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Der Brennstoffkreislauf
Referat
Der Brennstoffkreislauf:
Arbeitsschritte und Prozesse à
Brennstofkreislauf
Versorgung à Suche und Abbau von
Uranerzen (Tageabbau und Untertageabbau)
Gewinnung von Uran aus den Erzen
Anreicherung von U-235
Herstellung von Brennelementen und Anlieferung
Entsorgung à Abtransport der
abgebrannten Brennelemente
Trennung wiederverwertbaren Spaltstoffes von radioaktivem
Abfall
Herstellung neuer Brennelemente aus dem Wiederverwerteten
Verpackung und Einlagerung der Abfälle
Abtransport
Kreislauf à Wiederverwertung der
Brennstäbe zur Versorgung. Dabei sind Versorgung und Entsorgung
verbunden
Ein vollständiger Kresilauf liegt nicht vor, da immer neues Uran
hinzugegeben, und abgebranntes, nicht wiederverwertbares, entfernt
wird.
Uranvorkommen
Durchschnittlich pro 1t Gestein, 3g Uran; Uran 100x häufiger als
Silber oder Gold zu finden. Erze sind wirtschaftlich nutzbar, wenn sie zwischen
0,1 und 0,5% (100kg-500kg) Uran enthalten. Zu finden in Kanada, USA, Brasilien,
Süd- und Mittelafrika, Australien, Frankreich, Schweden und ehemalige UdSSR
in Deutschland sind nur kleinere Vorkommen vorhanden. Diese sind im Schwarzwald,
Bayrischer Wald, Fichtelgebirge und Erzgebirge zu finden. Wenn Uran mit Gold
oder Vanadium (gen. mit Metallen) läßt es sich auch verwerten. In der
Erdkruste befinden sich ca. 41*1012 t Uran. ¾ auf Kontinenten
und der Rest im Meer.
Der Anteil an nutzbarem Uran liegt bei 6*106 t.
Verbrauch der westlichen Länder p. Jahr ist: 4.5*104t
(45000) davon BRD 3.3*103 t (3300). Für 130 Jahre Spaltstoff ist
gesorgt, selbst hergestelltes nicht mitgerechnet (Brutvorgang U238
à Pu239).
Urangewinnung:
Durch physikalische od. Chemische Verfahren wird das Uran aus dem Erz
gewonnen. Z.B durch rausbrechen und feines zermalmen (physikalisch), oder durch
Säuren (chemisch). Mit Säure kann man 90% des Urans trennen, das
jedoch nicht rein ist, sondern durch Filtern, Flüssigextraktion etc.
herausgefiltert wird.
Durch MnO (Manganoxyd) NaOH (Natriumhydroxid) und NH3
(Stickstoff***) kann man Uran aus der Flüssigkeit filtern. Bei Einsatz von
NH3 entsteht nach der Trocknung ein gelber Stoff mit Namen
“yellow cake” der 70-80% Uran enthält.
Anreicherung von Uran-235
99,3% U-238 und 0,7% U-235 sind im “yellow cake” enthalten.
Für ein Kraftwerk etwa 3-4% U-235. Man wandelt den “yellow
cake” in die gasförmige Verbindung UranHexaFluorid um, dabei wird der
Stoff durch die chemischen Reaktionen noch mehr gereinigt (um aus 0,7% die 3-4%
zu bekommen). Das Gas ist immer noch nicht ganz rein, deshalb wird es durch
Filtern und Ausfrieren gereinigt werden. Bei einer Reinheit von 99,5%
(UranHexaFluorid) wird es in Stahlbehälter geladen und wegtransportiert.
