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Leonardo da Vinci (1452-1519)
Leonardo da
Vinci
Lebenslauf und Leistungen eines
Universalgenies
Inhaltsverzeichnis
- Lebenslauf.......................................................................Seite
3
- Kindheit......................................................................Seite
3
- Ausbildung und Zeit in Florenz....................................Seite
3
- Mailänder
Jahre...........................................................Seite 4
- Reisen nach Mantua und Venedig................................Seite 7
- Rückkehr nach
Florenz................................................Seite 7
- Im Lager des Cesare Borgia.................................Seite 8
- Zurück in Florenz................................................Seite
8
- Mona Lisa...........................................................Seite
9
- Reisen nach Mailand, Florenz und Rom.......................Seite 11
- Mailand...............................................................Seite
11
- Florenz................................................................Seite
11
- Mailand...............................................................Seite
11
- Rom....................................................................Seite
12
- Reise nach Frankreich.................................................Seite
12
- Vermächtnis und
Tod..................................................Seite
12
- Leistungen......................................................................Seite
13
- Malerei.......................................................................Seite
13
- Technik......................................................................Seite
13
- Anatomie....................................................................Seite
14
- Botanik.......................................................................Seite
15
- Architektur.................................................................Seite
15
- Sonstiges....................................................................Seite
15
3.
Vermächtnis....................................................................Seite
16
4. Persönliche
Stellungnahme.............................................Seite
16
5.
Literaturverzeichnis........................................................Seite
16
1. Lebenslauf
1.1 Kindheit
Am 15. April 1452 wurde Leonardo da Vinci in Anchiano bei Vinci, einer
Bergstadt nahe Florenz, um drei Uhr nachts geboren. Er war unehelicher Sohn des
Bauernmädchens Caterina und des Notars Ser Piero da Vinci, der aus einer
wohlhabenden, angesehenen Florentiner Notarsfamilie entstammte.
Die ersten Kindheitsjahre verbrachte Leonardo da Vinci bei seiner Mutter.
Später wurde er in die Obhut seines Vaters übergeben, der wiederum die
Erziehung seinem Vater und seinem Onkel Francesco überließ. Zu seinen
11 Geschwistern aus dritter und vierter Ehe seines Vaters hatte Leonardo da
Vinci keine Beziehung.
Die bildnerische Begabung Leonardo da Vincis trat früh hervor. Er
fertigte Zeichnungen, bastelte und modellierte - meist Fabelwesen aus der
Mythologie.
1.2 Ausbildung und Zeit in
Florenz
Mit 14 Jahren legte Leonardo da Vinci Begabungsproben ab und ging bei
Andrea del Verrochio in die Handwerkslehre. Verrochio war ein bekannter und beim
Volk beliebter Künstler in Florenz, der sich sowohl als Goldschmied als
auch als Bildhauer und Maler einen Namen geschaffen hatte und eine Vielzahl von
Aufträgen erhielt. Nach sechsjähriger Lehrzeit wurde Leonardo da Vinci
1472 als Malermeister in die Lukas-Gilde aufgenommen. Er durfte jetzt
selbstständig Aufträge annehmen und ausführen. Noch ca. 3 Jahre
blieb er bei Verrochio und malte Teile der Taufe Christi (um 1475,
Uffizien, Florenz). Dazu verwendete er Ölfarbe, eine neue, von der
Niederländern nach Florenz gebrachte Malweise, die sonst noch wenig benutzt
wurde.
In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Anatomie. Dafür
musste er Sektionen besuchen, die an den Universitäten durchgeführt
wurden und die sehr unappetitlich waren, da es Kühlschränke und
chemische Mittel zum Konservieren noch nicht gab.
In Florenz war Leonardo da Vinci als Angeklagter in einen Prozess wegen
Sodomie (sexueller Umgang mit Gleichgeschlechtlichen) verwickelt und wurde in
zwei Verhandlungen am 9.04.1476 von der Anklage freigesprochen. Dieses Erlebnis
hinterließ tiefe Spuren im Gemüt Leonardo da Vincis; er sah die
Anklage als “Macht der Verleumdung”. In dieser Zeit fertigte er
viele Zeichnungen an: Jünglingsköpfe, alte Männer, Visionen des
Kampfes, Weltuntergänge und Naturkatastrophen. Auch technische waren
darunter: Kriegsmaschinen, Sturmleitern und Windmühlenräder.
1478 erhielt Leonardo da Vinci den Auftrag für eine Tafel für die
Kapelle des heiligen Bernhard im Palazzo Vecchio. Ein Angeld von 25 Goldgulden
wurde gezahlt. Dieses Bild wurde nie geliefert. Ein anderes Bild, die
Anbetung der Könige (1481, Uffizien, Florenz) - ein Auftrag vom
Kloster San Donato a Scopeto in Florenz - blieb unvollendet. Dies lag daran,
dass Leonardo da Vinci oft unentschlossen war und von seinen Plänen
abschweifte, um neuen übergroßen Ideen nachzugehen.
