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Der Vergleich zwischen Romeo und Julia von Gottfri
Der Vergleich zwischen Romeo und Julia von
Gottfried Keller
und von William
Shakespeare
-Referat von Bianca Schneider-
Entstehung der Geschichten:
Gottfried Keller schrieb seine Version von Romeo und Julia
in Anspielung auf Shakespeares Tragödie. Doch im Gegensatz zu ihm beruht
Kellers Erzählung auf einen wirklichen Vorfall, der sich 1847 in einem
Dorfe bei Leipzig ereignete.
Für die Literatur der englischen Renaissance hat
Shakespeare in Romeo und Julia die große und wirkliche Liebe entdeckt.
Obwohl Romeos und Julias Verse von dem hohen Pathos der rhetorischen Sprachkunst
getragen sind, ist ihre Liebe dennoch ein großes und echtes Gefühl,
das uns durch seine Menschlichkeit anzurühren vermag und das Shakespeare
schon damals als einen für alle Zeit schaffenden Dramatiker erschienen
ließ. Doch auch er hat den Stoff zu Romeo und Julia nicht selbst erfunden.
In erster Linie benutzte er wohl Arthur Brookes 1562 veröffentlichtes, 1582
und 1587 neuaufgelegtes Gedicht “The Tragicall Historye of Romeus and
Juliet” eine Adaption von Pierre Boastiuaus Bearbeitung einer
Erzählung Bandellos in “Le Novelle del
Bandello”(1554).
Parallelen zwischen den
Tragödien:
Eine Parallele ist, daß sich zwei Menschen, die durch
ihre im Streit miteinander lebenden Familien getrennt sind, in einander
verlieben.
Eine weitere ist, daß sowohl Sali und Vrenchen als
auch Romeo und Julia davon abgehalten werden sich gegenseitig zu
sehen(S.16,Z.9-22). In beiden Geschichten heiraten die Verliebten bevor sie sich
umbringen.
Unterschiede zwischen den
Tragödien:
Die verfeindeten Familien und ihre gesellschaftliche
Stellung
In Kellers Novelle spielt sich die Geschichte über die
beiden verfeindeten Familien Manz und Marti, deren Kinder Sali und Vrenchen sich
in einander verlieben, im Bauernmillieu ab.
In Shakespeares "Original” jedoch handelt es sich um
die wohlhabenden Familien Montague und Capulet.
Die Liebespaare
Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Tragödien
ist, daß sich Sali und Vrenchen schon aus der Kindheit
kennen(S.4,Z.34-S.5,Z.6). Romeo und Julia lernen sich jedoch erst kennen, als
sie sich auf einem Maskenball der Familie Capulet in einander
verlieben.
Wie es zum Zwist zwischen den Familien
kommt
Zwischen den Äckern der Bauern Manz und Marti liegt nur
ein kleines Stückchen Land, daß aber schon seit Jahren brach liegt
und dessen Eigentümer unklar ist. Die beiden Bauern nutzen diesen Vorteil
indem sie sich Jahr für Jahr ein Stückchen dieses Landes abzweigen.
Eines Tages beschließt die Gemeinde den kleinen Acker zu versteigern und
Manz ersteht ihn. Als er seinen neuen Acker inspiziert stellt er fest, daß
sich Marti eine Ecke angepflügt hat. Deshalb beschwert sich Manz sofort,
aber Marti weigert sich das Land zurück zugeben und so beginnt ein lang
andauernder Streit vor Gericht, der die Bauern finanziell so hart trifft,
daß sie zunehmend verarmen.
Im Gegensatz zu Kellers Novelle ist er Streit zwischen den
Familien Montague und Capulet in Shakespeares Theaterstück nicht
geklärt.
Der Tod der Liebespaare
Bei Keller gehen Sali und Vrenchen gemeinsam und voller
Überzeugung in
den Tod (Seite 85 Zeile 26 - Seite 88 Zeile
5).
Bei Shakespeare jedoch bringen sich Romeo und Julia einzeln
und auf Grund eines Mißverständnisses um: Bruder Lorenzo gibt der
unglücklichen Julia einen Kräutergeist. Als sie diesen trinkt, glauben
alle sie sei tot. Als Romeo von ihrem Tod erfährt, bringt er sich neben
seiner totgeglaubten Julia durch die Einnahme von Gift um. Als Julia erwacht und
ihren toten Romeo erblickt, ersticht sie sich
mit dessen Dolch.
Dauer der Tragödien
Auch im Zeitraum der Handlung unterscheiden sich die beiden
Tragödien. Während die Geschichte von Romeo und Julia bei Shakespeare
nur wenige Tage dauert, zieht sich die Handlung bei Keller über den
Zeitraum von 14 Jahren hinweg.
Weitere Unterschiede
Ein weiterer Unterschied ist, daß Sali in Kellers
Novelle einen Stein gegen den Kopf von Vrenchens Vater Marti schlägt und
diesen dann schließlich verrückt wird. Ein anderer ist, daß
sich die verfeindeten Familien nach dem Tod ihrer Kinder in Shakespeares
Theaterstück im Gegensatz zu Kellers Novelle wieder versöhnen. Keller
hat im Unterschied zu Shakespeare kein Liebesdrama, sondern ein soziales Drama
geschrieben, denn bei ihm steht nicht die Feindschaft der beiden Familien im
Vordergrund, sondern ihr Niedergang.
Als Romeo Tybalt tötet wird er mit Verbannung bestraft,
da Salis Anschlag auf Vrenchens Vater von niemanden außer ihr entdeckt
wird, kann er seine Schuldgefühle nicht abwerfen.
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Das Referat stammt von Bianca Schneider und wurde mit der
Note 2,75 bewertet.
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