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Lagerhaltung Lagerplanung
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Lagerhaltung Allgemein
Unter dem Begriff Lager können verschiedene Dinge verstanden
werden:
- der Lagerraum bzw. Aufbewahrungsort von Roh-,
Hilfs- und Betriebsstoffen oder Halb- und Fertigerzeugnissen.
- die mengen - und wertmäßige Summe der
eingelagerten Gegenstände,
- die lagerorganisatorische Institutionen: die
Lagerverwaltung.
Die Lagerwirtschaft ist eingebunden in das gesamtbetriebliche Geschehen
eines jeden Unternehmens, es ist mit allen anderen Phasen (Leistungsverwertung,
Leistungserstellung und Beschaffung) aufs engste verbunden. Die Lagerpolitik
stellt einen wichtigen Bestandteil der Unternehmenspolitik dar, sie erfordert
die Berücksichtigung aufbau- und ablauforganisatorischer Grundsätze.
Die Basis für eine rationelle Lagerhaltung ist eine gut funktionierende
betriebliche Planung und Kontrolle. Die Größenordnung der
Lagerhaltung ist schließlich ein Kosten- und Finanzierungsproblem.
Der Lagerbestand scheint in der Bilanz als Teil des
Umlaufvermögens auf. Eine oft verwendete Ziffer zur Meßbarkeit des
Ergebnisses der Lagerhaltung ist die Lagerumschlagziffer: das
Verhältnis zwischen Umsatz und durchschnittlichem Lagerbestand. Je
höher die Umschlagsziffer, desto günstiger das Ergebnis.
Die Lagertechnik befaßt sich mit Lagerplanung, -bau und
-einrichtung.
Die Planung eines Lagers
Die Lagerhaltung ist generell in jeder Stufe notwendig, um die jeweiligen
Verbraucher wunschgemäß zu versorgen, aber auch um eine geplante
Erzeugung von Waren zu gewährleisten. Der Disposition oder Planung der
Lagerbestände kommt daher eine große Bedeutung zu. Die Artikel
müssen einmal zu einem geplanten Zeitpunkt in der benötigten Menge zur
Verfügung stehen, zum anderen müssen sie auch in den wirtschaftlichen
Losgrößen gefertigt oder eingekauft werden. Die Bestands-, Lager- und
Umschlagskosten sollen dabei minimiert werden. Dieses Ziel kann nur durch eine
optimale Planung und Steuerung der Artikelbestände, durch eine
wirtschaftliche Lager- und Umschlagstechnik und eine schnelle, transparente
Organisation erfolgen.
Die möglichen Lagersysteme werden durch folgende Faktoren
beeinflußt:
- die Warenstruktur
- die Warenbestände
- die Warenbewegungen
- die Ein- und
Auslagerungsstruktur
Es gibt sowohl im technischen als auch im
organisatorischen Bereich eine Vielzahl von Lösungen, daher ist es ratsam
rechtzeitig einen qualifizierten Berater und Lagerplaner zu Rate zu ziehen. Der
Weg zur Planung eines Lagers führt dabei immer über die Ermittlung der
Planungsdaten, die Erarbeitung von alternativen Systemvorschlägen, die
Auswahl der optimalen Variante durch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, die
Feinplanung und die Realisierung.
Funktionen der Lagerwirtschaft
Die Speicherfunktion des Lagers steht in der Regel im Vordergrund
des lagerwirtschaftlichen Geschehens. Das Lager wird hier als Ausgleichs- und
Sicherheitsbecken angesehen, das die Gewähr für eine
störungsfreie und reibungslose Produktion und eine zeitgerechte Belieferung
der Abnehmer bietet. Die Lagerwirtschaft trägt also dazu bei, die
Wirtschaftlichkeit der Produktion und des Verkaufes zu erhöhen. Sie
ermöglicht einen gleichmäßigen Arbeitsfluß, die Auflage
günstiger Losgrößen, trägt zur Minimierung der
Ausschußquote bei und sorgt auf Vertriebsseite für eine optimale
Auslieferung und günstigste Zusammenstellung der Kommissionen. Unter der
Speicherfunktion sind somit folgende Punkte zusammengefaßt:
- Die Überbrückung von Differenzen im
Materialbedarf zwischen Einkauf und Produktion.
