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Australien

Kurzinformation:
Wörter: 12000
Seiten:
Typ: Referat
Sprache: Deutsch
Autor: Unbekannt
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AUSTRALIEN

Eine fünfwöchige Reise durch drei Bundesstaaten des fünften Kontinents.
Von Hubert Morawetz

1. Etappe: von Sydney nach Brisbane (28. Oktober 1995)

Nach einem 22stündigen Flug von Wien über Singapur nach Sydney, standen wir (Walter Andlinger und Dietmar Koblbauer, zwei erfahrene Kosmopoliten) physisch angeschlagen und ziemlich ratlos in der Ankunftshalle herum und warteten was passieren würde. Wenig später saßen wir müde aber bei bester Laune, in einem Bus, der uns in die Stadt brachte. Der Busfahrer, ein älterer Herr, ließ es sich nicht nehmen, uns bis vor die Haustüre unseres Hotels zu bringen. Später vermuteten wir, daß er wohl Angst um uns hatte, da unsere Adresse ‘Kingscross, Darlinghurstroad’ lautete. Dieser Stadtteil, und besonders diese Straße, ist in der ganzen Stadt als ‘die sündige Meile’ ein Begriff. Der erste Eindruck, den wir noch in der ersten Nacht von unserem Reiseziel erhielten, war ziemlich ernüchternd.
Obwohl wir müde und abgespannt im Hotel ankamen, waren wir so überdreht und aufgekratzt, daß an Schlafen nicht zu denken war. So zogen wir noch spät in der Nacht durch die Straßen von Kingscross. Draußen war es kühl und es roch nach Meeresluft und Abfalleimer. Überall in den Hauseingängen standen fröstelnde Prostituierte neben hell erleuchteten, meist zerschlagenen Schaufensterscheiben mit roten Neonherzen. Die Gehsteige waren überfüllt mit allerlei Müll. Eine größere Gruppe Jugendlicher, die offensichtlich in Streit geraten war, zerschmetterte mit lautem Gebrüll, Stubbies (Bierflaschen) auf der Straße. Wir kauften noch etwas Proviant in einem Bottle Shop und verzogen uns ins Hotel.
Am nächsten Morgen, etwa gegen fünf Uhr, wurde der gesamte Müll, mit viel Geschrei und dröhnenden Lastwagen, von den Straßen entfernt. Nun sah alles viel freundlicher aus. Die kaputten Auslagenscheiben wurden hinter Rolläden versteckt, die Bäume, die in der Nacht noch wie graue Kulissen in einem schlechten Hinterhofkrimi herumstanden, waren plötzlich leuchtend grün. Die Sonne hatte das Neonlicht abgelöst, und kaum etwas erinnerte noch an das wilde Szenario der letzten Stunden. Früh am Morgen zog es uns wieder hinaus, aber diesmal, um das andere Sydney, das Sydney der Reiseprospekte, das Sydney, wie man es von Fernsehberichten kennt, zu erkunden.

Das Sydney der Reiseprospekte
Der Weg zum Hafen führte uns vorbei an alten viktorianischen Häusern und modernen Glaspalästen, die nur noch vom Sydney Tower überragt wurden. Es dauerte auch nicht lange, bis wir an jenem Punkt im Hafen ankamen, an dem wohl jeder Australientourist einmal vorbeikommt, am Mrs. Macquaries Point, von wo man einen wunderbaren Ausblick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge im Hintergrund hat.
Das Opernhaus mit seiner eigenwilligen Dachkonstruktion, symbolisiert die Segelschiffe, mit denen die europäischen Einwanderer Mitte des 19. Jahrhunderts hier ankamen.
Die Australier behaupten respektlos, das Dach sehe aus, als würden Nonnen Fußball spielen. Unter diesem Kuppeldach, das übrigens zur Gänze mit weißen Fliesen verkleidet ist, verbirgt sich nicht nur die Oper. Neben einer Konzerthalle, einem Schauspieltheater, einer Studiobühne, einem Kinosaal, einer Ausstellungshalle und einer Bühnenfachbibliothek befinden sich auch noch zwei Restaurants in diesem mächtigen Gebäudekomplex. Von dort aus hat man auch einen schönen Ausblick auf die Harbour Bridge, die hier den Hafeneingang überspannt. Diese Brücke wird von den Australiern wiederum abwertend ‘Kleiderbügel’ genannt. Am linken Brückenkopf befindet sich der historische Kern der Stadt. Schon 1788 entstand an dieser Stelle die erste Einwanderer-Siedlung. Der Name ‘The Rocks’, wie dieser Teil der Stadt genannt wird, kommt wohl von den vielen Geröllbrocken und Felsen, die dort herumlagen, wo einst die ersten Zelte der damaligen Sträflingskolonie standen. Heute sind nur noch wenige Häuser aus der Zeit des 19. Jahrhunderts erhalten. Als die Pest um die Jahrhundertwende hier wütete, wurden ganze Häuserreihen eingerissen, und beim Bau der mächtigen Brückenpfeiler wurde nochmals wertvolle Bausubstanz zerstört. Erst um 1970 hat man die verbliebenen Reste alter Architektur restauriert.
Unbedingt empfehlenswert ist ein Besuch des Sydney Towers, da man von dessen Spitze einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt genießen kann. Erst dort oben, in 305 m Höhe, wird deutlich, welche unglaubliche Ausdehnung Australiens größte Stadt, mit ihren 3,7 Mio. Einwohnern hat.
Schließlich stellten wir fest, daß Sydney eine Großstadt wie jede andere ist. Aus diesem Grund flohen wir mit einem Campingbus, den wir sicherheitshalber schon von Österreich aus gebucht hatten, aus der Stadt. Mit diesem Fahrzeug, einem Ford Hightop 92, verließen wir die brodelnde Metropole.

Aufbruch zum ‘Blue Mountains Nationalpark’
Schier endlos erschien das Meer der Häuserfronten, als wir die Stadt in Richtung ‘Blue Mountain’, einem etwa 120 km westlich gelegenen Hochplateau, verließen. Nach anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten wegen des Linksverkehrs, ging die Fahrt nun zügig weiter.
Unsere Stimmung erreichte einen ersten Höhepunkt, als wir endlich auf dem ‘Great Western Highway’ durch kleine verschlafene Dörfer mit meist einstöckigen, buntbemalten Holzhäusern fuhren, und den Wind im Gesicht und den Kühlschrank voller Stubbies mit der Aufschrift ‘XXXX’ hatten.
In Katoomba, einer kleinen Stadt im Herzen der Blue Mountains angekommen, besorgten wir uns genügend Proviant für die nächsten Tage und fuhren zum nahegelegenen ‘Blue Mountains Nationalpark’.
Seit über hundert Jahren ist dieser Park das Lieblingsausflugsziel der Einwohner von Sydney. Trotzdem hat sich diese außergewöhnliche Berglandschaft mit steilen Schluchten, Wasserfällen, Eukalyptuswäldern und gewaltigen Felsformationen, ihre ursprüngliche Schönheit bewahren können. Manche dieser Sandsteinschluchten sind so tief, daß kaum noch Sonnenlicht eindringen kann. Dies sollte einer der letzten kühlen Orte auf unserer Reise durch Australien sein.
An diesem Tag erfuhren wir auch wie unangenehm es sein kann, wenn man sich in einem dichtbewaldeten, mit labyrinthartigen Wanderwegen durchzogenen ‘Dschungel’ bewegt, ohne eine Wanderkarte zu haben. Plötzlich waren wir nicht mehr sicher, in welche Richtung wir gehen sollten. Kurz bevor wir uns dazu durchgerungen hatten, den ganzen Weg, den wir gekommen waren, wieder zurückzugehen, tauchte vor uns eine Straße auf. Und wir standen zu unser aller Glück genau dort, wo wir vor einigen Stunden unseren Camper geparkt hatten.
In diesem großen Waldgebiet hofften wir zum erstenmal Kontakt mit der australischen Tierwelt zu haben. Doch wir sahen nicht einmal Ameisen!
Wir vermuteten, daß den Tieren dieser Teil von New-South-Wales doch schon zu dicht besiedelt ist und sie sich deshalb schon weiter zurückgezogen hatten. Und genau das, nämlich zurückziehen ins Outback, wollten wir auch machen.

Das Abenteurer-Leben im ‘Outback’
Wir folgten dem ‘Great Western Highway’ bis Bathurst und schlugen dann den Weg Richtung Norden ein. Dabei versuchten wir stundenlang einen Ort namens Illford zu erreichen, der auf der Straßenkarte als größere Ortschaft eingezeichnet war. Dort angekommen mußten wir feststellen, daß Illford nur aus einer Handvoll bescheidener Holzhäuser, verrosteten Wellblechhütten und alten Autokarossen bestand.
Im weiter nördlich gelegenen ‘Wollemi Nationalpark’ schlugen wir an diesem Tag unser Nachtlager auf. Die dafür eigens, etwas abseits der Straße angelegten Rastplätze mit gepflegten Toiletten, Duschen, Trinkwasser und öffentlichen Feuerstellen, sind für Campingtouristen wie geschaffen. Auch kümmert es niemanden, daß man mit dem Auto in den Nationalpark fährt und dort übernachtet.
Als wir an diesem Abend, beim Studium der Karte feststellen mußten, daß wir erst wenige Kilometer zurückgelegt hatten, stellte sich wohl jeder von uns die Frage, wie wir in gut zwei Wochen die ganze Strecke bis hinauf nach Cairns bewältigen sollten - aber niemand sprach seine Zweifel laut aus.
Die Morgenstunden im Busch sind die ruhigsten Stunden des ganzen Tages. Wenn mit der Sonne auch die Hitze über den Wald hereinbricht, erhebt sich das Zirpen der Grillen zu einem mächtigen Konzert, das bis spät in die Nacht, oft bis lange nach Mitternacht anhält. Diese geruhsamen Morgenstunden nützten wir um Pläne zu schmieden, wobei jeder von uns Vorschläge zum Tagesablauf einbringen konnte.
Das Frühstück im Outback hat einen wohlduftenden Abenteuerbeigeschmack. An dieser Stelle muß ich die Vorzüge unseres Campers besonders herausstreichen, denn mit Gaskocher, einer Spüle, Geschirr, einem Vorratsschrank, einem Trinkwassertank, viel Stauraum und vor allem mit einem Kühlschrank, wurde das Reisen zu einem unvergeßlichen Vergnügen. Immerhin wurde der Ford Hightop fester Bestandteil unseres Teams. Er wurde ein Freund - ein vierter Mann.
Die Zeit am Vormittag verging immer wie im Fluge, also mußten wir möglichst früh aufbrechen um die ausgewählte Route zu bewältigen.

