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Strukturbeschreibung von St. Pauli
STRUKTURBESCHREIBUNG VON St.
PAULI-(S†D)
Ein Referat von Benjamin
Biermann
benjamin.biermann@hamburg.netsurf.de
Erdkunde LK/S2; Herr Rehdantz (Jahnschule
Hamburg)
INHALTSANGABE
1.
EinfŸhrung Seite 3
2. Lage und Einbindung in die
Umgebung Seite 3
3. Begrenzungen, Grš§e, FlŠche,
Ausdehnung Seite 3
4.
Entstehungsgeschichte Seite 4
5. Bevolkerungsanzahl und
Bevšlkerungsstruktur Seite 6
6. Wohnen Seite 6
7.
Gewerbe/Industrie/Dienstleistungen Seite 6
8. Freizeiteinrichtungen und
Sportanlagen Seite 6
9. Einzelhandel und
MŠrkte Seite 7
10. Struktur des ruhenden
Verkehrs Seite 7
11.
Fu§gŠngerbereiche Seite 7
12. Verbindungslinien
...PNV* Seite 7
13. Schiffsverkehr und
Hafenbetriebe Seite 8
14. Kulturelle
Einrichtungen Seite 8
15. Resume Seite 8
1. EinfŸhrung
Obwohl das Karolinenviertel offiziell zu St.
Pauli gehšrt, habe ich mich entschlossen, es in meinen Vortrag nicht zu
bearbeiten, da dies den Rahmen sprengen wŸrde. Das Karolinenviertel hat
sich im Laufe der letzten Jahre, ebenso wie das Schanzenviertel zu einem eigenem
kleinem Stadtteil mit einem eigenen Flair entwickelt. Ich bearbeite
ausschlie§lich St. Pauli-SŸd. St. Pauli-SŸd macht den
grš§ten teil St. Paulis aus
2. Lage und Einbindung in die
Umgebung
St. Pauli gehšrt heute zu der "Inneren
Stadt", die durch den Ring 2 Begrenzt wird. Im Westen geht das Gebiet nahezu
Ÿbergangslos mit Altona zusammen, wŠhrend im Osten die frŸheren
Befestigungsanlagen der Stadt Hamburg eine Barriere bilden. St. Pauli ist
entwicklungsgeschichtlich Vorstadtgebiet und wurde durch die scheinbar ewige
Konkurrenz der StŠdte Altona und Hamburg stark benachteiligt. Folgende
Merkmale prŠgen das Gebiet:
-Als Zwischenzone wird St. Pauli-SŸd
traditionell zur Durchfahrt benutzt.
-Die gro§flŠchigen
zusammenhŠngenden Wohngebiete waren ursprŸnglich als billigere
Wohngegend fŸr die Hamburger BŸrger gedacht, wurden dann aber zum
gro§en teil von Arbeitern und Handwerkern die im Schiffbau tŠtig waren
bewohnt.
-Als VergnŸgungsviertel ist St. Pauli
weit Ÿber die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zentren sind
LandungsbrŸcken, Reeperbahn und das
Heiligengeistfeld.
3. Begrenzungen, Grš§e, FlŠche,
Ausdehnung
St. Pauli-SŸd wird in diesem Referat als
derjenige Bereich betrachtet, der zwischen
Paul-Roosen/Clemens-Schultz-Stra§e im Norden, der Budapester
Stra§e/Millerntor/HelgolŠnder Stra§e im Osten,
LandungsbrŸcke mit Hafenstra§e im SŸden und
Bernstoffstra§e/Pepermšhlenbek im Westen liegt. Hier wohnen ca. 16.000
Einwohner.
4. Entstehungsgeschichte
Das heutige Gebiet St. Pauli, das frŸher
"Auf dem Berge" hie§, bekam seinen Namen von der Apostel Paulus Kirche in
der NŠhe des heutigen Hein-Kšlisch-Platz. Die typische Struktur St.
