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Guevara, Serno Ernesto "Che" (1928-1967)
Ernesto "Che" Guevara
Che Guevara, der Mann mit dem Kampfanzug
und der schwarzen Havanna im Mund. Che Guevara, der Kopf auf Postern, Flaggen,
Büchern, Briefmarken, Uhren, Feuerzeugen und auf vielem mehr. Che Guevara,
der Rebell, der von Tausenden verehrt wird. Che Guevara ein Held oder nur eine
Figur mit der heute auf der ganzen Welt Geld gemacht wird? Entscheiden sie
selber!
Der Weg zum
Revolutionär
Ernesto Guevara, ein junger Argentinier,
der nach seinem Medizinstudium eine Reise in den Norden Südamerikas machte.
Auf dieser Reise blieb er längere Zeit in Bolivien. Er war fest
entschlossen, irgendwo dort eine Arztpraxis zu eröffnen, in der er die arme
Bevölkerung gratis behandeln könnte. Während dieser Zeit erlebte
er eine der vielen bolivianischen "Scheinrevolutionen". Wie schon oft versprach
ein intelligenter bolivianischer Politiker dem Volk mehr Reichtum und bessere
Lebensbedingungen, kam dann an die Macht und entpuppte sich als einen Diktator,
schlimmer als der Vorgänger! Einige Wochen danach beschloss er weiter zu
ziehen und erst später sesshaft zu werden. Er reiste quer durch die
ärmsten Länder Südamerikas, sprach oft mit Guerilleros und
entwickelte nach und nach einen Hass, gegen all die Diktatoren, welche der Grund
dieser Armut waren. Der junge Ernesto war zwar immer schon ein Gegner der
katholischen Kirche und war der Sohn einer überzeugten Marxistin, doch er
selber war nie ein solcher, bis er in Guatemala Raul Castro, den Bruder Fidels
kennenlernte. Raul plante gerade eine Guerillaaktion, und bat Ernesto dabei
mitzumachen. Ernesto willigte ein, obwohl er nicht genau wusste, worauf er sich
da einliess.
Diese Aktion war ein einziges grosses
Missgeschick! Die einen waren zu blöd, um ein Taschenlampblinckzeichen zu
erkennen und die Anderen liefen direkt in einen Hinterhalt. Bei dem ganzen
wurden viele Rebellen festgenommen und einige sogar getötet. Ein paar Jahre
später schrieb Ernesto über dieses folgenschwere Unternehmen, die
Guerillas seien einfach zu wenig vorbereitet und zu undiszipliniert
gewesen.
Einige Monate später erzählte
Raul Ernesto von einem grösseren Projekt, auf Kuba. Er sagte, es soll eine
Revolution werden, die auch von den kommunistischen Grossmächten China und
der Sowjetunion unterstützt werde. Ernesto interessierte sich sehr
dafür und folgte Raul in eine Guerilla Trainingslager in Mexiko. In diesem
Lager wurde das Schiessen geübt, lange Märsche gemacht und am Abend
wurden Bücher von Marx gelesen. Die Truppe nahm Ernesto auf, da sie noch
keinen Arzt hatten. Ernesto trainierte sehr hart und wurde körperlich und
geistig zu einem der bessten Guerilleros. Aus diesem Grund freundete er sich
schnell mit Fidel Castro, der einer der Anführer war, an. Dieser machte
Ernesto dann auch zu einem der Führer, ihm gleichgestellt. Von da an wurden
Ernesto nicht mehr Ernesto Guevara genannt, sonder nur noch el commandante Che.
Dieses Che bedeutet etwa soviel wie Kumpel. Che war jetzt nicht mehr ein Arzt
aus einer Armen Familie, nein er war Revolutionär!
Die Kubarevolution
Am 25. November1956, Che war damals 28,
sticht ein kleines Boot mit dem Namen Granma in die Karibische See, mit dem Ziel
KUBA. Das Boot ist für 18 Mann gebaut worden, bei dieser Überfahrt
sind aber 82 Guerilleros an Bord. Anführer dieser Truppe sind Fidel Castro
und Che
Guevara. Auf Kuba gelandet, sollten diese
zu ihren kubanischen Guerillakumpanen in den Bergen geführt werden. Doch
als sie die kubanische Küste schon fast erreicht hatten, wurde das Boot so
von der Brandung durchgeschüttelt, dass der Steuermann über Bord fiel!
