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Mathematik der griechischen Antike
Mathematik der griechischen
Antike
(Johannes Pöckl)
Die griechische Mathematik dauerte ca. 1500 Jahre. Die Griechen sind um
2000 v. Chr. aus dem Norden in den Mittelmeerraum eingewandert und deren Kultur
war die Grundlage für die abenländische Politik, Kunst und
Wissenschaft. Die Griechen hatten zwar ein Dezimalsystem, aber eine zu
komplizierte Ziffernschreibweise. Das Ziffernsystem bestand aus 24 Buchstaben,
wobei Digamma, Kappa und San hinzugekommen sind. Es gab 3 Zahlenkategorien und
wollte man dazwischen liegende Zahlen darstellen kam es zu einer Addition, wie
wir es bei den röm. Ziffern kennen. Ein Querstrich über den Buchstaben
deutete an, daß es sich um Zahlbuchstaben handelte. Ein senkrechter Strich
stand für 1000.
Es gab eine
a) Ionische Periode (Thales, Pythagoras, Anaxagoras, Hippokrates, ...)
600-400 v. Chr.
b) Athenische Periode (Sophisten, Platon, Deinostratos, ...) 400-300 v.
Chr.
c) Alexandrische Periode (Eukleides, Archimedes, Nikomedes, ...) 300-200 v.
Chr.
d) Spätzeit (Hipparchos, Heron, Pappos, ...) 200 v. Chr. - 300 n.
Chr.
ad a)
1) Thales aus Milet ca. 600 v. Chr.
zählt zu den “sieben Weltweisen”, weil er eine
Sonnenfinsternis vorausgesagt (gerechnet) hat.
+ Gleichheit der Scheitelwinkel
+ Gleichheit der Basiswinkel und Winkelsumme im gleichschenkeligen
Dreieck
+ Dreieckskonstruktion aus einer Seite und den beiden anliegenden
Winkel
+ Satz von Thales
2) Pythagoreer gegründet von Pythagoras aus Samos (580-501 v.
Chr.)
von der Mathematik getragene Weltanschauung, daß die Zahl (=
arithmos) das Wesen der Dinge ausmacht
+ Unterscheidung von geraden und ungeraden Zahlen
+ Quadratzahlen sind Summe ungerader Zahlen
1+3+5+...+(2n-1)=n²
+ Dreieckszahlen stellen die einfachste arithmetische Reihe dar
1+2+3+...+n=[n(n+1)]/2
+ Summe gerader Zahlen ist ein Produkt zweier “Zahlenpaare von der
Differenz 1” (=Heteromeken)
2+4+6+...+(2n)=n(n-1)
+ Harmonische Proportion
1/a - 1/b = 1/b - 1/c
Sie zeigt sich beim Verhältnis der Flächen (a=6), Ecken (b=8)
und Kanten (c=12) des Würfels.
+ 2 Zahlen a und b heißen befreundet, wenn jede von beiden der
Teilersumme der anderen gleich ist
220 = 1+2+4+71+142
284 = 1+2+4+5+10+11+20+22+44+55+110
+ Auflösung der linearen Gleichung mit n Unbekannten
+ Lehrsatz von Pythagoras
(2n+1)² + (2n²+2n)² = (2n²+2n+1)²
weiteres: Einführung irrationaler Zahlen
Pentagramm (Sternfünfeck)
3) Anaxagoras aus Klazomenai (500-428 v. Chr.)
Quadratur des Kreises mit Zirkel und Lineal
4) Hippokrates aus Chios (um 400 v. Chr.)
Lehrbuch der Geometrie
+ Verdoppelung des Würfels durch Einschalten von zwei mittleren
Proportionalen x und y zwischen die Würfelkanten a und 2a
+ Möndchen
über gleichschenklig-rechtwinklige Dreiecke und über
gleichschenklige Trapeze konstruierbar
Inhaltssumme der beiden Möndchen ist gleich dem Inhalt des
Dreiecks
→ Hilfssatz: 2 Kreisflächen
verhalten sich wie die Quadrate ihrer Durchmesser
Mit Hippokrates hat (erstmals in nachweisbarer Form) der Beweis
Einzug in die Mathematik gehalten.
ad b)
1) Hippias aus Elis (um 460 v. Chr.)