- Die Überbrückung von Differenzen
zwischen Erzeugung und den Kundenwünschen.
Mit der Umformerfunktion des Lagers ist die Anpassung der gelagerten
Gegenstände an produktionstechnische oder vertriebsmäßige
Erfordernisse gemeint. Es geht hier um das Ausruhen, Trocknen und “
Entspannen” des Materials. (z.B. Gärungs- und Reifeprozeß bei
der Lagerung von Bier und Wein)
Aufgaben der Lagerwirtschaft
In industriellen Unternehmen hat die Güterlagerung (Vorlagerung) eine
große Bedeutung für die Erreichung einer gleichmäßigen
Auslastung und damit verbunden einer stabilen Beschäftigung.
Die Hauptaufgabe der vertriebsorientierten Lagerhaltung (Nachlagerung,
Lagerung in Handelsunternehmen) ist die Einhaltung eines vorgegebenen
Servicegrades gegenüber den Partnern des Unternehmens. Dieser Servicegrad
umfaßt vor allem die Punkte Lieferbereitschaft, Lieferschnelligkeit und
Zuverlässigkeit.
Grundsätzlich ergeben sich aber, unabhängig vom Lagertyp,
für jede Lagerhaltung folgende Aufgaben:
- Halten angemessener Bestände
- Ergänzung der Lagerbestände
- ordnungsgemäße Lagerung,
Bekämpfung von Güteminderung (Riß, Bruch, Verschleiß,
Korrosion)
- laufende mengen- und wertmäßige
Erfassung der Bestände und Bewegungen
- Materialbereitstellung und -ausgabe
- Erstellung von Angaben für das
Rechnungswesen (Inventur)
Organisation der Lagerhaltung
Die organisatorische Gestaltung des Lagers wird von den zu lagernden
Objekten bestimmt. Daraus ergeben sich auch die organisatorischen
Gliederungsmöglichkeiten.
Objekte der Lagerhaltung
Wenn man die Lagerhaltung nach den Gliederungsmöglichkeiten der Bilanz
unterscheidet, so ergeben sich folgende zwei Gruppen:
- Lager für Güter des
Anlagevermögens und
- Lager für Güter des
Umlaufvermögens.
Im Gegenteil zu Lager für Güter des Anlagevermögens sind die
Lager für Güter des Umlaufvermögens so zahlreich, daß eine
Unterscheidung in Rohstofflager, Hilfsstofflager, Betriebsstofflager
und Lager für bezogene Teile notwendig wird.
Zusätzlich wird oft noch die Lagerung von Zwischenprodukten in
entsprechenden Zwischenlagern nötig. Sie sichern eine reibungslose
Produktion durch die Schaffung von sogenannten Pufferzonen. In diesen
Zwischenlagern ist aber ein sehr großes Rationalisierungspotential durch
den Abbau von Beständen enthalten. Das japanische Kanban - System,
bei dem selbst bei intensivster Fließbandfertigung auf Zwischenlager im
großen Umfang oder sogar vollständig verzichtet werden kann, zeigt
auf, wie diese Idee verwirklicht werden könnte. Ein
Fertigfabrikatelager nimmt die verkaufsfähigen Erzeugnisse
eines Unternehmens auf. Zur Unterschied dazu nimmt das
Handelswarenlager die von fremden Unternehmen bezogenen und
unverändert veräußerten Güter auf.
Grundsätze der Lagerhaltung
Diese Grundsätze bilden die Basis für eine rationale
Lagerhaltung:
- Das Prinzip des geschlossenen Lagers
sollte realisiert werden, das heißt Anlieferung und Ausgabe werden nur
von autorisiertem Personal und unter belegmäßiger Kontrolle
durchgeführt.
