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Du bist hier: Referate Datenbank | Latein | Stockmann: VENI VIDI DIDICI (Komplettübersetzung)

Stockmann: VENI VIDI DIDICI (Komplettübersetzung)

Kurzinformation:
Wörter: 19800
Seiten:
Typ: Referat
Sprache: Deutsch
Autor: Unbekannt
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Lateinübersetzung zu: Stockmann: VENI VIDI DIDICI
Kapitel 1-30 (Teil 1)
Kapitel 31-47 (Teil 2, nicht abgeschlossen)

KAPITEL 1
ROM
Rom ist alt. Rom ist schön. Siehe der römische Marktplatz!
Merke: Hauptwörter und Eigenschaftswörter, die zusammengehören, müssen in der Wortendung übereingestimmt werden.
Der römische Marktplatz ist alt. Das Rathaus ist alt. Die Gerichtshalle ist geräumig und neu. Die andere Gerichtshalle ist alt.
Merke: antiquus (männlich), antiqua (weiblich), antiquum (sächlich)
dominus antiquus = der alte Herr (männlich)
basilica antiqua = die alte Gerichtshalle (weiblich)
forum antiquum = der alte Markt (sächlich)
pulcher 3 = pulcher, pulchra, pulchrum = schön
dominus pulcher, basilica pulchra, forum pulchrum
Die Gerichtshallen sind schön. Der Tempel ist heilig. Die Tempel sind heilig.
Caelia ist ein Mädchen. Aulus ist ein Bub. Aulus steht auf der Straße. Caelia steht auch auf der Straße. Die Kinder stehen in der Heiligen Straße. Die Heilige Straße ist alt. Die Kinder grüßen. Buben und Mädchen grüßen in der Markthalle. Männer und Frauen sitzen im Theater. Das Theater ist groß. Siehe das Amphitheater. Es ist hoch und weit. Das Amphitheater, das Theater, die Tempel, die Markthallen sind Gebäude.
P. Cornelius Rufus ist ein Mann. Terentia ist eine Frau. Rufus und Terentia sind Römer. Rufus wohnt in Rom. Rufus und Terentia wohnen in Rom. Rufus sitzt im Rathaus. Die Männer sitzen im Rathaus. Cratylus ist ein Sklave. Er arbeitet auf der Straße. Sklaven arbeiten auf der Straße und im Rathaus. Cratylus grüßt. Rufus grüßt auch. Sklaven und Männer grüßen. Männer und Frauen sitzen im Zirkus. Der Circus Maximus ist lang und alt. Siehe die Thermen. Sie sind groß und geräumig.


KAPITEL 2
ITALIEN
Italien ist ein großes Land. Latium und Etrurien und Kampanien sind in Italien. Latium ist (liegt) in Mittelitalien. Tusculum und Praeneste sind latinische Städte. Tusculum ist eine kleine Stadt Praeneste und Tusculum sind kleine Städte. In Italien sind (gibt es) viele Straßen: die Appische Straße, die Cassische Straße, Die Aemilische Straße, und viele andere. In Italien sind lange und breite Straßen.
In Campanien sind die Felder weit und groß. Neapolis und Pompeji sind (liegen) in Campanien.
Merke: Manche Hauptwörter (besonders Städtenamen) sind Pluralwörter, die nur in der Mehrzahl existieren, aber als Einzahl übersetzt werden.
z.B.: thermae = das Bad, Pompeii = die Stadt Pompeji, Athenae = die Stadt Athen
Viele Römer haben Landhäuser in Campanien. Terentia und Cornelius Rufus haben auch ein schönes Landhaus. Terentia ist oft in der Villa in Campanien. Terentia liebt nämlich die geräumige und schöne Villa.
Terentia betritt die Villa, die Sklaven grüßen die Herrin. Viele Sklaven arbeiten im Landhaus. Der Sklave Cratylus bereitet ein gutes Essen. Terentia und C. Rufus lieben große Mahlzeiten. In Campanien ist (liegt) die Appische Straße, in Etrurien die Cassische Straße. Etrurien bewohnen die Etrusker. Das etruskische Volk ist alt. Arretium und Perusa sind etruskische Städte. Aulus und Caelia betreten Perusia und sehen viele Wirtshäuser. Der Bub und das Mädchen betreten einen kleine Laden. Im Laden arbeitet eine etruskische Frau. Die römischen Kinder grüßen die etruskische Frau. Die Frau bereitet das Mahl zu. Das etruskische Essen ist groß und gut. Aulus und Caelia lieben das gute etruskische Essen.
Sizilien ist eine große Insel. Viele Griechen, wenig Römer bewohnen Sizilien. Syrakus und Agrigentum sind (liegen) auf Sizilien. In Sizilien sind schöne Tempel und große griechische Theater. Sardinien und Corsica sind auch große Inseln.
Der Tiber ist ein Fluß. Der Padus ist auch ein Fluß. Der Fluß ist lang. (Er ist ein langer Fluß.) Der Tiber ist in Italien, der Po in Gallien diesseits der Alpen. In Gallien diesseits der Alpen sind (gibt es) große Städte: Mailand, Verona, Patavium, Aquileia. Mailand und Verona sind neue Städte, Neapel und Syrakus alte Städte.


KAPITEL 3
FREIGELASSENE WOHNEN IN MIETSHÄUSERN
M. Caelius Ambarrus ist ein Freigelassener, Aurelia Hilara ist eine Freigelassene. Ambarrus ist kein Sklave, Hilara ist keine Dienerin. Ambarrus und Hilara sind Freigelassene. Ambarrus war früher ein Sklave, Hilara eine Dienerin. Ambarrus und Hilara haben zwei Kinder. Sie haben einen Sohn und eine Tochter. Caelia ist die Tochter, Aulus der Sohn. Caelia ist ein Mädchen, Aulus ein Bub. Caelia ist ein römisches Mädchen, Aulus ein römischer Bub. Ambarrus, Hilara und die Kinder wohnen in einem Mietshaus. Das Mietshaus ist groß und hoch. Das Mietshaus ist ein großes und hohes Gebäude. Viele Familien wohnen in dem Mietshaus, denn es sind (gibt) viele Schlafzimmer im Mietshaus. Ambarrus hat keine Villa, aber er hat ein Schlafzimmer. Im Miethaus sind auch Geschäfte. Ambarrus arbeitet in einem Laden. Vor dem Laden stehen Tische. Hier gibt es viele Früchte. Ambarrus verkauft Früchte; er ist ein Obsthändler. Birnen, Äpfel, Feigen und Weintrauben sind Früchte. Weintrauben, Feigen, Äpfel und Birnen verkauft er. Er verkauft viele Weintrauben und einige Feigen.
Merke: Es gibt leider einige Ausnahmen im Geschlecht.
ficus f. = Feige, ficus magna = die große Feige, fici magnae = die großen Feigen
Hilara arbeitet nicht im Geschäft, sondern zu Hause. Sie bereitet das Essen vor, und wäscht die Tunikas und die Kleidungsstücke. Sie arbeitet auch bei dem Schutzherrn Aurelius. Früher war Aurelius der Herr, Hilara die Sklavin. Sie versorgt den Garten bei Aurelius. Caelia arbeitet auch zu Hause.
Merke: Die Vorwörter “apud = bei, ante = vor” verlangen im Lateinischen den 4. Fall, im Deutschen steht der 3. Fall
Sie bringt Wasser aus (von) der Straße. Hilara lobt Caelia. Dann bereiten Hilara und Caelia das Essen vor. Hilara lehrt Caelia. Caelia bereitet ein gutes Essen vor. Hilara lobt die Tochter: denn das Essen ist gut. Hilara und Caelia erwarten Ambarrus und Aulus.
Merke: -que = und
Aulenque = et Aulus = und Aulus


KAPITEL 4
AULUS LERNT IN DER SCHULE BEI EINEM SPRACHLEHRER
Merke: Die Verben werden im Lateinischen in Konjugationen eingeteilt.
1) a-Konjugation: laudat, potat, lavat
2) e-Konjugation: docet, habet
3) konsonantische Konj.: discit (discunt), incolit (incolunt), vendit (vendunt)
4) Hilfszeitwort: est (sunt)
Aulus und viele andere Buben sind in der Schule. Sie sind beim Sprachlehrer Apollodorus. Apollodorus ist ein Freigelassener. Die Insel Rhodos war seine Heimat.
Merke: fuit = Vergangenheit (Perfekt) = er, sie, es ist gewesen
erat = Mitvergangenheit (Imperfekt, Präteritum) = er, sie, es war
Weil Perfekt und Imperfekt auf derselben Zeitstufe stehen, sind die Zeiten für uns austauschbar.
Apollodorus lehrt die griechische Sprache. Apollodorus lehrt die Buben die griechische Sprache.
In der Früh grüßen die Buben den Sprachlehrer. Apollodorus grüßt die Buben. Wenn Aulus seinen Lehrer grüßt, grüßt Apollodorus Aulus. Zuerst liest der Sprachlehrer lange vor. Dann lesen die Buben griechische Schriften. Die Buben üben. Aulus liest gut vor. Apollodorus lobt Aulus, weil er gut vorliest. Apollodorus tadelt Aulus nicht, sondern lobt ihn. Die Buben schätzen den Sprachlehrer, weil er ein guter Lehrer ist. Er schlägt die Buben nicht, weil er menschlich ist. Manche römische Lehrer schlagen die Buben, wenn sie schlecht vorlesen.
Aulus liest schon gut lateinische und griechische Literatur, weil er in der Schule beim Sprachlehrer lernt. Während Aulus in der Schule ist, verkauft Ambarrus Obst. Während Aulus die griechische Sprache lernt, arbeitet Hilara bei ihrem Schutzherrn. Ambarrus kennt die griechischen Buchstaben nicht, weil er nicht in der Schule bei einem griechischen Lehrer war. Ambarrus war vor vielen Jahren in Gallien ein freier Mann.
Merke: liberi m. = die Kinder
liber m. (4.F.Sg. librum, 1.F.Pl. libri, 4.F.Pl. libros) = das Buch
liber, libera, liberum = frei
Dann war er lange ein römischer Sklave, jetzt ist er ein Freigelassener.
Was liest Apollodorus vor? Was lesen die Buben? Sie tragen vor und lesen, Fabeln, Tragödien und Komödien. Was liest Aulus vor, was Titus? Aulus liest eine griechische Fabel, Titus eine lateinische Komödie. Aulus liest Äsop, Titus Plautus. Dann schreiben die Buben Briefe. Aulus schreibt einen griechischen Brief, Titus einen lateinischen.
Merke: Entscheidungsfragen (Antwort = ja/nein) werden mit “-ne” (ans erste Wort angehängt) eingeleitet.
z.B.: Legitne Titus? = Liest Titus?
Wenn der Fragende die Antwort “ja” provozieren will, leitet er mit “nonne” ein.
Wenn der Fragende die Antwort “nein” provozieren will, leitet er mit “num” ein.
Liest Aulus die Fabel nicht gut vor? - Ja, er liest sie gut vor. (So ist es.)
Liest Aulus etwa eine lateinische Tragödie? - Keineswegs. Er liest eine lateinische Komödie.
Schlägt der Sprachlehrer etwa die Buben? - Keineswegs. Er schlägt die Buben nicht.
Schätzen die Buben Apollodorus nicht? - So ist es. Sie schätzen den Lehrer.


KAPITEL 5
DIE EINWOHNER ITALIENS UND DER PROVINZEN DES RÖM. REICHES
Das römische Reich ist groß. Es sind (gibt) viele Provinzen des römischen Reiches: Sizilien, Spanien, Gallien, Rätien, Norikum, Pannonien, Makedonien, Achaia, Asia, Syrien, Ägypten und viele andere.
Merke: incola und alle Berufsbezeichnungen (poeta, agricola, nauta) sind maskulinum, obwohl sie zur a-Deklination gehören!
Viele und verschiedene Einwohner sind im römischen Reich. Die Zahl der Einwohner im römischen Reich ist groß. Nicht nur Römer, sondern auch andere Völker bewohnen das röm. Reich. Einwohner in Rom und in Italien sind Römer. Viele Einwohner aber Siziliens und des im Süden gelegenen Italien sind Griechen. Die Einwohner Etruriens nennen wir die Etrusker. Etrurien ist die Heimat der Toskaner oder auch Etrusker. Die Einwohner Galliens wir nennen sie die Gallier oder auch Kelten, diesseitiges Gallien und jenseitiges Gallien ist die Heimat der Kelten.
Merke: Wenn zwei Substantive durch “und” verbunden sind (= Aufzählung), müssen die im selben Fall stehen.
Groß ist die Anzahl der Städte des römischen Reiches: groß und berühmt sind die Städte Mailand, Corduba und Ephesos. Die Einwohner Mailands sind Gallier und Römer. Aber die Einwohner Alexandrias und Ephesus´ sind Griechen. Afrika bewohnen die Punier, die benachbarten Numider und andere Völker. Afrika ist die Heimat der Punier, der Numider und der Römer.
Die Römer sind die Herren vieler Länder und (vieler) Völker. Etrurien bewohnen schon lange nicht nur die Etrusker, sondern auch die Römer. Griechenland vor vielen Jahren, Gallien und Ägypten vor wenigen Jahren waren freie Länder. Jetzt sind sie römische Provinzen.


KAPITEL 6
AULUS ERZÄHLT VON DER SCHULE
Aulus und Titus lernen in der Schule des Grammatiklehrers Apollodorus. Apollodorus ist der Lehrer des Aulus, des Titus und anderer Buben. Die Buben lesen die Fabeln des Äsop und die Komödien des Plautus. Sie lesen noch nicht die Tragödien griechischer Dichter.
Nun sind Ambarrus und Aulus bei ihrem Schutzherrn Aulus. Der Schutzherr fragt Aulus über die Schule.
Aulus erzählt:
In der Früh betrete ich die Geschäftshalle wo sich die Schule des Apollodorus befindet. Ich grüße den Sprachlehrer immer. Die übrigen Schüler grüßen den Lehrer auch. Wir lesen die Aulularia eine lateinische Komödie des Plautus. Viele lesen gut vor, Titus liest schlecht vor. Der Sprachlehrer fragt Titus: “Übst du Zuhause Titus? Du liest die Komödie schlecht.”
Merke: -e bei Hauptwörtern auf -us = Vokativ, 5. Fall, Anrede.
-e bei Adjektiven = Umstandswörter auf die Frage “wie?” zur Erklärung von Verben
Titus antwortet: “Ich lese Zuhause die Fabeln Äsops. Ich lese keine Komödie vor.” Der Lehrer sagt: “Titus ich schlage dich nicht, sondern schimpfe dich. Übe viel die Sprache des Plautus, lies eine Komödie!”
Wir lernen auch die griechische Sprache. Apollodorus lehrt die griechische Literatur gut, weil er Grieche ist. Wir lesen eine Fabel Äsops vor. Der Sprachlehrer lobt mich, weil ich die Fabel gut vorlese.
Wir lesen und schreiben auch Briefe. Wir verfassen Briefe auf lateinisch. Die Schriften vieler Schüler sind gut. Apollodorus tadelt mich selten, niemals schlägt er mich. Ich lobe den Sprachlehrer, weil er gut lehrt.


KAPITEL 7
DAS HAUS UND LANDHAUS DES C. RUFUS
P. Cornelius Rufus ist ein Patrizier. Er hat große Reichtümer. Bald wohnt er in Rom, bald in Tusculum. Er wohnt in Rom mit seiner Familie in einem großartigen und geräumigen Haus, in Tusculum in einem Bauernhaus. Siehe das am Esquilin gelegene Haus des Rufus.
Morgens treibt Rufus seine Geschäfte im Arbeitszimmer. Er hat seine Listen und seine Bücher im Arbeitszimmer. Manchmal nimmt er ein Buch und geht aus der Empfangshalle in den Garten und dort spaziert er ein wenig und liest das Buch.
Am Nachmittag bringen vier Sklaven ihren Herrn Rufus zum Forum Romanum. Am Forum sind viele Männer und Sklaven, wenige Frauen. Die einen betreten die Markthallen, andere gehen aus den Markthallen heraus. Die Sklaven bringen Rufus zu den Bädern, wo Rufus gewaschen wird, ein wenig trainiert und mit Freunden ist.
Merke: cum = 1) “mit”, wenn ein 6. Fall folgt
2) “wenn, sooft” als Bindewort
Dann geht er nach Hause zum Essen zurück. Die Römer essen im Speisezimmer, wo drei große Speisesofas sind. Hier speist Rufus mit Terentia und mit 7 Freunden lange. Nach dem Essen kehren die Freunde nach Hause zurück. Rufus und Terentia und die Töchter gehen in die Schlafzimmer, wo sie schlafen.
Außerhalb Roms hat Cornelius Rufus in Latium und in Campanien weite Grundstücke (Latifundien). Manchmal macht Rufus eine Reise zu den Grundstücken und Villen. Jetzt ist Rufus auf seinem bei Tusculum gelegen Landgut. Auf den Feldern des Rufus bebauen nicht freie Bauern die Äcker, sondern es arbeiten viele Sklaven für Rufus. Von den Äckern kommen Getreide und Öl, aus den Gärten des Bauernhofs Äpfel, Kirschen, Pflaumen und andere Früchte.
Rufus ist froh und zufrieden, weil viele Sklaven auf den Feldern, in den Gärten und auf den Bauernhöfen arbeiten und sich um alle Geschäfte kümmern und große Schätze erwerben. Cornelius Rufus arbeitet nicht, aber er führt öffentliche Geschäfte aus. Er schätzt die ländliche Muße, aber er führt auch staatliche Geschäfte in Rom gut aus.


KAPITEL 8
DER SELTSAME BRIEF
Merke: Der 3. Fall + eine Form von “esse” = eine beliebte Phrase
“mir ist ein Haus” = ich habe ein Haus
C. Rufus hat viele Sklaven. Einer der Sklaven ist Cratylus. Diesem befiehlt Rufus: “Lauf Cratylus, bringe diesen Brief Pomponius, meinem Freund! Dort erwarte die Antwort des Pomponius!” Rufus gibt Cratylus die Wachstafel. Dieser gehorcht dem Herrn und geht hinaus.
Auf den Straßen herrscht ein großes Gedränge, der Männer, Frauen, Sklaven und Mägde. Cratylus irrt durch die engen Gassen. Wo ist das Haus jenes Pomponius?
Merke: ille Pomponius = jener Pomponius
illius Pomponii = jenes Pomponius
...
illo Pomponio = mit jenem Pomponius
Cratylus fragt einen gewissen Sklaven über den Weg: “Wo wohnt T. Pomponius, ein Freund des Cornelius Rufus?” Der Sklave steht Cratylus bei und zeigt ihm den Weg.
Schließlich klopft Cratylus an die Eingangstür des Pomponius, dann tritt er ein: “ Ich bringe diese Wachstafel von C. Rufus, meinem Herrn. Er erwartet deine Antwort sofort. Lies den Brief, schreib die Antwort auf die Wachstafel!” Pomponius: “Gib mir die Wachstafel!” Der Sklave gibt dem Mann sofort den Brief. Pomponius sagt Cratylus: “Bleib hier! Ich lese den Brief und gebe dir die Antwort.”
Pomponius tritt ins Arbeitszimmer, Cratylus bleibt an der Tür. Aber ein wenig später kehrt Pomponius aus dem Arbeitszimmer zurück und lacht: “Dein Herr ist wirklich zerstreut. Schau die Wachstafel! Auf der Tafel ist nichts. Gib Cornelius den Brief zurück! Leb wohl!” Cratylus lacht auch, er spaziert durch die Gassen und Straßen nach Hause. Zu Hause sagt er dem zerstreuten Herrn: “Ich bringe dir diesen Brief des Pomponius. Die Antwort des Pomponius ist so lange wie dein Brief.”
Irren ist menschlich. Einer für viele. Aus nichts wird nichts.


