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Linné, Carl (1707-1778)

Kurzinformation:
Wörter: 1500
Seiten:
Typ: Referat
Sprache: Deutsch
Autor: Unbekannt
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Carl Linné
Allg.:
  • 18. JH Erfordernis Pfl. Und Tierarten in einem Klassifikationssystem übersichtlich zu ordnen, kurz und eindeutig zu benennen und zuverlässig zu charakterisieren.
  • da: rasche Forschung in Fauna und Flora aller Erdteile z.Bsp.: Rays Artbegriff, Tourneforts Taxonomie und Camerarius´ Befunde über die Sexualität der Pfl.
  • Diese Aufg. Wurde von Linné gelöst.
Zu Linné:
  • geboren: 23. Mai 1707 als erstes Kind des protestantischen Landgeistlichen Nils Linné in Rashult bei Stenbrohult (Provinz Smaland) in Süd-Schweden
  • richtiger Name: Carolus Linnaeus
  • wuchs im Dorf sehr naturverbunden auf und wurde protestantisch erzogen
  • Vater legte auf dem Pfarrhof einen Garten an, der als der formenreichste ganz Schwedens galt.
  • hier erfuhr Linné erste Eindrücke für seinen späteren Werdegang Botaniker
  • 1716-1723 besuchte er in der Provinzhauptstadt Växjö die Schule
  • 1723-1727 letzten 4 Jahre das Gymnasium.
  • Abschlußzeugnis durchschnittlich 11. Von 18
  • da er die meisten Fächer ziemlich vernachlässigt hatte, da diese Lehranstalt hptsl. Auf´s Theologiestudium vorbereitete
  • Latein, welches internationale Wissenschaftssprache war und Naturkunde interessierten ihn aber
  • Naturkunde unterrichtete nebenberuflich der Arzt Johann Rothman.
  • Dieser hatte in Holland beim berühmten Boerhaave studiert und verfolgte die Fortschritte in der Naturwissenschaft
  • er erkannte die Begabung Linné´s und gab ihm ersten Einblick in die Welt der Wissenschaft, z.B. machte er ihn bekannt mit: Tourneforts Pflanzensystematik und Vaillands Ideen über die Sexualität der Pflanzen
  • überzeugte auch Nils Linné, den Sohn nicht zum Theologiestudium zu zwingen, welches eine gesicherte Existenz versprach, sondern Medizin zu studieren.
  • die ersten Bücher die Linné laß als er Lateinisch konnte war die "Historia animalium" von Aristoteles, welches seine Auffassung zur Natur stark beeinflußte
  • 1727 Studium der Medizin, zuerst in Lund, später in Uppsala
  • an Schwedischen Universitäten überwiegte die Theologie, die medizinischen Fakultäten waren in einem sehr schlechtem Zustand
  • erwarb seine Ausbildung weitgehend im Selbststudium
  • wurde in Uppsala von interessierten Gelehrten gefördert
  • 1730 veröffentlichte er eine kleine Schrift über die Sexualität der Pflanzen
  • erhielt im 3. Studienjahr einen Lehrauftrag für Botanik
  • 1732 auf eigene Anregungen von der Wissenschaftssozietät(gesellschaft) mit einer Reise ins unerforschte Lappland beauftragt, um 3 Naturbereiche zu erkunden (Mineralien, Tiere, Pflanzen)
  • später folgten weitere Forschungsreisen
  • gab in seinen Reiseberichten: praktische Ratschläge zur Bewirtschaftung der Wälder, Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung von Mooren, zur Unkrautbekämpfung, Kultivierung einheimischer wildwachsender Futterpflanzen und zur Verhütung von Krankheiten, sowie Mineralvorkommen und Heilquellen
  • 1735 erlangte er die Doktorwürde in Hardewigk in Holland, wo dies wenig Zeit erforderte und relativ billig war - wurde Doktor der Medizin
  • fand in Holland rasch Freunde und Gönner
  • besuchte in Leiden den hochbetagten Boerhaave, welcher ihn mit dem reichen Bankier und Bürgermeister von Amsterdam Glifford bekannt machte
  • Glifford machte Linné zum Vorsteher seiner weitläufigen, botanischen und zoologischen Gartenanlagen in Hartkamp bei Haarlem
  • im gleichen Jahr erschien das epochemachende Werk "Systema naturae", eine grandiose Bestandsaufnahme des Mineral-, Pflanzen-, und Tierreiches der Erde
  • unterschied die 3 Naturbereiche, auf Aristoteles basierend: Die Steine wachsen, die Pflanzen wachsen und leben, die Tiere wachsen, leben und fühlen
  • dieses Werk machte ihn schlagartig in der ganzen Welt berühmt
  • bisher insgesamt 13 Auflagen, davon 12 zu Lebzeiten Linné´s
  • bei der 13. Auflage (1788-1793) waren es 12 Bände mit über 6000 Seiten
  • kurz darauf folgten weitere grundlegende Arbeiten die die Naturwissenschaft vergleichen, beschreiben und klassifizieren
  • 1736 "Fundamenta botanica", "Bibliotheca botanica"
  • 1737 "Genera plantarum", "Flora Lapponica", "Critica botnica", "Methodus sexualis", "Hortus Cliffortianus"
  • 1738 "Classes plantarum"
  • wesentlicher Bestandteil der Klassifikation Linné´s war das Sexualsystem der Pflanzen, welches aus praktischer Erfordernis entstand
  • In ihm waren Gattungen der Blütenpflanzen nach Anzahl der Staubgefäße und Stempel eingeteilt.
