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Zweig, Stefan: Schachnovelle
Stefan
Zweig
“Schachnovelle”
1.
Aufgabenstellung
1. Geben Sie einen Überblick über den
Inhalt.
2. Analysieren Sie die Figurenkonstellation.
3. Formulieren Sie thesenartig den Bezug zur jeweiligen literarischen
Epoche (damit
gesellschaftliche Situation).
4. Analysieren Sie die Autorenintension.
2.
Biographie
- 28.11.1881 in Wien geboren
- zweiter Sohn des böhmischen Textilfabrikanten Mortitz und
der Italienischen Ban-
kierstochter Ida Zweig (geborene Brettauer)
- wächst in wohlhabendem jüdischen Bürgertum
auf
à von
materiellen Dingen unabhängig
- litt an der “schwarzen Leber” (Art immer
wiederkehrender Depressionen)
- besuchte dortige Universität (Philosophie, Romanistik und
Germanistik)
- zahlreiche Reisen (Europa, Indien, Nordafrika und Nord- bzw.
Südamerika)
à
“wirkliche Studien”
- während des ersten Weltkrieges war er Mitarbeiter des
österreichischem KPQ
(Pressehauptquartier) zusammen mit Robert Müller und
Rainer Maria Rilke
- Zensurbehörde
- Wandlung zum Pazifisten (im Drama “Jeremies”
dargelegt)
- Nach dem Krieg
à
Salzburg
à Freundschaft
mit Émilie Verhaeren und Romain Rolland
- schrieb Biographien und von der Psychoanalyse beeinflusste
Novellen (“Der
Amokläufer” (1922), “Angst” (1925) und
“Verwirrung der Gefühle” (1927))
- zeigten die Abgründe der menschlichen Seele hinter der
scheinbar heilen Fassade des
Bürgertums
- zahlreiche Essays (z.B. “Drei Meister” (1920,
“Drei Dichter ihres Lebens” (1925) “Die
Heilung durch den Geist” (1931))
- Huldigung seiner literarischen Vorbilder (nacheifern ihres
dramatisch akzentuiertem
Realismus)
- 1934 Flucht nach England (Roman : “Ungedud des
Herzens” (1938))
- damalige Frau Friderike blieb in
Österreich
- 1940 englische Staatsbürgerschaft
- 1940 Emigration in die USA
- 1941 nach Brasilien
- 23.02.1942 gemeinsamer Selbstmord mit seiner zweiten Frau Lotte
(geborene Alt
mann) in Petrópolis
- Werke :
- erzählerische Romanbiographien :
- “Triumph und Tragik des Erasmus von
Rotterdam” (1934)
- “Marie Antoinette” (1932)
- “Maria Stuart” (1935)
- seine eigene Biographie : - “Die Welt von Gestern”
(1941)
- Gedichtbände
- “Die frühen Kränze”
(1906)
- Dramen :
- “Tersites” (1907)
- “Das Haus am Meer” (1912)
- Biographien :
- “Joseph Fouché”
(1929)
- “Magellan” (1938) :
- “Silberne Saiten” (1901)
- Prosabände :
- “Erstes Erlebnis” (1911)
- “Die Augen des ewigen Bruders”
(1922)
- “Begegnungen mit Menschen, Büchern,
Städten” (1937)
- “Rausch der Verwandlung” (erschienen
1982)
3. Allgemeines zum
Werk
- erschien 1942 kurz vor seinem Selbstmord im
Exil
- ist das wohl bekannteste Werk Stefan
Zweigs
- letzte abgeschlossene Prosadichtung
- Rahmenhandlung
- zwei Hauptpersonen : Dr. B. und Mirko
Czentovic
- zwei wichtige Nebenpersonen : Ich-Erzähler und
McConnor
4.
Figurenkonstellation
- Dr. B. :
- österreichischer Emigrant
- beschrieben als : - 45 jähriger Mann
- schmales, scharfes
Gesicht
- kreidige
Blässe
- man erfährt nie seinen vollen
Namen
- stammt aus einer hochangesehenen
Familie
- Vater hatte Verbindungen zum Klerus und zum
österreichischem Kaiserhaus
- arbeitet als Rechtsanwalt in der Vermögensverwaltung
der Klöster und kaiserlichen
Familien
à bringt hohe
Beträge vor der Habgier der Nazis in Sicherheit
- überaus vorsichtig
- Mirko Czentovic :
- Sohn eines armen Donauschiffers
- mit zwölf vom Ortspfarrer aus Mitleid
aufgenommen
- kann keinen Sinn in Buchstaben und Wörtern
erkennen
à
“Maulfaules, dumpfes, breitstirniges Kind”
- verrichtet häusliche Arbeiten
- “groteske, beinahe komische
Figur”
- später Schachweltmeister
- Sonstige :
- Ich-Erzähler (Stefan Zweig ???)
