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Freie Marktwirtschaft
Freie
Marktwirtschaft:
- Privates Eigentum an
Produktionsmitteln
- Streben nach
Gewinn
- Wettbewerb auf einem freien
Markt (Markt = Aufeinandertreffen von Angebot und
Nachfrage)
Produzent entscheidet, was er produzieren will,
Konsument entscheidet, was er kaufen will.
Wirtschaftliche Freiheiten:
- Konsumfreiheit: Der Konsument
kann unter verschiedenen Produkten wählen
- Gewerbefreiheit: Jeder kann
ein Unternehmen gründen und führen
- Freie Berufswahl: Jeder kann
seinen Beruf und Arbeitsplatz frei wählen
- Handelsfreiheit: Alle
Güter können frei im In- und Ausland gekauft und verkauft werden.
(Freihandel)
- Wettbewerbsfreiheit:
Konkurrenz vieler Anbieter und vieler Nachfragender wird nicht
beschränkt.
Der Preis bildet sich bei einer freien Marktwirtschaft
aus dem Spiel von Angebot und Nachfrage
Der Wettbewerb:
Mehrere Anbieter und Nachfragende schaffen Wettbewerb.
Nachfragende = Konsumenten u. Unternehmen, die Rohstoffe, Energie, usw.
einkaufen.
Der Wettbewerb wirkt auch als Ausleseprinzip: Anbieter
müssen Kosten senken, Rationalisieren, neue Investitionen tätigen,
neue Techniken entwickeln um bestehen zu können.
Die Markttransparenz:
Man muß einen Überblick über das gesamte
Angebot od. über die gesamte Nachfrage haben, um auf die Nachfrage
entsprechend reagieren oder aus dem Angebot gezielt wählen zu
können.
Marktmechanismus:
steigende Preise -> nachlassende
Nachfrage
sinkende Preise -> steigende
Nachfrage
Probleme:
Durch den Verdrängungswettbewerb scheiden
wirtschaftlich Schwache aus, das übrigbleiben eines einzigen Anbieters ist
möglich (Monopol).
Der Wettbewerb wird oft durch Preisabsprachen, Monopole,
Kartelle, usw. ausgeschaltet.
Das Marktgleichgewicht wird selten erreicht. Es herrscht
vielmehr ein ständiger Anpassungsprozeß vor.
Die Preise schwanken nicht nur mit dem Angebot und der
Nachfrage sondern sind auch von der wirtschaftlichen Lage (Konjunktur/Rezession)
abhängig.
Da das private Gewinnstreben und das Eigeninteresse im
Vordergrund stehen werden öffentliche Leistungen für die Gesellschaft
vernachlässigt (z.B. soziale Einrichtungen, Schaffung einer Infrastruktur,
Entsorgung, Bildungseinrichtungen).
Soziale
Marktwirtschaft:
Staat hat Einfluß auf das freie Kräftespiel
der Marktwirtschaft. Der Staat übernimmt Ordnungsaufgaben:
- den Wettbewerb regeln (z.B.
Antikartellgesetz)
- Preise festsetzen (z.B.
für Grundnahrungsmittel)
- als Unternehmer auftreten
(verstaatlichte Betriebe)
- Löhne festsetzen
(Kollektivverträge, Mindestlohn)
- Berufs- und
Gewerbequalifikationen bestimmen
- das Sparen oder den Konsum
fördern (Zinsen)
- Unternehmen unterstützen
(Subventionen)
- Einfuhr und Ausfuhr regeln
(Zölle)
Der Staat versucht die durch den freien Wettbewerb
geschaffenen Einkommensunterschiede zugunsten der wirtschaftlich und sozial
Schwächeren abzubauen. (progressive Einkommenssteuer, Zuschüsse,...).
Auf diese Weise werden Konsumenten wie Pensionisten, Arbeitslose und Kinder
konsumfähig erhalten.
Zentralverwaltungswirtschaft:
In der Marktwirtschaft planen alle einzeln und für
sich. In der Planwirtschaft hingegen Plant der Staat für alle: Unternehmen
müssen produzieren, was der Plan vorgibt. Die Konsumenten haben nur das
geplante Angebot zur Verfügung.
