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Zweiter Weltkrieg - Der Blitzkrieg in Polen
WAHLPFLICHTFACH
GESCHICHTE
Philipp Kraßnitzer
6.A
Thema:
2. Weltkrieg - Der Blitzkrieg in
Polen
Inhaltsangabe des Filmes “Sein oder nicht
sein”
Kurz vor dem Anfang des 2. Weltkrieges: In einem Theater
in Polen wird ein Stück namens “Gestapo” geprobt. Es darf aber
nicht aufgeführt werden, da die Polnische Regierung es verbietet, um
Nazideutschland und Hitler nicht zu verärgern. Es wird weiter Shakespeares
“Hamlet” gespielt. Während so einer Vorstellung greift
Deutschland Polen an, und das Theater sowie fast ganz Warschau wird
bombardiert.
Ein Spitzel der Nazis bekommt Adressen der Familien von
vielen Untergrundkämpfern heraus um diese zu erpressen. Ein Britischer
Untergrundkämpfer erschießt den Nazispitzel und wird daraufhin
gesucht. Der Schauspieler, der in dem Stück “Gestapo” Adolf
Hitler verkörpern sollte, schlüpft noch einmal in diese Rolle, die er
gut beherrscht und verschafft so dem Briten ein Flugzeug, mit dem dieser
unbehelligt nach Großbritannien zurückkehren
kann.
So endet der Film, aber die brutale Realität ging
leider weiter.
Inhaltsverzeichnis:
1. Friedensverhandlungen in
Versailles
2. Nach den Friedensverhandlungen in
Versailles
3. Hitler an der Macht
4. Der Blitzkrieg in Polen
beginnt
5. Der Kampf um Warschau
6. Nach dem Blitzkrieg in
Polen
7. Quellen
1. Friedensverhandlungen in
Versailles
Nach dem 1. Weltkrieg beginnen Friedensverhandlungen in
Versailles, die eine Patentlösung suchten um Kriege in Zukunft zu
vermeiden. Die Sitzungen sind geheim, deshalb erfährt die Bevölkerung
erst viel später von den Ergebnissen.
Deutsche und Österreicher haben bei diesen
Verhandlungen nichts zu sagen, obwohl es hauptsächlich um diese zwei
Staaten geht.
Polen feiert seine Wiedergeburt, gerät aber
gleichzeitig in Konflikt mit seinen Nachbarn Rußland, Deutschland, Litauen
und der Tschechoslowakei.
Um Polen den zugesprochenen Zugang zu der Ostsee zu
verschaffen, erhält es den “Polnischen Korridor”. Dieser trennt
Ostpreußen vom übrigen Deutschland und wird später zum Stein des
Anstoßes für Hitler. Der französische Marschall Ferdinand Foch
sagte “Hier liegt die Wurzel für den nächsten Krieg.” und
er sollte Recht behalten.
Der Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 legt für das
Deutsche Reich eine Armee, die Reichswehr mit 100 000 Berufssoldaten ohne
Panzer, schwere Artillerie und Flugzeuge vor, und eine Marine mit 15000 Mann.
Festungen im Grenzbereich sind nicht zugelassen. Die Reichswehr ist nur für
die Grenzsicherung und Aufrechterhaltung der inneren Ordnung da. Alle
Kriegsflugzeuge, die nicht von den Alliierten beschlagnahmt worden sind,
müssen vernichtet werden, und der Aufbau einer neuen Luftwaffe ist
untersagt. Nur leichte Sportmaschinen und die Segelfliegerei sind
erlaubt.
Die deutsche Marine muß ihre Flotte den
Engländern übergeben, doch werden die meisten Schiffe von ihrer
Besatzung am 21. Juni 1919 in Scapa Flow selbst versenkt. Im Friedensvertrag
steht “daß sich Deutschland nur entwaffnen lasse um allen Staaten
eine Rüstungsbeschränkung zu ermöglichen”.
2. Nach den Friedensverhandlungen in
Versailles
Am Freitag, dem 18. Februar 1921, wird in Paris ein
polnisch-französisches Bündnis unterzeichnet und drei Tage später
durch eine befristete Militärkonvention ergänzt. Der Vertrag
beinhaltet eine politische, wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit
mit dem Ziel, den Status quo in Europa gemäß dem Versailler Vertrag
zu erhalten. Polen sieht seitdem in dem Bündnis mit Frankreich eine
Grundlage seiner Außenpolitik.
