|
Du bist hier: Referate Datenbank | Erdkunde
| Workflow - Management
Workflow - Management
Workflow-Management
Einleitung
Die Rezession der frühen 90er Jahre hat in allen Branchen ihre Spuren
hinterlassen. Waren die 80er Jahre noch geprägt von steigenden Umsatzzahlen
und wachsenden Gewinnen, so führten veränderte Rahmenbedingungen seit
Ende der 80er zu einem Umdenken in vielen Unternehmen. Zu diesen
Veränderungen zählten unter anderem eine Globalisierung der
wirtschaftlichen Aktivitäten, verkürzte Produktlebenszyklen, Forderung
nach verkürzten Lieferzeiten, zunehmender Konkurrenzdruck und erhöhte
Qualitätsansprüche.
Aufgrund des sich verschärfenden Wettbewerbes erhöhen sich die
Anforderungen an die Unternehmen. Schnelles flexibles Reagieren auf
Kundenanforderungen bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität,
Erhöhung der Qualität und Verkürzung der Lieferzeiten wird zu
einem immer wichtigerem Faktor bei der Erreichung von Marktvorteilen. Erschwert
wird dies noch durch eine breite Produktangebotspalette, hohe Variantenvielfalt,
unternehmens- bzw. standortübergreifende Vorgänge und damit verbunden
komplexer werdende Aufgaben. All dies erfordert:
- ganzheitliche Unternehmensicht
- geschäftsprozeßorientiertes Handeln
- kooperatives vernetztes Arbeiten
- schnelles Reagieren auf Veränderungen
- effiziente Aufgabenabwicklung sowohl
standortbezogen als auch standortübergreifende
Auf der Basis dieser Erkenntnisse läßt sich der aktuelle Trend
erklären: "Weg von traditionellen Hierarchiegedanken - hin zu
lösungsorientierten flexiblen Arbeitsabläufen". Dies hat zur Folge,
daß in einem Unternehmen die Arbeitsabläufe nicht mehr isoliert
betrachtet werden, sondern aus einer ganzheitlichen Unternehmenssicht.
Workflow-Management-Systeme haben zum Ziel, den Arbeitsablauf zu
optimieren, so daß die Organisation beschleunigt, leistungsfähiger
und damit Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens
erhöht werden. Workflow-Management bedeutet nichts anderes als
Arbeitsflußsteuerung. Diese soll die Planung, Gestaltung, Strukturierung
und den Ablauf von Geschäftsprozessen effizienter gestalten. Die am
Prozeß beteiligten Ressourcen bzw. Kapazitäten (Material,
Mitarbeiter, Informationen, Anwendungen, etc.) können so optimal eingesetzt
und koordiniert werden
Begriffsbestimmungen
Die Begriffe Geschäftsprozess, Workflow und
Tätigkeit
Der Begriff Geschäftsprozess
Der Geschäftsprozess ist ein organisatorischer Ablauf in einem
Unternehmen, welcher Daten erzeugt und an dem in der Regel mehrere Mitarbeiter
in unterschiedlichen Unternehmensbereichen beteiligt sind.
Beispiel eines Geschäftsprozesses ist die organisatorische Klammer zur
ganzheitlichen Verwaltung einer Bestellung von der Abgabe derselben über
die Lieferschein- und Rechnungsprüfung bis hin zur Freigabe der
Rechnung.
Der Begriff Workflow
|
Der Workflow ist die Ablauffolge von Tätigkeiten.
|
Um eine Aufgabe zu erfüllen, sind mehrere Tätigkeitsschritte
nötig, die in der Regel von mehreren Personen ausgeführt werden. Diese
Tätigkeiten sind oft logisch und zeitlich miteinander
verknüpft.
Die Kette von Tätigkeiten wird als Workflow oder auch als
Ablauforganisation bezeichnet.
Der Begriff Tätigkeit
|
Die Tätigkeit ist die Durchführung eines
Arbeitsschrittes.
|
Eine Tätigkeit ist zum Beispiel das Holen, Versenden oder Drucken
eines Dokumentes, das Lesen oder Schreiben eines Datensatzes,...
Die Abgrenzung zwischen Geschäftsprozess, Workflow und Tätigkeit
Die Begriffe CSCW, Groupware, Workflow Management und
Workgroup Computing
Der Begriff CSCW
Im Zusammenhang mit CSCW ("Computer Supported Cooperative Work") erforschen
Wissenschaftler aus den verschiedensten Disziplinen die kooperative Arbeit in
Organisationen und deren Unterstützung durch die Technik. Durch die
Multidisziplinarität entstehen Konflikte zwischen Begriffsdefinitionen
sowie Meinungsverschiedenheiten über die Forschungsinhalte bzw.
-schwerpunkte. Große Unklarheit besteht, welche Elemente kooperative
Arbeit bzw. Gruppenarbeit ausmachen und wie sie unterstützt werden
können.
CSCW sucht also noch seine Abgrenzung zu anderen Forschungsgebieten. Einige
Autoren sehen CSCW deshalb zur Zeit als Paradigma an oder fragen, ob es wirklich
notwendig ist, CSCW genau zu definieren.
Eine allgemeine Definition von CSCW ist:
|
Unter CSCW wird ein interdisziplinäres Forschungsgebiet aus
Informatik, Soziologie, Psychologie, Arbeits- und Organisationswissenschaften,
Anthropologie, Ethnographie, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften,
u.a. verstanden, das sich mit Gruppenarbeit und die Gruppenarbeit
unterstützender Informations- und Kommunikationstechnologie befaßt.
Wobei der Terminus CSCW als Schlagwort anzusehen ist und ihm keine besondere
Bedeutung zukommt.
|
Aus dem Spektrum der unzähligen Aspekte sollen hier die
- der Art und Weise der Zusammenarbeit von Menschen
innerhalb von Gruppen,
- der Koordination der Arbeit,
- der Anforderungen an die angewandten Technologien
und deren Auswirkung auf den Menschen und
- der Auswirkungen auf und Anforderungen an die
Organisationsstrukturen
beispielhaft erwähnt
werden.
Der Begriff Groupware
Der Groupwarebegriff ist weit stärker umstritten als der Begriff CSCW.
Die Auffassungen, was zur Groupware gehört und wozu sie dient, gehen weit
auseinander. Unklarheiten, was Groupware von anderen Produkten abgrenzt, gibt es
bezüglich den Komponenten eines Informations- und Kommunikationssystems,
der Art der zu unterstützenden Gruppenarbeit sowie die Größe der
zu unterstützenden Organisationseinheit, den Unterstützungsfunktionen
und deren Umfang sowie wirtschaftlichen und organisatorischen
Zielsetzungen.