Der Staat verfügt über alle
Produktionsmittel:
- Grundstücke
- Bergwerke
- Fabriken
- Läden
- Handelsorganisationen
Dieses System verlangt ein Gesellschaftssystem, in dem
das private Gewinnstreben und die Möglichkeit, andere Menschen für
eigene unternehmerische Ziele anzustellen, nicht erlaubt sind.
Die Planung erfolgt durch den Staat, welcher zuerst
langfristige Pläne für 15-20 Jahre erstellt. Sie geben die
gesamtwirtschaftlichen Entwicklungsziele vor. In den Fünfjahresplänen
wird versucht, allen Wirtschaftsbereichen konkrete Ziele zu stecken. In den
Plänen für jeweils ein Jahr werden die Betriebe genau angewiesen die
vorgegebene Produktionsziele einzuhalten. Die Preise werden ebenfalls
festgesetzt, zeigen also nicht wie in der Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage
an.
Probleme:
Die Planung wird dort schwierig, wo es um die
verschiedenen Einzelbedürfnisse, um die individuellen Wünsche der
Menschen geht (z.B. Kleidung, Wohnung, Freizeit, Bildung,
Kultur,...)
Je detaillierter die Pläne, desto schwieriger wird
die Anpassung an die Wirklichkeit. Auf Störungen (wenn z.B. ein Plansoll
nicht erreicht wird) reagiert die ZVW sehr empfindlich. Die Nichteinhaltung
eines Planes hat Auswirkungen auf andere Pläne.
Die ZVW will den Menschen einen höheren
Lebensstandard, also höhere verfügbare Einkommen bescheren. Deshalb
werden die Nahrungsmittelpreise künstlich niedrig gehalten. Die daraus
resultierenden niedrigen Agrarpreise bieten aber wiederum wenig Anreiz, die
landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Lange Warteschlangen vor den
Geschäften und nicht hohe Preise sind die Folge der so entstandenen
Lebensmittelknappheit.
Jede Planungsgewalt hat natürliche Grenzen. So ist
die Landwirtschaft z.B. gegen Naturkatastrophen nicht gefeit. Auch
läßt sich menschliche Leistung nur zu einem bestimmten Grand
anbefehlen. Je qualifizierter die Tätigkeit, desto höher der Einsatz
von Wissen und Innovation.
Da die Konsumenten wenig Spielrum für die
Verwendung ihres Lohnes sehen, ist der Anreiz für Mehrarbeit und die damit
verbundenen Prämien eher gering.
Sozialistische Marktwirtschaft (od.
marktwirtschaftl. Sozialismus):
Umstellung der ehem. Ostblockländer von ZVW
auf MW.
Als 1985 Michail Gorbatschow in der UdSSR an die Macht
kam wurde ein Erneuerungsprozeß initiiert (Glasnost,
Perestrojka)
Ziel -> Demokratisierung, Neuordnung v. Gesellschaft
u. Wirtschaft. In der Landwirtschaft: Einführung eines Pachtsystems: Bauern
schließen mit dem Betrieb einen Vertrag über d. Verrichtung
bestimmter Arbeiten (z.B. Fischzucht, Kälbermast,...) u. der Betrieb sich
verpflichtet, die Erzeugnisse zu höheren Preisen als den offiziellen zu
vermarkten. Dieses System scheiterte aber an zu großem bürokratischen
Widerstand. 1990 wurde ein Privatbesitz an Grund und Boden wieder bedingt
möglich.
Weitere Maßnahmen zu einer Umstellung auf eine
Demokratie und Marktwirtschaft sind:
- Einführung demokratischer
Mehrparteiensysteme, von Rechtsstaatlichkeit und privaten
Eigentumsrechten
- Etablierung einer auf
staatlicher Souveränität beruhenden Außenpolitik und der Aufbau
neuer sicherheitspolitischer Beziehungen
- Neuordnung des
Wirtschaftssystems zu einer dezentralen, privat organisierten
Marktwirtschaft
- Modernisierung des veralteten
Produktionsapparates in der Industrie und in der Landwirtschaft und Aufbau eines
Dienstleistungssektors
- Herstellung eines neuen
sozialpolitischen Systems
- Abbau von Haushaltsdefiziten,
Einführung neue Besteuerungsverfahren und
Subventionsstreichungen
- Entwicklung umweltpolitischer
Konzepte sowie Durchführung von Maßnahmen zur Sanierung der stark
beeinträchtigten Umwelt
Doch der ersten Euphorie über die neugewonnene
Freiheit wich bald die Enttäuschung. Sinkende Realeinkommen,
Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und steigende Kriminalität sowie
mafiaartige Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft, Vetternwirtschaft und
neuer Reichtum bei alten Kadern lassen den Glauben der Bevölkerung an die
Vorteile von Demokratie und Marktwirtschaft schwinden. Die Rückkehr der
postkommunistischen Parteien in die Parlamente und ihre Beteiligung an der
Regierungsverantwortung sind das politische Spiegelbild der Desillusionierung
der Bürger.