Als Dreißigjähriger versuchte sich Leonardo da Vinci in
anatomischen Zeichnungen: Der Aufbau des Rückenmarks, ein Bein, ein
zersägter Schädel. Erst begnügte er sich mit dem, was er sah,
doch dann wollte er die Zusammenhänge der Organe ergründen. Er
zeichnete perspektivisch mit Hilfe von Lichteffekten und
Schattenseiten.
1.3 Mailänder Jahre
1482 bewarb Leonardo da Vinci sich am Hofe der Sforza in Mailand als
Architekt, Kriegsingenieur, Bildhauer und Maler und zog dorthin. Er entwarf
Panzer, Mörser, Sprengköpfe, Riesenarmbrüste und Geschütze.
Und das, obwohl er sehr friedfertig war: Er kaufte auf dem Markt gefangene
Vögel, um sie dann freizulassen. Ausgeführt wurde von seinen Ideen
nichts.
In den ersten Mailänder Jahren lebte Leonardo da Vinci bei der Familie
de Predis, tüchtige Kunsthandwerker, und arbeitete mit ihnen.
In dieser Zeit schuf er für die Kirche S. Francesco die Madonna in
der Felsengrotte. Statt der vereinbarten acht Monate malte er zwanzig Jahre
an zwei Fassungen (1483 - 1486, Louvre, Paris; 1503 - 1506, National Gallery,
London).
Leonardo da Vinci arbeitete am Hof des Lodovico il Moro als Raumausstatter.
Er war aber auch Unterhalter. So erdachte er Kuriositäten, Rätsel und
witzige Antworten.
Seine Leidenschaft war zu dieser Zeit Architektur. Er entwarf Bordelle mit
drei Eingängen, einen Pferdestall mit Kanalisation, Domkirchen, Häuser
mit freischwebenden Treppen und sogar ganze Städte.
Als die Pest in Mailand wütete, wollte Leonardo da Vinci die
sanitären Verhältnisse verbessern und den Aufbau der Stadt
reformieren. Er plante Verbesserungen der Wasserleitungen, neue
Heizmöglichkeiten, automatische Toilettenanlagen, automatische Türen,
Weckeruhren und hellere Lampen.
Es gab fast kein Gebiet der Technik, an dem er sich nicht
versuchte.
Wieviel Lohn Leonardo da Vinci in diesen Jahren erhalten hatte, weiß
man nicht. Aber in Armut hatte er nie gelebt, da er ständig Mitarbeiter,
Gehilfen und Diener beschäftigte. Auch lehnte er fast keinen Auftrag
ab.
1489 führte Leonardo de Vinci anatomische Geheimstudien durch, mit dem
Ziel einen gläsernen Menschen zu schaffen. Dazu musste er eine neue
Zeichentechnik erfinden: Er klappte den Menschen auf. Er machte
eigenständige Sektionen, meist mit mehreren Leichen gleichzeitig, da sie
sehr schnell verwesten. Leonardo da Vinci wollte ein Buch über die Anatomie
des Menschen schreiben, mit dem inneren Aufbau; auch die Ursache von
Gefühlen und Krankheiten wollte er finden, sogar die Seele des
Menschen.
1492 erforschte Leonardo da Vinci den Zeugungsakt. Doch er hatte Angst und
Ekel vor ihm und fand ihn widerwärtig und abscheulich. Er zeichnete ihn nur
nach mittelalterlichen Angaben, weil er nie eine schwangere Frau sezierte. So
verband er z.B. die Gebärmutter der Frau mit ihrer Brust, weil sich dort
angeblich das Menstruationsblut in Milch umwandelt. Den Frauenkörper
zeichnete er nicht ganz. Sigmund Freud sah darin eine starke
Sexualverdrängung und Abneigung gegenüber Frauen, die durch den
Wissensdurst sublimiert sind. [1]
Von Moro kam der Auftrag - nachdem er von der Kunstfertigkeit Leonardo da
Vincis überzeugt war - eine Bronzeplastik anzufertigen: Das große
Pferd. Sie sollte größer sein als alles Dagewesene, und so nahm
Leonardo da Vinci, der einen Sinn für das Übergroße hatte, den
Auftrag an.
Ein Atelier wurde für ihn im älteren Teil des Burgpalastes, im
Corte Vecchio, eingerichtet. Er studierte die Bewegungen der Pferde und auch die
Eigenarten der verschiedenen Rassen. Selbst die Anatomie wurde
untersucht.
1493 war schließlich ein Tonmodell vom Pferd fertig. Leonardo da
Vinci wollte die Plastik mit vier Schmelzöfen gießen. Es kam
allerdings nicht dazu, weil die Bronze zum Gießen von Geschützen
gebraucht wurde. Der Moro ließ das Modell zur Hochzeit seiner Nichte
feierlich vor seinem Schloss aufstellen.
Ein Krieg gegen Frankreich brach aus, Leonardo da Vinci, der keinen Lohn
für seine Arbeit erhielt, flüchtete 5 Monate vor dem Zusammenbruch.
Der Moro, von allen Untertanen verlassen, verließ Mailand, wurde jedoch
verraten und ausgeliefert. Das Modell vom großen Pferd wurde von
gasconischen Bogenschützen Trivulzios, der selbst Mailänder und
Anführer der französischen Truppen war, als Zielscheibe benutzt und
zerstört. Für ihn entwarf Leonardo da Vinci ein ähnliches
Denkmal.
