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Robespierre, Maximilien de (1758-1794)
Über das Leben des Maximilien de
Robespierre
Robespierre wurde am 6. Mai.1758 in Arras, in der Provinz Artois in
Norden Frankreichs, geboren.
Über seine ersten 31 Lebensjahre ist nicht viel zu berichten, da diese
auch eher unwichtig erscheinen im Vergleich zu seinem sonstigen Wirken im
Verlauf der Französischen Revolution.
Er war von den Reden und Ideen des J.J. Rousseaus stark geprägt,
allerdings war er im Jahre 1789 , im Gegensatz zu J.J. Rousseaus, ein
vernünftiger und erfolgreicher Mann. Robespierre war seit 1781
Rechtsanwalt in Arras, er war ein normaler Bürger, der mit den Problemen
des Lebens fertig werden mußte.
Die Provinz Artois war eine der wenigen, in denen die Provinzialstände
nie aufgehört hatten zu bestehen. Robespierre war der Ansicht, diese
Stände vertraten nicht die Einwohnerschaft. Diese Ansicht wurde von vielen
anderen geteilt, zu denen auch Priester gehörten, die nicht zum Ersten
Stand gezählt wurden und auch nicht das Recht hatten, Abgeordnete für
den Ersten Stand zu wählen. Auch jene Adligen, die weder für den
Zweiten Stand wählen noch ihm angehören durften, stimmten ihm zu.
Robespierre glaubte (was zutraf), daß der Dritte Stand durch Beamte
vertreten wurde, die ihre Ämter gekauft oder geerbt hatten und von denen
einige zum Adel gehörten. Wie andere, so nutzten auch die
Provinzialstände von Artois die Schwierigkeiten des Königs aus, um
ihre eigenen Ansprüche durchzusetzen.
Seine revolutionäre Laufbahn begann im Januar 1789 mit der Abfassung
einer Broschüre,
worin er die Provinzialstände "einen Bund einiger Bürger" gegen
das Volk nannte. Im März, wahrend der Wahlen zu den Generalständen,
unterstützte er eine Schuhmacherzunft und identifizierte sich auf diese
Weise bereits damals mit dem einfachen Volk. Als die Würdenträger der
Stadt Arras, von denen einige dem Adel angehörten, versuchten, die Wahlen
des Dritten Standes zu beeinflussen, veröffentlichte er eine zweite
Broschüre. Robespierre war in die Wahlversammlung der Provinz gewählt
worden, wo der Klerus und der Adel vorschlugen, auf einige ihrer Vorrechte zu
verzichten. Als der Dritte Stand dies mit Beifall aufnahm, weigerte sich
Robespierre, an der Dankesbezeigung teilzunehmen, und erklärte, für
den Verzicht auf Mißbräuche, die immer unentschuldbar gewesen seien,
schulde man keinen Dank. Im Juni beschuldigte Robespierre den Klerus in den
Generalständen in Versailles ganz ungerechterweise des Staatsverrats.
Er machte bald im Jakobinerklub, welchem er seit 1792
zugehörte, durch seine von den Ideen J.J. Rousseaus geprägten Reden
auf sich aufmerksam und erwarb sich auf Grund seiner bescheidenen
Lebensführung und seines Eintretens für das einfache Volk den Ruf des
"Unbestechlichen". Seine demokratische Orientierung und seine Verurteilung der
Kriegserklärung an Preußen und Österreich ( April 1792 )
brachten ihn zunehmend in Gegensatz zu den
Girondisten [1]. Als Mitglied der Pariser Kommune
( seit dem 10. August 1792 ) und des Nationalkonvents ( seit 20
September 1792 ) wurde Robespierre Führer der
Bergpartei [2]. Am 21. September 1792
setzte er ( und die Jakobiner ) mit Hilfe der Girondisten die sofortige
Hinrichtung von König Ludwig XVI durch.
Vom 31. Mai bis zum 2. Juni 1793 vollendete er den Sturz der
Girondisten nachdem er sie bereits in die Opposition gedrängt hatte. Viele
Mitglieder der Girondisten ließ er in den Jahren 1793/94 hinrichten. Das
Instrument seiner Schreckensherrschaft war vor allem der von Robespierre (
seit dem 27. Juli 1793 ) beherrschte
Wohlfahrtsausschuß [3]. Im April 1794
schwang Robespierre sich zum totalitären Diktator auf, allerdings war er
nicht so vom Machtrausch gepackt, sondern handelte er vielmehr auf Grund seiner
Ideale. Er war bedürfnislos, linkisch, fanatisch, ein überspannter
Advokat, im Grunde ein kleiner Mann, ein blinder Anhänger des
Republikanismus. Er war mehr Moralist und Prediger als Politiker und
Führer.
Er führte sogenannte Reinigungen im Nationalkonvent durch, bei welchen
er "andersdenkende" entfernte, dieser Terror verschärfte sich immer mehr,
bis die Anhänger von Robespierre sich selbst nicht mehr sicher
fühlten.
Angst trieb die Abgeordneten aller Richtungen zusammen gegen Robespierres
Antrag auf eine erneute Reinigung des Konvents. Sie klagten ihn an ,
ließen ihn verhaften und hinrichten. Am 28. Juli 1794 jubelten die
Massen , als sein Kopf fiel.
Quellen:
- Grundriß der Geschichte - zweibändige Ausgabe- Band II - Klett
Verlag
- Meyers Taschenlexion Geschichte in 6 Bänden
- Das Zeitalter der demokratischen Revolutionen - R.R. Palmer - Princeton
University Press
Ein Referat von : Jan Vincent Rieckmann, Freitag, 10. Juli 1998
[1] Bezeichnung für die
nach dem Dep. Gironde benannten Gruppe in dem Nationalkonvent. Sie waren es, die
z.B. den Krieg gegen Preußen und Österreich durchsetzten. Die meisten
von ihnen gehörten zu der wohlhabenderen
Bevölkerungschicht.
[2] Bezeichnung für die
radikalste Gruppierung in dem Nationalkonvent. Sie wurden 1795
unterdrückt.
[3] Exekutivorgan des
Nationalkonvents, wichtigstes Organ der jakobinischen
Schreckensherrschaft.
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