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Industrielle Prozesse

Kurzinformation:
Wörter: 2600
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Typ: Referat
Sprache: Deutsch
Autor: Unbekannt
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1 Einordnung produktionstechnischer Prozesse

1.1 Ziele, Interessengruppen und Herausforderungen

Betrieb:
  • planmäßige organisierte Zusammenfassung mehrerer Produktionsfaktoren (Arbeitskraft, Betriebsmittel, Werkstoff)
  • organisatorische, technische (und örtliche) Einheit
  • Ziel: Produktion von Sachgütern bzw. Erstellen von Dienstleistungen

Unternehmung:
  • rechtliche sowie wirtschaftlich-finanzielle Einheit

1.1.1 Teilziele des Produzierens

maximale Wirtschaftlichkeit, verschieden realisierbar:
  • marktorientiert (z.B. kurze Lieferzeiten, Termineinhaltung, Qualität)
  • betriebsorientiert (z.B. min. Durchlaufzeit, max. Auslastung, min. Bestände)
  • weitere (z.B. Flexibilität, Transparenz)

1.1.2 Interessengruppen




Produktionsbetrieb


























Ressourcenverbraucher
Investitionsobjekt
Marktteilnehmer
Hersteller von Produkten
Arbeitgeber
...........

=> verschiedene Interessengruppen haben unterschiedliche Interessen am Produktionsprozeß

1.1.3 Gegenwärtige Herausforderungen

  • hohe unbeeinflußbare Kosten
  • zunehmende Internationalisierung
  • ökologische Probleme
  • Informationsverarbeitung durchdringt alle Unternehmensfunktionen
  • neue und weiterentwickelte Produktionsverfahren

1.1.4 Charakteristische Anforderungen

  • Herstellung und Vertrieb technisch hochwertiger Produkte:
    - in (meist) kleinen Stückzahlen
    - mit höchster Qualität
    - in zahlreichen Varianten
    - im Rahmen von Systemlösungen
    - in kurzer Zeit
    - mit hochgradiger Recyclingfähigkeit

1.2 Elemente der Produktionstechnik

1.2.1 Grundformen der Produktion

  • Urproduktion: Rohstoffgewinnung und -aufbereitung, Einleitung der Gütererzeugung
  • Verfahrenstechnik: Rohstoffe => Gebrauchsstoffe
  • Fertigungstechnik: Gebrauchsstoffe => Gebrauchsformen

1.2.2 Gestaltung durch:

  • Produktionstechnik
  • Produktionsorganisation
  • Produktionsinformatik

Die Produktionstechnik beruht auf dem Zusammenwirken von Material-, Energie- und Informationstechnik.

1.3 Historische Entwicklung

1.4 Einteilung der Fertigungsverfahren







Teilfertigung
Mehrkomponentenfertigung
















destruktiv
formend
konstruktiv
irreversibel
reversibel
  • Schneiden
  • Spanen
  • Abtragen
  • Umformen
  • Urformen
  • generierende Verfahren
  • Schweißen
  • Löten
  • Kleben
  • Nieten
  • Schrauben
  • Stecken

1.5 Merkmale der Fertigungstechnik

  • Herstellung geometrisch präzise bestimmter Ein- und Mehrkörpersysteme
    Arbeitsvorgang
  • Ausgangszustand ==========> Endzustand
  • werkstück- bzw. produktorientiert (nicht prozeßorientiert)
  • Wirtschaftlichkeit und andere technologische Gesichtspunkte sind der Wahl eines Fertigungsverfahrens übergeordnet

1.6 Fertigungssysteme

handwerklich
mechanisiert
automatisiert
  • Energie und Information durch Menschen zugeführt
  • Energieumsetzung durch Maschine
  • Information immer wieder durch Menschen zugeführt
  • maschinelle E-Umsetzung
  • Werkzeugmaschine hat Info-Speicher, der nur einmal vom Menschen gefüllt werden muß

