehen
plötzlich mit einer starken Explosion. Die dabei ausgestoßene Magma
lagert sich zum Teil als steiler Wall um den Schlot zum Teil als Lavastrom in
einiger Entfernung ab. Die explosiven Vulkane bilden einen Gürtel rings um
den Pazifik, und zwar teils auf dem Festland (besonders Amerika), teils auf den
Inselbögen. Bei den Schichtvulkanen wird die Magma langsam an die
Oberfläche gedrückt und verteilt sich dort weiträumig. Durch
weitere Aufschichtungen entsteht langsam ein flacher Kegel. Diese Vulkane nennt
man effusiv. Die effusiven Vulkane treten auf den mittelozeanischen Rücken
und den zentralen ozeanischen Inseln (z.B. Island, Hawaii) sowie im inneren der
Kontinente auf. Aufbau Beim Aufbau eines Vulkans unterscheidet man fünf
Haupttypen: a) Lavavulkane bestehen überwiegend aus Lava, die sich in ver
schiedenen Schichten, die meist 5-15 m dick sind, abgelagert hat. Durch
langanhaltende Vulkantätigkeit können bis zu 3000 m mächtige
Folgen entstehen. Zu den Lava vulkanen gehören die Schildvulkane, die durch
weit aus laufende Lava besonders flach angelegt sind. Spalten- und
Flankenausbrüche tragen zu der Entstehung bei. Aus einem Lavasee an der
Spitze des Berges fließt flüssige Lava und verteilt sich
weiträumig (bis zu 700.000 km² in Brasi lien/Uruguay). Lavavulkane
gibt es besonders auf Island und Hawaii. b) Bei Lockervulkanen wird nur
Lockermaterial, d.h. erkaltetes festes Gestein, und keine Lava ausgeworfen. Es
bildet sich ein Ringwall. c) gemischte Vulkane bestehen aus einer Wechselfolge
von Lava ergüssen und Lockermaterial. Wegen ihres schichtartigen Auf baus
nennt man sie auch Schicht- oder Stratovulkane. Sie haben meist einen
kegelförmigen Aufbau. Durch den Einsturz von Hohlräumen kann es zu
einer kesselförmigen Vertiefung kommen. Diese Vertiefung wird Caldera
genannt. Auf dem Boden der Vertiefung können neue Vulkane entstehen (wie
beim Vesuv). d) Gasvulkane sind die Folge von reinen Gasausbrüchen. Dazu
zählt man die Maare1, die nur von einem kleinem Wall umgeben sind. Die
Durchschlagsröhren, durch die das Gas an die Oberfläche gelangt sind
fast senkrecht in der Erdkruste und mit Nebengesteinbrocken und vulkanischem
Gestein angefüllt. e) Vulkanotektonische Horste entstehen wenn die
hochgepreßte Magma Deckenscholle aufwölbt. Es tritt keine Magma an
die Oberfläche.
Verbreitung Vulkane gibt es auf der ganzen Erde. Besonders hohe Verbreitung
finden sie rund um den Pazifik, wo sich etwa 2/3 aller tätigen Vulkane
befinden. Die meisten tätigen Vulkane befinden sich vollständig unter
Wasser. Bevorzugt findet man Vulkane an Störungen der Erdoberfläche,
wie z.B. Platten grenzen.
Berühmte Vulkane, Rekorde 1815 kam es zu einem verheerenden Ausbruch
des Tambora-Vul kans in Indonesien. Die Explosion war noch in 1600 km Entfernung
deutlich zu hören. Die bei dem Ausbruch frei gesetzte Gesamtenergie
entspricht etwa der Energie von 20.000 Megatonnen des Sprengstoffs TNT (8x1019
Joule) entspricht. Der Vulkan schleuderte 150 km³ Aschemassen heraus. Dabei
schrumpfte der Berg um 1300 m. Selbst Die Asche wurde hoch in die
Atmosphäre hinaufgeschleudert und verteilte sich dort. Dies verursachte,
daß auf der ganzen Erde im darauffolgenden Jahr der Sommer ausblieb. In
England erfroren die Ernten und viele Bauren verloren ihre Existenz. Bei der
Explosion des Krakatau in Indonesien im Jahre 1883 wurde Energie freigesetzt,
die der Energie von 1500 Megatonnen TNT (6x1018 Joule) entspricht. Die Explosion
war etwa 26 mal stärker als die bisher stärkste
Wasserstoffbombenexplosion. Dies war die bisher größte Explosion in
der Geschichte. Noch 10 Tage später fiel in 5000 km Entfernung Ascheregen.