Groupware besteht nicht nur aus Software, sondern umfaßt auch
Hardware. Außerdem hat der Einsatz von Groupware Auswirkungen auf die
Infrastruktur und Organisation. Weiter entsteht die Frage, was zur Gruppenarbeit
gehört. So fordern Kraut, Egido und Galegher, daß neben der
zielgerichteten bzw. aufgabenbezogenen Zusammenarbeit Groupware auch
beiläufige, soziale Interaktion unterstützen muß, da dies ein
wichtiger Faktor des Arbeitsablaufes darstellt. Die Art und der Umfang der
Unterstützungsfunktionen von Groupware ist derzeit durch die
Möglichkeiten der Technologie und der Softwaremodellierung begrenzt, jedoch
sollte jede Art von Interaktion zwischen Gruppenmitglieder unterstützt
werden. Ziel von Groupware ist eine humane Gestaltung der informations- und
kommunikationstechnologischen Unterstützung und dadurch die Steigerung der
Effizienz und Produktivität sowie Flexibilität und Geschwindigkeit.
Eine allgemeine Definition von Groupware:
|
Die praktische Umsetzung der im CSCW-Forschungsgebiet gewonnen Erkenntnisse
in ein Informations- und Kommunikationssystem, das die Teamarbeit
unterstützt, wird als Groupware bezeichnet. Einflußfaktoren von
Groupware sind Mensch, Aufgabe, Organisation und Technik.
|
In Anbetracht der uneinheitlichen Definitionen stellt die Frage, ob eine
Definition von Groupware wirklich wichtig ist.
Der Begriff Workgroup Computing
Der Begriff Workgroup Computing ist seltener in der Literatur zu finden als
die anderen hier behandelten Begriffe. Es bedeutet in der Regel die praktische
Anwendung von Groupware. Wird Workgroup Computing als Gegensatz zu Workflow
Management verstanden, stellt es eine flexible informations- und
kommunikationstechnologische Unterstützung einer kleineren Gruppe, die in
Eigenregie unterschiedliche und überwiegend unstrukturierte Aufgaben mit
einer niedrigen Wiederholungsfrequenz bearbeitet, dar.
Der Begriff Workflow Management
Das Verständnis bezüglich Workflow Management ist relativ
einheitlich: Die Workflow Management Coalition (siehe unten) befaßt
sich damit, die Begriffsdefinitionen, die mit diesem Bereich von Groupware
verbunden sind, zu vereinheitlichen.
So kann allgemein definiert werden:
|
Workflow Management umfaßt die Modellierung, die Simulation sowie die
Ausführung und Steuerung (in zeitlicher und örtlicher Hinsicht) von
Geschäftsprozessen unter Bereitstellung der jeweils benötigten
Informationen und Werkzeuge.
|
Bisher werden überwiegend strukturierte Arbeitsvorgänge mit
folgenden Eigenschaften automatisiert:
- große Anzahl von Personen und
Applikationen, organisationsumfassend
- hoher Strukturierungsgrad
- hohe Wiederholungsfrequenz mit wenige Ausnahmen.
Jedoch fordern immer mehr Autoren, jede Art von
Arbeitsvorgänge zu unterstützten. Das hat zur Folge, daß
Workflow Management immer mehr zur Groupware wird, die alle Dimensionen der
Interaktion unterstützt.
Die Abgrenzungen zwischen CSCW, Groupware, Workgroup
Computing, Workflow Management
Originaldokument
enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at
this position!
Abbildung: Überschneidungen der Begriffe Groupware,
Workgroup Computing und Workflow Management
Die Workflow Management Coalition
Die WFMC wurde 1993 mit dem Ziel gegründet, Standards zu erarbeiten,
die es dem Anwender unter anderem erlauben würden,
- auf Basis einer einheitlichen
Prozeßbeschreibungssprache Analyse- und Modelliertools anderer Hersteller
einzusetzen und deren Ergebnisse in ein Workflow-System zu importieren, statt
die Abläufe in der Definitionsumgebung des Workflow-Herstellers neu
erfassen zu müssen;
- aus einer Client-Software auf mehrere
Workflow-Systeme unterschiedlicher Hersteller zuzugreifen
- Workflow-Systeme unterschiedlicher Hersteller
miteinander kommunizieren zulassen, um beispielsweise Vorgänge von System A
nach System B zu delegieren. In Unterschied zu EDI (Electronic Data Interchange)
sollten nicht nur Daten, sonder auch Vorgangsaufrufe, Statuskontrolle und
Vorgangssynchronisation systemübergreifend möglich sein;
- Systemverwaltungs- und Monitoringfunktionen zu
vereinheitlichen etwa um diese auch mit Fremdanwendungen wie Reporting und
Statistikwerkzeugen verknüpfen zu können.
Heute, 1998,
muß man feststellen, daß die Spezifikationen noch nicht
vollständig sind, und daß dort, wo vollständige Spezifikationen
vorliegen (wie z. B. beim sog. Workflow Interoperability Interface 4), keine
Kompatibilitätsgarantie gegeben ist. Einige Hersteller haben zwar bereits
Implementierungen von Sub-Sets der WFMC-Spezifikationen vorgestellt, aber
allesamt erst im Prototypen-Stadion. Einige Anbieter argumentieren, daß
ihre Produkte “WFMC-nah” programmiert seien; aber für
Standards, die der Kommunikation komplexer Systeme dienen, gilt: “Knapp
daneben ist auch vorbei.” Darüber hinaus gibt es noch große
Lücken in den Spezifikationen selbst und bei der Frage, was als
WFMC-konform gilt und was nicht. Hier hat die Diskussion um
Konformitätstest und Zertifikate gerade begonnen. Die Spezifikationen sind
allgemein genug, um unter den beteiligten Hersteller der WFMC konsensfähig
zu sein. Die technische Mittel zur Implementierung der Spezifikationen sind
freigestellt, was natürlich dann zum Problem werden kann, wenn
unterschiedliche Implementierungen aufeinandertreffen. Interface 4 bspw.
definiert auf abstrakter Ebene die Kommunikation zwischen Workflow-Systemen. Die
Implementierung – das sogenannte Binding – erfordert das Festlegen
auf Netzwerkprotokolle und andere Spezifika. Bisher gibt es aber nur ein
definiertes Binding auf Basis der Internet-Protokolle und MIME (seit März
1997).