1.6.1 Gliederung automatisierter Fertigungssysteme



















2 Spanungstechnik

2.1 Kinematische und geometrische Grundlagen

  • Bewegung, Geschwindigkeit:
    - Relativbewegung zwischen Werkzeugschneide und Werkstück, bezogen auf ein ruhend
    gedachtes Werkstück (z.B. wie beim Bohren, aber: Drehen wird genauso betrachtet)
  • Schnittgrößen (einstellbar):
Vorschub
f [mm]
Zahn- / Schneidenvorschub
fz [mm]; fz = f : (Anzahl der Schneiden)
Vorschubgeschwindigkeit (beschreibt Bewegung des gesamten Werkzeugs relativ zum Werkstück)
vf [m/min]
Schnittgeschwindigkeit (beschreibt Bewegung der Schneide)
vc [m/min]; vc >> vf
Schnittiefe
ap oder a [mm]
  • Spanungsgrößen (nicht einstellbar, beschreiben den Spanungsvorgang):
Spanungsbreite
b [mm]; b = a : sin κ
Spanungsdicke
h [mm]; h = f * sin κ
Spanungsquerschnitt
A [mm2]; A = ap * fz = b * h
Einstellwinkel
κ

2.2 Physikalische und empirische Grundlagen

2.2.1 Spanbildung

  • Werkzeug / Schneidkeil verformt den Werkstoff hauptsächlich durch Druck:
    - elastisch (reversibel)
    - plastisch (irreversibel) => gewollt
  • Spannungszustand führt zum Überschreiten
    - der max. zulässigen Schubspannung (Fließgrenze) => Werkstoff beginnt zu fließen
    - der Schubbruchspannung (Sprödigkeit)
  • Spanarten
    - entstehen durch unterschiedliche Verhältnisse zwischen möglicher und auftretender
    Verformung (Umformvermögen des Werkstoffes und Umformgrad)
    - in erster Linie also werkstoffabhängig, nicht beeinflußbar
Fließspan
Scherspan
Reißspan
  • bei hohem Umformvermögen des Werkstoffes (zäh)
  • lange Späne, schwierige Spanabfuhr
  • hohe Oberflächengüte
  • mittleres Umformvemögen
  • angestrebt, da Spanabfuhr gut möglich
  • relativ hohe Oberflächengüte
  • bei spröden Werkstoffen (geringes Umformvermögen)
  • rauhe Oberfläche
  • Spanformen
    - Form der anfallenden Späne, unabhängig von Spanarten
    - z.B. Band-, Wirr-, Spiral-, Bröckelspäne
    - beinflußbar durch:
    a.) Spanleitung (Werkzeuggeometrie)
    b.) Schnittbedingungen (einstellbare Schnittgrößen wie Schnittgeschwindigkeit,
    Vorschub etc.)

2.2.2 Kräfte am Schneidkeil

  • Aktivkraft Fa = Fc + Ff (leistungsverursachende Kraftkomponente)
  • Schnittkraft Fc (groß im Vergleich zur Vorschubkraft Ff)
    - größte Kraftkomponente
    - abhängig von Werkstoff, Schneidengeometrie, Spanungsbedingungen
    - Berechnung:
    Fc = A * kc A...Schnittfläche
    kc...werkstoffabhängige Größe, spezif. Schnittkraft)
    kc = kc1*1 : hmc h...Spanungsdicke
    kc1*1...kc bei A = 1 mm2 => Tabellenwert
    mc...Spanungsdickenexponent => Tabellenwert

2.2.3 Energiebilanz

  • Spanungsarbeit => Wärme
    = Scherarbeit (innere Reibung) + Spanflächenreibung + Freiflächenreibung
  • Zerspanleistung P = Pc + Pf => P Pc = Fc * vc : 60.000 [kW] (5-10 kW)
  • Antriebsleistung PA = Pc : η η...Wirkungsgrad (0,7-0,85)