Die Explosion konnte man als lauten Donner auf einem Gebiet, das die etwa
gleiche Fläche wie Europa hat, hören. Bei einem Ausbruch können
100.000 m³, in seltenen Fällen bis 1,4 Millionen m³, Gestein pro
Stunde gefördert werden.
Vulkane in Italien Vesuv Die Katastrophe hatte sich bereits durch ein
starkes Erdbeben in Jahre 62 n. Chr. angekündigt. Am 24. August 79 n. Chr.
brach der Vesuv aus. Dabei wurden die umliegenden Orte Pompeji, Herculaneum,
Stabiae, Oplontis, Leucopaetra, Taurania, Tora, Cossa und Sora begraben. Die bei
der Explosion entstandene Bimsstein- und Aschewolke zog nach Süden, die
dort liegenden Städte – besonders Pompeji – verschwanden unter
einer 3 bis 5 m hohen Bimssteinschicht. Einige Orte am Fuße des Berges
– besonders Herculaneum – wurden von einer Schlammlawine
überrollt, die aus Asche und dem plötzlich einsetzenden starken
Regenfällen gebildet hatte. Die begrabenen Städte wurden so
konserviert worden und konnten heute vollständig erhalten wieder
ausgegraben werden. Der 1277 m hohe Vesuv ist weiterhin aktiv. Der heute noch
erkennbare Krater von 79 n.Chr. ist zu einer Caldera eingestürzt und durch
neue Ausbrüche ist ein neuer Krater ent standen. Das letzte Mal war der
Vesuv 1944 tätig. Der Vesuv ist eigentlich nur geschichtlich interessant,
da er durch seinen Ausbruch die Geschichte des alten Roms unter sich begraben
und somit für die Nachwelt erhalten hat. Vulkanologisch sind die beiden
tätigen Vulkane Italiens, der Ätna und der Stromboli wesentlich
interessanter. Ätna Der zur Zeit 3350 m hohe Ätna liegt auf Sizilien.
Seine Basis hat einen Durchmesser von etwa 35 km. Er überdeckt eine
Fläche von etwa 1200 km². Besonders interessant macht ihn seine
jahrhundertelange, durchgehende Aktivität. So ändern sich
Größe und Form des Berge laufend. Am Ätna kann man vulkanische
Tätigkeit über lange Zeit hin beobachten und erfor schen, da der
Vulkan immer tätig ist und da sich die meisten vulkanischen
Tätigkeiten am Ätna wiederfinden lassen. Der Ätna hat vier
Hauptkrater, die alle ständig aktiv sind. Der Zentralkrater hat einen
Durchmesser von etwa 200 m und ist 80 m tief. Besonders typisch sind
Flankenausbrüche, bei denen weit unterhalb des Kraters plötzlich neue
Nebenkrater entstehen oder sich Spalten, aus denen große Mengen an Lava
ausströmt, öffnen. Es gibt zur Zeit etwa 300 Kleinvulkane direkt um
den Ätna. Der Ätna befindet sich genau an der Kreuzung von
europäisch- afrikanischer Plattengrenze und der
Cómiso-Messina-Störung. An dieser Stelle treten die Magmamassen bis
dicht an die Ober fläche und so kann die Magma leicht entweichen. Die
Magmakammer des Ätna liegt in einer Tiefe von etwa 50-80 km. Es besteht
eine direkte Verbindung zwischen dem Vulkan und der Magmakammer. Stromboli Der
Stromboli – eine rein vulkanische Insel – liegt nördlich von
Sizilien. Der Vulkan gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Er ist 1000
m hoch und bricht 4 bis 6 mal pro Stunde aus. Der Stromboli hat den gleichen
Ursprung wie der Ätna und wird von der gleichen Magmaquelle gespeist.