Herstellung von Brennelementen
Durch ein Naßchemisches Verfahren wird aus UranHexaFluorid Uranoxyd
erzeugt. UranHexaFluorid wird mit Wasser und Amoniak und Kohlenstoffdioxid in
einen Behälter gefügt, es entsteht Amoniumuranylkarbonat, das sich
herausfiltern lässt. Diese wird erhitzt dabei entstehen, Ammoniak,
Kohlenstoffdioxyd, Fluaorwasserstoff und Urantrioxyd (UO3). In einer
Wasserstoffatmosphäre (Gasbehälter gefüllt mit Wasserstoff) wird
es bei hohen Temperaturen zu Urandioxyd (UO2). UO2 ist ein
graues Pulver, das zu Tabletten gepreßt wird. Diese werden bei 1700
°C in einer Wasserstofatmosphäre gesintert. (Sintern nennt man
Zusammenbacken feinkörniger Substanzen durch Erhitzen bis auf eine
Temperatur, bei der die Substanz weich wird). Diese Tabletten werden noch
geschliffen, damit sie maßgenau sind. Dann werden sie in ein Hüllrohr
aus Zirkaloy gefüllt und mit Helium geflutet. 1-30bar Helium wird
reingepumpt, und dann verschloßen. Das ist ein prima Brennstab. Mehrere
Brennstäbe in einem Bündel nennt man Brennelemennt.
Wiederaufarbeitung
Brennelemente sind bis zu 7 Jahre in einem Reaktor, und zwar an
verschiedenen Stellen, um sie optimal zu nutzen. Manche Elemente werden
zwischengelagert in einem Wasserbecken und können später für
kurze Zeit weiter verwendet werden. Im Kraftwerk Krümmel werden 120 von 840
Elementen jährlich ausgetauscht, entspricht 21t Uran (die restlichen
wechseln sich). Die Zusammensetzung der Urantabletten ändert sich beim
einsetzen. Der Spaltstoff U-235 wird z.T. umgewandelt, z.T. gespalten in U-236
(durch Neutronzugabe), wobei die Spaltprodukte radioaktiv sind. Der Verbrauch
an Spaltstoff wird Abbrand genannt, obwohl keine Verbrennung stattfindet. Der
Grad des Abbrandes (wieviel Spaltstoff entsteht) wird in thermische Energie pro
Masse Brennstoff angegeben. Bei Leichtwasserreaktoren beträgt das ca. 33
MegaWattTage pro Kilogramm.
Aus Uran-238 wird Plutonium-239 durch Neutroneneinfang, welches wiederum
durch langsam Neutronen gespalten wird. Weil der Spaltstoff abnimmt und
Neutronenabsorbierende Stoffe zunehmen, müssen die Brennelemente nach 7
Jahren ausgetauscht werden. Abgebrannte Brennelemente haben eine sehr hohe
spezifische Aktivität und sind sehr warm. Zuerst werden sie in Wasser
gelagert, im Kraftwerk, wobei das Wasser die Strahlung fast vollständig
abschirmt und die wärme aufnimmt. Die Aktivität geht nach 6-12 Monaten
auf 0,1% des Anfangswertes zurück.
Die Brennstoffe werden aus den Stäben herausgelöst und in
Säure aufgelöst. Bei weiteren chemischen Verfahren erhält man
Uran, Plutonium und Spaltprodukte. Dies nennt man Purexverfahren.
Das Plutonium kann man direkt wiederverwenden, Uran-236 jedoch ist nicht zu
verwenden. Die Einzelteile (Plutonium, Rohr) der kompletten Brennstäbe
müssen sicher endgelagert werden. Würde man die Brennstäbe
komplett lagern, würden weniger Radioaktive Spaltstoffe bei der
Wiederaufbereitung entstehen, jedoch würde Uran-235 und Plutonium-239 nicht
mehr weiterbenutzt werden können.
Konditionierung radioaktiver Abfälle
Radioaktive Abfälle sind Unterteilt in
- Abfälle mit fast gar keiner
Wärmeentwicklung (Milliwatt)
- Geringe Wärmeentwicklung (im
Wattbereich)
- starke Wärmeentwicklung (im
Kilowattbreich bis ca. 200°C)
Konditionieren bedeutet, radioaktive Abfälle, Endlagerungsfähig
zu machen. Bei fast gar keiner und geringer Wärmeentwicklung werden sie in
Metallfässer gefüllt, oder mit Beton umgeben. Bei großer
Wärme werden die Abfälle mit Flüssigem Glas gemischt. Heutzutage
lagert man die stark wärmeentwickelnden oberirdisch in gekühlten
Edelstahl Behältern, oder in Silkatglasblöcken versuchsweise in
Salzformationen (Bergwerk) eingelagert.
Endlagerung
Die Abfallstoffe müssen von der Biosphäre abgeschlossen sein.