2.2.4 Verschleiß

  • Verschleißformen
am Werkzeug
am Werkstück
am Spanungsvorgang
  • VB...Verschleißmarkenbreite (Freifläche)
  • Kolkung K = Kolktiefe KT : Kolkmittenabstand KM (Spanfläche)
  • Formänderungen
  • Maßabweichungen
  • Oberflächengüte
  • Spanbildung
  • Schnittkraft
  • dynamisches Systemverhalten (z.B. Geräusche)
  • Verschleißmechanismen
    - Abscheren von Preßschweißstellen (hohe Temp. => Verschmelzen von Wz- und WSt-
    Partikeln => Abscheren), bei höheren Geschwindigkeiten wieder abnehmend
    - Verzunderung / Oxidation
    - Diffusionsvorgänge zw. Wz und WSt (nur bei sehr hohen Temp. / Geschwindigkeiten)
  • Standzeit T
    - Wie lange bleibt das Werkzeug unter den gegebenen Standbedingungen (Schnittwerte,
    Schneidkeilgeometrie) einsatzfähig ? => wichtigste Standgröße
    - T = Cv * vck => in erster Linie von der Schnittgeschwindigkeit vc abhängig (dann
    Vorschub, dann Schnittiefe)!
  • Verschleißminderung
    - Verbesserung der Spanflächen-Oberfläche
    - Erhöhung der Spanflächen-Härte
    - Einsatz von Kühl- und Schmierstoffen

2.3 Arbeitsgüte

2.3.1 Einflußfaktoren

  • Kräfte
  • Wärme
  • Verschleiß (Maschine, Werkzeug)
  • Kosten = f(Fertigungsgenauigkeit) => Fertigungsgenauigkeit immer so grob wie möglich, also so genau wie gerade nötig ist, wählen

2.3.2 Geometrische Fertigungsfehler

  • Formfehler
    - Abweichung des Werkstücks von einer vorgeschriebenen geometrischen Grundform
    - z.B. Geradheit, Ebenheit, Rundheit
  • Maßfehler
    - Abweichung der Werkstück-/Istmaße vom vorgegebenen Sollmaß (Konstr.-Pläne)
    - enstehen durch Verformungen am Werkstück durch hohe Passivkräfte des Werkstoffs
  • Lagefehler
    - Abweichungen einer Kante, Mantellinie, Achse oder Fläche eines Werkstücks von der
    Sollage relativ zu einer Bezugskante, -mantellinie, -achse oder -fläche des Werkstücks
    - z.B. Parallelität, Rechtwinkligkeit, Symmetrie
  • Fehler der Rauhheit
    - Unebenheiten von Werkstückoberflächen bezeichnet man als Rauhheit, die in der sog.
    Rauhtiefe gemessen wird

2.4 Spanende Fertigungsverfahren

2.4.1 Drehen

  • einschneidiges Werkzeug
  • rotatorische Schnittbewegung durch das Werkstück
  • Vorschubbewegung durch Werkzeug
  • Schnittgeschwindigkeit vc = π * d * n : 1.000 [m/min]
  • theoretische Rauhtiefe: Rth = f2 : (8*r) f...Vorschub (0,05...1 mm)
    r...Eckenrundung des Werkzeugs (0,4...1,6 mm)
  • erreichbare Rauhtiefe:
    - Schruppdrehen: Rz = 40 μm (Hauptziel: hoher Materialabtrag)
    - Schlichtdrehen: Rz = 10...40 μm (Hauptziel: hohe Oberflächengüte)
    - Feinschlichten: Rz = bis 2,5 μm

2.4.2 Fräsen

  • mehrschneidiges Werkzeug, mitunter Ungleichteilung
  • kreisförmige Schnittbewegung durch Werkzeug
  • unterbrochener Schnitt durch mehrere Schneiden => höherer E-Aufwand als beim Drehen

2.4.3 Bohren

  • Bohrarten:
    - Vollbohren (gesamtes Loch wird weggebohrt)
    - Kernbohren (nur ein Ring/Mantel wird weggebohrt)
    - Aufbohren (ein vorhandenes Loch wird erweitert)
  • Schnittkraftberechnung:
    - kc vom Drehen (s. Tabelle)
    - Fcz = 0,5 * fz * a * kc * sin κ (f = 0,5 * fz bei zweischneidigem Bohrer)
  • traditionell: Spiralform, Wendelgeometrie => Probleme: Verschleiß, Spanbruch
  • heute: Kurzlochbohrer mit 2-4 auswechselbaren Schneidplatten und Spanteilernuten
    (Beschränkung: l < (3-4) * d , deshalb Kurzloch)
  • Tieflochbohren
    - Werkzeuge unsymmetrisch mit spezieller KSS-Zufuhr (Kühl- und Schmierstoffe)
    und zusätzlicher Führung am Bohrlocheingang
    - sehr hohe Oberflächengüte und Geradheit
    - Anwendung bei l > (8...20) * d

