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Nestroy, Johann: Der böse Geist Lumpazivagabundus
Der böse Geist
Lumpazivagabundus
Johann Nestroy wurde am 7.12.1801 in Wien geboren. Er entstammte einer
angesehenen Bürgerfamilie. Er entdeckte früh seine Liebe zum Theater.
Mit 21 Jahren debütierte er als Sasastro in der Zauberflöte im
Theater am Kärntnertor. Danach ging er ins Ausland, kehrte wieder
zurück und faßte 1831 in Wien Fuß. Nestroy spielte oft in
seinen Stücken mit und feierte große Erfolge.
Dieses Stück handelt von dem Kampf zwischen zwei Feen, der
Glücksfee Fortuna und der Liebesfee Amorosa.
Im friedlichen Feenreich stört der Geist Lumpazivagabundus den
Frieden. Er stiftet Zauberer- und Magiersöhne an, zu trinken, zu spielen;
er verleitet sie zu einem Leben in Saus und Braus. Doch der Feenkönig gibt
ihnen ihr verlorenes Gut wieder zurück. Das beeindruckte die
“Bösewichte” aber gar nicht und leben ihr Leben wie vorher
weiter. Nur Hilaris, der Sohn des Zauberers Mystifax, beschließt ein neues
Leben zu beginnen und zu heiraten. Er will die Tochter von Fortuna, Brillantine,
zur Frau nehmen. Doch Fortuna weigert sich.
Nun kommt es zu einem Versuch: Die mächtige Glücksfee Fortuna
glaubt, allein durch Reichtum jeden Menschen wieder auf den rechten Weg bringen
zu können. Lumpazivagabundus jedoch behauptet, daß die Liebesfee
Amorosa mächtiger als die Glücksfee sei. Fortuna wird drei lockeren
Gesellen, die bis jetzt in Armut gelebt haben, Reichtum zukommen lassen. Wenn
wenigstens zwei von ihnen dadurch zu Vernunft kommen und ein neues Leben
beginnen, so ist Fortunas Macht erwiesen; wenn die Gesellen jedoch den Reichtum
verschleudern und ihr Glück mit Füßen treten, dann sollen
Hilaris und Brillantine ein Paar werden.
Fortuna erscheint nun den drei Gesellen Leim, Knieriem und Zwirn im Traum
und verrät ihnen die Nummer des Gewinnloses in der Lotterie. Die drei
gewinnen tatsächlich eine Menge Geld. Leim heiratet, legt sein Geld gut an
und bleibt ein wohlhabender Mann. Knieriem und Zwirn jedoch verprassen ihr Geld
wieder und werden wieder arm. Nach einem Jahr treffen sich die drei wieder, zwei
arm einer reich. So beschließt Leim seinen Freunden Geld zu geben, aber
die anderen zwei wollen ihr freies Leben nicht aufgeben, und damit hat Fortuna
die Wette verloren und muß zugeben, daß Amorosas Macht die ihre
übertrifft.
Hilaris und Brillante werden ein Paar, und Amorosa bringt durch die Macht
der Liebe sogar noch die beiden anderen Gesellen auf den rechten Weg und
verbannt damit den bösen Geist für immer aus dem Feenreich.
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