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Belgien
Belgien
Den Namen führt man auf das keltische
Belgae zurück, welches 57 v. Chr. von den Römern unterworfen
wurde.
Im 5. Jahrhundert wurde es das
Kernstück des Reichs der salischen Franken und 843 im Vertrag von Verdun
zwischen Westfranken und Ostfranken aufgeteilt. So entstanden Flandern und das
Herzogtum Niederlothringen (später Brabant und
Hegenau).
Erst im 15. Jahrhundert wurde das Land
wieder geeint und kam als Erbe Marias von Burgund wieder zum Reich. Dort
verblieb es seit 1556 als spanische Niederlande, ab 1715 als
österreichische Niederlande bis 1797.
Von 1797 bis 1815 war es
französisch und wurde durch den Wiener Kongreß mit Luxemburg und den
Niederlanden zum Königreich der Vereinigten
Niederlande.
Die belgische Unabhängigkeit wurde durch
den Brüsseler Aufstand vom 25.8.1830 eingeleitet und niederländische
Versuche, Belgien zurückzuerobern, blieben erfolglos.
1831 wurde eine Verfassung
eingeführt und Leopold I. von Sachsen-Coburg zum König gewählt.
Die Londoner Konferenz von 1831 bescheinigte die Unabhängigkeit und
garantierte die Neutralität Belgiens.
1839 anerkannten auch die Niederlande
diese Bedingungen.
König Leopold II. erwarb 1885 als
Privatbesitz (!) den Kongo, der dann 1908 als Kolonie von Belgien
übernommen wurde. Während es zu Anfang des Jahrhunderts wieder zu
einer allmählichen Annäherung an Frankreich und England gekommen war,
kehrte König Albert I. wieder zur absoluten Neutralität
zurück.
Dennoch marschierten 1914 die Deutschen
in Belgien ein. Der immer schon schwelende, aber durch Sprachgesetze geregelte,
Gegensatz zwischen der flämischen und der wallonischen
Bevölkerungsgruppe, wurde durch die deutsche Besatzung wieder
verschärft. Im Versailler-Vertrag wurden Belgien die preußischen
Kreise Eupen-Malmedy und das Mandat über Ruanda und Urundi zugesprochen.
Die Neutralität wurde aufgehoben und durch eine Militärkonvention
ersetzt. 1922-1923 beteiligte sich Belgien an der Besetzung des
Ruhrgebietes.
König Leopold III. (1934-51) versuchte
gerade zu einer Politik der bewaffneten Neutralität zurückzukehren,
als die Truppen des nationalsozialistischen Hitlerdeutschlands im Mai 1940
Belgien überfielen. Der König geriet in Kriegsgefangenschaft und wurde
interniert. Im Juli 1944 wurde die deutsche Militär-
verwaltung durch die Zivilverwaltung des
NS-Gauleiters Grohe abgelöst.
Im Sept. 1944 wurde Belgien nach der
Landung der alliierten Truppen in der Normandie befreit.
König Leopold III. wurde vor allem von
den Wallonen als Kollaborateur verpöhnt und ging zugunsten seines Bruders
Charles ins Exil.
Sowohl während des 1. als auch
während des 2. Weltkrieges hatten sich die deutschen Besatzer jeweils
erfolgreich die Mitarbeit flämischer Gruppen gesichert. Dieses wurde
natürlich nach den Kriegen von den Wallonen mit besonderer Härte und
Unnachsichtigkeit kritisiert. In diesem Zusammenhang ist auch der Exilgang des
Königs zu betrachten.
Die Gesamtheit des belgischen Volkes jedoch
rief den König in einer großen Volksabstimmung 1950 wieder auf den
Thron nach Brüssel zurück.
Doch kurze Zeit später mußte
Leopold III. auf Druck der Sozialisten seinem Sohn Baudouin den Thron
überlassen. Leopold dankte am 16.7.1950 ab.
Bereits 1948 hatte sich Belgien mit
Luxemburg und den Niederlanden zu einer Zollunion zusammengeschlossen (Benelux)
und trat der WEU, 1949 dem Atlantikpakt und 1952 der Montanunion und 1957 der
EWG bei.
1960 gewährte Belgien dem Volk von
Kongo und 1962 denen von Ruanda und Urundi die Unabhängigkeit. In den
jeweils flämisch oder wallonisch besiedelten Gebieten war Mitte der 30er
Jahre per Gesetz die absolute Einsprachigkeit eingeführt worden; d.h. die
wallonischen Gebiete hatten die französische und die flämischen
Gebiete die flämische Sprache für sich
festgeschrieben.
1964 mußten die Grenzen der
Sprachgebiete neu gezogen werden, nur Brüssel blieb
zweisprachig.
Von 1974 bis 1978 war Leo Tindemanns
Ministerpräsident.
Um den Sprachen- und Volksgruppenkonflikt
beizulegen, wurde 1979 eine
Föderalisierung des Landes beschlossen,
die bis 1982 in der Verfassung verankert werden sollte.
1988/89 wurde dann eine
Verfassungsreform durchgeführt, die in drei Abschnitten vollzogen werden
sollte. Danach sollen die drei Landesteile Flandern, Brüssel und Wallonien
eine innere Autonomie erhalten und nur noch in Außen- und
Verteidigungsfragen an die Brüsseler Zentralregierung gebunden
sein.
Seit 1979 ist Wilfried Martens
Regierungschef Belgiens. Der Rechtsanwalt wurde am 19.04.1936 in Sleidinge
geboren und wurde 1972 Vorsitzender der Christlichen Volkspartei. Mit Ausnahme
von April bis Dezember 1981 ist Martens seit 1979 im Amt.
Seit 1988 regiert er mit einem
Koalitionskabinett aus CVP, Volksunion und Sozialisten.
Seit 1989 ist Belgien ein
Bundesstaat
Staatsform: Parlamentarische
Monarchie
Staatsoberhaupt König Abert II seit
9.8.1993
Exekutivgewalt, Befehlshaber der
Streitkräfte, verkündet Gesetze, hat das Recht die Kammern des
Parlaments einzuberufen, zu vertagen und aufzulösen.
Nationale Ebene:
Parlament: Besteht aus Abgeordnetenkammer und
dem Senat.
Abgeordnetenkammer (212 Mgl.) werden direkt
nach Verhältniswahl auf 4 Jahre gewählt.
Die 183 Mitglieder des Senates werden teils
durch direkt Wahl vom Volk, teils von Provenzialräten, teils durch
gewählte Senatoren koopiert.
Regierungschef: Jean Luc Dehaene seit
1992
Gemeinschaftsebene:
1.) Flämische
Gemeinschaft
2.) Französische
Gemeinschaft
3.) Deutschsprachige
Gemeinschaft
Für kulturelle und personenebezogene
Angelegenheiten zuständig (Gesundheit, Soziales, Jugend
....).
Regionenebene:
1.) Flämische
Region
2.) Wallonische Region
3.) Brüsseler
Region
Für gebietsbezogene Aufgaben, wie
Bodennutzung, Umwelt, Wirtschaftsförderung, Beschäftigungspolitik)
zuständig.
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