2.4.4 Schleifen

  • geometrisch unbestimmte Schneide => rel. komplizierte Eingriffsverhältnisse:
    - schwer bestimmbare Schneidengeometrie
    - große Anzahl gleichzeitig eingreifender (sehr kleiner) Schneiden (Körner)
    - direkte Beobachtung schwierig
  • Selbstschärfungseffekt durch splitternde Körner (spröde)
  • mechanische Energie wird in Wärme umgewandelt:
    - Freiflächenreibung (hinter Schneidkante)
    - plastische Verdrängung des Werkstoffs (innere Reibung)
    - Spanflächenreibung
    - Spanungs-/ Scherenergie
    => Einsatz von KSS nötig
  • spezifische Schnittkraft kc wesentlich höher als bei geometrisch bestimmter Schneide
    => wesentlich höherer E-Einsatz erforderlich
  • Verschleiß
    - Kornverschleiß (durch extrem hohe Druck- und Temp.-Verhältnisse bzw. Wechsel
    beanspruchung => Oxidation, Diffusion, Schmelzen der Körner)
    - Bindungsverschleiß (durch mechan. u. therm. Überbelastung)
  • Werkzeuge
    - Kornwerkstoffe: Korund, Siliziumkarbid, Diamant, kubisches Bohrnitrit (bis 2.000 °C)
    - Bindemittelwerkstoffe:
    a.) anorganisch (keramisch)
    b.) organisch (Gummi, Kunstharze => temp.-beständig, aber häufig gesundheitsgef.)
  • Werkzeugaufbereitung
    - Schärfen und Profilieren (mehrere Kornschichten => Entfernen der äußeren Schicht)
    - Auswuchten des Schleifkörpers
  • Schleifverfahren
    - Umfangsschleifen
    a.) Pendelschleifen (schnell und oft, aber weniger tief)
    b.) Tiefschleifen (langsamer, meist in einem Durchgang, relativ tief)
    - Stirnschleifen
    - Außenrundschleifen
    - Innenrundschleifen
    - Bauchschleifen

3 Numerische Steuerung von Bearbeitungsoperationen

3.1 Steuerungskonzept

  • keine manuellen Eingriffe in den Bearbeitungsablauf
  • schnell austauschbare, gespeicherte Ablaufprogramme => numerisch
  • exakt definierbare, simultane Bewegungen in mehreren Koordinatenachsen
  • NC: numeric control (“Festverdrahtung”, d.h. spezieller Rechner)
  • CNC: computerized numeric control (Ein- oder Mehrrechnersysteme)
  • DNC: direct numeric control (Zentralrechner steuert bzw. überwacht mehrere NC- oder CNC-Systeme)

3.2 Steuerinformationen (siehe Kopien)

  • spezielle Symbolik (DIN 66025)
  • selbsthaltende Funktionen (bleiben solange aktiv, bis anderslautende Befehle eintreffen, z.B. T - Werkzeug, F - vc, S - Spindeldrehzahl)
  • satzweise wirksame Funktionen (z.B. G2 - Kreisinterpolation)
  • ein Satz enthält geometrische (Bahnkurve) und meist auch technologische (Wz-Wechsel) Informationen

3.3 Einteilung numerischer Steuerungen (siehe Kopien)

  • Punktsteuerung (Bearbeitung nur in Zielpunkten, z.B. Bohrer)
  • Streckensteuerung (2-Achsen, 2-aus-3-Achsen, z.B. Drehmaschine)
  • Bahnsteuerung (2-Achsen, 3-Achsen, 5-Achsen, z.B. Fräskopf)

3.4 Interpolation (siehe Kopien)

  • Umsetzung geometrischer Informationen in achsspezifische Bewegungsschritte
  • spezielle Ausrichtung auf die Approximation von Linien und Kreisen
  • zwei Verfahren:
    - Suchschrittverfahren
    - Digitale Differntialanalyse