Bis Ende des Jahres 1921 besiegen im russischen
Bürgerkrieg die Bolschewisten, unter der Führung von Lenin und Trotzki
die Armeen der weißen Generäle. Ein Jahr darauf etabliert sich in
Rußland endgültig das kommunistische Regime.
Unter den europäischen Siegermächten machen sich
die alten Unstimmigkeiten wieder bemerkbar. Großbritannien versucht
Deutschland gegen Frankreich und seine Verbündeten, darunter auch Polen,
politisch zu unterstützen. Die Französischen Politiker sind wiederum
daran interessiert, nichts von den im ersten Weltkrieg erzielten und im Vertrag
von Versailles enthaltenen Positionen einzubüßen.
Am 16. April 1922 schließen Deutschland und die
Sowjetunion den Vertrag von Rapallo, der unter anderem eine militärische
Zusammenarbeit bei Projekten moderner Waffentechnik wie Flugzeuge, Panzer und
chemische Kampfstoffe vorsieht.
Am Freitag, dem 27. Oktober 1922, reißt in Italien der
Faschistenführer Benito Mussolini durch den “Marsch auf Rom”
die Macht an sich..
Anfang 1923 erreicht in Deutschland das wirtschaftliche und
politische Chaos, das seit dem Friedensvertrag herrscht, seinen Höhepunkt.
Als das Deutsche Reich mit den Reparationszahlungen in Verzug gerät,
besetzen französische Truppen das Ruhrgebiet.
Die deutsche Wirtschaft bricht zusammen. Not und Hunger
breiten sich aus, während die Währung ins Uferlose sinkt: Mitte
November 1923 zahlt man für einen US-Dollar 4,2 Billionen
Mark.
Diese innere Zerrüttung schafft ein geeignetes Klima
für das Gedeihen extremer Parteien. Die von Adolf Hitler geführten
Nationalsozialisten wagen am 9. November 1923 in München einen
Putschversuch, der jedoch nicht gelingt.
Im Herbst 1923 scheint Deutschland ein blutiger
Bürgerkrieg bevorzustehen, doch die deutsche Währung kann saniert
werden, und deshalb ist die größte Gefahr für die inneren
Verhältnisse gebannt. Bei einer Konferenz kann ein Plan zur Zahlung der
Reparationen ausgearbeitet werden und Deutschland erhält international
Kredite. Dadurch scheinen die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme
beseitigt zu sein.
Daß die Demokratie in Deutschland jedoch nicht
gesichert ist, zeigt sich an der Tatsache, daß 1925 der monarchistische
Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt
wird.
Am 21. Jänner 1924 stirbt Lenin. Sein Nachfolger ist
Josef Stalin.
Die USA ziehen sich politisch aus Europa zurück, ihre
finanziellen Interessen und ökonomischen Verbindungen bleiben bestehen. Das
Wirtschaftswunder in den USA bewirkt einen Taumel der
Hochkonjunktur.
In den Tagen vom 5. bis 16. Oktober 1925 wird auf der
Konferenz in Locarno ein Vertrag unterzeichnet, der das Verhältnis der
Deutschen zu ihren westlichen Nachbarn normalisieren soll. Es ist der erste
Erfolg einer sich anbahnenden Versöhnungspolitik zwischen den Deutschen und
Franzosen.
Ab 1926 kann die Reichswehr mit Unterstützung der UdSSR
800 Kilometer östlich von Moskau eine geheime deutsche Gaswaffen-,
Kampfwagen- und Fliegerschule für die Ausbildung deutscher Panzer- und
Fliegeroffiziere aufbauen.
Die Sowjets stellen den deutschen Übungsgelände
und Schulungspanzer zur Verfügung.
Am 8. September 1926 wird Deutschland in den Völkerbund
aufgenommen.
Mit dem katastrophalen Börsensturz, am 24. Oktober 1929
in den USA verschwindet der Traum der ewig blühenden
Konjunktur.
Die Weltwirtschaftskrise breitet sich aus und Deutschland
wird von dieser Krise besonders hart getroffen. Die Zahl der Arbeitslosen
erreicht in Deutschland bald sechs Millionen. Bei diesen Arbeitslosen findet
Adolf Hitler mit seinen Nationalsozialisten Gefallen. So versprechen diese der
entmutigten Bevölkerung wirtschaftliche Besserung und Befreiung von der
nationalen “Schmach des Versailler
Friedensdiktates”.
