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Tschaikowsky, Peter Iljitsch (1840-1893)
Tschaikowsky, Peter
Iljitsch
(1840 – 1893)
Der russische Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky wurde am 7. Mai 1840 in
Wotkinsk im westlichen Ural geboren. Er studierte zunächst Jura in St.
Petersburg und später auch Musik am Petersburger Konservatorium, unter
anderem bei dem russischen Komponisten und Pianisten Anton
Rubinstein. Von 1866 bis 1878 war er Lehrer für Musiktheorie am
Moskauer Konservatorium. Aus dieser Zeit stammen auch die Opern Undine
(1869) und Opritschnik (1872) sowie das Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll
(1875), die Sinfonien Nr. 1 g-Moll (1866,
“Winterträume”), Nr. 2 c-Moll (1872; 2. Fassung 1879) und Nr. 3
d-Dur (1875, die “Polnische”) und die Orchesterfantasie Romeo und
Julia (1869).
1878 machte Tschaikowsky die Bekanntschaft der wohlhabenden Witwe Nadeschda
Filaretowna von Meck, mit deren finanzieller Unterstützung er als
freischaffender Komponist und Dirigent leben konnte. Tschaikowskys
Produktivität war in dieser Zeit äußerst groß, er schuf
die Opern Eugen Onegin (1878), Die Jungfrau von Orleans (1879),
Mazeppa (1883) und Die Zauberin (1887) sowie das Ballette
Schwanensee (1876) und Dornröschen (1889), außerdem die
Serenade für Streichorchester (1880) und die Sinfonie Nr. 5 e-Moll
(1888).
1877 heiratet Tschaikowsky die Studentin Antonia Miljukowa. Die Ehe stand
allerdings von Beginn an unter unglücklichen Vorzeichen und das Paar
trennte sich bald wieder.
Von 1887 bis 1891 unternahm Tschaikowsky mehrere äußerst
erfolgreiche Konzertreisen, auf denen er seine Werke in Hauptstädten
Europas und Amerikas dirigierte. Seine wohl bekannteste Oper Pique Dame
enstand 1890. Im Frühjahr 1893 nahm der Komponist die Arbeit an seiner
Sinfonie Nr. 6 h–Moll Pathétique auf. Die
Uraufführung dieses Werkes am 28. Oktober 1893 in St. Petersburg unter
Tschaikowskys Leitung freilich war ein Mißerfolg. 9 Tage später, am
6. November, starb Tschaikowsky als Opfer einer Choleraepidemie.
Tschaikowsky gilt als der große Sinfoniker Rußlands. In seiner
Musik gelang ihm eine Synthese (=Verschmelzung) zwischen der nationalen
russischen Musiksprache und dem kompositionstechnischen Formen der
westeuropäischen Romantik. Viele seiner Kompositionen zeichnen sich durch
reiche, melodische Passagen mit Abschnitten tiefster Melancholie aus, die von
fröhlich-tänzerischen Abschnitten mit Nähe zur Volksmusik
unterbrochen werden. In seinen großen Opern Eugen Onegin und
Pique Dame zeigt sich eine faszinierende Gestaltung ausdrucksstarker,
hochdramatischer Charaktere und Szenen. Tschaikowskys berühmteste Ballette
nehmen aufgrund ihrer melodischen Intensität und instrumentalen Brillanz
bis heute einen Spitzenplatz im Bereich des klassischen Repertoires
ein.
© Copyright 1999 by Norbert
Groissböck
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