3.5 Funktionale Glieder einer NC-Maschine









3.6 Lageregelung

3.7 Wegmeßsysteme

3.8 SPS - Speicher-Programmierbare Steuerung

4 Urformen

  • Herstellen eines Teils aus flüssigem oder pulverförmigen Stoff
  • entscheidende Forderung: endformendes Urformen (near net shape)
    => sehr genaue Berechnung und Herstellung der Formen
  • wichtigste Verfahren:
    - Gießen (Metallteile)
    - Spritzgießen (Kunststoffteile)
    - Sintern (Metalle, Gemische)
    - Laser-Schichtbauverfahren (Rapid Prototyping)

4.1 Gießen

4.1.1 Grundlagen

  • sehr altes Verfahren, trotzdem nur begrenzt beherrscht (Schmelztemperatur)
  • Einflüsse auf Gießbarkeit und Gußqualität:
    - Fließ- und Formfüllungsvermögen des Werkstoffs
    - Schwindung und Schrumpfung des Werkstoffs beim Abkühlen
    - Wärmerißneigung
    - Gasaufnahme
    - Seigerungen (Entmischungen)
    - Penetration (Eindringen des Werkstoffs in die Gußform)
  • entscheidend:
    - Formteilung
    - Zahl und Lage der Anschnitte
    - Kerne und Kernlagerung

4.1.2 Gießen mit verlorenen Formen

  • Form geht verloren (wiederverwendbarer Gießereisand) => Modell nötig
  • Anwendungen:
    - sowohl Einzel- als auch Großfertigung
  • Gießen mit verlorenem Modell
    - z.B. Vollformgießen: geklebte Hartschaumblöcke als Modell => Verbrennen beim
    Eingießen
  • Gießen mit Dauermodell
    - z.B. Holz- oder Metallmodelle

4.1.3 Gießen mit Dauerformen

  • Dauerformen / Kokillen => keine Modelle erforderlich
  • sehr temp.-wechsel-beständig, Lebensdauer ca. 10.000 Abgüsse

4.2 Sintern

  • feste, meist pulverförmige Stoffe werden unter hohem Druck miteinander verschmolzen
  • Motivation:
    - ursprünglich waren hochschmelzende Metalle gießtechnisch nicht verarbeitbar
    - Legierungen, die im flüssigen Zustand nicht mischbar sind, sind ebenfalls nicht gießbar
    - Ziel war u.a. die Herstellung von Werkstücken mit definiert poriger Struktur (z.B. Filter)
  • Dreistufiger Prozeß:
    - Pulvererzeugung
    - Pressen (bis 60 kN/cm2) => Körner verschmelzen an Korngrenzen
    - Sintern, also Glühen knapp unterhalb der Schmelzgrenze => Diffusionsvorgänge
    - Kalibrieren (Nachpressen zur Beseitigung von Formungenauigkeiten)
  • Vorteile:
    - selten Nachbearbeitung notwendig
    - gute Werkstoffausnutzung
    - Mischbarkeit (Legierungen)
    - keine Verunreinigungen
  • Nachteile:
    - teure Pulver und Werkzeuge
    - große Pressen nötig (hohe Energien)
    - keine Hinterschneidungen möglich, meist nur rotationssymmetrische Körper formbar

4.3 Laser-Schichtbauverfahren

  • gemeinsames Grundprinzip:
    - rechnerinternes Modell mit 3D-Geometriedaten
    - rechnerinterne Zerlegung in dünne Schichten
    - schichtweiser Aufbau des Körpers in einer Prozeßkammer:
    a.) Generieren der Schicht (x-y-Ebene)
    b.) Verbinden mit vorheriger Schicht
  • Fertigung von Metall-, Keramik- und Kunststoffteilen möglich
  • mehrere unterschiedliche physikal. Verfahren:
    - Verfestigung aus der flüssigen Phase (Polymerisation)
    - Generieren aus der festen Phase (Verkleben von Granulaten, An- und Aufschmelzen,
    Ausschneiden von Platten/Bändern)
    - Abscheiden aus der Gasphase
  • 3 Verfahren der Konturierung (Berechnung)
    - vektororientiert (Geraden, Kreisbögen) => höchste Qualität, rechenintensiv
    - rasterorientiert (zeilenweise Generierung)
    - maskenorientiert (geometrisch ähnliche, aber verkleinerte Maske wird durchleuchtet)