Leonardo da Vinci zeichnete gegenübergestellte Karikaturen von Alt und
Jung, mehr charakteristische Hässlichkeiten. Er liebte Gesichter. Von
verunstalteten, seltsamen Köpfen notierte er sich Adressen oder er
spionierte ihnen nach um sie abends exakt zu zeichnen. Diese Zeichnungen wurden
nachgezeichnet, gestochen und gedruckt. Durch sie und seinem Traktat von der
Malerei wurde sein Name lebendig erhalten.
Es wird vermutet, dass in dieser Zeit Leonardo da Vincis Mutter ihren
41jährigen Sohn besuchte. Sie wurde krank, im Spital untergebracht und
starb.
Während der Kriegsunruhen 1495 malte Leonardo da Vinci für das
Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand das Abendmahl. 1497 - sehr
schnell für Leonardo da Vinci - wurde es fertiggestellt, wenngleich er
meinte, es sei unvollkommen. Das Bild wurde in ganz Italien bekannt. Viele
Künstler kamen um zu studieren, kopieren und diskutieren. Der
französische König überlegte während des Einzugs in Mailand
das Fresko nach Frankreich zu bringen.
Leonardo da Vinci stellt im Abendmahl Gegensätze nebeneinander:
Das Böse neben dem Guten, erregte Menschen neben ruhigen. Dies verleiht dem
Abendmahl seinen Reichtum.
Die Menschen wurden von Leonardo da Vinci für seine Bilder studiert.
Andere Künstler pausten gelungene Darstellungen für andere Bilder ab,
nicht jedoch er, er malte alles nur ein einziges Mal. Jedes neue Bild wurde als
völlig neue Aufgabe betrachtet.
Das Abendmahl zählt zum bekanntesten Bild der christlichen
Welt. Leonardo da Vinci hatte dieses Denkmal eines Glaubens geschaffen, obwohl
er keineswegs im Kirchensinne fromm war, sondern vielmehr das Mönchtum
verspottete und die Heiligenverehrung kritisch sah.
Beim Abendmahl wurde nicht die Maltechnik von Fresken verwendet,
Leonardo da Vinci malte mit Ölfarben. Die Farben bröckelten ab, wurden
von Laien übermalt. In heutiger Zeit wurde das Bild restauriert und die
schlimmsten Überarbeitungen beseitigt. Jedoch sind viele Details des
Bildes, wie die Feinheiten der Gesichtsausdrücke, verloren.
Leonardo da Vincis mathematisches Interesse führte ihn mit Luca
Pacioli, einem Franziskanermönch und Mathematikprofessor, zusammen. Sie
untersuchten zusammen die Proportionen des menschlichen Körpers und die von
Gesichtern. Die Zeichnung Divina Proportione (1509, Göttliche
Proportion) wurde von ihnen angefertigt, der lateinische Drucktyp, der den
gotischen verdrängte, erdacht.
Leonardo da Vinci schrieb zu dieser Zeit auch an seinem Buch über
die Malerei. Es wurde nie vollendet. Zehn Bücher im ganzen sollten es
werden. Leonardo da Vinci notierte sich immer wieder Gedanken zu ihnen, oder er
schrieb Tips, wie z.B. über Licht- und Schattenwurf von Gegenständen,
auf.
Obwohl nie vollendet, wurden viele Bücher und Skizzen im 17.
Jahrhundert abgeschrieben, gedruckt und übersetzt. In dieser Zeit kannte
man nur wenige seiner Zeichnungen. Trotzdem galt er als einer der großen
Lehrmeister.
Leonardo da Vinci untersuchte das Auge. Er zeichnete Darstellungen der
Linse und des Strahlengangs durch diese. Daraufhin beschäftigte er sich mit
Optik und konstruierte Linsen und Brillen. Er studierte die Reflektion bei
Parabolspiegeln und, da es noch keine Maschinen zum Anfertigen dieser gab,
entwarf er das entsprechende Herstellungsverfahren gleich mit.
- Reisen nach Mantua und
Venedig
Im Sommer 1499 gingen Leonardo da Vinci und sein Freund Luca Pacioli aus
Mailand fort.
Eine kurze Zeit lebten sie bei Isabella d´Este in Mantua. Für
sie, eine Verehrerin Leonardo da Vincis, zeichnete er ein Portrait, allerdings
recht kühl und unwillig.
In Padua lernte Leonardo da Vinci Alessandro Benedetti kennen, den Autor
des berühmtesten Anatomielehrbuchs der damaligen Zeit. Er führte lange
Gespräche mit ihm und lernte den Arzt Marcantonio della Torre kennen. Der
Entdeckergeist Leonardo da Vincis entflammte wieder.
Leonardo da Vinci ging nach Venedig. Der Rat der Republik brauchte dort
dringend einen Militäringenieur, da die Türken bis in die Friaul
vorgedrungen waren. Er reiste ins Kampfgebiet und zeichnete mehrere Wochen
nichts anderes als Waffen für einen Seekrieg. Geräte, um Schiffe von
unten anzubohren, konstruierte er, ebenso wie Schiffe, voll mit
Sprengkörpern, zum Rammen oder unsinkbare mit Doppelrümpfen. Leonardo
da Vinci entwarf Taucheranzüge, Schwimmschilde,
“Einmann-Unterseeboote” und Geräte zum Fliegen.