Die kühlen Bars und die ruhigen Australier
Wir fuhren westlich der ‘Great Dividing Range’, auf dem ‘New England Highway’ immer Richtung Norden. Riesige Weideflächen wechselten mit Waldgebieten ab, in denen das Grillengeschrei schon fast unerträglich laut durch das geöffnete Autofenster hereindrang.
Leider fiel schon am dritten Tag die Klimaanlage des Autos aus und wir waren gezwungen, bei geöffneten Fenstern zu fahren, was dazu führte, daß sich schon bald eine rote Staubschicht über unsere Betten ausbreitete.
Über Muswellbrook, Murrurundi und Werris Creek, alles mehr oder weniger große Ansiedlungen, die für Europäer alle ziemlich gleich aussehen, fuhren wir weiter nach Norden. Eine breite Durchzugsstraße im hellen Sonnenlicht, flankiert von Tankstellen, Imbißrestaurants, Autowerkstätten, Supermärkten und Bottle Shops. Am spärlich mit Bäumen bewachsenen Straßenrand standen überall Range Rover und Landcruiser Pick-Up’s mit einem Hund auf der Ladefläche und überall klebte der rote Staub an den Fahrzeugen. Das Leben in diesen Orten läuft sehr ruhig ab. Nirgendwo läßt man Streß aufkommen, in den Bars fällt kaum ein lautes Wort. Dort in diesen dunklen Räumen, wo man dem grellen Sonnenlicht mit geschlossenen Fensterläden keine Chance gibt, wo alte Männer mit noch älter aussehenden Hüten, etwas ramponierten Hosen und stets staubigen ‘Aussie-Schuhen’ fast unbeweglich und lautlos ihr Bier trinken, scheint die Zeit still zu stehen. Bereits der erste Eindruck, wenn man von der Hitze des Tages in diese von großen Ventilatoren gekühlten, dunklen Räume wechselt, sorgt dafür, daß man sich einfach wohl fühlen muß. Man wird auch als Tourist von den Einwohnern freundlich akzeptiert.
Etwas weiter im Norden befindet sich Tamworth, die ‘Hauptstadt’ der australischen Country Music. Alljährlich kommen im Jänner tausende Besucher zum ‘Australien Country Music Award’.
Und weiter ging die Fahrt über endloses Weideland. Je weiter wir fuhren, desto heißer wurde das Klima.
Die Fahrt wurde nur dann unterbrochen, wenn wir Proviant einkauften, einen Fahrerwechsel vornahmen oder tanken mußten. Denn leider war unser vierter Mann ein großer Trinker. Mit 60 Liter Benzin schafften wir kaum mehr als 400 km. Zum Glück sind die Benzinpreise nicht so hoch wie in Österreich oder Deutschland. Es ist auch sehr angenehm, daß man selbst in noch so kleinen und abgelegenen Orten mit Kreditkarte bezahlen kann.

Die ersten Känguruhs
Abends erreichten wir den Washpool Nationalpark zwischen Glen Innes und Grafton. Dieser Park ist ein riesiger Staatswald am Hauptkamm der Great Dividing Range und bildet mit seiner üppigen Vegetation eine Wetterscheide. Die meisten Regenwolken, die vom Südpazifik landeinwärts ziehen, bleiben an dieser Bergkette ‘hängen’, sodaß nur wenig Feuchtigkeit ins Landesinnere dringen kann.
In diesem Gebiet haben wir auch die erste größere Gruppe Känguruhs gesehen. Da sie hier im Weideland gnadenlos gejagt werden, sind diese Tiere sehr scheu. Wir kamen nicht näher als 150 Meter an sie heran. Dennoch war dies ein großartiges Erlebnis. Nächsten Morgen beschlossen wir, an die Pazifikküste auszuweichen, weil die Fahrt auf den Bergstraßen bei diesem Benzinverbrauch einfach zu teuer wurde.
Der New England Highway führte uns in östlicher Richtung, anfangs über eine steil abfallende Bergstraße ins Tal des Clarence River. Aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit auf dieser Seite der Bergkette, wuchert tropischer Regenwald die Hänge hinauf und man hat den Eindruck, daß sich die Straße nur mühsam der herandrängenden Vegetation erwehren kann. Am Talboden gedeiht Zuckerrohr in großen Mengen.
Um diese Zeit, Anfang November, ist in Australien Frühsommer. Die überwältigende Blütenpracht dieser Tage ist ein Anblick, dem sich auch ein Nicht-Botaniker nur schwer entziehen kann. Auch in Grafton, einer 21.000 Einwohner zählenden Stadt am Clarence River, blühten die vielen Jacarandabäume entlang der breiten Straßen. Diese Bäume mit ihren kräftig blauen Blättern verströmen einen unbeschreiblich wohlriechenden Duft, der die ganze Stadt einhüllt. Ende Oktober bis Anfang November findet hier regelmäßig das in ganz New South Wales bekannte ‘Jacaranda Festival’ statt. Ursprünglich war Grafton eine Goldgräbersiedlung, im Oberlauf des Clarence River war man auf das Edelmetall gestoßen.
Etwa 140 km nördlich von Grafton erreichten wir den Ort Ballina, einen kleinen Fischereihafen direkt am Pacific Highway. Dort sahen wir nicht unerwartet aber doch plötzlich den mit Schaumkronen geschmückten, azurblau bis türkis schimmernden Pazifischen (oder stillen) Ozean, der am Horizont mit dem Blau des Himmels zu verschmelzen schien. Der Anblick der sich an der selben Stelle an Land bot, läßt sich unmöglich genauso poetisch beschreiben. Ein dicht besiedelter Landstrich, durchschnitten von einer stark frequentierten Schnellstraße. Diese wenig einladende Landschaft begleitete uns noch bis wir in Coolangatta New South Wales verließen und die Grenze von Queensland passierten.

Die Stadt der Surfer, Nachtschwärmer und Playboys
Dort an der Gold Coast, besonders in Surfers Paradise, findet jeder Sonnenanbeter, Wassersportler, Nachtschwärmer, Spieler und Schürzenjäger (Playboy) was sein Herz begehrt. Surfers Paradise mit seiner beeindruckenden aber eigentlich häßlichen Skyline, ist Australiens bekanntestes Ferienzentrum am Meer. Schon 1923 entstand hier das erste Hotel und jetzt, siebzig Jahre später, droht diese pulsierende Metropole aus allen Nähten zu platzen. Dicht drängen sich Hotels, Restaurants und Souvenierläden zwischen riesigen Werbeplakaten für Nachtclubs und Cocktailbars. Dem kritischen Betrachter erscheint diese wahllos angelegte Ansammlung von Betontürmen, die einzig dem Zweck dienen, Urlauber zu ‘melken’, als eine Mischung aus reizvoll-abstoßendem und traumhaft-abscheulichem Tourismusgehege - ich wußte nicht so recht, was ich davon halten sollte.
Besonders auffällig war die Tatsache, daß es in dieser Stadt ausschließlich wunderhübsche Mädchen zu bestaunen gab. In den Straßen oder am Strand, wo wir die allgegenwärtige Weiblichkeit studierten, drohten uns die Augäpfel auszutrocknen.
Unser fahrendes Quartier stand an einem Parkplatz, umringt von himmelstürmenden Appartementsilos, die alle in Strandnähe auf Gäste ‘lauerten’. Nachdem wir von der riesigen ‘Pizza’, belegt mit allerlei nächtlichen Aktivitäten, gekostet hatten, verließen wir am frühen Morgen des nächsten Tages mit einem bitteren Geschmack im Mund den Ort, der weder Tag noch Nacht kennt, und in den wir nicht so richtig zu passen schienen (Seufz!).
Jetzt trennten uns nur noch 200 km von Brisbane und wir stellten fest, daß wir doch schneller nach Norden gelangten als wir anfangs dachten. Dadurch konnten wir die Tagesetappen kürzer halten. Die bisher zurückgelegten 1500 km schafften wir in nicht einmal einer Woche. Mittlerweile war das Fahren nicht mehr so anstrengend als zu Beginn und wir unterschätzten die großen Entfernungen nicht mehr.
Etwa 10 km südwestlich von Brisbane liegt das Lone Pine Koala Sanctuary am Brisbane River. Dieser schön angelegte Tierpark war unser nächstes Ziel.

Der australische Teddybär, der Koala
Känguruhs und Koalas sind die absoluten Superstars der australischen Tierwelt und hier kann man sie aus nächster Nähe betrachten und sogar anfassen. Besonders die Koalas sind äußerst liebenswürdige Geschöpfe. Diese, bis zu achtzig Zentimeter großen, dickfelligen, etwas plump wirkenden, silbergrauen Beutelbären mit Knopfaugen und breiter Stupsnase, hängen den größten Teil des Tages schlafend oder dösend in den Astgabeln der Eukalyptusbäume. Die kurze Zeit die sie wach sind, verbringen sie ausschließlich mit Fressen. Doch auch da sind sie sehr wählerisch. Denn von den etwa fünfhundert verschiedenen in Australien beheimateten Eukalyptusarten, finden höchstens ein gutes Dutzend das Wohlgefallen des Koalas.
Es gibt zwar seit 1927 ein Koala-Jagdverbot, aber nach wie vor werden massenhaft Eukalyptuswälder gerodet, wodurch die Beutelbären ihren natürlichen Lebensraum verlieren. Die Zahl der heute noch lebenden Koalas wird auf etwa eine halbe Million geschätzt. Erst düstere Prognosen, sie könnten schon bald ganz verschwunden sein, brachte viele Australier zur Einsicht, es sei höchste Zeit, sich der Misere dieser ‘Teddybären’ anzunehmen.
Absolut keine Rede vom Aussterben kann bei den Känguruhs sein. Sie vermehren sich prächtig und haben, im Gegensatz zu den Koalas, fast den gesamten Kontinent als Lebensraum zur Verfügung. Das zutrauliche Verhalten, daß es uns sogar ermöglichte, uns mitten in einer großen Gruppe niederzulassen, erweckte sofort unsere Sympathie für diese Tiere. Beim Beobachten der großen Känguruhfamilie bemerkten wir sehr viele menschliche Züge in ihrem Verhalten. So zum Beispiel wie sie sich kratzen, wie sie die Vorderbeine als Hände benutzen, wie sie, auf dem Ellbogen gestützt, auf dem Boden liegen oder wie liebevoll sie mit dem Nachwuchs umgehen.

Das gespaltene Verhältnis der Australier zu ihrem Wappentier
Im Gegensatz zu uns, hatten die Australier immer schon ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Wappentier. In einer gesteigerten, seitdem einige Bundesstaaten Abschußquoten festgelegt haben. Die ‘Kangaroos’ müssen vor allem deswegen sterben, weil sie als Busch- und Graslandbewohner mit Rindern und Schafen um Wasser konkurrieren. Tierschützer laufen Sturm gegen die staatlich legitimierten Killer, die eine Reduzierung der Tiere von derzeit 20 Millionen auf weniger als 15 Millionen fordern.
Seit James Cook 1770 das Tier zum ersten Mal sah, sind an die 200 Millionen Känguruhs dem Jagdtreiben der Einwanderer zum Opfer gefallen.
Als die ersten Einwanderer die Ureinwohner nach dem Namen dieser seltsamen Tiere fragten, soll die Antwort ‘Kan-ga-roo’ gelautet haben, was im Aboroginal-Dialekt soviel bedeutet wie ‘Ich verstehe dich nicht’.
Einige Kilometer flußabwärts liegt an einer scharfen Biegung des Brisbane River das Stadtzentrum von Brisbane, der Hauptstadt von Queensland. Brisbane ist eine junge, moderne Stadt, die sich in ihrer erst 170-jährigen Geschichte vom Sträflingslager zur Millionenstadt entwickelt hat. Seit der Weltausstellung ‘EXPO 88’ ist Brisbane auch international besser bekannt.
In dieser Stadt, wie in den meisten Ballungszentren Australiens, fallen besonders die großzügig angelegten Parks mit riesigen, uralten Bäumen auf. Überall zwischen den modernen Spiegelglastürmen und den breit angelegten Straßen prägen große, sehr gepflegte Grünanlagen das Stadtbild.
An einem Sonntag, an dem wir die Stadt besuchten, schien sich die ganze Bevölkerung von Brisbane in einem zentralgelegenen Park versammelt zu haben. Menschen aller Alters- und Gewichtsklassen drängten durch die Tore des Parks, zwängten sich auf den schmalen Gehwegen aneinander vorbei und überfluteten die frisch gemähten Rasenflächen. In der Mitte der Anlage plärrten Lautsprecherboxen die neueste Popmusik, unter den Bäumen versuchten fettige Mäuler Unmengen von ‘French Frie’s, Burger, Chips und Popcorn’ zu verschlingen. Schön gewachsene und gecremte Mädchenkörper genossen nicht nur die wohltuenden Sonnenstrahlen auf ihrer Haut sondern auch die Blicke der Bewunderer. Genervte Mütter versuchten vergeblich ihre Kinder unter Kontrolle zu halten, und vom ganzen Trubel unbeeindruckt, watschelten dicke Familienväter in großgeblümten Shorts und Badesandalen - beladen mit Campingsesseln und großen Kühltaschen - hinterher.
Vermutlich vergebens suchten die Menschen dort Erholung vom Alltag. Nur in einem Punkt waren sie uns einen Schritt voraus. Die meisten trugen nämlich einen Hut als Schutz vor der Sonne, deren Intensität fast täglich zuzunehmen schien.
Also beglichen wir diesen Mangel, indem wir uns ‘Aussie-Hüte’ zulegten. Kurz entschlossen kauften wir dann auch noch Proviant für die nächsten Tage und verließen die Stadt, von der wir glaubten, genug gesehen zu haben.
Lange hatten wir dann noch den Geruch der Imbissbuden in der Nase - und das Großstadtklischee, das sich wieder einmal bewahrheitet hatte, vor Augen.

