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| Mörike, Eduard (1804-1875)
Mörike, Eduard (1804-1875)
Eduard Mörike
Eduard Mörike wurde 1804 in Ludwigsburg geboren. Als Sohn eines Arztes
besuchte er nach dem frühen Tod seines Vaters (1817) widerwillig das
evangelische theologische Seminar in Urach. Die Ausbildung zum Pfarrer vollzog
M. nur aus finanziellen Gründen und somit bestand er die Klosterschule auch
nur mit mäßigem Erfolg.
1826 beendete er seine theologische Ausbildung und trat in das Amt des
Vikars. Diese Zeit war für M. keine erfreuliche, obwohl er für seine
literarische Entwicklung bedeutende Freundschaften schloß. In der Zeit als
Vikar schrieb M. zwei - wahrscheinlich die bekanntesten - Gedichte
“Septembermorgen” und “Er ist’s” .
Die beengenden Verhältnisse im Tübinger Stift, die Erlebnisse in
den literarischen Freundesgruppen, Glaubenszweifel und
Schicksalsgläubigkeit und die Erfahrung einer verbotenen Liebe zu der
vagabundierenden Kellnerin Maria Meyer prägte M.’s dichterisches
Schaffen.
Mit 19 Jahren begegnete er Maria Meyer das erste Mal. Nach der Liebe mit
Maria Meyer entstanden M.’s berühmte
“Peregrina”-Gedichte. Im Alter von 25 Jahren lernt M. Louise
Rau kennen. Mit ihr war er 4 Jahre lang verlobt. Aus der Liebe mit Louise
entstand das Gedicht “Das verlassene Mädchen” .
Während seines Vikariats an verschiedenen Orten Württembergs versuchte
er vergeblich, dem Pfarrdienst zu entgehen, in den er 1834 nach Cleversulzbach
berufen wurde. Nach der vorzeitigen Pensionierung widmete sich M. voll und ganz
seiner dichterischen Arbeit.
1851 heiratete er die Katholikin Maragrethe von Speeth. Er wohnte mit
seiner Frau und seiner Schwester Klara zusammen in einem Haus, was zu vielen
Konflikten führte. Klara erwies sich als die Stärkere und so trennte
sich M. 1873 von seiner Frau.
1851-66 wirkte M. als Lehrer für Deutsch Literatur an einem
Stuttgarter Mädchenstift. “Die Novelle - Mozart auf der Reise nach
Prag” (1856) zeigt M. auf dem Höhepunkt seines Prosaschaffens.
Viel Beachtung erfuhren auch seine späten Verserzählungen.
*** Der fabulierfreudige M., der sich in sämtlichen literarischen
Gattungen, außer der Tragödie, sicher fühlte und vor allem die
lyrischen Formen vom - Volkslied bis zum - Distichon meisterhaft beherrschte,
gestaltete auf sehr eigene Art Ausbruchsversuche, die meist mißlangen.
Harmonie und Idyllen erfuhren nicht selten eine komische Brechung oder tragische
Wendung. Mit psychologischem Scharfsinn erfaßte M. die prägende
Wirkung früher Erlebnisse. Mehr als ein Drittel seiner Lyrik gehört zu
dem Genre des Komischen an, das vom liebevollen Humor bis zum bitteren
Sarkasmus, zum Skurrilen und zur Unsinnspoesie reicht. Seine Fluchtwellen
entstammen häufig der Märchenphantasie und lebendigen romantischen
Einbildungen. Der kritisch-spielerische, eigenwillige und souveräne Umgang
mit der literarischen Tradition vom Barock über die Aufklärung und die
Klassik, den Sturm und Drang und die Romantik bis zum Realismus ist typisch
für M.s Werk, das zwischen Spätromantik und frühem Realismus
steht. Die Frage, inwiefern die Kunst selbst in M.s Werk zum eigentlichen Thema
wird, beschäftigt bis heute die Forschung. Die Rezeption von M.s Werken
beschränkte sich lange auf seine romantisch gefühlvolle Lyrik, auf
seine klassischen Themen und humorvollen Genrebilder.
***In den letzten 20 Jahren seines Leben verstummt Mörike. Sein ganzes
Leben war von Armut geprägt - er war nur dreimal verreist - jedoch hat er
beachtenswerte Leistungen zu Papier gebracht. Mörike verstarb im Alter von
70 in Stuttgart.
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