Er wollte keine Gehilfen, da er ihnen misstraute, und so blieb das meiste
nur eine Idee. Die Zeit, um die gesamte türkische Flotte zu vernichten,
wurde von Leonardo da Vinci kalkuliert, aber auch, wie er seinen Beuteanteil
durch Verträge sichern konnte. Dem Rat der Republik missfiel der
Zeitaufwand, die Ideen in die Tat umzusetzen.
1.5 Rückkehr nach Florenz
Im April 1500 kehrte Leonardo da Vinci zusammen mit Luca Pacioli als
bekannter Meister, Schöpfer des Abendmahls und des großen
Pferdes, nach zirka 20 Jahren nach Florenz zurück.
Er war nicht arm. Ein Teil seiner Einkünfte war im Kloster Santa Maria
Novella deponiert. Er kleidete sich gewählt, er hatte Diener und
Pferde.
Die Politik in Florenz hatte sich geändert. Der Dominikaner Hieronymus
Savonarola hatte aus der prächtigen Stadt ein Florenz der Buße, der
Einkehr und der Abwendung vom Prunk erschaffen. Dies spaltete die Bewohner, es
entstanden zwei Parteien. Am 23. Mai 1498 wurde Savonarola als Ketzer
verbrannt.
Leonardo da Vinci begann wieder mit anatomischen Studien. Er wollte nun
endlich sein Anatomiebuch zu Ende schreiben. So erwarb er das Gastrecht im
Ospitale di Santa Maria Nuova und führte dort regelmäßig
Sektionen durch. Er untersuchte Blase, Darm und Lunge und zeichnete
diese.
Leonardo da Vincis Arbeiten schwankten zwischen geometrischen Studien und
einem Malauftrag. Die Mönche des Servitenklosters hatten 1501 bei Filippino
Lippi ein Altarbild bestellt. Dieser trat zurück, als er erfuhr, dass
Leonardo da Vinci bereit war, das Bild zu malen. Die Klosterbrüder nahmen
ihn in ihr Haus auf und zahlten Unterhalt für ihn und seine Hausgenossen.
Er begann nie mit der Arbeit. Dafür zeichnete er einen Karton, auf dem die
Mutter Gottes, die heilige Anna und Christus dargestellt waren. Auf diese
Zeichnung begann ein Massenansturm der Florentiner Bevölkerung. Jeder
wollte sie sehen und nahm dafür lange Wartezeiten in Kauf. Erst später
nahm Leonardo da Vinci das Thema der heiligen Anna Selbdritt wieder auf
und führte es mit Hilfe seiner Schüler aus. Der Auftrag des
Servitenklosters für das Altarbild ging an Filippino Lippi
zurück.
- Im Lager des Cesare
Borgia
1502 flüchtete Leonardo da Vinci aus dem Servitenkloster und ging in
das Lager des Cesare Borgia, des Papstsohnes, der in Italien herrschen wollte.
Dieser hatte den römischen Hochadel abgeschafft, den zweiten Mann seiner
Schwester Lucrezia ermordet und den Fürsten von Faenza beseitigen lassen.
Nun wollte er Florenz und Norditalien erobern. Leonardo da Vinci zeichnete
für ihn Landkarten des Gebietes um Florenz, seiner Vaterstadt, mit
allerhöchster Übersicht und Feinheit, maß Wegstrecken und plante
erneut Kriegsmaschinen. Zwischendurch entwarf er noch - durch eine
türkische Delegation angeregt - dem Sultan eine Brücke über das
goldene Horn.
- Zurück in
Florenz
Leonardo da Vinci verließ das Lager des Borgia wieder, als dessen
Befehlshaber rebellierten und ihn und den Papst durch Gift töteten, und
ging nach Florenz zurück. Dort brauchte man ihn als Kriegsingenieur, da
Krieg mit der Rivalenstadt Pisa, die mit Borgia verbündet war, geführt
wurde. Er entwarf neue Bagger, Kräne, Tretmühlen und Tunnel. Er wollte
den Arno umleiten, weil von dort eine Invasion drohte. Der Plan wurde
aufgegeben, Pisa fiel fünf Jahre später.
Leonardo da Vinci befasste sich wieder einmal verstärkt mit dem Traum
der Menschheit: Dem Fliegen. Er entwarf einen Luftkreisel und erdachte einen
viereckigen Fallschirm. Eigentlich wollte er ein Gerät mit schlagenden
Flügeln erschaffen. Vorstudien wurden von ihm schon zu seiner
Mailänder Zeit gemacht und das Gesetz des Luftwiderstandes gefunden.
Leonardo da Vinci wollte ein Traktat von den Vögeln in vier Teilen
schreiben. Er glaubte, dass ein Mensch auf eine Kraftleistung von 425 kg kommt.