2. Etappe: von Brisbane nach Mackay.

Wir hatten Brisbane nun endgültig hinter uns gelassen und fuhren auf dem ‘Bruce Highway’ die Sunshine Coast entlang, Richtung Norden. Viele kleine, abgelegene Siedlungen, die hauptsächlich vom Tourismus leben, liegen dort an der Küste, wie an einer Schnur aufgefädelt. Die Sunshine Coast ist neben der Gold Coast einer der wichtigsten Feriengebiete für Australier aber auch für Südostasiaten. Anscheinend hat die Baubehörde dort mehr Gefühl für die Landschaft als anderswo in Australien. Denn hier findet man keine Hoteltürme oder Appartementsilos. Ganz im Gegenteil dazu sind hier die Ferienorte in die Landschaft und vor allem in das üppige Grün des subtropischen Buschwaldes eingebettet. Man fährt durch diese Orte wie durch einen Wald. Meist sieht man nur die vielen Hauseinfahrten oder die Zufahrtsstraßen zu entlegeneren Gebieten. Diese Hotels, Motels oder Restaurants liegen etwas abseits der Durchzugsstraße und man muß manchmal schon sehr genau hinsehen, um einen Ort überhaupt wahrzunehmen.
Neben dem Fremdenverkehr lebt dieser Landesteil vor allem vom Zuckerrohranbau. Überall sieht man dort die langen Schmalspureisenbahnen, die mit zahlreichen Waggons das geerntete Zuckerrohr in die Zuckerfabriken der Umgebung schaffen.
Eines der wichtigsten Zuckeranbaugebiete ist die Gegend um Bundaberg, etwa 380 km nördlich von Brisbane, wo auch der bekannte Bundaberg-Rum hergestellt wird.

Die ‘Green Turtles’
An diesem Abend wollten wir noch die Küste erreichen und fuhren auf einer Nebenstraße, inmitten von endlos langen Zuckerrohrfeldern Richtung Osten. Mehr oder weniger zufällig führte uns der Weg direkt an die Pazifikküste, wo er plötzlich an einem Parkplatz endete. Dieser Strand, Mon Repos genannt, dient den großen und streng geschützten Meeresschildkröten als Eiablageplatz. Gleich neben dem Parkplatz, auf dem bei unserer Ankunft gerade ein Froschkonzert mit mehreren hundert ‘Orchestermitgliedern’ stattfand, befindet sich die Forschungsstation für die Schildkröten. Drinnen brannte noch Licht. Also gingen wir hinein, um zu sehen was hier geboten wird. Wiederum zufällig kamen wir genau zur richtigen Zeit, um an einer Führung am Strand teilzunehmen.
Erst konnten wir die hauseigene Ausstellung, in der man sich genau über die Artenvielfalt der Meeresschildkröten informieren konnte, besichtigen. Anschließend gingen wir in einer Gruppe von etwa fünfundzwanzig Leuten mit einem Forscher den Strand entlang. In der Eingangshalle zur Beobachtungsstation hingen schöne Fotos von früheren Beobachtungsgängen, wo eine Gruppe wie wir, bei der Eiablage einer grünen Meeresschildkröte zusehen und dabei so nahe an das Tier herankommen konnte, daß sie es angreifen hätten können. Dementsprechend groß war die Erwartungshaltung, aber es regte sich nichts. Zwischendurch bekamen wir einen Videofilm über die faszinierenden ‘Green Turtles’ vorgeführt, bis schließlich die Nachricht kam: “Yes Guys, we have a turtle!"
Wieder setzte sich die Gruppe in Bewegung und pilgerte zum Strand. Dort angekommen, mußten wir unsere Erwartungen gleich wieder zurückschrauben, denn man sagte uns, die Schildkröte sei wieder ins Meer zurückgekehrt. Also mußten wir uns mit ihrer Fährte im Sand begnügen. Der Spur nach zu schließen, muß es sich um eine recht große Schildkröte gehandelt haben.
Im Laufe der Nacht dezimierte sich die Gruppe immer mehr, bis schließlich auch die Forscher nach Hause gingen. Den Rest der Nacht verbrachten ‘Walli’ und ich alleine am Strand und warteten geduldig im Mondschein, ob nicht doch noch so ein gepanzertes Wesen aus der Tiefe des Meeres auftaucht. Es wäre zu schön gewesen, aber nichts geschah. Um 6 Uhr morgens, die Sonne war längst aufgegangen, gaben auch wir auf und legten uns noch zwei Stunden aufs Ohr. Wir schliefen mit der Gewißheit ein, die gesamten acht Dollar Eintrtittsgebühr voll ausgekostet zu haben.
Leider war es nur wenig später schon wieder so heiß im Auto, daß wir wieder aufstehen mußten.
An diesem Morgen schlug ich vor, daß wir dem monotonen Bruce Highway nur noch bis Gladstone folgen sollten. Von dort könnten wir nach Westen abbiegen und einen großen Abstecher ins Landesinnere von Queensland machen. Dieser Vorschlag wurde sofort einstimmig angenommen und mit dem Prädikat ‘Ausgezeichnete Idee’ geehrt (wir waren ein tolles Team, und unsere gute Laune konnte wirklich durch nichts getrübt werden).

Dem Outback entgegen
Bald darauf lag auch Gladstone und der vielbefahrene Highway Nr. 1 hinter uns und wir bewegten uns in der Hitze des Tages durch knochentrockenes Weideland dem Outback entgegen. Es gibt wahrscheinlich in ganz Australien kein Hinweisschild, das den Beginn des Outback’s ankündigt. Trotzdem waren wir sicher, daß wir schon mittendrin waren.
Für einen Europäer ist es sehr schwer vorstellbar, daß zwischen manchen benachbarten Orten 150 bis 250 km nur öde Steppenlandschaft ohne ein einziges Haus liegt. Auf den Straßen grüßen sich die Autofahrer, weil Gegenverkehr hier draußen ein besonderes Ereignis ist.
Große Rinderherden wandern auf der Suche nach Wasser über weite Strecken durch das verdorrte Grasland. Immer öfter machten wir Bekanntschaft mit den berüchtigten ‘Road Trains’. Das sind riesige Lastwagen mit bis zu drei Anhängern. Diese Züge, die an die fünfzig Meter lang werden, donnern oft mit weit über 100 Stundenkilometern die endlosen Geraden dahin. Im Busch stößt man oft auf Hinweisschilder, die auf die Landschaft aufmerksam machen, damit man sie nicht verpaßt.
Wenn man den ganzen Tag unterwegs war, konnte man sich am Ende des Tages auf ein schönes Stück Gegend freuen, nachdem man den ganzen Tag über die selben Attraktionen am Straßenrand gesehen hatte: zu Schrott gefahrene Fahrzeuge, zerfetzte Autoreifen, von der Hitze aufgeblähte Känguruhkadaver und die Reste zerschlagener Windschutzscheiben. Diese Landschaft erweckte in uns den Eindruck - oder die Befürchtung - daß sie nirgendwo enden könnte. Befährt man dieses schwarze Band, das die weit verstreuten Siedlungen zusammenhält, und man erreicht eine Kuppe, erwartet man auf der anderen Seite irgend eine Abwechslung, wie ein Farmhaus, eine Tankstelle oder ein Dorf. Aber auf dem Scheitel der Kuppe angekommen, bietet sich wieder derselbe Anblick wie hundert Kilometer vorher. Ich war froh, hier nicht ganz alleine, ohne Gesprächspartner fahren zu müssen.
Langsam wurde die Vegetation immer dürrer. Nur noch vereinzelt standen Eukalyptusbäume, die ihre Rinde abgeworfen hatten, mit blendend weißen Stämmen auf trockenem rotem Sand und auf Steinböden. Die weißen Stämme, deren Farbe das Sonnenlicht reflektiert, schützen sich auf diese Weise vor dem Austrocknen. Auf eine andere Art schützt sich der Flaschenhalsbaum, der typisch für Queensland ist, in der trockenen Jahreszeit. Er wirft all sein Laub ab und speichert die Feuchtigkeit in seinem mächtigem Stamm um keine Energie zu verschwenden.
Unser angestrebtes Ziel war der Carnavon George Nationalpark, der in meinem Reiseführer als besonders sehenswert beschrieben wurde. Bis zum Park waren es noch gut hundert Kilometer, als plötzlich das schwarze, grob asphaltierte Straßenband aufhörte und statt dessen eine rote, staubige Piste in gleicher Richtung weiterführte. Auf dieser Waschbrettpiste mit vereinzelt herumliegenden, größeren Steinen und Teilen von Autoreifen, war an ein Vorankommen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 40 km/h nicht zu denken. Diese Strapazen waren für unser Auto fast zuviel. Die Stoßdämpfer ächzten und stöhnten unter ihrer Last.
Die letzten zweieinhalb Autostunden dieses Tages zogen sich endlos in die Länge, und der Kilometerzähler wollte diese hundert Kilometer einfach nicht herunterspulen.

Ans ‘Ende der Welt’
Genau dann, wenn du bereits glaubst, daß du schon ganz alleine auf der Welt bist, und du den Glauben an die menschliche Zivilisation schon längst aufgegeben hast, genau dann taucht im Rückspiegel ein daherrasender Road Train auf, der dir mit der Lichthupe zu verstehen gibt, daß du auch hier, in diesen Weiten des Landes, im Weg bist. So ein Sattelschlepperzug mit drei Anhängern ist für den Reisenden, der ihm begegnet, einer der eindrucksvollsten und furchteinflößendsten Anblicke im Outback. Sechzig rotierende Räder wirbeln eine Menge Staub und Steine auf. Um diesem Chaos zu entgehen, ist es am besten, man fährt zur Seite, schließt die Fenster und wartet eine Weile, bis die rote ‘Luft’ wieder durchsichtig wird. Eine Staubfahne in der Ferne verriet uns, daß der Laster seit unserer Begegnung schon wieder einige Kilometer gefressen hatte. Etwas weniger rasant aber auch fast am Limit der Leistungsfähigkeit, setzten wir unsere Fahrt fort. Nur noch 60 km.
Mit heruntergekurbelten Fenstern und staubigen T-Shirts, ratterten wir durch eine weite, rötlich flimmernde Landschaft, in der kein Vogel fliegt, kein Tier aus seinem dürftigen Versteck herauskommt, und wo nur das staubige Spinifexgras unsere Blicke in seinen Bann zieht. Der heiße Wind konzentriert sich auf dein Gesicht und versucht ständig dir den Hut vom Kopf zu wehen. Du atmest Insekten, Staub und den Geschmack von verbranntem Spinifex ein. Du hängst einen Arm aus dem Fenster, der schon doppelt so rot ist wie der andere und bereits Anzeichen eines ordentlichen Sonnenbrandes zeigt. Man fährt einfach weiter ohne jede Erwartung, weil man weiß, daß auch nach der nächsten Kurve kein Ort oder dergleichen kommt. Noch 30 km.
Wir machten eine Pause und spülten den knirschenden Staub zwischen unseren Zähnen mit einem kühlen Stubbie ‘XXXX’ hinunter. Nach einiger Zeit hielt ein Aussie neben uns seinen Landcruiser an und fragte uns, ob wir ein Problem mit dem Auto hätten. Als wir mit der Bierflasche in der Hand sagten, wir sind OK, zog es ein breites Grinsen in sein zerknittertes Gesicht und er gab Gas. Irgendwann am Abend erreichten wir doch noch den Nationalpark im Zentrum von Queensland. Noch nie zuvor war ich so weit weg von jeder Zivilisation und frei von allen Zwängen. Am wildromantischen Lagerfeuer ‘reinigten’ wir noch einmal kräftig unsere Speiseröhren von den Strapazen des Tages.

