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Cronin, A.J.: Die Sterne blicken herab
Titel: Die Sterne blicken herab
Verfasser: A.J. Cronin
Erscheinungsjahr: 1935
Zum Autor:
A. J. Cronin wurde am 18. 7 1896 in Cardross / Schottland geboren und starb
am 6. 1. 1981 in Montreux. Er schloß 1919 mit Auszeichnung das
Medizinstudium ab und reiste kurz darauf als Schiffsarzt nach Indien. !921
eröffnete er eine Praxis in Süd-Wales und im selben Jahr heiratete er
eine Ärztin. !924 wurde er zum Mineninspektor über 500 Bergwerke
berufen, allerdings nahm ihn das düstere Los der Arbeiter so mit, daß
er sich ab 1930 nach einer Nervenkrise nach Schottland zurückzog, um sich
nur noch der Literatur zu widmen. Seine Erlebnisse als Arzt und im
Bergwerksmilieu verarbeitete er in seinen 17 Romanen, die meist sozialkritischer
Natur sind.
Hauptpersonen:
David: Eigentlich ist er ein normaler Bergwerksarbeiter, wie jeder
andere in Sleescale. Er unterscheidet sich aber in einem wichtigen Punkt von den
anderen: Er ist bereit für seine Rechte zu kämpfen. Allerdings
weiß er recht wohl, daß das Problem nicht durch Streiks oder Gewalt
zu lösen ist, sondern nur über den Eingriff in das große
System.- die Politik. Es ist ihm jedoch nicht möglich sein Ziel zu
erreichen. Einerseits durch seine eigenen Fehler, aber hauptsächlich wegen
seiner feigen Parteikameraden und seiner Frau Jenny.
Jenny: Sie ist undankbar und extrem ehrgeizig. In ihrem Drang in
höhere Kreise vorzustoßen, bemerkt sie nämlich nicht, daß
sie ihren Mann, und damit auch sich selbst behindert. .
Arthur: Arthur hat die gleichen Ziele wie Robert: Die Verbesserungen
der Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter. Auch er scheitert. Einerseits da er
dabei übertrieb, andererseits durch das Gesetz der Arbeitgebergewerkschaft,
welches ihn in den Ruin führte.
Joe: Anfangs ist er der beste Freund Davids. Zum Schluß sein
größter Feind. Joe ist der große Gewinner. Durch seine
Korruptheit und sein privates Gewinnstreben gelingt es ihm zum Gießerei-
und Bergwerksbesitzer aufzusteigen und auch Abgeordneter zu werden. Der Grund
für seinen Sieg ist höchstwahrscheinlich die frühe Trennung von
Jenny. Im Gegensatz zu David erkannte er nämlich relativ früh Jennys
Ich-Bezogenheit und ihr ehrgeiziges Wesen, das David zu guter Letzt in den Ruin
stürzte.
Inhaltsangabe: In dem kleinen Waliser Bergwerksdorf Sleescale ist
der Streik ausgebrochen. Der dreifache Vater Robert Fenwick hat diesen ohne
Hilfe der Gewerkschaft angezettelt, da die Arbeitsbedingungen im Kohlenstollen
äußerst gefährlich und unmenschlich sind. Der Besitzer des
Bergwerks Richard Barras weiß jedoch, daß die Arbeiter nicht lange
ohne Arbeit überleben können und so gibt er nicht nach. Nach drei
Monaten schließlich erklären sich die Männer bereit wieder mit
der Arbeit zu beginnen. Doch immerhin hat Barras einen Kontrakt nicht einhalten
können, weshalb die Bergleute noch vor Beginn der Arbeit in einem alten,
nassen Stollen bewahrt werden.
David, der Sohn Robert Fenwicks, erträgt die Arbeitsbedingungen und
die schrecklich ungerechte Behandlung nicht mehr und reist nach Tynecastle, um
das Baddeley College besuchen zu können. Sein Ziel ist es in der Politik
etwas für die armen Bergarbeiter und speziell für seine Eltern und
seine Brüder, Hughie und Samuel, zu tun.
Nach einem dreiviertel Jahr trifft er seinen alten Freund Joe, der in der
Stahlgießerei Millington arbeitet. Dieser führt David bei seiner
Freundin Jenny ein. Nach einiger Zeit verschwindet Joe und Jenny, deren einziges
Ziel ist, in die höhere Gesellschaft aufzusteigen, heiratet David. Dieser
zieht nun nach Sleescale zurück, wo er allerdings sein Studium zu
vernachlässigen beginnt.