Bsp: China:
Politisch: Festhaltung am Einparteienstaat, aber seit
1978 Wirtschaftsreformen. Teilweise Aufhebung der ZVW und in einigen Branchen
und Regionen MW. Dennoch gelten weiterhin Fünfjahrespläne. Ab 1980:
Privatisierung der Landwirtschaft -> Ertragssteigerungen um bis zu 35%!
Anschließend wurde das Kleingewerbe (z.B. Friseure, Imbißstuben,
Schuster, Schneider...) privatisiert -> bessere Deckung mit
Gütern.
Ab 1984: Umgestaltung der Industrie: Kürzung der
Subventionen, Preiserhöhungen und mehr Leistungsdruck -> Steigerung der
Produktion; Überschüsse dürfen frei am Markt verkauft
werden.
Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen:
Ausländ. Unternehmen können in Kooperation mit chines. Firmen
Unternehmen in diesen Zonen gründen (Joint Ventures). Die Löhne sind
sehr niedrig und die Steuern sehr niedrig.
Budget
Funktionen des Budgets:
- Allokationsfunktion: Deckung des Bedarfs an
öffentlichen Gütern und Diensten
- Distributionsfunktion: Umverteilung von Einkommen und
Vermögen
- Wirtschaftspolitische Funktion: Beeinflussung von
Wirtschftsablauf und Wirtschaftsstruktur
Weg der Budgeterstellung:
- Aufstellung des Haushaltsplanes des Bundes
(Budgetvoranschlag) mit Besprechungen auf Beamten- und später auf
Ministerebene, unter Leitung des Finanzministers.
- Ministerrat billigt den Budgetentwurf und wird dem NR.
vorgelegt wo eine einfache Mehrheit genügt dem Budgetentwurf zuzustimmen.
=> Bundesfinanzgesetz.
- Ist der Finanzminister gezwungen, mehr auszugeben als
geplant benötigt er die Zustimmung des Nationalrates durch ein
Budgetüberschreitungsgesetz. Im Bundesrechnungsabschluß werden nach
Ablauf des Budgetjahres schließlich die tatsächlichen Einnahmen und
Ausgaben abgerechnet.
Einnahmen u. Ausgaben des
Bundes:
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Einnahmen
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Ausgaben
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Direkte Steuern (Lohn und
Einkommensteuern)
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Finanzschuldendienst
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Indirekte Steuern (MwSt.,...)
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Soziales (Wohnbau, Gesundheit)
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Einnahmen aus den Bundesbetrieben
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Bildung, Forschung und Wissenschaft)
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Kredite
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Wirtschaft, ÖBB, Post, ...
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Recht, Sicherheit und Verkehr
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Es gibt insgesamt 70 Steuern und Steuernähnliche
Abgaben, wobei sich die Einnahmen auf die MwSt. und EkS
konzentrieren.
Steuerpolitik:Durch Steuern kann die Wirtschaft
gelenkt werden und Einkommen umverteilt werden.
Aufgaben: Steuern sollen für den Staat
genügend ergiebig sein, nicht leistungsfeindlich, und zugleich sozial
ausgleichend => Steuerlich Entlastung für Kinderreiche Familien,
Alleinerzieher, Behinderte, ...
Steuerprogression: Steuersatz steigt
überproportional mit der Höhe der Einkommen an. =>
Umverteilung
Budgetdefizit: Wenn der Staat(o. ä.) mehr ausgibt
als er Einnimmt.
Maßnahmen zur Budgetsanierung:
- Sparpaktet.
- Personalreduktion
- Privatisierung
- Steuererhöhungen
- Sozialsatffelung von
Dienstleistungen.
Folgen des Budgetdefizits:
Zunahme der Ausgaben für Tilgung und
Kreditzinsen.
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