- Es sollte eine geplante Entnahme erfolgen,
die große Mehrheit der Aufträge und Anlieferungen sollte in einer
festgelegten Reihenfolge durch das Lager hindurchlaufen. Die Quote von
Sonderfällen sollte einen gewissen Prozentsatz nicht übersteigen, da
der zusätzliche Aufwand dafür ein beträchtlicher ist.
- Es ist eine Aufteilung des gesamten Lagers in
einen Reserve- und Kommissionierbereich vorzusehen. Dazu gehört ein
angepaßtes Zugriffssystem.
- Die gesamte Flächenaufteilung und
Anordnung der Bereiche Wareneingang, Kontrolle, Reservelager,
Kommissionierbereich, Warenausgang inklusive Verpackung muß den
Anforderungen des Materialflusses entsprechen.
- Das gesamte Lager sollte nach ergonomischen
Gesichtspunkten gestaltet werden. Eine griffgünstige Gestaltung,
angemessene maximale Greifhöhen und -tiefen, Verpackungsplätze usw.
können den Arbeitsablauf wesentlich schneller und störungsfreier
gestalten.
- Die Informationsverarbeitung muß in
angemessener Art und Weise gestaltet werden; Belege müssen einfach und
übersichtlich gestaltet werden, selbsterklärende Arbeitsabläufe
sollen geschaffen werden, damit auch Aushilfspersonal ohne lange Anlernphasen
das Lager betreiben kann.
- Eine ordnungsgemäße
Bestandsführung und aktuelle Buchung sind die Voraussetzung zur
Einhaltung einer optimalen Bestandshöhe, richtiger Disposition und
Lagesteuerung.
Lagerhaltung als Optimierungsproblem
Jedes Unternehmen möchte dem lagerwirtschaftlichen Optimalzustand
möglichst nahe kommen. Dieses Optimum ist aber nicht eindeutig definierbar,
da es sich aus einer Anzahl von Teiloptima, die im Gegensatz zueinander stehen,
zusammensetzt. Dieses Optimum ist also nur nach genauer Betrachtung und
Gewichtung der einzelnen Teiloptima zu definieren. Der Optimalzustand ist
einerseits dann erreicht, wenn die Größe des Lagerbestandes maximal
ist. Dies bietet Vorteile in zweifacher Hinsicht: Jedem auftretenden Bedarf der
Produktion kann Rechnung getragen werden und der Einkauf kann durch den Einkauf
von größeren Mengen gleichzeitig einen Preisvorteil nützen. Ein
weiteres technisches Problem ist raum - zeitlicher Art. Das Optimum ist von
diesem Standpunkt aus erreicht, wenn die Durchlaufzeit des Materials durch das
Lager minimiert ist. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Bestandsmaximum
natürlich nicht immer gleichzeitig das Optimum. Durch eine präzise
Bedarfsplanung sowie der ständigen Überwachung der Lagerbestände
ist ein quantitativer und qualitativer Optimalbestand zu planen.
Weiters sollte aus wirtschaftlicher Sicht eine möglichst hohe
Umschlagsgeschwindigkeit des eingesetzten Kapitals angestrebt werden. Über
all diesen Teiloptima steht das Streben nach dem lagerwirtschaftlichen
Kostenoptimum. Die Lagerhaltung verursacht eine Fülle von Kostenarten, die
teilweise nur schwer erfaßbar und kontrollierbar sind.
Eine gewichtige Kostenarten sind:
- Zinsen für das in der Lagerhaltung
gebundene Kapital
- Löhne, Gehälter und
Sozialkosten, die im Lager verursacht werden.
- Energieverbrauch ( Strom, Gas, Wasser,
Treibstoffe, etc.)
- Kosten für die Instandhaltung der
Lagereinrichtungen
- Miete für fremdgemietete
Räume
- Abschreibungen auf Lagereinrichtungen
- Versicherungskosten
Planung als Grundlage rationeller
Lagerhaltung
Der beste Weg, dem oben beschriebenen Optimalzustand nahezukommen, besteht
in einer sorgfältigen Planung der Lagerhaltung.
