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Vinci, Leonardo da (1452-1519)
Leonardo
da Vinci
“uomo
universale”
Zitat: “Ich möchte
Wunderdinge vollbringen.”
Renaissance:
~1350-1600
Wiederbelebung der Antike am
Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit;
Kreuzzüge, Kriege, Seuchen
vorbei;
Menschen interessieren sich
für die Natur, für die Forschung ...
großes Interesse an der
Antike (vor allem in Italien);
gleichzeitig immer weitere
Vorstöße der Seefahrer (z. B. Seeweg nach Indien, Entdeckung
Amerikas);
wichtige Erfindungen (z. B.
Buchdruck);
Leonardos
Jugend
- April
1452: Geburt Leonardos in Vinci (ca. 30 km
westlich
von
Florenz); uneheliches Kind
Vater: Ser Piero d’Antonio
(Notar); heiratet insgesamt dreimal
Mutter: Caterina
(Bauersfrau)
brennende Neugier für die
Natur,
durchstreift die Umgebung und macht
Skizzen,
liegen im Zimmer
herum,
Vater nimmt die Skizzen mit nach
Florenz,
zeigt sie Andrea del Verrocchio
(bekannter und angesehener Künstler),
dieser ist
begeistert
1469 kommt Leonardo bei V. in die
Lehre,
1472 Lehre beendet, bleibt aber
bezahlter Geselle.
Künstlerische
Arbeiten
Zitat: “Die Malerei ist wahrlich
Wissenschaft und
legitime Tochter der
Natur.”
“Taufe
Christi”: 1470/72/73
Leonardo mit Verrocchio, Leonardo malt den Engel zur Linken und einen Teil des
Hintergrundes; Leonardo hat einen neuen Stil: Modellierung der Figuren durch
Licht und Schatten, Hintergrund naturgetreu und nicht nur stilisierte Zypressen
etc.
“Ginevra
de’Benci”:
1475-1480 Portrait einer Dame vor einem Wacholderbaum (ital.
ginevra)
“Anbetung der
Könige”: 1481
für ein Kloster bei Florenz, erster großer Auftrag; unvollendet;
komplizierter Aufbau, vielleicht deshalb unvollendet, weil Leonardo sich
überfordert fühlte
“Heiliger
Hieronymus”: 1481
unvollendet; (ca. 400 n. Chr.); Beweis der anatomischen Kenntnisse Leonardos;
neuer Bildaufbau: weniger geometrisch, dafür
räumlicher
“Madonna in der
Felsengrotte”: 1483-1485
Gemälde für den dafür vorgesehenen Hohlraum eines
Altaraufsatzes
“Dame mit
Hermelin”: 1483-1490
Portrait einer jungen Dame mit einem Hermelin im Winterpelz, ein Symbol der
Reinheit
“Das letzte
Abendmahl”: 1495-1498
sehr berühmtes Werk; nur noch zum geringen Teil erhalten, da Leonardo eine
neue Maltechnik anwandte: kein Fresko (wie üblich), sondern mit
Ölfarben auf Mauerwerk, so daß er Zeit hatte und übermalen
konnte; Farbe blätterte wenige Jahre nach der Fertigstellung
ab
“Mona
Lisa”: 1503-1506
berühmtestes Werk; Portrait einer Dame, deren Identität nicht bekannt
ist; nicht nur den Kopf gemalt, sondern bis zur Körpermitte; Hintergrund
nicht dunkel, sondern eine Landschaftsdarstellung; berühmtes Lächeln,
das aber auch in vielen anderen Werken Leonardos zu finden ist
“Hl. Anna
Selbdritt”: 1506-1513
Maria auf dem Schoß ihrer Mutter, der hl. Anna; hält Jesus vom
Spielen mit einem Lamm ab (Vorzeichen auf das Opfer Jesu)
“Hl. Johannes der
Täufer”: 1512
Gestalt des Johannes löst sich aus einem Halbschatten heraus; wirkt
geheimnisvoll; gleiches Lächeln wie bei der “Mona
Lisa”
Selbstbildnis:
1516
Wissenschaftliche/Erfinderische
Arbeiten
a)
kriegerische
Arbeiten:
1482: Entwürfe von
Orgelgeschützen
1485: Entwürfe von
Granatwerfern mit Explosivgeschossen, Wurfmaschinen, Armbrüsten und Panzern
1487-1489: Entwurf einer
Dampfkanone
1503 und
1506-1510: Studien für
Befestigungsanlagen
b) friedliche
Arbeiten:
1478-1480: Entwurf eines
“Automobils”
1480: Entwurf eines Kranes, eines
Brennspiegels und verschiedener. hydraulischer Maschinen
1482-1493: Planungen und
Entwürfe für das “Sforza-
Monument” (7,2m hoch, 66t
schwer)
1485: Entwürfe von
Fluggeräten und eines Fallschirms
1489/1490: Entwürfe für
eine Ponton-, eine Dreh- und eine zweistöckige Brücke
1490: “Paradiesfest”
anläßlich der Hochzeit seines Herrn
1490: Entwürfe zu hydraulischen
Maschinen
1492/1493: Studien zu
Musikinstrumenten
1493: Sforza läßt die
Bronze für das Monument zu Kanonen verarbeiten
1495: Studien zu einem
“Perpetuum Mobile”
1495: Plan eines ca. 80 km langen,
schiffbaren Kanals zur Umgehung des Flusses Arno von Florenz nach Pisa mit
Stauseen, Wehren, Tunneln, Brücken...
