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Dürrenmatt, Friedrich: Die Physiker
- VON STEFAN LUDL, 11A -
THEMA: Wie wird in Dürrenmatts Drama “Die Physiker”
eigenverantwortliches Handeln des Individuums bewertet?
I. GLIEDERUNG
A. Inhaltsangabe über das Werk die
Physiker
B. In Dürrenmatts Drama “Die Physiker”
eigenverantwortliches Handeln de Individuums als absurd und sinnlos bewertet
1. Verhalten von Möbius, Newton und
Einstein
2. Jeder der 3 hat ein Ziel, alle 3 scheitern
aber
3. Verallgemeinerung des Problems des
Stückes
C. Ohne die hochentwickelte Technik könnte die
Menschheit nicht überleben
II. AUSFüHRUNG
D
as Werk "Die Physiker" ist eine Komödie in zwei
Akten, deren Handlung im Privatsanatorium der Irrenärztin Fräulein
Doktor von Zahnt, der bucklige letzte Sproß einer Adelsfamilie,
spielt.
Im Irrenhaus leben "3 Physiker": der eine hält sich
für Albert Einstein, der andere für Isaac Newton und der dritte
für den deutschen Physiker Möbius, der seine Weisheit angeblich von
König Salomon bezieht. Geschehen ist bisher nichts, außer, daß
Newton vor drei Monaten eine Krankenschwester erdrosselt hat und Einstein am
heutigen Tage eine gleiche Tat vollbracht hat. Jede der beiden Krankenschwestern
liebte ihren Mörder. Nun ergeht es Möbius mit der Schwester Monika
ebenso. Ihm bleibt nichts anderes übrig als sie ebenfalls zu erdrosseln.
Denn alle drei sind nicht verrückt, sie benutzen ihren Irrsinn als
Tarnkappe. Newton und Einstein sind Beauftragte entgegengesetzter Geheimdienste,
die hinter dem Geheimnis des Möbius her sind. Jeder muß die Schwester
töten, die sie liebte, weil sie das Geheimnis ihrer Verstellung erraten
hatte.
Allein Möbius hat sich freiwillig hierher
zurückgezogen. Würden die Menschen sich seiner Entdeckung der
Gravitation und der Feldtheorie (Atomphysik) bemächtigen, würde dies
verheerende Folgen nach sich ziehen. Darum hat er das Irrenhaus einer
akademischen Karriere und den Angeboten der Industrie vorgezogen. Hier allein
herrscht noch Freiheit. Er wird bleiben, ebenso wie Einstein und Newton.
Würden sie zugeben, nicht verrückt zu sein, wären sie
Mörder. Allein Fräulein von Zahnt hat alle drei durchschaut, auch ihr
erscheint König Salomon, und in ihrer Schatzkammer beherbergt sie, nun die
einzige Verrückte, die drei Physiker. Die Welt ist in die Hände einer
verrückten Irrenärztin gefallen, denn sie hat Möbius
Aufzeichnungen photokopiert.
I
n Dürrenmatts Komödie “Die
Physiker” müssen ein Physiker und zwei gegeneinander arbeitende
Geheimagenten aufgrund ihrer aussichtslosen Lage auf eigene Faust handeln, da
sie von der Außenwelt abgeschottet sind.
Dieser Aufsatz soll aufdecken, in welcher Weise das
eigenverantwortliche Handeln der drei Hauptpersonen in dem Werk beurteilt
wird.
Wichtig ist hierzu erstmal sich über die Absicht
des Stücks im klaren zu werden.
Das Drama versucht die Folgen der Technischen
Errungenschaften auf die gesamte Menschheit zu erläutern. Die Hauptaussage
läßt sich durch ein Zitat der Psalme Salomons
verdeutlichen:
“Wir hauten ab. Zu den Wüsten des Mondes.
Versanken. Versanken im Staub. Lautlos verreckten manche schon da” (S.