Die bereits 1995 präsentierten Bindings auf Basis der Microsoft
–MAPI-WF (Workflow-Frameworks) sind noch nicht verabschiedet.
CORBA-Bindings
liegen derzeit bei der OMG zur Stellungnahme. Sobald diese
unterschiedlichen Implementierungen in Produkten verfügbar werden, wird die
Situation eintreten, daß es Produkte geben wird, die zwar
“WFMC-Interface-4-kompatibel” sind, aber trotzdem nicht miteinander
kommunizieren können – was nach der ursprünglichen Zielsetzung
der WFMC eigentlich die Hauptaufgabe des Interface 4
ist.
Ziele und Nutzen des Workflow-Managements
- Vermeidung von Doppelarbeiten (z.B. bei Dateneingaben,
Texterstellungen, etc.)
- Schnellere Reaktion auf (Kunden-)Nachfragen,
Auskünfte, etc.
- Bessere Berücksichtigung von Sonderwünschen,
Spezialleistungen, etc.
- Schnellere, unbüroktarische Realisierung
kurzfristiger Änderungswünsche
- Geringerer organisatorischer Abstimmungs- und
Koordinationsaufwand
- Straffung der Hierarchie in der
Aufbauorganisation
- Höhere Auslastung der verfügbaren
personellen Kapazitäten
- Höhere Auslastung der vorhandenen
Computersysteme
- Bessere “Versorgung” der Mitarbeiter mit
notwendigem Know-how
- Erhöhung der Zufriedenheit/Motivation
- Nennenswerte Verkürzung der Warte- und
Liegezeiten in der Vorgangsabwicklung
- Verkürzung von Dokument –
Transportzeiten
- Weniger Telefonrückrufe
- Bessere Einhaltung von Terminen
- Vermeidung von Terminüberschreitungen
- Verbesserung des Kontroll- und Berichtswesens
- Erhöhung der Transparenz (z.B. Status von
Vorgängen, Erkennen von Engpässen, etc.)
- Verbesserung der Führungseffizienz (z.B. besseres
Verteilen, Zuorden von Arbeiten)
- Intensivierung der Kundenbetreuung (z.B. Ausweitung
der Serviceleistungen)
- Effizientes Projektmanagement (z.B. Verkürzung
der Projektdauer)
- Vermeidung von potentiellen Fehlerquellen (z.B. beim
Abschreiben von Daten)
- Verbesserung des Unternehmensimages (z.B. aufgrund
höherer Professionalität)
- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit (z.B. durch
verkürzte Entwicklungszeiten)
- Erhöhung der organisatorischen Flexibilität
(z. B. bei Neugestaltung von Abläufen)
- Erhöhung der Innovationskraft (z.B. durch
unbürokratische Entscheidungsfindung)
- Reduzierung der Fehlerrate (z.B. Falschauskünfte,
Informations-Fehlleitung,
etc.)
Mit Workflow in die Zukunft
Das papierlose Büro
In den bisherigen Bürokommunikationssystemen hat die
papiergestützte Kommunikation nach wie vor eine entscheidende Bedeutung.
Wesentliche Informationen werden auf Papier als Datenträger, etwa
Formulare, Mitteilungen, Textdokumente, Berichte, Fax, gebundene Broschüren
oder Listen bei internen wie auch bei den externen Kommunikationsprozessen
erfaßt, ausgedruckt, weitergeleitet, zusammengestellt oder archiviert.
Darin liegt aus vielen Gründen, vor allem von der Kostenseite eines
derartigen Informationsmanagements her gesehen, nicht die Zukunft.
Trotz aller Fortschritte in der Datenverarbeitung sind 90 bis 95 Prozent
aller Informationen immer noch an Papier gebunden. Die unproduktiven Arbeiten
wie Suchen, Kopieren, Wiedervorlegen, Transportieren und Ablegen von Papierakten
kosten bis zu 80 Prozent der Arbeitszeit.
Es gibt kaum ein Unternehmen oder einen öffentlichen Betrieb, der die
papierverursachten Kosten als solche isolieren und befriedigend genau errechnen
kann. Die papierbezogenen Kosten umfassen direkt Papierbeschaffung, Lagerung,
Umformung, Manipulation, Weiterverarbeitung, Duplizierung, Konfektionierung,
Bedruckung, Zusammenstellung, Entsorgung, Transport - um nur einiges zu nennen.
Sie erstrecken sich indirekt auf Personalkosten durch ineffizientes Retrieval
und durch aufwendige Strukturbrüche bei der Vorgangszusammenstellung und
anschließenden Wiederablage.
Mit der Mikroverfilmung konnte die Papiermenge zwar in vielen Bereichen
effektiv vermindert und damit Raum eingespart werden - jedoch haben sich die
Zugriffsmethoden mit dieser Technologie gegenüber der Papierverwaltung kaum
geändert. Die Effizienz elektronischer Archivsysteme wird schnell unter dem
Aspekt deutlich, daß z.B. der Inhalt eines gewöhnlichen
Aktenschrankes mit 40 oder mehr vollen Ordnern auf einer einzigen optischen Disk
untergebracht werden kann, die mit 5,25 Zoll Durchmesser kaum größer
als eine gewöhnliche Diskette ist. Hinzu kommt der sekundenschnelle Zugriff
und die gleichzeitige Verfügbarkeit von Dokumenten für mehrere
Personen, ohne Anfertigung von Fotokopien oder Filmduplikaten. Ein weiterer
Vorteil elektronischer Speichersysteme ist in der
Telekommunikationsfähigkeit zu sehen. Durch Erweiterung mit Fax- oder
ISDN-Karten können Informationen in Sekunden in andere Städte oder
Länder transferiert werden - direkt vom Schreibtisch
aus.
Elektronische Speicherung beschleunigt Vorgänge
Die Anfänge elektronischer Vorgangsbearbeitung waren eng
verknüpft mit der Langzeit-Archivierung von Dokumenten auf optischen
Speicherplatten, und zwar als Originalvorlagen. Dieses "Imaging" allein
reduzierte jedoch noch nicht die wachsenden Papierberge in den Büros. Erst
die konsequente papierlose Speicherung aller Informationen, also auch die
Integration codierter Informationen und die elektronische Steuerung des gesamten
Bearbeitungsvorgangs, steigern die Produktivität und senken die Kosten.
Sogenannte Workflow-Systeme sollen typische "Büroprodukte" wie
Notizen, Lieferscheine, Formulare weitgehend überflüssig machen,
wofür der Begriff "papierloses Büro" zu einem Schlagwort geworden ist.
