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Magnetschwebebahnen
MAGNETSCHWEBEBAHNEN
Von Andreas Stadler, 7.C
GESCHICHTE:
Zu erst eine Zusammenstellung der wichtigsten Daten in der Geschichte der
Entwicklung von Magnetschwebebahnen in Deutschland.
1922 Der norddeutsche Ingenieur Hermann Kemper stellt erste
Überlegungen zur elektromagnetischen Schwebebahn auf und beginnt mit deren
Entwicklung.
- Hermann Kemper meldet für die "Schwebebahn mit räderlosen
Fahrzeugen" das Patent an (DRP Nr. 643 316). Ein Jahr später beweist er die
Tragfähigkeit des Systems mit einem Versuchsmodell.
1969 Bau
des TRANSRAPID 01 durch Krauss-Maffei, des ersten funktionsfähigen,
berührungsfreien EMS-Schwebefahrzeugs mit Kurzstator-Antrieb (Antrieb im
Fahrzeug). Nach und nach werden, neuere und bessere TR gebaut.
1970 Das Institut für elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen
(IEM) beginnt mit der Entwicklung des elektromagnetischen Schwebekonzepts
(Anziehung).
1979 Der TRANSRAPID 05 wird auf der Internationalen Verkehrsausstellung in
Hamburg erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er
transportierte auf einer 908m langen Strecke mit einer Reisegeschwindigkeit von
75 km/h 6 Monate lang rund 50.000 Besucher.
Juni 1983 Inbetriebnahme des TRANSRAPID 06.
22.1.1988 Der TRANSRAPID 06 erreicht den Geschwindigkeitsrekord von 412,6
km/h.
1989 Inbetriebnahme des TRANSRAPID 07 auf der TVE. Er erreicht den
Weltrekord für personenbesetzte Magnetfahrzeuge von 436 km/h.
10.6.1993 Um 11:32 stellt der TRANSRAPID 07 unter normalen
Betriebsbedingungen den neuen Weltrekord von 450 km/h auf.
- Die Bundesregierung beschließt den Bau der 283 km langen
TRANSRAPID-Strecke
Berlin - Hamburg.
Planung:
1999 Fertigstellung und Inbetriebnahme des TRANSRAPID 08, dem
Anwendungsfahrzeug, welches im Jahre 2005 zum Einsatz kommen wird.
Anfang 2005 Betriebsbeginn
TECHNIK:
Seit der Erfindung der Eisenbahn hat sich am Prinzip des Antriebs durch
Bodenhaftung und Reibwert nichts Grundlegendes geändert. Die Funktionen
Tragen, Führen, Beschleunigen und Bremsen werden von Rad und Schiene
übernommen. Dieser Methode sind jedoch Leistungsgrenzen gesetzt. Mit
zunehmender Geschwindigkeit erhöhen sich Reibung und Verschleiß der
mechanischen Komponenten. Durch die großen dynamischen Lasten bei
Geschwindigkeiten über 300 km/h sind die Schotterbettungen der
Eisenbahnfahrwege besonderem Verschleiß und damit Instanthaltungsaufwand
unterworfen. FOLIE (ZUG –
TR)
Trag- und Führsystem (Schwebesystem)
Das Trag- und Führsystem der Magnetschnellbahn arbeitet nach dem
Prinzip des elektromagnetischen Schwebens. Es beruht auf den anziehenden
Kräften zwischen den im Fahrzeug angeordneten, einzeln geregelten
Elektromagneten und den an der Fahrwegunterseite angebrachten ferromagnetischen
Reaktionsschienen, den sogenannten Statorpaketen. Dabei ziehen die Tragmagnete
das Fahrzeug von unten an den Fahrweg heran, die Führmagnete halten es
seitlich in der Spur. Ein elektronisches, hochzuverlässiges Regelsystem
stellt sicher, daß das Fahrzeug in einem stets gleichbleibenden Abstand
von 10 mm an seinem Fahrweg schwebt, egal bei welcher Geschwindigkeit. Der
Abstand zwischen der Oberkante des Fahrweges und der Unterkante des Fahrzeugs
beträgt im Schwebezustand 15 cm. Ein elektronischer Regler sorgt
dafür, daß sich die Trag- und Führmagneten bei allen
Geschwindigkeiten auf nur 10 mm an den Fahrweg heranziehen. Der Spaltsensor, der
diesen Abstand mißt, wird dabei 100.000 mal in der Sekunde kontrolliert.
FOLIE (TR – Führschiene...)
und
FOLIE (Bild von TR, rechts und
links: Vergrößerungen)
Langstator-Linearmotor (Antrieb)
Als Antrieb und zugleich Bremse dient der Magnetschnellbahn Transrapid ein
synchroner Langstator-Linearmotor, der ebenfalls berührungsfrei arbeitet.
Die Funktion dieses Antriebs- und Bremssystems läßt sich aus der
Wirkungsweise eines rotierenden Elektromotors ableiten, dessen Stator
aufgeschnitten und gestreckt wird. Er erzeugt so anstelle eines magnetischen
Drehfeldes ein magnetisches Wanderfeld. Von diesem Wanderfeld wird das Fahrzeug
durch seine als Erregerteil wirkenden Tragmagnete mitgezogen. Der Antriebsschub
läßt sich durch eine Veränderung von Stärke und Frequenz
des Drehstromes stufenlos vom Stillstand bis zur Betriebsgeschwindigkeit
einstellen. FOLIE (Antreiben,
...)
Der synchrone Langstator-Antrieb beschleunigt die Fahrzeuge im Motorbetrieb
mit konstanter Schubkraft bis zur Betriebsgeschwindigkeit. Bei Generatorantrieb
dreht sich die Richtung von Energiefluß und Schub um - das Fahrzeug wird
berührungsfrei gebremst.