41)
Anhand solcher Zitate zu denen auch die Konversation vom
Inspektor und Issac Newton (S.22) kann man ganz klar festhalten, dass
Dürrenmatt der Auffassung ist, dass der Mensch der Technik nicht mehr
gewachsen ist, wenn sie von ihm nicht mehr begriffen werden kann und sie nicht
mehr auf einem ethischen Grundwert beruht. Somit stellt sich einem die Frage ob
man als Einzelner an dieser Tatsache etwas ändern kann.
Auch auf diese Frage gibt das Stück eine klare
Antwort.
Nach Ansicht Dürrenmatts muß das Handeln auf
eigene Faust des Einzelnen als sinnlos und absurd angesehen
werden.
Auch wenn es manchmal oberflächlich so scheint als
könne der Mensch auf eigene Verantwortung hin handeln, so passiert immer
das Gegenteil was er sich vorstellte bzw. beabsichtigte.
Das beste Beispiel hierfür ist die Entscheidung von
Möbius, Newton und Einstein. Freuen sie sich anfangs noch über ihre
heldenhafte Entscheidung auf Lebenszeit im Irrenhaus zu bleiben, um die
Menschheit vor ihrem sichern Tod zu bewahren, so wird ihr wagemutiger Plan mit
einem Schlag zu nichte gemacht, da die einzige Verrückte im Irrenhaus Frau
Dr. Zahnd ihre eigentlichen Identitäten schon lange zuvor durchschaut
hatte. Somit nimmt das Stück gemäß den “21 Punkten zu den
Physiker” seine “schlimmstmögliche Wendung” (Punkt 3 der
21 Punkte). Denn die zunächst heldenhafte individuelle Aufopferung der Drei
ist nach der Auflösung des Drama völlig absurd und sinnlos.
Das selbständige Handeln, das anfangs noch genial
und beachtlich schien ist nun nichts mehr weiter als “brotlose
Kunst”.
Ein weiteres, nämlich das zweite Argument für
die These gegen das eigenverantwortliche Handeln liefert der Autor selbst durch
die 21 Punkte. Seiner Auffassung nach “[wollen] Planmäßig
vorgehende Menschen (...) ein bestimmtes Ziel erreichen. Der Zufall trifft sie
dann am schlimmsten, wenn sie durch ihn das Gegenteil ihres Zieles erreichen:
Das was sie befürchteten, was die zu vermeiden suchten (z.B.
Ödipus[1])”
(Punkt 9, S.92)
Denn jeder der Drei, sei es Möbius, Newton oder
Einstein hat vor seinen Plan durchzuführen. Aber alle drei Vorhaben
scheitern später jedoch auf groteske und zugleich “schlimmste”
Weise (vgl. Punkt 9) ein. Wiederum wird auch hier der individuelle Plan der
Weltveränderung niedergeschlagen.
Alle Drei sind trotz ihrer unterschiedliche Absichten
zum Scheitern verurteilt.
Die beiden Spione, die Möbius für sich
gewinnen wollen sind genauso enttäuscht wie Möbius selbst, dessen
Absicht, den Weltfrieden zu sichern, genauso fehlschlägt, wie der Plan der
Agenten.
Ein weiteres Mal ist es Frau Dr. Zahnd, die dem
Stück seine “schlimmstmögliche Wendung”
gibt.
Deswegen kann man festhalten, dass Dürrenmatt
jeglichen Versuch von Handeln auf eigene Verantwortung als sinnlos und zwecklos
betrachtet.
Es ist eigentlich auch unmöglich für die
Physiker das Problem mit der Atombombe zu lösen, denn “jeder Versuch
eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muß
scheitern” (Punkt 18, S.93).
Sie versuchen das Gefahr, die die ganze Menschheit
bedroht, als kleine Gruppe zu lösen. Das kann aber nach Dürrenmatts
Auffassung nicht gut gehen. Entweder alles oder gar keiner kann ein solches
Problem lösen.
Der Autor selbst gibt aber jedoch offeriert zur
Lösung des Problems in dem Stück keine eigene
Lösung.