Zum anderen sollen den im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen
auftretenden Dokumenten wie Auftragserteilungen, Rechnungen, Zahlungen, Schecks,
Mitteilungen durch Einsatz der unter dem Terminus Electronic Commerce
zusammengefaßten Verfahren EDI (Electronic Data Interchange), E-Mail und
Fax der Postweg erspart bleiben. Statt dessen werden die Schriftstücke dann
über das Netzwerk transportiert. Mit dem Einsatz dieser beiden Technologien
für den intra- und interorganisatorischen Informationsaustausch verbunden
ist in erster Linie der Wunsch, interne Arbeitsabläufe einerseits und
externe Geschäftsvorgänge andererseits zu rationalisieren. Zusammen
stellen sie eine umfassende informationstechnische Lösung für den
papierlosen Geschäftsverkehr dar.
Obwohl erst seit etwa fünf Jahren im Markt, übersteigen die
Installationszahlen der Workflow- die der EDI-Systeme, die bereits seit 25
Jahren auf dem Markt sind, um ein Vielfaches. Von dieser überaus raschen
Verbreitung wird nun ein entsprechender Anschub für die bisher noch
"zurückhängenden" Electronic Commerce Produkte erwartet, denn gerade
die integrierenden und architekturellen Eigenschaften von Workflow-Systemen
haben einen positiven Einfluß auf die Diffusion von EDI.
Die auf dem Softwaremarkt befindlichen Workflow-Produkte geben ihren
Benutzern in aller Regel die Möglichkeit, verschiedene Rollen und Regeln
hinsichtlich der Arbeitsvorgänge und -abläufe zu definieren sowie den
Wegefluß der Informationen festzulegen. EDI-Anwendungen können
dadurch weitaus besser in unternehmensinterne Applikationen eingebunden werden.
Darüber hinaus wird es leichter möglich sein, eine gewisse Ordnung in
das Durcheinander an EDI-Standardformaten zu bringen, von denen heute mehr 300
verschiedene existieren. Zusätzlich werden die zunehmende Verbreitung
elektronischer Datenträger (Produktkataloge, Verzeichnisse, Archive),
interaktive EDI- Standards und die Anwendung von E-Mail mit EDI forcieren.
EDI – Electronic Data Interchange
EDI ist eine spezielle Form der elektronischen Kommunikation zwischen
Geschäftspartnern auf der Basis standardisierter und strukturierter
Nachrichten (Messages), die auf die Bedürfnisse der jeweiligen
Benutzergruppen oder Branchen zugeschnitten sind. EDI erlaubt es zwei
Organisationen, normalerweise Kunden und Lieferanten, Geschäftsdokumente
unter Verwendung von standardisierten elektronischen Formularen auszutauschen.
Im Gegensatz zu Electronic Mail oder Fax-Nachrichten stellt EDI eine
Systembrücke zwischen entsprechenden Computeranwendungen von
Geschäfts- und Handelspartnern dar, ohne oder mit minimaler manueller Vor-
und Nachbereitung. Gegenstand dieser Daten sind logistische und administrative
und in Zukunft auch produktbeschreibende, also technische Aspekte von
Geschäftsprozessen.
Bei der Anwendung von EDI geht es um mehrere Ziele: Um den Aufbau eines
schnellen, geschlossenen Informationsnetzes, um die Eindämmung der
administrativen Papierflut, die derzeit noch vielfach die Abwicklung von
Geschäftstransaktionen begleitet, um die Reduzierung der damit verbundenen
Kosten, um eine Erhöhung der Datenqualität durch Vermeidung von
manuellen Eingabefehlern insbesondere bei vermeidbaren Eingabewiederholungen und
schließlich die verbesserte pro-aktive Kontrolle über Material- und
Warenflüsse.
Die Automobilindustrie als einer der Vorreiter und größter
Anwender dieser Technik verwendet EDI hauptsächlich für den Austausch
von Nachrichten im Sinne von "elektronischen Dokumenten" auf dem Gebiet der
Beschaffungs- und Distributionslogistik, also im Austausch der
Fahrzeughersteller mit ihren Zulieferern und Vertriebspartnern. Hierbei geht es
etwa um Angebote, Aufträge, Lieferanweisungen, Lieferabrufe, Rechnungen,
Gutschriften und Zollerklärungen, d. h. um relativ wenige, aber häufig
und gegenüber vielen Partnern mit identischer Bedeutung benutzte
Dokumente.
Modellierung von Geschäftsprozesse
Für die Unterstützung der gesamten Geschäftsprozesse - vom
ersten Kundenkontakt bis hin zur Rechnungserstellung und Wartung des gelieferten
Produktes, unter Einbeziehung von Vorlieferanten - sind solche Tools an einigen
Stellen hilfreich, aber bei weitem nicht ausreichend. Drei wesentliche Aspekte
müssen laut SAP hinzukommen: Geschäftsprozesse bilden Werte- und
Mengenflüsse in einem integrierten Zyklus ab. Entsprechend ist eine
laufende Fortschreibung gefordert. Die Abbildung erfolgt über
unterschiedliche Strukturen, wie Aufträge, Projekte oder
Ergebnisträger. Um sich den immer schneller ändernden Marktbedingungen
anpassen zu können, müssen Geschäftsprozesse im gesamten Ablauf
dargestellt werden und in Form von Modellen, ähnlich einer Daten- und
Funktionsarchitektur, modelliert werden können. Aus der
Geschäftsprozeßmodellierung (Workflow für das gesamte
Unternehmen) muß es zudem eine direkte Verknüpfung in die
betriebswirtschaftlichen Anwendungen geben.
Anhand eines Rahmenmodells soll ein kurzer Überblick über die
Geschäftsprozeß-modellierung gegeben werden:
Der vorgestellte Modellierungsrahmen soll als Klassifizierungsrahmen
für die Einordnung von Sprachen, Werkzeugen und Begriffen aus der
Modellierungswelt dienen.
Es werden eine Instanzen- und eine abstrakte Ebene
unterschieden. Die Instanzen-Ebene dient der Entwicklung von
Workflow-Anwendungen für konkrete betriebliche Problemstellungen. Die
abstrakte Ebene dient der Festlegung grundlegender
Workflow-Modelleigenschaften und stellt die sprachlichen Konstrukte zur
Beschreibung von Workflow-Anwendungen zur Verfügung. Somit stellt die
abstrakte Ebene Konzepte und Techniken der Workflow-Modellierung bereit, die auf
der Instanzen-Ebene verwendet werden.