Für Fertigwarenlager oder das Lager in einem Handelsbetrieb stellen
die erwarteten Absatzzahlen die Grundlage der Planung des Lagers dar. Die
Planung der Roh-, Hilfs- oder Betriebsstofflager wird hauptsächlich von der
Produktionsplanung mitbestimmt.
Bei jeder Lagerplanung ist die Abstimmung mit der Finanzplanung des
Unternehmens notwendig.
Durch die Beobachtung der Lagerabgänge aufgrund einer aktuellen
Bestandsführung und durch die Wahl eines geeigneten Dispositionsverfahrens
kann unter Berücksichtigung eines Sicherheitsbestandes ein optimaler
Lagerbestand geplant werden. Die Festlegung des Sicherheitsbestandes hängt
dabei von den schon bekannten Faktoren wie dem durchschnittlichen Lagerabgang
pro Periode und vom Wiederbeschaffungszeitraum ab. Für die Festlegung der
Bestandshöhe sollte grundsätzlich unterschieden werden in
geringwertige und höherwertige Artikel. In einem Vertriebslager ergibt sich
eine mehr oder weniger steile ABC Verteilung des gelagerten Artikelsortiments;
25 % der gelagerten Artikel machen in der Regel 75 % des Umsatzes aus. Hier
müssen firmenspezifische Rationalisierungsmaßnahmen gefunden werden.
Erfahrungen haben jedoch gezeigt, daß eine optimierte Bestandspolitik ein
nicht zu vernachlässigendes Rationalisierungspotential
beinhaltet.
Die Kontrolle der Lagerhaltung
Die Planung an sich beinhaltet schon ein nicht zu unterschätzendes
Rationalisierungspotential. Doch auf jede Planung muß auch die Kontrolle
der geplanten Ziele folgen. Die Kontrolle kann regelmäßig oder nur
von Zeit zu Zeit, dann aber überraschend und unerwartet erfolgen; Sie kann
als Vollkontrolle oder nur stichprobenartig erfolgen. Diese Entscheidungen
hängen von den jeweiligen Erfordernissen und Gegebenheiten ab.
Gegenstand einer Lagerkontrolle ist hauptsächlich die
Größenordnung der Lagerbestände und der Materialbewegungen. Die
Höhe des Lagerbestandes läßt sich artikelweise
mengenmäßig aus der Lagerbuchhaltung entnehmen. Die Ausgangsbasis
dafür bilden die bei der letzten Bestandsaufnahme (Inventur) vorgefunden
Bestände, die durch Lieferscheine und Entnahmescheine belegten Ein- und
Ausgänge führen zum buchmäßigen Endbestand, der wiederum an
einem bestimmten Stichtag durch eine Inventur eine Korrektur
erfährt.
Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Entnahmemengen einfach aus
der Inventurdifferenz zum Anfangsbestand zu errechnen. Bei dieser Methode
entfällt die Aufschreibung der Entnahmen. Sie ist aber insofern nicht
zielführend, als hierbei der irreguläre Verbrauch (Diebstahl) nicht
erfaßt werden kann. Die Bewertung der erfaßten Bestände ist
schwierig, da sie durch viele Gesichtspunkte beeinflußt werden kann. Als
recht gutes Kontrollinstrumentarium sind lagerwirtschaftliche Kennziffern
geeignet. Sie eignen sich zwar nicht für den überbetrieblichen
Vergleich auf Branchenebene, wohl aber für die Überwachung der
Lagerbestandshöhe und des Lagerumschlages.
Die häufigsten Kennziffern sind:
Durchschnittlicher Lagerbestand : Anfangsbestand + 12
Monatsbest.
13
Umschlagshäufigkeit: Lagerabgang
Durchschnittlicher Lagerbestand
Durchschnittliche Lagerdauer: 360 Tage
Umschlagshäufigkeit
Diese Kennziffern können sowohl für das ganze Lager wie auch
für Teilbereiche oder einzelne Materialien oder Artikel ermittelt werden.
