|
Du bist hier: Referate Datenbank | Deutsch
| Plinius der Jüngere (62-113)
Plinius der Jüngere (62-113)
Leben Plinius:
Gaius Plinius Caecilius Secundus wurde im
Jahre 61 oder 62 n.Chr. – während der Regierungszeit Neros – in
Novum Comum am Lacus Lavius, heutiges Como am Lago di Como, geboren. Sein Vater
L. Caecilius Secundus starb schon sehr früh und wird daher auch nicht
Plinius‘ Briefen erwähnt. Auch seine Mutter scheint nicht lange
gelebt zu haben, da er sie in seinem Brief mit Schilderung des Vesuvsausbruchs
als hochbetagte und gebrechliche Frau beschrieben hat. Nach dem Tod seines
Vaters ging er nach Rom zu seinen Onkel, der für eine gediegene Ausbildung
für seinen Neffen sorgte. Von seinen Lehrern in Rom verdienen vor allem
Nicetes, Sacerdos und Quintilian, bei dem er Rhetorik studierte, besondere
Erwähnung. Sein Onkel adoptierte ihn dann schließlich
testamentarisch, worauf er dann den Namen C. Plinius annahm.
Nach dem Tod seines Onkels beim Vesuvausbruch
im Jahre 79 erbte er dessen Vermögen. Da aber beide Familien, die Caecilier
sowie die Plinier sehr reich waren, erbte er beide Vermögen, konnte somit
ein unbeschwertes Leben führen und sich voll seinen Liebhabereien
widmen.
Plinius, der dreimal verheiratet war, hatte
als erster seines Geschlechts den Ehrgeiz aus dem Ritterstand zum Senator
aufzusteigen( -> homo novus).
So fing seine Laufbahn schon mit 19 Jahren an,
nämlich als Anwalt vor dem Centumviralgericht. Es folgte eine etwa
einjährige Dienstzeit als Militärtribun in Syrien.
Zu dieser Zeit herrschte Domitian; also
anfangs seiner Laufbahn. Von ihm bekam er sehr viel Förderung und scheint
sich des besonderen Wohlwollens Domitians erfreut zu haben. Dieser nämlich
gestattete ihm unmittelbar an das Volkstribunat zur Prätur aufzusteigen,
was an sich nicht üblich war. Auch weißt alles daraufhin, dass er
während seiner Quästur als quästor Caesaris fungierte, also als
Verbindungsmann zwischen Kaiser und Senat. Als Domitian seinen Haß gegen
die Guten freien Lauf ließ, verzichtete Plinius freiwillig auf das
Konsulat, das er eigentlich schon 95 oder 96 belegen hätte können und
entging damit den Verfolgungen, die nach dem Tod Domitian an Anhänger
dieses angestiftet wurden. Er übernahm daher als besondere
Vertrauensstellung die preafectura aerarii Saturni, also die Verwaltung der
Staatskasse, die sich im Saturntempel befand.
Unter der Regierung von Trajan hat Plinius
sein besonderes Wohlwollen erfahren, wie deutlich die zahlreichen Huldbeweise,
in den ersten Briefen mit dem Kaiser, zeugen. Er wird zum Konsul im Jahre 100,
zum Augur im Jahre 103 ernannt, mit der cura alvei Tiberis (Aufsicht über
das Tiberbett, seine Ufer und die Abwässer der Stadt) betraut, in den
kaiserlichen Beirat berufen und schließlich im Jahre 111 als Statthalter
in die schwierige Provinz Bithynien geschickt. Die Provinzen hatten bis dahin
dem Senat unterstanden und wurden von verschiedenen Statthaltern
unregelmäßig verwaltet. Daher waren die Provinzen besonders unruhig
und aufsässig. Plinius bekam also als besonderer persönlicher
Beauftragter den Auftrag sogar mit Sondervollmachten des Kaisers ausgestattet ,
wieder Ordnung zu schaffen. Aus dieser Zeit stammt der Briefwechsel mit Trajan,
der als ein Buch zusammengefaßt wurde, jedoch erst nach Plinius Tod
veröffentlicht wurde.
Der Zeitpunkt seines Todes ist umstritten. Er
soll jedoch ca. 113 in der Provinz gestorben sein.
Werke: Seinen literarischen Ruhm
verdankt Plinius den neun Büchern seiner Briefe an Freunde und Verwandte.
Sie geben uns Kenntnis
- Vom
Alltagsleben der Römer und von den gesellschaftlichen Verhältnissen in
Rom
- Vom
politischen Leben in Rom und von der Anteilnahme des Römers an seinem
Staat
- Von der
Bedeutung der Literatur und Rhetorik für das Leben der
Römer
- Von den
Problemen, welche den Menschen in gewissen Phasen und Situationen seines Lebens
bewegen
- Vom
Verhalten der Menschen in Ausnahmesituationen
- Von der
Auseinandersetzung mit den humanitären und kulturellen Werten
- Von der
Auseinandersetzung der Römer mit dem
Christentum
Die anderen Werke
wie Gedichte, Epigramme und die Reden, die er in bedeutenden Zivil- und
Kriminalprozessen gehalten hat sind nicht mehr erhalten oder verlorengegangen.