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine
Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Auf der abstrakten Ebene werden Workflow-Sprachen (WF-Sprachen)
betrachtet, mit denen die für Workflow-Anwendungen relevanten Eigenschaften
betrieblicher Aufgabenstellungen spezifiziert werden können.
Workflow-Management-Systeme (WFMS) sind Softwaresysteme, die das
Workflow-Management, d.h. die Spezifikation (build time) und die kontrollierte
Ausführung (run time) von Workflows, unterstützen. Die
run-time-Komponenten von WFMS können als Middleware für die
Realisierung von Workflow-Anwendungen aufgefaßt werden analog zu
Datenbank-Managementsystemen für datenbankgestützte Anwendungssysteme.
Auf der Instanzen-Ebene werden bei der Modellierung von Workflows Ausschnitte
der betrieblichen Realität unter Verwendung von Workflow-Sprachen in
Workflow-Spezifikationen abgebildet.
Zur Verdeutlichung des Rahmenmodells möge das folgende Beispiel
dienen. Das WFMS FlowMark der Firma IBM stellt die Workflow-Sprache
FDL (FlowMark Definition Language) bereit. Die betriebliche
Aufgabenstellung Reisekostenabrechnung (RKA) wird unter Verwendung von
FDL in das Workflow-Modell Reisekostenabrechnungs-Modell
(RKA-Modell) überführt. Darauf aufbauend kann unter Verwendung
von FlowMark ein Reisekostenabrechnungs-System (RKA-System) entwickelt
werden.
Häufig wird die Workflow-Modellierung weiter unterteilt.
SAP – Business – Workflow
Das SAP Business Workflow-Konzept basiert auf folgenden Grundprinzipien des
R/3-Systems: Analyse und Modellierung von Geschäftsprozessen auf Basis des
R/3-Analyzers und der SAP Informationsmodelle; Abbildung
betriebswirtschaftlicher Prozesse mit hohem Automatisierungspotential für
Standardvorgänge und weitreichenden Gestaltungsmöglichkeiten
(Customizing) zur optimalen Integration in die Unternehmensabläufe;
Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten der Vorgangs- und
Kommunikationsprozesse durch die Anwender; Integration der
Kommunikationsprozesse externer Partner und Systeme sowie Integration von
Desktopanwendungen.
Auch hier kann ein Beispiel für einen Business-Workflow-Ablauf das
Prinzip verdeutlichen. Ein Kundenauftrag geht per Post in der Poststelle ein. Im
Rahmen der Eingangsverarbeitung wird dieses Dokument gescannt und mit einem
Workflow-Objekt verbunden, mit dem der weitere Bearbeitungsprozeß
vorbestimmt ist. Der zuständige Sachbearbeiter in der Auftragsbearbeitung
erhält dieses Dokument in seinem Arbeitsvorrat, von hier aus kann es direkt
verarbeitet werden. Dabei erscheint das gescannte Image sowie der entsprechende
R/3-Eingabebildschirm - hier die Auftragsbearbeitung. Die weiteren
Arbeitsschritte für die Standardverarbeitung im Rahmen der
Auftragserfassung, wie beispielsweise Kreditlimit- und
Verfügbarkeitsprüfung sowie das Versenden der Auftragsbestätigung
per Fax laufen automatisch und im Hintergrund.
In dem Beispiel sollen alle Kunden, die in einem bestimmten Zeitraum
Aufträge erteilen, einen individuellen Brief erhalten, mit dem sie auf
aktuelle Marketing- und Vertriebs-Aktionen aufmerksam gemacht werden. MS Winword
wird innerhalb des Workflow automatisch mit der richtigen Dokumentenvorlage
gestartet. Aus dem R/3-System werden die Adreßdaten geholt und können
auch direkt aus dem Winword- Dokument heraus in R/3 aktualisiert
werden.
Durch die Überschreitung des Kreditlimits wurde eine Folgeaktion von
der R/3-Anwendung getriggert. Der zuständige Vertriebsleiter erhält
eine Kopie des Auftrages als Image sowie einen Excel-Report über das
Bestell- und Zahlungsverhalten dieses Kundens als Entscheidungsgrundlage
für eine Erhöhung des Kreditlimits, welches er im Rahmen des Workflow
direkt erhöhen kann. Diese Erhöhung muß natürlich im
R/3-System verbucht werden. Der Vertriebsleiter erhält dafür die
richtige SAP-Eingabemaske mit allen notwendigen Informationen.
Die Organisation dieser Musterfirma sieht vor, daß bei einer
Erhöhung des Kreditlimits der zuständige Controller benachrichtigt
wird. Um das gesamte Kreditrisiko für das Unternehmen abschätzen zu
können, versendet das R/3-System einen MS-ACCESS-Report mit einer
Übersicht der zehn größten Kunden und deren Zahlungsverhalten.
Die dafür benötigten Daten müssen nicht notwendigerweise aus dem
R/3-System stammen, sondern können auch aus anderen Datenbanken gelesen und
miteinander verknüpft werden.
Workflow per Web
Die Technologien des Internet wie der Zugriff auf Informationen via Browser
macht auch vor Dokumenten- Management-Systemen nicht halt. Dokumente suchen, aus
der Trefferliste auswählen und anzeigen, ohne im Büro zu sein,
erhöht nicht nur die Mobilität und steigert die Produktivität der
Mitarbeiter - es ist auch ein weiterer Schritt in Richtung "papierarmes
Büro". "Diese neuen Zugriffstechniken erweitern die Reichweite der
Informationsverarbeitung und in der Dokumentenverarbeitung werden sie schnell
als Alternative zur herkömmlichen Software am Arbeitsplatz eingesetzt",
erläutert Ian Campbell von IDC. Seiner Meinung nach werden Browser-
gestützte Dokumentenverwaltungs- und Workflowsysteme besonders dort
eingesetzt, wo eine große Anzahl von Anwendern auf Dokumenten-Datenbanken
zugreift, und das gilt besonders für firmeninterne Internets, den
sogenannten Intranets.
Live Link heißt das laut IDC mit einem Marktanteil von 64 Prozent
derzeit führende Produkt der kanadischen Firma Open Text. Netscape, einer
der führenden Anbieter von Browsern und sogenannten Web-Servern,
bündelt diese Workflow-Software mit der neuen Generation von Web-Servern.
Solch ein Web-Server ermöglicht zunächst die Publikation von Inhalten,
also von Web-Seiten im Netz sowie deren Übertragung an einen abrufenden
Browser.