KAPITEL 9
DIE KLEINE TERTIA IST KRANK
Conelia und Tertia, die Töchter des C. Rufus und der Terentia, schlafen in ihrem Schlafzimmer. Die Villa ist ruhig. Es ist schon die 1. Stunde, Cornelia steht aus dem Bett auf, Tertia bleibt im Bett. Cornelia sagt dem Tertilein: “Steh auf! Du mußt mit mir zu den Ständen gehen, wo Obsthändler Obst verkaufen.” Tertia antwortet: “Ich kann heute nicht mit dir zum Markt gehen. Ich bin krank.
Merke: posse - possum - potes - ... - possunt
Kopf und Hals und alle Glieder tun mir weh. Gib mir Wasser!” Die besorgte Cornelia gibt der kleinen Tertia Wasser und sagt: “Ich bin sehr besorgt, weil du krank bist. Ich bleibe gern mit dir zu Hause und stehe dir bei. Cratylus ein guter Sklave soll uns Obst von den Tischen der Geschäfte bringen.”
Cornelia geht hinaus, ruft Cratylus im Innenhof. Der Sklave ist sofort da und fragt: “Sag mir, Cornelia, was befiehlst du?” Cornelia antwortet: “Unserem Tertilein gefällt es zu Hause zu bleiben, weil sie krank ist. Daher verlange ich von dir, Cratylus: Bring uns vom Marktplatz von den Obsthändlern Weintrauben und Äpfel oder andere Früchte. Du hilfst mir und Tertia sehr, wenn du uns Obst bringst.”
Dann tritt die Mutter Terentia ein: “ Wie geht es euch, Töchter? Ich habe schon Sorge. (Mir ist schon Sorge.) Es ist seltsam, weil ihr heute so ruhig seid. Ist etwa eine von euch krank?” Cornelia antwortet: “So ist es. Ich bin gesund, aber Tertias Kopf, Hals und Glieder schmerzen sehr. Die besorgte Terentia sagt: “Cratylus soll einen Arzt rufen. Der Arzt kann sicher deine Krankheit heilen, der Arzt kann dir ein Medikament geben.” Plötzlich erhebt sich die kleine Tertia und sagt: “Mein Kopf, mein Hals und meine Arme schmerzen schon viel weniger. Ich glaube ich kann schon mit euch zum Forum gehen.”
Der Arzt behandelt, die Natur heilt.


KAPITEL 10
CORNELIA HEIRATET VALERIUS
Cornelia, die größere Tochter des P. Cornelius und der Terentia, ist eine Jungfrau von 16 Jahren (eig.: der 16 Jahre). Der Vater sagt: “Meine Tochter, heute sage ich dir große und gute Dinge. Sicher ist dir schon M. Corvinus bekannt. Jener Mann speist nämlich manchmal bei uns. Er ist ein Mann mit vielen Bildern (eig.: der vielen Bilder). Große Schätze (eig.: sind dem) hat Corvinus nicht nur in Rom, sondern auch in Etrurien und in Campanien. Durch berühmte Reden erwirb er sich am Forum oft großen Ruhm.
Merke: Wenn der 6. Fall nicht nach einem Vorwort steht, übersetzt man ihn mit den Wörtern “mit, durch, von”.
Jener hervorragende Mensch wird dich in die Ehe führen. Bald wird die Hochzeit sein.
Merke: magno cum dolore = cum magno dolore
Cornelia läuft mit großem Kummer in ihr Schlafzimmer und weint lange in ihrem Bett, weil sie M. Corvinus nicht liebt. Die Sitten jenes Menschen gefallen Cornelia nicht. Die Stimme des Corvinus ist rauh. Corvinus lacht nie, er tadelt viele Menschen. Aber Cornelia liebt P. Laelius. Laelius ist ein unbekannter Mensch, aber er ist froh und sehr menschlich. Plötzlich schreibt das Mädchen Laelius einen Brief: “Cornelia sagt Laelius einen Gruß. Mein Laelius, unsere Liebe ist in großer Gefahr. Mein Vater gibt mich M. Corvinus in die Ehe. Aber du hast meine Liebe. Wie unglücklich bin ich! Kann ich diesen Schmerz ertragen? Denke sofort über meine Rettung nach! Entreiße mich aus dieser Gefahr! Leb wohl!”
Am Tag vor der Hochzeit weiht Cornelia ihre Puppen den Schutzgöttern und zieht die weiße Tunika an.
So schläft sie in ihrem Schlafzimmer. Morgens öffnet Rufus die Schreine der Ahnenbilder: so sind die Ahnen auch bei der Hochzeit dabei. Sklavinnen schmücken die Eingangstür mit verschiedenen Blumen, Cornelia mit vielen Edelsteinen; sie verdecken das Haupt der Jungfrau mit einem roten Brautschleier. Viele Verwandte der Cornelier und der Valerier treten ein. Nach den Vogelschauen betreten Cornelia und die Brautführerin die Vorhalle. Während die verheirateten Frauen das Mädchen betrachten und loben, siegeln Rufus und Corvinus die Hochzeitsverträge (eig.: die Tafeln der Hochzeit). Dann verbindet die Brautführerin die rechte Hand Cornelias mit der rechten Hand des Valerius Corvinus. Die Frau verspricht dem Mann und der Mann der Frau, ewige Liebe und Treue.
Dann betreten der Gatte, die Frau und die Verwandten das Speisezimmer, wo sie lange und gut speisen. Plötzlich erhebt sich Valerius vom Bett und versucht Cornelia an sich zu reißen, aber die neu Vermählte wehrt sich. Die anderen Tischgenossen sehen zu und lachen, weil es ein Spiel ist.
}
Nach dem Essen gehen Valerius und Cornelia mit dem Festzug der Gäste zum Haus des Ehemannes. Laut (eig.: Groß) sind die Rufe des Volkes: “Talassio, Talassio!” Zwei Freunde des Valerius tragen die neu Vermählte über die Schwelle. Valerius grüßt Cornelia in der Vorhalle, wo ein großes Bett steht. Bald sagen die Gäste “Lebt wohl” und gehen nach Hause zurück.
Merke: domum 1) ein Zuhause
nach Hause
domos 2) verschiedene


KAPITEL 11
DER WOLF UND DER HUND
Der magere Wolf irrt nahe der Villa umher und erblickt den gut gepflegten Hund.
Wolf: Sag mir, Hund, wer pflegt dich so gut? Ich treibe in den Wäldern ein rauhes Leben und gehe fast zugrunde.
Hund: Die Menschen geben mir täglich gute und viel Nahrung.
Wolf: Arbeitest du nicht viel für die Menschen?
Hund: Aber keineswegs. Meine Arbeit ist die geringste. Nur nachts bin ich Wächter der Villa. Ich bewache die Villa gut.
Wolf: Wenn das so ist, will ich auch diese Arbeit auf mich nehmen. Denn mir ist das harte und rauhe Leben in den Wäldern. Selten finde ich Nahrung.
Hund: Wohlan, komm mit mir, Wolf! Mein Herr wird dir auch Nahrung geben.
Der Wolf freut sich und geht mit dem Hund zum Landhaus. Plötzlich betrachtet nahe beim Eingang der Wolf das Fell des Hundes. Das Fell des Hundes ist rauh und auch abgeschürft.
Wolf: Warum ist dein Fell beim Hals rauh und abgeschürft?
Hund: Dieses ist nichts.
Wolf: Sag mir dennoch! Was ist es? Woher ist es?
Hund: Ich bin untertags angekettet, weil ich scharfe Zähne habe. Die Kette macht das Fell ein wenig rauh.
Wolf: Falls du weggehen willst, hast du Freiheit (ist dir Freiheit)?
Hund: Nicht gerade gänzlich.
Sobald der Wolf dieses hört, sagt er sofort: Leb wohl, Hund. Lobe du dein Leben, ich will nicht angekettet sein. Ich kann die Kette nicht tragen. Ich will lieber frei sein.
EIN HUND TRÄGT FLEISCH DURCH DEN FLUß
Ein Hund hält Fleisch in den Zähnen und kommt zu einem Fluß. Während er den Fluß auf einer engen Brücke überquert, erblickt er plötzlich Körper und Kopf eines anderen Hundes. Er sieht nämlich sein Abbild im Fluß gleichsam wie in einem Spiegel. Aber der Hund denkt nach: “Dieser andere Hund trägt Beute.” Gierig strebt er das andere Fleisch sehr an, er will es entreißen, öffnet sein Maul. So läßt er sein Fleisch aus den Zähnen herab und er faßt das andere nicht.
Der Wolf in der Fabel. Der Mensch ist dem Menschen Wolf.
Siehe da ein Mensch.


KAPITEL 12
DER WOLF UND DAS LAMM
Der Wolf und das Lamm gehen vom Durst erschöpft zu einem Fluß, aus welchem sie Wasser trinken wollen. Oberhalb steht der Wolf, weit unterhalb das Lamm. Sofort beginnt der nach dem Lamm begierige Wolf einen Streit. Er sagt: “Warum machst du mir das Wasser trüb, das ich trinke?” Das Lamm antwortet: “Auf welche Weise kann ich das machen, welches du sagst? Von dir fließt Wasser zu mir herab.” Der Wolf, dem die Worte des Lamms keineswegs gefallen, beginnt wiederum: “Ich bin der schlechten Worte gut eingedenk (= Ich erinnere mich gut an die schlechten Worte), welche du vor sechs Monaten gesagt hast. Das Lamm antwortet: “Damals war ich noch nicht geboren.” Jener sagt: “Dein Vater also, hat mir die bösen Worte gesagt!” Und so raubt er das Lamm und tötet es durch ein ungerechtes Gemetzel.
Diese Fabel tadelt jene, welche ungerechte Streitigkeiten anstreben und dann Verbrechen verüben.
Merke: Das Relativpronomen (qui - quae - quod = der - die - das/welcher - welche - welches) leitet einen Gliedsatz ein. Im Hauptsatz muß ein Beziehungswort dazu in Zahl und Geschlecht (nicht aber im Fall) übereinstimmen.
DER FUCHS UND DIE WEINTRAUBE
Der Fuchs ist durch Hunger erschöpft. Er strebt eine Weintraube an, die in einem hohen Weinstock ist. Er strebt die Weintraube mit größten Kräften an. Vergeblich: Er kann die Weintraube nicht berühren. Zuletzt geht er weg und sagt: “Sie ist noch nicht reif. Die saure Weintraube will ich nicht essen.
Diese Fabel ist über jene, die tadeln, welche sie sich nicht verschaffen oder nehmen können.
DER FROSCH UND DAS RIND
Der Frosch erblickt auf dem Feld ein Rind. Der kleine Frosch beneidet das große Rind. Er will so sein wie das große Rind. Daher streckt er mit großen Kräften die Haut und fragt seine Söhne: “Bin ich nicht so groß wie das Rind?” Jene verneinen. Wiederum bläst er die Haut mit noch größerer Arbeit auf und fragt: “Wer ist nun größer? Aber sicher ich!” Die Söhne sagen: “Keineswegs. Das Rind ist viel größer.” Zuletzt bläst sich das dumme Tier mit der größten Kraft auf. Er streckt die Haut, soviel (eig.: wieviel) er kann. So zerreißt er die Haut und plötzlich liegt er mit flachem Körper in dem Feld.
DER RABE UND DER FUCHS
Der Rabe raubt aus dem Fenster der Villa Käse und fliegt auf den hohen Baum. Dort sitzt er und will den Käse, welchen er im Maul (Schnabel) hält, essen. Bald erblickt der Fuchs den Raben und er lobt mit gieriger List: “Oh Rabe, wie bist du berühmt! Die ausgezeichnete Form deines Körpers übertrifft alle Vögel. Wie herrlich sind deine Flügel, wie schön ist dein Haupt! Wenn du eine Stimme hättest, du wärst schöner und berühmter wie die übrigen Vögel.” Dann läßt der dumme Rabe, welcher die Stimme vorzeigen will, den Käse aus dem Mund (Schnabel) herab, welchen der Fuchs mit gierigen Zähnen raubt und ißt.

Quod licet jovi, non licet bovi. = Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Rind nicht erlaubt.
mihi consilium deest
KAPITEL 13
EINE ANGENEHME REISE ZUM MEER
Apollodorus tadelt heute Aulus, weil er gestern nicht in der Schule war: “Aulus, wo warst du gestern? Wir haben dich erwartet, du bist nicht gekommen. Ich las aus einer griechischen Komödie vor, dann las Titus aus einer lateinischen Komödie. Zuletzt schrieben alle auf Wachstafeln. Was hast du getrieben? Bist du etwa bei der Mutter geblieben? Oder bist du mit dem Vater zum Forum in eine Taberne gegangen?”
Aulus erzählt:
Weder bin ich zu Hause bei der Mutter geblieben, noch mit meinem Vater zu Geschäften gegangen. Vernehmt alles! In der Früh sagte mein Vater mir und meiner Schwester Caelia: “Kinder, heute ist mir Freizeit. Was wünscht ihr zu tun?” Sofort antwortete meine Schwester: “Wir wollen von Rom hinausgehen, Ostia und das Meer sehen.” Diese Absicht gefiel mir. Ostia ist nämlich nicht fern von Rom an der Mündung des Tiber gelegen. So fuhren wir fröhlich mit dem Reisewagen aus Rom weg. Nahe der Straße sah ich Sklaven auf den arbeiten. In der Ferne erblickte ich ländliche Villen. Nach zwei Stunden kamen wir nach Ostia. In Ostia gingen wir zuerst zum Marktplatz. Dort war ein sehr großes (eig.: das größte) Gedränge. Am Forum führten die Einwohner viele und verschiedene Dinge aus.
Bald spazierten wir zum Meer, wo wir drei Schiffe betrachteten. Caelia forschte aus dem Vater: “Woher sind jene Schiffe gekommen? Was haben sie gebracht?” Der Vater antwortete: “Eines, welches aus Sizilien gekommen ist, hat Getreide gebracht. Ein anderes hat Sklaven und Sklavinnen gebracht, es kam von Griechenland von der Insel Delos. Ein drittes brachte Felle, Kleidungsstücke, Metalle von Spanien.”
Merke: Orts- und Städtenamen haben keine Vorwörter!
Auf die Frage “wo?” = 2.F.Sg. Romae
“wohin?” = 4.F.Sg. Romam
“woher?” = 6.F.Sg. Roma
Ausnahme: Pluralwörter (z.B.: Athenae, -arum = Athen)
“wo?” = auch 6.F. Athenis = in oder aus Athen
Ich und Caelia spielten auf dem Feld am Meer mit dem Ball. Nach dem Mittag schwamm ich im Meer. Wie angenehm war das kalte Wasser! Caelia wollte nicht schwimmen. Schon war es Zeit nach Hause zurückzukehren. Daher aßen wir in einem einfachen Gasthaus Käse, Brot, Früchte. Schließlich sind wir mit dem Reisewagen nach Rom zurückgekehrt.
Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.


KAPITEL 14
DER URSPRUNG DER STADT ROM
Die Griechen bekämpften viele Jahre Troja. Im zehnten Jahr nahmen sie die Stadt ein und töteten die meisten Einwohner. Äneas und dessen Gefährten flohen aus Troja und irrten lange über die Meere. Zuletzt gelangten sie nach Italien an die Mündung des Tibers. In der Gegend fanden sie ein anderes Vaterland. Nach wenigen Jahren wuchsen die trojanischen Ankömmlinge und die Einwohner der Gegend zu einem Volk zusammen. Nach dem Tod des Äneas erbaute der Sohn Ascanius die Stadt Alba Longa, wo dessen Nachkommen drei Jahrhunderte herrschten.
Procas, dem König von Alba Longa, waren die Söhne Numitor und Amulius. Jener gab das Reich, Numitor, dem älteren Sohn. Amulius, der kleine Bruder, entriß ihm das Reich mit Gewalt.
Merke: is-dem idem = derselbe id-dem idem = dasselbe
ea-dem eadem = dieselbe ...
Derselbe machte Rea Silvia, die Tochter Numitors, zur vestalischen Jungfrau. Den vestalischen Jungfrauen war es nicht erlaubt zu heiraten.
Dennoch gebar auf wunderbare Weise die vestalische Jungfrau und schon nicht mehr Jungfrau Zwillinge und sie nannte den Gott Mars Vater. Amulius setzte die Buben am Tiber aus, aber eine Wölfin hörte die Rufe der Zwillinge und bot den Kleinen die Zitzen an. Ein Hirte des Königs trug sie in seine Hütte; dieser und dessen Gattin erzogen die Buben.
Romulus und Remus übten unter den Hirten ihre Kräfte. Die Erwachsenen töteten Amulius und gaben ihrem Großvater Numitor die Königsherrschaft zurück. Dann beschlossen die Brüder eine Stadt zu gründen, und das an denselben Orten nahe am Tiber, wo Amulius sie ausgesetzt hatte. Jeder von beiden wollte der neuen Stadt einen Namen geben und dort herrschen. Sie beschlossen Vorzeichen aus den Göttern herauszulocken.
Merke: deus, dei m. = Gott
1.F.Pl. dei - dii
3./6.F.Pl. deis - diis
Am nächsten Tag in der Früh sah zuerst Remus sechs Geier auf Aventin, später sah Romulus zwölf auf Palatin. So benannte Romulus, Sieger durch die Vogelschau, die Stadt Rom. Der neuen Stadt machte er anstatt (für) hoher und breiter Mauern einen schmalen Wall. Remus lachte das aus und sprang darüber. Dann tötete der zornige Romulus den Bruder und sagte diese Worte: “So möge schließlich zugrunde gehen, welcher andere auch immer meine Stadtmauern überspringen wird.”
Menschen sind wir, nicht Gott. Es gefiel den Göttern nicht so.
Im Jahr des Herrn.