Das ‘Schluchtenlabyrinth’
Der 223.000 ha große Carnavon Nationalpark liegt etwa 460 km südlich von Rockhampton. Der eindrucksvollste Teil des Parks ist eine ca. 30 km lange, wildverzweigte Sandsteinschlucht mit bis zu 200 Meter hohen, senkrechten Wänden. Durch diese Schlucht fließt der Carnavon River, ein Fluß der auch in den heißesten Sommern nicht austrocknet. Aus vielen Seitenschluchten kommen kleine Bäche, die den Hauptfluß am Leben erhalten. Durch das feucht-heiße Klima konnte sich eine reichhaltige Flora bilden. In der Hauptsache wachsen große Bäume (Eukalyptus, Kasuarien und Palmen) entlang des Flusses, den wir auf unserer ganztägigen Wanderung durch den Busch an die 30-mal überquert hatten. Überaus reichhaltig ist die Tierwelt im Park. Ornithologen zählten nicht weniger als 172 Vogelarten und 28 verschiedene Säugetiere. Hier begegneten wir wiedereinmal frei lebenden Känguruhs, Waranen und sogar Flußschildkröten. Allgegenwärtig war das Geschrei der Papageien.
Die dichteste Vegetation findet man in einer kleinen Nebenschlucht namens ‘Moss Gardens’. Von überall hört man Wasser über die Felsen tropfen, welches von den vielen dicken Moospölstern aufgesaugt und gespeichert wird. Das helle, frische Grün der Farnblätter, das durch die Sonne noch verstärkt wird, ließ uns für einige Zeit die tropischen Temperaturen vergessen. Nicht alle Teile der Schlucht waren mit so paradiesischen Namen wie ‘Moss Gardens’ versehen. Manchmal fand man sich in ‘Deat’s End’ oder am ‘Devil’s Table’ wieder. Auch der ‘Snake Hill’ lud nicht zu einer Besichtigung ein. Eine große, etwas überhängende Felswand, auf der Malereien der Aborigines zu sehen sind, bezeichnet man passenderweise als ‘Art Galerie’.
Das extrem schwüle Klima in der Schlucht, wo jede körperliche Anstrengung einen Schweißausbruch zur Folge hat, ließ uns bald erkennen, daß wir viel zu wenig Trinkwasser auf die Tour mitgenommen hatten. So hatten wir beinahe bei der Hälfte des Weges unsere Wasservorräte aufgebraucht.
Jetzt gab es nur noch ein Ziel für uns: unser Auto am Eingang der Schlucht. Doch das befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa zweieinhalb Gehstunden von uns entfernt.
Wir marschierten mit einem Tempo, als ob wir auf der Flucht wären. Dabei wurden wir ständig von den zahlreichen Fliegen, die dauernd versuchten, uns in die Augen oder in den Mund zu fliegen, belästigt. Mein Freund Didi murmelte während des Marsches oftmals leise aber doch deutlich verständlich das Zauberwort “Stubbie ... Stubbie ...". Wir wußten, sein Zustand war schon sehr bedenklich!
Als wir glaubten, sämtliche Körpersäfte verloren zu haben, und als wir uns damit abgefunden hatten, daß wir früher oder später zu Staub würden, sahen wir an einem kleinen Campingplatz eine Blockhütte und an der Rückseite dieser Hütte stand wie eine Fata Morgana, durch seine Signalfarbe sich vom Grün der Umgebung abhebend, ein gekühlter Cola-Automat. Solange ich denken kann, hat ein kaltes Cola noch nie so herrlich geschmeckt wie dort im Wald.
Etwa zehn Minuten später, als wir wieder weitergingen, schlug der Durst erneut zu, diesmal mit noch größerer Intensität. Das klebrige Zeug, das wir getrunken hatten, war in unseren Speiseröhren verdampft und hinterließ eine gummiartige Schicht, die schon wieder nach viel Feuchtigkeit verlangte.
Am Auto angelangt, mußten wir zu unserem Bedauern feststellen, daß durch die intensive Sonneneinstrahlung unser Kühlschrank ausgefallen war. Also tranken wir im Schatten eines Eukalyptusbaumes zum ersten Mal heißes Bier.
Bis auf die Morgen- und Abendstimmungen macht die Fülle von Licht das Land schier unsichtbar. Mittags zwingt es einen dazu, die Augen zu schließen. Die Sonne scheint so unbarmherzig grell, das Licht ist so weiß, die wenigen Schatten sind so undurchdringlich schwarz, der Himmel ist fast farblos, daß man das Gefühl hat, geblendet zu werden. Die Sonnenuntergänge mit dem einzigartigen Abendlicht sind brillant. Die Australier sagen, die schlimmste Zeit des Tages ist fünf Uhr nachmittags, wenn jeder Kieselstein grell leuchtet, die Augen blendet und den Atem zum Stocken bringt. Um fünf Uhr nachmittags gibt es nur eine Farbe: das brennende Ziegelrot.
Auf unserer Reise Richtung Norden passierten wir bald Emerald und Clermont. Zwei etwa 6000 Seelen zählende Städte im zentralen Hochland von Queensland, die sich kaum voneinander unterscheiden. Wir kauften dort wieder Proviant und Benzin. Wir betraten verschiedene Läden und Bars, doch wurden wir kaum eines Blickes gewürdigt, denn zu dieser Zeit war der Melbourne Cup, das große Pferderennen von Flemmington (Melbourne) gerade in seiner entscheidenden Phase. Der ‘Race Day’ ist Australiens höchster Feiertag. Beinahe jeder Aussie fiebert diesem Tag entgegen. Da sitzen dann Herren in feinen Anzügen auf umgedrehten Milchkisten und starren auf irgendwelche Bildschirme in irgendwelchen Räumen, wo sich mit der Zeit Freunde und Bekannte versammeln, um mit dem Wettschein in der verschwitzten Hand, das Ende des Rennens abzuwarten und anschließend entweder Sieg oder Niederlage zu feiern.

3. Etappe: von Mackay nach Cairns.

Mackay, die Zuckerhauptstadt Australiens, wo insgesamt ein Drittel der Zuckermenge des Landes hergestellt wird, lag schon längst hinter uns, als wir am Nachmittag in Arlie Beach, dem Tor zu den Whitsunday Inseln, eintrafen.
Der Anblick des türkisfarbenen Ozeans, eingerahmt von tropischer Vegetation, war ein herrlicher Kontrast zur öden, staubtrockenen Landschaft der letzten Tage. Dazu die erfrischende Meeresluft im Gegensatz zum heißen Wind im Auto.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir an das Leben auf Achse schon so sehr gewöhnt, daß wir oft den Wunsch äußerten, noch viele Wochen und Monate auf diese Art und Weise das Land zu erkunden. Wir waren es gewohnt, auf Parkplätzen zu übernachten, im Straßenstaub das Frühstück einzunehmen, und wir waren sehr flexibel, wenn es darum ging, ohne Toilette unser Geschäft zu verrichten. So glaubten wir einmal, an einem langen weißen Sandstrand unbeobachtet zu sein. Doch als wir anschließend um eine Sanddüne herumgegangen waren, wurde uns bewußt, daß wir das Areal einer Hotelanlage beschmutzt hatten.
Auch wurden wir immer geschickter beim Auffinden von öffentlichen Duschgelegenheiten oder zumindest eines Wasserhahnes für die bescheidene Körperpflege.
Daß wir dabei die Duschkabinen mit Spinnen, Kakerlaken oder großen Käfern, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit großen, grünen Blättern hatten, teilen mußten, störte uns absolut nicht. Etwas ungewöhnlich war es auch, daß manche Duschkabinen entweder kein Türschloß hatten oder es fehlte gleich die ganze Tür.
In Australien fährt man am besten, wenn man sich dem Grundsatz des Einheimischen, ‘no worries’, anschließt.
Im Bootshafen von Arlie Beach wurden Ausflüge zu den Whitsunday’s Islands angeboten. Weil wir wissen wollten, ob sich dieses wunderbare Szenario, mit traumhaft glasklarem Wasser, strahlendem Sonnenschein und dem satten Grün der Umgebung, noch steigern läßt, buchten wir eine solche Fahrt.
Schon früh am Morgen bestiegen wir eine Motorjacht, die uns auf das einige Kilometer entfernte Archipel brachte. Die Whitsunday’s sind eine Inselgruppe, bestehend aus insgesamt siebzig Inseln am Rand des Great Barrier Reefs, von denen nur sieben bewohnt sind.