Paulis bildete sich durch das Bestreben der Hamburger Kaufleute viele
gewerbliche und soziale TŠtigkeiten aus dem aus allen NŠhten
platzenden Kernbereich der Stadt herauszulagern. Zu ihnen gehšren die
ReepschlŠgereien, stšrendes Gewerbe, das aus hygienischen GrŸnden
nicht mehr toleriert wurde wie z.B. Schlachtereien, Abdeckerreien und
...lmŸhlen. Ebenso wurden Asylheime, der Pesthof und Friedhšfe
verlagert.
Die Abschottung der Innenstadt durch die
Befestigungsanlagen und die Torschlu§zeiten bewirkte, da§ St. Pauli
sich zu einem sehr eigenstŠndigen und eigenwilligen Stadtteil
formte.
1620 wurde das gesamte Gebiet vom Millerntor
bis zum Pinnasberg eingeebnet. Der Hamburger Berg wurde aus MilitŠrischen
GrŸnden abgetragen und planiert, wodurch erst die recht gerade Kante zur
Elbe entstand. Die erste kleinere Besiedlung erfolgte um 1650 in der NŠhe
der DŠnischen Grenze am Pinnasberg.
Der Hamburger Berg war bis zur
vollstŠndigen Besiedlung Ende des 19. Jahrhunderts immer Vorfeld fŸr
militŠrische Zwecke gewesen, die Bewohner mehr oder weniger schutzlos. Erst
um 1780 kam es zu einem stadtŠhnlichen Ausbau der Vorstadt, unter starkem
Interesse der Hamburger endlich ihre enge Innenstadt zu entlasten. Es entstanden
die sogenannten ABC-Stra§en: Antonistra§e, Bernhardstra§e,
Clausstra§e, Davidstra§e, Erichstra§e, Friedrichstra§e,
Gerhardstra§e, Heinrichstra§e, die z.T. noch erhalten sind.
Schiffswerften wurden gegrŸndet und Hafenmagazine
gebaut.
Durch die Eingliederung Hamburgs in das
Franzšsische Kaiserreich 1810 wurde der Pinnasberg 1813 abgebrannt und
niedergerissen, um gegen die Truppen Napoleons Gegner freies Schu§feld zu
haben.
1833 wurde der "Hamburger Berg" an Hamburg
angegliedert und hie§ jetzt offiziell St. Pauli.
Der Stadtteil, so wie wir ihn heute kennen,
entstand nach dem gro§en Brand 1842. Es wurde das Hafentor mit der
Stra§e nach Altona gebaut, die 1859 den Namen Hafenstra§e erhielt. Bis
zum Ende des Jahrhunderts wurde das Gebiet nšrdlich der Reeperbahn
vollstŠndig ausgebaut. Der Betrieb auf der Reeperbahn wurde 1883
eingestellt, um die eher unbefestigte Stra§e verkehrsgerecht auszubauen.
Das Heiligengeistfeld befindet sich seit 1857 in Hamburger Besitz und ist
bewu§t bebaut worden. Seit 1900 findet hier das Volksfest des Nordens
statt.
Seit den GrŸnderjahren ist St. Pauli das
eigentliche VergnŸgungsviertel von Hamburg mit seinem Zentrum Reeperbahn
und Spielbudenplatz.
Nach dem Bauboom im Hafen, Ende des vorherigen
Jahrhunderts, verŠnderte sich auch St. Pauli. 1907 wurde der Elbtunnel
fertiggestellt, der die Arbeiter zu den Werften bringen sollte, von 1906 bis
1911 entstand die U-Bahnlinie Schanzenbahnhof, Wasserbahnhof*,
Ršdingsmarkt. 1905 wurde das Seewetteramt und 1910 das Tropenkrankenhaus
eingerichtet. Das heutige Hotel Hamburg war 1858 als Seemansheim eingerichtet
worden.
St. Pauli hat somit eine Vielzahl von sozialen
und wirtschaftlichen Einrichtungen fŸr die Hafenwirtschaft Ÿbernommen
mit entsprechenden hochqualifizierten ArbeitsplŠtzen. Trotzdem wurde der
Stadtteil stŠdtebaulich seit etwa 100 Jahren nicht weiterentwickelt.