Die Kontrolle der Lagerhaltung macht nur dann Sinn, wenn durch sie nicht
nur das vergangene Geschehen festgestellt wird, sondern wenn aus ihr
Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden.
Lagersysteme
Abgesehen von den herkömmlichen Lagersystemen wie z. B. Bodenlagerung
oder Fachbodenregallagerung haben sich weitere Methoden wie z. B. Einfahr- und
Durchlaufregale, Umlaufregale oder die modernen Hochregallager
herausgebildet.
Durchlaufregale: Das Grundprinzip besteht in einer
tiefenmäßigen, linearen Verlängerung des Lagerfaches und somit
der Fachtiefe. Die Beschickung eines solchen Lagerkanals erfolgt von einer Seite
und die Entnahme von der anderen. Damit wird das Prinzip des first-in first-out
konsequent verwirklicht. Die Lagereinheiten wie Kisten, Behälter, Kartons
oder Paletten gleiten häufig durch Schwerkraftnutzung über
Rollenbahnen. Gegenseitiges Aufprallen wird durch Bremseinrichtungen verhindert.
Durchlaufregale sind nur wirtschaftlich, wenn ein hoher Lagerumschlag und eine
gleichmäßige Füllung der Sortenfächer gewährleistet
ist.
Verschieberegale erzielen einen hohen Raumwirkungsgrad, da sie im
Minimum nur eine Bedienungsgasse benötigen. Sie eignen sich nur für
geringe Zugriffshäufigkeiten.
Die Regale sind auf Schienen fahrbar angeordnet und können direkt
aneinander gefahren werden, bis die benötigte Gasse frei wird. Dieses
System eignet sich nur für länger lagernde Güter, die auf
kleinstem Raum untergebracht werden müssen.
Umlaufregale gibt es in horizontaler und vertikaler Umlaufform. Die
vertikale Form, die am meisten Verwendung findet, besteht aus einem Regalblock
mit mehreren Fachebenen übereinander. Diese Ebenen können auf eine
Manipulationsebene bewegt werden. Anwendung findet diese Form häufig in der
Akten- und Kleinteilelagerung.
Hochregalanlagen: Der Wunsch nach optimaler Raumausnutzung bei
gleichzeitig wirtschaftlichster Anpassung der Gebäudekonstruktion an die
Lagerfunktion führte zu den modernen Hochregalanlagen mit Raumhöhen
bis zu 35 m und mehr. Bis zu einer Höhe von ca. 14 m ist die Regalbedienung
noch mit frei am Boden verfahrbaren Hochraumstaplern möglich. Darüber
müssen schienengebundene Regalbediengeräte eingesetzt werden.
Die optimale Hochregalgeometrie ergibt sich aus verschiedenen Faktoren und
hängt auch von der angewandten Wirtschaftlichkeitsberechnung ab. Es ist ein
Irrtum, zu glauben, daß Hochregallager um so wirtschaftlicher werden, um
so höher sie gebaut werden. Ein entscheidender Faktor ist die
angepaßte Konstruktion der Gebäudes und der Regale, die gleichzeitig
als Dachkonstruktion, Außenverkleidung und Führungsschienen dienen
können.
Die Konzeption einen Hochraumlagers erfordert eine sehr detaillierte
Planung nicht nur des Lager selbst, sondern auch der vor- und nachgeschalteten
Bereiche wie z. B. des Wareneingangs, der Kommissionierung oder des
Warenausgangs.
Die Lagergeometrie wird durch folgende Faktoren bestimmt:
- Anzahl der Lagereinheiten (Kapazität)
- Anzahl der Regalbediengeräte
(Umschlagsleistung)
- Höhe / Längenverhältnis von ca.
1:4, da sich die Geschwindigkeitsverhältnisse für Hub- und
Längsfahrt ungefähr in diesem Verhältnis verhalten und damit alle
Lagerstellen optimal bedient werden können.