4.3.1 Laser-Stereolithographie (siehe Kopien)

  • Anwendung:
    - Anschauungsmodelle
    - Urmodelle für Vakuum-, Fein- und Spritzgießen
    - Funktionsmuster (funktionieren wie das Original, aber nicht unter dessen Bedingungen)

4.3.2 Laser-Sintern

  • Prinzip:
    - selektives Sintern
    - schichtweiser Auftrag des polymerummantelten Metallpulvers
    - Laserstrahl scannt Pulverschicht, Polymer schmilzt dabei auf
    - Absenken der Arbeitsplattform
    - schichtweise Wiederholung
    - Vergasung des Polymers (Ofen)
    - die nun poröse Metallstruktur wird mit Kupfer infiltriert
  • Merkmale: sehr komplizierte Geometrie möglich (scharfe Kanten, Schlitze etc.)
  • Anwendungen:
    - Metallformen
    - Formsand-Sintern für Gießformen
    - Kunststoffsintern (gebrauchsfertige Teile)

4.3.3 LOM-Verfahren

  • laminated object modelling
  • Prinzip:
    - Laser schneidet Schichten aus Papierband aus (Dicke ca. 0,1 mm)
    - durch Verkleben (Laminieren) der einzelnen Schichten entsteht ein Papierblock, der das
    zu modellierende Teil enthält
    - Aufbauzeit: einige Stunden bis Tage
    - nicht benötigte Teile der Papierbandschichten werden beim Schneiden gerastert und
    können nach dem Fertigstellen des Blocks leicht vom Modell gelöst werden
  • Merkmale: sehr bearbeitungsfreundliche Teile (ähnlich Holz)

5 Umformen und Zerteilen

  • Umformen: plastische Formgebung eines vorhandenen Körpers (Verschiebung großer Gitterbereiche)
  • Grundlage:
    - annähernde Volumenkonstanz: V0 = b0 * l0 * h0 = b1 * l1 * h1
  • Kenngrößen:
    - absolute Formänderung Δb, Δl, Δh
    - Formänderungsverhältnis: z.B. λb = b1 : b0 (für jede Dimension einzeln betrachtet)
    - Umformgrad (log. Formänderungsverhältnis): z.B. ϕh = ln (h1 : h0)
    => wird benötigt für Berechnung von Umformkräften etc.
    => ϕb + ϕl + ϕh = 0

5.1 Druckumformen

  • Walzen
  • Schmieden
    - Freiformschmieden (“Hammer & Amboß”)
    - Gesenkschmieden (Hohlform schreibt Form und Fließrichtung vor, Hammer und Amboß
    sind sozusagen schon mit der Werkstückform versehen)
  • Fließpressen (Drücken eines Werkstoffs durch eine formgebende Öffnung)
  • Strangpressen (“endloses” Fließpressen, Integralbauweise von ICE-Schienenfahrzeugen)

5.2 Zug-Druck-Umformen

  • Durchziehen
  • Tiefziehen

5.3 Zug-Umformen (siehe Kopien)

  • Tiefen- bzw. Streckziehen
  • Weiten
  • Längen

5.4 Biegen

  • zu beachtende Nebeneffekte:
    - Rückfedern des gebogenen Werkstücks
    - Längenänderung beim Biegen
    => Berechnung der gestreckten Länge / Zuschnittlänge des Rohteils nötig (siehe Kopie)
    => Simulation der Biegestadien