1495-98: Entwurf eines Uhrwerks mit
Läutmechanik
1497: Entwurf eines Drehkrans und
weitere Studien zum “Sforza-Monument”
1500: Karte von
Mailand
1503: Karte der
Toskana
1505: Studien zum
Vogelflug
1506: Studien von
Pflanzen
1508: Entwürfe eines
Fluggerätes
1510: Entwurf eines
Turbinenrades
1513: Studien zur Astronomie, zur
Perspektive und zu Licht und Schatten
1513-1517: Studien zu Wasserstrudeln
und Strömungen
1514-1517: Mathematische und
Geometrische Studien
1517: Konstruktion eines
mechanischen Löwens für den König von Frankreich: Der Löwe
kann laufen, sich erheben und Lilien niederlegen.
anatomische
Studien:
1489/1490: Anatomische Studien des
Kopfes
1490: Der Mensch des
Vitruv
1495: Studien von
Gesichtern
1506-1510: Anatomische Studien der
Geschlechtsorgane, des Gehirns, der Nerven, der inneren Organe, der
Gliedmaßen, des menschlichen. Skeletts, der Muskulatur und der
Embryonalentwicklung
Viele anatomische Zeichnungen
Leonardos werden noch heute in Medizinbüchern verwendet!
ab 1517: Lähmung der rechten
Hand
- April
1519: Testament
- Mai
1519: Tod in Cloux
Bedeutung Leonardos für
die Welt nach ihm
•Malerei:
realistische Naturdarstellung, d.h. im Hintergrund
leicht bläulich und leicht
verschwommen; Modellierung der
Figuren durch Licht und Schatten,
nicht durch scharfe
Umrisse
•Festungsbau:
runde Festungen, d.h. besser gegen
Kanonenfeuer geschützt;
flache, stromlinienförmige
Festungen, Vorläufer moderner
Festungen
•Anatomie:
sezierte ca. 30 Leichen und viele Tiere; viele
seiner Zeichnungen werden noch
heute in Medizinbüchern
verwendet
•Topographie:
zeichnete erste brauchbare Karten, zum Teil
aus der Vogelperspektive, zum Teil
maßstabgetreue
Grundrißzeichnungen
•Kanäle,
Schleusen und Wehre: entwarf verschiedene
Schleusen und
Wehre
•Kriegsmaschinen:
entwarf Vorläufer eines Panzers, eines
Maschinengewehrs
...
•Kugellager:
versuchte die Reibung zu berechnen und zu
vermindern
Leonardo da Vinci
(1452-1519)
“Ich möchte Wunderdinge
vollbringen,” diesen Satz aus Leonardos Jugend hat er auf
eindrückliche Art und Weise erfüllt. Er war nicht Maler, Bildhauer
oder Forscher; sondern er war gleich alles. Er war ein “uomo
universale”, ein “Universalgenie”, wie die Renaissance kein
zweites gesehen hat. Er war Vorbild vieler Künstler nach ihm, die seine
Entdeckungen des räumlichen Malens nachahmten. Auch die moderne
Kriegstechnik, sowie die Kenntnisse über den Bau des menschlichen
Körpers und viele technische Fortschritte basieren zu einem gewissen Teil
auf den Forschungen Leonardos. Schon zu seiner Zeit war er weltbekannt; heute,
nachdem seine Werke analysiert wurden, ist es umso überraschender,
daß er z.B. schon 300 Jahre vor James Watt mit Dampfmaschinen
experimentierte. Er war und bleibt eines der größten Genies der
Weltgeschichte.
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