:
- kein guter Schachspieler
- Verbindungsglied
- McConnor :
- schottischer Tiefbau Ingenieur
- Millionär
5.
Inhaltsangabe
- Ich-Erzähler
- Passagierdampfer auf dem Weg von New York nach
Brasilien
- Unterhaltung mit einem Freund
à berichtet das
der Schachweltmeister Czentovic an Bord ist
- Rückblende :
- Geschichte Czentovics
- mit zwölf von einem Pfarrer
aufgenommen
- große Schwierigkeiten beim lesen und
rechnen
- Pfarrer und Gendarmeriewachtmeister spielten oft
Schach
à Czentovic
schaut zu
- Winterabend : - Pfarrer musste zur letzten
Ölung
- Mirko spielt weiter
à Sieg für
Mirko
- mehrere Spiele in einem Café
à
gewann
- Ausbildung in der Schachkunst
à beherrschte
alle Geheimnisse der Schachkunst
- führte immer ein zusammenlegbares Schachspiel mit
sich herum
- Ich-Erzähler versucht an Mirko heranzukommen
à
vergeblich
- lernt nach mehreren Tagen McConnor kennen
- McConnor fordert Czentovic heraus
à
Niederlage
à zweite
Partie
- Dr. B. mischt sich ein
à fast
ausweglose Situation
à Dr. B.
erreicht ein Remis
- McConnor bittet Dr. B. eine Partie allein gegen Czentovic zu
spielen
à lehnt
ab
- Ich-Erzähler trifft Dr. B. später auf dem
Deck
à
Gespräch
- Rückblick :
- Dr. B. hatte eine Rechtskanzlei
- retteten Vermögen von Klöstern vor der
Beschlagnahmung der Nazis
- Spionage
à einen Tag
bevor Hitler nach Wien kam : Festnahme durch die SS
(wichtigste Dokumente waren schon
vernichtet)
à kam nicht ins
KZ sondern in eine “besondere Behandlung”
(Isolierung)
- wurde in ein “Hotel” gebracht
(geheiztes, separates Zimmer)
- es wurde ihm alles entzogen (Uhr, Bleistift,
usw.)
- einziger Mensch : Wärter (durfte nicht
sprechen)
à
vollständige Isolation
“... Auge, Ohr, alle Sinne bekamen von
morgens bis nachts von nachts bis mor-
gens nicht die geringste Nahrung”
- Verhöre begannen
à sagte nicht
zu viel um die anderen zu schützen
à sagte nicht
zu wenig um sich zu schützen
- Rückkehr in das Zimmer war für ihn schlimmer als
das Verhör
à bekam
Wahnvorstellungen
à Konzentration
ging verloren
“Um mich zu beschäftigen, versuchte ich
alles, was ich jemals auswendig ge-
lernt, zu rezitieren und zu rekonstruieren, die
Volkshymne und die Spielrei-
me der Kinderzeit, den Homer des Gymnasiums, die
Paragraphen des Bür-
gerlichen Gesetzbuchs. Dann versuchte ich zu rechnen,
beliebige Zahlen zu
addieren, zu dividieren, aber mein Gedächtnis
hatte im Leeren keine haltende
Kraft.”
- nach vier Monaten
à
Verhör
- während des Wartens in einem Vorzimmer
:
- betrachtete alles was er zu sehen bekam (Kalender,
Militärmäntel)
- bemerkte etwas aufgebauschtes in einer der
Manteltaschen
à
Buch
“Ich trat näher heran und glaubte an der
rechteckigen Form der Ausbuch-
tung zu erkennen, was diese etwas geschwellte
Tasche in sich barg: ein
Buch! Mir begannen die Knie zu zittern: ein BUCH!
Vier Monate lang hatte
ich kein Buch in der Hand gehabt, und schon die
bloße Vorstellung eines
Buches, in dem man aneinandergereihte Worte sehen
konnte, Zeilen, Seiten
und Blätter, eines Buches, aus dem man andere,
neue, fremde, ablenkende
Gedanken lesen, verfolgen, sich ins Hirn nehmen
könnte, hatte etwas Be-
rauschendes und gleichzeitig
Betäubendes.”