KAPITEL 15
LUCUMO UND TANAQUIL REISEN VON TARQUINII NACH ROM
Ein gewisser Korinther mit dem Namen Demaratus floh aus seiner Heimat und kam als Verbannter nach Italien nach Tarquinii. Tarquinii war eine große und reiche Stadt, die Einwohner waren die Etrusker. Dort ließ sich Demaratus nieder und führte eine Ehefrau aus berühmter etruskischer Familie in die Ehe. Bald erwarben sie sich große Reichtümer. Deren Sohn war Lucumo, den Tanaquil, eine Frau aus berühmtem und altem Geschlecht, heiratete.
Aber die Etrusker verachteten Lucumo, den Sohn eines Verbannten und Ankömmlings. Über die Sache war Tanaquil, eine Frau voll des Ehrgeizes, erzürnt. Sie sagte: “Es ist nötig aus Tarquinii wegzugehen. Ich wünsche mit dir Lucumo nach Rom, in die neue Stadt, zu gehen. Sie ist für einen tüchtigen Mann geeignet.” Leicht überredete sie den nach Ruhm begierigen Ehemann.
Daher verkauften sie ihre Sachen, mit einem Wagen machten sie die Reise nach Rom. Sie kamen zum Janiculum, erblickten Rom. Dort flog plötzlich ein Adler mit weiten Flügeln über den Himmel, sanft nahm er dem Lucumo die Filzmütze vom Kopf weg, mit großem Geschrei flog er über dem Wagen, dann setzte er die Filzmütze wieder auf den Kopf, zuletzt flog (eig.: ging) er in den Himmel weg. Tanaquil sagte den Mann umarmend: “Oh Lucumo, dieser Vogel kam für dich vom Himmel. Dieser Adler war ein Bote Gottes. Die Götter zeigen dir große und erfreuliche Dinge. Der göttliche Wille gibt uns große Hoffnung.” Lucumo hörte mit erfreutem Geist die Worte der Gattin, welche, wie viele etruskische Frauen der Vorzeichen kundig war.





KAPITEL 16
DIR ETRUSKISCHEN ANKÖMMLINGE VERSCHAFFEN SICH DIE GUNST DER RÖMER
Als Lucumo und Tanaquil nach Rom kamen, war dir Stadt klein, die Bürger waren wenige. Bald verschafften sie sich ein schönes Haus. Lucumo gab sich den Namen Lucius Tarquinius. Die röm. Bürger richteten die Aufmerksamkeit auf die Ankömmlinge.Tanaquil und Tarquinius luden die adelige Familien ein. Von Tag zu Tag gewannen sie mehr und mehr Aufmerksamkeit durch Gespräche, durch Gunst und Gefälligkeit nützten sie ihre Nachbarn. Bald gelangte der Ruhm der Ankömmlinge auch zu den königlichen Häusern. Schon empfing der König Ancus Marcius Tarquinius gut unter den seinen, schon nahm Tarquinius an den öffentlichen und privaten Beschlüssen des Königs teil. Ancus machte den Tarquinius zum Vormund seiner Söhne.
Nach dem Tod des Ancus Marcius war eine Volksversammlung. Die einen lobten Tarquinius wegen der Beliebtheit und der Freigiebigkeit, die anderen wollten nicht die Söhne des Ancus, des hervorragenden Königs, vernachlässigen. Als die Bürger mit scharfen Worten stritten, hielt Tarquinius mit schnellem Geist eine rede zu den Plebs. Durch diese Rede erwähnte er seine Wohltaten gegen den König und die röm. Bürger.
Merke: in +4.Fall von Personen = gegen, gegenüber
Er zeigte sich des röm. Rechts und der röm. Religion kundig. So hielt das röm. Volk den Ankömmling für geeignet für die Königsherrschaft und nannte ihn König Tarquinius. Die Söhne des Ancus, die der kluge Tarquinius mit List von der Volksversammlung verngehalten hatte, waren zornig, aber sie rührten lange nicht an der Tat. Ganz im Gegenteil aber erwieß sich der neue König (als) tapfer, klug, glücklich:
Merke: Das Wörtchen “als” kann oft ergänzt werden, wenn zwei oder mehr Wörter im selben Fall stehen.
z.B.: Marcus puer = der Bub Marcus; Marcus als Bub
se fortem = sich den tapferen; sich als tapfer
Er führte Kriege mit den Sabinern und Latinern und nahm deren Städte mit Gewalt ein, er bereitete vor die Stadt mit einer Mauer zu umgeben, er legte das Forum Romanum mit Abzugskanälen trocken, er machte große Spiele nach etruskischem Vorbild, er legte die Grundlage für den Tempel des Jupiter Optimus Maximus auf dem Kapitol.
Wir sind im selben Boot. Immer dasselbe.
Wenn zwei dasselbe machen, ist es nicht dasselbe.
Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Rind nicht erlaubt.
Ich bin römischer Bürger. Das Gerücht fliegt.


KAPITEL 17
DER KOPF EINES SKLAVEN BLEIBT VON DEN FLAMMEN UNVERSEHRT
Nach vielen Jahren ereignete sich eine wunderbare Sache im Königspalast:
Merke: qui-dam, quae-dam, quod-dam = ein gewisser
cuius-dam = eines/r gewissen
cui-dam = einem/r gewissen
quen-dam, quan-dam, quod-dam
quo-dam, qua-dam, quo-dam
Ein gewisser Bub, der Sohn einer gewissen Sklavin, schlief in der offenen Vorhalle des Gebäudes. Plötzlich brannte dessen Kopf heftig durch Flammen (vehementer = Adverb). Alle schrien, die das Feuer sahen. Ein königlicher Sklave brachte Wasser, weil er die Flammen löschen wollte.
Dann trat Tanaquil selbst heran und wehrte ihn ab. Sie sagte: “Laßt den Buben schlafen! Die Flammen werden keineswegs schaden.” Wirklich blieb der Kopf des Sklaven unversehrt. Bald ging das Feuer zusammen mit dem Schlaf von dem Buben weg.
Dann aber führte Tanaquil Tarquinius allein an einen geheimen Ort weg und sagte: “Siehst du diesen Buben, den wir von einer so niedrigen Stellung gehabt haben? Dieser Bub wird einmal für unsere schwierigen Angelegenheiten Licht und Schutz sein. Daher werden wir ihn sorgfältig aufziehen und lehren.” Tarquinius, welcher mit dem Rat der Gattin übereinstimmte, zog Servius Tullius - dieser Name war nämlich dem Bub - selbst wie einen Freien und seinen Sohn auf und lehrte ihn hervorragend.
Merke: Von jedem Adjektiv (Was für?) läßt sich ein Adverb (Wie?) ableiten.
Bei Adjektiven der a-/o-Dekl. = -e (egregius egregie)
Bei Adjektiven der kons./Mischdekl. = -ter (diligens diligenter)
Aber die zwei Söhne des Ancus Marcius waren schon lange zornig, weil der Ankömmling Tarquinius die Königsherrschaft behauptete. Nun entbrannten sie mit viel größerem Haß und Neid, weil Tullius Servius, der von einer Sklavin geboren war, bei allen in so großem Ansehen war. Daher beschlossen sie mit der Waffe und mit Gewalt, diese Ungerechtigkeit abzuwehren und den König zu töten.
Der Weise trägt all das seine mit sich. Ein seltener Vogel
Arzt, heile dich selbst! Ihr werdet wie Gott sein.
Nicht alle können alles.


KAPITEL 18
DER FREVELHAFTE MORD AN TARQUINIUS PRISCUS - TANAQUIL BEREITET FÜR SERVIUS TULLIUS DIE KÖNIGSHERRSCHAFT VOR
Merke: caedes Tarquinii = 1) der Mord des Tarquinius
2) der Mord an Tarquinius
amor matris = 1) die Liebe der Mutter
2) die Liebe zur Mutter
victoria Romanorum = 1) der Sieg der Römer (Gen. subjectivus)
2) der Sieg über die Römer (Gen. objectivus)
Die Söhne des Ancus Marcius faßten einen verbrecherischen Beschluß. Sie wählten zwei trotzige Hirten zur Schandtat des Mordes aus. Diese streiten, mit Eisengeräten bewaffnet, in die Vorhalle des Hauses des Königs eintretend, zum Schein über eine gewisse Sache mit energischen Worten unter sich. Alle wenden ihre Aufmerksamkeit auf die Hirten. Diese reden den König an. Tarquinius ruft diese zu sich. Zuerst greift der eine den anderen mit energischem Geschrei an; dann zügelt ein Liktor diese; schließlich lassen sie von dem Streit ab; einer fängt seine Sache der Reihe nach an; der aufmerksame König wendet sich ganz auf diesen zu; der andere Hirte (versenkt) stößt dem König das Eisengerät in den Kopf.
Die Umstehenden, fingen den sterbenden Tarquinius auf. Die Hirten flüchteten, die Liktoren fingen die Flüchteten ein. Danach gab es ein Geschrei des Volkes. Die ruhige Tanaquil schloß die Tore. Alle, die da sind, wegschickend, versucht sie, die Wunde des Königs zu heilen. Sie ruft Servius. Sie zeigt ihm den beinahe leblosen Mann und bittet seine rechte Hand haltend: “Dein ist das Reich oh Servius, wenn du ein Mann bist, nicht derer, die mit fremden Kräften diese frevelhafte Schandtat machten. Richte dich auf und vertraue dich den Göttern an, welche einst dieses Haupt durch Feuer auffallend gezeigt haben. Jetzt müssen dich fürwahr jene Flammen vom Himmel aufwecken. Bedenke wer du bist, nicht woher du geboren bist! Wenn dein Geist wegen dem frevelhaften Mord zweifelnd ist, anvertraue dich meinen Plänen (Räten)!”
Das Geschrei des Volkes wird größer. Dann ruft Tanaquil von einer höheren Stelle des Hauses zum Volk: “Seid guten Mutes! Die Wunde ist nicht tief, sondern klein. In wenigen Tagen wird euch der König selbst sehen. Hört inzwischen auf die Worte des Servius Tullius, der die königlichen Dienste annehmen wird.” Servius zeigte sich mit Königsgewand und Amtsdienern dem Volk. Auf dem königlichen Sitz sitzend beschloß er die einen Fälle, über die anderen fragte er den toten König um Rat. So stärkte er durch wenige Tage, den Tod des Tarquinius Priscus verheimlichend, seine Autorität. Später sagten Tanaquil und Servius: “Bürger, hört die traurige Nachricht, der König ist an der Wunde gestorben.” So hielt Servius Tullius, sowohl durch das Ansehen bei den Senatoren und beim Volk, als auch durch den tapferen Schutz der Freunde seine Herrschaft fest. Die Söhne des Ancus gingen in die Verbannung.
Nicht wollend wollend. Das höchste Recht, kann höchstes Unrecht sein.
Wer wird das lesen. Nicht alle lieben dasselbe.


KAPITEL 19
ÜBER DIE KONSULN UND DEN SENAT
Die römischen Bürger vertrieben Tarquinius Superbus, den siebenten König, aus Rom. Von da an wählten sie für (eig.: in) die einzelnen Jahre zwei Konsuln. Den Konsuln war die höchste Herrschaft, der bürgerlichen und militärischen und religiösen Dinge. Die Konsuln waren die höchsten Beamten des Staates. Sooft Krieg, befahlen die Konsuln dem römischen Heer oder den römischen Heeren. Mit dem Heer oder den Heeren führten sie Krieg gegen die Feinde. In alten Zeiten hielt jeder der beiden Konsuln die Herrschaft an einzelnen Tagen, später in einzelnen Monaten inne. Wenn Friede war, leiteten sie die bürgerlichen Angelegenheiten. Sie riefen die Väter oder Senatoren ins Rathaus, wo sie selbst der Versammlung vorstanden. Im Senat beantragten sie Gesetze; dann äußerten die Väter ihre Meinung, zuletzt pflichteten alle Senatoren der Meinung des einen oder anderen bei. Die Konsuln standen auch den göttlichen Dingen vor. Die Römer erforschten nämlich, bevor sie eine große und dem Staat wichtige Sache begannen, durch Vogelschauen den “numen” (das heißt den Willen der Götter). Auguren, bei den Vögeln erfahrene Männer, standen dem Konsul bei den Vogelschauen bei.
Der Senat ist die Versammlung aller Väter oder Senatoren. Der Senat beriet im Rathaus oder in einem gewissen Tempel über alle Dinge der Bürgerschaft. Der Senat hörte Botschaften ausländischer Stämme, schickte römische Gesandte zu auswärtigen Stämmen. Der Senat konnte den führenden Männern der anderen Stämme die Titel und Ehrenämter (z.B. den Titel des Freundes des römischen Reiches) geben. Der Senat vertraute die römischen Provinzen den Beamten zur Verwaltung an. Die Konsuln standen je ein Jahr hindurch an der Spitze des Staates: die Senatoren aber rieten bis zum Ende ihres Lebens im Senat, jener höchsten öffentlichen Versammlung, Sachen an oder ab. Die Väter leiteten ohne Befehlsgewalt aber mit Ansehen, mit Ernst, mit Würde die gemeinsamen Sachen. Wenige römischen Geschlechter des Adels bekleideten die Ehrenämter; oft behaupteten die Großväter, Väter, Söhne des selben Geschlechts die höchsten Ämter. Einem “Homo novus” war es schwer zum Konsulat, jenem höchsten Ehrenamt, aufzusteigen. So sehr versuchte der Adel die Ehrenämter bei seinen Familien zurückzuhalten.
Für das Haus. Gott wird auch diesen Dingen ein Ende geben.
Um die kleinsten kümmert sich das Gesetz nicht.
Muße mit Würde. Das Vermögen gibt Ehren.
Könige hatten die Stadt Rom von ihrem Ursprung an;
L. Brutus richtete die Freiheit und das Konsulat ein.
KAPITEL 20
RUFUS VERDIENTE SICH SEINEN SOLD ALS KRIEGSTRIBUN
Tertia: Warst du ein Soldat Vater?
Rufus: Sicher Töchterchen! Als ich ein Jüngling war, war ich Kriegstribun im Heer des Tiberius Claudius Nero. Ich verdiente meinen Sold zwei Jahre in Pannonien, dann eines in Germanien. Die Völker der Germanen und Illyrer drohten uns. Ich trieb ein rauhes Leben im Lager: Wir nahmen das bescheidene Essen auf, zwar genug Brot, aber aßen zu wenig des Fisches oder des Fleisches, uns war nichts des Weines; wir schliefen auf harten Betten. Ich spazierte selten, niemals schwamm ich in öffentlichen Bädern.
Tertia: Erzähle mir über die Feinde! Waren sie wild?
Rufus: Die Markomannen waren ein wildes und gefährliches Geschlecht. Sie griffen selten bei Tag, meistens nachts mit einer großen Menge an Menschen unser Lager an. Sie stürzten mit größtem Geschrei aus den Wäldern heraus.
Tertia: Wie habt ihr die Feinde abgewehrt? Welchen Plan habt ihr gefaßt? (eig.: Was des Beschlußes habt ihr gefaßt?)
Rufus: Die Markomannen, bestiegen, die einen zu Fuß, die anderen von Pferden aus, mit gezückten Schwertern die Mauer des Lagers, aber die Unsrigen wehrten diese mit ihren Waffen tapfer ab. Wir schleuderten Geschoße auf die Feinde und schlugen die, welche schon nahe den Toren waren, zurück.
Tertia: Hast du selbst gekämpft oder die Soldaten befehligt?
Rufus: Weil, wie ich sagte, Tribun der Soldaten war, befehligte ich die Soldaten, verteilte die Wachen, half dem Führer Tiberius in Beschlüssen. Aber als die Feinde mit höchster Kraft eifrig angriffen, ...
Tertia: ... machtest du als erster aller gegen diese einen Angriff ...
Rufus: ... wenn die Markomannen mit höchster Kraft angriffen, kämpfte auch ich mit dem Schwert. In jenem Jahr, als ich im Heer des Tiberius diente, eroberten sie jedenfalls das röm. Lager nicht.

Über die Kriege der Römer
Die Römer führten oft Kriege. Der Kriegsruhm der Römer war groß. Manchmal erlitten die röm. Soldaten eine schwere Niederlage, jedoch erwarben sie viel öfter herrliche Siege.
Am Anfang kämpften die Römer mit benachbarten Völkern (mit den Sabinern, Volscern, Umbren, Samniten und den übrigen) um die Herrschaft in Italien. Allmählich übertrafen sie alle Italien bewohnenden Stämme. Dann führten sie drei Kriege gegen die Punier um die Vorherrschaft in Sizilien und anderen Inseln und in Spanien und auch Afrika. Bald führten sie auch Kriege in Griechenland, Asien, Syrien, Afrika, Gallien Cisalpina so lange, bis sie jene Regionen unter ihre Herrschaft unterwarfen.
Hannibal bei den Toren. Die Gesetze schweigen unter den Waffen.
Ein Vers des Dichters Ovid über seine Begabung:
Und was ich zu schreiben versuchte, war ein Vers. Einer von (eig.: der) vielen.
Merke: Der 2. Fall drückt oft ein Teilungsverhältnis aus. = Genetivus partitivus
z.B.: unus multorum = einer der vielen = einer von vielen
summus deorum = der höchste der Götter = der höchste von den Göttern
quis nostrorum = wer von den unsrigen / uns





KAPITEL 21
ÜBER DIE SOLDATEN, DIE LAGER, DIE LEGIONEN
Die röm. Soldaten führten Waffen und Geschoße: das Schwert, den Wurfspieß oder die Lanze den Schild. Schwerter, Wurfspieße, Lanzen, Geschoße, Schilde sind Waffen. Im Kampf griffen die Soldaten die Feinde mit Geschoßen an, sie verteidigten sich mit Waffen. Die zu Fuß kämpfenden Soldaten waren Fußsoldaten, die von Pferden aus kämpfenden Reiter. Der Reiter trug den Speer, der Fußsoldat den Wurfspieß; der Wurfspieß war nicht so lange wie die Lanze.
Die Soldaten wohnten in Lagern, welche ein Wall und ein Graben umgaben. Durch den Wall waren vier Tore in das Lager. Zwei Straßen teilten das Lager in vier Teile.
Merke: unus, -a, -um
duo, -ae, -o
tres (m, f), tria
Diese 3 Grundzahlwörter sind deklinierbar, ab 4 sind die Grundzahlwörter unveränderlich.
Die Soldaten übten und kämpften weder einzeln noch im Gedränge, sondern in der Ordnung der Legion. Die röm. Legion enthielt sechs (manchmal fünf oder vier) tausend Soldaten
Merke: mille = 1000
mille milites = 1000 Soldaten
milia, -ium, n = Tausende + Genetiv
duo milia militum = 2000 (der) Soldaten
tria milia librorum = 3000 Bücher
Der Feldherr (oder Anführer) befehligte die Legionen. Meistens war der Feldherr ein konsularischer Mann, das heißt ein Mann, der schon Konsul gewesen war. Der Feldherr stand selten einer einzelnen Legion, oft einem Heer an der Spitze: zwei oder drei Legionen machten nämlich ein Heer.
Der Kaiser Caesar Augustus, welcher das röm. Reich 44 Jahre regierte, verteilte 25 Legionen in den Provinzen mit dieser Ordnung: vier Legionen in den Lagern Untergermaniens und vier Legionen in den Lagern Obergermaniens, das heißt acht Legionen gegen die germanischen Völker, welche immer die röm. Grenzen bedrohten;
drei Legionen in Pannonien, zwei Legionen in Illyricum, zwei Legionen in Mösien, das heißt sieben Legionen in den an der Donau gelegenen Provinzen;
vier Legionen in Syrien, deren Soldaten die röm. Gegenden gegen die Parther schützten;
zwei Legionen in Ägypten, welches Provinz der Römer war, nachdem Caesar Octavianus (=Augustus) die Königin Kleopatra und Marcus Antonius besiegt hatte;
eine Legion im prokonsularischen Afrika;
drei Legionen in den spanischen Provinzen, deren Einwohner lange ungewiß blieben.
Italien selbst, Gallien, Makedonien und Griechenland, Asien und die übrigen Provinzen waren frei von Heeren.
Der sich freuende ist der Dritte. Das Recht ist die Kunst des Guten und Gerechten.
Alle erwarten eine Nacht.


