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Kleist, Heinrich von: Michael Kohlhaas
Heinrich von Kleist: “Michael
Kohlhaas” (Erzählung, erschienen
1810)
Biographisches zu Heinrich Kleist:
- * 18.10.1777 in Frankfurt/Oder geboren
- Nach dem Tod des Vaters wird Kleist in Berlin erzogen und tritt 1792 ins
Potsdamer Garderegiment ein
- 1799 quittierte er den Dienst in der preuß. Armee und begann ein
Philosophiestudium
- 1801 kommt es zur sogenannten Kant-Krise; Verschiedene Reisen u. a. nach
Paris und in die Schweiz
- 1807 wurde er in Berlin als Spion von den Franzosen verhaftet und 6
Monate inhaftiert
- Danach ging er nach Dresden und arbeitete u. a. an der Erzählung
“Michael Kohlhaas".
- Als ihm sein Drama "Prinz Friedrich von Homburg" (1811; gedruckt 1821)
nicht den erhofften Erfolg gebracht
hatte, beging er gemeinsam mit der befreundeten Henriette Vogel
Selbstmord. am 21.11.81 in Berlin
Inhalt:
Der im brandenburgischen ansässige Roßhändler Michael
Kohlhaas ist mit einer Koppel Pferde in Richtung Sachsen unterwegs, als er vom
Burgvogt des Junkers Wenzel von Tronka, mit der Begründung, daß er
keinen Paß habe, widerrechtlich aufgehalten wird. Der Burgvogt nötigt
Kohlhaas zwei Pferde als Pfand zurückzulassen.
In Dresden erfährt Kohlhaas, daß die Paßforderung
völlig willkürlich gewesen sei, woraufhin er seine Pferde wieder
zurückholen will. Als er auf der Burg ankommt, muß er feststellen,
daß die Pferde durch harte Feldarbeit völlig heruntergekommen sind
und sein Knecht der gegen die mißbräuchliche Verwendung der Pferde
protestiert hatte übel zugerichtet worden ist.
Kohlhaas verklagt den Junker auf Erstattung der Krankenkosten für
seinen Knecht und auf Wiederauffütterung der Rappen. Nach einem Jahr
erfährt er, daß seine Klage durch einflußreiche Verwandte des
Junkers niedergeschlagen wurde.
Kohlhaas will nichts unversucht lassen, um auf ordentlichen Wege Recht zu
bekommen. Doch weder die Unterstützung eines befreundeten Stadthauptmanns,
noch der persönliche Einsatz seiner Frau Lisbeth, die beim Versuch den
Kurfürsten eine Petition zu überreichen, von einem Wachsoldaten
niedergestochen wird und daraufhin an ihren schweren Verletzungen stirbt,
bringen Kohlhaas weiter.
Da es ihm scheinbar nicht möglich ist die Auseinandersetzung
gesetzmäßig zu lösen, wird aus dem rechtschaffenen Kohlhaas der
Verbrecher Kohlhaas. Er beginnt eine private Auseinandersetzung mit dem Junker
Wenzel von Tronka.
Er zerstört mit sieben Knechten die Burg des Junkers, der nach
Wittenberg geflohen ist. Mit seinem ständig anwachsenden Kriegshaufen zieht
er nach Wittenberg, wo er die Auslieferung seines Feindes verlangt. Mehrmals
fällt er brandschatzend in Wittenberg ein, um seiner Forderung Nachdruck zu
verleihen, selbst ein 500 Mann starkes Heer schafft es nicht Kohlhaas
Kriegshaufen zu schlagen.
Während man in Dresden über das weitere Vorgehen gegenüber
Kohlhaas berät, kommt es zu einem heimlichen Gespräch zwischen
Kohlhaas und Martin Luther, der eine Amnestie beim Kurfürsten für
Kohlhaas erwirkt. Daraufhin entläßt Kohlhaas seine Mitstreiter und
geht nach Dresden wo nun seine Klage gegen den Junker stattgegeben werden soll.
Doch erneut wird der Junker durch einflußreiche Freunde
geschützt und Kohlhaas wird in den Kerker geworfen.
Zwar setzt der Kurfürst von Brandenburg, seine Auslieferung durch,
doch da der sächsische Hof inzwischen den Kaiser in Wien angerufen hat,
erhält der Fall Kohlhaas auch für die Obrigkeit in Berlin die
Bedeutung eines mit Strenge zu statuierenden Exempels. Obwohl der Kurfürst
von Sachsen plötzlich überraschend alle Hebel in Bewegung setzt um das
Leben von Kohlhaas zu retten, wird dieser zum Tode verurteilt. Der Kurfürst
hatte herausgefunden, daß Kohlhaas eine Kapsel bei sich trägt, in der
sich ein für die Geschicke seines Hauses hochbedeutsamer Zettel befindet.
Als Kohlhaas in Berlin zum Schafott geführt wird, erkennt er in der
Menge den verkleideten Kurfürsten. Er verschlingt den für den
Kurfürsten so wichtigen Zettel und läßt sich widerstandslos
enthaupten. Zuvor darf er noch seine wohlgenährten Pferde in Augenschein
nehmen und erfährt, daß seine Klage gegen den Junker stattgegeben
ist.
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