Diese sollte durch Hand- und Fußantrieb wirksam gemacht werden. Alles bis
ins kleinste Detail wurde von ihm geplant: Eine Leiter zum Einsteigen, ein
Stoßdämpfer zum sanfteren Aufsetzen.
Ob Leonardo da Vinci tatsächlich flugfähige Modelle hergestellt
hat, ist nicht sicher. Geflogen ist er allerdings nicht.
In Florenz malte Leonardo da Vinci zwei weitere Werke: Die Schlacht von
Anghiari und die Mona Lisa (auch La Gioconda, 1503 - 1506, heute
Louvre, Paris).
Ersteres Werk war ein Wettstreit der Künstler. Ein gleicher Auftrag
ging auch an den 29jährigen Michelangelo. Leonardo da Vinci wählte
eine Reiterschlacht als Thema, Michelangelo eine beim Baden überraschte
Soldatengruppe. Die Kartonzeichnungen wurden vollendet, nicht jedoch die
Gemälde. Michelangelo ging nach Rom, Leonardo da Vinci experimentierte
wieder einmal mit einer neuen Maltechnik. Er wollte den Malgrund mit Kohlenfeuer
austrocknen. Im Kleinen gelang ein Versuch, jedoch reichte die Hitze im Saal nur
bis zur Hälfte, im oberen Teil zerflossen die Farben.
Die beiden Kartons machten einen tiefen Eindruck auf die Zeitgenossen. Der
junge Raffael brach seine Arbeiten in Siena ab, um die beiden Kunstwerke zu
sehen. Immer wieder wurden Bewegungen, Einzelheiten und Motive kopiert. Ein
Streit, wer der größere Meister sei, entbrannte. Der Malschüler
Bandinelli zerschnitt schließlich den Karton Michelangelos. Leonardo da
Vincis Zeichnung ist in vielen Kopien und in einem Bild des Peter Paul Rubens
erhalten.
- Mona Lisa
Die Mona Lisa ist eines der wenigen Werke Leonardo da Vincis, das
vollendet wurde. Es ist schon seit Lebzeiten des Künstlers im Besitz des
französischen Königshauses.
Das ursprüngliche Bild wurde an beiden Seiten um etwa 10 cm
gekürzt. Im August 1911 wurde es von dem Italiener Vinzenzo Perrugia
gestohlen. Er nahm es einfach von der Wand und ging damit aus dem Louvre hinaus.
Zwei Jahre versteckte er es auf dem Dach seiner Wohnung. 1913 schmuggelte er das
Bild zwischen seinen Malersachen nach Florenz, bot es einem Händler zum
Verkauf an und wurde verhaftet. Er gestand und gab an, dass er das Kunstwerk
gestohlen habe, um es in seine Heimat zu bringen. Zu sieben Monaten Haft wurde
er verurteilt, das Bild mit einem Staatsakt feierlich der französischen
Regierung zurückgegeben.
Die Mona Lisa ist das Portrait der Madonna - oder Mona - Lisa del
Giocondo, Ehefrau eines Florentiner Kaufmanns. Sie war eine schöne elegante
Dame, gerade 24 Jahre alt, als Leonardo da Vinci das Portrait begann. Er malte
sie in sitzender, aufrechter Haltung mit übereinandergelegten Händen,
den Betrachter lächelnd anblickend. Sie ist unauffällig gekleidet und
trägt keinen Schmuck. Ihre kastanienbraunen Haare werden durch eine schmale
Schnur zusammengehalten und von einem feinen Schleier bedeckt. Der Hintergrund
des Bildes zeigt sich schlängelnde Flüsse in einer bizarren
Felslandschaft. Er bildet einen bewussten Kontrast zur Ruhe der Figur und
lässt diese stark hervortreten.
Unter den Folgen späterer Übermalungen und Ausbesserungen haben
vor allem die Gesichtszüge und die Formen der Hände gelitten: Die
Augenbrauen verschwanden, ebenso die prachtvolle Farbe der Lippen.
Die Unergründlichkeit dieses berühmten Werkes kommt im
geheimnisvollen Lächeln, das manche grausam fanden, andere hingegen
lieblich, zum Ausdruck und zeichnet sich durch eine unübertreffliche
Meisterschaft in den Techniken des Sfumato und Chiaroscuro aus. Ersteres
beinhaltet feinschichtige, geradezu unendlich sanfte Übergänge
zwischen den Farbregionen, die eine stimmungsvolle, nebel- oder rauchartige
Wirkung entstehen lassen, welche besonders in den Kleidern und im Lächeln
der Sitzenden offenbar wird. Chiaroscuro wird die Technik genannt, durch
kontrastierende Gegenüberstellung von Licht und Schatten Plastizität
und Formtiefe zu erzeugen; so sind etwa die fein gezeichneten Hände der
Sitzenden hauptsächlich durch Licht und Schatten modelliert, während
Farbkontraste nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Das Lächeln (Leonardo-Lächeln) war nicht nur bei diesem Bild so
mysteriös. In vielen Gesichtern Leonardo da Vincis tauchte es, leicht
abgewandelt, auf. Es ist eigentlich gar kein Lächeln. Es ist eine
angesammelte Spannung, die sich in einem Moment entlädt.