KAPITEL 22
DÄDALUS DER KÜNSTLER
Merke: Dädalus = sagenhafter Baumeister aus Athen. Hat aus Eifersucht seinen besten Schüler ermordet und muß deshalb nach Kreta fliehen. Baut das Labyrinth für König Minos. Wird darin von Minos festgehalten und flieht mit seinem Sohn Ikarus mittels selbstangefertigter Flügel. Ikarus verunglückt, was als Strafe für den einstigen Mord gilt.
Der Sprachlehrer Apollodorus erzählt den Buben: Heute werde ich euch die griechischen Geschichten über das Labyrinth, den Minotaurus, Dädalus, Talus und Ikarus erzählen.
Titus: Was ist das Labyrinth? Wo war es?
Apollodorus: Das Labyrinth war das geräumigste auf der Insel Kreta gelegene Gebäude. Sehr viele Mauern teilten das Labyrinth in viele Teile und in viele Flügel. Es war leicht in das Labyrinth einzutreten, aber sehr schwer herauszukommen. Wer auch immer eintrat, irrte in jenem verderblichen Gebäude ohne Ende umher und fand nicht irgendeine Tür: er ging durch Hunger zugrunde, oder der Minotaurus fraß ihn.
Markus: Ach, jener bedauernswerte! Wer war Minotaurus?
Apollodorus: Der Minotaurus war ein gewaltiges Ungeheuer, dem zwar der Körper eines Menschen war, aber der Kopf eines Stieres. Minos, der König Kretas, hatte diesen im Labyrinth eingeschlossen, weil er nichts außer Menschen fraß. Das Labyrinth hatte der athenische Dädalus erbaut, ein ausgezeichneter Baumeister und Künstler.
Lucius: Warum war er von Athen nach Kreta gekommen?
Apollodorus: In seiner Vaterstadt war Dädalus der Kundigste aller Künste. Er hatte wundersame Kunstwerke angefertigt. Die Abbilder die er gemacht hatte schienen zu leben: die Augen der Statuen schienen zu sehen, die Arme und Hände sich zu bewegen, die Füße zu spazieren. Alle Werke des Dädalus hatten Leben und Seele. Daher war er der berühmteste Künstler jener Zeit. Der Schwester des Dädalus war ein Sohn mit dem Namen Talus, welchen Dädalus seine Künste lehrte. Dem Jungen war die gleiche großartige Begabung wie dem Onkel. Schon hatte Talus ein neues und seltsames Werkzeug erfunden: eine Säge. Dädalus hatte den Buben wegen dessen Naturanlage am meisten beneidet. Von Haß und Neid veranlaßt hatte er den Buben von der Burg hinabgeworfen. Dädalus war, während die Richter der Athener ihn des Mordes anklagten, das Ende seiner Rechtssache keineswegs erwartend aus der Stadt geflohen. Nachdem er lange durch Land und Meer geirrt war, kam er schließlich nach Kreta, wo er, wie ihr gehört habt, ein Labyrinth für den König Minos erbaute.
Das Leben ist nicht zu leben, sondern gut zu leben.
Die neuesten Worte. (= Die letzten Worte.)
Über die Toten soll man nichts außer gutes reden.
Merke: postquam + Perf. = nachdem + meistens Plusquamperfekt


KAPITEL 23
DÄDALUS UND IKARUS FLIEHEN ÜBER DEN HIMMEL
Der zornige Minos schloß, weil Dädalus der Ariadne einen Faden gegeben hatte, diesen im Labyrinth ein. Er irrte in diesem weiten und offenen Gebäude mit seinem Sohn Ikarus umher. Er konnte das Tor des Labyrinths nicht finden, weil er es selbst mit höchster Kunst erbaut hatte. Dädalus sagte: “Weil ja der König alle Straßen verschlossen hat, werden wir über den Himmel flüchten. Obwohl uns sowohl Erde als auch Meer verschlossen sind, wird uns dennoch der offene Himmel die Freiheit zurückgeben. Siehe zum Himmel mein Sohn, wo die Vögel höher fliegen, als der Kerker ist. Wenn Minos auch Land und Wasser besitzt, die Luft besitzt er nicht. Wir werden durch die Luft aus dem Labyrinth fliegen. Niemand wird uns Fliehende hindern.
Dann Ikarus: “Die Vögel fliegen sehr leicht über den Himmel, weil ihnen Flügel sind. Aber Menschen können nicht fliegen, weil sie weder Vögel sind, noch Flügel haben. Wir können aufgrund der fehlenden Flügel nicht fliegen.” Dädalus beginnt wieder: “Was wir nicht haben, werde ich machen. Viele und wunderbare Dinge habe ich schon angefertigt: großartige Gebäude und gleichsam lebende Statuen. Auch Flügel werde ich wagen anzufertigen. Obwohl es schwierig ist, werde ich mich anstrengen, dieses Werk zu vollenden.” Zugleich bereitete er sich die zur Arbeit notwendigen und geeigneten Sachen vor: lange Federn, mittlere und kurze, Wachs und Garn. Zuerst legte er die Federn in einer Reihe auf und band sie mit dem Garn fest. Dann verband er die Federn mit Wachs, welches er mit Feuer weich gemacht hatte, und bog sie zur Form der Flügel der Vögel. Der Junge Ikarus stand zusammen mit dem Vater, betrachtete mit glänzenden Augen und offenem Mund die Arbeit. Schon hatte Dädalus das Werk mit wunderbarer Kunst beendet und die gewaltigen Flügel an seinen und des Sohnes Schultern festgemacht. Er sagte: “Siehe, mein neuestes Kunstwerk. Wir werden unsere Körper kurz in die Luft erheben. Aber bevor wir den Kerker verlassend fliegen werden, warne ich dich dieses: Fliege mitten in der Luft zwischen Himmel und Meer. Wenn du nämlich näher beim Wasser fliegst, werden Wellen die Flügel schwer machen;
Merke: Wenn im Hauptsatz die Zukunft steht folgt im lateinischen Gliedsatz bei Gleichzeitigkeit das Parallelfutur. Im Deutschen stört die Wiederholung von “werden” so, daß es besser als Präsens übersetzt wird!
wenn du aber näher bei der Sonne fliegst, werden Flammen das Wachs, welches die Federn zusammenhielt, auflösen. Flieg zwischen jedem von beiden! Sei bitte nicht kühner, mein Sohn! Wenn ich früher gehe, wirst du sicher nach mir sein.” Diese Worte mit Tränen sagend gab er dem Sohn Küsse.
Merke: die erste Steigerung (-ior, -ius) kann auf drei Arten übersetzt werden
altior = I. höher; II. zu hoch; III. ziemlich hoch
Sogleich hoben der Vater und der Sohn sich mit den Flügeln in die Luft und ließen mit starken Armen das Labyrinth zurück. Bald gingen sie von Kreta, bald sahen sie verachtend viele Inseln unter sich, als sich Ikarus über den neuen Weg freut und eine höhere Reise macht und den Führer den Vater zurückläßt und näher zur Sonne hinaufsteigt. Ach, das Feuer der Sonne macht das Wachs weich. Ikarus die Federn verlierend bewegt seine nackten Arme. Schneller und schneller durch den Himmel zum Meer fallend rief er: “Vater, oh Vater”, solange bis die Wellen sich über dem Mund des Buben schlossen. Der unglückliche Vater, schon nicht mehr Vater schrie: “Ikarus, Ikarus, wo bist du? Unter welchem Himmel fliegst du?” Lange konnte er den Sohn nicht sehen, dann erblickte er die auf den Wellen schwimmenden Federn. Viel später fand er den Körper des Sohnes bei einer gewissen Insel. Das Land, wo er den Körper des Sohnes fand, ist jetzt Ikarien, das Meer das ikarische.
Nichts Neues unter der Sonne.
Dädalus warnte Ikarus: Am sichersten wirst du in der Mitte gehen.
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.


KAPITEL 24
CORIOLAN EIN VORNEHMER MENSCH BEKÄMPFT DIE VOLKSTRIBUNEN
Es war ein Krieg zwischen den Römern und den Volskern. Die Römer belagerten Corioli, die volskische Stadt, als plötzlich ein volskisches Heer zur Hilfe herbeigeführt wurde. So drohte den Römern Gefahr aus zwei Seiten. In dieser Zeit war Gnaeus Marcius im römischen Lager, ein aus vornehmem Geschlecht stammender Jüngling, hervorragend in der Planung und durch seine Kräfte. Mit einigen ausgewählten Soldaten schlug er nicht nur den Angriff der Ausbrechenden zurück, sondern brach auch durch das Tor sehr stürmisch in die Stadt ein. Dort wurde ein Gemetzel veranstaltet. Die Volsker, welche aus Antium kommend Hilfe brachten, wurden zurückgeschlagen. Die Stadt Corioli wurde eingenommen. In dieser Schlacht übertraf Gnaeus Marcius den regierenden Konsul am meisten an Tapferkeit. Aus diesem Grund ist Marcius der Beiname Coriolan gegeben worden.
Inzwischen wurde die römische Bürgerschaft, obwohl sie im Krieg gesiegt hatte, durch ein viel schwereres Übel bedrängt. Weil durch die Absonderung des Volkes die Äcker nicht gepflegt wurden, herrschte größter Mangel des Getreides.
Merke: magnus 3 = groß
maior, maius = größer
maximus 3 = am größten
Zuerst war der Getreidepreis sehr teuer, schließlich wurde das Volk durch Hunger überwältigt. Die Konsulen bemühten sich aus vielen Orten Getreide zu kaufen - aber vergeblich. Schließlich wurde im nächsten Jahr ein großer Vorrat des Getreides aus Sizilien befördert. Im Senat handelten die Väter über den Preis: Um welchen Preis ist es nötig dem Volk Getreide zu geben?
Viele Adelige wiederum versuchten das Volk zu zügeln. Am Anfang sagte Gnaeus Marcius, der Feind der Amtsgewalt der Volkstribunen, im Senat: “Wenn das Volk den alten Getreidepreis haben will, muß es auch das alte Recht den Vätern zurückgeben. Werden wir etwa, welche den König Tarquinius Superbus vertrieben haben, die Tribunen ertragen? Väter, beseitigt die Macht der Volkstribunen.” So sehr blickte jener vornehme um den Staat gut verdiente Mann auf das Volk und dessen Beamte herab. Wenig später verlangt er vom Volk: “Gebt die Tribunen in Ketten!” Diese sehr harten Worte sind vom Volk nicht toleriert worden.
Die Menge forderte Gnaeus Marcius vor das Gericht. Coriolan wurde, weil er an dem Tag nicht da war, als Abwesender vom römischen Volk verurteilt: er ging zu den Volskern ins Exil weg.
Teuer ist, was selten ist. Wenn du geliebt werden willst, liebe!
Wer heilt, wird nicht geheilt. Ein notwendiges Übel.
Das Gute wird nur unterdrückt, niemals ausgelöscht.
Deine Sache wird verhandelt. Über dich wird eine Geschichte erzählt.


KAPITEL 25
CORIOLAN, FEIND ODER SOHN?
Coriolan, welcher von Haß gegen die Römer entflammt worden war, wurde von den Volskern, den Feinden der Römer, gut aufgenommen. Dort nahm Attius Tullus, Anführer bei den Volskern, Marcius in Gastfreundschaft auf. Attius wurde von altem Haß, Marcius von neuem Zorn gegen die Römer erfüllt. Daher faßten sie einen Beschluß über einen Krieg gegen die Römer:
Coriolan eroberte in kurzer Zeit sechs latinische Städte von den Römern; überall zündete er die Gebäude des Volkes an, die Häuser und Villen des Adels bewahrte er; so wurde in Rom Zwietracht zwischen Vätern und Volk angetrieben. Nachdem er das römische Feld verwüstet hatte, errichtete er ein Lager nahe bei der Stadt. Die Volsker drohten durch ein großes Heer. In Rom wählten die Konsulen und Väter, schon zum Kampf bereit, Soldaten aus und verteilten diese auf viele Orte. Das Volk jedoch wollte nicht Krieg führen. Gesandte zu Friedensverhandlungen wurden in das volskische Lager geschickt. Diese schickte der von Haß und Neid entflammte Coriolan weg. Die wiederum geschickten Gesandten bewegten seine Meinung nicht, nicht einmal die hilfeflehenden Priester stimmten diesen um. Die Römer erwarteten schon ohne irgendeine Hoffnung auf Rettung den Angriff der Volsker mit großer Furcht.
Dann beschlossen einige vornehme Damen den Willen des rauhen und hochmütigen Menschen umzustimmen. Venturia, die Mutter des Marcius, und Volumnia, dessen Frau, gingen mit zwei Söhnen und mit anderen Damen an das Lager heran. Dem Marcius wird vom Militärtribun gemeldet: “Eine seltsame und neue Sache wird gemacht: Ein Zug der Frauen, welche wünschen zu dir geführt zu werden, ist beim Lager angekommen. Coriolan nahm die Damen zuerst auf dieselbe Art nicht auf, mit der er weder mit den Gesandten noch mit den Priestern verhandelt hatte. Dann sagte einer aus den Freunden: “Wenn meine Augen nicht getäuscht werden, sind deine Mutter und Frau dabei. Der heftig verwirrte Coriolan läuft der Mutter entgegen, er will sie umarmen.
Merke: Das Passiv kann gelegentlich freier übersetzt werden.
falluntur = 1) sie werden getäuscht 2) sie täuschen sich
3) sie lassen sich täuschen 4) man täuscht sie
Diese nicht mehr hilfeflehende, aber erzürnte sagte: “Laß mich! Bevor ich deine Umarmung annehme, will ich wissen: Bist du ein Feind oder ein Sohn? Bin ich eine Gefangene oder deine Mutter in deinem Lager? Begegnete damals, als du an die Stadt herangingst, nicht deinem Geist: Innerhalb dieser Mauern sind deine Mutter und Frau?” Mit diesen Worten wurde Gnaeus Marcius schließlich überwältigt und umarmte die Seinen unter Tränen. Dann schickte er sie weg und zog seine Legionen von der Stadt ab.
Über den Tod des Gnaeus Marcius Coriolan, sind die Dinge zweifelhaft. Entweder wurde er von den erzürnten Volskern, die er im Stich gelassen hatte, getötet, oder er lebte lange unglücklich in Verbannung. Die befreite Stadt erbaute zu Ehren der Frauen, durch deren Einfluß sie aus der Gefahr gerettet worden war, einen Tempel der Fortuna Muliebris.
Angenehm sind die gemachten Arbeiten. So wird zu den Gestirnen gegangen.
Wie wir grüßen, so werden wir zurück gegrüßt. Das arme Volk.
Worte fliegen, das Geschriebene bleibt. Die ausgeschlossene Zahl.
Das gehörte Wort geht zugrunde, der geschriebene Buchstabe bleibt.
Man lebt nicht mit perfekten Menschen.
Der Arme liegt überall am Boden.


KAPITEL 26
ÜBER CÄSAR
SULLA SAGTE, DASS VIELE MARIUSSE IN CÄSAR STECKTEN
C. Julius Cäsar verlor sechtzehnjährig seinen Vater. Er führte Cornelia, die Tochter Cinnas, welcher der Partei der Popularen vorstand, in die Ehe. Bald forderte Sulla, Führer der Optimaten und Diktator, Cäsar auf, die Scheidung von seiner Gattin vorzunehmen. Der junge Mann gehorchte dem Diktator nicht. Daher wurde er von Sulla für einen Freund der feindlichen Partei gehalten.
Merke: habeo +2 Akkusative habeo te amicum = ich halte dich für einen Freund
im Passiv + 2 Nominative haberis tu amicus = du wirst für einen Freund gehalten
Er wurde gezwungen in ein Versteck wegzugehen. Gewisse überliefern auch, daß der Diktator überlegt habe Cäsar zu beseitigen. Es steht allerdings hinreichend fest, daß Sulla, obwohl er Cäsar lange Gnade verweigert hatte, schließlich von Bittenden bestürmt worden ist und ausgerufen hat: “Jener junge Mann wird einmal der Partei der Optimaten Verderben bringen; in ihm stecken viele Männer wie Marius.”
KEINE GNADE DEN SEERÄUBERN
Der Jüngling Cäsar wünschte in Rhodos bei Apollonius Molo, dem damals berühmtesten Lehrer der Redekunst, zu lernen. Zur Insel Rhodos segelnd wurde er von Seeräubern gefaßt. Während dessen Begleiter das Lösegeld herbeiholten, wartete Cäsar 40 Tage mit einem Arzt und 2 Sklaven bei den Seräubern. Der auf seine Rettung durch die Hilfe der Verwandten Hoffende sagte öfter zum Scherz, er wolle sie als Freier mit der Todesstrafe versehen. Diesen Ausspruch verlachten jene. Cäsar wurde durch eine gewaltige Menge des Geldes ausgelöst und an der Küste ausgesetzt. Sofort faßte er mit einer bereiten Flotte die wegfahrenden Seeräuber und versah sie mit der Todesstrafe, wie er gesagt hatte.
IMMER DER ERSTE
Der Quästor Cäsar machte nach Spanien strebend ein Reise durch ein gewisses bescheidenes Alpendorf, wo sehr wenige Bewohner ein rauhes Leben trieben. Dort glaubten die lachenden Begleiter des Cäsars, daß sicherlich diese Elenden weder durch den Ehrgeiz der Ehrenämter erfüllt werden, noch die mächtigen Bürger beneiden. Sie glaubten nämlich, daß Cäsar des Ruhms sehr begierig und zu großen Sachen sehr entschlossen sei. Jener antwortete mit ernster Stimme, daß er lieber hier der Erste sein wolle, als der Zweite in Rom.


