|
Du bist hier: Referate Datenbank | Deutsch
| Goethe, Johann Wolfgang von: Faust 1
Goethe, Johann Wolfgang von: Faust 1
Welche Gegensätze zeigen sich in den Grundhaltungen von Philemon,
Baucis und Faust (Umge- bung, Charakter, Einstellung zu Gott und
Besitz)?
Als erstes fällt mir auf, daß sich Baucis und Philemon in einer
offenen Gegend mit großen Weiden, Wiesen mit Blumen und somit in der
freien Natur befinden. Beide stehen für das Althergebrachte, was sehr
mühsam aufgebaut wurde. Sie können mit der neuen Welt nicht Schritt
halten und verabscheuen somit die neuen Methoden und Ziele. Darum stellen sie
für Faust ein Problem in Ausführung seiner Pläne dar. Sie stehen
zu dem alten Gott, der ihre Welt erschaffen hat. Sie sehen, daß Faust,
welcher sich für einen Gott hält und somit für B. und P. eine
gottlose Person darstellt, sich ihr Land aneignen will um sich einen Palast zu
errichten. Dies lassen sie aber nicht zu. Beide sind gegen den Ausbau des
Landes, da er Menschenleben fordert. Gott ist für beide die höchste
Lebensform und gibt ihnen Richtlinien, so daß B., P. die neue
Lebensordnung in Form des Kapitalismus nicht verstehen. Sie teilen ihren Besitz
gern mit anderen Leuten (z.B. Wanderer), sehen aber nicht ein diesen Besitz an
einen skrupellosen Menschen abzugeben. P. sieht das Scheitern von Fausts
Plänen. Faust hingegen befindet sich in höfischer Umgebung, was seine
neugewonnene Macht darstellt oder in dunkler Nacht mit finsteren Gestalten
(böse Seite). Er ist zu einem skrupellosen Kapitalisten geworden, der ohne
nachzudenken über das Schicksal von anderen Menschen entscheidet. Er
hält sich bereits für Gott und ist durch das Leuten der Kirchenglocken
gestört. Er will jedoch diese Kirche beherrschen um nicht nur die
Herrschaft auf der Welt zu besitzen, da sonst diese heilige Aura ihn umbringt.
B., P. müssen weichen, da sie noch für die alte Weltordnung stehen,
die Faust nicht akzeptieren kann, da sie nur Moral und Frömmigkeit
beinhaltet. So stören beide ihn. Um seine Macht zu zeigen, muß er
dieser alten Weltordnung Schaden zufügen. So festigt er nicht nur seine
weltliche Macht, sondern auch seine geistliche. Diese alte Ordnung wird sich an
seiner Tat, dem Land auf dem Meer nicht beweisen können. Besitz ist
für Faust Ziel Nummer eins, was sich in seinen Befehlen, die B. und P.
betreffen, widerspiegelt. Gott ist für Faust eine altmodische Gestalt, die
durch Fortschritt abgelöst werden muß. Als er vom Tod der beiden
Alten erfährt, zweifelt Faust an seinen Vorstellungen. In Ansätzen
merkt er, daß seine Politik menschlicher werden muß, obwohl Faust
sich immer noch als Förderer der Menschheit betrachtet.
Wörter: 406
Tobias Landmann, Kurs 11/V
27. Mai 1997
|