1932 bilden die Nationalsozialisten die stärkste
Fraktion im Deutschen Reichstag und verhindern zusammen mit den Kommunisten jede
konstruktive parlamentarische Tätigkeit.
3. Hitler an der Macht
Am Montag, dem 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident
von Hindenburg den “Unbekannten Gefreiten des 1. Weltkrieges”, Adolf
Hitler zum Reichskanzler. Das NS-Regime gibt sich gegenüber dem Ausland
friedlich und zivil. Vor dem Reichstag verkündet Hitler immer wieder
entschieden seinen Friedenswillen. Hitler schafft Arbeitsplätze indem er
Autobahnen und Kriegsgerät bauen läßt. Am 3. Februar 1933
erläutert Hitler der Reichswehrführung seine Pläne: Ausrottung
des Bolschewismus, Kampf gegen den Versailler Vertrag und Eroberung von
Lebensraum. Nach dem Reichstagsbrand werden die Bestimmungen verschärft.
Schon jetzt fängt man an, Juden minderwertig zu behandeln. Sie verlieren
ihre Arbeitsplätze und werden aus dem Wirtschaftsleben
verdrängt.
Die ersten KZ´s werden gebaut, um die Opposition
mundtot zu machen.
Es werden wegen Landes- oder Hochverrats verurteilte
Personen, kommunistische Funktionäre, alle von einem Volksgericht
verurteilten Personen, sowie Mitglieder der pazifistischen Internationalen
Bibelforscher-Vereinigung in KZ´s geschickt.
Am 23. März 1933 erlangt Hitler die erstrebten
diktatorischen Vollmachten. Die NSDAP wird kurz darauf die
“Staatspartei”. Zur allgemeinen Überraschung schließen
Deutschland und Polen am 26. Januar 1934 einen Nichtangriffs- und
Freundschaftsvertrag ab. Am 14. Oktober 1934 tritt Deutschland aus der
Abrüstungskonferenz aus und verläßt fünf Tage später
auch den Völkerbund. Ab Februar 1935 beginnen die Deutschen U-Boote zu
bauen. Die Weltöffentlichkeit reagiert darauf kaum. Am 16. März 1935
erläßt Hitler den Beschluß, alle Bestimmungen des Versailler
Vertrages zu annullieren und den Aufbau der Streitkräfte zu Lande, zur See
und zur Luft zu beschleunigen. Die allgemeine Wehrpflicht wird wieder
eingeführt und die deutsche Industrie stellt fast nur mehr
militärische Geräte her.
Der Bürgerkrieg in Spanien wird von den Deutschen und
Italienern genützt um ihr neues Kriegsmaterial zu testen.
Hitler marschiert in Österreich ein. Erst als er am 15.
März 1939 auch die Tschechoslowakei unter deutschen “Schutz”
stellt, treten ihm die Weltmächte mit Verhandlungen
entgegen.
Am 7. November 1938 erschießt der Jude Herschel
Grynszpan den Botschaftsrat Ernst vom Rath. Das verwenden die Nazis als
willkommenen Anlaß für ihre Judenpogrome. Die Reichskristallnacht
folgt nach diesem Attentat und zeigt die Gewaltbereitschaft der Deutschen.
Hitler verkündet am 30. Januar 1939 die Vernichtung der jüdischen
Rasse im Kriegsfall.
Die Polen wollen keinen Pakt mit den Deutschen oder den
Sowjets unterzeichnen, in denen beide Staaten Polen für sich gewinnen
wollen, um sich eventuell im Notfall auf ihre Seite zu stellen. Da Polen nicht
eindeutig Stellung bezieht, stellt Hitler Überlegungen an, anstatt mit
Polen gegen die Sowjetunion vorzugehen, sich mit der UdSSR gegen die Polen zu
verbinden. Am 27. April 1939 kündigt die Reichsregierung den
deutsch-polnischen Nichtangriffspakt. Die Beziehung zwischen Deutschland und der
Sowjetunion werden immer intensiver.
In den Deutschen Rüstungsbetrieben wird Tag und Nacht
gearbeitet.
Ende Juli 1939 legt das Oberkommando der Wehrmacht Hitler
den Feldzugsplan gegen Polen vor.
Deutschland kann ab 20. August 1939 aus Rußland
wichtige Rohstoffe und Lebensmittel beziehen.