Das zerbrechliche Gleichgewicht der Korallenriffs
Die Bootsfahrt dauerte ungefähr zwei Stunden. Viele kleinere und größere, dicht bewachsene Inseln, zogen an uns vorbei. Das Boot pflügte durch das glasklare, königsblaue Wasser und hinterließ eine türkisfarbene, mit weißen Gischtkronen verzierte Spur. An Bord wurden wir über die Gefahren der Unterwasserwelt belehrt. So etwa über eine kleine, harmlos aussehende Muschel, deren Gift für den Menschen tödlich sein kann. Bewaffnet mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen, gingen wir auf Cook Island von Bord. An einem nahegelegenen Sandstrand, in einer wirklich paradiesischen Umgebung, ließen wir uns nieder und verbrachten hier einen der schönsten Tage unserer Reise. Die Welt um uns herum, mit dem nicht enden wollenden Postkartenwetter, war so perfekt, daß es schon fast unwirklich aussah. Das Meer dort draußen im Riff, war schon fast zu klar, zu türkisblau, die Wolken am Himmel waren fast zu weiß und die üppige Vegetation der Insel war beinahe zu grün. Nur die eigene Hochstimmung schien uns real. Alles paßte wunderbar zusammen. Verspielt und übermütig tollten wir am Strand umher.
Das Schnorcheln und Tauchen im glasklaren Wasser war ein weiterer Höhepunkt des Tages. Erst als wir eintauchten und die Unterwasserwelt deutlich vor Augen hatten, bemerkten wir viele, etwa 20 cm lange, durchsichtige Fische, die oberhalb der Wasseroberfläche nicht zu sehen waren. Das Tauchen im farbenprächtigen Korallenriff, umgeben von ‘Zierfischen’ der verschiedensten Arten (sogar kleine Rochen tummelten sich dort) war ein wirkliche spektakuläres Erlebnis. Dort im Riff scheint alles so perfekt und in einem zerbrechlichen Gleichgewicht zu sein, daß man sich sehr leicht als Eindringling fühlt, und man hat Angst, irgend etwas zu zerstören. Wer einmal einen so zarten, bis ins kleinste ausgewogenen Lebensraum eines Korallenriffs gesehen hat und dabei das leichte Gefühl gehabt hat, daß man hier zwar geduldet wird, sonst aber total unnütz ist, der kann erst wirklich verstehen, wie grenzenlos unverantwortlich und dumm es ist, andere, ähnliche Korallenriffe, die in Jahrmillionen entstanden sind, mit Atombomben zu zerstören. Das gehört zwar nicht ganz hierher, aber es ist mir persönlich sehr wichtig, das an dieser Stelle anzubringen.
Das 20 Millionen Jahre alte und 2000 km lange Great Barrier Reef besteht aus über 3000 einzelnen Korallenriffs und ist das größte zusammenhängende Riff der Welt. Es beherbergt neben einer Vielzahl von Krebsen, nicht weniger als 4000 Weichtier- und 400 Korallenarten sowie mehr als 1500 Fischarten.
Das große Barriereriff gilt als gigantischer Wellenbrecher für die gesamte Nordostküste Australiens bis hinauf nach Papua Neuguinea. Leider setzt der Mensch dem Riff durch verschiedene Umwelteinflüsse immer mehr zu.
So wurde zum Beispiel die giftige Tritonschnecke von den Fischern fast ausgerottet. Diese Schnecke war aber der natürliche Feind des Dornenkronen-Seesterns, der sich daraufhin explosionsartig vermehren konnte und einen 500 Kilometer langen Korallenteppich kahlgefressen hat. Man glaubte schon an das Ende eines großen ökologischen Gleichgewichts, doch dann verschwand der Seestern plötzlich wieder. Wissenschaftler stellten fest, daß sich die Korallen nach einiger Zeit gewehrt hatten. Sie hatten ihrerseits ein Gegenmittel gegen die Attacken ihrer ärgsten Feinde gefunden.
Viel schwerer tut sich die Natur bei Belastungen mit Düngemitteln, Pestiziden und Ölrückständen. Eine der größten Bedrohungen dieses Lebensraumes stellt die Schwerindustrie in Papua Neuguinea dar. Über die Meeresströmung durch den Golf von Papua Neuguinea, gelangen Jahr für Jahr tausende Tonnen Schwermetalle wie Blei und Cadmium ins Barriereriff und zerstören viele wichtige Mikroorganismen. Durch die globale Klimaerwärmung kommt das exakt ausgeglichene Ökosystem immer stärker aus dem Gleichgewicht. Die Natur kann sich dabei nicht rasch genug den immer häufigeren Belastungen anpassen. Dadurch, daß der größte Teil des Barriereriffs für Besucher gesperrt ist, will man die Schäden, die durch den Tourismus entstehen, möglichst gering halten. Das Abreißen von Korallenstöcken wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.
Man bekommt auch von den wenigen zugänglichen Inseln einen so beeindruckenden Einblick in diesen Lebensraum, daß man die gesperrten Zonen gerne den Meeresbewohnern überläßt.
Die Whitsynday’s sind auch ein El Dorado für Cluburlauber, die auf sehr schönen Inseln, in ausgedehnten Ferienanlagen, an den zahlreichen Bars und Swimmingpools herumhängen und von professionellen Animateuren und plärrenden Lautsprecherboxen ‘künstlich am Leben gehalten werden’.
Dies war der Grund, warum wir sehnsüchtig an unseren Campingbus dachten, der treu im Hafen von Arlie Beach stand und auf unsere Rückkehr wartete. Wieder im Hafen angekommen, ließen wir das Erlebnis ‘Barriereriff’ bei einem eiskalten Krug ‘XXXX’ gedanklich noch einmal auf uns einwirken.


‘Krokodile Dundee’
Auf allen unseren Wanderungen durch den Busch sahen wir nur zweimal Schlangen, die aber sofort flüchteten, wenn wir ihnen zu nahe kamen. Nicht selten aber kann man sie hören, wenn sie im trockenen Laub das Weite suchen. Für eine einzige Schlange endete die Begegnung mit uns tödlich. Sie lag quer über die Fahrbahn, als wir abends durch den Dschungel fuhren und leider nicht mehr ausweichen konnten.
Eine andere Attraktion des Tierparks waren die großen Krokodile, die über 6 Meter lang werden können. Einer der Tierpfleger, ein besonders erfahrener Mann im Umgang mit Krokodilen, sprang barfuß in das Krokodilgehege, um sich mit den Tieren zu beschäftigen. Dabei war er nur mit einem etwa 50 cm langen Stöckchen ‘bewaffnet’. Er erklärte uns, daß er praktisch mit Krokodilen aufgewachsen sei und daß ihn diese Tiere genau kennen. Die Riesenechsen würden ihn auch niemals angreifen, solange er sich richtig verhält. So zeigte er bei einem völlig reglos daliegenden Krokodil, wie blitzschnell es zuschnappen konnte. Mit seinem Hut wedelte der ‘Krokodile Dundee’ vor dem gefährlichen Maul des Krokos herum, worauf es mit einem lauten “wop...wop..." ins Leere schnappte. Dies geschieht aber nicht aus Böswilligkeit, sondern ist reiner Instinkt. Bei einer Begegnung mit einem Krokodil sollte man immer ein kleines Stöckchen bei sich tragen, meinte ‘Dundee’ scherzhaft. Einem, mit geöffnetem Maul daherknirschendem Krokodil, streichelte er mit dem Stock über die Augen, worauf es plötzlich wie erstarrt vor ihm liegenblieb. Die Augen, so erklärte er uns, sind die einzige, leicht verwundbare Stelle des Reptils. Bei einer Berührung der Augen, schließt das Tier seine gepanzerten Augenlieder und kann somit sein Opfer nicht mehr sehen. Es greift nie mit geschlossenen Augen an, um nichts Unüberlegtes zu machen.
Eine andere Art, sich vor einem Krokodil in Sicherheit zu bringen, ist, sich auf den Rücken des Tieres zu setzt. In dieser Position ist man für das Krokodil unerreichbar, meinte der urige Australier mit einem lustigen Augenzwinkern, dessen Vater schon in den Mangrovensümpfen von Nord-Queensland Krokodile jagte.
Mit diesem neu erworbenen Wissen, kampierten wir am Abend, etwas nördlich von Townsville, in einer Flußlandschaft, wo ausdrücklich auf die Präsenz von Krokodilen hingewiesen wird. Jedoch wußten wir, wie wir uns im Ernstfall zu verhalten hatten - zumindest theoretisch.
Die einzigen Echsen, die wir dort im Manrovendickicht zu Gesicht bekamen, waren ein Leguan und ein Waran, beide sind völlig ungefährlich. Der Respekt vor den im seichten Flußufer lauernden Krokodilen, war aber doch so groß, daß wir an diesem Abend auf die Körperpflege verzichteten.
Die restlichen 380 km bis Cairns legten wir in gemächlichem Tempo, mit vielen Pausen zurück. Wir wunderten uns anfangs, daß in diesem Teil des Landes keine Badetouristen die traumhaft langen Sandstrände bevölkerten, bis wir die Warnschilder bemerkten, die auf die mögliche Gefahr des ‘Box Jelly Fischs’ hinwiesen. Eine Begegnung mit der Würfelqualle, die mit ihren langen Tentakeln schwere Verbrennungen auf der menschlichen Haut hinterläßt, kann sogar tödlich enden, wenn man nicht augenblicklich ein Gegenmittel findet (zum Beispiel lindert Essig den Schmerz sehr gut).
Als wir in Cairns ankamen, hatten wir seit unserem Start in Sydney 4700 Kilometer zurückgelegt und Unmengen von Benzin verbraucht. Das Auto hielt, bis auf kleinere Mängel, den großen Anforderungen stand, wofür wir sehr dankbar waren.
Im Atherton Tableland, westlich von Cairns, auf der Steilstufe der Macalister Range, liegt mitten im tropischen Regenwald ein kleiner Ort namens Kurunda, wohin man mit einer alten Eisenbahn von Cairns aus gelangt. Diese Bahn, die 1888 mühevoll in den Berg gehauen wurde, schlängelt sich mit etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit über unzählige Brücken, durch Tunnels, vorbei am undurchdringlichen Dschungel des Hochlandes. Das Grün des Urwaldes wechselt mit Wasserfällen, Steinschluchten und prächtig blühenden Orchideen. Der Bahnhof von Kurunda ist fast vollständig von tropischen Pflanzen und Palmen überwachsen.
Als wir nach Cairns zurückgekehrt waren, buchten wir einen Flug nach Darwin. An dieser Stelle muß ich den australischen Fluggesellschaften, besonders QUANTAS (Queensland and Northern Territory Airial Services), ein besonderes Lob aussprechen. Es war wirklich jederzeit möglich, für den nächsten Tag einen Flug zu bekommen.
Am nächsten Morgen gaben wir unseren treuen Kameraden, den Campingbus, bei ‘Brits Australia’, dem größten Autoverleiher Australiens, ab. Zuvor hatten wir ihn noch vom gröbsten Schmutz, der sich in knapp drei Wochen angesammelt hat, befreit (sonst hätten wir die 90 Dollar Kaution nicht wieder bekommen).
Nachdem wir den Autoverleiher verlassen hatten, waren wir plötzlich ‘Backpackers’ (Rucksacktouristen). Zu diesem Zeitpunkt begann für uns ein völlig neuer Urlaub. Um uns an die neue Situation zu gewöhnen, gingen wir die paar Kilometer zum Flughafen zu Fuß. Es war ungewohnt, die Last unseres Gepäcks am Rücken zu spüren und in der sengenden Sonne, schweißüberströmt dahinzumarschieren.
Auf halbem Weg hielt ein Kleinbusfahrer unaufgefordert neben uns an und fragte uns mitleidsvoll, ob unsere Wanderung um diese Tageszeit nicht zu heiß wäre. Keuchend gaben wir ihm zu erkennen, daß es wohl recht hätte. Lächelnd bot er uns an, uns zum Flughafen zu bringen. Wir nahmen dankbar an.
Nach einem dreistündigen Flug, mit einer Zwischenlandung in Nhulunbuy, landeten wir in Darwin, der Hauptstadt von Northern Territory.