Live Link setzt sich aus den Anwendungspaketen Dokumentenverwaltung,
Workflow, Projekt und Suche zusammen, sie ergänzen die Funktionen des
Web-Servers. Die Dokumentenverwaltung unterstützt zusammengesetzte
Dokumente, also eine Mischung aus Text- und Grafikdateien, sie ist eng mit dem
Modul Workflow gekoppelt. Das Projektmodul gruppiert unterschiedlichste
Informationen aus verschiedenen Quellen wie E-Mails, Dokumenten oder Workflows
zu einer logischen Sicht über das gesamte Unternehmen. Das Suchmodul
entspricht von der Technik der Suchmaschine Yahoo des Internets, wurde jedoch
für die Textsuche in großen Intranets mit Gigabytes an Volumen
erweitert. Ein Verwaltungsmodul schließlich erlaubt die Bedienung der
einzelnen Module über den Browser.
Sogenannte Agenten, kleine Anwendungsprogramme für bestimmte
Funktionen, interagieren mit den verschiedenen Funktionen des Web-Servers,
beispielsweise um den Status eines Workflow oder die Versionen von Dokumenten zu
überwachen und informieren den Anwender über Änderungen der
Geschäftsprozesse entsprechend vordefinierten Präferenzen. "Im
Gegensatz zu anderen Dokumentenverwaltungs- und Workflowsystemen ist unser
Produkt an die Gegebenheiten bei einzelnen Anwendern anpaßbar, der
Systemadministrator braucht dafür nur ein E-Mail an die entsprechende
Adresse zu senden, um die passende Funktionalität im Browser zu aktivieren.
Das ist einer der wesentlichen Gründe für die schnelle Akzeptanz
Web-basierten Workflows, ganz im Gegensatz zur kostenintensiven und langsamen
Einführung konventioneller Client-Server- Anwendungen", erläutert Tom
Jenkins, Präsident von Open Text. Live Link ist auch mit dem Internet
Information Server und dem Internet Explorer von Microsoft
lauffähig.
Auch im Release 3.1 der R/3-Software von SAP gibt es ein Web- fähiges
Workflow-Modul, mit dem die unternehmensweite Bearbeitung
betriebswirtschaftlicher Arbeitsabläufe möglich wird. So können
beispielsweise Vertriebsmitarbeiter von ihrem mobilen Computer aus über
Kundenaufträge anstoßen. Die vom Internet eingehenden Formulare
werden dann von R/3 automatisch an die richtige Abteilung weitergeleitet. Im R/3
werden dann die erforderlichen Schritte wie Bestandsprüfung, Prozesse im
Finanzwesen oder im Vertrieb aktiv gesteuert. Der Vertriebsmitarbeiter hat mit
dem System weder direkt zu tun noch benötigt er einen R/3-Bildschirm. Daher
kann jeder Anwender einfach und schnell mit dem Web-fähigen Workflow
arbeiten.
Das Design eines Workflow wird mit Formularen und
Schritt-für-Schritt-Anweisungen unterstützt. Die entworfenen Workflows
lassen sich individuell anpassen. Dafür stehen Funktionen wie mehrstufige
Genehmigungsverfahren, elektronischer Umlauf von Dokumenten, Bearbeitung von
Fehlermeldungen und Erzeugen einfacher Arbeitsabläufe zu einzelnen
Geschäftsobjekten zur Verfügung.
Das deutsche Produkt COI BusinessFlow, das auch in Östereich bei
Großfirmen eingesetzt wird (siehe unten), kommt mit einer Reihe
nützlicher Ergänzungen zur CeBIT 98. Neben dem Modul "Flexware", das
besondere Freiheiten beim Erstellen flexibler Arbeitsabläufe schafft, wurde
dem Wunsch vieler Anwender nach einem Zugriff auf Dokumente über das
Internet Rechnung getragen. Das macht den Benutzer weitgehend unabhängig
von seinem Arbeitsplatz im eigenen Büro. Durch spezielle Login- Mechanismen
ist dabei die Datensicherheit zu jeder Zeit in vollem Umfang gewährleistet.
Ein drittes "Highlight" ist die aussagekräftige und einprägsame
Darstellung der Ergebnisse von Vorgangssimulationen in farbigen 3D-Grafiken.
Für die Realisierung wurde die Programmiersprache Java verwendet.
Der bereits heute mögliche Zugriff auf umfangreiche Dokumente im Web
und das weiterhin steigende Interesse von Firmen und Institutionen an dieser
Form des Informationstransfers hat den Bedarf an geeigneten Formen des
Dokumenten-Managements stark beflügelt, so IDC. Der nächste Schritt
sei die Kombination von Dokumentenverwaltung mit den Möglichkeiten der
kollaborativen Zusammenarbeit im Unternehmen und über dessen Grenzen
hinaus. Web-gestützte Workflowsysteme dürften daher auch weiterhin zu
den wachstumsträchtigsten Marktsegmenten der Informationsverarbeitung
zählen.
Workflow-Anwendungen gehen damit weit über die Automation des
Papierflusses hinaus. Betriebsabläufe lassen sich ganz neu organisieren,
aus der effizienteren Vorgangsbearbeitung entstehen Wettbewerbsvorteile, die
über den langfristigen Erfolg im Markt entscheiden. Der geeignete Einstieg
besteht darin, in bestimmten Bereichen des Unternehmens eine oder mehrere
Insellösungen zu installieren, die in kurzer Zeit spürbare Entlastung
schaffen und organisatorisch überschaubar sind.
Anwendungen
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
Diese Grafik beruht auf einer Umfrage, die im Herbst 1994 durchgeführt
wurde.
Im Zuge dieser Untersuchung wurden siebzehn Unternehmen, welche bereits
Erfahrungen bei der Einführung von Workflow-Anwendungen gesammelt haben,
befragt.
Die Grafik soll einen kurzen Überblick über die verschiedenen
Workflow-Produkte geben; es darf aber nicht daraus geschlossen werden, daß
diese Produkte nach dieser Verteilung eingesetzt werden.