Ein deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt mit geheimem
Zusatzprotokoll wird am 23. August 1939 unterzeichnet. In diesem Zusatzprotokoll
ist die Festlegung der beiderseitigen Interessensphären in Polen
niedergeschrieben.
Am Morgen des 31. August 1939 erteilt Hitler den Befehl
für “Fall Weiß”, den Überfall auf Polen. Der Krieg
kann am nächsten Tag beginnen.
Am späten Abend des 31. August 1939 liefert der
Sicherheitsdienst der SS den “propagandistischen Anlaß zur
Auslösung des Krieges”, indem er, teilweise in den Uniformen
polnischer Freischärler, Überfälle auf verschiedene deutsche
Grenzorte und den Sender Gleiwitz fingiert.
4. Der Blitzkrieg in Polen
beginnt
1. September 1939, Danzig.
Um 4.30 Uhr peitscht ein einzelner Pistolenschuß durch
den Wald, der die polnische Enklave Westerplatte umgibt. Die polnischen
Militärposten rücken zusammen.
15 Minuten später eröffnet die “Schleswig
Holstein”, ein deutsches Schulschiff, das Feuer und beschießt die
Westerplatte.
Ohne Kriegserklärung überfällt Hitler
Polen.
Der 2. Weltkrieg hat begonnen.
Von Anfang an haben die Nazis die absolute Luftherrschaft.
Mit 2093 modernen einsatzbereiten Flugzeugen, die nur ein Bruchteil ihrer ganzen
Flotte sind, stehen sie 745 veralteten Flugzeugen der Polen gegenüber.
Auch haben die Deutschen mit 3195 Panzerkampfwagen um knapp 2000 mehr als die
Polen.
Noch am 1. September wird der Anschluß Danzigs an das
Deutsche Reich verkündet. Hitler gibt den Angriff auf Polen im Reichstag
bekannt. Zwischen Berlin, Rom, Paris und London finden fieberhafte diplomatische
Beziehungen statt. In Frankreich und Großbritannien wird mobil gemacht.
Beide Staaten fordern Deutschland auf, Polen bis zum 3. September um 12.00 Uhr
zu verlassen.
Hitler geht nicht darauf ein obwohl die deutsche
Bevölkerung kaum Kriegsbegeisterung zeigt. Am nächsten Tag wird das
Hören ausländischer Sender verboten und die Zwangsbestimmung für
die Kriegswirtschaft tritt in Kraft.
Von Anfang an droht die polnische Verteidigung
zusammenzubrechen, obwohl die Deutschen mit ihrem Kriegsmaterial sehr sorgsam
umgehen.
Die Deutschen ziehen von Danzig in Richtung Süden nach
Warschau.
Am 3. Septembers erklärt Neville Chamberlain,
daß Großbritannien im Kriegszustand mit Deutschland
ist.
Die Staaten des Commonwealth schließen sich dieser
Erklärung an.
Um 17.00 Uhr gibt in Paris Ministerpräsident Edouard
Daladier den Beginn des Krieges mit dem Deutschen Reich
bekannt.
Die in Polen lebende Deutsche Minderheit arbeitet mit dem
deutschen Militär zusammen woraufhin in Ausschreitungen ca. 4000 Menschen
dieser Minderheit getötet werden. Hitler macht daraus 50 000 und
benützt dies für einen Grund der Weiterführung des Krieges in
Polen.
Öffentliche Exekutionen und die sofortige Verfolgung
von Juden werden zum Kennzeichen deutscher
Besatzungsherrschaft.
Am 8. September 1939 führt der polnische Botschafter in
Moskau ein Gespräch mit dem sowjetischen Außenminister Molotow
über die angebotene Waffenlieferung für Polen. Die Polen bekommen
jedoch eine Absage der Russen, da sich die Lage inzwischen verändert
hätte.
Die Franzosen versuchen noch am gleichen Tag ihre
Verpflichtung der Luftunterstützung für Polen auf die Engländer
abzuwälzen. Die Royal Air Force widersetzt sich den Franzosen. Beide
Staaten stellen fest, daß eine Luftunterstützung durch
französisch-britische Kräfte ein großes Risiko
darstellt.
In der Zwischenzeit können die Deutschen weiter in
Richtung Warschau marschieren. Sie kommen von Norden aus Richtung Danzig die
Weichsel entlang, aus Westen und aus Süden. Viele polnische Einheiten
versuchen nach Warschau zu kommen um die Hauptstadt zu retten.