4. Etappe: Darwin - Kakadu Nationalpark - Arnhemland

Als wir in Darwin das klimatisierte Flughafengebäude verließen, glaubten wir geohrfeigt zu werden. Die drückende Hitze war auch spät in der Nacht noch so stark, daß schon das Verscheuchen einer Fliege einen Schweißausbruch zur Folge hatte. Mit einem Shuttle-Bus fuhren wir in die Stadt, und es dauerte kaum eine halbe Stunde, da waren wir auch schon in einer Jugendherberge (Backpackers Ressorts) untergebracht. Es gibt in Australien etwa 140 solche, voneinander unabhängige Ressorts, wo man im Gegensatz zu den eigens gekennzeichneten Jugendherbergen (YHA) keine Mitgliedschaft benötigt. Der lockere Lebensstil, der in solchen Unterkünften herrscht, sagte uns sofort zu und wir waren in unserem einfachen, zweckmäßig eingerichteten Zimmer sofort ‘zu Hause’.
Darwin ist die jüngste, australische Hauptstadt mit interessanter, multikultureller Ausrichtung, denn Einwanderer aus fast fünfzig Nationen sind hier ansässig geworden. Die Bevölkerung des Nord Territoriums erwartet sich aufgrund der günstigen Lage Darwins (Südostasien ist nicht weit), daß sich die Stadt zu einem weiteren, wirtschaftlichen Zentrum oder zu einem australischen Singapur entwickeln würde.
Zu Weihnachten 1974 zerstörte der Wirbelsturm ‘Tracy’ mit Windgeschwindigkeiten von 280 km/h die Stadt fast vollständig. Am Wachstum und Wohlstand Darwins ist der Tourismus unübersehbar beteiligt. Auf die 73.000 Einwohner kommen jährlich 495.000 Besucher, die das ‘Top End’ bereisen.
Bei einem Rundgang kann man die meisten Sehenswürdigkeiten und die locker-lässige Atmosphäre der Stadt kennenlernen. Wegen der tropischen Mittagshitze, unternimmt man solche Spaziergänge schon früh am Morgen oder später am Abend. Die Mittagszeit verbringt man am besten an einem Pool oder im Bett. Dabei kann man den Mauergeckos zusehen, wie sie über die Wände huschen. In einem kleinen Garten neben unserer Unterkunft bemerkten wir zwei Mungos, die sich auf ihren nächtlichen Beutezügen ganz nahe an menschliche Behausungen heranwagten.
Unser Ventilator im Zimmer hatte große Mühe, die brütende Luft zumindest ein bißchen durcheinanderzuwirbeln.
An jeder Ecke der Stadt wurden mehrtägige Ausflüge in den Kakadu Nationalpark mit seinen Naturschönheiten angeboten. Weil wir von Natur aus neugierig sind, buchten wir eine solche Tour. Wir hatten Glück, denn unsere Reisegruppe bestand aus nicht mehr als zehn jungen Leuten aus verschiedenen Nationen, und wir waren mit einem Führer unterwegs, den wir den ‘Mann aus dem Sumpf’ nannten. Man hatte so das Gefühl, daß sich Jason, so hieß er, nur dann richtig wohl und zuhause fühlte, wenn er den Motor des Landcruiser hörte und er selbst vor Dreck fast erstarrte. Die gewählte Richtung führte uns zuerst aus der Stadt nach Osten, zum Adelaide River, wo wir ein Stück des Flusses mit dem Boot befuhren. Kaum waren wir auf dem Wasser, tauchten auch schon die ersten Krokodile aus dem trüben Wasser auf. Jeden von uns beschlich das Gefühl, daß uns diese riesigen, gepanzerte Echsen, mit ihren eiskalten Blicken beobachteten, als würden sie gerade an das Abendessen denken. Würde man sich dabei über die Reeling lehnen, gäbe man den Krokodilen zu verstehen, daß hier etwas zu holen ist. Der Bootsführer bemerkte auch, daß diese Tiere kräftig genug seien, um ins Boot zu springen. Es war ein unheimliches Gefühl, so feindselig von allen Seiten beobachtet zu werden. Und wieder beschlich uns der Gedanke, daß der Mensch in einer derart unberührten Natur ziemlich fehl am Platz ist.
Im dichten Uferwald nistete ein seltener Seeadler, der sich ein Stück Fleisch, das man ihm an einer langen Stange aus dem Boot hielt, blitzschnell aus dem Flug schnappte.
In einer sicheren Entfernung zum Fluß, grasten einige Wasserbüffel, die einst nur im asiatischen Raum beheimatet waren aber von Einwanderern aus China mitgenommen wurden. Im tropischen Klima mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit fanden die Büffel auch hier einen geeigneten Lebensraum.
Unser Weg führte uns weiter Richtung Osten auf dem endlosen, schwarzen Asphaltstreifen des Arnhem Highways, der in die entlegene Urwaldsiedlung Jabiru führt. Aufgrund der Tatsache, daß es in diesem Teil Australiens ungefähr sieben Monate im Jahr regnet, überquerten wir ein gigantisches Überschwemmungsgebiet, das als Trinkwasserreservoir für Darwin dient. Vom Wandern durch dieses dichte, bodennah bewachsene Gebiet wird, aufgrund der vielen Schlangen, Krokodile und Moskitoschwärme, dringend abgeraten.
Als das ‘West Land’ bereits einige Kilometer hinter uns lag, standen links und rechts der Straße tausende Termitenbauten, von denen die größten mehr als vier Meter über den Boden hinausragten. Im Inneren dieser Kathedralen lebt eine einzige Königin, die bei einer konstanten Raumtemperatur von 45° für die gesamte Nachkommenschaft des Termitenvolkes verantwortlich ist. Ein Millionenheer von Arbeiterinnen ist ständig damit beschäftigt, den Bau zu erweitern. Dabei reißen sie winzige Grasbüschel aus und kleben sie mit Hilfe von Speichel und Exkrementen an das bestehende Bauwerk. An regnerischen Tagen, so sagte man uns, würden diese Kathedralen, aufgrund der hohen Innentemperatur, wie Schornsteine rauchen.
Während der mehrstündigen Fahrt durch den tropischen Urwald, trat Jason, unser Fahrer, plötzlich auf die Bremse. Etwa fünfzig Meter vor uns hatte sich eine Kragenechse mitten auf der Fahrbahn drohend aufgerichtet. Jason, der tollkühne Buschläufer, sprang aus dem Auto und hetzte der Echse, die inzwischen die Flucht ergriffen hatte, nach. Selbst als das Tier in der Krone einer Palme verschwand, gab der Mann aus dem Sumpf nicht auf. Gewandt verfolgte er die Echse bis in die Palmenkrone, angefeuert von unseren beiden japanischen Reisegefährtinnen. Der Abstieg gestaltete sich für Jason ungleich schwerer, weil ihn das Reptil ständig zu beißen und kratzen versuchte. Schließlich ließ er sich einfach, mit der Kragenechse in der Hand, vom Baum in den Dreck fallen. Stolz präsentierte er seinen Fang, den es ausschließlich in Nordaustralien zu bewundern gibt. Die sonst flach anliegende Kragenhaut stellt das Tier nur dann auf, wenn es sich bedroht fühlt. Es versucht dann mit Imponiergehabe und Zischlauten, größer und gefährlicher zu wirken.
Das Eigenartigste an dem Reptil ist jedoch, daß es sich auf der Flucht auf seine Hinterbeine stellt und hocherhobenen Hauptes durchs Dickicht joggt.
Der Kakadu Nationalpark hat seinen Namen nicht von den Kakadu-Vögeln, sondern von Gagadju, einer Sprache der Aborigines, die dort im Arnhem Land schon mehr als dreißigtausend Jahre leben. Doch ist anzunehmen, daß sie schon viel länger hier sind - als Teil der Natur und Landschaft, wir ihre mythischen Geschichten von den Anfängen allen Seins in der Traumzeit berichten.
Dieser Nationalpark ist nicht nur der größte Australiens, sondern zugleich auch der drittgrößte der Welt. Er umfaßt eine Fläche von 1,75 Millionen ha. Er hat eine Ausdehnung von Nord nach Süd von über 200 km und von 100 km von Ost nach West. Im Norden des Parks, am felsigen Hochplateau, wanderten wir zu Fuß durch unwegsames Gebiet zum Ubirr Rock, einer wunderbaren Plattform, von wo man einen grandiosen Ausblick auf endloses Buschland, auf Sumpflandschaften und auf das weniger dicht bewachsene Felsplateau im Norden mit dem South Alligator River im dunstigen Hintergrund, hat.
Der Aufstieg war aufgrund des extrem schwülen Klimas eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Der Flüssigkeitsverlust war enorm. Außerdem wurden wir dort ständig von Fliegenschwärmen belästigt, die gnadenlos unsere Gesichter, vor allem die Augen und den Mund, als Landeplatz bevorzugten.
Die Behausungen der Aborigines, mit ihren reichhaltig ausgestatteten Wandmalereien, schienen so frisch verlassen und jederzeit wieder bezugsfertig, als würden die Familien erst heute Morgen ausgezogen sein. In Wirklichkeit haben sie aber schon vor Jahrzehnten diesen Teil von Arnhem Land verlassen, als ihre heiligen Stätten für jedermann zugänglich gemacht wurden.
Am Abend saßen wir am South Alligator River und beobachteten einen großartigen und farbenprächtigen Sonnenuntergang. Kurz danach fuhren wir bei völliger Dunkelheit auf einem einfachen Weg in unser bescheidenes Camp, bestehend aus zwei großen Zelten. Schnell war ein Feuer entfacht, auf dem wir große Stücke Rindersteaks braten konnten. Dazu gab es allerlei frisches Gemüse und Obst. Vom Duft unserer Steaks und vom Schein des Feuers angezogen, kamen Dingos aus dem Dschungel und beobachteten uns.
Die Nacht war sehr warm, sodaß wir wie immer ohne Schlafsack auf einer einfachen Matratze schliefen. Zur Vorsicht hatten wir uns noch am Abend mit einem Insektenschutzmittel eingesprüht, und siehe da - es hat überhaupt nichts genützt. Wir waren mit Stichen übersäht. Schon um fünf Uhr früh standen wir auf, kratzten unsere Einstichstellen und nahmen ein wohlschmeckendes Frühstück aus Obst und Gemüse zu uns, und schon konnte die Fahrt durch den Kakadu Nationalpark weitergehen. Zuvor bemerkten wir noch, daß alle Knochen unserer Steaks feinsäuberlich abgenagt waren, aber von den Dingos war weit und breit nichts mehr zu sehen.

Auf zum letzten Paradies
Unser Tagesziel waren die Twin- und Jim Jim-Falls im südlichen Teil des Parks. Der Weg dorthin war ausschließlich mit einem robusten und geländegängigen Fahrzeug zu bewältigen. 60 Kilometer unwegsamstes Gelände trennten uns vom Tagesziel. Wenn man Jason beim Fahren durch den Urwald zusah, wie er lächelnd über Stock und Stein hopste, so hatte man das Gefühl, daß er sich nur hier zuhause fühlt. Wir mußten mit dem Auto Flüsse durchqueren, wobei Jason keinen Augenblick zögerte, vorher zu Fuß den Wasserstand zu messen und eine günstige Durchfahrtsmöglichkeit auszukundschaften. Es machte ihm dabei nichts aus, dabei der Länge nach ins Wasser zu stürzen. Völlig durchnäßt und schmutzig (aber glücklich), sprang er dann wieder ins Auto und fuhr mit vorgestrecktem Kinn durch das Hindernis. Mehrere Stunden manövrierte er auf diese Weise sein Fahrzeug durch die Wildnis.
Endlich kamen wir an einer grandiosen Sandsteinschlucht an. Vor der Begehung dieser Schlucht, verteilte Jason Luftmatratzen an jeden von uns. Die Vegetation am Eingang der Schlucht war dicht, doch man kam in einem breiten Pfad zügig voran. Bald schon war der Boden zu felsig, um noch irgend einer Pflanze als Nährboden zu dienen, und so gab es bald nur noch blanken Fels, der links und rechts 200 Meter senkrecht aufragte. Dazwischen war nur der stille, ruhige Fluß und der staubige, ausgetretene Weg. An der nächsten Biegung endete schließlich auch noch dieser Pfad. Jetzt wußten wir wozu wir die Luftmatratzen mitschleppten mußten. Mit diesen Schwimmbehelfen glitten wir durch das ruhige, 25° warme Wasser, vorbei an steilen Felswänden und unter gefährlich überhängenden Steinkolossen. Schon von weitem vernahmen wir das Getöse eines Wasserfalls. Langsam und fast lautlos glitten wir etwa 800 Meter durch die schmale Schlucht. Plötzlich weitete sich das enge Tal zu einem großen, runden Talkessel mit senkrechten, rostbraunen bis schwarzen Steinwänden. Über diese Wände stürzten die Twin Falls 200 Meter in das Becken, das wir gerade erreichten.
Außerdem gab es dort noch einen kleinen, strahlendweißen Sandstrand und einige grüne Sträucher. Staunend ließen wir die unglaublich positive Stimmung, die von diesem paradiesischen Ort ausging, auf uns einwirken. Eine besondere Genugtuung war es, sich das erfrischende Naß das Wasserfalls, auf den Kopf und den Rücken prasseln zu lassen.
Nie werde ich diese Stimmung vergessen, als wir staunend und schweigend dastanden und dem Rauschen der Wasserfälle lauschten. Wenn man dabei in die leuchtenden Augen der anderen gesehen hat, wußte man, jeder ist überwältigt von der verschwenderischen Schönheit der Natur, in der jedes gesprochene Wort als störend empfunden worden wäre. Stundenlang, ja tagelang hätte ich an der Stelle bleiben wollen, doch Jason, der an den Tagesplan dachte, drängte zum Aufbruch. Gemächlich ließen wir uns wieder aus dem Paradies hinaustreiben.
Als wir wieder beim Auto angelangt waren, spürten wir erst wieder die Hitze des Tages und ein Fliegenschwarm stürzte sich unbarmherzig in unsere Gesichter. Nur Jason konnten diese Viecher nichts anhaben. “I love flys", versicherte er uns immer wieder. Einen japanischen Mitreisenden brachten die Insekten jedoch zur Raserei. Laut schimpfend und fluchend schlug er wie ein Karatekämpfer auf die Fliegen ein.
Eine andere Schlucht führte zu den Jim-Jim Fällen. Dieser Felseinschnitt war etwas breiter als der erste, es lagen hier aber viel mehr Gesteinsbrocken umher, die das Vorankommen erheblich erschwerten. Sehr schnell war die Anstrengung vergessen, als wir am Fuß der Wasserfälle standen und in das angenehm kühle, glasklare Naß eintauchten. Das frische Wasser war den Australiern viel zu kalt zum Schwimmen, aber wir Europäer ließen es uns nicht nehmen, auch von dieser gigantischen Naturdusche Gebrauch zu machen.
Leider drängte schon wieder die Zeit, und wir kletterten durch die Geröllmassen, an zerklüfteten Felsformationen vorbei zum geparkten Auto, das uns in der Nacht nach anstrengender, fünfstündiger Fahrt zurück nach Darwin brachte. Wir waren sehr froh, eine solche Tour mitgemacht zu haben. Denn ohne die Ortskenntnisse eines erfahrenen Führers und ohne geeignetem Fahrzeug wären uns viele dieser Naturschönheiten verborgen geblieben. Erleichtert waren wir, als im brütend heißen Darwin, die Fliegenplage endlich ein Ende gefunden hatte.
Am nächsten Morgen bestiegen wir einen Überlandbus, der uns nach Alice Springs bringen sollte. Die 1500 Kilometer lange Fahrt begann um 11 Uhr Vormittags und endete um 5 Uhr früh des nächsten Tages. Irgendwann in der Nacht, hielt plötzlich der Bus und alle Passagiere verließen das Fahrzeug. Verschlafen und völlig verwirrt torkelten auch wir ins Freie und folgten den anderen in einen Wartesaal. Ich benötigte noch einige Minuten um zu begreifen, wo ich war. Egal, wenig später saßen wir wieder im Bus nach Alice Springs und rollten über den schnurgeraden Stuart Highway Richtung Süden.