Bei der Rettungsaktion ging so viel Zeit verloren, dass das Boot schon wieder
weit von der Küste weggetrieben wurde. Zu allem Überfluss haben sie
auch noch all ihre Navigationsinstrumente verloren.
Im Morgengrauen des 30. November, die
Granma ist zu dieser Zeit immer noch im Wasser, greifen 300 Junge Guerillas das
Zollhaus und das Polizeipräsidium von Santiago de Cuba an. Das Zollhaus
wird in Brand gesteckt und das Präsidium vorläufig besetzt.
Gleichzeitig greift eine Gruppe Fidelistas (Castro Anhänger) das
Staatsgefängins an und befreit alle politischen gefangenen. Wenige Tage
nach diesem Schlag gegen die kubanische Staatsgewalt mussten sich die Rebellen
aber wieder zurückziehen.
Am 2. Dezember erreichte die Granma, mehr
durch Zufall als durch planmässige Navigation die kubanische Küste.
Sie waren allerdings am total falschen Ort und zu Spät um an den
Kämpfen in Santiago teilzunehmen. Vermutlich wurde das Boot von Flugzeugen
entdeckt, denn als die Guerillas an Land gingen kreuzten auch schon die ersten
Boote der Seepolizei auf. Ein Bauer, der die Rebellen gesehen hatte lud sie auf
dessen Hof zu Essen ein. Kaum hatten sie sich gesetzt vielen aber auch schon
wieder Schüsse und sie mussten weiter landeinwärts eilen. Che schrieb
später: "Die Moral unserer Truppe lag auf dem Nullpunkt, wenn nicht noch
tiefer. Wir hatten keine Nahrung mehr, und unsere Wasservorräte gingen auch
langsam zu Ende. Wir marschierten so gut wie es ging durch die riesigen
Zuckerrohrfelder. Einige assen gegen meinen ausdrücklichen Befehl
Zuckerrohr, doch die steigerte ihren Durst ins Unerträgliche." Nach
weiterem Beschuss der Bastita-Armee zerbröckelten die 82 Mann in kleine
Grüppchen, die durch das Gebirge Kubas irrten.
Crescencio, ein Verbindungsmann zwischen
den einheimischen Guerillas und den Männern von Che und Castro, führte
die kleinen Truppen in ein Lager in der Sierra Maestra. Von den 82 Männer
kamen dort aber nur 12 an. In diesem Lager begonnen sie wieder mit dem Anwerben
von Männern und dem Training. In den Radiostationen war, natürlich
verschlüsselt, zu hören, dass Che und Castro in der Sierra Maestra
angekommen sind. Viele Bauern kamen zum Lager und schlossen sich den Guerilleros
an, langsam aber sicher wurde eine ganze Armee zusammengestellt. In den
folgenden Monaten entgleisten immer wieder Züge, Zollämter wurden
immer wieder gesprengt und staatliche Gebäude wurden angezündet. Dies
waren kleine Terrorakte, gegen das Bastita-Regime. Bastita antwortete mit
übertriebenem Gegenterror, jeder, der verdächtigt wurde mit den
Guerillas in Verbindung zu stehen, wurde gefoltert oder sogar getötet.
Bastita hatte eine 30`000 Mann starke Armee mit Panzern und Kampfflugzeugen. Die
Guerillas hatten zwar auch ein ganz schönes Waffenlager, aber viel zu wenig
Munition. Che hatte da eine gute Idee, er schickte hübsche
Bauerstöchtern zu den jungen Soldaten der Armee. Die Mädchen flirteten
dann mit diesen und verlangten zum Abschied ein paar Patronen, in seltenen
Fällen konnten sie sogar gleich die ganze Munition mitgehen lassen. Wie man
an diesem Beispiel sieht, war es ein Krieg, der von Seiten der Rebellen, mit
Witz und Tollkühnheit geführt wurde. Dies zeigt auch eine andere
kleine Begebenheit: Die Guerillas entführten immer wieder Soldaten, diese
wurden einige Tage festgehalten, aber immer sehr gut behandelt. Dann nahm man
ihnen die Uniformen ab und sie mussten halb nackt nach Hause laufen. Einmal
entführten sie sogar, am Tag vor einer Rallye, den favorisierten
kubanischen Fahrer, dieser konnte sich dann 4 tage im Guerillalager ausruhen und
sein "eigenes" Rennen im Fernseher anschauen.