Am 9. September 1939 stoßen die Deutschen dann doch
wieder auf stärkeren Widerstand. Sie werden westlich von Warschau gestoppt.
Es entwickelt sich daraus die größte Schlacht des Polenfeldzuges die
später als die “Schlacht bei Kutno” genannt wird. Durch
Fliegereinsätze können die Deutschen aber doch wieder ihren Marsch
nach Warschau fortsetzen. Vereinzelt gelingt es den Polen, Städte
zurückzuerobern und die Deutschen geringfügig wieder
zurückzuschlagen.
Am Abend des 11. September 1939 erhalten die polnischen
U-Boot-Kommandanten den Befehl nach England zu fahren, da die totale
Luftherrschaft der Nazis ihren Einsatz unmöglich macht.
Der britische Regierungschef Neville Chamberlaine und der
französische Ministerpräsident Edouard Daladier kommen am Dienstag dem
12. September 1939 zu dem Ergebnis, daß Polen bereits verloren ist und
eine Fortsetzung der offensiven Anstrengungen zugunsten Polens
unzweckmäßig erscheint.
Am 14. September 1939 schließt sich der deutsche Ring
um die polnische Hauptstadt Warschau.
Die polnische Regierung und die polnische Heeresleitung
überschreiten am 17. September 1939 die Grenze nach Rumänien. Sie
werden dort jedoch gefangengenommen.
Die deutschen Fliegerangriffe legen Teile von Warschau in
Brand. Menschen die keine polnische Staatsbürgerschaft haben, dürfen
Polen verlassen.
Der deutsche Ring um Warschau wird immer enger, doch die
Polen denken noch nicht daran, aufzugeben.
Am 17. September 1939 überschreitet die
Weißrussische Front mit vier Armeen und die Ukrainische Front mit drei
Armeen die ungeschützte Grenze zu Polens Ostprovinzen, nachdem schon im
Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August 1939 über die Teilung Polens
Entscheidungen getroffen worden sind.
An diesem Tag greifen sowjetische Armeen Polen von der Dwina
im Norden bis zum Dnjestr im Süden an. Sie übernehmen bald die ersten
Städte von den Deutschen. Viele polnische Soldaten halten Abstand von
diesen Städten und laufen lieber in Gefangenschaft der
Deutschen.
5. Der Kampf um Warschau
In den ersten Morgenstunden des 20. September 1939 beginnen
die Angriffe deutscher Truppen auf polnische Stellungen in Warschau. Am Sonntag,
dem 24. September 1939 setzen zur Vorbereitung der Erstürmung von Warschau,
verstärkte deutsche Luftangriffe Warschau ein. Die Deutschen werfen auch
Flugzettel ab, auf denen die sofortige Kapitulation gefordert wird. Am 25.
September 1939 beginnt der Großangriff auf Warschau und an diesem Tag
werden 560 Tonnen Sprengstoff und 72 Tonnen Brandbomben von den Deutschen
abgeworfen. Es ist bisher der größte Luftangriff der
Geschichte.
Der polnische Gen. Rómmel entschließt sich am
nächsten Tag zur Aufnahme von Kapitulationsverhandlungen um noch mehr
Blutvergießen unter den Truppen und der Zivilbevölkerung zu
vermeiden. Am selben Tag wird noch die Bildung einer Untergrundbewegung
beschlossen, die später zu einer der am besten organisierten
Widerstandsbewegungen gegen das NS-Regime wurde.
Am 27. September 1939 werden im Auftrag von Gen.
Rómmel Kapitulationsverhandlungen geführt, um 14.00 Uhr strecken 140
000 polnisch Soldaten die Waffen. Am nächsten Tag wird die Kapitulation von
Warschau besiegelt. Sofort beginnen SS-Komandos mit Razzien auf Juden und andere
“Reichsfeinde”.
Die Verluste der Zivilbevölkerung belaufen sich auf
über 10 000 Tote und rund 35 000 Verwundete. Zwölf Prozent aller
Gebäude im Stadtgebiet sind zerstört.
Am 28. September wird ein deutsch-sowjetischer Grenz- und
Freundschafts Vertrag unterzeichnet und die Teilung des bisherigen Staates Polen
beginnt.
Im Rathaus von Warschau verschwinden am 29. September 1939
Papiere, die für die deutschen Sicherheitsbehörden von Interesse sein
könnten. Es werden auch gefälschte Ausweispapiere an bestimmte
Personen verteilt, wodurch die Arbeit der Untergrundbewegung erleichtert
wird.