Zum Schluß soll das Verhalten Dürrenmatts
Einstellung zum technischen Fortschritt im Vergleich zu unserer heutigen,
modernen, westlichen Weltanschauung analysiert werden. Mit seinem Werk
“Die Physiker” widerspricht Dürrenmatt unserem heute so
großem Optimismus in die Technik.
Seiner Ansicht nach soll der Physiker dem Verbraucher
die hochentwickelte Technik vorenthalten.
Für den Bürger ist egal woher der Strom kommt,
Hauptsache es gibt Strom. Das dabei radioaktiver Abfall entstehen kann, ist ihm
egal.
Dem Physiker hingegen ist auch egal was später
passiert. Er stellt eine Theorie auf und denkt oft nicht daran was dadurch
passieren kann. Ein gute Beispiel ist hierfür Erkenntnisse eines Albert
Einsteins über die Atomlehre. Was anfangs eigentlich für friedvolle
Nutzung gedacht war wurde schon früh in seiner schlimmsten Art benutzt
(z.B. Hiroshima).
Dem Techniker führt die Theorie des Physiker
einfach aus ohne darüber nachzudenken was es überhaupt damit auf sich
hat.
Zusammenfassend kann man sagen, dass an dem Beispiel der
Kette Physiker – Techniker – Verbraucher gut zu sehen ist warum
Dürrenmatt der Auffassung ist, dass eigenverantwortliches Handeln sinnlos
und absurd ist.
Als Folge dieser Theorie fordert Issac Newton die
Elektrizität nicht zu nutzen, wenn man sie nicht versteht, da dadurch der
Mißbrauch einer höheren gefährlicheren Technologie, wie der
Atombombe nicht mehr verhindert werden könne.
I
ch persönlich teile die Ansicht Dürrenmatts
nicht. Es ist klar, dass nicht jeder jede Technologie nur für friedliche
Zwecke gebrauchen wird. Doch man hat in unserer heutigen Zeit aus der Geschichte
gelernt. Man hat gesehen was eine Vernichtungskrieg angerichtet hat. Hinzukommt,
dass ein Krieg heute undenkbar wäre, da vorallem in den Industriestaaten,
die zugleich die großen Militärmächte sind, die Devise
vorherrscht. Schutz durch Annäherung und Verflechtung. Somit hat keiner
einen Gewinn von einem Krieg.
Auch können wir unendlich viele Erkenntnisse aus
der höheren Technik heute gar nicht mehr wegdenken. Sei es der Otto-Motor,
die Lasertechnologie usw. all diese Dinge sind für uns nicht wegdenkbar und
zum Teil ja schon lebensnotwendig. Denkt man nur ein Mal an die Pharmaindustrie,
die die lebenswichtigen Medikamente herstellt.
Natürlich muss man der Technik in gewissem
Maße kritisch gegenüber stehen, würden sich aber alle Menschen
nach der pessimistischen Einstellung Dürrenmatts richten so würde das
ein kaum vorstellbarer Rückschritt in der Entwicklung des Menschen
bedeuten.
[1]
Ödipus, Gestalt der griech.
Mythologie. Sohn des Laios, des Königs von Theben, und der Iokaste, der mit
durchbohrten Knöcheln – was
zu seinem Namen führt (Ö.
›Schwellfuß‹) –
ausgesetzt wird, da er nach einem Orakelspruch seinen Vater töten und seine
Mutter heiraten soll. Er wird jedoch gerettet und vom König von Korinth
aufgezogen. Später erschlägt er unwissentlich seinen Vater und
heiratet seine Mutter, mit der er vier Kinder hat: Eteokles, Polyneikes,
Antigone und Ismene. Als die Wahrheit mit Hilfe des blinden Sehers Teiresias
aufgedeckt wird, erhängt sich Iokaste, Ö. beraubt sich des Augenlichts
und wird von seinen Söhnen aus dem Land gewiesen. Nur Antigone begleitet
ihn, bis er im Hain der Eumeniden am Kolonos in Attika von der Erde
entrückt wird. gewiesen
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