In der zweiten Jahreshälfte 1957
hatten die Rebellen ihr Gebiet in den Bergen so weit ausgedehnt, dass sie ihre
eigenen Fabriken eröffnen konnten. In dieser Zeit waren die Guerillas sehr
undiszipliniert und hochmütig. Che griff in solchen Fällen immer hart
durch. Einmal wurde ein Guerillero von ihm, mit verbundenen Augen, an einen Baum
gebunden, Che erklärte ihm, er
würde ihn jetzt erschiessen. Che
schoss dann aber nur zweimal in die Luft, denn die Angst sei Strafe genug. Trotz
solcher Aktionen wurde Che nie als ein Chef betrachtet, er blieb immer ein guter
Freund aller, der immer einen guten rat auf Lager hatte.
Ein paar Monate später: Che machte
sich mit seinen 180 Männern auf einen langen Marsch, Richtung Nordwesten,
der Südküste entlang. Sie marschierten immer nur in der Nacht, um
nicht in einen Hinterhalt zu kommen und sie hatten nur wenig Nahrung bei sich.
na 40 tagen und vor allem Nächten erreichten sie die Stadt Santo Clara.
Dort konnten sie einen Zug der Armee aufhalten und erbeuteten eine menge Geld
und Waffen. Zur selben Zeit passierte einer kubanischen Bombereinheit ein
grosses Missgeschick, sie warfen ihre Bomben auf die eigenen Leute, anstatt auf
das Lager der Rebellen. Das Militär zog sich langsam zurück und Chefs
Männer konnten die zentralgelegene Stadt Santa Clara einnehmen. Von dort
konnten sie alle wichtigen Strassen- und Eisenbahnverbindungen
besetzen.
Seit dem Missgeschick mit der Granma sind
nun mehr als 2 Jahre vergangen, aus den Guerilla Verbänden ist eine
revolutionäre Armee geworden, die es geschafft hat, die kubanische
Hauptstadt Havanna ohne Kampfhandlungen zu erobern. Auch Bastita sah ein, dass
seine Zeit abgelaufen war und verliess mit seinen Leuten das Land. In der Nacht
auf den 2. Januar 1959 sprach Castro in Santiago vor einer riesigen
Menschenmenge über ihre Ziele. Einen Tag später wurde im ganzen Land,
als Schlussstrich unter die Bastita-Ära, gestreikt.
Castro war von da an der kubanische
Präsident. Mit Hilfe der Sowjetunion gelang es ihm schnell aus Kuba einen
kommunistischen Staat zu machen. Che war in dieser Zeit einer der höchsten
Politiker Kubas, er war eigentlich nur Castro unterstellt, diese beiden
verstanden sich aber hervorragend, sie unterschieden sich nur in einem Punkt:
Castro wurde vom Revolutionär zu einem Politiker in Anzug und Krawatte, Che
dagegen blieb der kämpferische Rebell. Auch bei wichtigen Sitzungen
erschien er mit Bart, zerfetztem Haar und eine Zigarre hatte er sowieso immer im
Mund. Dies soll nicht heissen, dass Che ein fanatischer Militarist war, nein er
konnte sich nur nie mit den Politikern, die mit ihren protzigen Villen gegen die
Armut kämpfen wollen, identifizieren. In den folgenden Jahren verfeindete
sich Che nach und nach mit den kubanischen Altkommunisten. Diese bezeichneten
ihn öffentlich als verträumter Anarchist und als Trotzkopf. Castro
hielt sich immer schön aus diesem Konflikt heraus.