5. Etappe: Alice Springs - Watarrka Nationalpark - Uluru Nationalpark - Melbourne

Der erste Eindruck, den wir von Alice Springs erhielten, war die Kälte. Um fünf Uhr früh war es so saukalt, sodaß wir eiligst unsere langen Hosen aus dem Rucksack holten. Wir betraten das nahegelegene Backpackerressort und bekamen, ohne ein Wort zu sagen, sofort ein Zimmer zugeteilt. Das war ein buchstäblich überwältigendes Service.
Alice Springs entstand genau an der Stelle, wo die McDonnel-Ranges, eine langgezogene Hügelkette quer durch das Red Center, unterbrochen ist. Dieser enge Einschnitt, durch den sich heute nicht nur der Todd River sondern auch die Eisenbahn und der Stuart Highway zwängen, nennt sich Heavitree Gap. An dieser Stelle führte einst die Telegraphenleitung, die das 1700 km entfernte Adelaide mit dem 1500 km nördlich von Alice Springs gelegenen Darwin verband, vorbei. Dort, wo einst die Telegraphenstation stand, liegt heute, vor der Great Sandy Desert (große Sandwüste), mit rasterförmig angelegten Straßen, Alice Springs. Diese Stadt mit 25.000 Einwohnern, die in der gleißenden Mittagshitze wie ausgestorben scheint, bemüht sich sichtlich, mit künstlich gewässerten Grünanlagen und buntbemalten Häusern, sich gegen den allgegenwärtigen, roten Sandstaub, der permanent die Stadt zu ersticken droht, zu wehren.
Bruce Chatwin, ein englischer Autor der Australien bereiste, beschrieb Alice Springs so: “Diese Stadt ist ein Netz verbrannter Wege, wo Männer in langen weißen Socken unaufhörlich in Landcruiser einsteigen oder aus Landcruisern aussteigen und in irgendwelchen Bars verschwinden." Und genauso war es auch!
Auffällig an Alice Springs ist der große Bevölkerungsanteil der Schwarzen. Es ist ein sehr trauriges Bild, das man als Besucher von den Aborigines erhält. Überall, unter schattenspendenden Bäumen, sieht man Gruppen der Urbevölkerung, entweder lautstark miteinander streitend oder sie sind betrunken, sodaß sie nur mit glasigen Augen dasitzen und versuchen ihre Lage zu vergessen. Seit die weißen Einwanderer ihnen das Land ihrer Ahnen weggenommen haben, befinden Sie sich in einem schrecklichen Kreislauf. Daher sind sie gezwungen, in der Nähe von Städten zu leben, wo sie sich regelmäßig einen bescheidenen Geldbetrag abholen können, der ihnen laut Gesetz als Entschädigung für ihr Land zusteht. Doch mit den paar Dollars kann man sich keine Wohnung, geschweige denn ein Haus leisten. Also vertrinken sie das Geld, daß für eine anständige Mahlzeit für die ganze Familie ohnehin zuwenig wäre. Und als alkoholabhängiger Obdachloser bekommt man auch in Australien keine Arbeit.

Das Schicksal der Aborigines
Diese Menschen, die seit 40.000 Jahren auf diesem Kontinent leben, waren Nomaden, die es gewohnt waren, ausschließlich von dem zu leben, was ihnen die Natur gab. Auf ihren ‘Songlines’, den unsichtbaren Linien, die sich an fixen Punkten (markante Bäume, Felsen, Büsche ...) kreuzten, wanderten die Aborigines durch ihr weites Land. Es gab bei den Aborigines keine Schriften, deshalb lernte jeder von ihnen die Songs (Kreuzungen) anhand von Liedertexten auswendig. Ihre ganze Orientierung basierte einzig auf diesen ‘Texten’, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. So hatten viele Stammesältere eine perfekte Landkarte vom gesamten Kontinent im Kopf.
Die Aborigines suchten ihre Nahrung nicht, sie fanden sie. Denn sie lebten streng nach dem Grundsatz: “Wer sucht und jagt, der beutet aus. Wer aber Nahrung findet, dem hat das Schicksal seine Ration bereitgelegt." Daß sie bei der Auswahl ihrer Nahrung nicht wählerisch waren, erschreckte die europäischen Siedler seit jeher. So standen allerlei, bitter schmeckende Früchte, die im Staub der Wüste wuchsen, ebenso auf ihrem Speiseplan wie Engerlinge, Maden, Echsen, Schlangen, Kamele, Wasserbüffel aber auch Nüsse, Kräuter, Gewürze, Pilze, Gemüse sowie Vögel, Fische und vieles mehr, das heutzutage als ‘Bush Food’ auch auf den Speisekarten der Nobelrestaurants zu finden ist.
Die Aborigines lebten in dreihundert verschiedenen Stämmen. Dazu bedienten sie sich zweihundertfünfzig verschiedener Sprachen, aus denen wiederum neunhundert verschiedene Dialekte hervorgingen, welche untereinander nicht verstanden wurden. Diese Sprachen sind mit anderen Sprachen dieser Welt nicht zu vergleichen, und es ist auch fast unmöglich eine solche zu erlernen. Ein Wort, das vom Vater zum Sohn gesprochen wird, kann eine ganz andere Bedeutung haben, als wenn die Mutter dieses Wort an ihre Tochter richtet. Außerdem bedienen sie sich sehr, sehr langer, fast unaussprechlicher Wörter. Die Bedeutung eines Satzes hängt auch sehr von der Gestik und dem Tonfall ab. Wird ein Satz im Sitzen oder im Stehen ausgesprochen, kann der Sinn des Gesagten schon verändert werden. Heute gibt es nur mehr etwa fünfzig verschiedene Aborigine-Sprachen, und es werden immer weniger.
Die Aborigines waren auch wahre Meister in der telepatischen Kommunikation und großartige Naturmediziner, die mit der Kraft ihrer geistigen Energie angeblich Krankheiten und sogar Knochenbrüche innerhalb kürzester Zeit heilen konnten.
Als die ersten Einwanderer aus Europa in Australien eintrafen, beschrieben sie dieses Naturvolk als schwarzes, unzivilisiertes (sie waren nackt), primitives, dummes, dreckfressendes Gesindel, das ihnen das Vieh stahl. Die Aborigines wußten nicht, daß diese Tiere jemandem gehörten.
Bis zum heutigen Tag, so hat man das Gefühl, wird dieses friedfertige Volk, mit dem enormen spirituellen Wissen, von den weißen Mitbürgern nicht verstanden. ‘Mitbürger’ stimmt nicht ganz, denn erst in den sechziger Jahren wurden die Aborigines als Bürger Australiens anerkannt, wenn auch mit eingeschränkten Bürgerrechten.
Die Regierung hat sie in Reservate gepfercht, die viel zu klein und zu unfruchtbar für so viele Menschen sind. Man gab ihnen Wellblechhütten, die sie bewohnen sollten - und das schlimmste: man gibt ihnen Geld statt Nahrung. Heute schaut man nur beschämt zur Seite, wenn ein alter Aborigine mit dreckigem Gewand und zahnlosem Mund, vor einem Bottle Shop um ein paar Cent’s bettelt. Groteskerweise lernen heute die schwarzen Kinder die Kultur der Aborigines in der Schule von weißen Lehrern.
Zu vieles wurde hier schon falsch gemacht, und ich weiß nicht, ob ich bestürzt oder froh sein soll, daß sich dieses Volk, das seine Ursprünglichkeit nicht mehr wiedererlangen kann, aufgrund des zunehmenden Alkoholismus immer weniger vermehrt.

The School of the Air - ‘Funkunterricht’ seit 1951
Alice Springs ist eine der wichtigsten Funkstationen im Red Center. Nicht nur das ‘Flying Doctor Service’ ist hier beheimatet sondern auch ‘The School of the Air’ wird von hier aus in die entlegensten Rinderfarmen und Stationen ausgestrahlt. Kinder, die so weit entfernt von der Stadt wohnen, daß es für sie unmöglich ist, jeden Tag eine Schule zu besuchen, werden schon seit 1951 via Funkgerät unterrichtet.
Die Stadt lebt heute vom Bergbau und größtenteils vom Fremdenverkehr. Die Ausrichtung auf den Tourismus hat die Stadt völlig umgestaltet, von der isolierten, staubigen Outbacksiedlung ist wenig geblieben. Das Bild des neuen Alice Springs wird bestimmt von Restaurants, Luxushotels und Caravanparks, von Unterhaltungslokalen (Spielcasinos) und von zahllosen Läden und Galerien. In vielen dieser Läden wurden geführte Touren zum Watarrka- und dem Uluru Nationalpark angeboten. Weil wir schon in Darwin von solch einer Tour begeistert waren, griffen wir auch hier die Gelegenheit beim Schopf.
Früh Morgens um halb sechs ging es los. Unser Fahrer hieß Glen. Er hatte sich sehr intensiv mit der Kultur der Aborigines beschäftigt. Das einzige, das er nicht mochte, war körperliche Anstrengung, wie zum Beispiel Bergsteigen.
Mit hoher Geschwindigkeit raste Glen mit dem Kleinbus auf einer unbefestigten Waschbrettpiste hinaus in die Wüste. Daß er dabei manchmal ein Schlagloch übersah, worauf wir drei in der letzten Reihe an die Decke geschleudert wurden, sei ihm jetzt verziehen. Genauso wie wir darüber hinwegsahen, daß er manchmal vergaß, die Türen des Anhängers zu schließen, in dem sich unser Gepäck befand.
Zufällig war auch eine ‘alte Bekannte’ mit von der Partie, die wir auch von der Tour in Darwin kannten. Es war eine kleine Chinesin namens ‘Happy’.
An einer steil ansteigenden Hügelkette aus rotem, brüchigem Sandstein, etwa 320 km südwestlich von Alice Springs, hielt Glen seinen Boliden an und stattete uns mit Wasserflaschen aus, um für die bevorstehende Wanderung im Watarraka Nationalpark gerüstet zu sein. Steil führte der Weg hinauf auf ein Hochplateau. Die Hitze des Tages forderte alle unsere Flüssigkeitsreserven, denn der Schweiß floß in Strömen. Oben angekommen, tat sich vor uns die sogenannte verlorene Stadt auf. ‘Lost City’, wie sie genannt wird, ist ein großes Gebiet aus stark verwitterten Sandsteinkuppeln, die an verfallene Häuser und Straßen erinnern. In dieser unwirtlichen Gegend, in der absolut kein Geräusch zu hören war, wuchs - man sollte es nicht für möglich halten - eine einsame Ananasstaude, die sogar eine Frucht trug.
Außerdem zeigte uns Glen ausgewaschene Steingebilde, die man sonst nur an den Küsten der Meere findet. Er erklärte uns, daß vor Jahrmillionen ein Ozean dieses Gebiet bedeckte und daß man hier schon viele fossile Fische und Krebse gefunden hat. Es war schwer vorstellbar, angesichts dieser knochentrockenen, wüstenartigen Gegend. Aber es machte die Sache mit der Ananasstaude verständlicher, wenn auch nicht ganz.