Der Auftraggeber der Mona Lisa ist unbekannt. Ihr Mann war es
nicht.
Leonardo da Vinci malte etwa drei Jahre an diesem Werk. Er muss eine
besondere Beziehung zu dem Bild gehabt haben, denn er nahm es auf allen seinen
weiteren Reisen mit. Für 4000 Goldstücke verkaufte er es in Frankreich
an Franz I.
Trotz des schlechten Zustands des Bildes zählt es zu den
berühmtesten Portraits der Welt.
- Reisen nach Mailand, Florenz und
Rom
- Mailand
1506 trat Leonardo da Vinci als Hofmaler und Architekt in die Dienste des
französischen Königshauses in Mailand, und zwar beim Gouverneur
Charles d´Amboise. Für den König wollte er zwei Madonnenbilder
malen. Man weiß nicht, ob sie vollendet wurden.
Das Königshaus blieb ihm immer wohlgesonnen. Selbst, als er aus
Mailand fortging und drei Jahre lang in Rom, das mit Frankreich verfeindet war,
lebte.
- Florenz
Vorerst kehrte Leonardo da Vinci nach Florenz zurück und wohnte ein
halbes Jahr bei Rustici, ein Bildhauer. Er beriet ihn bei Bronzearbeiten. Nun
wollte Leonardo da Vinci seine mitgebrachten Aufzeichnungen sortieren, wie er am
23. März 1508 notierte. Auch dieses wurde - wie vieles - nie vollendet. Er
zeichnete - mit Gedanken an eine Veröffentlichung - neue Druckpressen, in
die das Papier leichter gleiten konnte.
Er war schnell gealtert. Als Fünfzigjähriger erschien er schon
wie ein Greis.
- Mailand
Wieder in Mailand unterrichtete Leonardo da Vinci Kunstschüler, alles
schöne junge Knaben ohne Talent. Seine Bilder aus dieser Zeit sind sehr
weich gezeichnet. Sie sind meist Visionen, und bei den Personen ist kein
Geschlecht erkennbar. Bei manchen Bildern ist nicht gesichert, ob sie aus seiner
Hand stammen, sie könnten auch von seinen Schülern gemalt sein. Diese
führten das geheimnisvolle Lächeln als Markenzeichen fort und
verwandten es in zahlreichen Bildern und Kopien.
Leonardo da Vinci hat verbotene Sektionen durchgeführt, immer mit der
Gefahr angeklagt und verurteilt zu werden. Er hat die Leiche eines Mannes
seziert, den er vor seinem Tod interviewt hatte. Er benutzte feine Sägen,
die er sich extra hatte herstellen lassen. Bei diesem Mann hat er als erster die
Arteriosklerose beobachtet und stellte fest, dass diese eine Frage des Alters
ist. Er zeichnete den Knochenaufbau, das Muskelsystem, Venen an Brust, Bauch und
Arm; und diese wiesen eine so hohe Plastizität auf, dass man meinen
könnte, Leonardo da Vinci habe mit Wachsinjektionen gearbeitet. Zeichnungen
der Herzklappenfunktionen, mit Andeutungen auf einen Blutkreislauf, führte
er aus, ebenso zeichnete er eine aufgeklappte Gebärmutter mit Embryo und
eine Organansicht mit den Umrissen des Körpers. Seine anatomischen
Darstellungen gelten noch heute als musterhaft. Sie haben noch bis zum Werk des
Anatomikers Vesalius gewirkt, des Begründers der Anatomie.
- Rom
1513 ging Leonardo da Vinci nach Rom. Leo X., aus dem Hause Medici, war
Papst geworden, sein Bruder Guiliano räumte Leonardo da Vinci ein Zimmer im
Belvedere ein. Da der Papst ungeduldig war und Leonardo da Vinci dafür
bekannt viel zu beginnen und wenig zu Ende zu führen, bekam er nur einen
kleinen Auftrag. Er begann Kräuter zu destillieren für einen neuen
Firnis.
Im Belvedere des Vatikans untersuchte Leonardo da Vinci das Herz: Er baute
ein Modell und ließ Wasser durch dieses laufen. Im Hospital Santo Spirito
sezierte er eines. Der Papst verbot ihm weitere Experimente. So sezierte
Leonardo da Vinci Ochsenherzen und entdeckte, dass das Herz vier statt zwei
Kammern besitzt und nur ein Muskel ist. Dies missfiel vielen Zeitgenossen: Man
wollte nicht wahrhaben, dass das “edle” Herz nur ein Muskel ist und
wie eine mechanische Pumpe funktioniert.
Leonardo da Vinci hatte eine neue Wissenschaft für sich entdeckt: Die
Botanik. Nun zeichnete er Blätter und Pflanzen und beobachtete den
Baumwuchs, den Wassertransport in der Pflanze und die Stellung der Blätter
an den Zweigen.
In dieser Zeit wurde Leonardo da Vinci zum erstenmal krank. Er wurde von
seinen Dienern vernachlässigt, seine Tagebücher sind voll von
Klagen.
Die Zeit vertrieb er sich mit makaberen Spielen: Er füllte
Hammeldärme mit Luft, bis sie fast das ganze Zimmer
ausfüllten.