Im Gegensatz zum klassischen Antriebsprinzip konventioneller
Verkehrssysteme ist bei der Magnetschnellbahn der Motor im Fahrweg installiert.
Bei Fahrwegabschnitten mit hohen Schubanforderungen wie z.B. bei Steigungen und
auf Beschleunigungsstrecken wird der Motor im Fahrweg stärker ausgelegt als
auf ebenen Strecken, die mit gleichbleibender Geschwindigkeit befahren werden.
Das heißt: Die Leistung des Fahrweg-Motors ist immer auf die jeweilige
örtliche Beanspruchung ausgerichtet. Dagegen muß bei
herkömmlichen Verkehrssystemen das Fahrzeug stets die gesamte Motorleistung
für die jeweils höchste Beanspruchung in einem Streckenabschnitt
über die Gesamtestrecke mit sich führen.
FOLIE (Streckenabschnitt
zug...)
Der Langstator-Linearmotor im Fahrweg ist in Einzelabschnitte unterteilt,
von denen nur derjenige eingeschaltet und mit Strom versorgt wird, in dem sich
das Fahrzeug augenblicklich befindet. Dadurch werden Energieverluste
vermieden.
SICHERHEIT:
Im Winter: Ist die Magnetschnellbahn auch bei Schnee und Eis
einsatzfähig?
Ihre berührungsfreie Technik macht sie auch bei extremer Wetterlage
mit äußerst niedrigen Temperaturen voll funktionsfähig. Da
zwischen der Unterseite des Fahrzeugs und der Oberseite des Fahrwegtisches ein
Abstand von 15 cm besteht, kann die Magnetschnellbahn auch dann in Betrieb
bleiben, wenn auf dem Fahrweg eine Schneedecke bis zu dieser Höhe absetzten
sollte. Für den selteneren Fall, daß sich dort eine höhere
Schneedecke bilden sollte, werden Räumfahrzeuge eingesetzt.
Die Magnetschnellbahn muß daher auch dann noch nicht "vom Wetter
reden", wenn andere Verkehrssysteme wie Auto, Eisenbahn, Flugzeug oder
Binnenschiffahrt bereits gezwungen sind, ihren Betrieb einzustellen.
Feuerfestigkeit des Fahrzeugs
Die Fahrzeuge der Magnetschnellbahn setzen im Hinblick auf Feuerfestigkeit
und den vorbeugenden Brandschutz im Bahnverkehr neue Maßstäbe. Es
werden ausschließlich hochmoderne PVC-Freie Werkstoffe eingesetzt, die
nicht brennbar, schlecht wärmeleitend sowie durchbrand- und
temperaturbeständig sind.
Damit übertrifft die Magnetschnellbahn auch die Sicherheitsauflagen
der Luftfahrt, obgleich die Sicherheitsrisiken beim Transrapid weitaus geringer
sind. Denn als spurgeführtes Verkehrssystem kann sie nicht abstürzen,
hat an Bord keinen Treibstoff und keine künstliche Atmosphäre. Die
einzelnen Fahrzeugabteile können überdies hermetisch abgeschottet
werden.
Stromausfall: Was geschieht bei einem Stromausfall?
Bei Ausfall der Stromversorgung aus dem Netz während der Fahrt erfolgt
die Energieversorgung des Trag- und Führsystems durch Bordbatterien, die
während der Fahrt berührungsfrei geladen werden. Das Fahrzeug schwebt
daher mit dem vorhandenen "Schwung" bis zum nächsten Haltepunkt.
Für den Fall, daß der nächste Haltepunkt zu weit entfernt
ist, wird das Fahrzeug an einem der hierfür vorgesehenen Hilfshaltepunkten
abgebremst, die sich in regelmäßigen Abständen entlang des
Fahrwegs befinden. Der Bremsvorgang erfolgt mit Hilfe einer berührungsfrei
arbeitenden Wirbelstrombremse, die ebenfalls durch die Bordbatterien mit Energie
versorgt wird. Sie bremst das Fahrzeug bis auf eine Geschwindigkeit von zehn
km/h ab. Das Fahrzeug wird dann auf Kufen abgesetzt und kommt nach wenigen
Metern zum Stillstand.
Durch dieses Sicherheitskonzept des sicheren Schwebens und sicheren Halts
wird ein Nothalt auf freier Strecke ausgeschlossen.
Notfall/Rettungskonzept
Was geschieht bei einem Brand und gleichzeitigem Stromausfall?
Die Fahrzeuge der Magnetschnellbahn sind so ausgelegt, daß auch bei
einem Notfall der nächstgelegene Ziehlhaltepunkt erreicht werden
kann.
Diesem Konzept liegt die Erkenntnis zugrunde, daß z.B. bei einem
Brand oder brandähnlichen Vorfall in einem Zug in den Haltepunkten die
jeweils besten Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Auch bei den
Neubaustrecken der Eisenbahn geht man davon aus, daß sich nicht jeder
Abschnitt des Fahrweges wie z.B. Tunnel für eine Evakuierung der
Fahrgäste eignet, und stellt durch entsprechende Vorkehrungen sicher,
daß der Zug nicht an jeder beliebigen Stelle zum Halten kommen
kann.
Für den höchst unwahrscheinlichen Fall eines Brandes und des
gleichzeitigen völligen Ausfalls des Antriebs ist ein Sicherheitskonzept
entwickelt worden. Danach wird das Fahrzeug in diesem Fall automatisch mit Hilfe
einer berührungsfrei funktionierenden Wirbelstrombremse an einem
vordefinierten Zielhaltepunkt abgebremst. Hier stehen erforderliche
Einrichtungen zur Verfügung.
Die Magnetschnellbahn ist 100%ig sicher und ungefährlich.
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