Am Dienstag, dem 3. Oktober 1939, rücken die deutschen
Truppen in Warschau ein. Der deutsche Geheimdienst findet das Geheimarchiv des
polnischen Nachrichtendienstes.
Das ganze Aktenmaterial wird auf sechs Lkws nach Berlin
gebracht wo man nicht nur die Personalkartei des polnischen Spionagenetzes
findet, sondern auch Information über die Sowjetunion
erhält.
6. Nach dem Blitzkrieg in
Polen
Am Mittwoch, dem 27. September 1939 findet im Kreml ein
Treffen um die Aufteilung der Kriegsbeute, das heißt um die Grenzziehung
der eroberten Gebiete zwischen dem deutschen Reichsaußenminister Joachim
von Ribbentrop und seinen sowjetischen Gesprächspartnern statt.
Sie werden von Stalin persönlich eröffnet, der die
Deutschen zu ihrem Sieg über Polen beglückwünscht und damit die
Hoffnung auf eine weitere gute Zusammenarbeit der beiden Regierungen und Staaten
hat.
Am 28. September 1939 unterzeichnet der estnische
Außenminister Karl Selter, nach offenen Drohungen der Sowjets, einen
Beistandspakt mit der UdSSR, der ihr militärische Stützpunkte
einräumt. Litauen und Lettland folgen dem Beispiel kurze Zeit später.
Diese drei Staaten werden schließlich durch eine Abstimmung Teile der
Sowjetunion. Mit Finnland wird auch verhandelt, doch diese lehnen dankend
ab.
Der in Rumänien internierte polnische
Staatspräsident Professor Ignacy Mscicki übergibt, am 30. September
1939 sein Amt an den Präsidenten des Verbandes der Auslandspolen in Paris.
Die bisherige Regierung ist damit aufgelöst. Gen. Wladyslaw Rackiewicz wird
dann von diesem Präsidenten zum Premierminister einer neuen Regierung
ernannt und erhält gleichzeitig den Oberbefehl über die polnischen
Streitkräfte im Exil. Polen als Staat hat mit der Besetzung durch deutsche
und sowjetische Truppen aufgehört zu existieren.
Fast alle verbleibenden Soldaten schließen sich zu
einem Verband zusammen der “Polesie” heißt und unter Gen.
Kleeberg´s Leitung liegt. Dieser Verband verwickelt sich noch in Gefechte,
doch als sie erfahren, daß Panzerkräfte der Roten Armee auf sie
zukommen entschließt sich Kleeberg vor den Deutschen zu
kapitulieren.
Damit ist der Polenfeldzug beendet und er hört auf wie
er begonnen hat. Es gibt keinen Waffenstillstandsvertrag oder
Kapitulationsurkunde. Etwa 76 000 Angehörige der polnischen Armee
können sich in die umliegenden Nachbarländer absetzen. Viele von ihnen
setzen ihren Kampf in den Reihen der Alliierten fort.
Hitler hält vor dem Reichstag eine Rede, in der er aus
seiner Sicht den Polenfeldzug schildert und England, sowie Frankreich eine
Beendigung des Kriegszustandes anbietet, wenn sie die deutschen Maßnahmen
in Polen akzeptieren. Die Regierungen in London und Paris verhalten sich
ablehnend gegenüber diesem Angebot.
Am 8. Oktober 1939 wird Polen aufgeteilt. In einem
Erlaß gliedert Hitler die im Versailler Vertrag 1919 an Polen abgetretenen
Gebiete in das “Großdeutsche Reich” ein, darüber hinaus
auch noch andere polnische Gebiete.
Die Verluste des Septemberfeldzuges in
Zahlen:
Polen: 123 000 Gefallene, 133 700 Verwundete,
694 000 Polen sind in deutscher Gefangenschaft, 217 000 in
sowjetischer.
Deutschland: 10 572 Gefallene, 30 322 Verwundete, 3404
Vermißte
217 Panzer, 282 Flugzeuge.
Sowjetunion: 737 Gefallene, 1859
Verwundete.
7. Quellen
Joachim C. Fest: “Hitler” Ullstein
Verlag
Janusz Piekalkiewicz: “Der Zweite Weltkrieg”
Econ Verlag
“Meilensteine des 20. Jahrhunderts” Das Beste
Verlag
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