Er war einsam und zeichnete und beschrieb seinen Seelenzustand in seinen
Zeichnungen: Naturkatastrophen, Weltuntergänge.
- Reise nach
Frankreich
Leonardo da Vincis Gönner Guiliano starb, es hielt ihn nichts mehr in
Rom. 1516 ging er nach Frankreich. In Amboise in der Touraine hatte Franz I. ihm
einen Wohnsitz zugewiesen.
Drei Jahre verbrachte Leonardo da Vinci im Schlösschen Cloux, eine
Villa mit acht Räumen. Er lebte einsam, nur ab und zu besuchte ihn der
König. Ein Jagdschloss sollte er entwerfen. Dabei gestaltete er ganze
Straßenzüge um. Er hielt für einfach zu bewerkstelligen was erst
Jahrhunderte später möglich wird: Das Verschieben von Häusern und
das Aufstellen von Fertigbauwohnungen. Leonardo da Vinci beschäftigte sich
noch einmal mit Kanalbauten, zeichnete Karten, Schleusenanlagen, Mühlwerke.
Er zeichnete immer mit der linken Hand; die rechte, die nun gelähmt war,
brauchte er nicht.
- Vermächtnis und
Tod
Im Winter 1518/1519 wurde Leonardo da Vinci krank. er ließ den Notar
kommen um sein Testament zu machen. Francesco Melzi, sein Lieblingsschüler
und Hausgenosse, bekam die Bücher, Manuskripte und Zeichnungen. Die
Hausdienerin erhielt ein Kleid aus teuerem schwarzen Stoff. Sein Weingut wurde
zwischen einem Diener und seinem Schüler Salai aufgeteilt. Auch die Kirche
erhielt etwas. Leonardo da Vinci wünschte sich ein Begräbnis mit 60
Fackeln, die vor dem Sarg getragen werden sollten. Er versöhnte sich mit
seinen Stiefschwestern. Sein Geld vermachte er dem Kloster Santa Maria Novelle
in Florenz.
Am 2 Mai 1519 starb Leonardo da Vinci. Sein Leichnam wurde in der Kirche
der Stadt Amboise außerhalb der Schloßmauern bestattet. Als in den
Wirren der Französischen Revolution ein großer Teil vom Amboise
zerstört wurde, darunter auch die Kirche, bestattete man die
Überreste, die man für die seinen hielt, in der St. Hubertus-Kapelle
des Schlosses in Amboise. Das Grab schmückt eine Inschrift: “Unter
diesem Stein liegen die Gebeine, die bei der Ausgrabung der alten
königlichen Kapelle von Amboise gesammelt wurden und unter denen sich, so
nimmt man an, die sterblichen Überreste Leonardo da Vincis
befinden”.
- Leistungen
- Malerei
Auf dem Gebiet der Malerei wurden viele Künstler der italienischen
Hochrenaissance wie Raffael, Andrea del Sarto oder Fra Bartolomeo von Leonardo
da Vinci beeinflusst.
Leonardo da Vinci malte und zeichnete äußerst plastisch wirkende
Kompositionen. Seine Frühwerke zeigen eine völlig neue
Zusammenstellung: Im Vordergrund die Hauptfiguren, im Hintergrund imaginäre
Ruinen und Schlachtenszenen in Linearperspektive. Im Letzten Abendmahl
finden sich weitere stilistische Neuerungen: Er malte keine Einzelfiguren,
sondern ordnete sie in dynamischen Gruppen an. Manche stellen ein Zentrum der
Ruhe dar, andere sind erregt, wie man in der Gebärdensprache
erkennt.
Leonardo da Vinci bezog als einer der ersten Künstler seine
Hintergrundlandschaften erstmals in die Luftperspektive ein.
- Technik
Leonardo da Vinci hat fast alle Teile für ein Auto konstruiert: Den
Kolben, den Antrieb, den Kilometer-Zähler, die Lenkung, den
Hinterradantrieb, den Lüfter, die Kurbelwelle, die Übersetzung und das
Kugellager. Die ersten wirklichen Automobile wurden etwa vierhundert Jahre
später gebaut.
Leonardo da Vinci hatte Ideen zu Fallschirmen und Hubschraubern.
Auch das Fahrrad und die Fahrradkette, wie wir sie heute noch kennen,
konstruierte er, genauso wie “Kampfwagen”, die Vorläufer von
Panzern, und Bomben, die beim Aufprall explodieren.
Für die Textilindustrie erfand er Maschinen, wie z.B. die automatische
Spindel und eine Tuchschermaschine.
Unter seinen Skizzen finden sich Entwürfe für “Maschinen
für das Wasser”, wie z.B. ein Tauchgerät, ein Vorgänger des
modernen Schnorchels, oder auch ein Taucheranzug.
Um seinen Traum vom Fliegen zu verwirklichen, versuchte Leonardo da Vinci
nach eingehenden Studien des Vogelflugs eine Flugmaschine zu fertigen. Er
experimentierte mit verschiedenen Materialien und Techniken. Jahrhunderte
später unternahm 1891 der deutsche Flugpionier Otto Lilienthal einen
Versuch in der Nähe von Berlin mit einer Maschine, die auffallend dem
Entwurf Leonardo da Vincis ähnelte.