à will es
stehlen
“Und wie ein Schuß durchzuckte mich der
Gedanke: stiehl dir das Buch!”
- stiehlt es
- “Sammlung von 150 Meisterpartien”
à
Enttäuschung
- begann Ein- oder Anleitung zu suchen
- verstand nach und nach den Sinn der gezeigten
Bilder
- rekonstruierte sich in der Zelle ein
Schachspiel:
- kariertes Betttuch als Brett
- Brotkrümel als weiße
Figuren
- mit Staub gefärbte als schwarze
Figuren
- nach sechs Tagen gelang es ihm die Partie
nachzuspielen
- nach acht weiteren Tagen benötigte er nicht mal
mehr die Figuren um sich die
Positionen zu verwirklichen
- nach erneut acht Tagen war auch das karierte Bettuch
überflüssig
“Die Umstellung war restlos gelungen: ich hatte das
Schachbrett mit seinen
Figuren nach innen projiziert und überblickte auch
dank der bloßen Formeln
die jeweiligen Position, so wie einem geübten
Musiker der bloße Anblick der
Partitur schon genügt, um alle Stimmen und ihren
Zusammenklang zu hören.”
- spielte in Gedanken täglich fünf Partien
nach
à erlernte
Feinheiten, Tücken, Schärfen in Angriff und Verteidigung sowie die
Techniken des Vorrausdenkens, Kombinierens und
Ripostierens
- etwa zweieinhalb Monate spielte er die 150 Partien
systematisch nach
à Reiz der
Neuheit ging verloren
à spielte gegen
sich selbst
à Weiß
darf nicht das wissen was Schwarz plant
à
Doppeldenken
à
Bewußtseinsspaltung
“Ich mußte - verzeihen Sie,
daß ich Ihnen zumute diesen Irrsinn durchzu-
denken – bei diesem Spiel im abstrakten
Raum der Phantasie als Spieler
Weiß vier oder fünf Züge vorausberechnen und ebenso als Spieler
Schwarz, also alle sich in der Entwicklung
ergebenden Situationen gewis-
sermaßen mit zwei Gehirnen
vorauskombinieren, mit dem Gehirn Weiß
und dem Gehirn Schwarz.”
- spielte fast ununterbrochen
à beschimpfte
sich selbst wenn das eine Ich für das andere zu langsam
war
à geistige und
körperliche Attackierung durch die Besessenheit
à wachte eines
morgens im Hospital auf
à hatte den
Wärter angefallen und geschrien “Zieh schon einmal, du Schuft, du
Feigling!” und sich beim Versuch sich aus dem
Fenster zu stürzen sich die
Hand aufgeschnitten
- wird als unzurechnungsfähig
eingestuft
à
Entlassung
- erklärt damit seine Ablehnung
- stimmt jedoch einer Partie zu (als
“Schlußstrich unter eine alte
Rechnung”)
- drei Uhr am nächsten Tag :
- Turnier
- Czentovic blieb die ganze Zeit ruhig
- Dr. B. war vollkommen locker und
unbefangen
- Zwischenstand war für Laien nicht mehr
erkennbar
- Czentovic wird unruhiger
- Dr. B. beendet einen Zug mit den Worten : “So!
Erledigt!”
à Czentovic
gibt nach langem Überlegen auf
- Czentovic fragt nach einer zweiten
Partie
à Dr. B.
bejaht
- Ich-Erzähler will ihn davon
abhalten
- aus den Spielern waren Feinde geworden
- Dr. B. wird unruhig und drängelt
Czentovic
- er beendet einen Zug mit den Worten : ”Schach!
Schach dem König!”
- es war jedoch kein Schach
- Dr. B. beginnt zu stammeln :
”Aber der König gehört doch auf f7... er steht falsch ganz
falsch auf diesem
Brett...der Bauer gehört doch auf g5 und nicht auf
g4...das ist ja eine ganz
andere Partie...Das ist...”
- er wird vom Ich-Erzähler zur Ruhe gebracht und
gebeten die Partie abzubrechen
à
Abbruch
à Dr. B.