Grš§ere Neubaugebiete entstanden auch nach dem Wiederaufbau Hamburgs
in den 50er Jahren nicht. Die heutigen Wohngebiete sind stark baufŠllig,
die Ausstattung ist renovierungsbedŸrftig, Parkanlagen, historische
PlŠtze wie Millerntor, Spielbudenplatz, Nobistor wurden dem
Stra§enverkehr geopfert. 1959 wurden Pepermšhlenbek,
Simon-von-Utrecht-Stra§e, Budapester Stra§e zu
Hauptverkehrsstra§en ausgewiesen. Das Iduna Hochhaus und viele andere 60er
Bauten entstanden und zerstšrten so das alte Stadtbild. Die Promenade
entlang der Elbe zum Fischmarkt wurde ausgebaut. An dem Hang sollten
reprŠsentative Bauwerke entstehen was ja zumindest aus der Sicht von
Hafenstra§en Sympathisanten auch gelungen ist. Die gesamte Planung lief auf
eine gro§angelegte "westliche Innenstadt" hinaus mit BŸro-, Gewerbe
und Diensleistungsbetrieben. Der Altbestand der Wohnungen wurde gezielt
vernachlŠssigt.
Viele Menschen verlie§en in den 70er
Jahren dieses Jahrhunderts St. Pauli und zogen an den Stadtrand. Die
freiwerdenden Wohnungen bezogen Šrmere schichten insbesondere Immigranten.
In den 70er und 80er Jahren regte sich gegen die Zukunftsplanung "ohne Menschen"
Widerstand. Zu nennen sind die Orte: Hafenstra§e, JŠgerpassage,
Wohlwillterassen, Adolph-Passage, Schanzenstra§e, Vorwerkstra§e und
Laeiszstra§e, die allesamt abgerissen werden sollten, ohne den vernichteten
Wohnraum zu ersetzen.
5. Bevolkerungsanzahl und
Bevšlkerungsstruktur
In St. Pauli-SŸd leben ca. 16.000
Einwohner. Meist gehšren sie den unteren Einkommensschichten an. In ihrer
Zusammensetzung weicht die Bevšlkerung St. Paulis erheblich vom Hamburger
Durchschnitt ab. Hier finden sich sehr viele Einpersonenhaushalte, mehr Alte und
auch mehr Jugendliche. Auch der AuslŠnderanteil liegt Ÿber dem
Hamburger Durchschnitt.
Beschreibung der Nutzung des
Gebiets
6. Wohnen
Das Wohngebiet teilt sich in einen
nšrdlichen von der Simon-von-Utrecht-Stra§e gelegenen Bereich, der mit
dem Wohngebiet von St. Pauli-Nord zusammenflie§t. Und einem sŸdlichen,
der zwischen dem Spielbudenplatz und der Bernhard-Nocht-Stra§e liegt. Beide
teile werden durch den Verkehr stark beeintrŠchtigt:
Der nšrdliche teil leidet unter dem
Ost-West Durchgangsverkehr Ÿber die Simon-von-Utrecht-Stra§e und die
Paul-Roosen/Clemens-Schultz-Stra§e und der sŸdliche teil unter starkem
LKW-Verkehr der Bavaria St. Pauli Brauerei. Ein ungestšrtes Wohnen ist so
aufgrund der Verkehrsbelastung nicht mšglich. ZusŠtzlich kommt der eh
schon laute Betrieb der Gastronomie (Discos/Restaurants/Kneipen)
hinzu.
7.
Gewerbe/Industrie/Dienstleistungen
Der grš§te Betrieb im Gebiet ist die
Bavaria St. Pauli Brauerei zwischen Davidstra§e und Zirkusweg (wird
wahrscheinlich demnŠchst geschlossen stand:december/96) Sonst gibt es noch
zahlreiche Souvenirshops, Kneipen, Restaurants, Discos, Hotels und Bordelle.