Dies geschieht durch mehrfach Einschluß und stabile Lagerformen. Für
den mehrfachen Einschluß sorgen Lagerbehälter und z.B.
Gesteinsmaterial (Bergwerk). Bei der Endlagerung darf kein Grundwasser in der
Nähe vorhanden sein, es dürfen keine Risse und Klüften im Gestein
vorhanden sein, und nur geringe seismische Aktivität. Im Salzstock Gorleben
sind alle diese Gesichtspunkte erfüllt. Es wird Endlagerung von geringem
und fast gar keiner Wärmentwicklung getestet. Im Salzbergwerg bei
Wolfenbüttel (Asse 2) werden Lagerungstechniken getestet. Abfallprodukte
zur Herstellung des yellow cakes oder andere Umwandlungsverfahren müssen
aufgearbeitet werden, damit keine Schadstoffe in unzulässigen
Konzentrationen vorhanden sind.
Transporte im Brennstoffkreislauf
Der Transport des Uranerzes ist unproblematisch. Yellow cake wird in
Stahlfässern mit 200-400l Fassungsvermögen transportiert.
UF6 (Uranhexafluorid) wird in Druckbehältern befördert, da
es schon bei 56,5 °C gasförmig wird. Die Behälter müssen
dabei dicht bleiben, da UF6 eine hohe chemische Toxizität hat.
Es ist jedoch nur sehr gering aktiv. Es muß eine Unkritische Anordnung bei
Transport und Lagerung gewährt werden, so daß es nicht zu einer
Kettenreaktion kommen kann. Keine Transportwege entstehen bei UO2
(Urandioxyd), da es direkt in Brennelemente weiterverarbeitet wird, die
dann in Transportbehältern zum Kraftwerk gefahren werden. Auch hierbei ist
nur geringe Aktivität vorhanden.
Der Transport muß sehr sicher sein, da in den Brennstäben
enthaltene Spaltprodukte eine hohe spezifische Aktivität (hohe
Kernumwandlung) haben und sehr heiß werden. Der Transportbehälter ist
aus Stahl und hat Kühlrippen oder Kühlstifte und ist 5-7m lang und hat
einen Durchmesser von 1,8-2,5 Meter. 1-6t Transportgut kann er aufnehmen (ein
Brennstab ca. 5,71t) und wiegt dabei zwischen 32 und 105t (der Behälter).
Er muß sehr hohen Anforderungen gerecht werden in Bezug auf:
Mechanische Stabilität (aus 9m auf eine Stahlplatte mit
Betonuntergrund bzw. 1,2 m, auf einen Stahdorn von 15cm
Höhe)
Dichtheit (8Std bei 90cm unter Wasser) und
Temperatur (30Minuten bei 800°C)
in der BRD, USA und GB noch aus 600m auf Wüstenboden und der
Zusammenprall des Behälter mit einer Lok bei 130 km/h.
Bei der Wiederaufbereitung fallen Spaltprodukte (mit Wasser gemischt), Uran
und Plutonium an. Feste Spaltprodukte können in den gleichen
Transportbehältern wie die Brennelemente transportiert werden. Da sehr hohe
Temperaturen entstehen, müßen zum Teil Zwangskühler eingesetzt
werden. Auch entsteht durch Radiolyse (Zersetzung) des Wassers Sauerstoff und
Wasserstoff, wobei ein starker Druck entsteht. Plutonium wird in kleinen
Behältern transportiert damit die Plutoniumlösung nicht kritisch wird
(damit´s nicht durchbrennt), dieser Behälter ist in einem
Stahlrohrkäfig, damit der Abstand gewährleistet wird.
Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente durch das Purex
Verfahren
Bei Spaltung von U-235 ist das Verhältnis der Gewicht der
Trümmerkerne häufig 2:3. Auf 35 verschiedenen Elementen bauen sich 200
verschiedene Spaltprodukte auf, die die Massenzahle von 70-260 aufweisen. Es
entstehen also große Mengen an Radionukliden (radioaktive Stoffe). Das
kommt daher, daß im Kern der Spaltprodukte Neutronenüberschuß
herrscht der durch ß-Zerfall abgebaut wird wobei stabile Kerne
entstehen.