Entschuldigt sich bei allen für die “Blamage”
à geht mit dem
Versprechen nie wieder ein Schachbrett anzurühren
- Czentovic geht als letzter und bedauert noch einmal den
Abbruch der Partie
6. Bezug zur
Epoche
- Exilliteratur
- basiert auf Erfahrungen im Exil
- Zweig sah seine Vorbilder im Realismus
- Merkmale : - Versuch einer objektiven
Wirklichkeitsdarstellung
- genaue
Zustandsbeschreibungen
- psychologisch feine
Charakterisierung
- häufig Novellen
- Rahmenerzählungen
7.
Autorenintension
- zwei verknüpfbare Absichten
à Darstellung
der Brutalität des faschistischen Regimes in Kopplung mit seinem
Le-
ben
- Brutalität des faschistischen Regimes:
- Vorwand : Zweiter Weltkrieg
- entlarvt nationalsozialistische
Terrormethoden
- deutliche Kritik an den Nazis
- Zusammenhang der Biographie Zweigs mit dem
Werk:
- viele Ähnlichkeiten zwischen Stefan Zweig und Dr.
B.
- beide stammen aus Österreich
- mussten ihre Heimat verlassen
- machten eine Reise von den USA nach
Südamerika
è
er verarbeitet sein eigenes Schicksal und seine Erfahrungen mit dem Wandel der
Ge-
sellschaft
8. Film
- 1960 in einer UFA-Produktion verfilmt
- Dr. B. heißt Dr. von Brasil
- Regie : Gerd Oswald
- Vergleich:
- kein Erzähler
- Vergangenheit Czentovicz wurde
weggelassen
- Dr. B.
à Dr. von
Brasil
Quellennachweis : - Internet (Ausarbeitungen des “Literarischen
Cafés”)
- Encarta Enzyklopädie
- Literaturführer
© 1998 – Dirk Bräuer
Biographie
- 28.11.1881 in Wien geboren
- zweiter Sohn des böhmischen Textilfabrikanten Mortitz und
der Italienischen Ban-
kierstochter Ida Zweig (geborene Brettauer)
- wächst in wohlhabendem jüdischen Bürgertum
auf
à von
materiellen Dingen unabhängig
- litt an der “schwarzen Leber” (Art immer
wiederkehrender Depressionen)
- besuchte dortige Universität (Philosophie, Romanistik und
Germanistik)
- zahlreiche Reisen (Europa, Indien, Nordafrika und Nord- bzw.
Südamerika)
à
“wirkliche Studien”
- während des ersten Weltkrieges war er Mitarbeiter des
österreichischem KPQ
(Pressehauptquartier) zusammen mit Robert Müller und
Rainer Maria Rilke
- Zensurbehörde
- Wandlung zum Pazifisten (im Drama “Jeremies”
dargelegt)
- Nach dem Krieg
à
Salzburg
à Freundschaft
mit Émilie Verhaeren und Romain Rolland
- schrieb Biographien und von der Psychoanalyse beeinflusste
Novellen (“Der
Amokläufer” (1922), “Angst” (1925) und
“Verwirrung der Gefühle” (1927))
- zeigten die Abgründe der menschlichen Seele hinter der
scheinbar heilen Fassade des
Bürgertums
- zahlreiche Essays (z.B. “Drei Meister” (1920,
“Drei Dichter ihres Lebens” (1925) “Die
Heilung durch den Geist” (1931))
- Huldigung seiner literarischen Vorbilder (nacheifern ihres
dramatisch akzentuiertem
Realismus)
- 1934 Flucht nach England (Roman : “Ungedud des
Herzens” (1938))
- damalige Frau Friderike blieb in
Österreich
- 1940 englische Staatsbürgerschaft
- 1940 Emigration in die USA
- 1941 nach Brasilien
- 23.02.1942 gemeinsamer Selbstmord mit seiner zweiten Frau Lotte
(geborene Alt
mann) in Petrópolis
- Werke :
- erzählerische Romanbiographien :
- “Triumph und Tragik des Erasmus von
Rotterdam” (1934)
- “Marie Antoinette” (1932)
- “Maria Stuart” (1935)
- seine eigene Biographie : - “Die Welt von Gestern”
(1941)
- Gedichtbände
- “Die frühen Kränze”
(1906)
- Dramen :
- “Tersites” (1907)
- “Das Haus am Meer” (1912)
- Biographien :
- “Joseph Fouché”
(1929)
- “Magellan” (1938) :
- “Silberne Saiten” (1901)
- Prosabände :
- “Erstes Erlebnis” (1911)