Als wir in der sengenden Hitze weiterwanderten, gelangten wir an einen gewaltigen Riß in der Erdoberfläche, der sich ‘Kings Canyon’ nennt. Bis zu 270 Meter tief und 300 Meter breit, mit senkrechten, glatten Wänden, als wären sie mit dem Messer geschnitten, klaffte vor uns der Abgrund. Staunend und respektvoll traten wir an den Rand des Abgrundes heran. An manchen Stellen des Canyons bildeten sich vor langer Zeit Wassertümpel, die angeblich niemals austrocknen. Diese Plätze waren mit Palmen und anderen Sträuchern umwachsen. Diese Oasen schienen Relikte aus längst vergangenen Tagen zu sein. Einen Abschnitt des Canyons nennt man ‘Garden of Eden’, was mir angesichts der Umgebung als recht passend erschien.
Der Watarrka Nationalpark grenzt direkt an ein Aboriginal-Reservat. Watarrka ist die Bezeichnung für den Canyon und er dient den Aborigines als Kult-, Rast- und Versammlungsstätte.
Am Abend kamen wir gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang im Uluru Nationalpark, etwa 450 km südwestlich von Alice Springs, an. Zum ersten Mal standen wir ihm gegenüber. Auch wenn wir ihn schon von vielen tausend Abbildungen kannten, so war es doch ein wunderbar erhebender Augenblick, als wir ihn in der untergehenden Sonne, strahlend vor uns sahen - den Ayers Rock.

Das ‘Herz’ Australiens, der Ayers Rock
Majestätisch und vom letzten Sonnenlicht in ein unglaubliches Rot getaucht, präsentierte sich der gigantische Felsen von seiner schönsten Seite.
Der Ayers Rock, der 1872 erstmals von einem Weißen gesehen wurde, und von den Aborigines ‘Uluru’ (schattiger Platz) genannt wird, erhebt sich 348 Meter über die weite Ebene und hat einen Umfang von fast 9 Kilometer. Weil sich der Berg ziemlich genau im geographischen Mittelpunkt des Kontinents befindet und nicht zuletzt wegen seiner Farbe, wird er gern das Herz Australiens genannt. Für die Aborigines war und ist dieser Felsen einer der wichtigsten Versammlungspunkte überhaupt. Am Fuße des Berges sind zahlreich natürliche Höhlen zu sehen, die als Unterschlupf für ganze Stämme dienten. Sie hatten eigene Räume für Familien, andere eigens für Männer, wieder andere eigens für Frauen, die übrigens unabhängig von ihren Männern, eigene Gesetze hatten und in der Familie als Mutter den höchsten Rang innehatten. Die Aufgabe des Mannes war es lediglich für die Nahrung zu sorgen.
Staunend standen wir hier, umgeben von hunderten Touristen, die dieses Spektakel auch nicht versäumen wollten, und beobachteten wie sich der Berg mit jeder Minute in eine andere Farbschattierung hüllte, bis er schließlich von einem grellen Orange in ein tiefes Purpurrot überwechselte. Kurz vor der absoluten Dunkelheit zeigte er sich nur noch in grauen und schwarzen Tönen. Glen erzählte, daß der Ayers Rock am schönsten ist, wenn er sich, vom Regen naß, in einem glänzenden Schwarz präsentiert. Die Nacht verbrachten wir in Yulara, einer langgestreckten, in die Gegend eingefügten Touristensiedlung mit einfachen Camps. Wir schliefen in sogenannten Swag’s, den traditionellen Reisebündeln der Viehtreiber. “A swag is the Bushman’s best friend", pflegte Glen zu sagen. So ein Swag besteht aus einem groben, massiven, rechteckigen Segeltuchsack, worin sich eine dünne Matratze und ein kleines Kissen befinden. Zusätzlich zur äußeren Hülle schläft man dann noch im Schlafsack in diesem komfortablen Bett. Vor dem Einschlafen sieht man dann noch einen unbeschreiblichen Sternenhimmel über der Wüste und man hört nur das knackende Geräusch des Lagerfeuers. Wir mußten nur aufpassen, daß die Dingos unsere Schuhe nicht davonschleppten. Ich glaube, man schläft kaum irgendwo besser als in der kühlen Nachtluft der Wüste.
Um vier Uhr Morgens begann es im Camp unruhig zu werden. Viele der Touristen wollten schon vor Sonnenaufgang den Ayers Rock bezwingen und schepperten mit Kochtöpfen und schlugen mit Autotüren, daß an ein Weiterschlafen nicht mehr zu denken war. Schnell standen wir auf, machten Feuer, frühstückten, räumten auf und fuhren mit dem Bus zum Ayers Rock, um am täglichen Rennen um den Gipfelsieg teilzunehmen.
Ganze Scharen von Touristen quollen aus den Bussen, die herbeigeeilt waren, und stürmten auf den markierten Anstieg zu.
Bei völliger Dunkelheit und bei frischem, böigem Wind, nahmen auch wir die sportliche Herausforderung an. Vergessen war für einen Moment die Heiligkeit des Felsens. Wir wollten nur hinauf, um von seiner Spitze den Sonnenaufgang zu beobachten. Schritt für Schritt überholten wir schlecht ausgerüstete Besucher, die sich zuviel vorgenommen hatten. Ohne mich herausheben zu wollen, stellte ich wohl an diesem Morgen eine Bestzeit im ‘Uphil Race’ auf.
Unvergeßlich war der Augenblick, als die Sonne über dem Horizont hervorkam und die 40 km weiter westlich gelegenen Olgas, mit ihrem roten Licht beschien. Die ganze Welt schien in diesem Augenblick in ein kräftiges, dunkles Orange getaucht zu sein. Wenn ich dabei in die verschwitzten aber glücklichen Gesichter der anderen ‘Bergsteiger’ sah, wußte ich, daß ich nicht alleine so bewegt von diesem Augenblick war.
Mir tun Australienbesucher, die glauben, man müßte um diesen Berg, mit all seinem Tourismusrummel, einen großen Bogen machen, sehr leid. Denn wenn auch dieser Felsen ein vielbesuchtes Touristenziel ist, so war es doch eines der schönsten Erlebnisse dieser Reise und ich bin stolz darauf, dort gewesen zu sein.
Der Ayers Rock war für uns, wie auch für die Aborigines, ein Ort der Begegnung. Drei Mädchen aus Salzburg, die wir unterwegs schon zwei Mal getroffen hatten, erreichten gerade die Hochebene des Berges, als wir uns schon an den Abstieg machten. Und als wir schon fast wieder unten waren, begegneten uns auch noch unsere beiden japanischen Kollegen, die wir aus dem Kakadu Nationalpark kannten, und die sich so lautstark über die Fliegenplage beschwert hatten.

Kata Tjuta, die Olgas
Eine halbe Autostunde entfernt, ragen die Olgas, von den Aborigines ‘Kata Tjuta’ genannt, wie riesige Sandsteinköpfe aus dem Boden. Noch immer waren wir von den Erlebnissen am Ayers Rock so sehr begeistert, daß wir die bestimmt genau so eindrucksvollen Olgas gar nicht richtig wahrnahmen. Erst ein Spaziergang zwischen den riesigen Kuppeln, die unterirdisch mit dem Ayers Rock verbunden sind, brachte uns ein reelles Bild von diesen natürlichen Kunstwerken. Kata Tjuta gehört zum Aborigine-Land und es ist daher nicht erwünscht, den Berg zu besteigen.
Der Uluru Nationalpark wurde 1958 eingerichtet und ist seit 1985 wieder im Besitz der Aborigines, die seit jeher hier ansässig sind. Die Verwaltung in Canberra bezahlt den Ureinwohnern jährlich 20.000 Dollar, um Touristen in dieses Gebiet bringen zu dürfen.
Leider drängte die Zeit schon wieder und wir mußten zurück nach Alice Springs. Lange begleitete uns dabei noch der wunderschöne Anblick des Ayers Rock, bis er schließlich hinter einer Sanddüne verschwand.
Uns beschlich plötzlich das eigenartige Gefühl, daß wir nun von Australien das meiste gesehen hatten und wir nach Hause fahren konnten. Sehr viel mehr konnten wir auch die letzten drei Tage unseres Urlaubs nicht mehr unternehmen.
Tags darauf stiegen wir in Alice Springs ins Flugzeug und flogen noch einmal über diese beeindruckende Landschaft des südlichen Nordterritoriums, Richtung Adelaide. Von dort aus ging es, nach einem kurzen Aufenthalt, auch gleich weiter nach Melbourne, wo wir in einer sehr schönen, neuen Jugendherberge untergebracht waren. Nach den vielen Tagen, erst im Regenwald und dann in der Wüste, brauchten wir eine ganze Zeit, um uns wieder an eine Großstadt zu gewöhnen.
Melbourne, die zweitgrößte Stadt Australiens mit 3,1 Millionen Einwohnern, liegt im Südosten des Kontinents, an den Ufern des Yarra Rivers, im Bundesstaat Victoria. Melbourne ist eine junge, sehr moderne Stadt. Auf den ersten Blick ist sie wohl die amerikanischste Stadt Australiens.
Die vorweihnachtliche Stimmung in den vielen Einkaufszentren im Inneren der Stadt, machte uns nervös, sodaß wir gleich in den Flinderspark flüchteten und das Tenniszentrum besichtigten, in dem die Vorbereitungen für die bevorstehenden ‘Australien Open’ auf Hochtouren liefen.
Nach einem erholsamen Spaziergang am Yarra River mit Blick auf die gläserne Skyline von Melbourne, zogen wir uns in ein kleines Straßencafe zurück und feierten Abschied von Australien. Jedem von uns war klar, daß wir nicht zum letzten Mal auf diesem herrlichen Kontinent waren.
Gegen Mitternacht bestiegen wir die Maschine der Lauda Air, die uns in einem fast vierundzwanzigstündigen Flug nach Wien brachte, wo wir Anfang Dezember heftig froren.
Wenn ich heute an Australien denke, so denke ich an Eukalyptuswälder, Sandstrände, Staub, Hitze, ‘XXXX’, an unseren Campingbus, Ayers Rock, Känguruhs, den lockeren Lebensstil der Australier, an den unglaublichen Kakadu Nationalpark, an Regenwälder, Krokodile, Koalas und vor allem an die erstklassige Zusammenarbeit unseres Teams.

Einen gelungen und erholsamen Urlaub wünschen Ihnen
Hubert Morawetz
und das CDA-Team.










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