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Chagall, Marc (1889-1985)
MARC CHAGALL
(1889 - 1985)
DAS LEBEN VON MARC
CHAGALL:
Marc Chagall wurde am 7. Juli 1889 in Witebsk
(Rußland) geboren. Er verbrachte seine Lehrzeit bei einem akademischen
Maler, bis er 1907 ein Malstudium in St. Petersburg besuchte. Von 1910 bis 1914
lebte er in Paris, wo er sich mit den Malern La Fresnaye, Delaunay und
Modigliani befreundete.
Seine erste große Ausstellung hatte er im
“Sturm” in Berlin. 1917 kehrte er nach Rußland zurück und
gründete in Witebsk eine Kunstakademie, worauf er 1919 einen Auftrag
für Wandmalereien im jüdischen Theater zu Moskau erhielt. 1922 begab
sich Marc Chagall zuerst nach Berlin und dann nach Paris, wo er von Vollard den
Auftrag zur Illustrierung von Gogols “Tote Seelen” und La Fontains
“Fabeln” bekam. 1931 reiste Marc Chagall in den mittleren Osten und
1935 nach Polen. 1941 emigrierte in die USA, wo er 1945 die Kostüme und
die Dekorationen für Stravinskys Ballett “Feuervogel” entwarf.
1946 eröffnete Marc Chagall in New York eine große Ausstellung, die
in den kommenden Jahren auch in Amsterdam und London gezeigt wurde. 1947 kehrte
Marc Chagall nach Frankreich zurück und beschäftigte sich außer
mit der Malerei auch mit Keramikarbeiten. Marc Chagall starb am 28. März
1985.
DIE MALEREI VON MARC
CHAGALL:
Man könnte versucht sein, einen großen Abschnitt
in Chagalls Werken als expressionistisch zu bezeichnen, da er innere Bilder der
Wirklichkeit in sehr freie Metaphern der Dingwelt überträgt. Aber dies
kann man auch von den Surrealisten sagen, die trotzdem niemand zu den
Expressionisten zählt. Deshalb muß man die Stellung dieses Malers
differenzierten differieren.
Eine Neigung zum Expressionismus zeigte sich 1909 in
Petersburg und verstärkte sich 1910 bei seiner Ankunft in Paris, wo das
Beispiel van Goghs ihn zu einer leuchtenden Palette anregte. In seinem
Atelier (1910) zeigen die Farben Erregung und Leidenschaft an, und die
Dinge sind so ins Wanken geraten, daß dieses Bild als Vorbote der Kunst
Soutines erscheint. Die Begegnung mit dem Kubismus führte dazu, daß
Chagalls Hand 1911 disziplinierter wurde und er die Formen mehr geometrisch
aufbaute. Zwar entstanden immer noch Werke, in denen Expressionistisches
erkennbar ist, aber es wäre verkehrt, diesen Begriff an der Mehrzahl
Chagalls Werke anzuwenden, die er nun malte.
Oft verdanken sie ihre Existenz dem freien Soiel der
Phantasie, einer poetischen, mit der Welt im einklang stehenden Phantasie. Doch
der antisemitische Wahn der Nazis und die Grausamkeiten des letzten Weltkrieges
rissen Chagall aus seiner Märchenwelt. Von 1935 bis 1945 schuf er eine
Anzahl von Gemälden, in denen sich die schrecken der Zeit spiegeln.
Märtyrer, Gekreuzigte - allerdings nicht immer Jesus Christus -, weinende
Menschen auf der Flucht, brennende Häuser, mit einem Wort, er stellte uns
die Dramen der Wirklichkeit vor Augen.
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