8. Freizeiteinrichtungen und
Sportanlagen
Im gesamten Gebiet befindet sich lediglich der
stark verlŠrmte Alte Elbpark mit einem Kinderspielplatz und die
Jugendherberge auf dem Sintfang mit ihrer
Aussichtsplattform.
9. Einzelhandel und
MŠrkte
Fischmarkt ist jeden Sonntag. Es gibt viele
kleine Lebensmittel LŠden. ErwŠhnenswert ist vielleicht, da§ es
nicht einen einzigen Supermarkt im ganzem Untersuchungsgebiet gibt. Somit ist
der Bewohner gezwungen in den meist teureren KrŠmerlŠden einzukaufen
oder in andere Stadtteile zu fahren und einen erheblichen Zeitaufwand zu
Investieren.
10. Struktur des ruhenden
Verkehrs
Parkplatzprobleme in allen Seitenstra§en.
Grš§ere FlŠchen befinden sich auf dem Heiligengeistfeld und
entlang der Glacischaussee. ParkhŠuser befinden sich am Spielbudenplatz und
am Operettenhaus. FŸr den Tourismusverkehr befindet sich um den Eingang des
Elbtunnels, insbesondere fŸr Busse. Die Hauptverkehrsstra§en werden
von parkenden KFZ freigehalten, um den Durchgangsverkehr flie§en zu
lassen.
11.
Fu§gŠngerbereiche
Verkehrsberuhigte Zonen fŸr
Fu§gŠnger gibt es bis auf die Uferpromenade in St. Pauli-SŸd
nicht. Das Gebiet ist keine "shopping area".
12. Verbindungslinien ...PNV
(šffentlicher personen nah verkehr)
Verkehrsknotenpunkt des ...PNV ist
LandungsbrŸcken mit einem S- und U-Bahnhof, mit den HafenfŠhren und
einer Buslinie. Die Reeperbahn besitzt am Nobistor einen S-Bahnhof und am
Millerntor die U-Bahnstation St. Pauli, die fŸr den Massenverkehr in keiner
Weise angemessen ausgestattet ist, gleichzeitig aber der zentrale Zugang
fŸr den DOM, die Reeperbahn und die Wallringanlagen mit dem Museum fŸr
Hamburgische Geschichte ist. Das restliche Gebiet, insbesondere der Fischmarkt,
Pinnasberg und die nšrdlich gelegenen Wohngebiete sind
unterversorgt.
13. Schiffsverkehr und
Hafenbetriebe
An den St. Pauli-LandungsbrŸcken legen
die HafenfŠhren des Linienverkehrs an. Dort befinden sich auch die Schiffe
fŸr die Hafenrundfahrten. Der Anleger fŸr die EnglandfŠhre wurde
nach Altona verlegt.
14. Kulturelle
Einrichtungen
Historisch gesehen sind es die beiden Kirchen
`St. Pauli` auf dem Pinnasberg und die Josephskirche in der Gro§en
Freiheit. Weiterhin gibt es das Bismarck-Denkmal im `Alten Elbpark`. Es gibt
viele TŸrkische Kulturvereine. ErwŠhnenswerte Theater sind:
Operettenhaus (Cats), Schmidt`s Tivoli, St. Pauli Theater. Kinos: Oase,
Studio.
15. Resume
St. Pauli ist trotz seiner hohen Belastung
durch LautstŠrke von Stra§enverkehr und stšrendem Gewerbe ein
tolles Wohngebiet mit einem einzigartigem Charakter. Wenn in den nŠchsten
Jahren die restlichen 60er Jahre Bauten verschwinden und alles neu bebaut und
beruhigt wird, wird auch St. Pauli zu einem der modernen Exklusiven Wohngebieten
werden. Ob es dann noch seine Sympathische Ausstrahlung behŠlt mu§ man
sehen.
* ...ffentlicher Personen
Nahverkehr
* heute
LandungsbrŸcken
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