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Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (C
Die Christlich
Demokratische Union Deutschlands (CDU)
© 1997 Martin
Burgard
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
wurde als Volkspartei von evangelischen und katholischen Christen, von Frauen
und Männern aus allen Schichten und Regionen unseres Volkes, 1945
neugegründet. Sie entstand an vielen Orten nahezu gleichzeitig. Der Name
“Union” deutet auf den Sammlungscharakter dieser Partei hin. Er
wurde im Dezember 1945 in Bad Godesberg festgelegt. Ein wichtiges Motiv der
Gründung bildet das gemeinsame Schicksal vieler Christen während der
nationalsozialistischen Diktatur.
Die geistigen Wurzeln der CDU liegen in der Sozialethik
der christlichen Kirchen, in der liberalen Tradition der europäischen
Aufklärung und im christlich motivierten Widerstand gegen das
nationalsozialistische Unrechtsregime. Mit dem Bekenntnis zur Unantastbarkeit
der Würde des Menschen und zur Freiheit der Person legten die Gründer
der CDU das ethische Fundament christlich demokratischer
Politik.
1945 gründeten sich fast gleichzeitig in allen
Besatzungszonen CDU-Verbände. Andreas Hermes, der Landwirtschaftsminister
der Weimarer Republik, dem es hauptsächlich darum ging, eine
christlich-überkonfessionelle Partei zu schaffen und damit die
Schwäche des fast ausschließlich katholisch orientierten Zentrums in
der Weimarer Republik zu überwinden, und Konrad Adenauer haben gemeinsam
mit vielen anderen die Volkspartei CDU aufgebaut. Im Westen Deutschlands
entwickelten sich rasch einheitliche Strukturen. Aus der Sammlungsbewegung
christlich demokratisch orientierter Frauen und Männer entstand die
Volkspartei CDU zunächst in den Ländern und dann auf Bundesebene
(Zusammenschluß auf dem 1. Bundesparteitag der CDU im Oktober 1950 in
Goslar). Im Osten Deutschlands geriet die CDU schon bald unter den Druck der
Sowjets. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Leitungsgremien durch Repressionen zu
Hilfsorganen der SED (= Sozialistische Einheitspartei Deutschlands)
umfunktioniert. An der Basis der Partei jedoch blieben viele den
Gründungsidealen der CDU verpflichtet.
Die CDU strebte immer eine Personalunion von Kanzler
(bzw. Kanzlerkandidat) und Parteivorsitzendem an. Die “Düsseldorfer
Leitsätze” von 1949 betonten die Prinzipien der sozialen
Marktwirtschaft, die schließlich auch in der Praxis erfolgreich
durchgesetzt wurden. Im Hamburger Programm von 1953 wurden diese Tendenzen
verankert. Dieses Programm blieb 15 Jahre für die politische Linie der CDU
gültig.
Der Aufbau der Bundesrepublik Deutschland ist
unauflöslich mit der CDU und ihrem ersten Vorsitzenden, Bundeskanzler
Konrad Adenauer, verbunden. Auch schienen Persönlichkeiten wie Konrad
Adenauer und Ludwig Erhard, der “Vater des deutschen
Wirtschaftswunders”, den Wahlerfolg automatisch zu garantieren. Die CDU
hat alle wichtigen Entscheidungen der jungen Demokratie vorbereitet und
politisch durchgesetzt. Konrad Adenauer hat mit seiner Politik der
Aussöhnung und der europäischen Einigung die Bundesrepublik zu einem
international anerkannten und verläßlichen Partner
gemacht.
Durch den Verlust der Regierungsverantwortung im Jahre
1969 mußte die CDU ihre Programmatik erneuern und die Organisation
verbessern. Intensive Bemühungen dieser Art führten zum ersten
Grundsatzprogramm, das auf dem Ludwigshafener Parteitag 1978 verabschiedet
wurde. Dabei handelt es sich um generelle Aussagen zu unterschiedlichen
Politikfeldern. Doch das waren bei weitem nicht alle Reformen: Die Zahl der
Mitglieder nahm seit 1969 um weit mehr als das Doppelte zu. Gefördert wurde
dies von den Generalsekretären Kurt Biedenkopf (1973-1977) und Heiner
Geißler (1977-1989). Nachfolger Geißlers wurde Volker Rühe, der
1992 von Peter Hintze abgelöst wurde.
Seit 1982 stellt die CDU wieder den Bundeskanzler. Vor
dem Hintergrund der revolutionären Veränderungen in der DDR trat sie
für eine rasche Vereinigung der beiden deutschen Staaten ein. In den neuen
Bundesländern besaß die CDU von Anfang an eine starke
organisatorische Struktur. Momentan gibt es aber nur eine CDU-Alleinregierung in
den neuen Bundesländern (Sachsen).
Als Gesamtbetrachtung kann man festhalten, daß
Deutschland auf dem Fundament christlich demokratischer Werte wieder zu einem
international verläßlichen Partner geworden ist. Das Ansehen Helmut
Kohls und die freundschaftlichen Verbindungen zu unseren Nachbarn und Partnern
haben zur Sicherung von Frieden und Freiheit einen entscheidenden Beitrag
geleistet.
Quellenangaben: “Parteien in der Bundesrepublik
Deutschland” von Uwe Backes und Eckhard Jesse
verschiedene
Lexika
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