- “Die Augen des ewigen Bruders”
(1922)
- “Begegnungen mit Menschen, Büchern,
Städten” (1937)
- “Rausch der Verwandlung” (erschienen
1982)
Allgemeines zum Werk
- erschien 1942 kurz vor seinem Selbstmord im
Exil
- ist das wohl bekannteste Werk Stefan
Zweigs
- letzte abgeschlossene Prosadichtung
- Rahmenhandlung
- zwei Hauptpersonen : Dr. B. und Mirko
Czentovic
- zwei wichtige Nebenpersonen : Ich-Erzähler und
McConnor
Inhaltsangabe
- Ich-Erzähler
- Passagierdampfer auf dem Weg von New York nach
Brasilien
- Unterhaltung mit einem Freund
à berichtet das
der Schachweltmeister Czentovic an Bord ist
- Rückblende :
- Geschichte Czentovics
- mit zwölf von einem Pfarrer
aufgenommen
- große Schwierigkeiten beim lesen und
rechnen
- Pfarrer und Gendarmeriewachtmeister spielten oft
Schach
à Czentovic
schaut zu
- Winterabend : - Pfarrer musste zur letzten
Ölung
- Mirko spielt weiter
à Sieg für
Mirko
- mehrere Spiele in einem Café
à
gewann
- Ausbildung in der Schachkunst
à beherrschte
alle Geheimnisse der Schachkunst
- führte immer ein zusammenlegbares Schachspiel mit
sich herum
- Ich-Erzähler versucht an Mirko heranzukommen
à
vergeblich
- lernt nach mehreren Tagen McConnor kennen
- McConnor fordert Czentovic heraus
à
Niederlage
à zweite
Partie
- Dr. B. mischt sich ein
à fast
ausweglose Situation
à Dr. B.
erreicht ein Remis
- McConnor bittet Dr. B. eine Partie allein gegen Czentovic zu
spielen
à lehnt
ab
- Ich-Erzähler trifft Dr. B. später auf dem
Deck
à
Gespräch
- Rückblick :
- Dr. B. hatte eine Rechtskanzlei
- retteten Vermögen von Klöstern vor der
Beschlagnahmung der Nazis
- Spionage
à einen Tag
bevor Hitler nach Wien kam : Festnahme durch die SS
(wichtigste Dokumente waren schon
vernichtet)
à kam nicht ins
KZ sondern in eine “besondere Behandlung”
(Isolierung)
- wurde in ein “Hotel” gebracht
(geheiztes, separates Zimmer)
- es wurde ihm alles entzogen (Uhr, Bleistift,
usw.)
- einziger Mensch : Wärter (durfte nicht
sprechen)
à
vollständige Isolation
“... Auge, Ohr, alle Sinne bekamen von
morgens bis nachts von nachts bis mor-
gens nicht die geringste Nahrung”
- Verhöre begannen
à sagte nicht
zu viel um die anderen zu schützen
à sagte nicht
zu wenig um sich zu schützen
- Rückkehr in das Zimmer war für ihn schlimmer als
das Verhör
à bekam
Wahnvorstellungen
à Konzentration
ging verloren
“Um mich zu beschäftigen, versuchte ich
alles, was ich jemals auswendig ge-
lernt, zu rezitieren und zu rekonstruieren, die
Volkshymne und die Spielrei-
me der Kinderzeit, den Homer des Gymnasiums, die
Paragraphen des Bür-
gerlichen Gesetzbuchs. Dann versuchte ich zu rechnen,
beliebige Zahlen zu
addieren, zu dividieren, aber mein Gedächtnis
hatte im Leeren keine haltende
Kraft.”
- nach vier Monaten
à
Verhör
- während des Wartens in einem Vorzimmer
:
- betrachtete alles was er zu sehen bekam (Kalender,
Militärmäntel)
- bemerkte etwas aufgebauschtes in einer der
Manteltaschen
à
Buch
“Ich trat näher heran und glaubte an der
rechteckigen Form der Ausbuch-
tung zu erkennen, was diese etwas geschwellte
Tasche in sich barg: ein
Buch! Mir begannen die Knie zu zittern: ein BUCH!
Vier Monate lang hatte
ich kein Buch in der Hand gehabt, und schon die
bloße Vorstellung eines
Buches, in dem man aneinandergereihte Worte sehen
konnte, Zeilen, Seiten
und Blätter, eines Buches, aus dem man andere,
neue, fremde, ablenkende
Gedanken lesen, verfolgen, sich ins Hirn nehmen
könnte, hatte etwas Be-
rauschendes und gleichzeitig
Betäubendes.”