Fünf Jahre nach der gelungenen
Revolution verliess Che Kuba, in Richtung Afrika. Er trennte sich nicht im
Streit, wie heute viele denken, von Castro, nein er schrieb ihm einen
förmlichen aber freundschaftlichen Abschiedsbrief. In diesem Brief schrieb
er ungefähr dies: Kuba hat mit dir einen der besten Präsidenten,
den es überhaupt haben könnte. Ich sehe nicht ein was für eine
Rolle ich da noch spiele. Ich stelle meine bescheidenen Taten im Kampf gegen die
Unterdrückung lieber anderen Ländern zur Verfügung. Ich denke,
dies bereitet mir mehr Freude. In Afrika traf sich Che mit einem hohen
Minister Kongos, den Che schon von früher kannte. Es wurde Che angeboten
eine Guerillaeinheit zu führen. Che vertiefte sich in das Staatswesen
Kongos und willigte schliesslich ein. Doch seine sogenannte Armee war nicht mehr
als eine Horde schiesswütiger Männer, die noch nie etwas von Marx oder
Lenin gehört hatten.
Che verliess dieses Land schnell wieder und
machte sich auf eine Weltreise. Er lernte viele interessante Männer kennen
und vertiefte seinen Marxismus. 1966 kehrte er wieder nach Südafrika
zurück, unterwegs traf er sich noch kurz mit Castro.
Che`s Zeit in
Bolivien
In Bolivien wurde zu dieser zeit eine
grosse Guerilla ihm Stil der Kubarevolution vorbereitet. Che war da
natürlich sofort dabei. In den bolivianischen Anden wurde ein Lager, mit
Guevara als Leiter, errichtet. Che machte mit seinen Männern
Trainingsmärsche, die teilweise über 20 Tage dauerten und trainierte
sie hart. Nach einigen Monaten kam Che zu einer Truppe von über hundert
Männern. Wenige Tage darauf kam es auch schon zu den ersten Kampfhandlungen
zwischen den Rebellen und der Armee, dabei sind einige Soldaten getötet
worden. Nach diesem Gefecht war dem Militär der Standort des Guerillalager
bekannt, deshalb musste Che früher als er eigentlich wollte in die
bewegliche Taktik übergehen. Nach und nach verlor Guevara immer mehr
Männer wegen der extrem hohen körperlichen Belastungen.
Es war am 7. Oktober 1967, als Che mit einer kleinen Gruppe zur Erkundung
durch eine der zahlreichen bolivianischen Schluchten marschierte. Che hat soeben
seinen Männern befohlen nur noch im Wasser weiter zulaufen, um keine Spuren
zu hinterlassen, da fallen die ersten Schüsse. Es vielen Schüsse von
Links und von rechts, die Guerilleros waren also in der Schlucht gefangen. Die
Rebellen schiessen zurück, doch sie wissen nicht einmal wo genau sich ihre
Gegner befinden. Plötzlich schreit Che auf. Eine Kugel hat seine Wade
durchbohrt. Die Soldaten haben eingesehen, dass sie gewonnen haben und kommen
runter, dabei erschiessen sie einige Rebellen. Guevara und zwei weitere
Männer werden von den Soldaten mitgenommen. Che schafft nur mit
grösster Mühe den Abhang hinauf. Die anderen wollen ihm helfen, doch
er wehrt sich energisch dagegen. Er schleppt sich, die Waffe und sein Tagebuch
umklammernd, den Hang hinauf.
Che wurde von der Regierung festgenommen und vorübergehend in einem
Schulhaus festgehalten, dort merkte er, dass das ganze vorhaben von Anfang an
aussichtslos war, da die Bauern keinerlei revolutionäre Ambitionen
zeigten.
Am 9. Oktober bekam ein einfacher Soldat den Befehl, den 39 Jahre alten Che
Guevara zu erschiessen. Che bekam nie eine Gerichtsverhandlung, er wurde nicht
einmal vor eine Exekutionskommando gestellt, nein er wurde von einem einfachen
Soldat "zum Wohle des Staates" erschossen. Die letzten Worten des mittlerweile
legendären Ernesto "Che" Guevara waren: "Scheiss Feigling! Du tötest
einen Mann aus reiner Ehrfurcht vor dem Staat."
Che`s Leiche wurde darauf an einem geheimen Ort vergraben und erst vor
wenigen Wochen wieder gefunden
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