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- Anatomie
In Hunderten von Zeichnungen legte Leonardo da Vinci die Ergebnisse seiner
Forschungen nieder, zum Teil in einer von ihm erfundenen Methode der
“durchsichtigen” Darstellung, wobei Muskelschichten, Gewebe und
Organe gleichzeitig veranschaulicht werden.
Er hat den Knochenbau und das Muskelsystem, Venen an Arm, Brust und Bauch
plastisch dargestellt. Es finden sich in seinen Zeichnungen der
Herzklappenfunktion bereits Andeutungen auf den erst später entdeckten
Blutkreislauf.
Er analysierte die Proportionen des Kopfes und studierte die
Sprechorgane.
Um das Geheimnis des Lebens zu ergründen sezierte er als erster den
Mutterleib und fertigte die Zeichnung eines Embryos. Er widmete viel Zeit den
Beobachtungen über das Wachsen und die Entwicklung des menschlichen
Körpers.
Ständig war Leonardo da Vinci auf der Suche, die
“Lebenskraft” oder Seele zu finden, die dem Körper Leben gibt.
Dafür führte er auch Versuche an Tierkörpern durch und verglich
den Aufbau mit dem des Menschen. Aber dieses Problem vermochte er nicht zu
lösen.
Bis heute gelten Leonardo da Vincis anatomische Darstellungen als
musterhaft. Seine Zeichnungen, die sehr klar und genau sind, werden zum Teile
heute noch verwendet, um anatomische Texte zu illustrieren.
- Botanik
In seinen botanischen Zeichnungen war Leonardo da Vinci unübertroffen.
Er zeichnete Blätter und Pflanzen, beobachtete den Baumwuchs, die Stellung
der Blätter an den Zweigen, das Emporsteigen der Säfte.
Viele dieser Zeichnungen fertigte er für wissenschaftliche Zwecke oder
verwendete sie als Modell für seine Gemälde.
Die Gründung eines Botanischen Gartens in Rom soll auf Anregung
Leonardo da Vincis zurückgehen.
- Architektur
Leonardo da Vinci konstruierte die ersten vorgefertigten Häuser und
entwickelte Projekte für den Städtebau. Er entwarf Häuser mit
freischwebenden Doppeltreppen, eine doppelte Wendeltreppe, wie sie erst in der
Gegenwart als Betonkonstruktion in Mode kam. Er plante neue
Heizungsmöglichkeiten, Kamine und Küchen. Er skizzierte Klosettanlagen
mit drehbarem Fenster, automatische Türen,
Schornsteinaufsätze.
Er entwickelte Ideen für den Bau von Kanälen, Staudämmen und
Schleusen, um Flüsse schiffbar zu machen.
Er beschäftigte sich mit der Entwässerung von Sumpfland, um neue
Felder zu schaffen und erfand dafür einen Bagger, der den Morast ausheben
sollte.
- Sonstiges
Leonardo da Vinci gehörte zu den Begründern der Hydraulik und
erfand wahrscheinlich das Hygrometer. Er machte Entdeckungen auf den Gebieten
der Meteorologie und Geologie, erkannte die Wirkungen des Mondkreislaufes auf
die Gezeiten, ahnte später durch die Wissenschaft bestätigte
Erkenntnisse über die Formung der Kontinente voraus.
Wie die Strömungsgesetze der Luft versuchte er auch die des Wassers zu
erforschen.
Er lieferte Zeichnungen für eine mathematische Abhandlung über
“Die göttliche Proportion” (1509, Divina Proportione) und den
Goldenen Schnitt.
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- Vermächtnis
Zahlreiche seiner erhaltenen Zeichnungen, die sein Wissen über
Anatomie von Mensch, Tier und Pflanze belegen, sind in vielen bedeutenden
europäischen Kunstsammlungen vertreten; eine der größten
befindet sich in der Royal Library im Schloss Windsor in England.
In einem Schrein in Mailand liegt das größte Vermächtnis
Leonardo da Vincis an die Nachwelt: Ein mit seinen Aufzeichnungen und
Skizzenblättern zusammengestellter Band, der “Codex
Atlanticus”.
4. Persönliche
Stellungnahme
Leonardo da Vinci war das, was die Humanisten einen “Homo
universalis” nannten. Er war mit fast allen Gebieten der
Naturwissenschaften vertraut und forschte und experimentierte auf ihnen.
Fasziniert von diesem Forschungsdrang wollte ich mehr über die Person und
das Leben Leonardo da Vincis erfahren.
5. Literaturverzeichnis
- Freud, Sigmund, Eine Kindheitserinnerung des
Leonardo da Vinci (Frankfurt am Main, 1995)
- Friedenthal, Richard, Leonardo (München,
1959)
- Williams, Jay, Leonardo da Vinci (Reutlingen,
[1] Sigmund Freud; Eine Kindheitserinnerung
des Leonardo da Vinci; Psychologie Fischer; ISBN 3-596-10457-2; Seite 39,
50
1965)
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