KAPITEL 27
HILFE ODER HASS VON DEN HÄDUERN
Den Häduern wurde befohlen das Getreide, das sie versprochen hatten täglich zu liefern. Von Tag zu Tag sagten sie, daß es vorbereitet werde, daß es schon da sei. Cäsar rief deren Führer zusammen, sobald er erkannte, daß der Tag bevorstehe, an dem es nötig war, daß Getreide den Soldaten übergeben werde. Er klagte diese kurz an, weil er in einer so wichtigen Zeit von ihnen nicht unterstützt wurde. Dann zeigte Liscus, der das höchste Amt der Häduer innehatte, daß einige das Volk von der Hilfeleistung zurückhielten; er zeigte, daß von denselben die Pläne der Römer den Helvetiern gemeldet wurden; daß diese von ihm nicht gezügelt werden konnten; er bestärkte, daß er diese Dinge unter seiner persönlichen großen Gefahr Cäsar melde und aus diesem Grund so lange geschwiegen habe.
Mit diesen Worten schien Liscus auf Dumnorix, den Bruder des Diviciacus, anzuspielen. Durch andere fand Cäsar heraus, daß diese Sache wahr sei. Er erfuhr, daß Dumnorix ein Mensch von größter Kühnheit und großem Ansehen beim Volk sei; er erfuhr, daß dieser eine große Zahl der Reiter durch sein Geld fördere und um sich habe; er erfuhr, daß dieser nicht nur bei den Häduern, sondern auch bei den benachbarten Stämmen sehr großen Einfluß habe; daß dieser die Helvetier unterstütze und die Römer hasse. Cäsar erinnerte sich nämlich, daß Dumnorix und dessen Reiter in dem Reiterkampf vor den wenigen Tagen als erste geflohen seien und daß deren Flucht die übrigen Reiter sehr erschreckt habe.
Cäsar befahl, bevor er gegen Dumnorix vorgeht, daß Diviciacus zu ihm gerufen werde. Er hatte dessen höchsten Eifer für das römische Volk, dessen hervorragende Zuverlässigkeit bemerkt. Cäsar beschloß durch viele Bitten des Diviciacus bewogen nichts Schwereres gegen Dumnorix. Er zeigte dem zu ihm gerufenen Dumnorix diese Dinge, welche die Bürgerschaft der Häduer, welche der Bruder an ihm getadelt hatte; er sagte, daß er ihm die vergangenen Sachen verzeihe; er befahl ihm für die Zukunft alle Verdächtigungen zu vermeiden. Er stellt für Dumnorix Wachen auf. Auf diese Art versucht er dessen Pläne zu erfahren.
Die Gesetze schweigen unter den Waffen.
Durch viele Übel des Lebens wird Schweigen gelernt.
Glücklich ist, wer die Ursachen für die Dinge erkennen konnte.
Mit gutem Glauben. Wer schweigt scheint übereinzustimmen.
Erkenne dich selbst.
Teile und herrsche. Lachend das Wahre sagen.


KAPITEL 28
DER WIDERSTAND LEISTENDE DUMNORIX WIRD GETÖTET
Nachdem mehrere Stämme unterworfen worden waren, beschloß Cäsar wiederum nach Britannien hinüberzufahren. Nachdem viele Schiffe im vorherigen Jahr zerbrochen worden waren, befahl er, daß neue erbaut werden. Im Hafen Itium war der Eifer der Soldaten und Handwerker in der größten Not an Dingen einzigartig: Nachdem 638 Schiffe erbaut und ausgerüstet worden waren, kam Cäsar selbst mit seinen Truppen dorthin: Ebendorthin kamen die Reitereien ganz Galliens und die Führer aus allen Stämmen. Er beschloß einige wenige von diesen, deren Treue ihm gegenüber er gesehen hatte, in Gallien zurückzulassen, die übrigen als Geiseln bei sich zu haben. Auf diese Weise hoffte er die ruhige Lage in Gallien zu erhalten, weil er eine Erhebung gewisser Stämme befürchtete.
Dumnorix war mit den übrigen zusammen. Er hatte beschlossen besonders diesen bei sich zu haben, weil er erkannt hatte, daß dieser der neuen Sachen und dem großen Ansehen unter den Galliern begierig sei. Jener begehrte zuerst in Gallien zu bleiben: er sagte teils sich vor dem Meer zu fürchten, teils durch kultische Aufgaben verhindert zu werden. Cäsar verneinte das. Nachdem jede Hoffnung beseitigt worden war, fing jener an die Führer Galliens zu reizen und durch Besorgnis zu erschrecken: er behauptete, daß das Cäsars Beschluß sei alle Adeligen nach Britannien hinüberzuführen und dort zu töten.
Nachdem diese Sachen erfahren worden waren, beschloß Cäsar Dumnorix zu zügeln. 25 Tage wartete er im Hafen, weil ungünstiger Wind war. Er bemühte sich Dumnorix im Dienst zurückzuhalten, nichts desto weniger alle seine Pläne zu erkennen. Schließlich befahl er bei günstigem Wind den Soldaten und Reitern die Schiffe zu besteigen. Aber nachdem die Seelen aller verhindert worden waren, fing Dumnorix an mit seinen Reitern vom Lager nach Hause wegzugehen. Nachdem diese Sache gemeldet worden war, schickte Cäsar, nachdem der Aufbruch unterbrochen worden war, seine Reiter und befahl, daß dieser zurückgebracht werde. Er sagte: “Wenn er Gewalt macht und nicht gehorcht, tötet ihm.” Jener aber von den Reitern gefunden und zurückgerufen, begann Widerstand zu leisten und sich auch mit der Hand zu verteidigen, oft rufend, daß er frei sei und Bürger einer freien Bürgerschaft. Die römischen Reiter überwältigten den Mann, wie es befohlen worden war, und töteten ihn; aber die Reiter der Häduer kehrten alle zu Cäsar zurück.
Menschen glauben gerne das was sie wollen.
Der Würfel ist gefallen.
Du bringst Cäsar und dessen Glück.
Ich kam, sah und siegte.
Das ist jedenfalls Gewalt! - Auch du, Brutus! - Auch du, Sohn!


KAPITEL 29
WAS FÜR DEN REICHEN DIE VILLA IST, SIND FÜR DEN ARMEN DIE THERMEN
Heute glüht die Sonne vom Himmel. Und so beschließen Ambarrus und dessen Familie zu den öffentlichen Bädern zu gehen. Nach dem Mittag brechen sie zum Marsfeld auf, wo die Thermen des Agrippa sind. Caelius Ambarrus und Aulus gehen voraus, Hilara und Caelia folgen ihnen. Die Mutter Hilara belehrt Caelia, die auf dem Weg fragt: “Waren die Thermen in Rom immer öffentlich und groß?” “Aber keineswegs, Tochter! Die Scipionen und andere vornehme Geschlechter hatten natürlich Bäder. Jene nahe bei den Häusern oder ländlichen Villen gelegenen Bäder waren privat und bescheiden, sie waren nicht mit Statuen oder Marmorsäulen ausgestattet. Dem Volk war es nicht erlaubt jene Bäder zu benützen. Im übrigen fürchteten sich die alten Römer, nackt vor den Augen der anderen zu sein. Cato der Zensor, ein sehr ehrwürdiger und den griechischen Sitten feindlich gesinnter Mann, badete niemals vor den Augen seines Sohnes. Wir pflegen zwar über jene Scheu vor dem entblößten Körper zu staunen oder zu lachen. Jetzt haben wir alle uns daran gewöhnt mit großer Freude in den Thermen zu baden. Kennst du den Spruch was dem Reichen die Villa ist, sind dem Armen die Thermen?”
Mit diesen Worten über die Sitten jener Zeiten sprechend kommen sie zu dem geräumigen Gebäude. Ambarrus sagte: “Siehe die Thermen, welche Agrippa, Helfer und Kriegsführer des Divus Augustus, dem Volk erbaute und öffnete. Jetzt, ihr Liebsten, werden wir geteilt. Ich und mein Sohn hier, ihr Frauen geht dort hinein.” Ambarrus bezahlt zwei Viertelas; für die Kinder sind die Thermen frei. Obwohl die Thermen nach der achten Stunde geöffnet werden, ist die Menge der Menschen schon gewaltig. Teils üben die Jünglinge in der Ringschule ihre durch Salböl glänzenden Körper, teils spielen die Männer verschiedene Spiele mit den Bällen. Auf der Sonnenterrasse liegen einige unter der Sonne und lassen sich bräunen, weil sie glauben, daß die Hitze der Sonne gesund sei.


KAPITEL 30
VERSCHIEDENE UNTERHALTUNGEN IN DEN ÖFFENTLICHEN BÄDERN
Im Warmbad waschen Ambarrus und Aulus ihre vom Schweiß und Staub schmutzigen Körper. Schon gehen sie zu den nächsten Eingängen. Aulus wundert sich, daß der Vater am Eingang der Sauna und des Warmbades vorübergeht. Ambarrus sagt zum Sohn: “An diesem sehr heißen Tag können wir das Warmwasser nicht genießen. Ich will das Warmbad nicht benützen. Wir werden sofort zum Kaltbad hinübergehen. Komm, ich möchte das kalte Wasser schon benützen und genießen!” Bald schwimmen Ambarrus und Aulus mit den übrigen im Becken des Kaltbades. Das Kaltbad selbst ist von ungeheurer Größe und Tiefe. Den ganzen Tag werden Licht und Hitze der Sonne von den sehr weiten Fenstern aufgenommen. Ein aus Marmor angefertigter Fußboden umgibt das Schwimmbecken. Das Vergnügen aller im Becken schwimmenden ist sehr groß.
Sie freuen sich sehr, weil sie sowohl die warme Sonne, als auch das kalte Wasser an ihren Körpern spüren. Nachdem Ambarrus und sein Sohn sich lange im kalten Wasser aufgehalten haben, obwohl es ziemlich kalt ist, verlassen sie das Kaltbad.
Mehrere, die schon gebadet haben, oder zu baden zögern gehen in der Säulenhalle spazieren. Dort zwischen den angefertigten Säulen aus farbigem Marmor sind Statuen der Götter und Göttinnen aufgestellt: Sie können den die Leier haltenden Apollo, die den Bogen haltende Diana, die durch eine sehr schöne Gestalt ausgezeichnete Venus, den mit einem Löwenfell bekleideten und durch die Arbeiten erschöpften Herkules, und andere Götter und Göttinnen, auch die Häupter berühmter Philosophen, Dichter, Feldherrn und Rednern anschauen. Wie groß ist die Menge der sich in der Säulenhalle unterhaltenden: die einen klagen über Geschäfte, Arbeiten und Mühen, andere freuen sich über die Freizeit eines Festtages, teils unterhalten sie sich über Frauen, teils über die beim Prätor geführten Prozesse, teils über die tödlichen Angelegenheiten mit ihren Freunden. Viele verweilen zwei oder drei Stunden, andere gehen ihre Freunde grüßend weiter. Einige schwitzen weder in den Thermen noch schwimmen sie noch baden sie. In der Bibliothek, welche sehr viele Buchrollen enthält, lesen sie Bücher oder lesen sie aus Büchern vor.
Nach einigen Stunden ist die Hitze der Sonne schwächer. Schon ist die Zeit fast da, in der es nötig ist nach Hause aufzubrechen. Denn die Thermen werden kurz vor Abend geschlossen. Nahe bei den Thermen gibt es Geschäfte und Garküchen. In den Tabernen pflegt getrunken, in den Garküchen gegessen zu werden. Viele aus dem Volk, Freigelassene und Sklaven, sind gewohnt in den Garküchen ein bescheidenes Mahl zu essen. So essen Ambarrus, Hilara, Caelia, Aulus, nachdem sie eine gewisse Garküche betreten haben Fisch, Brot, Käse, Oliven, Feigen, sie trinken wenig des Weines, mehr Wasser. Lange sprechen sie über Dinge, welche sie getan, gesehen, gehört haben: über das sehr große Gebäude, wo sie verweilt, über die Statuen, die sie bewundert, über das Wasser, in dem sie gebadet haben.
Die Arbeit selbst ist das Vergnügen.
Es gibt nichts zu bewundern.
Höre viel, sprich wenig!


KAPITEL 31
DIE VERWITWETE FRAU UND DER WACHSAME SOLDAT
In Ephesos hatte eine gewisse verheiratete Frau ihren geliebten Mann verloren. Die Witwe war nicht zufrieden, mit aufgelösten Haaren, auf die Brust schlagend, dem Begräbnis zu folgen, sondern nachdem sie in die Gruft hineingetreten war beweinte sie Tag und Nacht den Leichnam.
Zur selben Zeit wurde ein gewisser gefangener und verurteilter Räuber nach bei jener Gruft am Kreuz befestigt. Ein gewisser Soldat bewachte das Kreuz, damit nicht irgend jemand den Körper zur Bestattung fortschaffe. In der nächsten Nacht erblickt der Wächter ein helles Licht und hört ein Seufzen; er wünscht den Grund zu wissen; er sieht in die Gruft hinabsteigend eine sehr schöne Frau. Er erkennt, daß die Ehefrau den Tod des Mannes nur schwer ertragen könne. Bald bietet er seinen Imbiß der Trauernden an. Er sagt: “Höre auf zu trauern, nimm die Speise und den Wein!” Aber jene schlug noch heftiger auf ihre Brust. Der Soldat ging dennoch nicht weg. Solange bot er der Frau den Imbiß an, bis die Magd, welche mit ihrer Herrin da war, gefangen wurde. Gestärkt durch Speise und Wein, begann sie die Herrin zu überreden: “Wird es dir etwa nützen, wenn du dich lebendig bestattest? Willst du nicht das Licht der Sonne genießen? Der Körper des Toten selbst ermuntert dich zu leben.” Endlich nahm die Witwe die Speise an, und nicht weniger gierig als die Magd, ergötzte sie sich daran. Schnell erlangte sie den Geist des Lebens wieder.
Bald wandte sich der Soldat mit süßen Worten an die Frau. Aber der junge Mann schien der Frau nicht rauh oder schlecht. So widerstand die Frau der Liebe nicht länger. Nachdem das Tor geschlossen worden war verweilten sie diese Nacht und den nächsten Tag und auch einen dritten in der Gruft. Die, welche kamen, glaubten, daß die vom Schmerz erledigte Witwe über dem Körper des beweinten Toten zugrunde gegangen sei.
Inzwischen hatten die Eltern den Körper des Räubers weggebracht. Der Soldat fürchtete die Todesstrafe sehr, sobald er das leere Kreuz erblickte. Er beschloß das Urteil des Richters nicht abzuwarten, sondern sich selbst mit dem Schwert zu töten. Aber die Frau sagte, nachdem sie gehört hatte, was sich ereignet hatte und was der Jüngling im Geist hatte: “Zwei Leichen zweier mir sehr lieber Menschen kann ich nicht anschauen. Lieber will ich den Toten zurücklassen als den Lebendigen verlieren.” Sie befahl dies gesagt habend, daß der Körper des Gatten aus dem Sarg genommen werde und an das leere Kreuz genagelt werde. Durch den Einfall der sehr klugen Frau wurde der nachlässige Wächter gerettet. So erfreut sich der Soldat an seinem unversehrten Leben, die Frau am lebenden Gatten.
Entweder wollen die Dichter nützen oder erfreuen.
Es ist eine gewisse Freude zu weinen.
Ich selbst bin mir der nächste.






KAPITEL 32
DIE ARBEIT IN DER LÄNDLICHEN VILLA
Heute belehre ich dich, mein Sohn Marcus, über die Pflichten und Geschäfte eines Familienoberhauptes. Das Familienoberhaupt sollte, sobald es zur ländlichen Villa kommt, um das Grundstück gehen. Sobald er die Werke , welche gemacht und welche nicht gemacht worden sind, erkannt hat, sollte er den Verwalter rufen und ihn fragen, was gemacht worden ist und was übrigbleibt. Sobald er das erfahren hat, sollte er seine Abrechnung der Werke und Tage halten. Wenn er glauben sollte, daß zuwenig vollendet worden sei, und wenn der Verwalter sagen sollte, daß die Sklaven krank waren oder vom Landgut geflohen seien, wenn er sagen sollte, daß böse Unwetter stattgefunden hätten, dann soll er ihn belehren, welche Werke während der Regenfälle erledigt werden können: Fässer auswaschen, Mist hinaustragen, Saatgut reinigen, Kleider flicken.
Sobald er erkannt hat, welche Arbeiten übrig sind, soll er sich darum kümmern, daß sie erledigt werden; er soll eine Abrechnung des Getreides, Weins und Öls halten.
Das Familienoberhaupt soll befehlen, daß gekauft wird was fehlt; und daß verkauft wird, was im Überfluß vorhanden ist; er soll befehlen von welchen Arbeiten er will, daß sie von den Sklaven verrichtet werden und von welchen er will, daß sie an Tagelöhner vergeben werden. Er soll das Vieh betrachten; eine Versteigerung machen; das Öl verkaufen wenn es einen guten Preis haben sollte; er soll Rinder, Schafe, Felle, altes Eisenwerkzeug, alte und kranke Sklaven verkaufen. Es gehört sich nämlich für das Familienoberhaupt, viel zu verkaufen, wenig einzukaufen.
Dies werden die Aufgaben des Verwalters sein. Er soll eine gute Zucht und Ordnung halten; von fremden Sachen soll er seine Hände lassen, seine eigenen soll er sorgfältig bewahren; er soll der Familie genug Nahrung bieten; er soll sich den Nachbarn für Gefälligkeiten dankbar erweisen.
Der Verwalter soll kein Herumtreiber sein, er soll beim Essen nicht weggehen; er soll immer nüchtern sein, er soll sein Gesinde in den Arbeiten immer gut üben; er soll nicht meinen, daß er mehr wisse als der Herr; ohne Befehl des Herrn soll er niemandem Geld borgen; er soll zwei oder drei Gesinde haben, von welchen er die notwendigen Dinge verlangt und welchen er sie gibt, darüber hinaus niemanden. Er soll keinen Vogelschauer um Rat fragen, er soll keinen Parasiten haben.
In der Früh sollte er als erster Aufstehen, am Abend als letzter schlafen gehen; er soll sehen, daß die Villa verschlossen ist, daß jeder an seinem Platz liegt, daß die Zugtiere Futter haben.
Halte die Sache fest, die Worte werden folgen. Ein Redner ist ein guter Mann, der des Sprechens kundig ist.
Im übrigen meine ich, daß Karthago zerstört werden muß.
Es soll dir helfen! Daher wollen wir uns freuen. Ich berichte Berichtetes.
Viele Dinge fehlen denen, die viel anstreben.
Der Jüngling will lange leben, der Greis hat lange gelebt.
Niemand wagt frei zu reden, sobald die Freiheit gefallen ist.