5.5 Schneiden (siehe Kopie)

  • spanloses Trennen von Blechen
  • Stanzen / Nibbeln

6 Strahlschneiden

6.1 Brennschneiden

  • therm. Schneiden (örtl. Erhitzung des Werkstücks)
  • hohe Temp. Führt zum Verbrennen
  • Bedingungen:
    - Entzündungstemp. < Schmelztemp.
    - Schmelztemp. der Oxide < Schmelztemp. des Grundwerkstoffes
    => ermöglicht Ausblasen der flüssigen Oxide zur Vermeidung von Verunreinigungen
  • Schnittflächenqualität gering
  • Anwendung: d = 10 - 30 mm (aber auch bis 3.000 mm)

6.2 Plasmaschneiden

  • Schnittfuge wird durch Energie des Plasmas (hochionisiertes Gas) erzeugt
  • Werkstück schmilzt/verdampft ( 20.000-30.000 K) => Schadstoffe, UV-Strahlung
  • Anwendung: d = ca. 150 mm

6.3 Laserschneiden (siehe Kopie)

6.4 Wasserstrahlschneiden

  • abrasives Schneiden: Hochdruckwasserstrahl mit winzigen Schleifkörnchen
  • Vorteile:
    - keine Wärmeeinwirkung
    - sehr breites Werkstoffspektrum (auch sehr weiche Werkstoffe)
    - keine Nacharbeit der Schnittflächen

7 Fügen

  • Verfahren:
    - Schweißen, Kleben, Löten, umformtechnische Fügeverfahren, Schrauben

7.1 Prinzipien des Schweißens

  • Nahtstruktur
  • Wärmeeinfluß
  • Schrumpfungen und Spannungen

7.2 Gas-Schmelzschweißen

  • Erwärmung durch Azetylen-Sauerstoff-Gemisch
  • Anwendungsgrenzen durch geringe E-Dichte

7.3 Lichtbogenschweißen

  • Gas zwischen den Polen (abschmelzende Elektrode + Werkstück) wird ionisiert
    => Lichtbogen, Energie- und Materialtransport
  • evtl. Ummanteung der Elektrode => Schutzgas (soll Oxidation der Schweißnaht verhindern)

7.4 Schutzgas-Schweißen

  • Metall-Schutzgas-Schweißen: abschmelzende Elektrode
    - MIG (Metall-Inert-Gas-Schweißen) inerte Gase: sehr reaktionsträge Gase (z.B. Argon)
    - MAG (Metall-Aktiv-Gas-Schweißen)
  • Wolfram-Schutzgas-Schweißen: nicht abschmelzende Elektrode, Zusatzwerkstoff nötig (Bsp.: WIG-Schweißen)



Spanungstechnik allgemein:


Vorschub
f [mm]

Zahn- / Schneidenvorschub
fz [mm]

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Vorschubgeschwindigkeit
vf [m/min]

Schnittgeschwindigkeit
vc [m/min]

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Einstellwinkel
κ oder κr

Schnittiefe
ap oder a [mm]

Spanungsbreite
b [mm]

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Spanungsdicke
h [mm]

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Spanungsquerschnitt
A [mm2]

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Schnittkraft
Fc [N]

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spezifische Schnittkraft
kc [N/mm2]

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=> Tabellenwerte (Kopie):
kc1x1...spezif. Schnittkraft bei A = 1 mm2
mc...Spanungsdickenexponent
Zerspanleistung
P Pc [kW] (= 5-10 kW)

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Antriebsleistung
PA [kW]

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Wirkungsgrad
η (= 0,7-0,85)

Drehen:


Drehzahl
n [min-1]

Werkstückdurchmesser
d [mm]

Schnittgeschwindigkeit
vc [m/min]

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Eckenrundung des Werkzeugs
r [mm] (= 0,4-1,6 mm)

Vorschub
f [mm] (= 0,05-1 mm)

Rauhtiefe (theoretisch)
Rth [mm]

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Rauhtiefe (erreichbar)
Rz [mm]

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Bohren:


Schnittkraft (2-schneidiger Bohrer)
Fcz [N]

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Biegen:


gestreckte Länge / Zuschnittlänge
L [mm]

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Schenkellänge
l1, l2 [mm]

Biegewinkel
α [°]

Biegeradius
ri [mm]

Blechdicke
s [mm]

Korrekturfaktor (Tabelle auf Kopie)
e

Länge des Bogens
lb [mm]

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