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| Flaccus, Quintus Horatius (Horaz) (65v.-8 v.)
Flaccus, Quintus Horatius (Horaz) (65v.-8 v.)
Quintus Horatius Flacchus
IX
Du siehst, wie der weiße Soracte im
tiefen Schnee steht,
wie die sich abmühenden Wälder
die Last nicht mehr tragen und
wie die Flüsse im scharfen Frost
stehenbleiben.
Vertreibe die Kälte durch reichliches
Auflegen
von Hölzern in den Herd
und hole freundlich den 4 Jahre alten Wein
im sabinischen Weinkrug herunter, o
Thaliarch!
Überlasse den Göttern die
übrigen Dinge,
die gerade im Augenblick die Winde wieder
gewogen haben,
die auf dem tosenden Meer gekämpft
haben.
Weder die Zypressen noch die Ulmen wiegen sich
im Wind.
Scheue dich, zu fragen, was morgen sein
könnte
und lege jeden Tag zum Gewinn hinzu, den dir
der Zufall noch gibt,
verschmähe nicht die lieblichen
Liebschaften
und nicht die lieblichen Tänze in der
Jugend,
so lange du jung bist und dir keine grauen
Haare wachsen.
Jetzt sollen sowohl das Feld als auch die
Plätze
und das sanfte Geflüster aufgesucht
werden
nach Einbruch der Dunkelheit zur vereinbarten
Stunde.
Jetzt ist das verräterische Lachen des
versteckten Mädchens
aus dem innersten Winkel angenehm
und das weggenommene Pfand vom Arm oder Finger,
der kaum Widerstand leistet.
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