Die spezifische Aktivität der Spaltprodukte ist ziemlich hoch (nach 6
Monate das 1010 Fache von Natururan). Nach 7 Jahren werden die
Brennstäbe aus dem Reaktor in ein Wasserbecken in dem Kernkraftwerk
verlegt. Während sie im Wasserbecken sind, zerfallen die meisten
Spaltprodukte, und es bleiben nur Radionuklide mit längerer HWZ
zurück. Das Wasser im Lagerbecken dient hierbei als Strahlenabschirmung und
Kühlung. In speziellen Transportbehältern die so konstruiert sind,
daß eine Ausreichende Strahlenabschirmung, ausreichende Kühlung und
Stabilität vorhanden sind, zu den Endlagern transportiert. Die zu
Genehmigenden Transporte müssen auf dem gesamten weg bewachten werden. Bei
1300 MegaWatt Leistung bei einem Kraftwerk sind 5-6 Transporte pro Jahr
notwendig, wobei 3-30 Brennelemente pro Behälter vorhanden sein
können. Die Transporte werden in einem Zwischenlager bzw. In dem
Eingangslager der Wiederaufbereitungsanlage aufbewahrt. Die Aktivität kann
hierbei noch weiter abklingen, was aber nicht nötig wäre, da eine
Aufarbeitung schon nach kurzer Lagerung möglich ist. Zur Wiederaufbereitung
verwendet man das Purex verfahren. 5cm lange Stücke werden von den
Brennstäben abgesägt und in Salpetersäure gelegt wobei
Uranylnitrat und Plutonium-4-Nitrat und Nitrate der Spaltprodukte entstehen. Mit
Hilfe des Extraktionsmittels Tri-N-Butyl-phosphat, das mit 70% Kerosin
verdünnt ist (die Lösung heißt TBP30), in die drei Komponenten
Uran, Plutonium und Spaltprodukte aufgelöst. Bei diesem Vorgang löst
TBP30 die Nitrate des Urans und des Plutoniums wobei die Spaltprodukte im
wässrigen Teil der Lösung zurück bleiben. Die wäßrige
Lösung löst sich vom Extraktionsmittel und kann so leicht vom Rest
getrennt werden. Dieser Vorgang muß mehrmals durchgeführt werden, um
eine 100% Trennung zu erreichen. Hinzu kommen noch mehrere chemische
Aufbereitungsverfahren. Uran und Plutonium werden wieder zu Brennelementen
verarbeitet, während die Spaltprodukte gekühlt gelagert werden
müssen. Die Spaltprodukte sind Hochaktiv mit einer Aktivität von
4*1013 Bequerel pro Liter. Nach 5jähriger Lagerung kann man
eine Verglasung vornehmen. Beim zerschneiden und beim Lösen des
Brennstoffes in der Salpetersäure entstehen gasförmige und
leichtflüchtige Spaltprodukte, z.B. Xenon, und Stickstoffoxyde, die aus den
Abgasen getrennt werden müssen. Man braucht besondere
Sicherheitsmaßnahemen bei der Handhabung von der Lösung von
Plutonium. Es darf kein Volumen und keine Konzentaration erreicht werden, bei
der eine Kettenreaktion selbständig eintreten kann. Es können also nur
kleinere Mengen Plutoniumlösung verarbeitet werden, wobei noch
Neutronenabsorbiere beigemengt werden. Die Oberfläche der Behälter ist
so konzipiert, daß ein großer Neutronenverlust entsteht. Die
Wiederaufarbeitung muß durch dicke Betonwände abgeschirmt sein (2m).
Da hochaktive Stoffe verarbeitet werden. Zur Bearbeitung werden Roboter benutzt,
die durch Bleiglasfenster gesteuert und beobachtet werden können. Gewartet
können diese Roboter nur werden, wenn der Raum gründlich gereinigt
worden ist. In den Betriebsräumen herscht Unterdruck, damit kein Gas in die
Umgebung entweichen kann, jedoch wird die Anlage ständig be- und
entlüftet, damit sich keine gasförmigen und leichtflüchtige
radioaktive Stoffe ansammeln.
(Thomas M. Dorka & Sebastian Nolte)
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