Auf dieser Umfrage beruhen auch die folgenden Grafiken und
Tabellen:
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original document contains a graphic at this position!
|
Zielsetzung
|
Anzahl der Mehrfachnennungen
|
|
Kostenoptimierung
|
11
|
|
Bessere Steuerung von Geschäftsprozessen
|
11
|
|
Bessere Kommunikation und Datenaustausch
|
11
|
|
Qualitätsverbesserung
|
11
|
|
Stärkere Kundenorientierung (Auskunftsfähigkeit, Service)
|
11
|
|
Optimierung betriebswirtschaftlich interessanter Zeiten
|
10
|
|
Bessere Kontrolle von Geschäftsprozessen (Monitoring)
|
9
|
|
Sonstige
|
11
|
Tabelle 1: Zielsetzungen bei der Einführung von
Workflow-Anwendungen
|
Aufgetretene Hindernisse
|
Anzahl der Mehrfachnennungen
|
|
Technische Voraussetzungen unzureichend
|
8
|
|
Akzeptanz der Beschäftigten negativ
|
8
|
|
Belastung durch das Tagesgeschäft zu groß
|
6
|
|
Einwände durch Betriebsrat
|
5
|
|
Investitionsvolumen zu groß
|
3
|
|
Mangel an direkt ersichtlichem Nutzen-potential
|
3
|
|
Zu starke Automatisierung des Ablaufs
|
3
|
|
Organisatorischer Aufwand zu groß
|
2
|
|
Sonstige:
|
|
|
Politische Faktoren
|
1
|
|
Veraltete Strukturen (aufgr. gesetzl. Rahmen)
|
1
|
Tabelle 2: Aufgetretene Hemmnisse bei der
Workflow-Einführung
Workparty von Siemens
Als Beispiel eines lauffähigen Workflow Management Systems soll kurz
Workparty von Siemens/Nixdorf vorgestellt.
Laut Herstellereingaben charakterisieren dieses System vor allem folgende
Eigenschaften.
Gesicherte Ablaufkontinuität
Nur korrekt bearbeitete Vorgänge werden an die richtige Stelle
eingeliefert, unabhängig von temporären Verhältnissen, wie zB.
Krankheit oder Urlaub eines Mitarbeiters.
Verkürzung der Durchlaufzeiten
Da die Transportzeiten der Dokumente sich deutlich verkürzen (normale
Post gegen zB. e-mail) und automatisch zugeordnen werden, ist auch klar,
daß sich die Durchlaufzeiten verkürzen
Hohe Flexibilität
Möglichkeit der Anpassung an die veränderten Bedingungen
Ad hoc Bearbeiten
Leichte Änderung der vorgegebenen Abläufe
Ereignissteuerung
Ereignisse können entweder automatisch oder von einem Benutzer
abgesetzt werden
Verkürzung der Arbeitszeiten
Da alle Applikationen und Informationen elektronisch darliegen, braucht man
sie auch nicht zu suchen
Einsparung von Arbeitsmitteln
Man braucht ja keine Stifte, Radiergummis, Büroklammern und Papier,
wenn man mit dem Computer arbeitet !!!
Geringere Fehlerquoten
Da die Vorgänge automatisch gesteuert werden, gibt es die
Möglichkeit der ISO 9000 Standard schneller einzuführen
Transparenz der Prozesse
Sowohl der Status, als auch der Bearbeitungszustand jedes Prozesses ist
sichtbar, anders ausgedrückt: der Chef kann immer sehen, was seine
Mitarbeiter gerade machen.
Revisionsfähiges Journal
Die ganze Historie ist immer nachvollziehbar
Organisation & Ressource Management
In diese Einheit ist das Modell der Organisationseinheit gespeichert.
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Original
document contains a graphic at this position!
Es ist ein Skelett, auf dem das Organisationsmodell eines Unternehmens
aufgebaut werden soll. Das Modell besteht aus Aktueren, das sind natürliche
Personen, die zu Stellen und die Stellen wiederum zu Organisationseinheiten
eindeutig zugeordnet werden. Die Rollen beziehen sich auf die gesamte
Organisation und sind den Mitarbeitern zugeordnet. Die Kompetenz beschreibt die
Befugnisse von Stellen und Rollen und reguliert den Zugriff auf Ressourcen und
die Aufgabenzuordnung. Wenn Klaus Meyer ein Mitarbeiter ist, der die Stelle als
Kreditsachbearbeiter in der Kreditabteilung besetzt, hat er die Rolle des
Kreditsachbearbeiters. Entsprechend dieser Rolle kann er auf die Ressourcen
zugreifen, und bekommt, die für ihm bestimmten, Kreditaufgaben. Zur
Laufzeit können befugnisse gegeben oder entnommen oder der Bearbeiter
bestimmt werden. Die Organisationsstruktur kann auch leicht angepasst werden,
indem zB. die zeitlich begrenzten Arbeitsgruppen gegründet werden.
Geschäftsprozeß Management
Der Geschäftsprozeßmanager bildet eine Art Aktenklammer, wo sich
alle Dokumente und Prozesse, die zu einer Kundenbeziehung zugeordnet sind,
befinden. Jeder Bearbeiter hat eine individuelle Sicht auf eine Untermenge aller
Geschäftsprozesse. Diese werden je nach Berechtigungen entsprechend
verwaltet und verfolgt.
Workflow Management
Der Workflow Manager beinhaltet die Summe der Regel, nach denen in dem
Unternehmen gearbeitet wird. Er umfaßt unter anderem die Zugangskontrolle,
Kontrolle von Start- und Endbedingung, Dokumentenfluß, Aufruf von
integrierten Software, Protokollierung.
Architektur und Integration
Workparty ist PC orientiert und basiert auf Client/Server Architektur,
bietet eine einfache und einheitliche Bedingung von Applikationen und Tools.
Sowohl Objekte als auch Verwaltungs- und Steuerungsdaten liegen auf den Servern.
Die Datenbankanbindung laüft über ODBC und SQL API Schnittstelle. Es
lassen sich problemlos Datenbanken wie Informix On-Line oder Oracle integrieren.
Es gibt auch Schnittstellen für den Zugriff auf andersartige Datenquellen
wie zB. Dokumentmanagement DocuLive, Imaging, E-mail, Archivierungssystem ARCIS.
Serverkommunikation erfolgt über e-mail, Objekte und Daten kommunizieren
sich über MAPI - Schnittstelle. Die Architektur und die Schnittstellen
halten sich am Referenzmodell
der Workflow Management
Coalition.
Workparty erlaubt Integration von der verschiedenen
unternehmensspezifischen Insellösungen, von der Anwendungen (bis zu einer
bestimten Tiefe) und von den elektronischen Dokumenten und Dokumenten in der
Papierform (dank zB. Integration mit den scanninig Systemen).