à will es
stehlen
“Und wie ein Schuß durchzuckte mich der
Gedanke: stiehl dir das Buch!”
- stiehlt es
- “Sammlung von 150 Meisterpartien”
à
Enttäuschung
- begann Ein- oder Anleitung zu suchen
- verstand nach und nach den Sinn der gezeigten
Bilder
- rekonstruierte sich in der Zelle ein
Schachspiel:
- kariertes Betttuch als Brett
- Brotkrümel als weiße
Figuren
- mit Staub gefärbte als schwarze
Figuren
- nach sechs Tagen gelang es ihm die Partie
nachzuspielen
- nach acht weiteren Tagen benötigte er nicht mal
mehr die Figuren um sich die
Positionen zu verwirklichen
- nach erneut acht Tagen war auch das karierte Bettuch
überflüssig
“Die Umstellung war restlos gelungen: ich hatte das
Schachbrett mit seinen
Figuren nach innen projiziert und überblickte auch
dank der bloßen Formeln
die jeweiligen Position, so wie einem geübten
Musiker der bloße Anblick der
Partitur schon genügt, um alle Stimmen und ihren
Zusammenklang zu hören.”
- spielte in Gedanken täglich fünf Partien
nach
à erlernte
Feinheiten, Tücken, Schärfen in Angriff und Verteidigung sowie die
Techniken des Vorrausdenkens, Kombinierens und
Ripostierens
- etwa zweieinhalb Monate spielte er die 150 Partien
systematisch nach
à Reiz der
Neuheit ging verloren
à spielte gegen
sich selbst
à Weiß
darf nicht das wissen was Schwarz plant
à
Doppeldenken
à
Bewußtseinsspaltung
“Ich mußte - verzeihen Sie,
daß ich Ihnen zumute diesen Irrsinn durchzu-
denken – bei diesem Spiel im abstrakten
Raum der Phantasie als Spieler
Weiß vier oder fünf Züge vorausberechnen und ebenso als Spieler
Schwarz, also alle sich in der Entwicklung
ergebenden Situationen gewis-
sermaßen mit zwei Gehirnen
vorauskombinieren, mit dem Gehirn Weiß
und dem Gehirn Schwarz.”
- spielte fast ununterbrochen
à beschimpfte
sich selbst wenn das eine Ich für das andere zu langsam
war
à geistige und
körperliche Attackierung durch die Besessenheit
à wachte eines
morgens im Hospital auf
à hatte den
Wärter angefallen und geschrien “Zieh schon einmal, du Schuft, du
Feigling!” und sich beim Versuch sich aus dem
Fenster zu stürzen sich die
Hand aufgeschnitten
- wird als unzurechnungsfähig
eingestuft
à
Entlassung
- erklärt damit seine Ablehnung
- stimmt jedoch einer Partie zu (als
“Schlußstrich unter eine alte
Rechnung”)
- drei Uhr am nächsten Tag :
- Turnier
- Czentovic blieb die ganze Zeit ruhig
- Dr. B. war vollkommen locker und
unbefangen
- Zwischenstand war für Laien nicht mehr
erkennbar
- Czentovic wird unruhiger
- Dr.B beendet einen Zug mit den Worten : “So!
Erledigt!”
à Czentovic
gibt nach langem Überlegen auf
- Czentovic fragt nach einer zweiten
Partie
à Dr. B.
bejaht
- Ich-Erzähler will ihn davon
abhalten
- aus den Spielern waren Feinde geworden
- Dr. B. wird unruhig und drängelt
Czentovic
- er beendet einen Zug mit den Worten : ”Schach!
Schach dem König!”
- es war jedoch kein Schach
- Dr. B. beginnt zu stammeln :
”Aber der König gehört doch auf f7... er steht falsch ganz
falsch auf diesem
Brett...der Bauer gehört doch auf g5 und nicht auf
g4...das ist ja eine ganz
andere Partie...Das ist...”
- er wird vom Ich-Erzähler zur Ruhe gebracht und
gebeten die Partie abzubrechen
à
Abbruch
à Dr. B.
Entschuldigt sich bei allen für die “Blamage”
à geht mit dem
Versprechen nie wieder ein Schachbrett anzurühren
- Czentovic geht als letzter und bedauert noch einmal den
Abbruch der Partie
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