Die einzige noch erhaltene Rede ist die
Panegyricus, eine Dankrede an Trajan für die Übertragung des
Konsulats.
Bei den Briefen des jüngeren Plinius
handelt es sich um wirkliche Briefe, d.h. um wirklich abgesandte Briefe, die
zwischen 96 und 109 entstanden sind. Jedoch sind sie in Hinblick auf eine
eventuelle Veröffentlichung sorgfältig stilisiert worden. Nach
Schuster hat Plinius damit eine neue literarische Gattung das Feuilleton in
Briefform begründet. Bei manchen Briefen liegt jedoch aber auch der
Verdacht nahe, dass die Briefform eine reine Fiktion ist. Wichtig ist auch, dass
Plinius immer nur ein Thema innerhalb eines Briefes behandelt, damit Klarheit
und Kürze erreicht wird. Jeder Brief ist mit großer Sorgfalt zu einem
rhetorischen Kunstwerk gestaltet worden.
Ausnahme ist wie schon einmal genannt der
Briefwechsel mit Trajan im 10. Buch.
1.Folie:
Plinius‘
Leben
|
61 oder 62 n.Chr.
|
Geburt von Gaius Plinius Caecilius
Secundus
|
|
79 n.Chr.
|
Tod seines Onkels und Adoptivvaters beim
Ausbruch des Vesuvs
|
|
80 n.Chr.
|
schon mit 19 Jahren als Anwalt vor dem
Centrumviralgericht tätig
|
|
81 n.Chr.
|
als Militärtribun in
Syrien
|
|
um 88 n.Chr.
|
Quaestor imperatoris und damit Mitglied
des Senats
|
|
91/92 n.Chr.
|
Volkstribun
|
|
94 n.Chr.
|
Prätur (ist aber
umstritten)
|
|
95/96 n.Chr.
|
praefectura aerarii militaris (
zuständig für die Verwaltung der Veteranenkasse)
|
|
97/98 n.Chr.
|
praefectura aerarii Saturni (
zuständig für die Verwaltung der Staatskasse)
|
|
100 n.Chr.
|
Krönung seiner Laufbahn:
Konsul
|
|
103 n.Chr.
|
Augur
|
|
ca. 105 n.Chr.
|
curator alvei Tiberis et riparum et
cloacarum urbis (Aufsicht über das Tiberbett, seine Ufer und die
Abwässer der Stadt)
|
|
111 n.Chr.
|
Statthalter (legatus pro praetore
consulari potestate) in der Provinz Bithynien-Pontus
|
|
ca. 113 n.Chr.
|
Tod Plinius, wahrscheinlich in der
Provinz
|
|
|
Plinius‘
Werke
- 10
Bücher der Briefsammlung: Sie vermitteln dem Leser eine anschauliche
Vorstellung von dem politischen, literarischen und kulturellen Leben der
flavisch-trajanischen Zeit. Ausnahme 10. Buch: Briefe an Trajan und dessen
Antwortschreiben
- Gedichte
- Epigramme
- Reden
von bedeutenden Zivil- und Kriminalprozessen : sollen dem Leser ein umfassendes
Bild von der Bedeutung dieser Reden vermitteln.
- Einzig
erhaltene Rede: Panegyricus (Dankrede für Trajan
Merkmale seiner Briefe: wirkliche
Briefe; Beschränkung auf ein Thema innerhalb eines Briefes
2.
Folie
Zeittafel
|
54-68 n.Chr.
|
Kaiser Nero
|
|
61 oder 62 n.Chr.
|
Geburt von Gaius Plinius Caecilius
Secundus
|
|
79 n.Chr.
|
Tod seines Onkels und Adoptivvaters beim
Ausbruch des Vesuvs
|
|
80 n.Chr.
|
schon mit 19 Jahren als Anwalt vor dem
Centrumviralgericht tätig.
|
|
81 n.Chr.
|
als Militärtribun in
Syrien
|
|
81-96 n.Chr.
|
Kaiser Domitian
|
|
um 88 n.Chr.
|
Quaestor imperatoris und damit Mitglied
des Senats
|
|
91/92 n.Chr.
|
Volkstribun
|
|
94 n.Chr.
|
Prätur (ist aber
umstritten)
|
|
96-98 n.Chr.
|
Kaiser Nerva
|
|
95/96 n.Chr.
|
praefectura aerarii militaris (
zuständig für die Verwaltung der Veteranenkasse)
|
|
98-117 n.Chr.
|
Kaiser Trajan
|
|
97/98 n.Chr.
|
praefectura aerarii Saturni (
zuständig für die Verwaltung der Staatskasse)
|
|
100 n.Chr.
|
Krönung seiner Laufbahn:
Konsul
|
|
103 n.Chr.
|
Augur
|
|
ca. 105 n.Chr.
|
curator alvei Tiberis et riparum et
cloacarum urbis (Aufsicht über das Tiberbett, seine Ufer und die
Abwässer der Stadt)
|
|
111 n.Chr.
|
Statthalter (legatus pro praetore
consulari potestate) in der Provinz Bithynien-Pontus
|
|
ca. 113 n.Chr.
|
Tod Plinius, wahrscheinlich in der
Provinz
|
|
|
|