  • durch geringe Anzahl zu beobachtender Merkmale, war es leicht die Pflanzen zu bestimmen bzw. Neu einzuordnen
  • dadurch weite Verbreitung dieses Systems trotz religiöse Fanatiker, die es für unmoralisch und jugendgefährdend hielten.
  • der künstliche Charakter war Linné bewußt, und er verlangte deshalb ein natürliches System der Pflanzen, wie er es bei Tieren anstrebte
  • er teilte generell ein: Lebewesen in Arten, Gattungen, Ordnungen und Klassen
  • während Gliederung des Pflanzensystems nur ergänzt, wurde die des Tierreiches ständig verbessert
  • teilte zuerst die Tiere in 6 Klassen ein: Vierfüßer, Vögel, Amphibien, Fische, Insekten und Würmer.
  • In der 10. Auflage des "Systema naturae" (1758) wurden in die erste Klasse auch Wale aufgenommen, so das diese Klasse endgültig den Namen: Säugetiere erhielt
  • die Einbeziehung der Menschen unter der Bezeichnung Homo sapiens, zeigte wie weit er seinen Zeitgenossen voraus war. Erst 100 Jahre später setzte sich diese Erkenntnis durch
  • Linné vertrat zunächst die Auffassung: die Arten und ihre Anzahl seien konstant, es gebe so viele Arten, wie Gott bei der Erschaffung der Welt geschaffen habe
  • später nahm er einschränkend an: aus erschaffenen Arten können durch Kreuzung neue Arten entstehen versuchte damit Ähnlichkeiten der Arten zu klären
  • glaubte an die Erschaffung der Welt durch Gott, welcher alle Dinge ungeordnet in die Welt geworfen hatte, und die Menschen sollten die Ordnung und den Zusammenhang entdecken
  • lehnte die zeitgenössischen Vorstellungen ab, von einer linear und kontinuierlich von Niederen zu Höherem aufsteigenden Stufenleiter der Dinge
  • während er Schwierigkeiten beim Erarbeiten des natürlichen Pfl.systems erörterte, betonte er auch die Bedeutung der künstlichen Systeme
  • erkannte den wesentlichen Unterschied natürliches - künstliches System, das zu allg. Kenntnissen führt und in die abgestufte Mannigfaltigkeit der Lebewesen erfaßt
  • Die Mannigfaltigkeit wurde im 19.Jh. durch Charles Darwin erklärt, welcher Linné als einen Lehrmeister ansah
  • September 1738: ließ sich in Stockholm als praktizierender Arzt nieder
  • durch erfolgreiche Behandlung von Geschlechtskrankheiten und Bronchitis gewann er einen großen Patienenkreis
  • Nach seiner Rückkehr nach Schweden schloß er Freundschaft mit dem Grafen Tessin dessen polit. Partei die Oberhand im Reichstag gewann.
  • Bei dieser Führung konnte Linné die Pläne zur Förderung der Naturwissenschaft und Entwicklung der Wirtschaft durchsetzen
  • er galt durch seine Forschungsreisen durch schwedische Provinzen als Experte
  • 1739 entstand die schwedische Akademie der Wissenschaften
  • Linné war mit das jüngste Mitglied und wurde ihr erster Präsident für rund 40 Jahre
  • Aufnahme von Mitgliedern, die keine wissenschaftliche Arbeiten leisteten, aber der Finanzierung dienten, z.B. für die Reisen der Schüler Linné´s in alle Teile der Erde, um Pfl., Tiere und Mineralien zu sammeln.