Im Dezember steht er kurz vor der Abschlußprüfung, als
plötzlich im Bergwerk ein schreckliches Unglück geschieht. Die
Arbeiter haben sich ohne vorherige Warnung Barras´ in einen unterirdischen
Fluß hineingegraben. Barras ist nämlich der einzige, der einen Plan
des Bergwerkes besitzt, allerdings verzichtete er aus Profitsucht auf
Vorsichtsmaßnahmen. Über hundert Arbeiter ertrinken, doch Robert,
Hughie und noch 8 andere können entkommen. Über eine Telefonleitung
erfahren sie von Barras einen Ausweg, doch da auch dieser verschüttet ist,
sterben sie ebenfalls. Robert gelingt es aber noch Barras´Verrat
niederzuschreiben.
Im Juni des Jahres 1914, also kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
beginnt die Gerichtsverhandlung gegen Richard Barras. David engagiert sich sehr,
aber da Robert noch verschollen ist, wird Barras freigesprochen. Arthur, der
Sohn von Richard Barras und David starten nun private Nachforschungen über
den Bergwerksbesitzer. Diesem wird die Aktion aber zu gefährlich und so
zwingt er die beiden in den Krieg zu ziehen. Während David darauf eingeht,
obwohl er einen Sohn erwartet, läßt sich Arthur lieber
einsperren.
Davids Freund Joe ist inzwischen Besitzer der Gießerei und verdient
massenhaft am Krieg, da er Granaten und Munition verkauft.
Nach zwei Jahren Gefängnis wird Arthur wieder freigelassen und auch
David kehrt zurück, allerdings erwartet ihn eine schlechte Nachricht: Sein
Sohn ist tot. Kurz darauf wird Robert aufgefunden und als Arthur vom Verrat
seines Vaters an den Arbeitern liest, durchsucht er dessen Haus und findet
tatsächlich den Plan des eingestürzten Stollens. Darauf hat sein Vater
einen Schlaganfall.
Nun übernimmt Arthur die Führung des Bergwerkes und beginnt es
sicher und komfortabel zu machen. Auch David, der seinen Plan in der Politik
etwas zu erreichen verwirklicht, wird in den Stadtrat gewählt und versucht
die Lage der Armen zu verbessern. Jenny jedoch fühlt sich von David
betrogen, da ihr der Posten ihres Mannes keine vornehmere Lebensweise
ermöglicht und verschwindet. Sein Aufstieg beginnt jedoch erst: er zieht
als Abgeordneter Sleescales ins Parlament ein, und plädiert für eine
Verstaatlichung der Bergwerke . Zur gleichen Zeit jedoch erlangt ein neues
Kohlengrubengesetz Gültigkeit, welches den Lohn der Arbeiter herabsetzt.
Als die Bergleute dies erfahren, zerstören sie Arthurs Bergwerk und geben
ihm und David die Schuld an allem.
Nun übernimmt Joe die Führung des Bergwerkes. Richard Barras geht
am Verkauf seines Bergwerkes zu Grunde und stirbt. Kurz darauf findet David
Jenny wieder, doch auch sie hat nur noch kurze Zeit zu leben.
Nun muß sich David einer neuen Wahl stellen und sein Gegner ist Joe.
Wie David jedoch von der sterbenden Jenny erfahren hat, ist dieser nicht nur
sein Konkurrent im Wahlkampf, sondern auch der Vater seines verstorbenen Sohnes.
David verliert die Wahl und er zieht sich daraufhin deprimiert zu seiner
Mutter zurück.
Eigene Meinung:
Dieses Werk versucht zum größten Teil auf die schlimme Lage der
armen Schicht aufmerksam zu machen. Wie in den meisten seiner Romane versucht
Cronin auch hier des Lesers Augenmerk auf die bedauernswerten Zustände der
Arbeiter zu richten und schließt gekonnt die Grausamkeiten, die
während des Ersten Weltkrieges verübt wurden, mit ein.
Cronin stellt außerdem die Charaktere dieses Buches gleichwertig da.
Auf der einen Seite stehen David und Arthur, denen es nicht um ihr eigenes Wohl,
sondern um das aller geht. Beiden glückt jedoch der Griff nach den Sternen
nicht. Ihnen stehen Jenny und Joe gegenüber. Beide denken nur an ihren
eigenen Vorteil und ihr privates Glück. Jenny verläßt sich dabei
ganz auf ihren Mann, während Joe sein Schicksal selbst in die Hand
nimmt.
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