Generelles zu Workflow Management Systemen
Zu allen funktionierenden Workflow Systemen läßt sich generell
sagen, daß sie die funktionale, operationale, verhaltensbezogene,
informationbezogene und organisatorische Aspekte unterstützen, obwohl sie
unterschiedlich realisiert werden. Die Erweiterung der Aspekte um neue
Modellierungselemente beim größten Teil der Systeme ist nicht
möglich, die Hinzunahme gänzlich neuer Aspekte (zB. Transaktionaler
Aspekt) ist sehr kritisch, bestimmte Aspekte können auch nicht weggelassen
werden. Sehr schlecht zu beurteilen ist die Modularität und folglich die
Skalierbarkeit des Systems, wegen dem Fehlen der Publikationen von
Implementierungsdetails.
Workflow bei der OMV
1995 beauftragte die OMV die LOG IN Informationsverarbeitungs- und
Dokumentenmanagement Ges.m.b.H. mit der Realisierung einer Lösung für
die Raffinerie Schwechat bei Wien. Die Raffinerie Schwechat ist eine der
größten und komplexesten Binnenraffinerien Europas. Sie versorgt
schwerpunktmäßig den österreichischen Markt mit
Mineralölprodukten und erzeugt darüber hinaus petrochemische
Rohstoffe. Basis für die neue Lösung RAF-EDMS, Raffinerie -
Elektronisches Dokumenten Management System, ist COI-BusinessFlow, das
integrierte Dokumenten- und Vorgangsmanagementsystem der deutschen Firma COI.
Technische Unterlagen für Raffinerien zur Produktion, Instandhaltung
sowie Projektplanung sind hochkomplex. Dies führte bei der Raffinerie
Schwechat zu einer unüberschaubaren Anzahl von Dokumenten wie Rohr- und
Instrumentenschemata, Verfahrensanweisungen, Übersichts-, Detailzeichnungen
und Auslegungen von Apparaten sowie Broschüren. Nicht selten existierten
mehrere Versionen von Unterlagen. Handbücher mit gleichem Inhalt wurden an
bis zu elf Abteilungen verteilt. Das jeweils gültige "Masterexemplar" zu
identifizieren, gestaltete sich mit jedem Tag komplizierter.
Wichtigste Anforderung des neuen RAF-EDMS war die einmalige
Verfügbarkeit und Aktualisierung des gültigen Originals in
elektronischer Form. Der jeweilig verantwortliche Dokumenteninhaber aus der
Fachabteilung oder der Produktion verwaltet seine Originale für alle
Anwender. Die bereichsweite Vernetzung der Raffinerie erlaubt den einfachen und
schnellen Zugriff auf diese Originale.
Mit der konkreten Umsetzung begann das Projektteam 1995. Im Anschluß
an eine Pilotinstallation, die die technische Lösbarkeit und
Anwenderakzeptanz sicherstellte, startete die raffinerieweite Einführung
von RAF-EDMS. Der funktionelle Teil des Projektes, nämlich die
Bereitstellung der benötigten Hardware und Standardsoftware und vor allem
die Installation von COI-BusinessFlow, ist seit Dezember 1996 realisiert. Die
von einem OMV-Übernahmeteam aufbereiteten und aktualisierten
Betriebshandbücher werden schrittweise über Stapelscanner
erfaßt, insgesamt über 60.000 Filmlochkarten und 400
Betriebshandbuchordner. Ziel der Anwender ist es, die Dokumentenverwaltung des
Stoppbetriebs (Generalrevision, die für die Anlagen alle 3 bis 4 Jahre
durchgeführt wird) elektronisch abzuwickeln. Dafür müssen die
benötigten Dokumente rasch und exakt auffindbar sein und andererseits
während der Revision laufend aktualisiert werden können.
Die vorhandene Vernetzung der Rechner in den verschiedenen Meßwarten,
Bürogebäuden und Labors der Raffinerie ermöglicht allen
zuständigen Anwendern den Zugriff auf die vorhandenen aktuellen Dokumente.
"Durch ständige Modernisierungen und Maßnahmen zur Beschleunigung des
Datendurchsatzes erreichen wir auch attraktive Antwortzeiten bei der Abfrage von
großen oder umfangreichen Vorgängen", kommentiert der
Geschäftsführer von LOG IN, Alfred Suchentrunk, das OMV-Projekt.
Ist eine technische Unterlage zu bearbeiten, so können mittels
Redlining (Markieren) im Dokument Notizen und Kennzeichnungen angebracht werden.
Nachbearbeitungen erfolgen je nach Ursprung im Native-Format (etwa Winword oder
AutoCAD) oder bei TIFF- Dokumenten über einen Rastereditor. Durch die
offene Systemarchitektur von BusinessFlow konnten die gängigen
CAD/CAE-Systeme ICEM, PROMIS und AutoCAD in RAF-EDMS integriert werden. Die
gewählte Archivierung der Zeichnungen im neutralen TIFF-Format
ermöglicht den Zugriff auch für Nicht-CAD/CAE-Anwender und
gewährleistet darüber hinaus die Unabhängigkeit von
Versionsänderungen der erzeugenden Systeme.
Im Rahmen einer technischen Vorgangsbearbeitung wurde der OMV-
Schadensatlas, d. h. die exakte Dokumentation und Ursachenermittlung eines
Schadensfalles in der Raffinerie, realisiert. Die nächsten Schritte sind
die Integration mit SAP R/2-Anwendungen zur Instandhaltung, der Ausbau und die
Erweiterung der technischen Vorgangsbearbeitung um weitere dokumentenorientierte
Arbeitsabläufe (QS-Handbuch, Freigabeläufe,
Projektierungsvorgänge), der Einsatz und die Integration von
Volltextretrievalsoftware, die Erweiterung und die Integration von
Erstellungswerkzeugen für technische Dokumentationen sowie die Integration
eines Infoservers für eine Intranetlösung.
Literaturangaben
- Workflow-Management - Systeme: Modellierung und
Architektur:
http://www6.informatik.uni-erlangen.de/dept/staff/jablonski.html
- Workflow System Research:
http://wwwis.cs.utwente.nl:8080/~joosten/workflow.html
- Workparty von
Siemens:
http://www.sni.de/public.aswaba/offers/workflow/vorgang.htm
- Workflow Management Coalition:
http://www.aiai.ed.ac.uk:80/WfMC/
- Einführungsinformationen zum Thema Workflow:
http://cne.gmu.edu/modules/workflow/workflow.html
- Umfrage zu
Workflow:
http://www.iwi.uni-sb.de/iwi-hefte/iwihef_1.html
- Weitere
Informationen zum Thema
Workflow:
http://www.uni-essen.de/www/cgi-bin/counter http://www-vs.informatik.uni-ulm.de/index.html
|