KAPITEL 33
BEI DEN ETRUSKERN
Gaius Plinius sagt seinem Apollinaris einen Gruß. Neulich besuchte ich meinen etruskischen Besitz. Selten spiele ich ein Pferd besteigend und durch irgendeinen Teil der Güter reitend das Familienoberhaupt, öfter aber jage ich und beschäftige ich mich mit Literatur. Schon lange wünschte ich dich auf meinen etruskischen Gütern zu haben. Du schriebst, daß du durch deine Geschäfte von der Reise abgehalten wirst: ich jedenfalls bedauere sehr, daß du zur nächsten Zeit nicht dorthin fahren kannst.
Merke: veho 3., vexi, vectus = führen, bringen
vehor 3., vectus sum = gebracht werden, fahren
Bsp.: vehor = ich reite / nave vehor = ich segle
Wenn du die Lage der Region und die Lieblichkeit der Villa sehen würdest, würdest du verstehen, daß ich dort zufrieden und glücklich bin. Das Klima ist im Winter kalt, im Sommer ist wunderbare Milde. Immer wird die Luft durch irgendeinen Hauch bewegt, öfter sind jedoch Hauche als Winde. Daher sind dort viele ältere Männer: du würdest dort Großväter und Urgroßväter sehen, von denen du alte Geschichten der Ahnen hören würdest; wenn du dorthin kommen würdest, würdest du glauben, daß du in einem anderen Zeitalter geboren seist.
Der Anblick der Region ist sehr schön. Denke dir mit deinem Geist irgendein unendliches Amphitheater, die weit erstreckten Felder werden von Bergen umgeben, welche sehr hohe und sehr alte Bäume im höchsten Teil besitzen. Häufig und vielfältig ist dort die Jagd. Von dort reichen die Wälder mit dem Berg selbst bis in die Täler herab. Die Hügel sind auf allen Seiten fruchtbar. Unter den Wäldern erstrecken sich nach allen Seiten Weingärten. Dort nähren die Wiesen verschiedene Blumen und andere Gräser, welche immer zart, weich und neu sind: alle werden nämlich das ganze Jahr über von Bächen genährt. Alle Gewässer, die übrig sind, münden in den Tiber. Der Fluß eilt reißend zum Meer; er befördert mit Schiffen den Ertrag im Winter und im Frühling in die Stadt.
Du würdest große Freude empfinden, wenn du diese Lage der Gegend vom Berg aus erblicken würdest: du würdest nämlich nicht das Land oder ländliche Sachen, sondern hervorragende Gemälde einzigartiger Schönheit betrachten. Meine Villa hat hinten in der Ferne die Apeninen, von welchen sie keine scharfen Winde empfängt, sondern durch die weite Entfernung leichte und gebrochene.
Mögest (Wenn) du doch bald von deinen Geschäften befreit und nicht länger von der Reise abgehalten werden (würdest). Mögest du doch bald zu diesen in der Zeit des Jahres so schönen Gegenden eilen, mögest du mit mir über die Hügel und durch die Täler jagen oder nur durch die Säulengänge und die Gärten spazieren gehen! ...Leb wohl!
Dem Wort sei Gnade! Das mögen die Götter gut wenden. Dir sei ein leichtes Land.
Auch der andere Teil soll gehört werden. Der Volksgeist. Dein Wille geschehe.
Glücklich sind die Armen im Geiste. Gleiches wird durch gleiches erhalten.
Die Kriege sollen die anderen führen, du glückliches Österreich heirate.


KAPITEL 34
“HANNIBAL, DU WEISST ZU SIEGEN, DEN SIEG ZU NÜTZEN WEISST DU NICHT”
(Über den 2. punischen Krieg; 1. Teil)
Merke: ut: a) + Konj. = daß, damit / ne = daß nicht, damit nicht
  1. + Ind. = wie, sowie
Statt “damit/damit nicht” geht oft besser die Nennformgruppe “um zu/ um nicht zu”.
Statt “daß/daß nicht” geht oft besser die Nennformgruppe “zu/nicht zu”.
Der Unterschied zum A.c.I.:
A.c.I. 0 indirekte Behauptung
ut = indirekte Wünsche und Absichtssätze
Nachdem Sizilien verloren worden war, trieben die nach Spanien hinübergegangen seienden Karthager Handel mit vielen Orten. Nachdem Hamilcar gestorben war, wurde dem 20 Jahre alten Hannibal der Oberbefehl gegeben. In den nächsten drei Jahren unterwarfen die Punier unter der Führung Hannibals mehrere spanische Völker im Krieg. Sie begannen Sagunt, eine mit den Römern verbündete Bürgerschaft, zu belagern. Die Römer verlangten von Hannibal, daß er vom Krieg ablasse. Ebenso schickten sie Gesandte nach Karthago, damit die Führenden selbst Hannibal auftrugen, daß er keinen Krieg gegen die Verbündeten des römischen Volkes führen sollte. Den Römern wurden harte Antworten von den Karthagern gegeben. Inzwischen eroberte Hannibal mit Gewalt Sagunt. Dann kündigten die Römer den Krieg an.
Während Hasdrubal Spanien festhielt, führte Hannibal selbst das andere Heer über des Gebirge der Pyrenäen. , damit er möglichst schnell Italien angreifen könnte. Auf den Alpen, welche niemand jemals mit einem Heer überquert hatte, öffnete er die Wege und befestigte sie, damit bewaffnete Elefanten gehen konnten, wo vorher Menschen kaum kriechen konnten.
Die Römer erwählten Quintus Fabius zum Diktator, nachdem sie von den Puniern drei Niederlagen erlitten hatten. Dieser schnitt Hannibal zwar vom Nachschub ab, aber er lieferte sich nie eine Schlacht. Während die Römer zu kämpfen zögerten, verwüsteten die Punier das Land. Fabius wurde zwar teils zum Spaß, teils zu seiner Ehre der Zögerer genannt. Später mahnte der von den Schauplätzen des Krieges wegtretende Fabius die Konsulen L. Aemilius Paullus und Gaius Terentius Varro, daß sie die Feinde nicht angriffen und mit Hannibal keinen Kampf begannen.
Merke: Name + Titel im 6. Fall = unter
Hannibale duce = unter der Führung Hannibals
Die punischen Truppen hatten unter der Führung Hannibals, die römischen Legionen unter den Konsulen Paullus und Varro bei Cannae in Apulien ein Lager errichtet.
Merke: Zwei Adjektive können statt Partizipien einen Abl.abs. bilden.
“vivus; invitus” = “zu Lebzeiten; gegen den Willen”
Dort lieferte der des Sieges begierige Varro gegen den Willen des Paullus eine frühzeitige Schlacht.
In dieser Schlacht wurden die Römer und deren Gefährten von den Puniern und deren Hilfstruppen umringt und besiegt. Paullus wurde getötet, viele Senatoren und 50 oder 60000 der Soldaten wurden getötet oder gefangengenommen.
Dann Maharbal: “Die Götter haben demselben nicht alles gegeben. Du weißt zu siegen, Hannibal, den Sieg zu nützen weißt du nicht.”
Dann fielen viele italienische Bürgerschaften durch den Sieg der Punier veranlaßt von den Römern ab und forderten von Hannibal, daß sie zu Gefährten der Punier gemacht wurden. Hannibal schlug aber den unterworfenen Römern vor, daß sie ihre Gefangenen zurückkauften. Der Senat antwortete, daß die Bürger, die bewaffnet gefangen werden könnten, nicht notwendig seien. Es gefiel dem Senat mehr, mit diesem Geld Sklaven freizulassen und zu bewaffnen. In so großer Gefahr war damals die römische Sache. (Der andere Teil wird folgen.)
Durch so viele Unterscheidungen der Dinge.
Du weißt nicht, was der späte Abend bringt. Ich gebe, damit du gibst.
Dem Wolf ein Schaf anvertrauen.
Was aufgeschoben wird, wird nicht aufgehoben. Ein schwarzer Tag.
Hannibal an den Toren.






KAPITEL 35
NACHDEM DER KRIEG NACH AFRIKA HINÜBER GEBRACHT WORDEN WAR, BESIEGTEN DIE RÖMER DIE PUNIER
(Über den 2. punischen Krieg; zweiter Teil)
Nachdem Syracus eingenommen worden war, ein ehrenhafter Friede mit König Philipp geschlossen worden war, die Sachen in Spanien unter der Führung von Publius Cornelius Scipio günstig erledigt worden war, beschlossen die Römer den Krieg nach Afrika hinüberzubringen. Scipio wurde zum Konsul gemacht und nach Afrika geschickt, damit er die Punier und Numider angriff, welche sich verbündet hatten. Er besiegte diese durch einen scharfen Kampf. Nachdem diese Sache gehört worden war verließ fast ganz Italien Hannibal. Die Karthager befahlen Hannibal, daß er nach Afrika zurückkehre, um sein Vaterland zu verteidigen, das Scipio verwüstete. Der mit dem Einverständnis des Senats mit den Karthagern einen Waffenstillstand schließende Scipio forderte, daß sie sich von Spanien fernhalten sollten, daß sie Gefangene und Überläufer zurückgeben sollten, daß sie alle Kriegsschiffe außer zwanzig übergeben sollten, daß sie fünftausend Talente Silbers geben sollten. Während Hannibal sicher ankam, störten die durch eine neue Hoffnung hingeführten Punier den Frieden. Aber bald strebten die durch eine sehr schwere Niederlage bei Zama Besiegten den Frieden an. Geschlagen und fast gefangengenommen entkam Hannibal nach Hadrumetrum. Nachdem der Friede gemacht worden war, hielt Scipio einen Triumphzug in Rom und wurde aus dem Krieg Africanus genannt.
Im 18. Jahr wurde der 2. punische Krieg beendet, nachdem er geführt zu werden begonnen worden war. Von diesem Zeitalter an war in diesen Gebieten der Welt kein Volk mächtiger als die Römer.
DENKWÜRDIGE WORTE
(aus den Zeiten des 2. punischen Krieges)
Livius Salinator, ein römischer Führer, hatte alle Teile Tarents verloren, außer der befestigten Burg, von dort führte er dann Schlachten gegen die Feinde. Einige Jahre später nahm Fabius Maximus die Stadt für die Römer wieder ein. Dann mahnte Salinator Fabius: “Du sollst daran denken, bitte, daß du mit meiner Hilfe Tarent wieder eingenommen hast.” Fabius zu jenem: “Sicher erinnere ich mich deiner. Ich hätte es nämlich niemals zurückgewonnen, wenn du es nicht verloren hättest.”
Q. Fabius wurde mit dem Beinamen Maximus, P. Cornelius Scipio nur mit Magnus angeredet. Wegen dieser Sache fragte der mit Neid erfüllte Scipio den Fabius: “Warum nennen sie dich Maximus, mich Magnus? Du beschütztest das Lager, ich besiegte Hannibal durch eine Feldschlacht.” Fabius antwortete diesem: “Wenn ich die Soldaten nicht für dich erhalten hätte, wären keine gewesen, mit denen du gesiegt hättest.”
Nachdem der Krieg lange beendet worden war, trafen Hannibal und Scipio in Ephesos zusammen und sprachen über berühmte Feldherrn. Scipio fragte Hannibal: “Wer war nach deiner Meinung der größte Imperator?” Hannibal antwortete: “Der erste ist Alexander, der zweite Pyrrhus, der dritte ich selbst.” Der lachende Scipio sagte: “Aber ich besiegte dich.” Dann Hannibal: “Wenn du mich nicht besiegt hättest, hätte ich mich selbst als ersten beurteilt.”
Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben.
So geht der Ruhm der Welt dahin.
Rom hat gesprochen, die Sache ist beendet.
Ich habe einen Tag vertan.



KAPITEL 36
TIBERIUS GRACCHUS SCHLÄGT DEM NOTLEIDENDEN VOLK EIN ACKERGESETZ VOR
Tiberius Sempronius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus stammten vom Vater und der Mutter aus von sehr vornehmen Geschlechtern ab. Deren Mutter Cornelia, Tochter des Scipio Africanus, hatte Tiberius Sempronius Gracchus geheiratet. Dieser war zweimal Konsul und Zensor gewesen, er hatte zwei Triumphzüge gefeiert. Nachdem der Vater frühzeitig gestorben war, steht fest, daß Tiberius und Gaius von der Mutter selbst erzogen wurden: Cornelia unterwies die Söhne und die Tochter mit größter Umsicht in der latinischen und griechischen Literatur.
Tiberius, welcher neun Jahre älter war als Gaius, schlug früher die öffentliche Laufbahn ein. Nachdem er Kriegsdienst bei Numantia geleistet hatte, kehrte er von Spanien durch Etrurien zurück. Dort sah er, daß sehr weite Regionen des Staatslandes unbebaut waren oder von fremden Sklaven gepflegt wurden. Durch diese Sache wurde Tiberius überzeugt, daß es nötig sei, daß die Güter der Reichen eingeschrenkt werden, die Äcker den Plebejern zugeteilt werden.
Merke: Dativ = für
= zum/zur (Zweckdativ)
z.B.: mihi gaudio est = es ist mir zur Freude = ich freue mich
Der zum Volkstribun gewählte Tiberius legte mit größter Beredsamkeit dem Volk seine Pläne vor, weil die sehr elenden Dinge des Volkes diesem zur großen Sorge waren. Er schlug diesen ein Ackergesetz vor: “Kein Bürger soll mehr als 500 Morgen des Staatslandes haben.
Merke: Der Ablativ bei einem Komperativ = als
z.B.: maior te = größer als du
Welchem erwachsene Söhne sind, dem sollen sie 1000 Morgen zuteilen. Welche Teile des Staatslandes verlieren, denen soll der Verlust zurückerstattet werden. Die Not leidenden Familien sollen je 30 Morgen Staatsland empfangen.”
Die durch große Hoffnung bewegten Siedler kamen vom Land nach Rom, wo Ti. Gracchus außer vielem dieses zum Volk gesagt haben soll: “Ihr seid ärmer als die wilden Tiere: denn jenen sind Höhlen und Verstecke, aber ihr, die Italien zu verteidigen und für die Heimat zu kämpfen pflegtet, habt nichts außer das Licht des Himmels. Ihr entbehrt sogar bescheidene und notwendige Dinge. Ohne Wohnsitz, ohne Feuerstätte, ohne Domizil schweift ihr mit Frauen und Kindern im fremden Land umher. Ist es nicht besser zu sterben, als ein elendes Leben zu haben, wo ihr wenigen Mächtigen zum Spott seid? Es ist erlaubt für den Reichtum und Besitz anderer im Krieg zu kämpfen. Ihr werdet Herren der Welt genannt, welche kein Teilchen der Erde besitzen. Ich meine so: Das Staatsland ist Land des Volkes. Vielen, nicht wenigen muß es zum Nutzen sein.”
Gesetze sollen kurz sein. Das öffentl. Wohl soll das oberste Gesetz sein. Es soll Licht werden.
Du sollst dem anderen oft verzeihen, dir selbst niemals. Nichts ist schneller als das Gerücht.
Der eine braucht die Hilfe des anderen. Wem ist es zum Guten?
Wer schreibt, liest zweimal. Übung ist der beste Lehrer.
Heute ein nichts, morgen der Größte. Durch die Nacht zum Licht.


KAPITEL 37
TI. GRACCHUS UND SEINE VON DEN VÄTERN ÜBERWÄLTIGTEN GENOSSEN WERDEN GETÖTET
Merke: Semideponentien: Präsensstamm = normal
Perfektstamm = Deponens (siehe Buch Seite 71)
Daher wagte jener sehr vornehme Mann, mit sehr scharfen Worten dem elenden Volk zu Hilfe zu kommen.
Merke: oportet 2., oportuit = es ist nötig
unpersönliche Verben gibt es nur in der 3. Pers. Sg. mit dem Subjekt es
Der Infinitiv bildet ohne 4. F. schon einen AcI.
oportet = daß es nötig ist
Er legte dar, daß es notwendig sei den Armen Teile des Staatslandes zuzuteilen und neue Kolonien aufzustellen: es war notwendig das Ackergesetz dem Volk zur Abstimmung vorzulegen. Zugleich hatte er ganz Italien ein Bürgerrecht versprochen. Aber M. Octavius, Volkstribun, welcher mit den Senatoren vertrauten Umgang habend selbst große Grundstücke besaß, verbot die Abstimmung des Gesetzes. Denn jedem einzelnen Tribun war das Recht des Einspruchs, indem er “veto” sagte.
Merke: cum + Indikativ = wenn, sooft, wann, als, indem
+ Konjunktiv = als, nachdem, während, da, weil, obwohl
Tiberius erreichte, mit allen Bitten Octavius anflehend, daß dieser sich vom Einspruch fernhielte, nichts. Nachdem die Versammlung abgehalten worden war, entzog er dem Kollegen Octavius das Amt. Von da an wählte Ti. Gracchus, nachdem das Ackergesetz durchgebracht worden war, ein Dreimännerkollegium zur Verleihung und Zuweisung von Ackerland: sich selbst, den Schwiegervater App. Claudius, und seinen Bruder Gaius, einen 20-jährigen Jüngling. Die Aufgabe war sehr schwer, weil die Grenzen zwischen den Staatsländern und privaten Grundstücken sehr oft unsicher waren.
Der Senat arbeitete auf jede Weise, auf welche er konnte, den Arbeiten der drei Männer entgegen. In dieser Zeit strebte Tiberius, damit er sich selbst schützte und das unternommene Werk fortsetzte gegen die Sitten der Älteren ein anderes Tribunat an. Dann sagten die Stadtväter, daß Gracchus es gewagt habe, sich die Herrschaft zu verschaffen. Inzwischen waren, während der Sommer begann, viele aus dem Volk, welche die Partei des Tiberius begünstigten, in die ländlichen Kolonien zurückgekehrt. Dann töteten die Optimaten, der Senat, der größere Teil der Ritterschaft, auf Gewalt und Waffen vertraut habend, Tiberius und dessen Gefährten, zweihundert oder dreihundert an der Zahl, am Abhang des Kapitols, sie verschonten wenige. Der Körper des Tiberius wurde mit beispielloser Grausamkeit der Sieger in den Fluß Tiber geworfen.
An jenem Tag, an dem Ti. Gracchus getötet worden ist, ist die öffentliche Sache (wie Cicero sagt) schwer verwundet worden, und dessen Tod teilte ein Volk in zwei Teile.
Es ist nötig, daß ein Gesetz kurz ist.
Der letzte Senatsbeschluß:
Die Konsulen sollen sehen, daß der Staat nicht irgend etwas des Schadens nimmt. (Das ist die Ausrufung des Ausnahmezustandes)
Wie der Herr beschaffen, so auch der Sklave beschaffen.
Der Tod ist gewiß, unsicher die Stunde.
Vertraue, aber schau, wem du vertraust!
Sowohl Waffen als auch Worte verletzen.
Der sichere Freund wird in einer ungewissen Sache erkannt.
Ich bin nicht, wie ich erschaffen war.