Gesteine Die Vulkanischen Förderprodukte bestehen aus Laven,
Lockermassen und Gasen. Die vulkanischen Lockermassen und Gase, werden mit zum
Teil explosionsartigen Eruptionen, bis zu 100 m, teilweise bis zu 400 m, weit
herausgeschleudert. Lava Herausfließende Lava breitet sich je nach ihrer
chemischen Zusammensetzung, Temperatur, und ihrem Gasgehalt mehr oder weniger
weit aus. Dabei bilden sich unterschiedliche Erstarrungsformen. Es entstehen
Ergußgesteine. Die Lava hat beim Austritt Temperaturen zwischen 900 und
1200°C. Beim Austreten aus dem Vulkan können sie Geschwindigkeiten bis
zu 20 km/h erreichen. Beim Erkalten bildet sich eine feste Kruste und die
Fließgeschwindigkeit nimmt ab. Die Kruste verhindert jedoch das schnelle
Auskühlen der darunterliegenden Lava. Bestandteile Das in festem oder
flüssigem Zustand herausgeschleuderte Material und die daraus
hervorgehenden Gesteine nennt man Pyro klastite. Die Auswurfsprodukte
unterscheidet man in: a)Asche: staubiges bis sandiges Lockermaterial. Es
entsteht aus zerriebenem Gestein der Schlotwände und aus Magma. Die Asche
lagert sich entweder als Wall um die Ausbruchsstelle oder sie geht als
Aschenregen in einiger Entfernung nieder. Der Vesuvausbruch ist das klassische
Beispiel für einen Ascheauswurf. b)Bimssteine: schaumig poröses
vulkanisches Glas. Bimsstein wird unter Wassereinfluß zu Tuff verfestigt.
Es ist leichter als Wasser. c)Bomben: Lavafetzen die im Flug durch Drehbewegung
eine be stimmte Form annehmen und erstarrt zu Boden fallen. d)Lapilli:
Bruchstücke alter Laven die im Gegensatz zu den Bomben im festen Zustand
ausgeworfen werden. e)Schlacken: blasig-poröse Lavabrocken, die an der
Ober- oder Unterseite eines Lavastroms entstanden. chemische Zusammensetzung Die
Zusammensetzung der Gase konnte bislang nur unzureichend geklärt werden,
das Proben nur unter Lebensgefahr entnommen werden können. Die wesentlichen
Bestandteile sich jedoch Wasser, Kohlensäure, Schwefeldioxid, Wasserstoff,
Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff und Fluorwasserstoff. Die Gesteine bestehen
hauptsächlich aus Silikaten von Aluminium, Eisen, Magnesium, Calcium,
Natrium und Kalium. Der wichtigste Bestandteil ist Kieselsäure (SiO2) mit
einem Anteil von bis zu 72%. Der zweitwichtigste Bestandteil ist Aluminiumoxid
das in Verbindung mit Kieselsäure eines der häufigsten Minerale dieser
Gesteine, Feldspäte, ausbildet. Je nach Anteil der Kieselsäure und
nach Temperatur des Gestein fließen die Lavaströme mit verschiedener
Geschwindigkeit. Je mehr Kieselsäure vorhanden ist, desto langsamer
fließt der Lavastrom.
Literaturverzeichnis Schülerduden, Die Geographie Der Ätna,
Spektrum der Wissenschaft, Januar 1985 1816: Das Jahr ohne Sommer, Spektrum der
Wissenschaft, Januar 1983 Pompeji, Peter Connolly, Tessloff Verlag Wo die Erde
Feuer speit, Vulkane in Italien, Otto Hahn, Film Unsere Welt auf einen Blick,
Schneider Verlag Guinness Buch der Rekorde 1989, Ullstein
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