Wichtige Voraussetzung für ein gut funktionierendes
Hochraumlagersystem, das oft vollautomatisch arbeitet, ist seine Integration in
die vor- und nachgeschalteten Fördersysteme. Oft liegt die Problematik der
Planung eher in der Systemfindung für die Peripherie als im Lagersystem
selbst.
Die Regalbediengeräte laufen liniengebunden auf Schienen innerhalb
eines Regalganges und übernehmen die Ein- und Auslagerung von
Paletteneinheiten. Der Umschlag muß sie voll auslasten, da eine
universelle Nutzung wie z. B. bei Gabelstaplern nicht möglich ist. Die
Regalförderzeuge haben 3 Bewegungen durchzuführen: Längsfahren,
Heben und seitliches Einschieben der Lagereinheit.
Diese Geräte können durch Handsteuerung, Teil- oder Vollautomatik
gesteuert werden. Bei einer Teilautomatik werden Bewegungen von Personen
eingeleitet, dann aber automatisch ausgeführt.
Die benötigte Vorratskapazität eines Lagers erfordert oft mehrere
Gänge, der geringe Umschlag läßt aber den Einsatz mehrerer
Regalbediengeräte nicht zu. In diesem Fall verwendet man eine
Umsetzbrücke zum Transport des Gerätes von einem Gang in den anderen.
Dies geschieht inzwischen schon vollautomatisch.
Technische Lagerorganisation
Die Lagerorganisation dient der Steuerung und Kontrolle sämtlicher
Lagerarbeiten und legt unter anderem das Ordnungsprinzip für die
Unterbringung der Artikel im Lager fest.
Folgende Ziele sollen erreicht werden:
- Sicheres und einfaches auffinden der einzelnen
Artikel
- Minimierung der Transportwege im Lager
- Optimale Raumausnutzung
- Einfache Lagerverwaltung
Ordnungsprinzip nach der chaotischen und Fixplatzlagerung
Bei der chaotischen Lagerung gibt es im Gegenteil zur Fixplatzlagerung
keine bestimmte Zuordnung von Artikeln zu Stellplätzen. Der Vorteil der
chaotischen Lagerung besteht in der höheren Lagerplatznutzung weil
freiwerdende Plätze sofort mit anderen Artikeln belegt werden können.
Fixplätze bleiben hingegen für bestimmte Artikel reserviert und sind
oft auf das Maximum ausgelegt, auch wenn der Bestand teilweise bis auf 0
zurückgeht. Die Fixplatzlagerung benötigt dafür den geringsten
organisatorischen Aufwand. Bei kleineren Lagern liegt eine sinnvolle Lösung
oft in einem Kompromiß. Für Paletten oder Gitterboxen wird ein
chaotisches Lager mit Voll- und Leerplatzkartei eingerichtet und für
Kleinstbehälter ein Fixplatzlager. Entscheidend ist hier der allgemeine
Organisationsstand des Unternehmens. Bei einer vorhandenen EDV Organisation
dürfte ein chaotisches Lager die wirtschaftlichste Möglichkeit
darstellen.
In letzter Zeit tritt immer öfter ein ganz anderer Gedanke in den
Vordergrund: Just in Time.
Bei diesem Modell wird nur noch der Produktionsbedarf einiger Stunden als
eiserner Bestand im Betrieb gelagert. Die Anlieferung erfolgt zu einem genau
definierten Zeitpunkt und in einer genau bestimmten Reihenfolge der Lieferanten.
Es erübrigt sich hier die Unterhaltung eines Lagers, damit verbunden auch
die Organisation desselben und somit wiederum ergibt sich daraus eine
Möglichkeit große Kosten einzusparen.
Die Voraussetzungen für das Funktionieren eines solchen Systems ist
aber abgesehen von einer guten Infrastruktur die perfekte Organisation der
Zulieferbetriebe, der Speditionen und auch der innerbetrieblichen
Abläufe.
Durchlaufregale
Verschieberegale
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Umlaufregale
Durchlaufregale
Verschieberegale
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Umlaufregale
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