Dreiteilung des Winkels
2) Deinostratos (um 350 v. Chr.)
Kreisquadratur
x=y*cot*[(πy)/(2a)]
→ transzendente Kurve
→ mit Lineal und Zirkel nicht
konstruierbar
3) Archytas aus Tarent (428-365)
hat im Zusammenhang mit einer Lösung des Delischen Problems die
erste Raumkurve in der Mathematikgeschichte gewonnen, und zwar als Schnitt
eines Kegelmantels und eines Kreis- wulstes mit einer
Zylinderfläche.
ad c)
1) Euklid aus Alexandria (365-300)
+ Begründer der Axiomatik
z.B.: Parallelaxiom = zu einer geg. Geraden durch einen geg. Punkt gibt
es genau eine Parallele
+ 11 Schriften, am bekanntesten “Elemente” 13
Bände
Buch I: Lehrsatz des Pythagoras
Buch V: Proportionslehre mit Einschluß des Irrationalen
Buch VII: Primzahlen
Buch XIII: fünf reguläre Körper
2) Archimedes aus Syrakus (287-212)
9 Schriften, z.B.: Über das Gleichgewicht ebener
Flächen
Über Kugel und Zylinder
Die Kreismessung
+ Mit der Kreismessung wird erstmals in der Geschichte der Mathematik die
Kreiszahl π zwischen
rationale Schranken eingeschlossen.
+ Rauminhaltsbestimmungen an Rotationskörpern: Drehellipsoid,
Drehparaboloid, zweischaliges
Drehhyperboloid
→ Körper in Schichten zerlegt und
durch ein- und mehrbeschriebene Zylinder appreximiert
+ Modell des Hebelgesetzes: Kraft mal Kraftarm = Last mal Lastarm
3) Apollonios aus Perge (262-190)
Konika → 8 Bücher
+ Def. der Kegelschnitte
y² = 2px -
(1-ε²)x²
ε = 1
→ Parapel; 0 <
ε < 1 →
Ellipse; ε > 1
→ Hyperbel
ad d)
1) Menelaos aus Alexandria (um 100 v. Chr.)
+ Satz des Menelaos
2) Klaudios Ptolemaios aus Alexandria (85-165 n. Chr.)
+ π ≈
377/120 ≈ 3,1417...
+ Satz von Ptolemaios
3) Heron aus Alexandria (um 75 n. Chr.)
Heronsche Dreiecksformel:
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mit s=(a+b+c)/2
a) Bei quadratischen Gleichungen mit einer Unbekannten werden auch negative
Wurzeln als möglich in Betracht gezogen (wenngleich nicht
berechnet).
b) wenn der Radikand einer Quadratwurzel eine natürliche Zahl ist,
läßt sich die numerische Bestimmung durch wechselweise Anwendung des
arithmetischen und geometrischen Mittels durch- führen.
4) Diophantos aus Alexandria (um 250 n. Chr.)
Arithmetika: 13 Bücher
Lösung von Gleichungen (linear und quadratisch) mit mehreren
Unbekannten
x³+y³=x+y
ax+by=c (jedoch nur rationale Lösungen)
erster Zahlentheoretiker der Mathematikgeschichte
5) Pappos aus Alexandria (um 320 n. Chr.)
+ Verallgemeinerung des pythagoreischen Lehrsatzes für schiefwinklige
Dreiecke
+ Aussagen über Extremwerte, Spiralen, Schraubflächen,
Quadratrix
+ Satz über Inhaltsbestimmungen von Drehkörpern mittels ihres
Schwerpunktes
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