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| Cicero, Marcus Tullius (106v.-43v.)
Cicero, Marcus Tullius (106v.-43v.)
Cicero
Marcus Tulius Cicero wurde im Jahre 106 in Arpinum bei Latium geboren. Er
stammte aus dem Handelsadel (niederer Adel).
Cicero begann seine Laufbahn nach gründlicher Ausbildung als Anwalt in
Rom, zudem widmete er sich in seiner Jugend dem Studium der Philosophie und
Rhetorik. Dies waren die Voraussetzungen seiner späteren Erfolge. Seine
Erfolge erreichte er durch seine sensiblen, gebildeten und temperamentvollen
Charakter, welche er als Verteidiger, Redner und Schriftsteller auch
einsetzte.
Sein Aufstieg in Rom begann 80 v. Chr. mit den mutigen Auftritten in pol.
Prozessen, wobei er fast immer die Seite des römischen Volkes
vertat.
79 bis 77 v. Chr. unternahm Cicero eine "Bildungsreise" nach Athen und
Rhodos, wo er entscheidende rhetorische und philosophische Anregung von
griechischen Rednern und Philosophen erlangte.
70 v. Chr. siegte er im Prozeß gegen Gauis Verres, den untreuen
Statthalter Siziliens, dessen Verteidiger Hortensius bis dato als bedeutendster
Redner Roms galt. Dies war der Grundstein seiner pol. Laufbahn in Rom.
Cicero durchlief den Lauf der Ehrenämter (Cursus honorum) und galt als
"homo novus" (Aufsteiger) in Rom.
- Der Lauf der Ehrenämter (Cursus honorum) beginnt als Quästor
(unterste Stufe) und endet als Zensor (höchste Stufe).
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Zensor
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Höchste Instanz im Senat
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Konsul
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Regierungsexekutive für ein Jahr
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Prätor
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Richter, Vorsitzender des Hauptgerichtes in Rom
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Aedil
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Polizeichef
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Quästor
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Finanzbeamter - mußte für "Brot und Spiele" sorgen
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Der Lauf des "homo novus" bestand darin, daß er direkt Konsul oder
Prätor und anschließend Zensor wird. Dies war die pol. Laufbahn
Ciceros. -
66 v. Chr. trat Cicero als Prätor für die besonderen Vollmachten
des Pompejus ein.
Als Konsul unterdrückte er 63 v. Chr. ohne Waffengewalt die
Verschwörung Catilinas. Cicero selbst bezeichnete diesen Erfolg als
Höhepunkt seines Lebens. Vom Volk und der Regierung wurde er als "Vater des
Vaterlandes" bezeichnet.
Doch 59 v. Chr. mußte er aufgrund veränderter
Machtverhältnisse ins Exil gehen, was er mehr oder weniger freiwillig auch
tat. Jedoch wurde er schon 57 v. Chr. mit Ehren aus dem Exil zurückgeholt
und setzte seine pol. Laufbahn in Rom fort. Ihm blieb doch eine wirkungsvolle
pol. Tätigkeit, die er sich als Sprecher im Senat ersehnte, durch den
Einfluß des Pompejus und Cäsar versagt. In dieser Zeit (56-51)
entstanden unter anderem seine bedeutenden Bildungsschriften "De republica" oder
"Über den Redner", in denen das Ideal des Römertums, erfüllt
durch den Wertgedanken der Griechen, seine Ausprägung fand.
51 v. Chr. verwaltete Cicero als Prokonsul die Provinz Kilikien.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus der Provinz brach in Rom der
Bürgerkrieg aus ( 49 v. Chr.), in dem sich Cicero als Vermittler der
verfeindeten Parteien ansah. Nach vergeblichen Vermittlungsversuchen
entschloß er sich für die Seite Pompejus.
Nach der Niederlage Pompejus gegen Cäsar verweilte er in Brundisium
und wartete auf eine Amnestisierung Cäsars, um nach Rom Rückkehren zu
können. Cäsars Alleinherrschaft widersprach Ciceros Überzeugung,
trotzdem versuchte er Cäsar für eine maßvolle, legale
Staatslenkung zu gewinnen.
Nach Cäsars Ermordung im Jahre 44 v. Chr. trat Cicero für die
Wiederherstellung der Senatsherrschaft ein, jedoch vergeblich. Er geriet im
schärfsten Gegensatz zu Marcus Antonius, der sich als Nachfolger
Cäsars ansah. Gegen ihn richtete Cicero seine 14 Phillippischen
Reden.
Unmittelbar nach Abschluß des Triumvirats (43 v. Chr.) (Antonius -
Oktavian - Lepidus) wurde Cicero in Formiae von den Schergen den Antonius
ermordet.
Bedeutung seiner Schriften für die Nachwelt
Seine Bedeutung als Politiker war aufgrund seiner Mißerfolge
umstritten. Doch seine Werke sind Meilensteine der latein. Kunstprosa. Er gilt
sogar als Gründer der lat. Kunstprosa und toleranter Menschlichkeit.
Besonders in seinen letzten Jahren entfaltete er, als Vermittler der
griechischen Gedankenwelt an die Römer, große literarische
Schaffenskraft. Von seinen Reden sind 58 mehr oder weniger gut erhalten
geblieben. Sein Einfluß aus die abendländische Kultur ist
unermeßlich. Sein Stil der Rhetorik und der Humanität sind für
viele Schriften ein Vorbild gewesen, obwohl seine Art zu schreiben nicht bei
allen Anerkennung fand.
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