KAPITEL 38
  1. TULLIUS KLAGT VERRES AN
“DIESER MENSCH DA QUÄLTE UNSER SIZILIEN MIT SO GROßER WUT, DAß ES AUF KEINE WEISE WIEDER HERGESTELLT WERDEN KANN”
  • Tullius Cicero, der C. Cornelius Verres anklagte)
“Bevor ich über die Unrechte und Schmerzen Siziliens spreche, oh Richter, könnte ich einige Worte über die Würde, das Alter, den Nutzen der Provinz machen.
Sizilien hat sich als erste aller Provinzen zur Freundschaft und Treue des römischen Volkes anvertraut. Es war von so großer Treue, daß die Bürgerschaften dieser Insel später niemals abgefallen sind. Daher wurden von unseren Ahnen aus dieser Provinz Schritte nach Afrika gemacht. Sizilien bot den Soldaten Getreide, den Schiffen Häfen. Jener M. Marcellus selbst, sobald er die Stadt Syrakus, die den Puniern geholfen hatte, mit Gewalt eroberte, ließ nicht nur zu, daß sie unversehrt blieb, sondern ließ sie auch so geschmückt zurück, daß sie ein Denkmal des Sieges, der Milde, der Selbstbeherrschung war.
Wann gab Sizilien das Getreide, welches es uns schuldete, nicht pünktlich? Und immer gab es so, daß M. Porcius Cato es die Vorratskammer unseres Staates und auch die Ernährerin des römischen Volkes nannte. Jedoch die Ausdauer aber, die Tüchtigkeit, die Wirtschaftlichkeit der Einwohner selbst ist so groß, daß die Sizilier scheinen an unsere alte Zucht heranzurücken: nichts der Verschwendungssucht der Griechen ist in diesen, sondern wieviel Arbeit in den öffentlichen und privaten Sachen, wieviel Sparsamkeit, wieviel Sorgfalt! ...
C. Verres quälte, beraubte, richtete jenes Sizilien durch drei Jahre mit so großer Wut zugrunde, daß es auf keine Weise in den alten Zustand wiederhergestellt, kaum aber durch viele Jahre und uneigennützige Stadtväter gekräftigt werden kann.
Auf diese Art behandelte dieser Mensch da die Sizilier, daß sie weder ihre Gesetze noch unsere Senatsbeschlüsse halten konnten. So wenig hat jeder einzelne in Sizilien, wie die unersättliche Habgier des Menschen ihm gelassen hat. Auf frevelhafte Art sind gewaltige Gelder von den Gütern der Bauern weggeschleppt worden; die unschuldigen Gefährten sind zu der Zahl der Feinde gemeint worden; die römischen Bürger sind auf die Art von Sklaven gequält und am Kreuz getötet worden; die sehr anständigen abwesenden Menschen sind verbannt worden; die gefaßten Räuber sind, nachdem ein Preis bezahlt worden war, von diesem da weggeschickt worden; viele Menschen sind in den Steinbrüchen auf Befehl dieses sehr grausam mit dem Tod bestraft worden.
Dieser selbe Prätor trug sehr alte Denkmäler weg. Und dieses machte er nicht nur mit öffentlichen Statuen, sondern er plünderte auch alle heiligen Tempel, daß er den Siziliern, weder eine Göttin noch einen Gott, mit alter Kunstfertigkeit hergestellt, zurückließ.
Freizeit mit Würde. Oh Zeiten, oh Sitten!
Oh du süßer Begriff der Freiheit.
Wir sind Sklaven der Gesetze, damit wir frei sein können.
Nicht zu wissen was vorher geschehen ist, bevor du geboren bist, das heißt immer ein Kind zu sein.
Wir brauchen Wasser und Feuer nicht an mehr Stellen als die Freundschaft.
Die Waffen sollen der Toga weichen, der Lorbeer möge der Zunge weichen.
Was du nicht willst, daß dir getan wird, tu auch dem anderen nicht!


KAPITEL 39
“ICH BESCHWÖRE UND FLEHE ALLE GÖTTER UND GÖTTINNEN AN...”
Merke: -urus 3 = Partizip Futur = wollend, werdend
futurus = sein werdend, sein wollend; facturus = tun werdend, tun wollend
Part. Fut. + esse = wollen
facturus est = er ist ein tun wollender = er will tun
Schon will M. Tullius das Ende der Rede machen, schon will er viele beraubte Götter beschwören, schon will er viele verletzte Göttinnen anflehen. Schon will er durch das Ende seiner Rede die gewaltigen und frevelhaften von Verres begangenen und gemachten Verbrechen zum letzten Mal erwähnen und verurteilen. Schon will C. Verres ins Exil aufbrechen.
“Nun flehe ich dich an, oh bester, größter Jupiter, dessen königliches Geschenk, würdig für deinen Tempel, würdig für das Capitol, dir versprochen, dieser Mensch durch frevelhaftes Verbrechen aus den Händen des Königs entriß, ich beschwöre dich, dessen sehr heiliges Abbild er von den Syrakusanern beseitigte;
und ich flehe dich an, Königin Juno, deren sehr alte, auf den Inseln Malta und Samos gelegenen, Heiligtümer, dieser selbe von Habsucht verleitet, ihrer Geschenke und ihres Schmucks beraubt hat;
und dich, Minerva, welche er in zwei sehr heiligen Tempeln beraubte, in Athen, als er das große Gewicht des Goldes, in Syrakus, als er alles außer Dach und Wände wegtrug;
und euch, Latrona und Apoll und Diana, deren Sitz in Delos er durch einen nächtlichen Angriff plünderte, und dich Diana, welche er in Perge beraubte, deren sehr herrliches Abbild er in Segesta stahl und fortschaffte;
und dich, oh Merkur, den P. Afrikanus am Sportplatz der Tyndoritaner aufgestellt hatte und den Verres in irgendeiner privaten Ringschule aufgestellt hat;
und dich Hercules, den dieser in Agrigent in der Nacht mit einer Schar der Sklaven aus deinem Tempel wegzutragen versuchte;
und dich heiligste Mutter Kybele, die er in dem erhabensten Tempel so beraubt zurückließ, damit nun nur der Verletzten die Spuren der Religion blieben, damit der Schmuck der Tempel nicht vorhanden sei;
und euch Castor und Pollux, Zeugen der größten Beschlüsse, der Gesetze, der Verhandlungen, an jenem vielgefeierten Ort des römischen Volkes aufgestellt, aus deren Tempel dieser sich am meisten Beute verschaffte;
und dich Ceres, von welcher die Anfänge des Lebens und der Nahrung den Menschen gegeben worden sind, welche von diesem einen so verletzt worden ist, daß er das eine Abbild aus dem Heiligtum aus Catina, das andere aber von Henna von seinem Sitz wegtrug, welches so beschaffen war, daß die Menschen, als sie es sahen, glaubten, daß sie Ceres selbst, oder daß Ceres nicht mit menschlicher Hand gemacht, sondern vom Himmel gefallen sei;
und ich beflehe und bitte die übrigen Götter und Göttinnen inständig, deren Tempeln und Religionen dieser da, von Zorn und Kühnheit angetrieben, einen frevelhaften Krieg ankündigte, euch alle beschwöre ich, damit C. Verres, dessen schändliche Verbrechen, Kühnheit, Habgier und Grausamkeit einzigartig sind, eine Strafe, seiner Taten würdig, erreicht. Ich habe gesprochen.”
Ave Cäsar, die Todgeweihten grüßen dich!
Ohne Freundschaft gibt es kein Leben.
Dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen, das ist Freundschaft. (Cicero)
Ohne Ceres und Liber friert Venus. (Ohne Nahrung und Wein bleibt die Liebe kalt.)
Dem das Verbrechen nützt, der hat es getan.
Knaben sind Knaben, Knaben beschäftigen sich mit kindlichem.
Die Muse verbietet, daß ein des Lobes würdiger Mann stirbt.



KAPITEL 40
ÜBER HELENA UND PARIS (ERSTER TEIL)
ÜBER DIE JUGENDZEIT DES PARIS UND DER HELENA
Helena, die schönste aller Frauen, war die Tochter Ledas und Jupiters. Einst liebte nämlich Jupiter, als er durch die Liebe zu Leda entflammt wurde, in die Gestalt eines Schwans verwandelt, die Königin. Aus dieser Verbindung wurde Helena geboren.
Die Adeligen fast ganz Griechenlands wollten die einzigartige Jungfrau in die Ehe fürhen. Helena war es erlaubt auszuwählen, wen auch immer sie wollte. Alle Bewerber gelobten, daß sie den Gatten der Helena in allen Notlagen unterstützen wollten. Helena lebte, nachdem sie schließlich Menelaos, den spartanischen König, geheiratet hatte, einige Jahre ruhig mit ihrem Ehemann und ihrer jungen Tochter, bis Paris aus Asien nach Sparta kam.
Über den Ursprung und die Jugendzeit des Paris wird dieses überliefert: Einstmals wurde Hekabe, die schwangere Frau des Priamos, durch einen abscheulichen Traum erschreckt: sie schien sich einen Brand gebären zu werden. Ein Priester erklärte den erschrockenen Eltern, daß jener Bub die Stadt durch einen Brand zerstören werde. Wegen dieser Sache wurde der Säugling, nachdem er geboren worden war, am Berg Ida ausgesetzt. Aber dort wurde er erst von einer Bärin, dann von Hirten gerettet.
ÜBER DAS URTEIL DES PARIS
Thetis rief, als sie Peleus heiratete, zu einem feierlichen Mahl alle Götter, nachdem Discordia herausgenommen worden war. Als diese nicht hinzugezogen wurde, warf diese vom Eingang her einen Apfel, welchem die Aufschrift “Für die Schönste” war. Zwischen Juno, Minerva, Venus entstand ein großer Streit. In diesem Wettstreit befahl Jupiter, daß Paris beurteile. Jede einzelne Göttin versprach, nachdem sie von Merkur zum Berg Ida geführt werden war, Paris eine Sache, wenn sie Siegerin sein würde. Juno versprach, daß er die Königsherrschaft über Asien und auch Europa besitzen werde; Minerva, daß er alle durch Mut und Kenntnis übertreffen werde. Venus aber versprach, daß sie Helena, die schönste aller Frauen, ihm in die Ehe geben werde. Paris beurteilte, Helena mehr als das übrige begehrend, Venus am schönsten.
Nachdem er zu einer hervorragenden Gestalt herangewachsen war, schritt er in die Heimat Troja hinein. Dort nahmen Priamos und Hekabe, von Furcht frei, den Sohn wieder gut auf. Bald fuhr Paris, von Venus angetrieben, daß er Helena gewinne, nachdem das Schiff mit Reichtümern ausgestattet worden war, nach Sparta.
Der Dichter wird nicht gemacht, er wird geboren.
Selten ändert ein Greis seine Meinung.
Zeiten werden geändert (ändern sich), und wir ändern uns in jenen.
Schlecht geborene Dinge, werden schlecht fortgesetzt werden.
Schlecht ist ein Plan, welcher nicht geändert werden kann.
Eine Wohltat anzunehmen, heißt die Freiheit zu verkaufen.
Ungerechte Herrschaften bleiben niemals ewig.


KAPITEL 41
ÜBER HELENA UND PARIS (ZWEITER TEIL)
“HOLDE KÖNIGIN, VON WIEVIEL LIEBE ZU DIE WERDE ICH VERZEHRT!”
Paris wurde in Sparta von Helena und Menelaos in Gastfreundschaft aufgenommen. Abends genossen sie reichliche Speisen. Paris wurde durch den Liebreiz der Helena sehr bewegt und erregt, Helena lächelte Paris heimlich zu, während Menelaos nichts merkte. Am zehnten Tag ließ der König, der nach Kreta segeln wollte, die Frau mit dem Gast zurück. Dann konnte Paris nicht länger schweigen. Wir wollen hören, mit welchen Worten etwa er Helena beschworen haben soll:
“Holde und göttliche Königin, allen Lobes würdig, meine Flamme des Herzens, nimm an, was ich bisher schlecht verheimlichte. Aber ich kam nicht hierher, um Waren zu verkaufen oder Städte zu betrachten. Du warst der Grund der so langen Fahrt über das Meer. Venus versprach mir dich als erfreulichen Preis. Dich ersehnte ich und ich sah dich gleichsam im Geist früher, als du mir bekannt geworden warst. Ich zog dich allen Königreichen vor, welche Juno mir anbot, dich zog ich der Tapferkeit und Weisheit vor, welche Minerva mit anbot. Dir verspreche ich stärkste Standhaftigkeit, wenn du dich mir hingegeben haben wirst.
Merke: Konjunktiv Präs. in Fragesätzen drückt den Zweifel mit “soll” aus.
Quid dicam? = Was soll ich sagen?
Der Vater Priamos besitzt gewaltige Reichtümer Asiens. Was soll ich dir über die goldenen Dächer Trojas sagen, was soll ich über die hohen Türme erzählen? Oh wie oft wirst du, wenn du alles erblickt haben wirst, sagen “Wie arm unser Griechenland ist”!
Von wie großer Liebe zu dir werde ich verzehrt! Als der die Arme um deinen Hals legende Mann dir Küsse gab, wurde ich von Neid verzehrt. Als ich das Feuer mit Wein auslöschen wollte, wuchs jenes stärker. Wenn ich die Augen abwandte, dauerte dein Abbild an. Mich schmerzt es euch zu sehen, aber noch mehr schmerzt es mich von dir abwesend zu sein.
Deshalb weil dein Mann abwesend ist, wird uns die Möglichkeit der Flucht gegeben. Fern soll dir die Furcht vor dem Ehemann sein: ich werde dich mit allen Kräften beschützen und verteidigen.”
Helena überlegte, nachdem sie diese Worte gehört hatte, lange bei sich: “Soll ich Ehemann und Tochter zurücklassen und mit dem ausländischen Ankömmling aufbrechen? Soll ich der Begierde folgen oder der Beständigkeit gehorchen? Soll ich die Treue zur Ehe brechen oder retten?” Dann sagte sie dem nach der Ehe begierigen Mann vieles. Teils entbrannte sie selbst aus Begierde zu dem jungen Mann, teils erkannte sie, daß es unrecht sei die Treue zu brechen. Daher ist es zweifelhaft, ob Paris Helena entführt hat, oder Helena freiwillig Paris gefolgt ist. Welche Sache auch immer geschehen ist: Durch die Hoffnung auf ihr Glück veranlaßt, brachen sie in der Nacht heimlich nach Troja auf.
Die Freude über die gemachte Arbeit.
Der Haß gegen das Menschengeschlecht.
Goldene Berge versprechen.
Liebende sind wahnsinnig.
Wer gibt den Liebenden ein Gesetz? Die Liebe ist für sich selbst das größere Gesetz. (Boethius)
Ämterlaufbahn.


KAPITEL 42
ES WIRD ERZÄHLT WARUM IPHIGENIE IN AULIS GEOPFERT WURDE
Schon steht fest, daß Paris Helena, die des Menelaos, nach Troja weggeführt hat. Bald kamen die meisten Führer der Griechen nach Aulis zusammen, weil sie durch einen Eid versprochen hatten, daß sie Menelaos unterstützen werden. Dort wurden deren Schiffe im Hafen wegen der Windstille sehr lange zurückgehalten. Das wurde auf Befehl der erzürnten Diana gemacht, weil Agamemnon, der Bruder des Menelaos und höchster Führer, jagend eine heilige Hirschkuh der Göttin verletzt und allzu stolz gegen Diana gesprochen hatte.
Dann wurde Agamemnon, nachdem Priester herbeigerufen worden waren, vom Seher Kalchas belehrt, daß er nicht gereinigt werden könne, wenn er nicht seine Tochter Iphigenie geopfert hätte. Der König zögerte zuerst, weil er seine Tochter sehr liebte, ob er das scheußliche Verbrechen begehen oder zurückweisen sollte. Aber wenig später wurde er durch Ulysses schmeichelnde Worte veranlaßt, daß er die Tochter nicht verschone. Derselbe Ulysses wurde geschickt, damit er Iphigenie von Zuhause nach Aulis zum Altar hinführe, damit sie geopfert wurde. Sie täuschten die Mutter Klytaimestra sich ausdenkend, daß das Mädchen Achilleus, einen sehr tapferen König, heiraten werde. Als der Vater, die zum Altar gebrachte Tochter mit dem Eisen bedrohte, schob Diana sich der unschuldigen Jungfrau erbarmt habend eine Hirschkuh für diese unter. Iphigenie selbst brachte sie über den Himmel in das taurische Land und machte sie zur Priesterin ihres Tempels.
WIE IPHIGENIE MIT ORESTES VON DEN TAURERN NACH HAUSE ZURÜCKGEKEHRT IST
Auf das Orakel vertraut habend, brachen sie zu den Taurern auf, welchen der Brauch war, daß, wer auch immer, entweder Gast oder Fremder, in deren Gebiet gekommen war, im Tempel der Diana geopfert werde. Die Freunde wurden von Hirten gefangen und dem König übergeben, als sie in einer Höhle verborgen die Gelegenheit erwarteten, daß sie den Tempel des göttlichen Bildes berauben konnten. Thoas befahl, daß diese durch die Sitte der Vorfahren gefesselt in den Tempel geführt werden. Dort fragte die Priesterin Iphigenie über die Fremden, wer sie seien, woher sie gekommen seien, was sie wollten. Nachdem sie diese Sachen erfahren hatte, begann sie mit höchster Freude erfüllt das Zeichen der Diana wegzunehmen. Als der König eingetreten seiend fragte, warum sie das tue, sagte jene, daß diese Frevler das Zeichen der Göttin entweiht hätten und daß es notwendig sei, damit es durch Sühne gereinigt werde, daß es zum Meer gebracht werde. Deshalb verlangte sie vom König, daß er den Bürgern ansage, daß niemand von ihnen aus der Stadt hinausgehe. Der König gehorcht der Priesterin. Sofort befiehlt Iphigenie, daß das Abbild zu den Wellen befördert werde, wo die Jünglinge mit der Frau das Schiff betreten habend auf die hohe See entkommen. Durch günstige Winde kamen sie nach Hause. Orestes wurde, nachdem er das Bild der Diana von den Taurern nach Hause gebracht hatte, von den Furien freigesprochen.
So viel Schlechtes konnte die Religion raten.
Du weißt nicht was der späte Abend bringt.