  • Tessin veranlaßte die Ostindische Kompanie von 1746 an Freifahrten auf ihren Schiffen zur Verfügung zu stellen
  • Linné hielt Vorlesungen über Mineralogie und Botanik am Bergkollegium in Stockholm
  • 1741 wurde zum Professor für Anatomie und Medizin nach Uppsala berufen und bekam den Titel eines Königlichen Leibarztes
  • war sehr beliebt bei den Studenten in Uppsala, aber zerstritten mit seinen Professor Kollegen.
  • Klatschgeschichten schwelender Konflikt mit der Theologischen Fakultät
  • wurde von theologischer Seite des Pantheismus bezichtigt (Weltanschauung, die Gott und die Natur gleichsetzt, All-Gott Lehre), man mußte jedoch auf seiner Berühmtheit und guten Beziehungen zur politischen Partei Rücksicht nehmen
  • bekam wiederholt zeitaufwendige Funktionen wie: Dekanat (Geistlicher) oder Rektorat (Vorsteher einer kirchl. Anstalt) übertragen nutze dies für die Wissenschaft und seinen Studenten
  • 1747 erreichte durch seinen Einfluß, das der naturwissenschaftl. Unterricht an allgemeinbildendenden Schulen in Schweden eingeführt wurde, und das die Lehrer im Fach Naturkunde eine Prüfung ablegen mußten.
  • zog die Tätigkeit an der Uni vor, gegenüber der Geldeinbringenden Arztpraxis
  • Es erschienen noch folgende Werke: "Flora svecica" (1745), "Fauna svecica" (1746), "Curiositas naturalis" (1749), das Lehrbuch der Arzneimittelkunde "Materia medica" (1749), "Philosophia botanica" (1751), "Species plantarum" (1753), "Politia naturalis" (1760)
  • Im Werk "Philosophia botanica" unternahm er denn Versuch ein natürliches System auch für den Pfl.bereich zu erarbeiten. Hat diese Arbeit aber nie abgeschlossen
  • Im Werk "Species plantarum" verwandte er Linné erstmals die binäre Nomenklatur (wissenschaftl. Beziehung der Organismen mittels zweigliedriger Namen), für rund 7300 Pflanzenarten
  • jede Art wird durch ein Wort für die Gattung zu der sie gehört und durch ein Wort für die Art selbst bezeichnet
  • In der 10. Auflage der "Systema naturae" (1758) wandte er dieses Verfahren auf die 4235 darin verfaßten Tierarten an
  • Diese binäre Bezeichnung stellte eine Vereinfachung und Vereinheitlichung dar
  • Rote Johannisbeere bei Caspar Bauhin (1560-1624) hieß: Grossularia multiplici acino seu non spinosa hortensis rubra seu Ribes officinarium
  • bei Linné und bis heute: Ribes rubrum
  • Diese beiden Werke bilden heute den Ausgangspunkt und das Muster für wissenschaftliche Artennamen der Lebewesen
  • In "Politia naturalis" befaßt sich Linné mit den Ordnungsregeln die in der Natur herrschen.
  • entdeckte dabei ökologische Zusammenhänge, fand heraus, daß zw. Der Individuenanzahl der versch. Arten in der Natur ein Gleichgewicht herrscht, das sich immer wieder herstellt, weil der überzählige Nachwuchs vernichtet wird.
  • 1762 wurde Linné geadelt "von Linné"
  • staatliche Förderung ließ nach, Tessin, Gönner und Freunde verloren an Einfluß
  • seit Ende der 40er psychonervale und physische Störungen die ihn beeinflussen
  • Zitat: "Ich habe gestrebt und gearbeitet aus aller Lust, mit allen Kräften, mit allen Sinnen, selbst das Eisen nutzt sich ab"
  • 1774 und 76 Schlaganfälle
  • starb am 10.Januar 1778
  • sterbliche Überreste in der Domkirche zu Uppsala beigesetzt
  • Sein System zur Benennung und Klassifizierung wird heute noch angewandt (mit vielen Änderungen)
  • Seine Zeitgenossen sagten über ihn: "Gott habe die Welt geschaffen, aber Linné habe sie geordnet"










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