KAPITEL 43
ÜBER DIE DAS GOLDENE VLIES ANSTEBENDEN ARGONAUTEN
ÜBER IASON UND MEDEA, 1. TEIL
Dem Jüngling Iason wurde von Pelias, dem König Thessaliens, seinem Oheim, befohlen das goldene Vlies von den Kolchiern zurückzubringen. Argo, ein schönes und schnelles Schiff, wurde, während Minerva mit half, zum Segeln erbaut. Iason und seine kühnen Freunde gelangten, sehr große Mühen überstanden habend, zu den Kolchiern.
Dort erfuhr Iason, begierig das Fell zu erlangen, vom König Aietes diese Bedingung: “Wenn dir im Geist ist das goldene Vlies wegzutragen, binde die Feuer hauchenden Stiere, pflüge mit denselben das weite Feld, säe die Zähne eines Drachen, bekämpfe die aus den Zähnen entstandenen Männer. Du wirst durch tapferes Kämpfen als Sieger hervorgehen.” Iason verzweifelte wegen jenen schweren Gefahren beinahe.
Juno aber überredete Venus, weil sie Iason begünstigte und wußte, daß dieser ohne Hilfe die Aufgaben nicht erfüllen werde, daß sie die Liebe Medeas zu Iason reizte. Medea, Tochter Aietes, war Priesterin und Zauberin, welche die Kunst des Heilens kennengelernt hatte. So verliebte sie sich bald, von Venus veranlaßt, in Iason. Wir wollen hören, mit welchen Worten etwa Medea bei dem Dichter Ovid mit sich überlegt, ob sie den Ankömmling lieben und unterstützen soll und den Vater und die Heimat verraten soll.
“Was ist es, warum ich so begierig bin den Jüngling zu unterstützen? Warum fürchte ich für jenen, den ich eben gesehen habe? Eine unbekannte Kraft zieht mich gegen meinen Willen; die Begierde rät mir das eine, mein Geist etwas anderes. Warum werde ich an dem Gast verbrannt? Warum begehre ich die Verbindung im fremden Land? Ob jener lebt oder untergeht, ist im Willen der Götter. Er soll jedoch leben! Und es ist erlaubt das sogar ohne Liebe zu erbitten. Jenem Jüngling ist fremde Hilfe nötig. Wenn ich ihm die Hilfe nicht gebracht haben werde, wird er durch die Mäuler der Stiere verbrannt und von den durch die Saat geschaffenen Feinden getötet werden. Aber soll ich des Liebens begierig die Heimat verlassen? Soll ich irgendjemand fremden durch meine Mühe beschützen? Was, wenn er ohne mich mit dem Wind absegeln wird? Aber jenem ist nicht die Miene, daß ich den Betrug fürchte. Und so wird er vorher ein Versprechen geben. Und er wird mir immer Dank schulden. Wir werden durch eine feierliche Ehe verbunden werden. Werde ich etwa das Ehe nennen und meiner Schuld den großen Namen geben? Erblicke, Medea, welchen verbrecherischen Weg du gehst, und solange bis es erlaubt ist, entfliehe dem Verbrechen!”
Pflichtgefühl und Scheu standen vor den Augen der, diese Worte gesprochen habenden, Medea, und schon floh Cupido. Aber sobald sie den tapferen und schönen Jüngling sah, leuchtete die ausgelöschte Flamme wieder auf. Und der Gast bewegte, sobald er wegen des Bittens um Hilfe die Rechte Medeas ergriff, den Geist der Frau schneller. Deshalb gab die Zauberin, nicht länger zweifelnd, Iason eine mit wunderbarer Kraft versehene Salbe, damit sie den Körper vor dem brennenden Hauch der Stiere schütze.
Das Bessere sehe und billige ich, ich folge als Schlechteres.
Die Freuden sind oft der Anfang unseres Schmerzes. Wir lernen durch das Lehren.
Ein guter Mann, des Redens kundig.
Ein Mann stellte für uns durch Zögern die Sache wieder her.
Das Gerücht wächst im Gehen. Die verbrecherische Liebe des Habens.
Der Tropfen höhlt den Stein aus, nicht durch Gewalt, sondern durch häufiges Fallen.
Die Art des Lebens. Wer Ohren des Hörens hat, höre!
Im Zustand des geboren Werdens. Seine Lust zieht jeden.
Solange ich atme, hoffe ich. Eine Bedingung ohne die nichts geht. Wegen der Ehre.


KAPITEL 44
IASON BRICHT DIE MIT MEDEA GESCHLOSSENE EHE
ÜBER IASON UND MEDEA, 2. TEIL
Der durch die von Medea erhaltene Salbe unterstützte Iason verband unversehrt die Stiere und pflügte das Feld. Nachdem genug bewaffnete Männer aus den Zähnen der Schlange geboren waren, warf er einen Stein zwischen sie, wie es von Medea befohlen worden war; dann töteten die Kämpfenden einer den anderen.
Nachdem die Aufgaben erledigt worden waren, bereitete Aietes den Gästen dennoch Fallen. Medea führte die Argonauten nachts zu einem Hein, wo das Vlies von einem Monster bewacht wurde. Als der Drache, von einem Gift Medeas betäubt, in den Schlaf gefallen war, raubte Iason das solange ersehnte Fell. Sofort bestiegen die Seemänner mit der Frau, welche dem geliebten Mann folgte, vor dem erzürnten König fliehend, das Schiff und strebten auf die hohe See.
Sehr schwere Gefahren über die Meere überstanden habend, kehrten sie schließlich nach Iolkos zurück, wo sie dem König Pelias das begehrte Fell übergaben. Der König, wie sehr auch alt und schwach, hielt Iason von der Herrschaft ab. Dann überredete Medea durch die Bitten Iasons verleitet die Töchter Pelias, daß sie durch Abschlagen der Glieder und durch Kochen mit Kräutern dem Vater die Jugend zurückgeben könnten. Sie zeigte die Kunst, nachdem sie einen Widder getötet, gekocht und zur Jugend erneuert hatte. Aber Pelias, mit derselben Vernunft behandelt, rettete Medea nicht. Der Sohn des Pelias vertrieb die aus Iolkos, durch deren Falle sein Vater ums Leben gekommen war.
Iason und Medea kamen nach Korinth, wo sie sich den Sitz aufstellten und mehrere Jahre mit zwei Söhnen in gewisser Eintracht lebten. Aber der durch sein adeliges Geschlecht stolze Iason floh allmählich vor der fremden Frau, ja er schauderte sogar zurück. Zuletzt führte der Grieche, die Fremdländische zurückweisend, Glauca, die Tochter eines Königs, in die Ehe. Medea konnte, obwohl sie in so großen Nöten zuerst den Jüngling, dann den Ehemann unterstützt hatte, weder durch Anflehen noch durch Drohen den Geist dieses umstimmen. Die Zauberin erfand, als sie sah, daß sie durch Wohltaten um Iason verdient mit so großer Schmach versehen worden war, zum Rächen diesen Plan: sie schickte ein Kleid und einen Kranz in Gift getränkt durch ihre Söhne als Geschenk Glauca. Diese wurde, nachdem sie die Geschenke angenommen und angezogen hatte, zusammen mit dem zu Hilfe kommenden Vater von den Flammen verzehrt. Die korinthischen Bürger töteten die Söhne mit Steinen, Medea entkam in einem mit Flügel versehenen Wagen durch die Luft. Iason aber wurde später unter dem Schiff Argo sitzend von einem fallenden Teil des Holzes niedergehauen.
Zuerst in Euripides Tragödie tötet Medea selbst die Söhne, um sich an dem treulosen Ehemann zu rächen, bevor sie aus Korinth entfloh.
Hüte dich vor dem Hund!
Das Glück unterstützt die Tapferen. Das schlechte Kraut geht nicht zugrunde.
Durch Eintracht wachsen kleine Dinge, durch Zwietracht zerfallen die Größten.
Die Liebe besiegt alles: und laßt auch uns vor der Liebe weichen!
Weiche dem Widerstrebenden; durch Nachgeben wirst du als Sieger weggehen.
Worte lehren, Beispiele reißen mit.


KAPITEL 45
SEID GEGRÜSST, DIE IHT IN OLYMPIA GESIEGT HABT!
Eine wie große Menge, während die einen die anderen bedrängen, ein wie großes Geschrei im Hafen von Ephesos! Fast die ganze Bürgerschaft begrüßt, nachdem die Hände im Klatschen gehoben worden sind, den Euragoras und den Phrygnon, deren einer im Langlauf, der andere im Ringkampf siegte. Euragoras hatte schneller als die übrigen Läufer die Länge des Stadions zwanzigmal durchlaufen. Der ringende Phrynon war von den Richtern siegreich erklärt worden, nachdem er seinen Gegner in sehr kurzer Zeit dreimal zu Boden geworfen hatte.
Nun werden die beiden Sieger, während die Bürger sie begleiten oder unterwegs applaudieren, gleichsam im Triumph zum Rathaus geführt. Jeder von beiden wird, nachdem er mit einem Kranz geschmückt worden ist, von den führenden Männern in Ephesos mit ausgesuchten Ehren empfangen. Viel Geld aus der Staatskasse wird ihnen geschenkt. Statuen werden für die Beiden von einem hervorragenden Künstler möglichst schnell am Forum aufgestellt werden.
Durch keine Sache wurden die Griechen mehr verbunden, als durch die in Olympia gefeierten Spiele. In jedem 5. Jahr brach die Jugend der in der griechischen Sprache sprechenden Bürgerschaften zu den olympischen Spielen auf, damit sie durch fünf Festtage jenem berühmtesten Wettkampf beiwohnte. Die einen kämpften im kurzen Lauf (in ein oder zwei Stadien), die anderen im sehr langen Lauf (in zwanzig oder vierundzwanzig Stadien), die dritten im Sprung, diese im Ringkampf, jene im Wettlauf der Pferde. Jeder kämpfte in seiner Kunst so um den Kranz des Sieges. Welche auch immer hierher kamen, hatten zu Hause sehr lange in der Ringschule oder im Gymnasium ihre Körperkräfte trainiert, sodaß sie die übrigen im Lauf, im Werfen, im Kämpfen übertrafen.


ÜBER DIE DIE NATUR DER DINGE ERFORSCHENDEN WEISEN
Thales soll als erster über die Natur der Dinge geforscht haben: er meinte, daß das Wasser der Ursprung aller Dinge sei. Derselbe sah vorher, daß die Sonne durch das Vortreten des Mondes ausgehen werde.
Heraklit sagte, daß alles aus dem Feuer herausgebracht werde; er behauptet, daß alle Dinge fließen und nichts andauere und daß alle niemand nochmals in denselben Fluß steigen könne.
Pythagoras behauptete, daß die Seelen nach dem Tod von den einen zu den anderen hinübergingen. Die Pythagoreer glaubten, daß Zahlen mit der Harmonie der Musik verbunden seinen, ja sogar, daß das Weltall durch die Harmonie erklinge.
Demokrit lehrte, daß das ganze Weltall aus kleinsten Teilchen zusammengesetzt werde. Er nannte die Teilchen Atome, welche nicht geteilt werden könnten: er sagte, daß alle Sachen immer durch eine Menge der entweder zusammentreffenden oder entfliehenden Atome erzeugt werden.
Anaxagoras trug gleichsam als erster die Philosophie nach Athen. Gemäß seiner Lehre werden unzählige und verschiedene Samen im Weltall durch Vernunft (oder Verstand) gelenkt. Wiewohl jener Freund des Perikles und Lehrer des Euripides war, floh der wegen Gottlosigkeit angeklagte Greis aus der Stadt.
Nichts geschieht ohne Grund. Alles fließt, es gibt nichts, was auf der ganzen Welt fortdauert.
Auf die Worte des Lehrers schwöre. Der eine braucht die Hilfe des anderen.
Kein Buch ist so schlecht, daß es nicht durch irgendeinen Teil nützt.
Da Leben gibt den Menschen nichts ohne große Arbeit.
Ein wahrer Freund ist gleichsam ein anderer Derselbe.
Die Gewohnheit ist gleichsam eine andere Natur. Die Natur macht keine Sprünge.
Welche Kunst jeder in sich erkannt hat, darin soll er sich üben. Der vernünftige Mensch.


KAPITEL 46
DIE GRIECHEN BEWAHREN DIE HEIMAT VOR DEN PERSERN BEI MARATHON
ÜBER DIE PERSISCHEN KRIEGE, 1. TEIL
Laßt und zuerst sehr kurz erfahren, wie die Kräfte der Perser mehr und mehr gewachsen sind:
Kyros, der König der Perser, bemächtigte sich der Herrschaft der Meder. Dann unterwarf er Lydien, nachdem Kroisos geschlagen worden war, schließlich die griechischen Bürgerschaften Iaoniens unter seinem Befehl. Kambyses, der Sohn des Kyros, fügte dem Reich der Perser das unterworfene Ägypten hinzu. Nachdem Kambyses ausgelöscht und Babylon eingenommen worden war, begann König Dareios einen Krieg mit den Skythen. Von diesen zwar zurückgeschlagen, bereitete er sich, nachdem Thrakien und Makedonien unterworfen worden waren, vor Griechenland unter seine Macht zu bringen, daß er den Kreis seiner Herrschaft schloß.
Er rüstete eine Flotte der 500 Schiffe aus. Er bewaffnete 200.000 der Fußsoldaten, 10.000 der Reiter. Er sagte den Athenern diesen Grund des Heranrückens: “Krieg muß von uns gegen euch geführt werden, weil die griechischen Ionier mit eurer Hilfe Sardes erobert und unsere Posten getötet haben.” Die Führer der Perser rückten, nachdem Euboia eingenommen und die Bürger nach Asien weggebracht worden waren, nach Attika heran und führten die Truppen zu dem Feld bei Marathon.
Die durch die so nahe Gefahr bewegten Athener baten durch einen zu den Spartanern geschickten Läufer um Hilfe. Zu Hause aber entstand unter zehn Militärführern eine große Debatte, ob die Stadtmauern von ihnen verteidigt oder die Feinde mit Schärfe angegriffen werden müßten. Als die Spartaner von religiösen Kulten zurückgehalten wurden, mußte von den Athenern die Schlacht beinahe allein geführt werden. Denn keine Bürgerschaft außer einer war den Athenern zu Hilfe gekommen. Wie sehr deshalb auch 10.000 der Griechen sich gegenüber 200.000 der Perser aufgestellt hatten, Miltiades, zum Führer des Krieges gemacht, hatte höchstes Vertrauen in die Schnelligkeit und auch Tapferkeit der Seinen.
In der nicht offenen Gegend richtete er unter Hügeln eine Schlachtreihe mit dem Plan ein, daß sie selbst durch die Bäume geschützt, die Reiterei der Feinde aber behindert wurde. Datis, Führer der Perser, wünschte, obwohl er sah, daß solche Plätze für die Seinen nicht geeignet seien, auf die so großen Truppen vertraut habend, dennoch zu kämpfen, und das um so mehr, weil er glaubte, daß der Kampf begonnen werden müsse, bevor die Spartaner zu Hilfe kamen. In diesem Kampf töteten oder vertrieben die Athener auf dem für sie günstigen Platz mit wunderbarer Tapferkeit eine Menge der Feinde. Die geschlagenen und erschrockenen Perser mußten die Schiffe aufsuchen. Kein Kampf war bisher berühmter als jener. Selten nämlich hat eine kleinere Schar von Männern größere Truppen (oder mehr Soldaten) besiegt.


KAPITEL 47
DIE FLOTTE DER ATHENER ÜBERWÄLTIGT DIE KRIEGSSCHIFFE DER PERSER ODER SCHLÄGT SIE IN DIE FLUCHT
ÜBER DIE PERSISCHEN KRIEGE, 2. TEIL
Schon Xerxes begann zu Lande und am Meer mit so großen Truppen einen Krieg mit ganz Griechenland, wie sie niemand zuvor gesehen hatte. Während die Athener Apoll in Delphi befragt haben, antwortete Pythia, daß sie die Stadt, nachdem die Stadtmauer aus Holz angefertigt worden war, beschützen sollen. Während die übrigen zweifelten, wie sie das Orakel des Apoll deuten sollen, überredete Themistokles die Bürger, daß das der Plan sei, daß sie sich und die ihrigen auf die Schiffe zusammentragen sollten: er hatte erkannt, daß die Holzmauern Schiffe waren. Nachdem ein so beschaffener Beschluß gebilligt worden war, erbauten die Athener ebensoviele Dreidecker, wie viele sie schon hielten. Welche Dinge sie auch immer bewegen konnten, schafften sie nach Salamis fort, sie verbargen Frauen und Kinder mit den wertvollen Sachen auf der kleinen Insel, sie übergaben die Festung einigen Älteren, die Stadt ließen sie zurück. Der Plan des Themistokles mißfiel den meisten Bürgerschaften, es gefiel ihnen mehr auf dem Land zu kämpfen. Ganz im Gegenteil, weil sie ihr Wohl höher einschätzten als das Schicksal aller, wollten sie sich besser nach Hause zurückziehen. Daher wurde eine Schar der Spartaner unter der Führung Leonidas ausgeschickt, damit sie die Thermopylen besetzten und nicht duldeten, daß die Perser länger vorrückten. Aber jene die die große Kraft der Feinde nicht aushielten, gingen alle bis auf den letzten Mann zugrunde.
Nachdem die Thermopylen erobert worden waren, eilte Xerxes nach Athen und zerstörte die Stadt durch einen Brand. Schon bereiteten die meisten durch die Flammen erschreckten Griechen vor wegzugehen, daß sie ihre Städte verteidigten. Dann faßte Themistokles diesen Beschluß: Er schickte den treuesten Sklaven heimlich zu Xerxes, der meldete, daß die meisten Griechen sich nach Hause zurückziehen wollten. So redete er dem König ein, daß die gesamten Truppen der Griechen an einem Ort angegriffen werde müßten. er erklärte, daß die Perser mit ihrer Flotte die kleinere der Griechen leicht umzingeln konnten. Der König nicht der List fürchtend gab am folgenden Tag das Zeichen zum Kampf. Von den Persern mußte an einer keineswegs günstigen Stelle im so engen Meer gekämpft werden, daß eine Menge der größeren Schiffe gegen die Schnelligkeit der kleineren nicht entfaltet werden konnte. Der König blieb gleichsam wie ein Zuschauer des Kampfes am Strand. Weil das Gefecht länger unentschieden war, begannen die Ionier allmählich, so wie man es mit Themistokles vereinbart hatte, sich aus dem Kampf zurückzuziehen. Durch den Abfall derer sind die Sinne der übrigen zerbrochen worden. Daher flohen die zurückgeschlagenen und in der Seeschlacht bald besiegten Schiffe der Perser. So viele Schiffe wurden gefaßt, wie viele versenkt wurden.
Sag, Gastfreund in Sparta, daß du uns hier liegend gesehen hast, während wir den heiligen Gesetzen der Heimat folgen.
Nichts mehr darüber hinaus. Vom Vorhergehenden - Vom Nachfolgenden.
Der äußerste Senatsbeschluß. Die letzte Vernunft.
Alle verletzen, die letzte tötet.
Niemand wird verpflichtet das Fernste zu können. Aus tiefstem Herzen.
Lieber spät als niemals. Das höchste Lebewohl.
Wie viele Köpfe, so viele Meinungen. Ebensoviele Feinde wie Sklaven.










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